Ausgabe 
11.9.1898 Zweites Blatt
 
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Quartals beim Frühkaffee und entrüstet seine gewohnte Zeitung nicht daneben endlich wie eine Erleuchtung überkommt: ja vergessen, deine Zeitung zu bestellen." Mal vergißt er» doch wieder.

die für die einzelnen Aemter abzusenden sind, in den ersten 10 Tagen des neuen Quartals selten in Ruhe; täglich laufen Stöße von Nachbestellungen ein, die eine ganze Menge Weiterungen verursachen. Da sitzt der Abonnent am 1. des

meister sahen sich also thatsächlich im Besitze eines Monopols für den Zeitungsvertrieb. Im Jahre 1822 wurde in Berlin dasZeitungscontor" eingerichtet, das unter der Oberleitung des General-Postamts das ZeitungSgeschäst in Berlin für unmittelbare Rechnung der Postkafle verwaltete. Gleichzeitig erschien auch der erste Zeitungs Preiscourant mit 474 Nummern. Drei Jahre später ging der gesammte Zeitungsvertrieb auf Staatsrechnung über. Damit war dc.L Zeitungswesen aus der untergeordneten Stellung eines Privatgeschäfts der Post­meister zu der vollen Berechtigung eines Geschäftszweiges der Postverwaltung emporgehoben und nahm theil an dem gewaltigen Aufschwung, den die deutsche Poft von der Mitte unseres Jahrhunderts ab genommen hat. Freilich hatten die Zeitungen noch in den vierziger Jahren mit der Kleinstaaterei des deutschen Postwesens zu kämpfen, in dem Thurn und Taxtsschen und anderen kleinen Postgebieten mußten sie mancherlei fiscalische Mißhandlungen ertragen, da jede Post­verwaltung eine besondere Zeitungsgebühr, den sogenannten

Zum Schluß möge ein Blick in die Zeitungs-Preisliste gestattet sein, um den Umfang des heutigen Zeitungswesens zu erkennen. Während das Verzeichniß vom Jahre 1861 nur 1792 Blätter in deutscher Sprache und 749 in fremden Sprachen, mithin zusammen 2541 Stück enthält, weist die zuletzt erschienene Preisliste nicht weniger als 11715 Zeitungen (8346 deutsch und 3369 fremdsprachig) auf, eine Zahl, die kein anderes Land erreicht. Gegen 70 Stück der deutschen Zeitungen haben ein Alter von mehr als 100 Jahren; das Durchschnittsalter der übrigen beträgt 10 bis 15 Jahre.

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Gebrauch von Schreibmaschinen beim Militär. Der jetzt beendigte spanisch-amerikanische Krieg ließ zum ersten Mal ein Heer mit einem Geräth ins Feld rücken, da», so unscheinbar sein militärischer Werth auf den ersten Blick auch zu sein scheint, doch in der Zukunft in der Ausrüstung wo« derner Armeen eine große Rolle zu spielen berufen sein wird. Diese» Geräth ist die Schreibmaschine, deren Gebrauch auf der nordamerikanischeu Flotte schon längst eiugeführt ist und die bei Aukbruch des Kriege» auch von den meisten Br« Hörden der Landtruppen in Gebrauch genommen wurde. Ihr Nutzen für eine schnelle und geordnete Geschäftsthätigkeit bet allen Comwaudo- und BerwaltnugS-GeschäftSstellen liegt auf der Hand- nicht nur zeichnen alle mit ihr zu Papier gr« brachten Befehle, Anordnungen, Dienstschreiben u. s. w. sich durch klare, jedwede Mißverständntffe ausschließende, deutliche Schrift aus, sondern waS ferner sehr iuS Gewicht fällt, der« artige Schriftstücke können bis zu ungefähr 12 Exemplaren durch einfache» Durchschlagen gleichzeitig hergestellt werden. ES ist dies besonder» wichtig für die sogen. BefehlSauSgabe, bei der unter Verwendung der Schreibmaschine der bisher nöthige Apparat au BefehlSholern sehr herabgemindert werden kann. Zwar war dies auch bei den sonst hin und wieder gebräuchlichen Hectographrn der Fall, jedoch läßt dieser an Sauberkeit der Schrift zu wünschen übrig, ist auch ein für den Feldgebrauch zu cowplictrter Apparat. In Frieden-' zetten wird sich die Schreibmaschine im Militärdienst weit umfangreicher, als eben angedeutet, verwenden laffen. Nicht nur tritt zu den aufgezählten GebrauchSarteu die Möglichkeit, sie zweckentsprechend im GertchtSdienst gebrauchen zu können, sondern man wird mit ihr vortheilhaft alle protokollarischen Festlegungen gewtffer Uebuugen ausführen vor Allem wird mau sie bei den Schießübungen der Artillerie benutzen, um Commando» u. f. w. für spätere dienstliche Besprechungen festzulrgen.

