Commers wird es eine Theatervorstellung, einen fröhlichen Abend im „Malkasten" und Ausflüge zur Müngstener Riefen- brücke, in das Siebengebirge, nach Duisburg u. f. w. geben. Nebenbei hat sich ein Sonderausschuß von Damen gebildet, um die fremden Genossinnen mit den Schätzen der Natur und Kunst, wie sie Düsseldorf in so reichem Maße bietet, bekannt zu machen, sodaß die Frauen und Töchter der Naturforscher und Aerzte während der wissenschaftlichen Sitzungen ihrer Gatten und Väter reiche Anregung finden werden.
* Ei» furchtbares Schiffstmglück hat fick am 4. d. M. etetgnct. Eine Drahtnachricht ans Halifax (Neu-Schottland) vom 6. d. M. meldete: „Der Dampfer der Allan-Ltnte „Grectan" traf heute mit dem Dampfer „Cromartyshtre" im Schlepptau hier ein. Der „Cromartyshtre" war am 4. d. M. früh bet dichtem Nebel 60 Meilen südlich von Säble Island mit dem Dampfer „La Bourgogne", der von Neu-York nach Havre mit 800 Reisenden unterwegs war, zusammen- gestoßen. „La Bourgogne" sank fast unmittelbar nach dem Zusammenstoß. Nur 170 Reisende wurden gerettet." Diese erste Nachricht wird durch folgende Meldungen ergänzt bezw. berichtigt: Nack den Eintragungen deS CapttänS in dem Logbuch des „Cromartyshtre" hatte daS Schiff eine Fahrt von vier Meilen tu der Stunde und ließ jede Minute das Nebelhorn ertönen, als ein Dampfer im Nebel auftauchte, iu den „Cromartyshtre" hineiufuhr, die Backen vollständig durch schnitt und die Haupt-Takelage heruuterriß, sodaß daS Sch'ff nur auf dem Wasser trieb. Inzwischen war die „Bourgogne" im Nebel verschwunden,- als aber um 5% Uhr früh der Nebel fich lichtete, sah dte Mannschaft deS „Cromartyshtre" Boote der „Bourgogne" und die Ueberlebenden auf Thetlen deS Wracks und auf Flößen. Der „Cromartyshtre" lag den ganzen Tag still und nahm 200 Ueberlebeude an Bord. Dte „Bourgogne" sank in zehn Minuten. ES heißt, sie habe
18 Knoten in der Stunde gelaufen. Um 8 Uhr Abends
wurden Kanonenschüsse gehört und etwa drei englische Meilen entfernt Nothzeichen gesehen. Der Dampfer „Grecian" machte fich bereits auf den Weg, um Hilfe zu leisten, da hörten dte Zeichen auf. von dem Schiffe, von dem diese auSgegaugen fein mußten, wurde nichts gesehen- man nimmt an, daß eS gesunken ist und neigt zu dem Glauben, daß bei dem Zusammenstöße noch ein drittes Schiff betheiligt war. Nach den zuletzt angegebenen Ziffern sind 49 von den Zwischeudeckpaffa- gieren und 108 von der Mannschaft gerettet. Frau Lacasse, der einzige gerettete weibliche Passagier, wurde von ihrem Manne auf einem Plankenfloffe gerettet. Beide brachten, bis sie von dem „Cromartyshtre" aufgenommen wurden, acht Stunden tm Wasser zu. Nach der Aussage der geretteten Reisenden von der „Bourgogne" blieben die Offiziere bis zuletzt auf ihren Posten und gingen mit dem Schiff unter. Die Auftritte beim verfinkeu des Schiffes seien aber fürchterlich gewesen,- die Männer hätten gewaltsam um Plätze in den Booten gekämpft und Frauen und Kinder zurückgetrieben. AuS Mitthcilungeu von geretteten Reisenden der „Bourgogne" geht hervor, daß nicht allein keinerlei Versuch gemacht worden sei, Frauen und Kinder, geschweige denn irgend einen männlichen Reisenden zu retten, sondern daß die Mannschaft mit fast unglaublicher Barbarei verfahren sei. Wohl sei der Capitän auf seinem Posten geblieben und mit dem Schiff