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11.10.1898 Erstes Blatt
 
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Depresfion»-Centruw über dem @olf von Lyon. Da» baro­metrische Maximum beschränkt sich aus die skandinavische Halb- tusel. Da» Wetter ist fast allenthalben trüb, die Tem- peratureu stad wenig verändert. voraussichtliche Witterung: vorerst noch weist trübe» Wetter mit einzelnen Niederschlägen.

+ -ckarttborn, 9. October, vor zwei Tagen ereignete sich dahier beim Dreschmaschinenbetrieb ein erschütternder Unglttef»foll. Unser Mitbürger Winter war auf dem Dreschwagea mit Einlegen de» Getreides beschäftigt und ver­föchte dabei, solche» auch mit dem Kuß iu die Trommel nach- zuschiebea. Er wurde jedoch von derselben am Bein erfaßt und ehe die Mitarbeiter da» Schreckliche verhindern konnten heruntergezozen und an den Schenkeln verstümmelt, so daß er blutüberströmt und ohnmächtig weggetrageu wurde. Der Unglückliche starb alSbald. Winter war 86 Jahre alt und Familienvater.

Bad Ravhei«, 7. October. Die vor 19 Jahreu von der Inneren Misfion hier gegründete Kinderheilanstalt Elisabethhau» ist eine der wohlthätigsteu Anstalten de» Bade». Jusolge einer Reihe von Anbauten und der Ein­führung der Winterkur ist e» jetzt möglich, tu den vorhandenen HO Betten 640 Kinder im Jahr aufznvehmen. Leider wird auch von Denen, welchen eS nach Art ihre» Leiden» möglich wäre, Wiuterkaren zu benutzen, noch viel zu wenig Gebrauch davon gemacht; fie verschieben die Anmeldung bi» zum Sommer, und die Folge davon ist, daß immer noch ein Theil der Sn- Meldegesuche zurückgestellt werden muß. Im Jahre 1897/98 fanden 499 Kinder Aufnahme 171Saaben und 328 Mädchen, von welchen nur 68 die zwei Winterkurperiodeu benutzten. Der H-imath nach waren 154 au» Oderhessen, 119 au» Starkenburg, 108 au« Rheinhessen, 103 au» Preußen rc. von den Städten schickten h. A. Darmstadt 41, Mainz 30, Worm» 56, Gießen 30, Frankfurt a. M. 86 Kinder. Da» Pflegegeld betrug je nach Vereinbarung 25 80, 35, 40, 45, 50, 60 Mk. Die Einnahmen erreichten 80917 Mk. 4 Pfg., darunter 15732 Mk. Pflegegelder und 2248 Mk. 30 Pfg. Beiträge von Kasten und Behörden- die Ausgaben waren fast auf gleicher Höhe, nämlich 30902 Mk. 98 Pfg. Für die Haushaltung wurden infolge der hervorragenden Führung de» Haushalt» durch Schwestern aus dem Eltsabethenstift Darmstadt blo» 8835 Mk. 95 Pfg., für Besoldungen, Löhne und Geschenke 3280 Mk. 3 Pfg. verwendet. Anstalt»arzt ist Medicinalrath Dr. tttäe, der seinem Posten ebenso wie der Präsident der localen Verwaltung, Pfarrer Wisfig, mit Aus­zeichnung vorsteht. Darmst. Ztg.

Darmstadt, 8. October. Eine interessante Aus­stellung beherbergt gegenwärtig da» Gebäude der gewerb- ltchea Eevtralstelle, nämlich von ca. 550 Plakat-Entwürfen zur Anpreisung von Wasterfarbeu für Künstler von der Firma Günther Wagner in Hannover, die s. Z. auf AuSschreibev dieser Firma eingegangen. ES ist erstaunlich zu sehen, welche ungemein vielen Variationen über dieses Thema im Kops der Künstler entstanden find und auSgesührt wurden. Die Aus­stellung har lebhaften Besuch auszuwetsen.

