Ausgabe 
10.7.1898 Drittes Blatt
 
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electrischen Stromstärke und da- Volt die Einheit der electro« motorischen Kraft. Die Art der Darstellung dieser drei Maßeinheiten ist im Gesetze bestimmt, und hierbei hat die Phhfikaltsch.Technische Reichsaustalt mitzuwirken. Die amt­liche Prüfung und Beglaubigung elektrischer Meßgeräthe erfolgt durch die Reich-anstalt. Doch kann der Reichskanzler die Befuguiß hierzu auch anderen Stellen übertragen- allein alle zur Ausführung der amtlichen Prüfung benützten Nor­male und Normalgeräthe müssen durch diese Retchsanstalt beglaubigt sein, die insbesondere die technische Aufsicht über das Prüfungswesen zu führen und alle darauf bezüglichen technischen Vorschriften zu erlaffen hat. Diese Bestimmungen, die ob ihrer technischen Natur hier nur angedeutet werden können, traten mit der Verkündung des Gesetzes am 1. Juni 1898 in Kraft - die weiteren Bestimmungen über die Ver­wendung von Meßwerkzeugen bei der gewerbsmäßigen Ab­gabe electrischer Arbeit und die hierfür gehörige Straf­bestimmung treten am 1. Januar 1902 in Geltung. Das Gesetz bedeutet den Beginn einer reichsrechtltcheu Regelung der ElectrizitätSoerhältniffe; ein umfaffendeS Reichsgesetz, dessen Nothwendigkeit in diesem Blatte wiederholt betont worden ist, wird nicht auSbleiben können, und dadurch wird auch die vielumstritteue Frage, ob die widerrechtliche Entnahme von electrischer Kraft Diebstahl ist, gesetzlich gelöst werden.

Die Besetzung des Erzstuhle- Freiburg und des BtSthumS Fulda. Vor einiger Zett war die Nachricht aufgetaucht, daß der gegenwärtige Abt des Beue- dtctinerklosterS Maria-Laach in erster Linie zum Bischof von Fulda auSerseheu sei. Hierzu wird nun denMünch. N. N." geschrieben: Nicht zum Bischof von Fulda, sondern zum Erz­bischöfe von Freiburg ist der Abt von Maria Laach bestimmt. WaS die Neubesetzung des Fuldaer BtschofstuhlS betrifft, so gestaltet sie sich recht schwierig. Der derzeitige Bisthumö- verweser Engel ist bereits über siebzig Jahre alt, der Dom­dechant D. Braun lehnt eine Wahl ab, und zwei Domcapitu- lare find sehr leidend. Da auS der Curatgeistlichkeit keine geeignete Person vorgeschlageu ist, so hat die meiste Aussicht gewählt zu «erden der Dowcapitular Dr. Areohold, ein im besten MauneSalter stehender, gelehrter und dabei sehr wohl­wollender und gerecht denkender Priester von angenehmen Umgangsformen. Mit diesem würden Regierung, Curat- geistlichkeit und Diöeefanen durchaus zufrieden fein können.

CocaU» un6 provinzielle».

n. Großen-Livdeu, 6. Juli. Bei dem am 10. und 11. dS. MtS. dahier stattfindeudeu Säugerfest wird Abends der Festplatz durch Acetylen-GaS beleuchtet. Diese Ein- richtuug besorgt die Acetylen-Apparate-Fabrik R. WelkoborSky zu Gießen.

Darmstadt, 8. Juli. Wie verlautet, wird Seine König!. Hoheit der Erbprinz von Sachsen-Coburg und Gotha nach Beendigung der diesjährigen Herbstübungen vom 1. Garde-Regiment zu Fuß auSschetden und nach Darmstadt überfiedelu, um hier beim Leibgarde-Regiment Nr. 115 als Hauptmann eine Compagnie zu übernehmen.

Darmstadt, 7. Juli. Mit lebhaftem Bedauern wird in weiten Kreisen unserer Stadt und des ganzen HeffenlandeS die Nachricht vom unerwartet schnellen Htnschetden deS Vor­sitzenden der Großh. BrandverficheruugSkammer, Herrn Geh. RegierungSrath Karl Hechler, ausgenommen werden. Er war vor Monaten an einem inneren Leiden lebensgefähr­lich erkrankt, indeß scheinbar völlig wieder hergestellt, so daß er seinem Beruf nachgehen konnte,- ein leider nunmehr ein- getretener Rückfall hat seinen frühen Tod herbetgeführt. Herr Hechler war ein Muster eines pflichtgetreuen Staats­beamten und ein lauterer, liebenswürdiger Charakter, allezeit bereit, feinen Mitmenschen zu helfen und für das, was er als wahr erkannt, redlich und mannhaft eiuzutreteu. Etu hervorragendes Mitglied der nationalliberalen Fractton in der Zweiten Kammer, hat fich Herr Hechler, der viele Jahre

