„geschuhriegelt" worden ist, in ihrer Vaterstadt. Ja der gereizten Stimmung, in dir fie durch ihre Verwandten der- sitzt wurde, überwirft fie fich noch mit ihrem Bräutigam, einem reichen Großkausmarm, mit welchem sie sich al» sehr junge» Mädchen verlobt, und den sie Jahre lang nicht ge- sehen hatte, sobald er ihr nur den Wuosch ausdrückte, daß fie auf die Ausübung ihrer Kunst verzichten möge. Aber Patienten kommen nicht, da» ganze Städtchen lhut fie tu Acht und Baun, und ihre Geldmittel gehen zu Ende. Noch aber ist ihre Energie nicht gebrochen. Da schleicht sich die Gemeinheit in Gestalt des HauSeigenthümerS an fie heran, und nun fühlt fie erst das Precäre ihrer Stellung. Aber auch eia männlicher Arzt de» Städtchens, ihr Jugendfreund Wiefener, laborirt au Patieuteumangel, ihm wird, als Fraueu- arzt, sein Junggesellenthum zum Vorwurf gemacht. Er, dem sie ein lebhafte» Jntereffe seit der Kindheit bewahrt hat, da» fie energisch bestrebt ist, nicht tu Liebe auSwachsen zu lasten, macht ihr den Vorschlag, eine Scheinehe mit ihm zu schließen, und der Wille, die Orlamünder „unterzukriegen", erstickt alle Bedenken, die in ihr aufstetgeu. Die Hoffnungen Beider erfüllten fich, da» kranke und daS gesunde Orlamünde liegt ihnen zu Füßen, ihre Sprechstunden find wie ein „Tauben- schlag". Aber Lisbeth hat ihre Kräfte überschätzt, fie fieht nach kurzer Zeit eia, daß die Liebe zu Berthold immer stärker wird, fie verräth fich durch eine Aeußeruug, und nun feiert der schlau berechnende Berthold einen Triumph: Die Liebe fiegt bei Lisbeth über das Verlangen nach Macht. DaS Dreher'jche Stück ist ein Tendeuzstück. Der Autor hat es verstanden, den Gang der Handlung mit Humor zu durch« weben, aber er hat sicher mehr gewollt, als die Zuschauer zwei Stunden angenehm zu unterhalten. Er beweist, daß auch ein so starrköpfiger Frauencharacrer, wie Liesbeth, nicht im Staude ist, auf die Dauer volle Befriedigung und volle» Glück ausschließlich in der Ausübung eines Berufs, und fei er auch fo dankbar wie der ärztliche, zu finden. Der Gruudton tu der Seele des Weibes wird von der Liebe zum Manne abgeschlagen, und kommt nur erst der wahre, dem speciellen Character zusagende Manu, so wird die Frau der Liebe un* fehlbar erliegen und ihr volle» Glück im geliebten Manne auch fiudeu. Aber nur ein wirklicher „Mann" konnte Lisbeths Starrkopf brechen, nur Berthold konnte da», nicht der „schöne" Ferdinand. So konnte auch Katharine, die „Widerspenstige", nur von dem „Manne" Petrucchio gezähmt werden. — Die Darstellung der Eomödte war geradezu musterhaft. Da» Jntereste des Abends coucentrirte fich naturgemäß au erster Stelle auf den geschätzten Gast, Fräulein Tont Wittels vom Großh. Hoftheater tu Mannheim. Ihre Darstellung der Aerzttu war durchaus den Intentionen des Dichters ent« sprechend. Sie verkörperte vollkommen das auSgelaffene, lebensfrohe, energische und starrköpfige Mädchen, das fich nun einmal fest vorgenommen hat, Allen zum Trotz tu ihrer Vaterstadt zu practiciren. Trefflich brachte fie von Anfang an die verhaltene Liebe zu Berthold in Miene und Spiel zum Ausdruck. Der stürmische Beifall, welcher ihr nach jedem Act zu Thetl wurde, bewies, daß Fräulein Wittel» fich die Herzen unsere» Publikums im Fluge erobert hatte. Unsere einheimischen Mitglieder wetteiferten geradezu mit Fräulein Wittels. Vor Allem verdient Herr Albrecht als Onkel Eapttäu hervorgehoben zu werden, der diese freilich sehr dankbare Rolle ganz vorzüglich gab. Er war geradezu großartig in Miene, Spiel und Dtalect. Vortrefflich war auch Frau Keßler al» Mutter Krohn, Frau Kruse als Steuer- räthin, Fräulein Natufiu» al« Frau Bolzeodahl. Sehr gut fand sich Herr Doser mit der Rolle de« „Großstädter»" Jantzen ad. Uneingeschränkte» Lob verdiente Herr Janson al» Berthold Wiesener. Wir stehen, wie gesagt, n'cht an, der gestrigen Vorstellung die Bezeichnung Mustervorstelluug zu geben. Sie schloß in der würdigsten Weise die diesjährige Saison de» Theatervereins ab.
