anderer Personen nur unter Begleitung eine» Mitglieds des Ort»comit6».
In die Anstalt sind mitzubringen: 1 Bettdecke, 1 Unterbett, 1 Kissen (Bettstelle und Matratze werden gestellt), 1 doppelter Ueberzug, 1 weißer Bettüberwurf, 3 Betttücher, 2 einfache Druckzeugkleider, 6 Hemden, 4 Handtücher, 2 Bettjacken (Kleider und Wäsche gezeichnet), 1 Kleiderbürste, 1 Schuhbürste, 1 Zahnbürste, 1 Regenschirm, 1 Nähstein, Zeug und Leinwand zur Anfertigung bezw. Unterhaltung von Kleidern, Hemden und Bettwäsche, Wolle und Garn zu Strümpfen und Socken 2C. und 2 Vorhängschlößchen.
Am Schluffe des Cursu» findet eine Ausstellung der gefertigten Arbeiten, die Uebergabe von Zeugniffen über Betragen und Leistungen, sowie eine feierliche Entlassung der Schülerinnen statt, wozu deren Eltern und Angehörige ein» geladen werden.
Der zweite CursuS pro 1898 beginnt Freitag den 1. Juli 1898 und wird Mittwoch den 30. November desselben Jahres geschloffen werden.
Die Meldungen hierzu find bei dem unterzeichneten Vorsitzenden des landwirthschaftlichen Bezirk-Vereins Büdingen unter gleichzeitiger Angabe de- Bor« und Zunamen-, des TagS, MonatS und Jahres der Geburt und des Wohnorts der j Schülerin und de- Namens der E.tern oder des Vormunds schriftlich einzuretchen.
Beim Eintritt in die Anstalt hat eine jede Schülerin ein ärztliche- Zeugntß vorzulegen, da» sich über ihren Gesundheitszustand, sowie weiter darüber aussprechen muß, daß gegenwärtig keine aastrckende Krankheit in ihrer Familie und bei deren Hausbewohnern bestände.
Ltndheim, den 7. April 1898.
Der Vorsitzende des landwirthschaftl. Bezirk-Vereins Büdingen Klietsch, Geh. RegierungSrath.
Das OrtScomitL:
Westeruacher, Oberamtmaun. Frau Westernacher. Buß, KreiSschulinspector. Schuster, ev. Pfarrer uud Decan. I
Lipp, Bürgermeister. König, Beigeordneter.
Vemtßches Reich»
Darmstadt, 9. Mat. Ihre Königlichen Hoheiten der Großherzog und die Großherzogtn, sowie Ihre Hoheit die Prinzessin Aribert von Anhalt haben sich heute Nachmittag 1 Uhr 50 Mtn. zum Besuch der Fürstlichen Familie nach Büdingen begeben. Die Rückkehr erfolgt morgen Nachmittag 12 Uhr 58 Mtn. Im Gefolge der Allerhöchsten Herrschaften befinden fich Schlüffeldame Freiin v. Grancy uud Flügeiadtutaot Oberst Frhr. v. Grancy.
Berlin, 9. Mat. Die „Poft" bezeichnet die Mttthetlung des Abgeordnetrn Müll er-Fulda, daß die Regierung im vorigen Jahre einen Gesetzentwurf zur Aenderung des Reichstags.Wahlrechts bereits fertiggestellt habe, als jeglicher thatsächlichen Unterlage entbehrend.
Berlin, 9. Mai. Wie verlautet, hat der Chef der Central Abtheilung des Generalstabs der Armee, General- Major v. Goßler, fein Abschiedsgesuch eiugereicht.
Berlin, 9. Mat. Das Abgeordnetenhaus erledigte heute in zweiter Lesung den Gesetzentwurf betreffend den Bau von Arbeiter- und Beamten-Wohnungen und führte dann die zweite Brrothuug deS Gesetzes über die Pfarrergehälter zu Gode, indem es durchweg den Befchlüfleu der Commission folgte. Das Haus erledigte daun noch einige kleinere Bor- lagen. Morgen ebenfalls kleine Vorlagen.
Au-Ur«-.