einen Riedkreis vertrat und seit Längerem 1. Schriftführer tu der Körperschaft war, um die Sache deS Staat- und drS Volks durch seine eifrige, aufopfernde Mitarbeit Im Finanz­ausschuß und im Plenum der Kammer unvergängliche Ver­dienste erworben. Der Verstorbene, den reiche Befähigung für seinen Beruf und ein nicht gewöhnliche- gesellschaftliches Talent auSzeichneten, hat ein Alter von nur 58 Jahren er­reicht. Ehre (einem Andenken und Friede feiner Asche!

Mainz, 7. Juli. DaS Amt deS ProvivzialdirectorS für die Provinz Rhetnheffen wird, wie derMainzer Anz." ver­nimmt, vorerst noch provisorisch von Herrn R:gierung-rath Dr. Wolf verwaltet werde», da sich die Sraatsregterung noch nicht für eine bestimmte Persönlichkeit als Nachfolger des Herrn Geheimerath Rothe entschieden hat.

AuS Rheinhessen, 6. Juli. Wir stehen feit zwei Tagen mitten tu der Traubend lüth e- doch ist die Witterung für das gute Durchblühen sehr ungünstig. Die Nächte und frühen Morgenstunden find sehr kübl und wurde in den Morgen­stunden de- Dien-tag und Mittwoch Reif beobachtet. Wenn auch Nachmittag- einige warme Sonnenstrahlen die Luft er­wärmen, so wird die Blütbe doch stark verzögert und in die Länge gezogen. Auf die Quantität des 1898er Herbste- übt demnach die gegenwärtige Witterung einen schädlichen Einfluß auS. Die Ansätze find Heuer sehr zahlreich und versprechen bet einem normalen Verlauf der Blüthe einen dreiviertel Herbst. Bezüglich der Qualität ist ebenfalls nichts recht Gute« zu hoffen, da die Blüthe sehr spät eintrat, und zwar wie selten tn einem Jahre dieses Jahrhundert-. Trotzdem kann ein guter August und September hier wieder Ausgleich schaffen.

Vermifdytes»

* Düffeldorf, 6. Juli. Der Hauptmacher der Dr. Vol­ke d i n g 'scheu Gesundheitsfabrik, der frühere Advokatenschreiber Könnecke, der bei Volbeding ein regelrechtes Ministergehalt erhielt, hat nun nach Verbüßung seiner 6 Monate Gefängniß, die ihm der Volbeding-Prozeß einbrachte, gezeigt, daß er das Geschäft wirklich versteht. Er hat Dr. Volbeding veranlaßt, ihm als Entschädigung für denRuin seiner Zukunft" 10000 Mark auszuzahlen. Dr. Volbeding, der jetzt 2/5 seiner Strafe abgeseffen hat, ist darauf eingegangen und hat seinem braven Assistenten dieses Geld gegeben. Könnecke will sich mit diesem Gelde als Weinwirth etabliren.

* Hamburg, 6. Juli. Die Leitung des Bäckerstrikes entzog einer Anzahl Brotträger die Controllmarken, weil sie boykottirtes Brot geliefert hatten. Die Strikeleitung, die am Samstag 6000 Mk. Unterstützung ausgezahlt hat, forderte die jüngeren Gesellen zur Abreise auf und bot ihnen 10 Mk. Unterstützung an.

* Havre, 3. Juli. Im hiesigen Krankenhause starb im Alter von 104 Jahren ein Mann Namens Charles Talisbert, der ein reich bewegtes Leben hinter sich hatte. Er war im Staate New-Dork geboren, und zwar, wie es allgemein hieß, als der natürliche Sohn eines mit Lafayette nach Nordamerika gegangenen Franzosen und einer durch ihre Schönheit berühmten Quadrone. Von seinem Vater als junger Knabe nach Frankreich gebracht, war er der Reihe nach Handlungsgehilfe, Juwelier, Hausirer und Akrobat. Vor etwa 20 Jahren hatte er wegen Gebrechlichkeit Unterkommen im Spital gefunden, wo er als Flickschneider arbeitete.