• • Ltadtlheater. Nachdem die „Schliersee'r" hier in den verflossenen Jahren zu wiederholten Malen mit größtem Erfolge aufgetreten find, dürste e» jedenfalls von allgemeinem Jntereffe sein, auch den Gründer und Director de» Schliersee'r Bauerntheater-, den Kgl. Bayerischen Hofschauspieler Herrn Conrad Dreher hier spielen zu sehen. Derselbe tritt bekanntlich am Sonntag den 13. und Montag den 14. ds. M<s. im hiesigen Stadttheater auf. Herr Dreher ist einer der berufensten Interpreten character- komtscher Rollen und genießt nicht allein in den deutsch sprechenden Ländern Europa», die der Künstler auf seinen verschiedenen Gastspiel-Tournüs besucht hat, sondern auch in Amerika, wo derselbe ebenfalls mehrere Male gastirte, de» größten Rufe». — Es sei hiermit wiederholt darauf aufmerksam gemacht, daß daS Gastspiel deS Herrn Conrad Dreher vertragsmäßig außer Abonnement stattfiaden muß. Vorbestellungen auf Plätze nimmt die Challier'sche Musikalienhandlung schon jetzt entgegen.
** Za der Generalverlammlnng de» Freifiuuigen Bereit»» sprach am DtenSrag Abend Herr vr. Otto E h l erS«Frank- surt a. M. über die „Allgemeine politische Lage", besonders mit Berücksichtigung der Miquel'schen Wahlparole der „Sammlung", oder deS „großen Compromiß aller derer, mit denen die Staatsregierung in der wirthschaftlichen Frage und in der Zollpolitik zusammengehen kann." Redner schilderte die Gesahren, welche dem Liberalismus aus diesem Zusammengehen der agrarischen und reaciiouären Elemente erwachsen könnten, da die Pläne dieser empfohlenen Samm- lung wett Uber da» Gebiet der Zollpolitik und der Wirth. fchaftSpolitik hinausgingen. Dieselben lägen in der Richtung der gescheiterten Projecte der Umsturzvorlage, der Beschränk, ung de» Coalitionörechte» und des Vereins- und Versammlung-recht», vielleicht auch einer Beseitigung deS allgemeinen gleichen und direcirn Reich»tag»«WahlrechtS. DeS Weiteren verbreitete sich Herr Dr. Ehler- über die Tocialpolitik, dabei empsehlend, diesem Gebiete mehr und mehr Beachtung zu widmen.
• • Geistliche Mufikaufsuhruug. Auf vielfältig geäußerten Wunsch wird in der morgenden Geistlichen Musikausführung
de- Eoang. Kirchengesangvereins u. a. auch die Cantate von l Heinrich von Herzogenberg Über das Tersteegeutfche Lied 1 „Gott ist gegenwärtig" für Chor und Gemeindegefang, Orchester und Orgel wiederholt zu Gehör gebracht werden. Besonder- für Kenner und Liebhaber der Tersteegentscheu Muse ist c» überaus intereffant, zu beobachten, wie der Compouist deS Dichter- Gedanken so zu sagen selbstständig weiter entwickelt und ihnen zu einer krastvollen Entfaltung hilft, die zunächst wohl äußerlich mit der stillen Art de» Dichter« sehr zu contrastiren scheint, aber doch im Grunde seiner starken Innerlichkeit erst zum Recht verhilft. Außer dieser Perle kirchlicher Musik enthält da» Programm u. a. noch verschiedene Soli für Sopran und Altstimme, die von geschätzten Mitgliedern de« Verein« übernommen worden find, und ein Duett von dem Altmeister Heinrich Schütz, da« von denselben Damen gesungen werden wird, außerdem an In- strumentalmuflk ein Geigensolo eine« Mitglied- und Orgelvorträge von unserem bewährten Organisten, Herrn Lehrer Trautmann.