Abrustuvgsschmerzeu. In ihrer Nummer 37 bringt die MünchenerJugend" einige Randglossen Unzufriedener: Als die Friedensbertha von den Friedensbotschaft des Zaren erfuhr, sank sie ohnmächtig hin mit dem Ausrufe: Das ist unlauterer Wettbewerb! Ein Pessimist rief: Das ist der Krieg! Eugen Richter klagte: Was thu ich aber ohne Militarismus? Mr. Chauvin: Was hilft uns nun unser schönes Friedensbündniß mit Rußland? Ein Spanier . Warum denn nicht schon vor ein paar Monaten! Bruder Jonathan: Gott sei Dank, daß das nicht früher passtrt ist! John Bull: Wenn sich die Leute aber gutwillig nichts nehmen lassen?Li Hungtschang: Hoffentlich gilt die Sache auch für Asien. Der Montenegriner: Dann wäre mit Baargeld auch lieber gewesen, als die 30000 Gewehre! - Papa Liebknecht: Wirds was, sowar das schon lange unsere Idee", wirds nichts, so kriegen wir neues Material zum Schimpfen! Ein Mißtrauischer: Cherchez les femmes: König Georgios: Aber die Kriegsschulden auch gleich mit abschaffen! Der Generalissimus der serbischen Armee: Da werd ich mir wieder mal ein Milliönchen für Cultur« ausgaben ausbitten! Ein Backfisch: Um Gottes Willen: Wo nimmt man dann die Lieutenants her? Rudolf Falb: Der 24. August: ein kritischer Tag erster Ordnung! Reuß ältere Linie: Aber erst will ich noch fürchterliche Ab« rechnung halten! Ein Nichtraucher: Mit den Ersparnissen wird es aber den abgerüsteten Staaten gehen wie mir: als ich mit dem Nichtrauchen anfing, prophezeite man mir, ich würde in zwanzig Jahren eine Billa zusammengespart haben. Nicht einmal einen Hausschlüssel! Ein Ehrlicher: Nun wird wieder hübsch was zusammengeheuchelt werden. Ein Cadett: So jetzt kann ich Piccolo werden! Ein große! Arzt über den Sternen: Abwarten und Thee trinken. Kalt Wasser kann auch nicht schaden!

Univerfitäts - Nachvichte«.

Professor Willibald Beyschlag in Halle a. S. hat a° 5. d. Mts. seinen 75. Geburtstag gefeiert.

Kiel. Der Privatdocent für Geschichte, Dr. Felix Rachfahl ist als außerordentlicher Professor nach Halle berufen worden.

