Locale, rrn- Provlnzlelle,.
§§ Sich, 7. Deeember. Sin seltenes Fest feierte gestern I Herr Lehrer H assebaum in Eberstadt bei Lich in | körperlicher und geistiger Frische: waren eS doch gestern 50 Jahre, daß Herr Haffebaurn tu den Schuldienst eingetreten ist. Au- dieser» Anlosse schaarte sich um den Jubilar eine große Festversammlung, zu der auch die Vertreter der Schul« und Kirchenbehörde und der Vertreter de- Patronat-Herrn, des Fürsten von Lich, erschienen waren. Da- ganze Dorf bot einen festlichen Anblick, da jede- Hau- ohne Ausnahme mit Fahnen geschmückt war. Dir Feier wurde mit einem Gottesdienst eröffnet, bei dem die Kirche die Besucher kaum zu fassen vermochte. Herr Pfarrer Feller hielt, im Anschluß an dar Apostelwort: Ehre, dem die Ehre gebühret, eine sehr erbauliche Rede. Herr Dekan Heimer au- Hungen sprach sodann vor dem blumengeschmückteu Altäre den Dank de» Confiftorium- au- für die treuen Dienste, die Herr Hassel« bäum al- Lehrer und Organist der Kirchengemeinde geleistet hat. Der Text seiner Ansprache war Psalm 121, 1 und 2. Der 2. Thetl der Feier fand im Saale de- Gaftwirth- Görlach statt, wo dem Jubilar durch Herrn Provinzialdirector von Bechtold im Auftrage Seiner Königlichen Hoheit da- silberne Berdtenstkreuz Philipp- de- Großmüthigen, von den Schul« kmdern ein prachtvoller Regulator, von der Gemeinde ein schöner S'siel, von dem Gesangverein Eberstadt da- Diplom al- Ehrenmitglied und von den Lehrern de- Bezirks Lich« Hungen rin leben-große- Brustbildn ß (Bismarck in Kürassier- uniform) mit reichverziertem Rahmen überreicht wurden. Br« sonderrn Dank verdient an dieser Stelle der Gesangverein Eberstadt und sein Dirigent sür den schönen Gesang, welcher wesentlich zur Verschönerung der gottesdienstlichen Feier und de- gemüthlichen Theile- des Feste» beitrug.
X Darmstadt, 7. Dccember. In der Kunfthalle am Rheinthor Haden wieder die Permanenten Ausstellungen, die den h efigen Kunstfreunden Bcdürfotß geworden, angefangeu. Die Cabiuette haben von der Ausstellung der Modernen den Decken- und Wandschmuck behalten. Ein eigenartige- Talent, ein Moderner in besonderem Sinne, ist Ewil Lugo«München, dessen coloristische Begabung seine zeichnerische entschieden überagt. Er sucht an alte Vorbilder anzakaüpfen und stellt mit allerlei Wesen bevölkerte Jberllandschafteu mit den bekannten scharfen Contnren, klarster Fernsicht ,unb abgeklärter Stimmung, theilweise recht effektvoll, her. Vorzüglich bewährt im Porträtfache ist Clara Grosch hier- die Realistik ihrer Darstellungen ist eine ansprechende, liebenswürdige, nirgend- die Grenzen de- Schöaeu überschreitende. Interessant: Sachen au- dem heiligen Laude bringt in Oel- und Wasserfarben Hau» Lauer in Kreuznach zur Ausstellung- dn hübsche- Otlbild desselben wurde zur Weih nacht»- Verloosung des Verein» angekauft. Die Gewinne für diese Verlosung werben Ende der Woche der öffentlichen Besichtigung zugänglich sein. Writerhm find noch von bekannten Malern und Malerinnen diesmal Julius Runxe-Müucheu, Aug. Rirper-München, Gg. Barosch, Ilse Müller-Gotha u. A. vertreten. — Der f. Z. bei den Berbreiierung-arbetten für die Kirchstrahe vtelgenanvte Bäcker E., der sich dabei durch sein Entgegenkommen gegenüber der Stadt au-zrichuete, ein sehr tätiger Mann, mußte leider in die Anstalt nach Heppenheim verbracht werden.