* Abenteuer in einer Schutzhülle. Auf eine drollige Weise, so lesen wir in derTäglichen Rundschau", haben sich am Tage Peter umd Paul drei Besteiger derMädele- gabel (Algäuer Alpen) eines Schutzhüttenräubers versichert. Am Abend zuvor kamen sie zur Kemptner Hütte (1900 Meter). Die Hütte war erbrochen, drin saß in aller Gemüthsruhe ein junger Bursche bei einer Flasche Wein und bereitete sich eine Erbswurstsuppe. Der Dieb war nun in ihren Händen und konnte nicht entfliehen. Schwieriger wurde die Sacke am anderen Tage. Die Mädelegabel wollten die Drei zwei

Da meinen früheren Erfahrungen zufolge die hiesigen Hütel- mehr al- sonst üblich kräftig prellen, steige ich dicht am Hafen im altehrwürdigen Franziskaner-Kloster ab. Ich tauche in wundersame Einsamkeit mit ihrem anheimelnden Schweigen. Hoch über der Landestelle der Boote, hoch über dem grotesk gezackten Geklipp dehnt sich auf dem lang­gestreckten Kloftergebäude eine breite Teraffe. An der Seite dieser Teraffe nistet ein kleine-, festgemauertes Häuschen, gewissermaßen ein Kloster im Kloster eine herrliche Schriftsteller-Klause, wie ich fie selbst in meinen schwung­vollsten Träumen von Einsamkeit niemals erträumte. Hier gehe ich mit meinem Tintenfaß vor Anker. ... Ach, hier verlebe ich goldene Tage! . . .

Ueber die alter-graue Terassenmauer blicke ich hinaus auf die unendliche Fläche des Meeres, die fich weit hinein­zieht in den Horizont, bis dahin, wo in duftigem Gedämmer Himmel und Meer zusammenfließen. Wieder ist eS mächtig bewegt, dieses alte, ewig veränderliche Meer. .. .

Draußen auf erregten Wogen ein emfig herumkreuzendes Schiff. Im weißen, im Sonnenschein leuchtenden Gischt fliegt es auf und nieder, fährt nach allen Richtungen, ist mit seiner rührenden Sehnsucht nach dem Hasen ein Spiel der Wellen. Soviel Flaggenfignale auch an seinem Mast ewporsteigen hier am Hafen wird Alles igrorirt.Der da draußen muß wissen, daß jetzt bei uns das Landen unmöglich ist," scheint man zu denken.

Nach stundenlangem Herumschwanken dampft es endlich von dannen, daS arme Schiff, und bald verschwindet fein tief­schwarzer Rauchschweif am Horizont.

Inzwischen geräth da- Meer in immer wüthendere Er­regung. Rastlos stürmen geschwollene Kamm- die Wogen heran. Erschreckt und zerstäubend spritzen fie hoch empor vor den grausigen Klippen oder werden von ihnen eingeschlürft in dröhnenden Athemzügen. Trägen Fluge- schwebt darüber eine kreischende Wolke heißhungriger Möven . . .

So tobt eS die ganze Nacht hindurch. BiS in den tiefsten Traum hinein höre ich Waffer schäumen, Waffer rauschen und Brüllen und Heulen deS Meeres von den Klippen her. Mir ist, al- habe ich mein Zelt wieder jenseits deS OceanS, am Gedonner des Niagara aufgefchlagen.

Ich vergegenwärtige mir dieses unheilvolle Geklipp, wenn der Sturm ein Schiff in feine Klauen nimmt und e- in frevler Bernichtung-lust erbarmungslos auf die Felsen schleu­dert eine traurige Seetragödie ....

Plötzliches höllisches Krachen, das grauenhafte Geräusch, wie eS nur zerschmetternde- Bersten eines strandenden Schiffes hervorbringt .... Zum Himmel erhobene, krampfhaft ge­faltete, krampfhaft ringende Hände, wahnsinnftarre Blicke, die zum letzten Mal ausflammen vor jähem Sterben .... ein einziger, markerschütternder Todesschrei--.

Siegestrunkene Sturzwellen werfen einander durch hoch­spritzenden Schaum Trümmer und aneinander geklammerte Leichen zu.

Einige Tage später ....

Ich lerne einen schwerverdüsterten Mann aus Jerusalem kennen. Im Verlauf der Unterhaltung erzählt er mir, wäh­rend er trübselig auf die Straße starrt, wa- fein Herz belastet.

D, dieser Hafen von Jaffa!" raunt er mit bebender Stimme daher, er ist für mich der traurigste Platz der Welt."

Wieso?"

