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9.12.1898 Drittes Blatt
 
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1808

Freitag den 9. Deeember

Mr. 289 Drittes Blatt.

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Verstfches Reich

vermittelt auf sich tollten laffeu Manen.

Arbeiternöerehlt* werden.

Schwurgericht.

W. Sieben, 7. Deeember 1898.

den Quadratmeter, bei den für Speicheranlagen u. b ». vorgesehenen Playm wurden diese Preise sogar Übertritten. In dem sogenannten Villenviertel oberhalb der GeschSfrsstadt wurden 1,50 Doll, erzielt. Geklagt wird in den Handels, heilen, daß auch die Lhluesen mit bieten durften, und daß die hohen Preise die Eitragsfähigkett der Geschäfte in Frage ftettttu« Andrerseits «eint man jedoch, daß die Besorgmffe nicht zutriffen. Im Ganzen har das Gouvernement rund 100,000 Doll, vereinnahmt. Die Anlage der Straßen ist

Uinboaee Hoskreise aus Berlin erfahren haben wollen, die Absicht Haden, den K.oopttvzen im nächsten Jahre über den Ocean zu schicken. Der Kronprinz würde im strengsten In­kognito ganz Amerika bereisen und ungehindert von irgend welchen Rücksichten der Etikette alle Eindrücke frisch und nn*

(Eine Schwierigkeit für die Satteicklung von Iflniau bildet noch die Arbeiterfrage- es fehlt noch an den uöthigen Kuli». Deshalb giedt man der Privatspeculatiou die «nrepung, in bei Ehineseustabt Gelänbe zu kaufen uub mit großen (SHnefcn- Wohnungen zu bebauen, woburch ein Zuzug von Arbeitern bewirkt werben würde.

untersagen.

Aus «iautfchou berichtet «au über die bisherigen Ergebnisse be» Laudverkaufs in Tstntau. Am 3. November

Schluß bei verhanblung -egen den Küfer Mox Schacher« m aye r aus Zuchering in Bayern, zulrtzt In G eßen wohn­haft, angtktagt wegen Körperverletzung mit töbtlichem Erfolg.

1 Nach Aussage verschiedener Zeugen war bei verstorbene Hammer ein hitziger Mensch, bei auch stark trank. Kreis, arzt Dr. Habeikorn erklärt als Sachverstäubiger, bei Leichen- brsuub habe ergeben, daß Hammel etn äußerst klüftiger Marn gewesen ist. Die Leiche wirs eine Kopfwunde, zwei Halswuudeu, eine Wunde am Rücken und eine Wunde am rechten Obeiaim. Es wai die große Schlagader getroffen, und ist Hammer au Verblutung gestorbeu. Die Stiche find nach dem Befund mit großer Heftigkeit geführt.

Die deu Geschworenen vorgelegte Schnldfrage geht dahin ob die That des Schachermayer als Körperverletzung mit tödtlichem Erfolg zu betrachten sei, und ob demselben mildernde

»refft für Depesche«: Aazst-er Ritlte.

Fernsprecher Nr. 6L

Umstande zuzudilligeu seien.

Staatsanwalt «och plaidirt für unbedingte Bejahung der Schuldfrage unter Verneinung der Frage nach mildernden Umständen.

Der Vertheidiger, Rechtsanwalt «atz plaidirt auf Frei- spiechuug. Der Angeklagte habe nach Lage der Sache in be- «chtigter Nothwehr gehandelt, sei er über bt.se in bei Ab­wehr hinaus gegangen, so habe er dies in der Furcht und im Schrecken gethau unb müsse straffrei bleiben. Er bitte die Jmtz, die Schnldfrage zu verneinen.

Die Berathung bei Geschworenen dauerte etwa 20 Mi. unten. Der Wahrspevch lautete auf Schuldig unter Bejahung der Frage nach milbeinbtn Umständen, Staatsanwalt «och wies darauf hin, daß in letzter Zeit In der Provinz Ober- heffen die Deliete, wo mit dem Mester Men chenleben ge­opfert oder doch erheblich au der Gesundheit der verletzten Schädigungen vorgekommen, zngenommen. Dies sei der Grund, weßhalb er beantrage, auf 2 Jahre Gefäoguiß iw vorliegenden Fall zu erkennen. Der Berthetdiger, Rechtsanwalt «atz, betont, daß dies kein Grund fein köave, den Aogeklagteu, für deu Milderungsgrüade in hohe« Maße vorl'egen, weit über da» Miudepstrafmatz, das das Gesetz sür zuläsfig eik.ärt (nämlich 3 Monate Gesangniß) h nauszugehen. Das Ur- theil lautet auf 1 Jahr 6 Monate Gesärguiß unter An- rechuung von 1 Monat der erlittenen Untersuchangshaft.

Schwurgericht zu überweiseo.

Paris, 7. Deeember. Die gestern begonnene Bei- nehmnug deS Untersuchungsrichters Bertulu» vor dem Eastatioushofe wird vorausfichtlich diese ganze Woche in Anspruch nehmen.

Paris, 7. Deeember. Wie die heutigen Blätter behaupten, habe Jules Roche de« Eastatioushofe nicht einen sondern 21 Beiefe übergeben, deren jeder Beweise dafür enthalte, daß Esterhazy in Gemeinschaft mit Henry einen schwung­haften Handel mit Staatsgeheimnissen be- trieben hat. t ......

