Studenten während der Ferienaufenthaltes im Elternhause sich einigermaßen erholten. Wir zweifeln übrigens nicht daran, daß auch in Deutschland und in anderen Eultur- ländern eine ähnliche Untersuchung überraschende Thatsacheu von nicht sehr erfreulichem Inhalt aufdecken würde, wobei freilich in Deutschland die vielfach ungenügende Ernährung der Studeuteu auf eine gewisse Gleichgiltigkeit gegen dieselbe zurückzuiühren sein dürfte.
* Reclameräuber. Ein amerikanischer Journalist, Mac Govern, hat kürzlich eine interessante Studie über die Reclame-Agenturen in den Bereinigten Staaten veröffent- licht. Er erzählt hierin unter Anderem folgende Auecdote: Bor einiger Zeit erhielt ein Schauspieler Namens Henry Müller, der gerade für das Garden-Theater in New-Aork engagirt worden war, folgenden Brief: „Lieber Herr! Sie wtffen wahrscheinlich, daß heutzutage die Reclawe und nicht das Talent für den Erfolg entscheiden läßt. Da Sie im Theater debüttreu werden, wäre es vielleicht nützlich, die Aufmerksamkeit des Publikums zunächst auf Ihre Person zu lenken, und ich möchte Ihnen zu diesem Zwecke folgenden Plan tu Vorschlag bringen: Wenn eS Ihnen recht ist, werden zur Nachtzeit Räuber tn Ihre Wohnung eindringen, dort Revolverschüfse abfeuern und sich daun zurückziehen, nachdem sie auf dem Fußboden Blutspuren zurückgelaffen haben. Der „NewDork Herold" und die anderen Morgenblätter werden dieses Abenteuer erzählen, und Ihr Name wird auf allen Lippen sein. Wir werden Ihnen die Diebe liefern, aber die Sache wird Ihnen 100 Dollars kosten. Genehmigen Sie u. s. w." — Dieser Brief war unterzeichnet „Empire Press Association*) postrestant Bureau Centrale. — Fixe Kerle, diese Amerikaner!
* Ueber ein originelles WtrthShaus berichtet daS Hamburger Fachblatt ^Küche und Keller": Wenn man in London vom BishoSgate au» die Artillery-Laue hinaufwandert, findet «an dort rechter Hand ein WirthShauS, von dem mau sagt, e» fei etozig in seiner Art. Von außen betrachtet, bietet das HauS dem Auge nicht» Außergewöhnliche». Ueber der Thüre steht der Name William». Auch im Innern wird «an vorerst nicht» Auffalleude» bemerken. Aber sobald man da» erste Gla» geleert hat und um Zulage bittet, daun erst kommt die Ueberraschuug. Der Mann, von dem man bedient wird, verweigert nämlich jedes wettere Verzehren, indem er die Gäste freundlichst ersucht, die Regeln de» Hause» zu beachten. Dabei deutet er auf die Wand, wo folgende Verordnungen zu lesen find: 1. Kein Betrunkener, ob allein oder in Gesellschaft, darf bedient werden. 2. Unter keinen Umständen wird einer Person oder einer Gesellschaft mehr als einmal servirt, da e» Regel ist, daß Jedermann das Local für eine halbe Stunde verlafien muß, ehe ihm wieder etwas verabfolgt wird. 3. Die zu verabfolgende Menge darf einen Schoppen Wein oder eine Pint Bier oder ein Gla» Liqueur auf einmal und die Person nicht übersteigen. 4. Laut- sprechende Personen, und solche, die sich in ihren Ausdrücken gemeiner Worte bedienen, oder überhaupt sich unanständig benehmen, werden nicht bedient. 6. Rauchen ist zu jeder Zett und unter allen Umständen verboten. Unten steht eine Bemerkung des Wirthe», die Folgende» besagt: „Da der Befitzer fich das Recht herauSntmmt, sein eigenes Geschäft nach eigenem Gutdünken zu führen, so kann er absolut nicht dulden, daß die Regeln verletzt werden. Daher erlaubt er fich auch, solche, die nicht geneigt sein sollten, fich demselben zu fügen, zu bitten, andere Localitätea mit ihrer Kundschaft zu beehren." — DaS Wunderbarste aber ist, daß diese» WirthShauS außerordentlich einträglich ist, und tn der ganzen Nachbarschaft als da» besuchteste gilt.