* * Bahnhofs-Erweiterung. Der räumlich sehr beengte Bahnsteig der Oberhessischen Eisenbahn wird soeben um ungefähr die Hälfte verbreitert. — Im Wartefaal 3. und 4. Klaffe ist nunmehr, nachdem derselbe bedeutend vergrößert, auch ein Raum für Frauen eingerichtet worden.
• * Auszeichnung. Unser Mitbürger Herr Ferdinand Wind ecker, welcher auf kynologtschem Gebiet schon so manche ehrenvolle Auszeichnung erhielt, gelangte gestern mit Schreiben vom 25. Januar d. I. in den Besitz der ihm in Anerkennung seiner Leistungen in der Zucht von Nutzhunden vom König!, preußischen Ministerium für Landwirthschaft rc. verliehenen Broncenen Staatsmedaille. Herr Windecker hatte voriges Jahr in Frankfurt a. M. selbstgezüchtete Dachshunde ausgestellt, wofür die erwähnte Auszeichnung verliehen wurde. Bereits 1894 erhielt er auf der Ausstellung in Erfurt die Broncene Staatömedaille sowie goldene Verband-medatlle für selbstgezüchtete drahthaarige Vorstehhunde. ES sind die» die ersten StaatSmedaillen für Leistungen auf diese« Gebiete, welche nach hier oder Umgegend gekommen find.
* • Bestattung. Gestern wurde in Darmstadt der bet un- noch im besten Andenken stehende Herr Geheime Obersteuerrath En gisch zur letzten Ruhe geleitet. Im Namen deS Gesellschaft-Verein-, deffen Ehrenmitglied der Verstorbene gewesen ist, legte Herr AmtSgerichtSrath Gebhardt unter warmem Nachrus einen Kranz an dem Grabe nieder.
• • Der deutsche Gapwirth»tag wird vom 18. bi« 16. Juni in Berlin abgehalten werden.
• • Da» ZahreSfest de» Evangelischen Kirchengesangverein» für Hessen soll, nach Mittheiluug der „Darmst. Ztg.", am Sonntag Cantate, 6. Mai, in Londorf stattfinden,- sechs oberhrffische Ktrchengesangvereine werden bet dem FrftgotttS- dtenste Mitwirken.
* • Eilzug Gießen Fulda. Die Meldung, daß beabsichtigt sei, auf der Strecke Gießeu-Fulda einen Courierzug ein- zulegrn, scheint fich zu bestätigen. Am SamStag fuhr bereit« ein Probezug mit zwei Locomotiven, ein Wagen 1. und 2. Klaffe, zwei Wagen 2. und 8. Klaffe nebst Packwagen die betreffenden Strecken. Die Abfahrt erfolgte in Gießen 10 Uhr 10 Min., die Ankunft in Fulda 12 Uhr 16 Min. Der Zug soll nur in Grünbrrg, Alsfeld und Salzschlirf (während der Badesaison) anhalten.
• • Eiujahrtgeu-Prüfung. Bet der in Darmstadt abgehaltenen Etujährig-Fretwtlllgen-Prüfung wurde ein günstige» Resultat erzielt. In der ersten Abtheilung bestanden 9 Candidaten, hierunter 3 Kunstschüler, in der zweiten Abtheilung 15 Candidaten, darunter 6 Kunstschüler.
-1-. Salzhausen, 9. März. Der Preis für das Baugelände in der Nähe des hiefigen Bade» betragt für den Normalmorgen rund 1000 Mk., die Quadratklaster demnach 2,50 Mk; die» ist ein sehr billiger Preis, der wahrscheinlich noch weitere Baulustige onziehen wird. Zur Vergrößerung der Badeanstalt wird jetzt noch eine neue Quelle gefaßt und mit der Hauptleitung in Verbindung gebracht, um dem vergrößerten Badebedürsniß entgegen zu kommen. Vielseitig wird der Wunsch laut, daß Bäder auch noch nach 6 Uhr Abend« im Sommer verabreicht werden möchten, wodurch den Badelustigen und -Bedürstigen au« der Umgegend sehr eutgegengekommen und die Frequenz jedenfalls erhöht werden würde.
E. Echzell, 9. März. Obgleich die Kartoffelpresse etwas ovgezogen haben, bleiben die Schweinepreise nicht blo« hoch, sondern ziehen besonders für Milchferkel und etwas ältere Sortimente noch an. Man bezahlte Milchferkel, fieben Wochen alt, mit 40 bt» 43 Mk. da« Paar. Keltere Thiere erzielten 70 biß 80 Mk. und höher, je nach Alter und Güte. — Die hiesige Gemeinde hat sich, um ihre Feldbereinigung und die damit in Verbindung stehenden Melioration»kosten zu decken, ein Darlehn von 22000 Mk. au» der Lande»- credttkaffe geben lasiere.