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ausspricht:Bor allen andern kommt der Zeitungen Ursprung aus den Posthäusern her, und eben darum sind unter andern Ursachen die Postmeister mit so vielen stattlichen Freiheiten begäbet, daß von ihnen der Lauf der Welt ent­lehnet und gleich als aus einem Zeughause durchgehender Erfahrungen genommen werden kann, was hier und da vor­gehet". Um dem allgemeinen Bedürsniß nach neuen Nach­richten zu entsprechen, organisirten die Postmeister unter­einander einen regelrechten Tauschverkehr. Sie theilten die Neuigkeiten ihres Platzes den Amtsgenossen an anderen wichtigen Poststationen mit, indem sie den Briefen einen besonderenZeitungsbrief" beilegten. Die Regelmäßigkeit der im 16. Jahrhundert zur Entwickelung gelangten Post- und Botenmrse bewirkte dann naturgemäß die Regelmäßigkeit der eingehendenZeitungen". Der empfangende Postmeister gab diese einlaufenden Nachrichten zur allgemeinen Kenntniß des Publikums, später stellte er sie wöchentlich zu sogenannten Ordinari-Zeitungen zusammen, die er aus Gefälligkeit oder gegen Bezahlung für andere auslegte. Diese Ordinari- Zeitungen waren die Hauptquellen der gewerbsmäßigen Zeitungsschreiber, die an allen Hauptpoststationen saßen und handschriftliche Zeitungen für ihre Auftraggeber und Abonnenten anfertigten; sie blieben es auch dann noch, als schon gedruckte Zeitungen herauskamen und der Nachrichtenverkehr eine gewisse Höhe der Entwickelung erreicht hatte. Vielfach und zwar bis Ende des 17. Jahrhunderts waren die Postmeister selbst Herausgeber von Zeitungen; sie benutzten auch zuerst die Erfindung der Buchdruckerkunst und ließen die ein­laufenden politischen Nachrichten als fliegende Blätter drucken und verbreiten. Daher ist es denn auch gekommen, daß ursprünglich Postmeister und Zeitungsschreiber als gleich­bedeutende Begriffe galten. Bekannt ist der Streit zwischen dem Verleger des Frankfurter Journals und dem damaligen Reichspostmeister Johann von den Birghden in Frankfurt, der die Vortheile, die ihm seine amtliche Stellung bei der Erlangung zahlreicher uud schneller Mittheilungen bot, zu verwerthen suchte und 1617 ein Concurrenz-Unternehmen, diePolitischen Avisen", spätere Oberpostamtszeitung, gründete. Der Kurfürst von Mainz verwandte sich für Birghden mit der Begründung, daßdie gemeinen Avisen und Zeitungen jederzeit bei den Posten gewesen und von denselben ausgeschrieben worden" seien.

Die Reformation, der dreißigjährige und der sieben­jährige Krieg schufen ein starkes Rachrichtenbedürfniß, aber das deutsche Zeitungswesen steckte noch zu sehr in den Kinder­schuhen, als daß '.es dem rege gewordenen Verlangen nach Neuigkeiten hätte gerecht werden können. Die Zeitungen konnten überhaupt erst gedeihen, als die Post eine höhere Stufe der Entwickelung erreicht hatte und die ihr über­mittelten Nachrichten aller Art schnell zu sammeln und zu verbreiten vermochte. Ist doch eine Zeitung im Wesentlichen nichts anderes, als eine Zusammenfassung wichtiger, durch die Post bezogener Nachrichten aus den verschiedenen Gegenden der Welt. Da die Post früher im ausschließlichen Besitze aller Nachrichten war, so erklärt es sich, daß man die AusdrückePost" undNachricht" damals für synonom ansah. Diesem innigen Verhältniß zwischen Post und Zeitungen entstammte auch die bis ins Jahr 1848 bestehende Verpflichtung der Postmeister, ausführliche Zeitungsberichte anzufertigen und zur Benutzung für die Staatszeitung monatlich an das Generalpostamt in Berlin einzusenden. Im Kriege zwischen Schweden und den Kaiserlichen waren die Postoerwalter der Aclionsgegend die täglichen Kriegs­berichterstatter. Die Staatszeitung hatte so einen ganzen Stab billiger Correspondenten, wenn auch deren Berichte, wenigstens in den letzten Zeiten, nicht immer auf der Höhe der Journalistik stehen mochten. Die Postverwaltungen be« faßten sich ursprünglich nicht mit dem Vertrieb der Zeitungen, dieser war vielmehr eine Privatleistung der Beamten, für deren Rechnung auch bis zum Jahre 1820 der Debit erfolgte. Sie bezogen die bei ihnen abonnirten Zeitungen durch Ver­mittelung der Postmeister an den Verlagsorten, wobei ihnen postfreie Beförderung eingrräumt war; dafür hatten sie aus den Einnahmen gewisse Bureaubedürfnisse und die Postbrief­beutel zu beschaffen; die Einnahmen bestanden aus dem mit dem Verleger frei vereinbarten Rabatt und der Provision, die der Abonnent zu tragen hatte und deren Festsetzung dem Postmeister überlassen war. Aus dem Verhältniß, daß keine einheitliche Vorschrift für die Gebührenerhebung bestand, erklärt sich die Verschiedenheit der Bezugspreise für ein und dieselbe Zeitung an den verschiedenen Orten. So kostete beispielsweise die Kölnische Zeitung 1818 vierteljährlich in Köln 20, in Aachen 27, in Minden 40 Groschen. Trotz dieser Ungleichheit muß der postalische Zeitungsdienst gegen­über anderen Bezugsarten doch erheblich- Vorzüge gehabt haben, denn gegen Ende des vorigen Jahrhunderts war in Preußen nicht nur der unmittelbare Verkehr zwischen Leser und Verleger aufgegeben, sondern auch der Zeitungsvertrieb durch Buchhändler und Commissionäre erloschen; die Post-