A Mainz. 9. October. Seitens der vier bürgerlichen Parteien hier, der demokratischen, der EentrumSpartei, der nationalliberalen und der deutschfreifinnigen, ist heute bezüg­lich der bevorstehenden ErganzungSwahleu zur Stadt- verordnetenversammlucktz ein Kartell vereinbart worden, wo­nach jeder der vier Parteien bei der Wahl die seitherige Zahl der Sitze in dem Stadtverordneten Collegium eingeräumt werden. Unter Zusicherung von drei Stadtverordnetenfitzen hat man die Socialdemokrateu ausgefordert, fich dem Kartell auzuschließ-n, worauf indeß eine abschlägige Antwort erfolgte. Der au Stelle des in Ruhestand getretenen General- lieutenantS v. Holleben zum Gouverneur von Mainz ernannte Baron v. Collas hat heute seinen Pesten angetreten. Generallieutenant v. Holleben ist nach Raumburg übergefirdelt, wo ihm eine Domherrnstelle eiogeräumr wurde. Zwischen der Militärverwaltung und der Stadt Mainz bestand seit dem Jahre 1873 ein Vertrag, nach welchem die Militärbehörde eine bestimmte Summe als Oct rot zu entrichten hatte, wogegen für wieder ausgeführte dem Oetroi unterworfene Leben-mittel eiue Rückoergütuna erfolgte. Diesen Vertrag hat die Militär­behörde jetzt gekündigt und verlangt vollständige Ocrrot- freiheit. Seitens der städtischen Verwaltung ist mau nicht gewillt, hierauf einzugeheu, und beadfichtigt man, eventuell auf dem Slageweg gegen den MiliiärfiSkuS vorzugehen.

Aus de* * Leit fflr

Bor 367 Jahren, am 11. October 1531, erlitten die Züricher in der Schlacht bei Kappel durch die viermal stärkeren Gegner eine blutige Niederlage. Neben dem Banner der Stadt fiel auch Ulrich Zwingli und mit ihm der Kern der gleichgesinnten Männer. Sein Leichnam wurde zuletzt verbrannt und die Asche den Winden preisgegeben.

Rudeshtim, 7. October. Die Ntederwaldbahnen haben in der diesjährigen Saison rund 132,600 Mk. ver­einnahmt oder rund 11,500 Mk. mehr al» im vorigen Jahre. Auf der hiefigen Linie wird roch bis Ende dieses Monats gefahren, während auf der AßmannSHLuier Linie d:r Betrieb für dieses Jahr eingestellt ist

lieber die Uhr im Straßburger Münster hat I. Schneider i«Ev.-Prot. K.rchenboten" einen ioteresianten Aussatz ver- vffenilicht, dem wir folgenden köstlichen Pafiu» entnehmen:

^Manch einer erinnert fich gewiß noch jenes altenSchwei­zers", der in den flebenziger Jahren den Anwesenden zur Mittagsstunde das Uhrwerk deutete. Ihn lasten w.r, auf eine eigene Beschreibung verzichtend, nachstehend in seinem Straßburger Dialekt zum Wort kommen: ^Stelle Die fich do hin, mint Herrschaft, do in daS Eckele, daß Sie de Gockier au giähn, wenn er kräjt jez gäbe Sie Achtung! Z'e ster

schlaujt's Zwölf uf der Münster Uhr, »f der große, tenez:

Ecu», zwei, drei, vier loeje Sie jez uf da» Uchrel do vorne! Gsähu Sie daS Engele, wie'» Hämmerle hebt und nfS Glöckele Zwölf schlauchst? DaS isch prächti, nit wohr? 'S git wäjer nix Schöner» im Dütschlandi Und wann'» ge- schlauje het, dräht'S ander Eagele d' Sanduhr dört uf der rechte Sit, tenez, hon Sie'» gsähn? Da» ist liebli, Neet- ce-pas? Aber j-z hebe Sie d' Aujen eouf, und giähn Sie wie der Tod jez, tenez, jez schlaujt er langsam bedächti mit siner Sän» uf» Glöckel häre Sie? Und isch er ferti, so spazirt da» Männel, das alt, dört unteren Thörel do der Rächte zur Linken, unb« Bllbelt präsentirt fi. Wiste Sie, die F'gÜrli müen d' Menschenalter btdute: Z'ersten isch wer e Bübele, wenn wer zo Straßberg uf d' Welt turnt, drnf f junge Man'ch, drnf e Mann und am End e alt« Mäauel. Eh bien, so isch e« do aul Hab hinter dem Babel steh'u b'anbre; alli drei Stund präsentirt fi en andrer, e jeder ä Bon tour. A präsent, ln-je Sie! Gsähn Sie! Jez gehn die Apostel, die zwölfe, langsam an Ehristu« vorbei: Über jede macht Christu» de S8je, un sin vier vorbei, se kräjt der Gockier dort drübe, aber zum erste Mol- und wann wieder viere beriet find, kräjt er zuem zweite Mol- und wiederum viere, zvm dritte Mol. Nachher macht Christu» de Säje, aber der letzte und große, Über d'anze Welt und die Mänsche, und au Über un«, mint Herrschaft. Mais tenez, gsähn Sie, wie Christu« dört obe dr heilige Petru« säjt und je de Jakobu« jez schlaujt der Gockier fin Flejel Ki keriki! Hon Sie'« ghört? Aber lueje Sie, jeze wurd der Johanne« gsäjt, und zuem zweite Mol kräjt jez der Gockler, Ki'kerikii! e bizze'.e runcher im Hal» isch er, schint'« wer, 'fisch aller gar nit zum Stumme, er schreit jo so lut und so lang schon. Jez säjt Christu« wieder de letzte von de Apostle lueje Sir! Ki k-.rikii!« isch brav gfin, Göckerle da« Mol! So han Sie wäjer ne nj gsähn! Gwiß 'S isch allrini der Muej wärt, daß wer uf Stroßburj turnt nur wate der Uhr un em Gockler "