uutergegangen, aber die Schiffsbesatzung habe der RettungS- boote fich bemächtigt und die Reisenden mit Rudern und Bootshaken zurückgetrieben, während eine Anzahl von halte- ntschen ZwtschendeckSretsenden den Weg zum Boote fich mit Messern erzwungen habe. Unter den Fahrgästen seien verschiedene Deutsche gewesen. Vorstehehende Mittheilungen werden durch einige Pariser Drahtmeldungen ergänzt. Nach Angabe der dortigen Agentur der „Compagnie Generale TranSatlautique", befanden fich an Bord der „Bourgogne" 502 Reisende und 80 Mann Besatzung. Dazu stimmt allerdings nicht der Inhalt einer wetteren Depesche, nach der 61 Rrtsende und 104 Mann Besatzung gerettet find. Vor dem Pariser Gebäude der „C. G. Tr." war am Mittwoch eine angsterfüllte Menschenmenge versammelt, welche die Beamten der Gesellschaft mit Anfragen bestürmte, doch war keinerlei Auskunft zu erhalten, da die Schiffsliste erst in der Nacht erwartet wurde. „La Bourgogne" war eines der größten und schönsten Schiffe der Gesellschaft. Der Comman- dant deS Schisses, Deloncle, ein Bruder des ehemaligen Abg. Deloncle, befindet fich unter den Verunglückten. Der „Cro- mathshtre" mit dem die „Bourgogne" zusamwenstteß, ist eine englische Bark von 1554 Tonnen, dte fich mit einer Kretde- ladung auf der Reise von Dünkirchen nach Philadelphia befand. Nach einer Lloydmeldung aus Halifax find 104 Reisende und 61 Mann der Besatzung gerettet- somit dürften ioSgesammt 549 Personen umgekommen sei. Auf dem unter- gegangenen Schiff befanden fich auch Deutsche. Der „New- Kork Herold" veröffentlicht die Liste der Reisenden erster Kajüte. Darunter befinden fich folgende mit deutsch klingenden Namen: die Herren Angel, Adolph, Graf, Grieshaber, Gabriel, Hummel, Hunzmann, Richard, Jacob mit Frau und Tochter, Kramer, Schultz, Weiß, Weißt«, Wind, Otto Zaiger- dte Damen: Bromberg, Hummel, Heß, Kiel, Bertha Mohl, Karo- ltue Ritter, Schultz. Unter den Ueberlebenden befinden fich zwei Deutsche Namens Karl Duttweiler und Otto Zaiser (Zaiger?) Aus Brüssel meldet man dem „Berl. Tagebl.": Hier verlautet, daß unter den Opfern der „Bourgogne" der berühmte belgische Violinist ®uge.. Ksaye fich befindet, welcher seinen hiefigen Freunden ankündigte, daß er sich an Bord der „Bourgogne" einzuschiffen gedenke. Nach anderer Meldung soll Ksaye die Reise rach New-Kork, in letzter Stunde verschoben haben. GS herrscht hierüber große Ungewißheit. Gleichzeitig mit einem ouS Odde datirten Beileids.Telegramm deS Deutschen Kaisers traf in Paris eine Depesche des rusfiscken Botschafters Urusoff ein, der vorläufig in seinem eigenen Namen d!e Theilnahwe ganz Rußlands bei dem Unglück der „Bourgogne" ausdrückte. — Heber die fürchterlichen Auftritte, die nach dem Zusammenstöße ftattfanden, meldet mau noch der „Voss. Ztg.": Die Matrosen (meistens Franzosen), nur auf eigene Rettung bedacht, leisteten den
' Reisenden nicht den mindesten Beistand- nur wenige Boote wurden herabgelassen- die Männer kämpften wie verzweifelt um Bootsplätze ohne Rückficht auf Frauen und Kinder- viele zogen ein Messer und schlachteten Alle ab, die ihnen im Wege standen, wie die Schafe. Sin Reisender, der ein Boot besteigen wollte, wurde durch einen Schlag mit einer Eisen, stauge auf den Kopf sofort getödtet. (Wie anders benahmen fick unsere deutschen Mannschaften bei dem Untergänge der „Elbe"!)
