Ausgabe 
10.4.1898 Erstes Blatt
 
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gebühr zu» doppelten Betrage zu erheben. Diese vestinnnung hat insofern Werth für die Reisezeit, al» mau künftig auch vor dem QnartalSwechsel noch ans seine Zeitung abouuiren und dieselbe daun von einem bestimmten Tage im neuen Qnartal ab sich nach einem neuen Aufenthaltsorte überweisen lassen kann, so daß mau bet Ankunft seine Zeitung schon vorstndet. Die Rücküberwetsnog zum ersten BezugSort kostet nicht», die einfache Ueberweisung-gebühr beträgt 50 Pfg. Die ganze Maßnahme ist für da» reisende Publikum über« au» bequem.

** Turuklelduug für Mädchen. Der vorfitzeude de» Allgemetueu Verein» für Berbrfferung der Frauenkleidung in Berlin hatte dieser Tage eine Audienz beim Minister Dr. Bosse gehabt behuf» Ueberretchung der Eingabe betr. die Kleidung der Mädchen beim Turnunterricht. In der Eingabe wird gebeten, für den Turnunterricht der Mädchen den Gebrauch de» Corsett» und de» Leibchen» au» festem Stoff und Staogeneinlageu allgemein zu untersagen und statt euganliegeoder und schnürender Kleidung eine zweckent­sprechende zu empfehlen. Der Minister hat die Eingabe und die mündliche Begründung derselben mit lebhaftem Interesse eutgegengeuommeu und seine Unterstützung zugesagt, bezüglich der Einzelheiten sich aber Vorbehalten, zunächst noch Sach­verständige zu hören.

Wetterbericht. Die Depression im äußersten Nord« osteu hat zwar au Tiefe verloren, entsendet jedoch einen Au»« läufer über die Ostsee nach der deutschen Küste, und zieht dieselbe ganz Nordostdeutschlaud in ihr Bereich. Dortselbst fallen allenthalben Niederschläge. Central« und Südeuropa liegt noch unter der Herrschaft eine» barometrischen Maximum», welche» sich seit gestern sogar noch weiter entwickelt hat. Auf unserem Gebiete herrscht vielfach heitere» Wetter. Am Tage steigen die Temperaturen ziemlich an, während sie Nacht» zu« meist mehrere Grade unter dem Gefrierpunkt liegen. voraussichtliche Witterung: vorerst noch heitere» und tagsüber warme» Wetter.

Zum Beamteugesetz. DieN. H. BolkSbl." enthalten folgende», auch eineu großen Theil unserer Leser interesfirendeS Ein gesandt".gut Beruhigung über da» Schicksal de» Beamtengesetze». Die bedauerliche Erkrankung eine» Mit­gliedes des Finanzausschusses hat in der Beamtenwelt die Beunruhigung erneut, die Berathuug de» Besoldungsgesetz« entwurf» könne auf» Neue eine Verzögerung erleiden. Am 9. März, also ein halbes Jahr nach der Veröffentlichung de» Entwurf», erklärte der Finanzausschuß, feine Berathaugeu seien noch nicht über daS Stadium der Vorverhandlungen hinauSgekowmeu. DaS durch diese Erklärung in betheiligteu Kreisen hervorgerufene Befremden wurde durch die uachfol« senden Erläuterungen in der Sitzung vom 19. März ge« mildert, die feststrllten, daß man immerhin über die privct- piellen Fragen schon klar geworden sei, völlig beseitigt aber erst durch eine Aeußerung de» Mitglied» des Finanzau»- schuffe», Herrn Abg. Hechler, derzufolge man sich bereit» ver­ständigt habe, daß der Finanzausschuß sofort nach Beendigung der Plenarsitzungen zwecks Berathung des Beamtengesetze» zusammeuberufen und solange zusammenbleibeu werde, bi» die Sache erledigt sei. Ebenso forderten sowohl der Regie­rungsvertreter wie die Herren Abgg. Köhler (Darmstadt), Ulrich, Weidner, Schmeel und Friedrich eine Beschleunigung der Berathungen de» Besoldungsgesetzentwurfs. Mit der nunmehr erfolgten Beendigung der Plenarberathungen ist daS Hinderuiß für eine sofortige Berathung im Finanzausschuß beseitigt. Da» interesfirte Publikum könnte sich nun be« ruhigen, wenn man ihm zwei Fragen beantwortete: 1. Wann ist der Finanzausschuß seinem Beschluß gemäß zur Berathung de» BesoldungSgesetzentwurf« zusammeugetreten? bez.: Wann wird er zu diesem Zwecke zusammentreten? 2. Welcher Termin ist für den Beginn der Plenarberathungen über den BesoldungSgesetzentwurf in Aussicht genommen? bez.: Sind die geschäftlichen Anordnungen für die Plenarberathungen so getroffen, daß baß Beamtengesetz bi» zum 1. Juni (dem Tage, mit dem die verlängerte Budgetperiode abläuft) unter Dach und Fach sein kann?