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140000 an solchen Tagen, an denen die wöchentlichen Zeitungen mit den 14tägigen und den Monatsschriften gleich- zeitig versandt werden. Eine fast noch peinlichere Auf­merksamkeit als das Versendungsgeschäft erfordert bei einem Quartalswechsel die Bearbeitung der von den Absatz­postanstalten des In- und Auslandes eingehenden Bestell­ungen für das neue Quartal. In Leipzig gehen an den drei stärksten Tagen 8000 bis 10000 Bestellschreiben täglich ein, diese müssen so schnell vertheilt und bearbeitet werden, daß die Zeitungen im Nothfall schon am nächsten Tage ge­liefert werden können. Wie könnten die Abonnenten diese gewaltige, auf zwei und drei Tage zusammengedrängte Arbeit erleichtern und fördern, wenn sie die Mahnungen der Zeitungen und die Erinnerungen der Postämter beachteten und ihre Abonnements rechtzeitig, d. h. ungefähr acht Tage , 6flbcn- vor Ouartalsschluß erneuerten. Wie die Verhältnisse jetzt! jede E

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von der Holl. Kaffee-Brennerel H. Dlequä & Co. ist erkannt die beliebteste Marke und kann bestens empfohlen weroev.» wegen ihrer Billigkeit, Ergiebigkeit und besonderen Brennart n«« I. von Liebigs Vorschrift (leichte Zuckerumhüllung), wodurch Aroma gebunden und daS schädliche, fettige AuSschwitzen der Bohn« unmöglich ist. Diese Kaffee sind nur in verschlossenen Packeten öaüen, mit Schutzmarke und Firma versehen und ist oam^ jede Garantie geboten für einen reine«, unverfälschten, gesttuor» Kaffee. Verkaufsstellen sind durch Annoncen dieses Blatte» bekam«

j Gründung des deutsch-österreichischen Postvereins i. I. 1850 I ein Ende hatte.

Während die Postverwaltungen in England, Frankreich, Italien u. s. w. sich nur mit der Beförderung der Zeitungen befassen und das Commissionsgeschäft der Privat-Jndustrie überlassen, erspart die deutsche Post den Herausgebern durch die Uebernahme jenes Geschäfts nicht geringe Arbeit und Umstände. Die im Laufe der Jahre von der Post getroffenen Anordnungen und Gebührenermäßigungen und die beim Zeitungswesen beobachtete Pünktlichkeit sind dem Aufschwünge der Zeitungen sehr förderlich gewesen. Die Eisenbahnen erweiterten das Absatzgebiet und beschleunigten die Verbreitung ganz beträchtlich, und die Poft hat nicht gezögert, sich dieses Verkehrsmittels zum Vortheil der Presse zu bedienen. Einen gleich großen Einfluß nahm die Benutzung des Telegraphen auf den Nachrichtendienst. Mit Blitzesschnelligkeit fliegen die wichtigen Nachrichten von einem Weltende zum andern, die Monate sind zu Stunden, die Wochen zu Minuten zu­sammengedrängt, und das liebe Publikum ist nicht einmal mehr erstaunt darüber. Was wird heute nicht alles von dem so wichtig gewordenentelegraphischen Theil" verlangt, wieviel schlechte Laune und gerechte Entrüstung kann nicht eine zufällig ausgebliebene aber sicher erwartete Depesche vom fernen Kriegsschauplatz Hervorrufen! Die großen Zeitungen suchen dem Vorwurfmittelalterlicher" Nachrichten­versorgung durch ihren Special-Depeschendienst aus dem Wege zu gehen, und die Telegraphen-Correspondenzbureaus versorgen ihre großen und kleinen Zeitungen nach Bedarf täglich, ja stündlich mit dem Neuesten und Allerneuesten. Bald wird man nicht mehr nach Tagesneuigkeiten, sondern nach Stundenneuigkeiten fragen, und wenn Noth an Mann ist, bringen die Zeitungen und die Post auch das noch fertig. Es ist wahrlich keine kleine Aufgabe für die Zeitungen, mit der Eile, die die modernen Verkehrsmittel ihnen auferlegen, andauernd zu wetteifern; saumselige Verleger, wie 1810 der alte Spener in Berlin, der den damaligen preußischen General-Postmeister v. Seegebarth fast zur Verzweiflung trieb, weil er an den Posttagen nie die Zeitungen fertig hatte und durch seine chronische Unpünttlichkeit den ganzen Berliner Postenlauf aus den Fugen trieb, gehören heute zu den Unmöglichkeiten dafür sorgen schon die nachrichten, durstigen Leser. rp ,