London, 9. Mai. „Times" melden, der amerikanische Hauptmann Dorst sei von Cuba nach Tampa zurückgekehrt, nachdem er Munitiou uud Waffen an den Josurgeutenchef Delgado au-geliefert. Do,st wohnte einem Gefecht bet, in welchem die Spanier bet BaneS geschlagen wurden.
«ew York. 9. Ma'. Die Seebehörde von New York hat umfangreiche Maßregeln zur Verhütung einer Be- schießung durch die spanische Flotte, welche nach hier unterwegs sein soll, getroffen.
Key-West, 9. Mat. Ein amerikanisches Kriegsschiff, welche» gestern von einem spanischen Kreuzer be- schoffen wurde, ist tm Schlepptau hierhergebracht worden. ES hat bedeutende Havarie tm Maschmenraum erlitten.
Nev-York, 9. Mat. 10000 Mann amerikanische Truppen siud bet Tampa versammelt, um auf Cuba gelandet zu werdeu. Weitere Truppen werden dort noch zusammengezogen. Die Landung soll indessen nicht früher erfolgen, als bis Nachrichten von einem Stege durch den Admtral Sampson eingetroffen find.
Wann ist eine Reichstagswahl ungiltig?
Die Wahlprüfungscommission des Reichstags hat beim Abschluß der Leg'ölaturperiode einen Bericht über ihre Thätig- keit während derselben erstattet. Danach waren an sie 119 Wahlen zur Prüfung abgegeben, von denen im Ganzen 16 Wahlen für ungiltig erklärt worden sind. Bei der Prüfung der Wahlacten sind Verstöße gegen die Paragraphen des Wahlgesetzes und des zu dessen Ausführung erlassenen Reglements wiederholt vorgenommen worden, aus deren zwischen Commission und Reichstag übereinstimmenden Beurtheilung Grundsätze abgeleitet worden sind, welche in dem Commission-« bericht zusammengestellt sind. Wir heben einige heraus, deren Beachtung bei den bevorstehenden Neuwahlen von Wichtigkeit sein wird:
Das Wahlgeheimniß und die Wahlfretheit wurden da- durch verletzt, daß den Wahlberechtigten vermögensrechtliche Nachtheile oder Ehrenfolgen vor der Stimmabgabe wegen der Abstimmung für eine Partei in Aussicht gestellt und in Verbindung damit ihre Stimmabgabe in solcher Weise beaufsichtigt worden ist, daß sie annehmen mußten, es werde erkannt, wen sie wählen. Als ungiltig wurden die Stimmen der Wähler erklärt, welchen mit Arbeitsentlaffung oder
r Wohnungskündigung gedroht worden war und deren Ab- I stimmung Seitens einer Aufsichtsperson durch Begleiten bis zur Wahlurne oder durch Begleiten bis zum Wahlzimmer sowie durch die Nöthigung, den Stimmzettel hoch zu halten oder in einer bestimmten Hand zu tragen, controlirt worden war. Ferner wurden Stimmen kassirt, wenn Besitzer von landwirthschaftlichen oder gewerblichen Unternehmen oder ihre Aufseher, Verwalter, Steiger oder sonstigen Organe ihre Arbeiter mit Stimmzetteln — auch vor dem Wahllocale — für einen bestimmten Candidaten versahen und dann die Arbeiter auf dem Gang zur Wahlurne derartig controliren, daß die Abgabe anderer Stimmzettel nur schwer möglich I war. Mit Rücksicht darauf, daß sich Arbeiter wegen dieser | Controle von der Abstimmung abhalten ließen, kam In Frage, ob nicht die nicht abgegebenen Stimmen des Wahlkreises dem unterlegenen Candidaten zuzuzählen seien.
Eine die Wahlfreiheit beeinträchtigende Beeinfluffung wurde in der Thätigkeit der staatlichen und communalen Beamten zu Gunsten eines bestimmten Candidaten gesehen, wenn dieselbe einen Umfang angenommen hat, daß daraus zu folgern war, die Slaatsregierung wünsche die Wahl dieses Candidaten. Bei dieser Art der Wahlbeeinfluffung ist gleichgiltig, ob der agitirende Beamte polizeiliche Befugnisse hat oder nicht. Eine Candtdatur wurde als offizielle angesehen, wenn die Gemeindevorsteher auf an sie gerichtete Anweisung des Landraths für einen bestimmten Candidaten agitirten oder wenn sie durch die Gemeindediener Stimmzettel für einen Candidaten vertheilen ließen.