* Srbach, 6. Decrmber. Mitte October wurde im hohen Wksterwald eine Wechselstrom-Centrale dem Betrieb Übergeben, welche bi» jetzt fünf Orte mit electrischer Energie versorgen soll. Die Kcaststatiou befindet fich in Erbach, woselbst eine neu ausgedaute Wasserkraft von 50 PS vorhanden ist. Außerdem wurde noch eine Wols'iche Lompound-Loeomodtle mit Condensation für maximal 60 PS Leistung aufgestellt. Für dre Wasserkraft wird da» Wasser ca. 1 Kilometer oberhalb Erbach» der Nister entnommen und in einem eisernen Canal, welcher auf Eisenständeru gelagert ist, dem 6 Meter hohen nab 2 Meter breiten, oberschiachiigen Wasserrab zugeführt. Da» Wafferrab ist ganz aus Eisen hergestellt. Ein BrcmSregulator tür eine Drewsleistung von 20 PS (von Briegtrb, Hansen & Co ) regulirr bei schwankender Belastung, resp. bei nicht entsprechender Bcaufschlagung btS Wasserrad» die richtige Tourenzahl de» Vorgelege«. Die Dynamomaschinen, Fabrikate der „Deutschen ElectricttätS- werke" in Aachen, werden , von einem Hauptvorgelege au» (300 T p. M), auf welche» die Wasser« und Dampfkraft gemeinschaftlich oder einzeln wirken können, angetriebrn. Für ote DyaawoS ist ein 10 Quadratmeter große» Fundament vorgeschoben. Im Betrieb find bis jetzt eine Dynamo sür einphasigen Wechselstrom, 33 Kw. leistend, bei 3000/3600 Volt und 5000 Polwechsel p. M. Der zweite Dynamo (Gleichstrom) leister 9 Kw. und dient zur Erregung der Wechselstrom Dynamo, sowie zur Beleuchtung der Fabrik- räumlichketten der Herren Gebrüder Schneider, Hachenburg-
«it Kiautschou gebracht haben, dann wäre rS sür das deutsche Capital an der Zeit, mit der Einführung der widerstand»- fähigen japantschru Raupe zu beginnen, denn der Chinese geht — wie Freiherr v. Richthofeu sagt — mit seinem Capital gern au Unternehmungen, die von Europäern geleitet werden, und Garantie sür daS Gelingen der neuen Culturrn find die eminenten Erfolge der Japaner seit den 80er Jahren.
Welche Capitalieu hier geschaffen werden können, möge daS Bespiel Frankreich» lehren, da« nicht einmal eine jährliche Coco i Ernte von 10 Millionen Kilo hat, während der jährliche Productiouswerth seiner Industrie fich aus nahezu eine halbe Milliarde Mark beläuft. Durch jene neue, von Deutschland hoffentlich gegebene Anregung auf dem Gebiete der Grideuiudustrie, kann somit sür unser Kiautschou ein enl« gekeimte« und zugleich reiche- Hinterland in wenigen Jahren geschaffen werden.