Norddeutscher Lloyd, tn Gießen vertreten durch die Zgcnten Carl Loos und I. M. Schulhof.
Bremen, 9. Mai. sPer transatlantischen Telegraph.) Der Poftdampfer Elisabeth RtckmerS, Capt. E. Werner, vom Norddeutsche Lloyd in Bremen, ist gestern 8 Uhr Morgens wohlbehalten in Baltimore angekommen.
IsttetPia ta rmüüßta Jtutynta
Opernhaus.
Mittwoch den 11. Mat: Boccaccio. Donnerstag den 12. Mai: Bajazzo. Neues Ballet-Divertissement. Cavalleria rueticana. Freitag den 13. Mai geschlofien. SamS- tag den 14. Mat: Der Postillon von Lonjumeau. Sonntag den 15. Mat: Tannhäuser.
Schauspielha«».
Mittwoch den 11. Mat: Hagars Liebe. Donnerstag dm 12. Mai geschlossen. Freitag den 13. Mat: Egmont. Samstag den 14. Mai. In Behandlung. Sonntag den 15. Mai: In Behandlung.
Verkehr, Cottb» mtb VelksrorrthschafL
•Ufttts, 10. Mai. Marktbericht. Aus dem heutig» Wochenmarkt kosteten: Butter pr. Pfd. X 1,00—1,10, Hühnereier pr. St. 5-0 H, 2 St. 00—00 H, Enteneier 1 St. 6—CO 4, Gänse e'er pr. St. 11—12* Käse pr. St. 5-8 * Käsematte pr. St. 3 ,R Erbsen pr. Liter 19 * Linsen pr. Ltter 31 * Tauben pr. Paar X 0,90 bis 1,00, Hühner pr. Stück 1,30 bi» 1,50, Hahnen pr. Stüc X 1,60—1,70, Enten pr. Stück X 1,80—2,00, Gänse pr. Pfund X 0,00-0,00, Ochsenfleisch pr. Pfd. 68-74 * Kuh- und Rindfleisch pr. Pfd. 62-66 * Schweinefleisch pr. Pfd. 64 bis 72 * Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfd. 76 A, Kalbfleisch pr. Pfd. 62-64 A Hammelfleisch pr. Pfd. 60—70 H, Kartoffeln pr. 100 KUo 6,00 bi« 7,00 X, Weißkraut vr. Stück 0—00 * Zwiebeln vr. Centner 11,00—12,00 Jt, Milc; pr. Liter 16 A, Kirschen pr. Pfd. 60 *
Dauer der Marktzeit von 7 Uhr Morgens bis 1 Uhr Nachmittags. Während der ersten 3 Stunden der Marktzeit darf im Umherziehen nicht feilgeboten werden.
Neueste Nacchricchte«.
Depeschm des Bureau „Herold".
Berlin, 10. Mai. Au» Rom meldet das „Kleine Journal": Hier find allerlei Gerüchte verbreitet. Die Stellung Rudini» ist schwer erschüttert. In Kammerkreisen wurde der Gedanke eine» Soctalisten-GesetzeS und einer Verschärfung de» Paßgesetzes erörtert. Während der letzten Unruhen wurden furchtbare Greuelthaten verübt, welche der Bewegung einen rein anarchistischen Character verleihen.
Dresden, 10. Mai. Die Zweite Kammer ist dem Beschluß der Ersten Kammer beigetreten, wonach die Frauen nach wie vor an politischen Versammlungen theil- nehmen dürfen.
Prag, 10. Mai. Der Herausgeber und Redacteur der tschechischen antisemitischen Zeitung „Blätter-AuStrag", JaroSlaw Strongal, wurde gestern wegen Betrüge» und Caution»schwindel durch die Geschworenen zu drei Jahren schweren Kerker verurtbeilt.