Ach, denken Sie nur! Bor kaum einem halben Jahre, da kam ich mit meiner ganzen Familie von Beirut herunter, mit meiner Frau und fünf Kindern. Da- Jüngste, ein Säugling war erst zwei Monate alt. Beim Ausschiffen, mein Gott, da schlägt da- Boot drüben an diesen höllischen Klippen um. Meine Frau und vier Kinder, drei prächtige Jungen und ein Mädchen, fanden den Tod in den Wellen. Nur der Säugling und ich wir wurden gerettet."

Touristen mit einem Führer doch besteigen. Damit nun der Bursche unterdessen nicht entwische, verfiel man auf den Gedanken, feine Beinkleider mitzunehmen. So mußte dieser, während sie den 2643 Meter hohen Gipfel erkletterten, in der Hütte zurückbleiben. Bei der Rückkehr gaben sie ihm die Beinkleider wieder und nahmen dann den Einbrecher mit, um ihn dem bayerischen Gerichte zu übergeben. Während der Mädelegabel'-Wanderung der drei Bergsteiger war der Innsbrucker Führer Sentner über das Mädelejoch zur Hütte gekommen. Der erstaunte natürlich nicht wenig, als er den Ohne-Hosen Mann auf der Matratze liegen sah. Allem An­scheine nach faßte der auf so komische Weise Festgehaltene die Sache nicht sehr tragisch auf. Er erzählte dem Führer unumwunden den Vorgang und führte dann noch Klage darüber, daß in der Hütte nicht einmal Alles vorhanden sei, was auf dem Speisen- und Getränkezettel verzeichnet sei. In den letzten Tagen wurde auch eine zweüe Schutzhütte erbrochen und zum Theil geplündert angetroffen, nämlich die im Hinteren Gartet (Moosthal) 2451 Meter hoch gelegene Darmstädter Hütte, die man von St. Anton am Arlberg in etwa 45 Stunden erreicht. Man glaubt, daß es Wilderer waren, die hier eingebrochen sind. Der Schaden ist nicht gerade bedeutend, am empfindlichsten noch in Folge der Beschädigung der Thüren und Schlösser.

Wissenschaft, Literatur und sinnst.

Für die Reisezeit. Allseitige Beachtung verdient eine in dem Verlage von Julius Abel tn Greifswald erschienene Broschüre: Zur Abwehr ansteckender Krankheiten. Zeitgemäße Rathschläge für Bewohner und Besucher der Badeorte, insbesondere der Seebäder. Von Professor Dr. Mosler, Geh. Med.-Rath, Director der medtcinifchen Klinik tn Greifswald. Es ist ein hervor­ragendes Verdienst detz erfahrenen Klinikers, aus dem reichen Schatze feiner Beobachtungen in dieser für Jedermann verständlichen Broschüre zur Abwehr ansteckender Krankheiten, die durch den gesteigerten Ver­kehr der Jetztzeit überall, auch in Kurorten, Seebädern, häufiger vorkommen, zeitgemäße Rathschläge ertheilt zu haben.Ueber Ent­stehung und Weiterverbreitung von ansteckenden Krankheiten kann nicht genug Aufklärung geboten werden, zumal ihre Kenntniß durch die Bacteriologie neuerdings wesentlich gefördert worden ist. Mehr und mehr müssen diese Errungenschaften Gemeingut werden." Nicht besser kann dieser Zweck erreicht werden, als durch weiteste Ver­breitung dieser leicht verständlichen Schrift bei Hoch und Niedrig, Arm und Reich. Von zahlreichen Beamten, Pastoren, Lehrern, von Badedtrectionen, sowie auch von den Bewohnern und Besuchern der vielen deutschen Badeorte muß der in bitter Schrift gegebene Mahn­ruf ausgenutzt werden, damit letztere eine gesunde Stätte für Kranke und Erholungsbedürftige bleiben. Die hier geschilderten Vorsicht-- maßrrgeln sind allgemein zu beachten. Personen, welche einen Kur­ort, eine Sommerfrische im Binnenland oder an der See, zumal mit froher Kinderschaar besuchen wollen, sollten von dem lehrreichen Inhalt dieser Broschüre Kenntniß nehmen, um zu erfahren, wie fie sich und ihre Angehörigen vor Krankheiten, nicht am wenigsten vor ansteckenden Krankheiten bewahren können.