Erbach, welche da» Werk auf eigene Kosten erbauen ließen. I Die Fernleitung, ca. 10 Kilometer lang, besteht au» 2x12 mm2 blanken Kupferdrähten und ist von kräftigen, 9—15 >z Meter hohen Masten auf HochspannungS-Jsolatoren befestigt. Sie führt erst die Landstraße entlang, über Büdingen noch Alpenrod, von da ab über ein hochgelegene», unbebautes und unfruchtbare» Terraiu nach dem Hauptcousumort Hachenburg. Unter der Fernleitung (3000 Volt) ist, wo dieselbe an Straßen entlang ober durch Orte führt, ein Fangnetz an» Eisendrähten angebracht, welche» geerdet ist. Bei den einzelnen Ortschaften find besondere Transformator-Thürmchen errichtet, in welchen die Leitungen geschützt zu dem Tran»formator geführt find. Außerdem find in diesen Thürmchen noch die Hoch'pannung»-Sicheruugen und Hörner-Blitzschutzvorrichtungen untergebracht. Die Transformatoren find für 3000/110 Volt gewickelt, nur der, der Generatorstation zunächst gelegene (ca. 1,8 Kilometer) tran-formirt von 3000 auf 107 Bolt. Ja der Stadt Hachenburg, ca. 9 Kilometer von der Generator- station in Erbach entfernt, find zwei Trau-formatorstationen errichtet, in welcher 3 Transformationen für 15,10 und 7,5 Kw. aufgestellt find. Im Sommer, bei schwacher Belastung, kann der eine oder andere Transformator au-geschaltct werden. Angeschlossen find in Hachenburg allein bi» jetzt schon 1100 Glühlampen, 6 Bogenlampen und 5 kleine Electro- motoren für da» Kleingewerbe, ferner findet der elrctrische Strom noch für Koch- und Heizwerke (Bügeleisen rc.) Verwendung. Alle angeschloffrueu Orte besitzen elektrische Straßenbeleuchtung. Der Strompreis beträgt pro 1 Kw.-Stunde für Beleuchtung 50 Pfeumge, sür Kochzw.'cke rc. 30 und für Kraft, je nach der BenutzungSzeit, 20—35 Pfennige. Die gesammte Anlage wurde durch die Firma C. Buchner in Wiesbaden, unter Leitung de» Ingenieurs C. Henrich, aus- geführt.
* Bei den hohen Fleifchpreifen hat nachstehende» Gutachten praciische» Interesse für jede Hausfrau: „. . . Ich verwende „Maggi" feit längerer Zeit im eigenen Haushalte, da ich e» vortrefflich finde. Auch in unserer HauShaltungS- schule werden wir fleißig Gebrauch davon machen, da sich dasselbe nicht allein für die feine Küche eignet, sondern in Anbetracht der heutigen theureu Fleischpreise auch für den einfachen Haushalt von großem Werthe ist. Jeder Kochschüieriu und Hausfrau kann Maggi al» ausgezeichneter Zusatz zu Suppen, Saucen und Gemüsen sehr empfohlen werden. Haushaltungsschule zu Dortmund, 12. 10. 98. (gez.) Franziska Götzky, Hau»haltungs-Lehrerin".j
* Die Volkszählung unter den Robben der Pribrlof- Jaseln im BkringSmeere hat in diesem Sommer wir seit 1893 alljährlich im Auftrage der Fischeretbehörde der Bereinigten Staaten stattgefunden, und der Leiter dieser Sendung, C. H. TownSend, hat der Wochenschrist „Science" einen Bericht über die diesjährigen Ergebniffe erstattet. Die Nachrichten lauten, wenn möglich, noch betrübender al- in den früheren Jahren, denn die ehemals «ach Millionen zählende Robbenheerde fchmüzt von Jahr zu Jahr zu einem immer kleineren Häuflein zusammen. Der Hauptgrund für diese Thatsache ist die Fortdauer de» Robvenfange» von Booten aus auf hoher See. 1897 wurde eine Abnahme der die Pribilof- Jnseln aufsuchend-n Robben um 11 pCt. festgestellt und in diesem Jahre hot fich eine weitere Abnahme von gar 22pCt. gegen da» Vorzug ergeben. Die Abnahme läßt fich am besten aus den jährlichen Zählungen bet neugebotenen jungen erkennen, die mit Ausnahme eine» anderen Platze» sämmtlich auf der St. Pauls-Insel da« Licht der Welt erblicken. Noch tm vorigen Iahte wat e» unmöglich, eine genaue Zählung der jungen Robben vorzunehmen und man mußte fich daher mit einer Schätzung begnügen, in diesem Jahre