Belgrad, 10. Mai. Au» Sofia meldet man hierher: Aufsehen erregt ein Artikel der „Swoboda", welcher die Führer aller Parteien und angesehene Männer auffordert, vereint zum Fürsten zu gehen und ihn zu bitten, den für ihn und Bulgarien gefährlichen Weg zu verlaffen. Er möge vor Allem die Räuberbande, welche man Regierung nennt, entlaffen, welche ihm Alle» verheimliche, besonder», daß das Volk gegen ihn im höchsten Grade aufgebracht sei, weil er mit seiner Politik fich und daS Land dem Verderben zuführe. Wolle er dann dir Stimme des Volke» nicht hören, müffe man mit einem allgemeinen Angriff auf die Regierung fich derselben entledigen.
Pisa, 10. Mai. In Ponte.vedro sanden gestern wiederum Kundgebungen statt. Die Truppen wurden angegriffen und entgegneten mit Gewehrschüffen. Drei Personen wurden getödtet, drei weitere schwer verwundet.
Benedig, 10. Mai. Der Stadtrath beabfichtigt, die Abgaben auf Mehl zeitweise aufzuheben, die Brod- preise find infolgedeffen erheblich gesunken. Die ganze Garnison, sowie Mannschaften der Kriegsschiffe find in Bereitschaft. 23 Socialistenführer wurden verhaftet. In Padua wurde die Universität geschloffen.
Mailand, 10. Mai. Drei sozialistische Abgeordnete, welche an der Spitze einer vielhundcrtköpfigen Menge durch die Straßen der Stadt zogen, wurden verhaftet und die Menge zerstreut.
Madrid, 10. Mai. Die Regierung von Portorico meldet, ein spanischer Dampfer sei von eine« trans- atlantischen Schiffe verfolgt worden. Der spanische Dampfer sei jedoch glücklich in dem Hafen von Portorico eingetroffen.
Madrid, 10. Mai. Seit gestern erhält fich die Nachricht von einer großen Schlacht, welche auf der Höhe von Portorico stattgefunden haben soll.
London, 10. Mai. Von Setten der französischen Regierung haben nruerding» hier und bei anderen Cabinetten Sondirungen darüber stattgefunden, wie man fich zu einer Vermittlung zwischen Spanien und Amerika stellen würdet
Athen, 10. Mai. Karditzi und Georgi», welche vor längerer Zeit da» Attentat gegen den König verübten, find gestern bin» er ich t et worden.
Nrw-Nork, 10. Mai. Der „World" ckdröffentlicht einen Bericht von Gomez, in welchem dieser den Amerikanern seinen Dank ausspricht, weil dieselben ihn so thatkräftig unterstützt haben. Der Jnsurgentenführer versichert, die Insurgenten seien bereit, die Spanier von der Insel zu vertreiben und brauchten nur Waffen und Munition.
WB. Lugano, 10. Mai. Nachrichten aus Mailand zufolge scheint dort die Lage kaum gebeffert. Seit gestern Mittag ist der Eisenbahnverkehr zwischen Chiaffo und Mailand • unterbrochen. Wie verlautet, sollen strikende Eisenbahn bedienstete den Mailänder Eenrralbahnhof besetzt halten. Aus Brianza sollen Landleute mit Heugabeln zur Unterstützung der Strikenden heraneilen.
WB. Madrid, 10.Mai. Extrablatt. Die Ruhestörer plünderten gestern da» RathhauS zu EiuareS, verjagten mit Revolverschüffen die nachdringende feuernde GenSdarmerie und fetzten ein heftige» Feuer fott. Zwölf Tobte und sechzig Verwundete. Gleiche Unruhen kamen in Cadix, Albacete und Marto» vor.
WB. Madrid, 9. Mat. Die Kammer nahm die Vorlage, betreffend Land- und Seestreitkräfte, an. — E» wird über Unruhen gemeldet au» Baza infolge der LrbenSmittelfrage. Einige Personen find tobt oder verwundet. Die Ordnung ist wieder hergestellt. Der Belagerungszustand wurde auch für Walladofod und Eordova verfügt, wo Unruhen vorgekommen find.