-r. «ul Stadt und Land, 9. April. Mit dem vielseitigen Gebrauche de» Zweirades hat sich gleichzetttg eine üble Sitte, die leicht zu unbeabsichtigten Thterquälereieu ver- anlassung gibt, eingebürgert. Es geschieht die» nämlich durch da» Mitnehmcn von Hunden während de» Radfahren», welche» man fast täglich beobachten kann. Herren und Damen glauben ihrem Ltebling»hunde dadurch eine besondere Freude zu bereiten, daß sie ihn auf der Radtour nebenher springen lassen. Für kurze Strecken und mäßige Fahrgeschwindigkeit mag ja auch dem Hunde diese» Vergnügen gegöant sein. Aber auf weite Entfernungen muß eine solche Begleitung al» völlig unzulässig vermieden werden. Der Radfahrer radelt in größter Gewüthsruhe und ohne Anstrengung über die lange Straße dahin, während der Hund unter Aufwand aller seiner Kräfte in unmittelbarer Nähe seinem Herrn folgen will. Keuchend und die trockene Zunge weit au» dem Halse hängend, gelangt der Hund endlich an da» Ziel, wo er von Ueberanstrengung, Mattigkeit und zu Tode erschöpft lang htngestreckr jede Annahme von Nahrungsmitteln Anfang» verweigert. Dies ist sicherlich der beste Beweis dafür, daß der Huud kein passender Gefährte für eine große Radtour ist, und daß diese für ibn kein Vergnügen, sondern nur eine schädliche Hetzerei und Qual ist. Darum:

Wer radelt weit hinan», der lasse seinen Hund zu HauS!

Sambach. 7. April. Die Steinbruchbesitzer, die Herren Becker, Buß, Melcher und Unger, haben tu ihrem gemein« samen Basaltsteinbruch eine Klopfmaschine aufgestellt. Dieselbe ist feit dem 4. April in Thätigkeit und arbeitet sehr gut. In einer Stunde wird sie ungefähr 45 Labte- meter Steine zerkleinern. Die genannten Besitzer haben auf der Strecke ButzbachNiederweisel ca. 1800 Lubikmeter Steine zu liefern. An Basaltsteinen besitzt Gambach einen unerschöpf­

lichen Borrath, e» fehlt eben nur, um dieselben weiter be­fördern zu können, die schon lang ersehnte Wetterthalbahn.

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Aufgebote.

April: 1. Ernst Otto Fran, Hosch, Spengler und Installateur dahier, mit Mathilde Auguste Simon Hierselbst. 1. Christoph Becker. PosthUsSbote dahier, mit Katharine Stephan von Großen-Buscck. 2. Karl Müller, Kaufmann zu Zürich, mit Maria Bertha Robertine Köhler dahier. 2. Wilhelm EnderS, Metzger dahier, mit Friedrich Klein Wiltwe, Katharine Wilhelmine Elisabeth, geb. Schmidt, zu Butzbach. 2. Dr. Heinrich Konrad Kratz, Oberarzt zu Heppenheim a. d. B, mit Eleonore Ritsert Hierselbst. 4 Hermann Max Ihle, Laboratoriumsdiener dahier, mit Anna Katharine Henriette Siebert Hierselbst. 5. Ernst Jakob Schenk, Steuer-Assessor zu Offenbach a. M., mit Anna Wilhelmine Hanstein zu Nidda. 5. Heinrich Wilhelm Geck, Sergeant zu Dledcnhofen, mit Therese Schneider hierselbst. 6. Konrad Süß, Kutscher zu Rockenberg, mit Dorothea Schneider hierselbst 6. Jakob Andreas Birkenstock, Techniker dahier, mit Regina Bertha Nestler zu Ober-Mörlen. 6. Adam Weber, Feldwebel dabier, mit Christine Scharmann zu Willofs. 7. Christian Gottlieb Ritz, Erdarbeiter zu Kastel, mit Katharine Hill daselbst. 7. Dr. Ferdinand Hubert Clasen Assistenzarzt dahier, mit Maria Katharine Hubertina ZerreS zu Bonn.