Avis für Raucher-Gourmands. Die Orientalische Tabak' und Cigaretten-FabrikZ)enidze" in Dresden eröffnet auf allen Linien einen scharfen Kamps gegen die Invasion der egyptischen, speciell Eairoer Eigaretten-Fabrikaie: Wenn auch diesen letztere» Erzeugnissen gewisse Vorzüge nicht abzusprechrn sind, so ist eS doch von deutschen Coiisumenten durchaus nicht zu rechtfertigen, daß die­selben den deutschen Eigaretten Fabrikaten, als angeblich nrcht gleich- werthtg, keinerlei Beachtung schenken. Die FirmaAenidze" ver­arbeitet genau dieselben türkischen Tabake, welche tn Cairo ver­arbeitet werden (egypttscher Tabak existirt bekanntlich nicht), und zwar auf Grund langjähriger Erfahrungen in der gewissenhaftesten Weise. Die FirmaAenidze" (ein echt germanisches, reelle- Unternehmen), welche nach oerhällnißmäßig kurzer Zett sich zu einer der größten deutschen Eigaretten-Fabriken entwickelt hat, ist eher in der Lage, edelste Crescenzen zu verarbeiten, alS wie ihre Eairoer Concurrenz, da die nach Deutschland »xportirten Tabake nicht dem bedeutenden, an die türkische Tabaks Regie zu entrichtenden AuS- gangszoll unterliegen, welchem die aus der Türkei nach Egypten 'xporiirten Tabake unterworfen sind. Außerdem ruht auf den in Deutschland hergest-llten Cigaretten nur der Eingangszoll auf türkischen Blättertabak, welcher nicht annähernd so hoch ist, wie der von den importirten Cigaretten erhobene Zoll. Die Specialität der Firma3)enibze",Salem-Aleikum", ist daher bei gleichen Preisen, wie das Eairoer Fabrikat, bedeutend werihooller als letzteres; schon zu 3 Pfg. im Detail, ist dieSalem-Aleikum" in einer superben Qualität, edel, leicht, mild, in den besseren Cigarren-Geschäfte» zu haben.

Wir jetzt setue welken, fich langsam mit Thränen füllende« Augen hinüberflimmern nach dem unheimlichen Gefelse ich werde diesen wehmüthigen Blick niemal- vergessen.

Heute im Hafen Alle- still. Die Straße, wo fich sonst aufgeregte Pilgerfchaaren drängen, durchzieht eine Karawane zottiger Karneele, und herrenlose Hunde schnüffeln herum. Auf der breiten Hafenmauer spielen fröhliche Türken Schach, oder fie schlürfen in kleinen Schlucken Kaffee und erzählen fich dabei allerhand Liebesgeschichten. Herrlichster Sonnen­schein aus tiefblauem Himmel und spiegelglatt da» träumende Meer .... Nur zuweilen leise- Schäumen, sanftes Wellen­lächeln um Riffe und Felsen, die still vom Wasser aufglänzen, wie die Zinnen einer in die Tiefe gerissenen Stadt . . .

Ermüdet geht der laute Tag zur Ruhe. Orangendust aus grünen Hainen haucht Über die Wellen- Palmenwipfel wiegen sich leise im Abendwind, und da hinten steigt die Sichel des Monde- in purpurne- -Gewölk .... Jetzt weit zurückgetreten die fluthenden Wasser. Entblößt liegen nun die Klippen da, diese unheilvollen Brandung-Plätze harmlos, unschuldig, al- hätten fie nie ein Wässerchen getrübt, nie ein Schiff mit Mann und Mau- zu Grunde gerichtet. Wie ich fie jetzt betrachte, fie erscheinen mir wie schlafende Tiger. Sachte, fachte, daß diese Ungeheuer Niemand weckt!

Aber baß zerklüftete Gestein zeigt dem staunenden Auge ein wundersames Meerleben: schwimmende Kräuter schwanken ÜbermÜthig neben grünleuchtenden Moosen- buntschillernde Muscheln ruhen tn Nachbarschaft dunkler Seekrebse- dicke, blaudurchfichttge Quallenmassen erglänzen in der Abendsonne. Muntere Kinder springen mit nackten Beinen von Klippe zu Klippe, sammeln Muscheln, Eisenstücke, verschiedenes Seegethier oder spielen Verstecken hinter den zerborstenen Planken eine« zerschellten Bootes ....

Da- ist da- zweite Gesicht des grausen Geklipp- von Jaffa.

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Jlftrö Kcut sowie alle and lichen Gerathe preisen

empfiehlt A. W

Wode ckrArt, rasch u Klan; trocknend, Aug. Nol

Zeit und

wirke fir die! Futfnchtnke.

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