• • Friedberg, 9. Marz. Da» hiesige Schullehrer- Seminar war int verflossenen Schuljahre von 108 Zöglingen besucht, wovon 101 der evangelischen und 7 der katholischen Confession angehörten. Darunter waren Söhne von Landwirthen 47, von Lehrern 18, von Handel und Gewerbetreibenden 33, von Beamten 8, von Eltern anderer Stände 2; au» Städten über 10 000 Einwohner 12, au» Städten mit 2000—10000 Einwohnern 23, au» Orten mit weniger al» 2000Einwohnern 73; vorbereitete inPräparanden- anstalten 74, von Lehrern 8, in Realschulen 22, tn Gym- nafien 3, in anderen Lehranstalten 1. Au» der Provinz Oberheffen find 79, Starkenburg 19, Rheinhessen 2, dem Königreich Preußen 8; zu Anfang de» Schuljahre» int 16. Lebensjahr 7, im 17. 30, im 18. 29, im 19. 25, im 20. 11, über 20 Jahre alt 6. Die Aufnahmeprüfung beginnt Montag, den 4. April und da» neue Schuljahr nimmt Montag, den 25. April seinen Anfang.
• * Darmstadt, 9. März. Da» ComiiL zur Errichtung eines Denkmals für die Großherzogin Alice, Schwester
der Kaiserin Friedrich, welche» für die 20. Wiederkehr ihre« Todestage» geplant wird, ist von einer Anzahl englischer Damen ersucht worden, ihren Beitritt zu gestatten. Die Damen, au» den ersten Familien England», beabfichtigen, einen großen Betrag für da» Denkmal za stiften.
• • Darmstadt, 9. März. In der gestrigen Schwur- gerichtSverhandluug, die den ganzen Tag beanspruchte, wurde der Polizetdiener Wilhelm Stier aus Groß-Gerau wegen Verleitung zum Meineide zu L'/, Jahren Zuchthau» und 6jährigem Ehrverlüste veruttheilt. Eine Mitschuldige erhielt l1/» Jahr Zuchthaus.
• • Mainz, 9. März. Die 11000 Mark, die einem in der Gauftraße wohnenden Rentner in den CarnevalStagen gestohlen worden sein sollten, haben fich in der Wohnung deS angeblich Bestohlenen wiedergefunden. DaS Geld war so gut verwahrt, daß e» bi» vor einigen Tagen nicht aufzufinden war. Der Rentner wird jedenfall» der Staatsanwaltschaft die durch die Nachforfchungen entstandenen Kosten zu ersetzen haben.
Schwurgericht.
W. Gießen, 10. März 1898.
Heute Vormittag wurde in die Verhandlung gegen den 63jährigen Tagelöhner Carl Konrad IV. von Rainrod wegen Mord eingetretev. Die Anklage vertritt Staat«- anwalt Zimmermann, al« Verrhetdiger ist Justizrath Batst bestellt. E« find zehn Zeugen und rin Sachverständiger zur Stelle. — Der Angeklagte, wegen Körperverletzung vorbestraft, ist geständig, am 28. Januar 1898 im Walde bei Eichelsachsen den Georg Zinnel getödtet zu haben, er bestreitet den Vorsatz und die Ueberlegung und erklärt den Vorfall wie folgt: Er habe lange Jahre bet dem Getödteten gearbeitet, dieser habe beim Bäcker sür ihn gut gesagt, diese Gutsage aber zurückgezogen,- darüber will der Angeklagte ärgerlich gewesen fehl Am 28. Januar sei er von Rrin- rod, seinem Wohnorte, mit noch einem Genoffen nach Eichel- sachsen in den Wald gezogen, um dort zu arbeiten, vorher habe er ein Viertelchen Schnap» getrunken und in feine Flasche einen halben L ter füllen laffen. Im Walde bei der Arbeit will Conrad mit Zinnel in einen Disput gekommen fein und hierbei den Zinnel mit einer schweren Waldhacke, und zwar mit deitz Helwseite, erschlagen haben. Ohne fich um den Getödteten zu kümmern, hat der Angeklagte darauf den Heimweg angetreten, auf dem er den Sohn de« Erschlagenen getroffen, dem er sagte, er habe mit seinem Vater Streit gehabt und deffen Chauffeen seien nun gemacht. — Der Angeklagte stellt entschieden in Abrede, nach der That gesagt zu haben: „Laß ihn verrecken, den Hund," al« man ihm an Ort und Stelle erklärte, der Zinnel sei lebensgefährlich verletzt; er habe den Schlag nicht nach dem Kopf geführt, sondern nach deffen Schulter. — Bürgermeister Biehl von Rainrod giebt dem Angeklagten das Zeugniß eines rohen, aber fleißigen Manne«. Der Ge- tödtete, Zinnel, war ein braver Manu. Der Zeuge betreibt eine Bäckerei und holte die Frau des Avgeklagten ihren Bedarf an Brod von ihm, da« creditirt wurde, weil Ztuoel al« Arbeitgeber dafür gut gesagt hatte. Anfang Januar zog Zinnel seine Gutsage zurück, weil Konrad nicht mehr bei ihm arbeitete. Der Zeuge verweigerte darauf dem Angeklagten die Aushändigung de« BrodeS auf Borg. Konrad war darauf sehr aufgeregt und drohte gegen Zinnel, bei dem er am nächsten Tage wieder in Arbeit trat, uw am zweiten Tage darauf Jenen zu erschlagen. Der Bürgermeister deponier, er habe dem Angeklagten ein Mal Vorhalt gemacht, daß er Alles verthue und vertrinke, er solle doch an sein Alter denken, und darauf die Antwort erhalten, wenn e« soweit sei, w ffe er maß er thue, er werde daun schon ein Plätzchen finden, wo eß Brod gebe. Der Zeuge hat diese Rede so aufgesnßt, al» wenn der Angeklagte mit dem Plätzchen da« Gefäu^niß meine. — Der Waldarbeiter Scheu ist der einzige Lerge der That, er ist am betreffenden Morgen mit dem Angeklagten zur Arbeitsstätte gegangen. Unterwegs habe ihm der Angeklagte erzählt, daß Zinnel beim Bürgermeister gewesen und diesem gesagt habe, daß er sür daS Brod nicht mehr gut sage. Auf der Arbeitsstelle traf auch Z'nuel dort ein und e» gab wegen der Bcodgeschichte einen Disput zwischen Konrad und Zinnel, der damit endete, daß der
Letztere sagte, Brod kannst Du Dir holen, aber in Keuntniß
gefetzt will ich sein, wenn Du waS holst. Jeder ging an
seine Arbeit. Der Zeuge hörte dann einen Knack», wie wenn
mau einen Schlag macht, drehte fich um und sah, wie Konrad hinterrücks auf Zinnel einhieb. Der Zeuge rief dem Angeklagten zu: „Hör doch auf, Du schlägst ihn ja tobt!" Dieser aber sagte: „Laß ihn verrecken, daS Mißgeburt, nun kriege ich Brod", woraus er die Arbeitsstelle verließ. Zinnel war, als der Zeuge darauf zu ihm ging, um ihm zu Helsen, tobt. — Der Angeklagte, ber vollständig theilnahmslo» den Zeugenaussagen zugehört, erklärt, er könne dazu Nichts sagen. — Die Wirt hin, bei der Konrad, als er in den Wald gegangen, den Schnaps geholt, erklärt, derselbe sei um 10 Uhr Vormittags, gleich nach der That, bereit« zurück in ihre Wirth- schast gekommen. Er sagte auf da« verwundern der Zeugin, im Walde sei e« zu nab; er verlangte und erhielt noch einen «eiteren Schoppen SchuapS ia seine Flasche. Der Angeklagte war damal« ganz ruhig, weder aufgeregt, noch betrunken. — Der Sohn de« Getödteten, Karl Zinnel, schildert seine Begegnung mit Konrad an jenem Morgen, derselbe Labe ihm gesagt, er habe mit seinem Vater Streit gehabt wegen de« Brode» und darum die Arbeit eingestellt. Der Zeuge hat den Angeklagten öfter beschäftigt, er sei ein roher Mensch, der sich au« nicht« maß gemacht. Mehrere Zeugen bekunden Übereinstimmend, daß der Angeklagte in der Aufregung öfter in Bezug auf Zinnel geäußert habe, feine Hacke sei ein Mal deffen Tod, ober auch, an Zinnel wache ich mich einmal unglücklich. — Der Straßenmeister Dammann hat den Angeklagten aiß Arbeiter beschäftigt, eß kam zu gering- fügigen Differenzen auf offener Straße und da nahm Konrad
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