Eheschließungen.

April: 2. Heinrich Lein, Fahrburfche dahier, mit Charlotte Dorothea Höfler hierselbst. 2. Heinrich Wiegand, Schuhmacher zu Gießen, mit Elisabeth Margarethe Lipp hierselbst. 5. Emil Adolph Johann Stieber, Vieh-Transporteur dahier, mit Katharine Elisabethe Frischholz hierselbst. 6. Karl Post, Bäcker dahier, mit Luise Marga­rethe Arnold hierselbst. 6. Christian Wilhelm Semmler, Schlaffer dahier, mit Sophie Wilhelmine Elisabeth Bender hierselbst.

Geborene.

März: 26. Dem Restaurateur Friedrich Teigler eine Tochter, Anna Luise Martha. 28. Dem Buchhalter Christian Rosenkranz eine Tochter. 29. Dem Wirth Joseph Stein eine Tochter, Bertha Karoline. April: 1. Dem Großh. Amtsrichter Ludwig Neuenbagen ein Sohn, Johann Georg Karl Ferdinand Hermann. 1. Dem Kauf­mann Carl Gerbode eine Tochter. 2. Dem Conditor Ludwig Döll ein Sohn, Otto Wilhelm. 3. Dem Realgymnasiallehrer Dr. Rudolf Erb eine Tochter. 3. Dem Locomotivheizer Louis Jung eine Tochter, Charlotte Luise. 3. Dem Vicefeldwebel Jakob Kohlhepp eine Tochter, Johanna Theresia.

Gestorbene.

April: 2. Wilhelmine Wteßner, geb. Stamm, 68 Jahre alt, Wittwe von Ziegler Jakob Wtßner dahier. 5 Konrad Weber, 15 Jahre alt, Schuhmacherlehrling von Flensungen. 5. Margarethe Victor, geb. Schrebel, 86 Jahre alt, Wittwe von Oberförster Louis Victor dahier. 5 Dorothea Langsdorf, geb. Plank, 61 Jahre alt, Wittwe von Metzger Johannes Langsdorf dahier. 6. Louise Herrle, 8 Jahre alt, Tochter von Küfer Johann Herrle dahier. 7. Georg Klös III., 47 Jahre alt, Nachtwächter von Flensungen.

Ar»»zrsg au» den Kirchenbüchern

der Stadt (Siehe».

Soangelifche Gemeinde.

Getraute.

MatlhäuSgemeinde.

Den 2. April. Heinrich Wiegand, Schuhmacher zu Gießen, und Elisabeth Margarethe Lipp, Tochter des verstorbenen Handels­manns Heinrich Lipp zu Gießen.

MarkuSgemetnde.

Den 2. April. Heinrich Lein, Fahrbursche zu Gießen, und Charlotte Dorothea Höfler, Tochter beS verstorbenen Taglöhners Konrad Höfler zu Friedberg.

Getaufte.

Matthäusgemeind«.

Den 3. April. Dem Gerichtsdiener-Substitut Ludwig Wald- schmidt eine Tochter, Anna, geboren den 22. Februar.

Denselben. Dem Posthilfsboten Karl Hofmann ein Sohn, Karl, geboren den 17. Februar.

Denselben. Dem Taalöhner August Schmidt ein Sohn, Wilhelm Friedrich, geboren den 17. October.

Markusgemeinde.

Den 3 April. Dem Bierbrauer Andrea» Weber eine Tochter, Katharine Henriette, geboren den 18. Februar.

Beerdigte.

Matlhäutzgcmeinde.

Den 7. April. Dorothea Langsdorf, geb. Plank, Wittwe des verstorbenen Metzgers Johannes Langsdorf, 61 Jahre alt, starb den 5. April.

MarkuSgemeinde.

Den 3 April. Konrad Pieh, Taglöhner, verheirathet, 36 Jahre alt, starb den 31. März.