' lieber das große amerikanische Kabel durch den Stillen Ocean find nach dem LondonerElectriciaa" von der Ge­sellschaft, in deren Händen die Ausführung diese« riesen­haften Unternehmen« liegt, am Anfänge vorigen Monat« neue Beschlüste gefaßt worden. Darnach soll da« Kabel ein­mal von San Francisco über Hawaii nach Australien und durch eine Zweiglinie nach Japan verlaufen, außerdem aber soll von San Francisco noch eine zweite Linie ausgehen, die läng« der nordamertkaoischen Küste über Sitka, Alaska nach den Inseln der Bleuten führt und in Japan die erstere Ltnie erreicht. Für das Küstenkabel find die BermestungS- arbetten sofort begonnen worden, nach deren Fertigstellung man erst den genauen Kostenanschlag wird aufstellen können. Der Director Lcihmser der Gesellschaft hat fich nach Japan begeben, um mit der dortigen Regierung eine Ueberelnfunft abzuschltehen, nach welcher Japan fich zu einem Zuschuß von wenigsten« 400,000 Mk. entschließen soll, wogegen eine freie Benutzung de« Kabel« für bie ersten 20 Jahre zuge­sprochen erhalt. D e Kosten de» Kabel« für Hawaii nach Australien und Japan sind auf etwa zwei Millionen Pfund (40 Millionen Mk.) veranschlagt, und auf ebensoviel beläuft sich auch da« beglaubigte Kapital der Gesellschaft. ES werden etwa 10 000 englische Meilen Kabellänge zu legen sein.

Wissenschaft, Citcratm? nnd Annst.

München, 6. Cctober. Sehr interessant gestaltete sich die Versteigerung der reichhaltigen Sammlung Neumann, deren Gesammtergebntß sich aus die stattliche Summe von 200000 Mk. belief. Leider bleibt nur oerhältnißmäßig wenig davon in München. Die sehr interessante große Gebirgslandschaft von Gustav Dor« wurde für eine bekannte Prtoatgalerie in Zürich erworben. Da« berühmte Porträt von Gerhart Hauptmann von Msx Liebermann wurde mit 2900 Mk., ein C. Rottmann mit 3050 Mk. bezahlt. Hohe Preise erzielten die beiden Achenbachs, Gabriel Max uno be­sonders F. v. Uhde, auch Werke von Grützner, E. v. Llaa«, Spttzweg, Diez, Fstcher^Elpons, Kaufmann wurden zu hohen Preisen loSge- fchlagen. Datz bekannte Bilk»König Ludwig II. auf dem Parade­bett", von Koppay in d:r Nacht vom 16. auf den 17. Juni 1896 gemalt, fand keinen Käufer.

Die Auftheilurig Afrika«, welche durch bie Delagoabai- Angelegenheit und die Ereignisse am oberen Nil im Vordergrund de« Jnteresie« steht, behandelt Gustav Meinecke, der Vorsitzende der Deutschen Colonialgesellschaft in der soeben erschienenen Nummer 41 derUmschau" (Frankfurt a. M.). Der lesenSwerthe Aussatz, der durch eine Karte der Interessensphäre erläutert ist, geht der Er­schließung und Auftheilung Afrikas historisch nach. Mit der Klärung der Verhältnisse im östlichen Sudan und im Nillhal dürfte die politische Karle von Afrika im Wesentlichen zu einem Abschluß ge­langen. Daß aber dort auch noch die Keime zu den schwersten Con- flicten liegen können, ist aber nicht ausgeschlossen. Nummer 41 der Umschau" bringt ferner eine hübsche Characteristik Theodor Fontane« von Leo Berg und den Schluß be« Aufsatzes von Dr. MendUsohn, Die wissenschaftliche Stellung der Kcankenpstege. Daran schließen sich Bettachtungen und kleinere Mittheilungen au« allen Wissensgebieten unb die September-Karrikaturenschau.