dagegen war ihre Zahl derart vermindert, daß man fie genau bi» auf baß letzte Stück zu zählen vermochte. Der Landsang der Robben hat fich in den letzten Jahren folgendermaßen gestellt: 1896 wurden 28 964 Thiere geschlagen, 1897 nut mehr 20 890 und im laufenden Jahre nut noch 18032. Der Fang auf hoher See hat folgendermaßen abgenommen: 1894 belief et fich auf 24 322, für 1898 ist die Zahl noch nicht bekannt geworden, aber an der außerordentlichen Abnahme der Robben- Heerde ist kein Zweifel möglich. Mau hat tm vorigen Jahre die Brntplätze mit Zäunen eingehegt, um die Männchen am Lande zurückzuhalten und so die Fortpflanzung zu fördern, aber die Vorrichtung hat fich al- ungenügend erwiesen, kann aber wohl ohne große Mühe verbessert werden. Diese» Ein« hegen der Heerde hat im Besonderen den Zweck, die Thiere während tez Anwesenheit der Robbensänget von bet hohen See sernzuhalten und außerdem da» mühsame Zurücktreiben der noch nicht todesfähigen Rodden nunö'.hig zu machen. Einige der Weibchen, deren Fell durch Brandmale sür Robbenfang entwerthet werden sollte, wurden in diesem Jahre wieder- gesehen, junge Weibchen wurden aber auf den Inseln nicht vorgefunden. E» find auch Vorkehrungen getroffen worden, um die Jungcn während der Kämpfe der Männchen vor Ver« letzungen zu schützen. Alle diese Maßregeln aber werden nach dem Urtheil der Sachverständigen den weiteren Untergang der Robdeuheerde nicht aufzuhalten vermögen, wenn nicht dem Fang auf hoher See energisch Schranken auferlegt werden können.
• TodeS-Justructiou. Als bet sächsische General und Commandant der Festung Königstein, Friedrich Wilhelm Freiherr v. Kyau, bekannt wegen seiner witzigen, oft nach Zeitgeschmack seht derben Einfälle (f 19. Jrnuar 1733), tm Sterben lag, ließ il seinen alten, treuen Diener Schirmer vor sein Bett kommen und sprach: „Wenn ich tobt hin, Schirmer, so sorge ja, daß ich gehörig frifirt »erbe und daß die Haarnadeln in den Locken feststecken, damit fie durch daS Rütteln nicht weichen und mir den Kopf verletzen. In der Kirche laß den Sarg noch einmal öffnen, nimm mir den Hut ab und setze mir meine Mütze auf, denn da» bin ich, w'e Du weißt, von jrhet so gewöhnt gewesen, wenn ich in» Quartier kam!" — Wenige Minuten spater war der General verschieden. In der Kirche de» Städtchen» Königstein liegt er begraben.
♦ Neber die Summe«, mit welchen die verschiedene«^ Länder Europas um-, die Verewigten Staaten am W e lt - handel betheiligt sind, entnehmen mir einer Veröffentlichung de» Internationalen PatentburecuS Carl Fr. Reichelt, Berlin NW. 6. folgende Tabelle, welche die in Millionen Mak au gegebenen Zahlen der Jrhre 1872 und 1896 mit c nanber vergleicht.
Werth d. Gesammtausfuhr Zn- resp. Reihenfolge
Land:
1872 Mill. Mk.
1896
Mill. Mk.'
Abnahme Mill. Mk.
1872
1896
England
4940,8
5688,0
+
747,2
1
1
Verein. Staaten
1722,3
4202,7
+
2480,4
4
2
Deutschland
2238,8
3976,6
4-
1737,8
3
3
Frankreich
2904,3
2625,6
—
278,7
2
4
Rußland
1082,3
2055 6
+
973 3
5
5
Oesterr. Ungarn
1003,6
1476,0
+
472,4
6
6
Belgien
772,0
1133,3
+
361,3
7
«
An» derselben geht hervor, daß England zwar immer noch die erste Stelle unter den am Welthandel belheiligteu Länden, einr.immt, daß aber die Steigerung proccntual eine verhält- nißmäßig geringe gewesen ist, während die Vereinigten Staaten fich um weit mehr als 100 Procent gesteigert haben und Rußland und Deutschland nur wenig darunter geblieben find. Dagegen hat Frankreich seine frühere Stellung al» zweite Handcl-macht verloren und an die Bereinigten Staaten abgetreten, um au deren Statt die vierte Stelle einzunehmev. (Unverfroren.) Bauer: „Was machen Sie da auf meinem Apfelbaum?" — Strolch: „Entschuldigen Sie, ich bin nämlich aus einem Luftballon herausgefallen!"
