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11.9.1898 Zweites Blatt
 
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Gratisbeilage: Gießener Familienblätter.

Äbrtffe für Depeschen: >e|ti|et f i<jie.

Fernsprecher Wr. 61.

Amtlicher Theil.

Bekanntmachung, betreffend: die Ausführung de» Besetze», die Entschädigung für an Milzbrand und Rauschbrand gefallene Thtere.

Wir sehen un» veranlaßt, die nachfolgenden Namen der für die einzelnen Temetnden vom kdret»au»schnß ernannten Schätzer nnb deren Stellvertreter zur allgemeinen Kenntniß zn bringen.

Gießen, den 6. September 1898.

Vroßherzogliche» ttreißamt Gießen.

v. Bechtold.

Namen

der Schätzer:

der Stellvertreter:

Albach

Georg Hofmann Ludwig Arnold

Ludwig Wagner

PhUipp Gerhard

Allendorf

Ludwig Schmidt II.

Johanne» Binz

a. d. Lahn

Heinrich Binz II.

Philipp Amend IIL

Allendorf

Eberhard Lotz

Christoph Kett

e. b. Lda.

August Stroh

Heinrich Wolf

AUertShausen

Bürgermstr. Hillgärtner Heinrich Schäfer

Balth. Nachtigall Joh». Hillgärtner IV.

Alten-Buseck

Friedrich Klug Wilhelm Becker X.

Kasper Rabenau Heinrich Schreiner

Annerod

Bürgermeister Horn

Philipp Hammel VL

H inrich Pfeffer II.

Ludwig Schäfer IIL

BellerShetm

Georg Kasper Kops Heinrich Schweitzer

Ludwig Müller III. Joh. Georg Hahn

Detter «Hain

Heinrich Peiri Ludwig Loth

Max Becker

Max Münch

DerSrod

Bürgermeister Böcher Beigeordneter Stroh

Philipp Zimmer L

Philipp Kutscher II.

Dettenhausen

Heinrich Roth I.

Han» Gg. Knorr IL

Heinrich Wilh. Rücke!

Joh. Gg. BommerSheim

Beuern

Bürgermeister Otto Hch. Adam Lindenstruth Joh«. Bender Heinrich Weisel III.

Wilhelm Otto III.

PhUipp Schomber H.

Birklar

Otto Schnabel Kasper Müller H.

DurkhardSfelbm

Konrad Blei Johanne» Münch

Johanne« Horn IL Konrad Maurer

Climbach

Jost Stein Wilhelm Stein

Heinrich Conrad

Johanne» Conrad

Daubrtngen

Bürgermeister Walter Karl Hämmerle

Beigeordneter Albach Heinrich Walter

lorf-Gill

Martin Grieb Balthasar Same» III.

Konrad Kuhl Adam Gorr HI.

Ederstadt mit

Bürgermeister Görlach

Heinr. Ernst Brock

ArnSburg

Beigeordneter Görlach

Johanne» Weil

Ettingshausen

Bürgermeister Görnert Job». Kett I.

Job«. Sann II.

Joh». Pfeiffer III.

Garbenteich

Johanne» Wallbott XII. Jacob Walther

Jacob Wallbott XL Heinrich Kissel II.

Seilshausen

Wilhelm Müller HL Wilhelm Weder

Konrad Luft

Eberhard Kriep

Stehen

Laut» Flett Friedrich Helfrich

Christian Haubach L Heinrich Noll VH.

Vöbelnrod

Bürgermeister Damm

Beigeordneter Schultheiß

Christian Velten I.

Joh«. Velten IV.

Sroßen-Vufeck

Bürgermeister Meyer Christoph Wagner XIX.

Balth. Wagner VUL Kasper Schmitt

Großen-Linden

Johanne« Luh V. Ludwig Lang

Ludwig Velten V. Wilhelm Velten

Srünberg

Georg Keil Karl Ritter III.

Konrad Jöckel V. Christian Frank

Grün Ingen

Georg Heinrich Bender Adam Marsteller

Christian Ernst Engel

Christian Adam Engel

Harbach

Georg Münch III. Christian Münch

Georg Gräf IX.

