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10.11.1898 Erstes Blatt
 
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Nr. 264 Erstes Blatt. Donnerstag den 10. November 1898

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Deutsche» Reich.

Btdti, 8. November. Anläßlich de« Besuche« bei deutschen Kaiser« in Konstantinopel ist die Frage der Errichtung einer deutschen Handel«- uno Gewerbekammer, die schon seit Langem schwebt, wieder in Fluß gekommen. Der Wunsch, daß eine derartige Centralstelle für da« in der Levante tnvesttrte deutsche Kapital und die dort ansässig gewordene deutsche Arbeitskraft geschaffen werde, ist schon seit vielen Jahren rege und von den heimischen Fachblättern de« Oesteren Nachdruck vertreten worden. Deutschand ist that- stchlich der einzige unter den conttnentalen Staaten, der keine Handel«kammer in Konstantinopel hat, obgleich e« nach Oester­reich und England am stärksten am Levantehandel interesfirt ist. E« ist vielleicht nicht uninteressant, daß auch die öster­reichische Kammer einem Kaiserbesuche ihre Entstehung ver­dankt. Sie ist kurz nach der Anwesenheit Kaiser Fran- Josef« 1869 und aus dessen Zuthun gegründet worden. Dem schneidigen Vorgehen seiner Handelskammerorgane verdankt Oesterreich-Ungarn seine vorherrschende Stellung im Leoante- verkehr mindesten« ebenso sehr wie seiner entwickelten Schiff­fahrt. Der Geschäst«krei« der übrigen Kammern ist derart im Wachsen begriffen, daß man umfangreiche Gebäude für sie hat errichten müssen. Wie wir hören, wird die Angelegen­heit sofort nach der Rückkehr de« Kaiser« im Au«wärtigen Amte in Angriff genommen werden.

Berit», 8. November. Die Kamerun-Land- und Plantagengesellschaft ist in der Lage, für da- letzte Betriebs jahr eine Dividende von 8 pLt. gegen 5 pCt. im Vorjahre zu verthetlen. Nach Berichten au- Kamerua be* staden sich die am Krteg-ich'ffhafea und in Bimbia belegeneu Lacropflauzungen im besten Zustande. Der Laeao ist in Q lalitär tadellos ausgefallen und wurde gut bezahlt. ES ist die- ein erfreulicher Beweis für die Au-stchteu de« Plan- tagenbaue« in kamerov, welche« vortreffliche BodenoerhäU- nisse und günstige Niederschläge hat. Bis jetzt ist Kamerun weievtlich für Licao in Betracht gekommen, aber e« scheint, f« ob e« sich auch für die Cultur gewisser Faserpflanzen, welche große Regenmengen verlangen, vorzüglich eigner. Die Wichtigkeit dieser neuen Aussicht tritt heute noch nicht sehr hervor, und e« hat sich deshalb in Berlin ein 6omii6 ge­bt.der, welche- in systematischer und gründlicher Weise dir Lultur nmersuchen und aufnehmen will. Im Auftrage d ese- Lomitss hat flch Dr. Schulte im Hofe, welcher schon früher die tropiichtn Lulruren in Hinterindien studirt har, wieder nach Lalcutta begeben, um für eine Ergänzung seiner jüngst erschienenen Arbeit über die Ramiefasrr und ihren Anbau in den deutschen Colonien Material zu sammeln.

Köln, 8. November. Gegenüber her Meldung, da« Katferpaar werde ton Genua au- die Rückreise nach Deutschland per Bahn antreten, erfährt die ,flö n. Ztg." au« Berlm, die Rückfahrt erfolge per Schiff durch den At­lantischen Ocean und die Nordsee, sodaß die Ankunft in einem deutschen Hasen schwerlich vor Ende diese« Monat-zu erwarten ist. Jedenfalls wird sie so erfolgen, daß der Kaiser am 29. November den Reichstag persönlich eröffnen kann. Die englische Meldung, daß die Abkürzung der Reise mit politischen Angelegenheiten zusammendäuge, sei unbegründet.