LukaSgemeinde.

Den 7. April. Margarethe Victor, geb. Scherbel, Wittwe des Oberförsters LouiS Victor, 86 Jahre alt, starb den 5. April.

JohanneSgemeinde.

Den 4. Aprll. Wilhelmine Wteßner, geb. Stamm, Ehefrau des verstorbenen Zieglers Jakob Wteßner, 68 Jahre alt, starb den 2. April.

Kirchliche Anzeigen der Stadt Giehen. GvangeltfchecÄttniL Gottesdienst.

Sonntag den 10. April. 1. Ofterfeiertag. Collecte für die Kirchenkaffe.

I» der Stadtkirche.

Vormittags 9'/, Uhr: Pfarrer Dr. Grein.

Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Marcusgemeinde. Pfarrer Dr. Grein.

Nachmittags 6 Uhr: Pfarrer Schlosser. In der Johanneskirche.

Samstag den 9. April.

Nachmittags 2 Uhr: Beichte. Pfarrer Dr. Naumann.

1. Ofterfeiertag, den 10. April.

Vormittags 9/i Uhr: Pfarrer Dingeldey.

Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die Johannes- gemeinde. Pfarrer Dr. Naumann.

Nachmittags 2 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann.

Nach dem Gottesdienst Verlheffung der Schott'schen Stiftungs­zinsen.

In der Johanneökirche.

Vormittags 9*/t Uhr: Pfarrer Dr. Naumann.

(Konfirmation der Kinder aus der JohanneSgemeinde und Feier des beil. Abendmahl».

Abends 6 Uhr. Pfarrer Dingeldey.

Am Sonntag den 17. April, Nachmittags 2 Uhr, Vorstellung und Prüfung der Confirmanden aus der LucaS- und MilttLr- gemeinde. Pfarrer Dingeldey.

k»ttz«Hsche Gemeinde.

Samstag den 9. April.

Nachmittags um 4 Uhr und Abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte.

Ostersonntag den 10. April.

Vormittags von 6*/i Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beichte.

9 um 7 Uhr: Die erste beil. Messe: vor und m derselben Austheilung der heil. Communion.

, um 8 Uhr: Die zweite heil. Messe: Militärgottesdienst mit Predigt.

um 9Vf Uhr: Hochamt mit Predigt.

Nachmittags um 2 Uhr: Festandacht.

um 4 Uhr und Abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte.

Ostermontag den 11. April.

Vormittags von 6*/, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beichte.

um 7 Uhr: Die erste heil. Messe: vor und in derselben Austheilung der heil. Communion.

- um 8 Uhr: Die zweite heil. Messe: Mllitärgottesdienft mit Predigt.

um 9i/t Uhr: Hochamt mit Predigt.

Nachmittags um 2 Uhr: Festandacht.

Schiftrnachrichten.

Der Postdampfer .Nederland" der »Red Star Hine' in Sm- werpen ist laut Telegramm am 6. April wohlbehalten in Philadelphia angekommen.

Verkehr, Cant» «nd VoU-wirthfchnfi

ittm# 9. April. Marktbericht. Auf dem heutige» Wochenmarkt kosteten: Butter vr. Pfd. X 1,061.2b, Hühnereier pr. 6L6-0A, 2 St. 11-12 4, Enteneier 2 St. 1213^, Gänse eiet pt. 611200 4, Käse pr. 6t. 5-10 4. Käsematte pr. St. 3 Erbsen pr. Liter 19 4, Linsen pr. Liter 31 4, Tauben pr. Paar X 1,00 bi« 1,00, Hühner pr. Stück 1,40 bi« 1,60, Hahnen pr. Stüä X 1,401,70, Enten pr. Stück X 1,802,00, Gänse pt. Pfund X 0.00-0,00, Ochsenfleisch pr. Pfd. 66-74 A. Kuh- und Rindfleisch Kfd. 60-66 4, Schweinefleisch pr. Pfd. 68 bi» 72 4, Schweim

, gesalzen, pt. Pfd. 76 4, Kalbfleisch pr. Pfd. 60-00 4 Hammelfleisch pr. Pfd. 50-66 Kartoffeln pr. 100 Kilo 5,50 btl 7,50 X. Weißkraut pt. Stück 000 Zwiebeln pt. Eentner 9,0010,00 X, Milch pt. Liter 16 4-

Netteste Nachrichten.