Wilhelm Schomber

Hattenrod

Konrad Albach V. Philipp Rock

Jacob Graulich August Petry

Haufen

Georg Müller III.

PhUipp Müller IV.

Konrad Müller L Ludwig Schwankt

Heuchelheim

Ludwig Neide! DL Philipp Bepler I.

Jacob Rinn XX.

Philipp Jung IH.

Holzheim

Joh. Georg Obly V. Konrad Jung XIV.

Wilhelm Laux II.

Wilhelm Grieb HI.

Hungen

August Schäfer

Wilh. Heinrich Bender

Wilhelm Jockel IL Karl Jacob Seibert

Inheiden

Heinrich Sichelmann

Otto Reitz

Philipp Koch Otto Schneider

Kisselbach

Jacob Schomber IL Wilhelm Becker IV.

WUh. Ltndenftruth Balth. Schaaf

Klein-Linden

Wilhelm Germer L Johanne« Theiß HI.

Anton Schäfer Ludwig Lenz VL

Tengd

Georg Konrad Walther

Georg Gustav Gerhardt

Peter Fritz

Konrad Gerhardt VH.

Lang-GönS

Johannes Wagner H Jod». Konrad Wagner

Wilh. Anton Rompf Anton Johs. Ebel

Langsdorf

Philipp Juna

Heinrich Bender

PHU. Hch. Roth Jacob Kneipp

Sauter

Ludwig Schmidt

Christian Pitz

Johannes Röder IL

Peter Aff IL

Leihgestern

Johanne» Seipp XIII.

Johanne« Arnold V.

Georg Dern VI. Karl Schmidt

Nam der Schätzer:

Lich mit Hof Albach, Coln- hausen und Mühlsachsen

Lindeustruth

Lollar

Londorf

Lumda

Mainzlar

Münster

Muschenheim mit Hof-Güll

Nteder-Besstngen

Nonnenroth Obbornhofen Ober-Bessingen Ober-Hörgern Odenhausen mit Appenborn

Oppenrod Queckborn

Rabertshausen mit RingelS- hausen

ReinhardShatn Rei-kirchen Rodheim mit Hof Graß

Rödgen

Röthge»

Rüddingshausm

Ruttershausen mit Kirchberg

Saasen mit Bollnbach, DettSberg und Wtrberg

Stangenrod

Staufenberg mit Frtedelhausen

Steinbach

Steinheim Stockhausen TratS-Horloff Trei» t b. Lda.

Trohe

Utphe

Villtngm

Watzenborn mtt Steinberg

Bürgermeister Heller PhUipp Zimmermann

Bürgermeister Scheid Johannes Menz Heinrich Rohrbach III. Philipp Schmitt V. Ludwig Deuber MathäuS Lich Bürgermeister Schultheiß Peter Rau Ludwig Spaar Bürgermstr. Fr. Koch H. Bürgermeister Gontrum Konrad Momberger Bürgermeister Roth Konrad Reif Heinrich Roth V. Heinrich Walther I. Peter Hoppe Heinrich Metzger II. Heinrich Karl Walter PhUipp Holler Bürgermeister Kühn Johannes Heß Bürgermeister Alles Beigeordneter Müller Bürgermeistrr Lang Kasper Lang IV. Heinrich Brück II. Konrad Döring Wilh. Heßler I.