Citeratur «nd Kuitft.
— ES dürste für die Leser dieses Blattes nicht ohne Interesse fein, wenn sie auf einige im Verlage von Albert Falkenroth in Bonn a. Rh. erschienene zu Festgeschenken sehr geeignete Schriften der besseren UnterhaUungslectüre von W. Rudellt aufmerksam gemacht werden. Da der Verfasser ein (Siebener Bürger ist, so werben hoffentlich seine Werke hier d.eselbe günstige Aufnahme finben, wie an anderen Orten. Im März dieses Jahres erschiemr,: »Lieb' ohn' Lied", geheftet Mk. 1,60, fein gebunden Mk. 2,50. „Unsere lieben kleinen Lämmer", geh. Mk. 1,—, sein geb. Mk. 1,80 und erfordern nun schon die zweite Auflage. Diese, autzer tu allen Theilen Deutschlands auch in Holland, ytußianb, Schweiz, Schweden, Oesterreich Ungarn und Amerika derbrüteten Schriften wabeu hur in Gießen von sämmtlichen Buchhandlungen geführt. Aus bet größeren Anzahl der ausnahmslos günstigen Recensionen, welch, diese Erzählungen ansprechend, ergreifend, oder anmuthig und reijinb und die Eharakterzetchnung scharf und sein nennen, greifen wir einige heraus. Consistorialrath, Domprediger Dr. Goebel in Halle giebt in Nr. 38 d.r „Hallenser SonutagTklänge" folgende U'lheile: „Lieb' ohn' Lied" vorher im „Retchsboten" erschienen, versetzt unS in die Zett deS 30jährigen Krieges und schildert auf dcm dunkeln Hintergründe der schweren Zeit die Geschichte einer zarten und treuen Liebe, die das persönliche Leid schmerzvoller Entsagung gottergeben trägt und dadurch innerlich geläutert wird. Die Charakteristik ist fein und lief, und die Entwicklung fesselnd. Tie Erzählung hat besonderen Reiz durch die Form, in die sie gekleid.l ist. In der alter« thümlichen Sprache, in der die beiden Hauptpersonen das Leid ihrer Liebe erzählen, kommt die tiefe Frömmigkeit und das warme Ge- müthsleben derselben zu schönem Ausdruck. — Die zweite Erzählung Unsere lieben kleinen Lämmer" ist eine liebliche und ergreifende Kindergeschichte aus der Gegenwart. Sie zeichnet sich vpr ähnlichen Erzeugnissen wesentlich aus durch die ungewöhnliche Klarheit und Lebendigkeit, mit der die einzelnen Ktndrrcharakiere plastisch heraus- gearbettet sind, und die Lieblichkeit des FamtliendtldeS, das unS entgegentritt. Ein Geist warmer Frömmigkeit durchweht das Ganze, und der ergreifende Schluß läßt keinen Leser ungerührt. Wir können sie aufs Wärmste empfehlen. — Die „Leipz. Ztg." giebt in Nr. 245 folgende Kritik über „Lieb' ohn' Lied": Der alte Chroniker.stil, tn hem die Erzählung gehalten ist, hat sür den ernsten L.ser etwaS seltsam Fesselndes. Aber nicht das allein ist eS, watz an dem Buche packt und das Herz rührt, sondern namentl'ch der gläubig fromme, gottergebene Sinn, der auS diesen Aufzeichnungen deS Psarrherrn Gerhard Trautmann und bei armen Eisabeth spricht. In die blute triefenden Zeiten des 30jährigen Krieges führt unS die Geschichte. (Nun wird die Handlung kurz berichtet und dann sortgefahren): ES ist weniger der Inhal«, als die eigenartige und wohlgelungene Einkleidung, was dem Buche den Werih giebt und seine Wirkung auS- macht. Ehrliche Chrtstenherzen werden mit einiger Bewegung thcil- nehmen an den erschütternden Schicksalen, die es uns vor Augen führt. — lieber dieselbe Erzählung schreibt der Chef-Redacleur vom „Netchsbolen": Ich habe mich sehr über die Arbeit