Die Wahlfreiheit wird unzulässig beeinflußt, wenn Land- räthe, Landrathsamtsverwalter Wahlaufrufe zu Gunsten einer bestimmten Partei oder eines bestimmten Candidaten unter Beifügung ihres Amtscharacters unterzeichnen; auch ohne öffentliches Auftreten Gemeinden oder Privatpersonen für den Fall einer bestimmten Stimmabgabe Vortheile oder umgekehrt Nachtheile in Aussicht stellen; wenn sie in Kreistags« oder Gemeindeversammlungen, in den Sitzungen der landwirthschaftlichen Vereine und in ähnlichen Versammlungen oder in Circularen für oder gegen eine Candidatur Stellung nehmen; wenn aus ihren Bureaus Stimmzettel oder Flugblätter derart zur Versendung gelangen, daß die Herkunft der Letzteren erkannt werden kann. Dasselbe gilt für andere Beamte mit obrigkeitlicher Gewalt. Insbesondere liegt eine unzulässige Wahlbeeinfluffung vor, wenn Diftricts- commissare für einen bestimmten Candidaten eintreten. Das Gleiche gilt für alle Beamten, welche zu Gunsten einer bestimmten Candidatur an die ihnen unterstellten Behörden oder Beamten in Schreiben sich wenden, sofern die Letzteren nicht zweifellos al» private kenntlich find. Es liegt ferner eine unzulässige Wahlbeeinfluffung vor, wenn Gemeindebeamten oder Gensdarmen oder Amtsoorsteher durch Ge- meindediener Stimmzettel zu einer Zeit confisziren, wo deren Neubeschaffung und rechtzeitige Vertheilung vor der Wahl nicht gut thunlich war.
Es ist eine unzulässige Wahlbeeinflussung, wenn Bürgermeister, welche mit Polizeigewalt bekleidet sind, einen Candidaten aufstellen, Unterschriften unter ein an diesen gerichtetes Schreiben, worin sie ihn um Annahme der Candidatur er- suchen, von Anderen sammeln, Wahlzettel verschicken, gegnerische Stimmzettel confisziren, Wählerversammlungen von Eingesefftnen ihrer Bürgermeistereien zusammenberufen und in solchen die Wahl eines Candidaten empfehlen, wenn sie Gemeindediener mit der Vertheilung von Stimmzetteln oder Flugblättern beauftragen; wenn Gemeindediener und andere Gemeindebeamte solche Aufträge ausführen oder auch ohne den amtlichen Auftrag solche Handlungen vornehmen, sofern sie bei deren Vornahme mit amtlichen Abzeichen versehen oder in Amtskleidung sind. Insbesondere ist dies der Fall, wenn sie in dieser Weise gegnerische Stimmzettel in den Häusern abfordern, mit gewerblichen oder anderen Nachtheilen drohen. Das Gleiche gilt, wenn Lehrer in der Schule Stimmzettel an die Schüler zur Uebermittelung an deren Eltern vertheilen oder den Eltern drohen, ihren Kindern den Schulurlaub zu verweigern, wenn sie einen bestimmten Candidaten wählen.
CecaU« »M prwht$i<Ow
-r. Sich, 6. Mai. Wieder hat die Stenographie eine neue Pflegestätte gefunden. Am Montag schloffen fich hier die Theiluehmer des vor einiger Zeit durch gemeinsame Bemühungen dr» Herrn Lehrer Heuser, Bad-Nauheim und der Stenographeu-Gesellschaft Gabel-berger in Gießen er- öffaeten Aufang-curscS in der GabelSberger'schen Steno« graphte zu einem „Stenographen«Verein Gabel-berger in Sich" zusammen. Die Versammlung, unter Leitung de- Herrn O. Mandler, Vorsitzenden der Stenographen-Gesellschaft Gabel-berger Gießen, wählte per Acclamation Herrn Lehrer Alt zum Borfitzenden, Herrn Ludw. Jhrtng zum Schrift- führer und Herrn H. D i e h l m a n n zum Kasfirer und Bücher- wart. Da» bi»her zum Unterricht benutzte Local im „Holländischen Hof" wurde al» Brrein-loeal beibehalten. Da» Bereiusleben verspricht schon jetzt «ne segensreiche Ent- faltung.