Karlsrnhe, 8. Nov.mder. Die ^Badische Presst bringt «in Prtvattelegrawm au- London, wonach die Rüstungen England- fortgesetzt werden. England soll die Abficht haben, gemeinschaftlich mit den vereinigten Staaten die Philippinen zu gewinnen, d. h. Kohleustationen und weitere Territorien gegen eine ansehnliche Summe zu erwerben. Den etwaigen Ansprüchen Frankre chs, Rußland- und anderer Mächte will England durch seine eiseogepanzerte Faust begegnen, daher die Rüstungen.

Pari», 8. November. Heute fand io einer hiesigen Bierbrauerei eine K e s s e l - E 5 p l o f i o n statt, vier Arbeiter, darunter drei deutsche, erlitten durch glühende« Pech schwere Verwundungen. E n T)eil de- «essrlhause« ist eiugestürzt. Der Materialschaden ist bedeutend.

Madrid, 8. Novrmber. In osficielleu Kreisen herrscht die Ansicht, daß die internationale Lage Spanien verbiete, große Rüstungen auf den eaoarischen Inseln und ans den Balearen vorzuuehmen.

Loudon, 8. November.Daily Graphic" fordert von der Regierung Aufklärung über den Zweck der großartigen Rüstungen, die in den englischen Häfen noch immer fort­dauerten.

London, 8. November. Der General-Adjutant hat Name»« de- Höchstcommaudireuden, Lord Wolseleh,

sämmtliche Zeitungen ersucht, absolut nicht- über die Mobil­machung zu veröff:ntlichen. Da jedoch eine Anzahl, nnb zwar gerade die chauvinistischen Blätter, nicht patriotisch genug waren, der Aufforderung Folge zn leisten, drucken heute alle Blätter dir vollständigen Berichte über die Rüstungen weiter ab. Darnach fand gestern ein nächt­licher Scheinangriff auf Plymouth statt, deffen Idee der versuch eine« französischen Geschwader- war, mir leichten Fahrzeugen den Eingang in den Hasen zu erzwingen. Die folgende Kanonade von allen Küsten-Batterien und da- Spiel der elektrischen Scheinwerfer dauerte die ganze Nacht hindurch. Der Scheinangriff wurde zurückgeschlageu. In Gibraltar fand ein großartige- Scheingefecht de- gelammten dort ver­sammelten Laualgeschwader- unter dem Lommaudo de- Prinz- rezenten Loui- von Battenberg statt. Die militärischen Krankenhäuser wurden in Grand gesetzt und die Lazareth- Eorp- der Flotteu-Statlouen eoneentrirt. Die Regierung beschloß die verläogerung der ägyptischen Bahn di- Khartum, ungefähr 180 englische Meilen.

Konstantinopel, 8. November. E- ist nicht gerade er- muthigend für den Prinzen Georg von Griechenland, welcher demnächst al- Lommissär der vier Mächte also noch nicht gleich al« wohlbestallter Generalgouverneur in Kreta rinlreffeu soll, daß die christliche Bevölkerung der Insel fich weigeit, die Waffen abzuliefern. Indessen wacht man mit Recht darauf aufmerksam, daß die Schwierigkeiten sür den noch nicht dreißigjährigen Prinzen weniger auf der Insel selbst, al- in seiner griechischen Heimath liegen. Dort giebt man sich wieder großen Einbildungen hin, seitdem die Er­nennung Le« Prinzen Georg unzweifelhaft geworden ist. Ju Athen scheint auch die Meldung ihren Ursprung zu hoben, daß Deutschland der Ernennung de« Prinzen ausdrücklich zugestimmt hätte, was jedoch in Berlin entschieden bestritten wird. Auch daß Oesterreich Ungarn eine förmliche Zustimmung gegeben hätte, wird in Berlin nicht geglaubt^ Graf Murawiew habe nur während seine« Wiener Besuche« fich versichert, daß von hier ein Einspruch nicht za gewärtigen sei, nachdem die etwaigen Rückwirkungen ans die Balkaastaaten erörtert und für alle Fälle im Sinne dr« österreichisch ru fischen Ein­vernehmen« die entsprechenden gemeinsamen BerhaltungSmaß- regeln vereinbart worden wären.