* Sm neues Baku wird wahrscheinlich bald auf der der Baku gegenüberliegenden Seite des Kaukasus am Schwarzen Meere erstehen, denn dort sind neue Quellen von Erdöl entdeckt worden. Es kann sich um keine Kleinigkeiten handeln, denn sonst hätte General Wenukow sich kaum veranlaßt gefühlt, der Pariser Akademie der Wissenschaften diese Entdeckung als eine besonders wichtige mitzutheilen. Das neue Petroleum-Paradies liegt in der Nähe des Ortes Anaklija an der Mündung des Flusses Jngur in das Schwarze Meer; der Boden gehört dem Prinzen von Mingrelien, während das Recht der Ausbeulung ein Capitalist aus Moskau erworben hat. Seit Mitte Mai waren zwei Geologen dork mit Unter- suchungen beschäftigt und stießen dabei bald auf die mit Naphtha getränkten Sandschichten, deren Vorhandensein sich dadurch verrieth, daß sich das aus dem Boden dringende Wasser mit einer Schicht von flüssigem Naphtha bedeckte. Die genaue Untersuchung der Lager durch Bohrungen soll alsbald vorgenommen und dann an die Gewinnung des Erdöls gegangen werden. Wenukow meint, daß Anaklija sogar die berühmte Petroleumstadt Baku überflügeln könnte, weil es durch seine Lage am Schwarzen Meer nach allen Seiten hin Schiffsverbindungen besitzt, während Baku am Kaspischen Binnenmeer von allen weiteren Schiffsverbindungen abgeschnitten ist.
* Bei der Hoftafel in Wien und Pest. In einem ungarischen Blatte erzählt ein Reichstagsabgeordneter, wie es bei den Hoftafeln zugeht, und äußert sich besonders über das Trinken. Das schnelle Aufträgen ist der einzige Einwand, den man gegen die Hostafel erheben kann. Wenn man gerade irgend einen Wein liebgewonnen hat, verschwindet er auf einmal, und man hat keine Zeit mehr, sich seiner zu freuen. Auch der beste Bissen bekommt sofort Flügel, sowie man einen Augenblick auf die Seite schaut oder dem Nachbar antwortet. Man eilt, man eilt fürchterlich. Als ob den Lakaien der Tartar hinterm Rücken wäre! Besonders um die Weine ist es schade, in die man sich nicht beschaulich versenken kann; denn man schenkt nicht zweimal von derselben Gattung ein, obwohl die Weine des Königs ihres gleichen auf der Welt suchen. Der granatrothe Waag-Neustädter Wein schlägt jeden Burgunder, der Johannisberger ist einfach bewunderungswürdig. Der Tokayer mit seiner Farbe geschmolzenen Goldes kommt aus den eigenen Hegyaljaer Weinbergen. Von Champagnern wird Moet-Chandon getrunken, das herrliche Aroma des oftgrünen Chablis umgiebt Alles mit einem Feuernebel, während der blonde Chateau Pquem Einen wie feurige Gluth durchströmt. Und mit all diesen Köstlichkeiten eilt man so sehr. Indessen giebt es auch gegen die Eile eine Arznei: das Beeilen. Auch die Gäste beeilen sich mit dem Trinken. So trank beispielsweise Ministerpräsident Wekerle stets die Gläser des neben ihm sitzenden kroatischen Ministers Josip ovich leer, der keinen Wein trinkt. Im Allgemeinen haben die Weine des Königs so großen Ruf, daß Jeder bemüht ist, seinen Theil möglichst herauszunehmen. Auch die Hoflakaien haben dies schon beobachtet, indem sie die beiden Hofhaltungen derart kennzeichnen: „In Wien essen die Herren mehr, in Pest trinken sie mehr." Erst wenn der König sie ein bischen „tischeln" ließe, dann sähe man erst das Richtige: es gäbe vielleicht sogar Trink- spräche. Doch leider schwindet die Zeit mit wahnsinniger Eile, und wenn dem Weine bereit» das beste B.tt bereitet wäre aus den Speisen, kommen plötzlich die schönen, kleinen Porzellanschalen mit dem Mokka, den der König vom Sultan bekommt. Von diesem Kaffee kommt kein Körnlein in den Handel, höchstens die befreundeten Fürsten erhalten davon geschenkt, und auch diese nicht viel, weil eben nicht viel davon da ist. Mit einem Worte: es kommt der Kaffee und gleichzeitig schenken die Lakaien den Cognak ein, damit die Flinkern nach dem schnell hinabgestürzten Kaffee auch noch diesen schlucken mögen. Schnell, schnell, wem der Kaffee und der Cognak lieb ist, der König hat den seinigen schon getrunken und die Lakaien greifen wie auf Commando unter den Tisch — auf ihrem gekrümmten Rücken spannt sich der dunkle, gestickte Frack — sie heben die Hüte der Gäste auf, drücken sie ihnen in die Hand, zum Zeichen, daß sie sofort den Tisch verlassen müssen. Der Kaiser hält ungeduldig Umschau, bis auch der letzte Gast seinen Hut übernommen, dann steht er auf, wonach, dem Ausstiegen einer Vogelschaar gleich, auch die Gäste sich erheben und dem König in den anstoßenden Salon folgen, wo die Cigarren stehen und wo der „Cercle" ftattfindet.