S.W. «ul der unteren Wetterau, 9. Mai. Durch die heftigen Regengüsse am vergangenen Freitag uud Sam», tag wurde der Schnee im oberen Vogelsberge zum Schmelzen gebracht und die Flüffe Nidda, Nidder, Wetter uud Horloff brachten Hochwasser. Am Sam-tag Abend wurde an manchen Orten die Feuerwehr, in Reichelsheim wurde außerdem die gefammte männliche Einwohnerschaft vom 15. bi» zum 55. Lebensjahre alarmirt und an die Horloffdämme beordert, damit diese gegen da» Brechen geschützt werden konnten. Gestern gegen Abend zeigte fich ein Stillstand in den Wasser- massen, worauf langsame» Fallen einzutreten pflegt.
V.W. Bom westliche« Bogelsberge, 9. Mai. Man hegte die Hoffnung, daß die naßkalten Tage und die heftigen Stürme der abgelaufenen ersten Maiwoche gründlich unter den Maikäfern aufräumen würden. Schon gestern, al»
fich die Witterung zum Bessere« gewandt hatte, erwie» fick bet Besichtigung der Waldbestände uud vieler Obftbaum- anlageu die Hoffnung aU trügerisch. Da» massenhafte Auf-. treten und die Gefräßigkeit de» Geschmeiße» spottet au manchen Orten jeder Beschreibung. Eichenschläge, die an Felder grenzen, find besonder» stark befallen. Die Prämien für Vernichtung de» Jnsecte» wurden erhöht, sie betragen jetzt 80 Pfq. bi- 1 Mk. 50 Pfg. pro Meste, je nachdem au de« betr. Orten die Gefahr der Verwüstung und Zerstörung ge- ringer oder größer ist. Man kann nicht scharf genug hervorheben: Nur ein allgemeine» Aufgebot aller Kräfte wie bet Feuer», und WafferSnoth kann den Insektenfraß bändigen. Die Sache muß einheitlich geleitet werdeu, die Dorfbehörden für sich besitzen nicht die nöthige Energie, die zur Bekämpfung eine» solchen Uebel« erforderlich ist.
§ ««B de« Ohmthal, 9. Mat. Eine solche Ue bersch wem mung unseres Thale» im Ma, erlebt zu haben, wie vorgestern der Fall, können wir un» nicht erinnern. Da» Wiesenthal glich einem riesigen See, alle Mühlgräben waren übergetreten uud von den Bergen stürzte der Wasserschwall wie sonst nur im Herbst oder Winter. Die benachbarten Tbäler der Felda und der Jl» und Seen waren gleichfalls vollständig überschwemm, und bet der Bahnstation Mücke, wc die beiden letzteren zusamwenfließen, sah man zu beiden Seiten der Landstraße eine einzige Wasserfläche. Daß eine solche Ueberschwemwung um diese Zett, da die in den Wiesen- gründen 'gelegenen Pflanzgärten mit Sämereien aller Art ausgestellt, beträchtlichen Schaden anrichtet, ist wohl leicht ersichtlich. So wurde von den an den BacheSusern gelegene« Gärten die obere Erde fortgeschwrmmt und die Aussaat zu Grunde gerichtet. Wer das auf den Wiesen zur Bleiche liegende Tnch nicht frühzeitig nach Hause gebracht, der konnte e» nun nur noch mit Mühe und Anstrengung vor der wachsende« Wafferfluth retten. Die ungeheuer starken Niederschläge, die zwei Tage und Nächte ununterbrochen angehalten und die heute leider wieder frisch ansetzten, nachdem sie nur am gestrigen Sonntage auSgesrtzt, haben den wunderschönen Blütheumai vollständig verwaschen. Kirsch., Pflaumen- und Birnbäume standen im reichsten, das Auge entzückenden Blüthenflor, heute ist letzterer vergilbt wie nach einer Frostnacht. Wir befürchten, daß die zu erwartende reiche Obsternte mit Ausschluß der Aepfel, die ihre Blüthen noch nicht erschlossen, fast vollständig durch daS unaufhörliche Regen« weiter zu Grunde gerichtet wird. Auch für den Imker stehen die Aussichten sehr bedenklich. Die beste Zeit de» Jahre», darinnen den Bienen der Tisch so reichlich gedeckt, geht unbenützt vorüber. Draußen im Felde stehr der Raps, der die vorzüglichste Haupttracht liefert, in voller Blüthe, aber Regen und abermals Regen bannt die Völker in ihre Ttöcke. Daß ein solches ewiges Regenwetter, da» nun eigent« lich mit kurzen Unterbrechungen schon seit Januar währt, der Landwirthschaft keinesfalls förderlich ist, wird Niemand bestreiten. DaS Unkraut wächst reichlich auf dem Ackerfelde, die Nässe veranlaßt ein Lagern der Frucht, und die sonst längst fertiggestellte Frühjahrsaussaat kann nicht beendigt werden. Die Voraussagung Wetterverständiger, wonach der WitterungScharacter, wie in der letzten Decade de» Märze», bleiben soll bi» zum 6. Juni, scheint sich wirklich zu bestätigen.