In den Beziehungen zwischen der Türkei und Frankreich ist jüngst e ne bedenkliche Spannung einge­treten. Der franzöfische Botschafter Cambon beschwerte fich wiederholt über die Bevorzugung der Deutschen und die voll­ständige Nichtberücksichtigung frauzöfischer Interessen durch den Sultan. Abdul Hrmid verficherte dagegen Herrn Lambon in seiner letzten Audienz, daß die Auficht de« Botschafter« auf Mißverständnissen beruhe. Da aber der Urheber der Er- morduug de« Pater« Salvadore, Oberst Mussa B»h, kürzlich in Freiheit gesetzt und ein aktive« Lommaudo in Syrien er­halten hat, theilte Lambon der Pforte mit, daß Frankreich bi« auf Weitere« keinen neuen Bolschafter ernennen und fich durch einen Geschäftsträger vertreten lassen werde, auch lege da« Pariser Labiuet keinen weiteren Werth auf die Anwesen­heit de« türkischen Botschafter« Munir B-h in Pari«, so lauge nicht die dringendsten Forderungen Frankreich« erfüllt werden. So berichtet man wenigsten« derFranks, ßtg.* au« Konstantinopel.

Locale» und provinzielle».

Gießen, 9. November 1898.

Ber-eichniß der Gefchvorenen pro 4. Quartal 1898: 1. Meyer, Larl, Postseeretär t. P., in Gießen. 2. Väth, Louis August, Landwirth tu Bauernheim. 3. Orth, Johannes, Landwtrth in Rieder Breidenbach. 4. Keller, Heinrich Georg Friedrich, Bürgermeister in Offevheim. 5. Bind ernagel, Earl, Buchhändler in Friedberg. 6. Kröll, Heinrich Philipp Wilhelm, Landwirth tu Alten- stadt. 7. Banfo, Chrtstiaa, Ingenieur in Gießen. 8. Gabriel, Augnst H, Fabrikant tu Gießen. 9. Neu- Hardt, Johann Geora Philipp, Pachter in Beienheim. 10. Rinn, Ludwig XIV., Landwirth in Heuchelheim. 11. Reitz, August, Landwirth in Södel. 12. Weitzel, Johann Heinrich, Rentner in Kaichen 13. Bender, Jacob Wilhelm, Landwirth in Dorf Gill. 14. Ronthaler, Otto I., Bürgermeister in Langd. 15. Bonariu«, Lon- rad III., Lmdwirth in Großen-Buieck. 16. Gödel, Wil­helm, Landmaan in Pohl Göns. 17. Eidmann, He nnch, Landwirth in Stockhansen. 18 vansch, Heinrich III., Landwirth in Rieder-Wöllstadt. 19. Fritzel, Philipp Hein­rich, Bürgermeister in Oder-Eschbach. 20. Riehm, Ludwig, Landwtrth ia Staufenberg. 21. Polchau, Gustav, In­

genieur io Lollar. 22. Winter, Ludwig, Oberfilieuteoont i.P. in Gießen 23. Reif, Ludwig, Pachter in «ff rhkim. 24. Rabenau, Wilhelm, Kaufmann in Alten Buseck.

25. Wal dschmidt, KaSpar, Gemeioderechner in Leihgestern. 26. Stumpf, Philipp, Landwirth in Re,skirchen.

27. Mettenheimer, Dr. Adolf, Rentner in Gießen. 28. Schuldt, Philipp II., Müller in S'aden. 29. Giier, Philipp, Rechner in Unter-WidderSheim. 30. Hahn, Gustav, Pachter auf dem Schellnhof bei Schotten.