Balth. Linkmann Bürgermstr. WidderSheim Karl Meyer

Peter Wick Heinrich Dörr Heinrich Schomber Johanne« Peter V. Wilh. Konr. Rickla» Wilhelm Wacker II. Heinrich Jnderthal II. Christoph Schwalb H. Bürgermeister Metzger Heinrich Meckel IV. Joh». Loth III. Leonhard Peter Ludwig Klinkel IV. Georg Erdmann Heinrich Krug H. Max Stark

Adam Becker Johannes Neunobe! Ludwig Schön Johanne« Schlapp Bürgermeister Krämer Ludwig Krämer I. Wilh. Fritz JohS. Hofmann VIL Bürgermeister Faust Konrad Bräuning IL Wilhelm Beltzer Philipp Hofmann Bürgermeister Benner Georg Kehr IV. Bürgermeister Schmidt Ludwig Schwarz Johs. Karl Bornmann Hch. Konrad Schneider Bürgermeister Koch Konrad Koch IV. Konrad Hirz zu Steinberg

Jacob Maid zu Watzenborn

Weickartshain

WeiterShain

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Heinrich Becker II. Johannes Bingmano H. Bürgermeister Faulstich Johannes Theiß VI.

Ludwig Müller H. Philipp Rodenhausen IV.

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der Stellvertreter:

Karl Ludwig Vogt IV. Heinrich Vogt III.

Johanne» Gerth Heinrich Fatum IX. Heinrich Moo» IV. Ludwig Geißler IIL Heinrich Peter Fabel Heinrich Ltch VII. Heinrich Hedrich Wilhelm Theiß Wilhelm Amend Johs. Zecher Beigeordneter Heß Anton Weller Beigeordneter Becker Adam Müller Johanne» Wirth II. Wilhelm Lang II. Johanne» Rinker Heinrich Koch I. Georg Tag Herm. Glockengießer Thoma» Walter Joh. Georg Schieferstein Eberhard Helme» Gilbert Gondrum Johanne» Müller IIL Johanne» Schomber HL Johannes Kloo» IL Johanne» Kttngelhöfer Christian Röder I. Joh». Heßler I. Konrad Koch Joh. Ludw. Jäger

Georg Weisensee Joh». Schmidt Philipp Stumpf IV. Johannes Peter IV. Georg Momberger Heinrich Kröll VI. Jacob Stein II. Wilhelm Seipp I. August Emrich Heinrich Stephan Heinrich Dietz VIL Johanne» Becker Ludwig Becker V. Johanne» Geißler V. Heinrich Schepp V. Peter Aff III.

Johanne» Will Karl Echler Ludwig Vogel Vin. Dietrich HeibertShausen Karl Nicolaus II. Heinrich Ludw. Horn Gustav Stoll Friedrich Schmidt Peter Well Kaiper Kauß Ernst Ludw. Koch Georg Feuerbach PhUipp Amend in. Konrad Michel Konrad Volk Johanne» Krämer IL Johs. Hch- Schneider I. Konrad Beltzer Beigeordneter Döll Konrad Hau Balth. Hirz V. zu

Steinberg Balth. Hirz VL zu

Watzenborn Johanne» Thraum IL Johanne» Rahn Heinrich Theiß XVU. Christian Werner Heinrich Weller VI, Eberhard Balser

Gießen, den 6. September 1898.

Letr.: wie oben.

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen

e die Großh. Bürgermeistereien de- Kreises.

Ans die vorstehende Brkanatmachnng weisen wir SieAn Ihre« Bemeffen besonder» hin, mit dem Auftrag, die Namen der für Ihre Bewrinden ernannten Schätzer mrdsStellvertreter ortsüblich bekannt machen zu lassen.

v. Bechtold.

Hroßherzogl'iche Fachschule für ßlsenbeinschniherei und verwandte (Aewerve zu Crbach i. Odenw.

Die Anstalt stellt sich die Aufgabe, tüchtige Elfenbein« und Holzschnitzer heranzubilden, denen eine vollständige theo« retische und practische Ausbildung geboten wird; in gleicher Weise dient sie zur Ausbildung von Drehern, Ciseleurm, Stuckateuren und verwandten Berufsarien.

Das Wintersemester beginnt Moutag den 10. Oe- tobet.