Die Herstellung eines großen Blattes und die Absendung mit den verschiedenen Postzügen geht heute mit einer be- wunderungswürdigm Schnelligkeit von statten und Post und Zeitungen arbeiten dabei gleich rastlos Hand in Hand. Wer den Antheil der Arbeit kennen lernen will, den die deutsche Post mit dem Vertrieb übernommen hat, dem sei ein Besuch des Post-Zeitungsamts in Berlin empfohlen. Berlin ist Verlagsort für mehr als 800 Zeitungen mit zum Theil außerordentlichen Auflagen, und arbeitet mit rund 4000 Post­stationen des In- und Auslandes, denen täglich ein oder mehrere Male Zeitungen zuzuführen sind. Zu den Morgen- und Abendanftürmen werden die Beamten des Zeitungsamtes hart bedrängt, da rollen die Wagen der Zeitungs-Expeditionen auf den Pofthos, und Berge von oft noch feuchten Blättern thürmen sich im Saale auf. Und nun ist es eine Freude zu sehen, mit welcher Genauigkeit der große Beamten- Apparat arbeitet. Ehe man sichs versieht, sind Hundert- tausende von Exemplaren abgezählt, verthellt, auf die ver­schiedenen Stationen sortirt, verpackt, verschnürt und wieder in großen Bunden und Säcken verpackt, und gleich darauf rollen auch schon die Carriole ab zu den Bahnhöfen. Es gehört die Sicherheit, die eine lange Uebung gibt, dazu, ein so gewaltiges Stück Arbeit so zu leisten, daß von den 800 verschiedenen Zeitungen jede der 4000 Postanstalten die richtige Anzahl und diese immer rechtzeitig erhält; da darf kein Beamter versagen, keiner einen Fehler machen, denn daran würde sich eine lange Kette von Schreibereien mit den Absatzpostanstalten, von unerquicklichen Erörterungen mit den Abonnenten und als Schlußglied ärgerliche Mehrarbeiten schließen.

Die nächstgrößte Verlagspostanstalt ist das Zeitungsamt tn Leipzig, das die Bearbeitung von rund 350 Zeitungen des Leipziger Verlags für etwa 5000 Absatzpostanstalten zu verrichten hat Leipzig ist noch heute der Hauptsitz des deutschen Buchhandels und der damit verbundenen Druckereien. Es erscheinen nicht allein in Leipzig selbst hervorragende illustrirte und Mode Zeitschriften, auch viele andere, deren Verlagssitz Berlin und Stuttgart ist, werden hier hergestellt und von hier verbreitet. Die Geschäfte der Leipziger Zeitungspost erreichen ihren Höhepunkt an den allgemeinen Vrrsendungstagen der Buchhändler, Mittwochs und Donners- tags, und erforbem eine sehr sorgsame Behandlung wegen des Werthes der in Frage kommenden Druckerzeugnisse. In der Zeit von Donnerstag früh bis Freitag Mittag, während deren die Fluth der illustrirten Wochenschriften, Moden- zeitungen, Unterhaltungs- und Fachzeitschriften zu den zu versendenden politischen Tagesblättern tritt, werden ungefähr 80000 Nummern verarbeitet; diese Zahl erhöht sich bis auf

Verwaltung eine besondere Zeitungsgebühr, den sogenannten liegen und es scheint trotz aller Bitten nicht anders Postaufschlag, in Anspruch nahm, ein Zustand, der mit der? werden zu wollen, kommen die Zahlen der Exemplare, i

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