Sitzung Grotzh. Handelskammer vom 4. November 1898. Anwesend waren die Herren: Koch, Scheel, Balser, Heichel- heim, Katz, Klingspor, Kraatz und Wortmann. Großh. Ministerium der Justiz ersuchte die Handelskammer um eine gutachtliche Aeußerung über verschiedene Punkte, welche in den hessischen Ausführungsgesetzen zum neuen Handels­gesetzbuch, der Wechselordnung und dem Binnenschiffahrt«- gesetzt ihre Regelung finden sollen. Das von der Kammer erstattete Gutachten spricht sich u. A. in Betreff der Protest- und Präsentationsstunden eine- Wechsels zur Zahlung sür die Zeit von 9 bis 12 Uhr Vormittags und von 3 bis V Uhr Nachmittags au6; weiter hält e- eine gesetzliche Festsetzung der Grenzen deS Kleingewerbes etwa auf Grund der Steuerpflicht nicht für angebracht, wünscht vielmehr, daß die Prüfung der Frage, ob ein Betrieb noch als Kleingewerbe anzusehen ist, durch den Registerrichter unter Mitwirkung der von den Großh. Handelskammern erwählten Commission er­folgen solle, deren einzelne Mitglieder gleiche- Stimmrecht wie der Richter haben müßten. Bei Stimmengleichheit solle die Stimme des letzteren ausschlaggebend fein. Der Art. 30 des neuen H.G.D. gestattet den Einzelstaaten, zu bestimmen, daß benachbarte Orte oder Gemeinden als ein Firmen­ort erklärt werden. Die Kammer bittet, daß die Stadt Gießen mit den Orten Klein-Linden, Heuchelheim und Wieseck al« ein Firmenort im Sinne des Gesetze- er­klärt werden möge. Sie spricht sich ferner gegen die öffentliche Ermächtigung von Privathandelsmäklern zur Vornahme gewisser Käufe und Verkäufe und gegen die amtliche Bestellung solcher Handelsmäkler als Sachverständige zur Feststellung des Marktpreises von Maaren aus, will viel­mehr Sachverständige von Fall zu Fall gerichtlich ernannt sehen, wie sie auch öffentliche Käufe und Verkäufe in der Zukunft durch die zur Zeit mit der Vornahme derselben be­trauten Personen auSgeführt zu sehen wünscht. Bezüglich der RechtS- und Handlungsfähigkeit ausländischer juristischer Personen spricht sich die Kammer sür strenge Durchsührung der Reziprozität auS und erachtet es sür er­forderlich, ausländischen Lebensversicherungsanstalten, Bank- und Creditinstituten nur nach vorangegangener Prüfung ihrer Statuten, die den Erfordernissen deS Inlandes entsprechen müssen, eventuell nur gegen Sicherheitsleistung die Erlaubniß zum Geschäftsbetrieb im Jnlande zu ertheilen. Schließlich befürwortet das Gutachten die Einführung des Zwei- lagerscheinsyftemS, wodurch die Möglichkeit gewährt wird, das Lagergut mittels des einen Scheines zu verpfänden und mittels deS anderen zu veräußern. Bei den Ei u- w eihungSfeierlichkeiten des Denkmals Sr. König!. Hoheit des Großherzogs weiland Ludwig IV. wird die Kammer durch eine Deputation vertreten sein. Die regelmäßige ErgänzungSwahl zur Handelskammer für das Jahr 1899 soll am Freitag den 9. December l. I. stattfinden. ES scheiden aus die wieder wählbaren Herren Commerzienräthe Gail, Koch und Wortmann. Zum Wahlcommissär wurde Herr Ernst Baller ernannt und zu Urkundspersonen die Herren Robert Jmheuser und Joseph Sauer bestimmt. Die Liste aller Wahlberechtigten wird in der gesetzlichen Frist bei dem Bankhause A. Heichelheim offen liegen. Die erforderlichen Publikationen werden dem­nächst erfolgen. Vor Anknüpfung von Geschäftsverbindungen mit einer Firma deutschen NamenS in Athen ist zu warnen.

dt Stadttheater, vor gut besuchtem Hause ging gestern Abend Schiller«Jungfrau von Orleans* mit Anna Führing als Gast in Scene. Die verehrte Darstellerin der Heldinrolle rechtfertigte durchaus den ihr voraufge- gangentn Ruf einer Künstlerin ersten RangeS; ihre stattliche Erscheinung und kräftige modulativnSsähige Stimme berührten ungemein sympathisch. Ihre Darstellung der Jungfrau gab in einfachen, großen Zügen ein getreue« B Id de« Helden- mädchen« von Dom Remy, wie e« dem Dichter vorschwebte. Die schlichte, veestäadntßvolle, und von echter Empfindung zeugende Art und Weise, wie Anna Führrug den ersten großen Monolog: ^Lebt wohl ihr Berge* ipcach, nahm gleich für fie ein; kein falsche« Patho» störte nnb die ergreifenden