gefreut, sie ist eine ganz bebeulenbe Leistung und hat viel Aehnlichkeit mit Steinhaufens „Irmela". Es ist eine in jeder B.zlehung vorzügliche Erzählung. Von „Urifite lieben kleinen Lämmer" wird gesagt: Diese rührende Kindergeschichre mit dem tragischen Schlusie, läßt unS rieft Blicke thun in das Denken und Fühlen unserer lieben Kleinen. Der Verfasser besitzt eine ausgezeichnete Beobachtungsgabe und versteht es, den L-ser zu fesseln. — Kreiöschulinspector Pfarrer Kinder- mann in Minden urtheilt darüber, die Erzählung habe große Aehnlichkeit mit „HelenenS Kinderchm" von Haberton, nur sei daS Ganze wesenhaster und anschaulicher. — Der „Reichsbote" sagt in Nummer 298 über „Unsere lieben kleinen Lämmer": In dieser Erzählung plaudert W. Rudelli aus seiner Kinderstube und schildert das Leben und Wesen seiner vier kleinen Töchter anschaulich und gemüthooll, in rechtem christlichem Geiste. Zuletzt nimmt das Buch eine ernste Wendung und erzählt beweglich von dem Heimgang deS kleinen, sinnigen „Lotttche-. (Und so weiter. Am Schluß heißt es): Alle Kindersreunde große und kleine werden das Bächlein gerne lesen. Die „Westdeutlche Zeitung" meint in Nr. 281: daß diese beiden Schriften von dem den Lesern detz Blattes längst gut bekannten W. Rudelli feiner besonderen Empfehlung zu Weihnachten bedürfen würden. Da außer den anoesührten auch alle anderen Recensenten diese Bücher warm empfehlen, so dürfen auch wir das mit gutem Gewissen thun und sind überzeugt, daß die sinnigen Menschen tn unserer Zett diese Empfehlung uns Dank wissen werden. — In wenigen Tagen wird erscheinen: „BUserere domine“ von W. Rudrllr. Darüber wbb gesagt: .Eine Spielergeschichte! Die Lebentzgeschichte eines dculscheu Osfiziers auS gräflichem Hause, der trotz treuester Warnung zweier Freunde, sein« Spielwuth Ehre, Eheglück und alle irdischen Güter opfert und fein Leben als Berliner Lumpensammler beschließen muß. — Ungemein flsselnd und packend, voll tiefer Tragik! In meisterhafter Schtlderuvz. führt unS Rudellr menschliche Leidenschafien, Fehler und Irrungen vor Augen. Mit stet« ftetgenbem Interesse verfolgt man den Helden der, durch seine Stellung und Fähigkeiten zu Hohem berufen, durch die zügellose Leidenschaft immer tief ex sinkt, bis sein Leben in ein« solchen Fülle der Leiden abschließt, daß das Mitgefühl des gefeit auf'S Tiefste erregt wirb." — Voraussichtlich erscheint ebenfalls noch- vor Weihnachten: „Auf brauner, dürrer Haide" von W. Rubellt- „Eine Erzählung aus alter Zeit, von wundervoller ÄleinmalcreU reich an Naturpoesie! (Der Inhalt wird kurz angegeben und schließlich gesagt): Was treffliche Characteristik, reizvolle Naturschilberuv» und edle Sprache anbetrifft, so steht dieses Werk den bisher et« schtenenen in keiner Weise nach, ja übertrifft dieselben wohl noch — Diese beiden letzten Bücher find umfangreicher, verdienen aber tn ganz hervorragendem Maße die Beachtung der Leser, welche fesselnde und gleichzeitig gediegene Lectüre lieben.
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6. die Kj verstarb Ehefrau zu Dieb Der Rachla irisch verwalt 542 ML Au Conrad K, vnden alle ünspriiche an «ollen, bim ^sprich, h Athen, s, Donnerst« 189», P 011 dem uni zumelden ui y fie kn N-chl-ff-, n könnten.
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