Die im 3. Jahrgänge erscheinende »Leipziger Hochschul- zeiiung^ (Leipzig, Verlag von G.übel L Sommerlatte, KonigSstt. 5) veranstaltet ein Preisausschreiben, an dem auch weitere Kreise Interesse nehmen werden. ES wird ein Prei« von 50 Mark aus­geschrieben für die beste Beantwortung der Frage:Ist unser aka­demisches Leben einer Reform bedürftig oder nicht/ (Wmn ja): Welcher A-t müssen die Reformen fein?" Ebenso wird ein Preis von 20 Mark ausgeschrieben für die beste novellistische Skizze. Die näheren Bedrng.wgen sind In der am 7. October erscheinenden Nr. 9 der .Leipziger HochschulzeitungE rnitgetheilt. Dieselbe ist vom Verlag zu beziehen.

Lingesandt.

Gieße«, bat 10. Cctober 1898.

Ein groß-r Procen sah ber bas Volkrbab besuchenben Personen legt den Weg zur Anstalt per Fahrrab zurück, um entweber nach bcrn Babe eine BewegungSiour zu unternehmen, ober nach zurückgelegter Fahrt sich an einem Bade zu erstischen. Ein an dem Hauptportal ber Anstalt angebrachte« Plakat besagt aber, baß Fahrräder nicht in« Vestibül gestellt werden dürfen, ein anderer Raum ist aber nicht vorhanden. Der Vorstand der ,Actim-Gesellschast Gießener VolkS- bab" würde daher den Radfahrern entgegenkommen, wenn er baldigst für Be'chafsung eine« geeigneten Raume« zum Aufb.-wahren ber Räber sorgte.

Spklpifln brr vrrrmizlr« /nnbfadtr Stsdllhratrr. Cfembatif.

Dienstag ben 11 Cctober: Lohengrin. Mittwoch ben 1L.. clober: Die Verlobung bei der Laterne. Ballet- Divertissement. Nürnberger Puppe. Donnerstag den 13. Cctober: Hugenotten. Freitag den 14. Ortober: Lumpazi- VagabunduS. SamStag den 15 Cctober: Die Hauberflöte. Sonntag ben 16. Cctober, Nachmittags 3»/, Uhr: Obersteiger. AbenbS7Uhr: Bajazzo. Ballet-Divertissement. Cavalleria ruBticana Montag den 17.Cctober: Vogelhänbler. Dienstag den 18. Cctober: Die Abreise.

Gchonfpievtz«»».

Dienstag ben 11. Cctober: Liebelei. Vorher: Da« Ge­witter. MMwoch ben 12. Cctober: Wallenstein« Lager. Die Piccolomini. Donnerstag den 13. Cctober: Im weißen Rößl. Freitag den 14 Cctober: Im weißen Rvßl. SamStag den 15. Cctober: Wallenstein« Tod Sonntag den 16 Cctober, Vormittage ll1/« Uhr: Wallensteins Lager. Stachmittag« 3Ve Uhr: Die Piceolornini. Abend« 7 Uhr: Wallenstein» Tob. Montag den 17. Cctober: Im weißen Röhl.__________

Verkehr,

«»Anders, 8 Oct. Fruchtpreise. Weizen X 16,8217,00, Korn X 16,0000,00, Gerste * 15,00 -00,00, Hafers 12,90-18,00, Erbsen X 00,00-00.00, Linse» x 00,00-00,00, Wicken x 00,00, Lein X 00.00, K-ttosteln X 0,00-0,00, Samen X 00,0000,00

Neueste Nachrichten.

Depesche» bei BureauHerold*.

Berlin, 10. October. Au» Pari« wird dem ^Kleinen Journal" gemeldet: Die Hauptstadt bietet da» Bild de» Belagerungszustandes. Alle Straßen der volksreichen viertel La Billette, Grentlle und Bellevtlle sind militärisch besetzt. Fortwährend ziehen Proviuztruppen in Pari« ein, welche von den AuSstäntischea mit Hochrufen auf den AnSstand und die loctale Revolution empfangen werden. Bisher find 16000 Mann Infanterie und 3000 Mann Cavallerie eingetroffen. Die Zozüge dauern noch fort. Der Arbeiter-Ausschuß organifirt einen Generalstrfke von 200000 Arbeitern. Die Lage ist äußerst bedenklich. P äsident Fanre wagte nicht, dem gestrigen Pferderenneu in Longchemp» beizuwohnen, an» Furcht vor feindlichen Kundgebungen Seiten» der Arbeiter.