Depeschen de« BureauHerold".

Prag, 9. April. WieNarodnt Ltsty" melden, wurde an maßgebender Stelle beschlossen, daS von Professor Lenbach gemalte und der Prager Kunstausstellung zugesaudte Por« tratt Theodor Momsen» zurückzuschtcken, da ein Autstrllcn desselben wegen der tschechenseindlichen Gesinnung MomsenS al< Provokation wirken könne.

Pari», 9. AprilGauloiS" sagt, die lärmende Art, welche die Freunde Zola» über den Beschluß deS Apellhofe» gehabt haben, hätte die Mitglieder de» Krouralhe» veranlaßt, einen neuen Prozeß eivzuleiten.

London, 9. April. Depeschen aus Manilla melden, daß infolge be» Eovflicle» mit Amerika die Gährung auf den Philippinen neu auflebe und ein neuer Aufstand beoorftehe.

London, 9. April. Au» Newyoik wird gemeldet: Die Vorstellung der europäischen Mächte in Washington verfehlt ihre Wirkung. Die Kriegipartei zwinge Mac Kinley, energischer zu repliciren, al» ihm lieb fei, um sich vor dem bestimmt zu erwartenden Vorwurf zu schützen, er dulde eine europäische Intervention.

Madrid, 9. April. Die Subscri ptiou zur Flotten­verwehrung hat bisher einen Betrag von 25 Millionen Pesetas ergeben.

Paris, 9. April. Die heutigen Blätter besprechen sämmt- lich den Beschluß deS Kriegsgericht». Die Vertheidiger Zola» erklären, daß sie von ihrem Borhaben nicht abstehen würden. Sie wollten die Driy'uS-Esterhazh-Zola-Affaire weiter spinnen. In derHuiore" sagt Llemeuceau, der Be­schluß de» Kriegsgericht» sei ein natürlicher. Die Offiziere konnten n cht ander» handeln. Wir beglückwünschen unS zu dem Beschluß de» Kriegsgericht», denn nur durch neue De­batten können wir zu neuen Kundgebungen und zur Wahr­heit kommen. Mit Vertrauen kehren wir zum Üsfisenhose zurück, um die öffentliche Meinung aufzukläreu.Auiortte* sagt, der muthvolle Entschluß de» Kriegsgericht» sei eine Er­leichterung de» französischen Gewissen». Persönlich hätten die Mitglieder de» Kriegsgericht» die Beleidigung Zola» miß­achten können, jedoch seien fie die Träger der Ehre der französischen Armee und in dieser Hinsicht mußten fie einen solchen Beschluß fassen.

Washington, 9. April. Ein spanischer Offizier hat der amerikanischen Regierung einen Bericht über die Katastrophe de» Panzer«Maine" gesandt, worin derselbe mtttheilt, daß die Explosion durch Spanier auf Befehl der spanischen Regierung erfolgt sei.

Belgrad, 9. April. Die Albanesen überschritten gestern die serbische Grenze, wurden jedoch von der serbischen Grenzwache nach blutigem Kampfe zurückgeschlagen. Auf beiden Seiten gab e» mehrere Tobte und verwundere.

Montag den 11. April, 2. Ofterfeiertag.

Collecte für die Armen der Gemeinde.

An der Stadtkirche.

Vormittags 9*/t Uhr: Pfarrer Schlosser.

Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde. Pfarrer Schlosser.

Nachmittags 2 Uhr: Vorstellung und Prüfung der Confirmanden aus der Marcusgemeinde. Pfarrer Dr. Grein.

Am Sonntag, den 17. April, findet die Confirmalion der Kinder der Marcusgememde statt, und in Verbindung damit die Feier des heiligen Abendmahls. Beichte: Samstag den 16. April, Nachmittags 2 Uhr.

WB. Washington, 9. April. DaS Reuter'sche Bureau meldet:Da« Cadruet betreib gestern über die Note der Mächte, augenscheinlich wirb bieselbe die politische Lage aber nicht beeinflussen. Der Krieg wird als unvermeidlich angesehen. ES verlautet, Deutschland, Rußland und Italien enrschlofleu sich, gemeinsame Schritte zur Sicherung be» Friedens zu thun, jedoch nur au» Gefälligkeit gegen andere Mächte, fie selbst seien indifferent.

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