Unterrichtet wird von drei Fachlehrern und zwei Hilfs­lehrern in folgenden Lehrfächern:

Freihand« und Linearzeichnen, kunstgewerbliche« Zeichne» und Entwerfen, Modellireu nach ornamentalen und figürlichen Motiven, Vorträge über plastische Anatomie, Stillehre, Materialienkunde, Aufsatz, Buchsühren, Rechnen, Geometrie, Veranschlagen und Wechsellehre; Schnitzen, Drehen und tzagontreu tu Elfenbein, Horn, Holz, Perlmutter, Schildpatt; Kerb« und Flachschnitt, Holzbrand, Einlegearbeit (Intarsia, Boulle); Ciselireu tu Silber, Treiben in Kupfer, Montiren in Edelmetall in Verbindung mit Elfenbein, Gla», Achat u. s. w.

Der Unterricht wird durch eine reiche Modell« und Vorbildersammlung, sowie gut ausgestattete Werkstätten unterstützt.

Das Schulgeld beträgt zehn Mark im Halbjahr.

Unbemittelten Schülern kann die Entrichtung des Schul­geldes nachgelassen, sowie Auswärtigen der Besuch der Schule durch einen Unterstützungsbeitrag erleichtert werden. Bei Gesuchen um Gewährung der einen oder anderen Art dieser Erleichterungen werden neben der Vermögenslage des Schülers auch die Vermögensverhältnisse der Heimathsgemeinde oder das Vorhandensein geeigneter Stiftungsmittel in Betracht gezogen.

Anmeldungen und Gesuche sind an die Unterzeichneten zu richten, welche weitere Auskunft erthetlen.

Erbach, im September 1898.

Der Vorsitzende des Aussichtsrathe»: Der Großh. Hauptlehrer:

Stegmüller. Görtg.

Die Zeitungen und die Post.

Die deutsche Poss ist immer die treue Verbündete der Zeitungen gewesen. Schon als sich im Mittelalter Die ersten Keime unseres Zeitungswesens regten, war es die Post, die dem unscheinbaren hülslosen Wesen Leben einhauchte, die e» dann stärkte zu dem gewaltigen Siegeslauf, den es über alle Hindernisse hinweg genommen hat. Ein geistreicher Schrift­steller hat darüber gesagt: ,.Die Druckerpreffe und das Postwesen hätten miteinander zu Gevatter stehen müssen, ehe das Kindlein die ächte Zeitungstaufe erhielt; die Een für stellte sich als ungebetene Patin dazu ein und fügte schon an der Wiege die Anerkennung hinzu, daß in diesen Windeln ein Herkules liege". Trotz ihrer der Form nach so ab­weichenden Gestaltung haben die Post und die Zeitungen doch Manches gemeinsam. Beide find gleichsam die Nerven des modernen Gesellschaftskörper», beide ein culturverbreitendes Bildungsmittel, das über die trennenden Schranken der Völker hinweg Gedanken und Idem des menschlichen Geistes auf den Erdball hinausträgt. Und wie die Zeitnngen schon in ihren ersten Anfängen ihre Nahrung fast ausschließlich durch die Post bezogen, so stützen sie sich auch heute noch durchaus auf die Leistungen und die neuern Ergänzungen dieser großen Verkehrsanstalt.

Richtig ist, daß auch die Kaufleute durch ihre Handels­verbindungen eine sehr wesentliche Anregung zur Erfindung und Unterhaltung der Zeitungen in ihrer heutigen Form gegeben haben. Sie erfuhren bei ihrem Handel zu Wasser und zu Lande alles, was in den entferntesten Ländern geschah, und thMen sich die erfahrenen Neuigkeiten mit einer gewissen Regelmäßigkeit gegenseitig mit. Die reiche Handelsfamilie der Fugger, die schon gegen Mitte de» 16. Jahrhunderts ihre Flagge auf allen Meeren wehen ließ, in Ost- und Westindien Factoreien besaß und in allen wichtigen Handelsorten und Seestädten Agenturen unterhielt, ließ die Berichte der eigenen Handels Correspondenten und Geschäftsfreunde, die Mittheilungen von Fürsten und Diplomaten von einem Diener des Hauses zusammenstellen, abschreiben und verbretten. Aber die eigentliche Heimath der Zeitungen waren die Posshauser, war schon Joachim v. Beust