♦ Das ganze fportliebende Paris stehtauf bim Kopf anläßlich der Meldung russischer Blätter, der zufolge ein junger russischer Akrobat fich anheischig macht, von St. Petersburg nach Moskau — auf den Händen zu marschtren. Die Franzosen nehmen an der Sache ein besonderes großes Interesse, da der Künstler, wenn ihm diese Tour gelingt, tm Jahre 1900 ebenfalls auf den Händen von Petersburg nach der Welt Ausstellung in Paris wandern will. Um seine Leistung nach Gebühr zu würdigen, haben fich verschiedene Spörts- leute deS Seiuebabels, wie man sagt, entschlossen, ihm bei feiner Ankunft auf Kräftigste zu applaudiren und zwar auS Gründen zarter Rücksichtnahme — mit den Füßen. Dte Reise nach Moskau wird der junge Akiodat auf der Chaussee in 30 bis 31 Tagen vollenden, da er täglich 20 Werst zu machen gedenkt. Nach jeder Werst wird er fich eine kleine Ruhepause gönnen. Selbstverständlich ist für genügende Neber- wachung des eigenthümlichen Menschen Sorge getragen.
• Der politische Barbier. In Pari» ist es jetzt Mode, fich bei dem Bürger Chauvin rafiren und srifiren zu lassen.
Der ehemalige socialisiische Abgeord'. etc ist nämlich zu seinem alten Geschäft zurückgekehrt. Die Berichterstatter strömen schaarenweise in seinen Laden und fragen ihn aus, während er ihnen das Gesicht einseift oder gar während ihnen da» Messer an der Kehle sitzt. Chauvin erklärt, daß die Geschäfte sehr gut gehen, daß alle seine Wähler ihn aufsuchen und daß er, wenn das so weiter gehe, bald zu den „infamen Capi- talisten" gehören werde. In Politik „mache" er noch immer, aber nur am Abend, wenn der Laden geschloffen sei. Der politische Barbier ist bei vortrefflichem Humor, und auf die Frage, ob der Sturz aus allen politischen Himmeln ihn nicht betrübe, erwiderte er: „Dort unten (in der Kammer) war ich der „rase", jetzt rafire ich die Anderen."
• Der Schmaukzettel des Thüringer Städte tage» in Jena brachte fotg'.ndes humorvolle Gedicht:
Wir, wie wir stets in G.schäften Mühsam sich durchs Leben schlägt, Der bleibt eben nur bei Kräften, ' Wenn er gut zu essen pflegt.
Darum laßt uns Acht drauf geben. Was man heut hier sott und briet, Und von unfer’m Alltagsleben Singt mit mir ein kleines Lied.
Bürgermeister wird auf Erden Der und Jener bann und wann, Doch schaff sich, wer e8 will werden, Einen guten Magen an, Daß die oft erregten Geister Er beherrsche in Geduld, Denn stets auf den Bürgermeister Schiebt man schließlich alle Schuld.
Zieht tr ein rückständige Steuern, Dann ist das Lamento groß, Man schimpft, und nennt in Ungeheuern Phrasen ihn hart, rigoros.
Doch herrscht Ebbe in der Kasse Und man merkt davon etwas, Brummt des Volkes breite Masse: „Eene scheene Wirtbschast das!" Schreitet mit der Zeit er weiter, Geht auf ihre Ford'rung ein, Heißt's: „Seht den Principienreiter, Der sauft über Stock und Stein!" Doch macht er vorsichtig Proben, Ist bedächtig mit der That, Heißt's: Der auf dem Rathhaus oben Schläft sammt dem Gemeinderath.