WB. Key West, 9. Mai. Zwei amerikanische Kriegsschiffe fahren langsam auf Key West zu. Dieselben scheinen schwer beschädigt zu sein.
WB. Habauna, 9. Mai. Zwei amerikanische Schiffe versuchten den Canal von CardenuS zu forciren, mußten fich aber vor drei spanischen Kanonenbooten zurück» ziehen.
WB. Puertorico, 9. Mai. Das Schiff „Pauline" traf hier ein, nachdem eS der amerikanischen Flotte entkommen, welche Aufstellung nehmen soll, um die Insel zu bloktrev.
Speciell für die Damen.
Durch Zusatz von wirkungsvollen Ingredienzien, wie sie unL von ersten medicinischen Autoritäten neuerdinas an die Hand gegeben worden sind, ist die Doerings Seife mit der Eule, bekannt unter der Devise: „Die beste der Welt“, abermals verbessert und durch diese Verbefferung in ihrem Einflüsse auf die Erhaltung der Schönheit der Haut wesentlich erhöht worden, so daß sich keine Seise zur Toilette mehr eignen dürfte als die in ihrer Art unübertreffliche Doerings Seife mit der Eale. Wir ersuchen alle Damen, Mütter, wie Jedermann, dem die Pflege der Haut ernst ist, um erneute Versuche. Der Preis ist nicht erhöht worden, für 40 Pfg. überall erhältlich. 2532
z- Notiz, daß m. Kuren g. Zwangs-
JM O38H gedanken, Angst,Schlaflosigk.,Asthma,
Herzerreg.,Schwäche, Magenverstim»- ung, Darmträgh., def Gicht rc. wieder v. April—Oct. in Auerbach, Hess. Bergstr., stattfinden. Prospecte üb. Eigenart u. Wirkung gratis. 2133 Dr. Bor eher dt.
MMNtMlhllNlM
Verdingung.
Die Lieferung von 8000 cbm Basaltkleinschlag zur Gleisunterhaltung für die Strecke Friedberg—Lollar und Gießen— Lauterbachsoll öffentlich verdungen werden. Termin am 25. Mai 1898, Vormittags 10 Uhr, in dem Geschäftszimmer der unterzeichneten Betriebs-Jnspection. Angebote mit der Aufschrift „Angebot auf Lieferung von Bafaltkleinfchlag" find verschlossen bis zu obengenanntem Termin postfrei einzusenden. Die Bedingungen können bei der Betriebs- Jnspection 1 zu Gießen eingesehen, auch gegen porto- und bestellgeldfreie Einsendung von 50 Pfg. von da bezogen werden. Zuscklagsfrist 2 Wochen.
Gießen, 9. Mai 1898. 4933
Großh. Hessische
Eisenbahn-Betriebs-Jnspection 1.
Die Verpachtung der Grasnutzen
1. von zwei Parzellen im Bahnhof Gießen, in der Nähe der Gast- wirthschaft Riemer,
2. an der neuen Zufuhrstraße nach dem Güterschuppen in Gießen, in 5 Loosen,
3. von den Bahnböschungen der Oberhessischen Bahn von Bahnhof Gießen bis km 0,5 und von km 0,5 bis 1,3 (Linie Gießen—Gelnhausen),
4. von den Bahnböschungen km 132,1 bis 132,3 der Main-Weser-Bahn soll am Donnerstag den 12. d. M. statt- finden. Anfang bei km 182,1 der Main- Weser-Bahn Vormittags 8 Uhr.
Gießen, 9. Mai 1898. 4934
Großh. Betriebs-Jnspection 1.
ikrltfißcriniiini
Mdemsteigerillig
Donnerstag den 158, d. M.,
Vormittags 11 Uhr, sollen die zur Rebe' schen Concursmaffe gehörigen 4932
3 Pferde
öffentlich gegen Baarzahlung in der Nebe'schen Hoftaithe versteigert werden
Der Coneursvertvalter.
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