AuS Nhetnhesse«, 6. Mai. Die Gewerbe- usw.«Bereine der Provinz Rheinhessen beabsichtigen, ein gemeinsamer Normalstatut betrrffend Betheiligung au öffentlichen Submissionen auSzuarbeiten. In erster Linie wird dabet erstrebt, daß für jeden Beruf, der an öffentlichen Arbeitvergebungen betheiligt ist, ein genau begrenzter Tarif maßgebend sein soll„ »essen Nichteinhaltung den Ausschluß de» Betreffende« aue den Vereinen und Innungen zur Folge hat.
vermischtes.
*D. Frankfurt a. M, 8. Mai. Große Rosenau Sstellung an der ForfthauSstraße zu Frankfurt a. M 1898. Neben ihrem Hauptzweck, der Vorführung vollendeter" Roscoculturen usw., wird die Ausstellung auch für die Unterhaltung des Publikum» reichlich Sorge tragen. Auf Einzelheiten werden wir später zurückkommen; heute sei nur erwähnt, daß al» eine der HauptsehenSwürdigketten eine große Wasser- bahn vorhanden fein wird, zu deren Herstellung die Arbeiten in vollem Gange sind. Die Wafferbahn-Aulage besteht in einem 10 Meter hohen Thurm, von dem aus auf 60 Meter langer schiefer Ebene vier Boote mit je 12 Insassen eine amüsante Fahrt nach dem großen Bassin au»führen, welche» soeben au» Beton künstlich hrrgestellt wird. Die Länge de» Bassin» wird 40 Meter bet 16 Meter Breite und durchschnittlich einem halben Meter Tiefe enthalten. Die Wasserbahn bietet dem Publikum eine Belustigung eigener Art und ihre Benutzung ist, wie authentische Zeugnisse beweisen, völlig gefahrlo». Auf den Ausstellungen Berlin 1896 und Leipzig 1897 fand die Wafferbaha bei Alt und Jung die größte Anerkennung.
e Eltville, 7. Mai. Sin junger Herr, der kürzlich seine Braut hier besuchte, hatte da» Malheur, daß ihm beim zärtlichen tete-a-t6to plötzlich ein in der Rocktasche befindlicher Revolver loSging. Die Kugel streifte den Busen der Braut und verletzte den jungen Mann am Knie. Wer besucht aber auch seinen Schatz mit einem Mordgewehr in der, Tasche?
* Pari», 6. Mai. Gestern trafen mit einem Sxtrazuge auf dem hiesigen Ostbahnhofe über 1200 deutsche LourdeS-Pilger aus Elsaß Lothringen, Baden und Bayern hier ein. Etwa 750 derselben begaben sich unter strömendem Regen nach der Herz.Jesu-Kirche auf Montmartre, wo für sie eine feierliche Messe gelesen wurde. Die Kranken und Gebrechlichen warteten indessen, auf Matratzen hingestreckt,, in einem Saale de» Ostbahnhofe», bi» sie nach dem OrleanS- Bahnhofe gebracht wurden, von wo sie um 4 Uhr Nachmittag» die Reise nach der Wundergrotte arnrate«.