Und so gibt's noch viele Fälle, Wo Undank statt Lob wird fein, Doch nimmt er die erste Stelle - Im Gemeindewesen ein.
Es bringt treue Pflichterfüllung Trost ihm in der Trübsal Nacht: Aber nun sei an die Stillung Unf'res Durstes auch gedacht.
* Rechtsstellung der Hotelier» und ihrer Angestellten. DaS im Jahre 1900 ta Kraft tretende neue deutsche Handelsgesetzbuch läßt dte wichtige Frage offen, ob und inwieweit auch die Hoteliers und deren Angestellte unter die Bestimmungen diescS Gesetzes fallen. SuS dem Wortlaut der ersten sechs Paragraphen deS neuen HanbelSgesctzbuchS scheint allerdings hervorzugehen, daß auch die Gastwirthsckast zu den kaufmännischen Betrieben zu rechnen sei. Damit würden aber, wenn diese Annahme richtig sein sollte, die Hotelaugestellten fortan in rechtlicher Beziehung den Handlungsgehilfen gleichgestellt sein und deren Rechte und Pflichten genteß'n Eine rechtzeitige Klarstellung dieser Frage ist natürlich für die Hotelangestellten von größter Bedeutung und deßhalb wird soeben in diesen Kreisen die Einberufung eines FachcongressrS angeregt, der fich mit dieser Angelegenheit beschäftigen soll. Der Gedanke hat bei den Betheiligteu bereit- großen Anklang gefunden.
♦ Wie sich die Kinematographie in Bezug auf dte Schönheit und Stetigkeit der Bilder vervollkommnet hat, hat wohl Jeder bei der Befichtigung der Vorführungen selbst schon beobachtet. Daß aber auch in Bezug auf die Schnelligkeit der ktuematographischen Berichterstattung jetzt Unglaubliches geleistet wird, geht au» einer Mittheilung beS Berliner Patent-Burean Gerson & Sachse hervor. Nachmittags um 3 Uhr fand in Amerika ein Pferderennen statt und bereit» um 11 Uhr wurden Seinen au» demselben mittelst deS Kinematographen vorgeführt. Bei dem Congreffe der franzöfischen Civil-Jngenieure wurde in kaum drei Stunden ein dreißig Meter langer Streifen mit Kinematographen- Bildern angefertigt, welche dte Ankunft der Boote mit den Congreßtheilnehmern erkennen ließen. Dieser Streifen wurde schon auf dem Bankette am selbigen Tage zur Vorführung mittelst de» Apparate» benutzt.
• Hohe Auszeichnung. Das „N. W.Tgbl." schreibt: ^öeim Rundgang de» K at s e r 5 in der landwirthschaftl. Abtheilung am letzten Samstag besichtigte derselbe auchdte Exposition der Firma A. WaSmuthL Co. in Hamburg. Der Kaiser sprach den Vertreter der Firma, Herrn Joseph Czeptczka, an und erkundigte fich eingehend über dte ausgestellten Objecte. Beim Verlassen der Ausstellung sprach der Kaiser Herrn Czeptczka seine Anerkennung au» und belobte da» tnstructtve Arrangement.
* Gustav Freytags Grabdenkmal. Auf dem Grabe de» neben seiner Gattin in Siebleben ruhenden Dichter» Gustav Freitag ist jetzt ein Denkstein au» weißem Marmor errichtet worden, der auf der Vorderseite das tu Bronce auf» geführte Bilduiß deS Dichters zeigt. Die Rückseite de» Denkmal» enthält das Wort auS der „Verlorenen Handschrift": „Tüchtige» Leben endet auf Erden richt mit dem Tode, eS dauert im Gemüth und Thun der Freunde, wie in den Gedanken und der Arbeit des Volkes".
* Schlagfertig. Er (tm Zorn): „Ich sag' Dir, Weib, Du bist mir Luft." — Sie: „Stehst also doch ein, daß Du ohne mich nicht leben kannst."
• Erkavut. Erster Gauner: „Ede, Du warst gestern tm Gasthaus?" — Zweiter Gauner: „I wo? Ich war i« keinem Gasthaus!" — Erster Gauner: „Schweig, Du hast einen neuen Hut!"
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