Berlin, 10. Oktober. Die infolge eine» von der italienischm Regierung gestellten AoSlieferungSvertrage» hier verhaftete Prinzessin Trübe tzcoi hat sich in der Nacht zum Sonntag im Polizeigefängniß mittelst ihrer Rockschnur erhängt. Die Pliazesfin war der Fälschung einer öffentlichen Urkunde beschuldigt, we»halb fie vom Untersuchungsrichter in Venedig verfolgt wurde.

Slogan, 10. Oktober. Infolge de» Genuffe» giftiger Pilze erkrankten aus de« Dominium Waldvorwerk bei Guhrau eine größere Anzahl russisch-polnischer Arbeiter. Zwei Männer und ein Mädchen find bereit« gestorben.

Pari«, 10. Oktober. Gerüchtweise verlautet, die Re­gierung beabsichtige die Ausweisung aller ausländischen Arbeiter, weil dieselben den Slrike insk'nirt Haden sollen.

Pari«, 10. Oktober. Die Berathungen der spanisch- amerikanilchen Frieden«-Commission find augenblicklich eingestellt infolge der maßlosen Ansprüche der amerikanischen Vertreter bezüglich der Phil ppinen. Die Amerikaner dringen rücksichtslos auf die Anerkennung ihrer Forderung und drohen Spanien mit Flottendemonstrationen vor spanischen Häfen im Falle der Nichtannahme der amer kanifchen Forderungen.

Pari«, 10. October. Heute findet ein Ministerrath statt, ia welchem über die Aufhebung der geheimen Hast Picquart«, den Zeitpunkt der Kammer-Einberufung und die Verfolgung der neuen Patrioten.iga beschlossen werden wird.

Pari«, 10. October. Brisson erklärte einem Freunde gegenüber, er fei sicher, beim Zusammentritt der Kammer nicht cur nicht gestürzt zu werden, sondecn voraussichtlich eine Mehrheit von über 100 Stimmen zu erhalten. Diese Ansicht herrscht auch in den gemäßigt, repabltkanischen Kreisen vor. Solange die Dreyfu»-Angelegenheit nicht vollständig erledigt ist, wird keine Ministerkrifi« eintreten. Daß eine solche jedoL gleich nach Erledigung de« Dreyfu« Prozeffe» eintreten wird, ist sicher. Da« Cabinet Briffon wird alsdann nicht, wie behauptet wird, durch ein Cabinet Constanz ersetzt werden, sondern durch ein Cabinet der gemäßigten Repu­blikaner.

Paris, 10. Dc'obtr. Trarieux richtete ein Schreiben an Briffon, wo er aus Grund der gesetzlichen Bestimmungen nachwetst, daß die Geheimhaft PicquartS illegal sei. Trarieux kündigt an, er werde für den Fall, daß die Legalität andauernd verletzt werde im Senat darüber inter» pellireu.

Pari«, 10. October. Die royrlistisch-antisewitischen Kund­gebungen vor dem Rennen zu Longchawp« und auf dem Con- cordievplatze scheiterten ebenso wie die Schlägereien zwischen AvSständifchen uvd Patrioten auf den Boulevard« und dem Platze de la Republiqae durch den Regen, der alle Au- fammlungeu auSetvaudertrieb. Heute striken 80,000 Arbeiter.

Pari«, 10. Oc.ober. Heute und morgen werden noch weitere Tr npp en verst ärknn gen zur Aufrechterhaltung der Oidaunq hier einirtffcn. Die Zahl der jrtzt in Pari» an» ber Provinz eingetroffenen Truppen beträgt über 40,000 Mann.

Paris, 10 October. Der Ausschuß für den allge- mri, en Stritt erläßt einen Aufruf an dieAuSständischeu. worin dieselben aasgeforrert werden, nicht nachztgeben, da der jetzige Augenblick der Sache günstig sei.

Pari«, 10. Oktober. Die Arbeiter der Eisen-Jo- du st ne haben beschloffeo, fich gleichfalls de« allgemeinen SuStzacd anzuschließen.

Madrid, 10 Oktober. Der Ministerrath berieth gestern in einer außerordentlichen Sitzung Über die den Der- einigten Staaten gegenüber eiozunehmende Haltung betreff» der Philipp nen. Sagasta hat die Ernennung eine» Schieds­richter«, der fich über diese Frage äußern soll, in Erwägung gezogen.

Madiid, 10. Oktober. Einem Telegramm de« Marschall» Blanko zufolge seien vier Monate erforderlich, um die Truppen von Cuba nach Spanien zurückzubefördern.