Paris. 7. Deeember. Heute Abend wird die neue Kornische Oper eröffnet werden. Präsident Faure wird der Eröffnungsvorstellung be.wohueu.

London, 7. Deeember. Der ,®t. James-Gazette infolge wird England demnächst die Einfuhr vou Zucker, welche bisher mit 6 Schilling Prämie bezahlt worden ist,

erwarten. ,

Sozialdemokratie und Wohnungsfrage. In einem Versammlungsberichte desvorwärts" wird über ein Referat des Herrn B eb e l wörtlich gesagt:Der Redner weist auf die Hannoversche verficheruugsanstalt hin, die aus privaten und staatlichen Unternehmungen die Summe vou vier Millionen zum Bau von Arbeiterwohnuvgeu vorgestreckt habe. Arbeiteiwohnnngen aber feffelu deu Arbeiter, machen ihn gefügig. Die Arbeiter mästen also das Geld, da» fie zum großen Theil selber ausbringen, zu ihrer eigenen Bei- ( sklavuug benutzen lasten/ Die Anschauung, au» der die vorstehenden unbeweisbaren Behauptungen entsprungen find, ist durch bas vebürsniß gekennzeichuet, zu verhüten, daß Zu­friedenheit unter den Arbeitern aufkomme. Demselben ent. sprachen die Abstimmungen der sozialdemokratischen Fractiou gegen die Kraukenverficherung, die Uufallverfichcrung, die Juvalidäts- und Altersversicherung, die Geverbeschiedsgerichte, das Arbeiter.Schutzgesetz u. s. w. Je mehr ttiitiC die Sozialdemokratie an den sozialen Zuständen üben kann, um so lieber ist ihr- deshalb muh jeder soziale Fortschritt, wie er in dem Bau vou Arbeiterwohnungeu unter den in Rede stehenden Umständen unzweifelhaft fich vollzieht, den

ArssUnsd.

Budapest, 7. Deeember. Die heutige Sitzung im Ab- georduetenhause hat einen stürrnifcheu Verlauf genommen. In den Waudelgängeu verficherten liberale Abgeordnete, da» Eabinet werde ganz bestimmt bemrsfioniren. 3a ^r Sitzung wurde die Demisfiou de» Präfideuten Szilagyi und de» v.«Präsidenten verlesen. Unter ungeheure« Lärm nahm bas Haus einen Antrag be» Grafen Aponyl und be» Ab. georbneten Kofluth an, Szilagyi zu ersuchen, seine Demisfiou zurückzunehmen. Die Oppofitiou beabfichttgt, Szilagyi einen Fackeftug zu bringen. m ltt

Triest, 7. Deeember. Infolge eines dichten Rebel» ist bie Schiffahrt gehemmt. Mehrere Schiffe stab im Hafen aufgefahren.

Paris, 7. Deeember. De« .Figaro" zufolge ist die Vertagung des Piequart-Pr ocesses beschlostcue

Berlin, 7. Deeember. Die Mtlitärvorlage ist dem Reichstage zugegangeu. Die Heeresverstälkung, welche darnach tu den Jahren 1899 bis 1902 erreicht werden soll betrügt 861 O'fiziere, 84 Militärärzte, 190 Beamte, 3299 Htterosfiziere, 23 277 Gemeine und 7202 Dienstpferde. Die Zahl bei Unterosfizieie unb Gemeinen wirb baburch um 26 576 erhöht und beträgt darnach künftig statt bisher $57 093 583 669 Manu als Jahres - Durchschnittsstärke. Bekanntlich wird seit 1898 die Zahl bei Gemeinen und Gefreiten, nicht auch der Unteroffiziere, gesetzlich festgelegt. Die Festlegung der Zahl von 502 506 Gemeinen geschieht in brr wette, baß die Erhöhung vom 1. October 1899 ab all- mählich derart stattfinben soll, bah im Laufe bc» Rechnung»- sohre» 1902 bie vorgeschriedeue Zahl erreicht wirb unb in diesei Höhe bis zum 31. März 1904 bestehen bleibt. Bi» zim 1. Oktober 1899 wirb also das gegei wärtige Gesetz über bie Fiirbenspräsenzstärke verlängert. Au Neuformationen werden beabfichttgt, abgesehen von neuen Stäben, darunter 3 Geueralcommaubos und 5 Divifiousstäbe: 1 Jnfauterie- bitaiQon, 10 dßcabron« Savallerie, 80 Batterien Feld­artillerie, 1 Bataillon Fußartillerie, 1 Bataillon unb 2 Com­pagnien Pioniere, 8 Compagnien Eisenbahutruppen, 1 Som* pagnte Luftschiffertroppen, 8 Bataillone 2% Eompaguien ntue Tttegraphentr^ppen und 5 Tralncompagnien. Zu diesen öreuformationen kommen Eratserhöhuugen hauptsächlich der Zifanteriedataillone, welche theil» von 501 auf 573, theil» ton 573 und 639 auf 660 Köpfe erhöht werben. Ferner sollen stattfinben Elaiserhöhungeu der Lavallerieregimenter tOa 681 unb 696 auf 701 Köpfe. Die Mehrkosten bieser dläsenzerhöhuu, belaufen fich auf jährlich 27 388 000 Mark lortdauernde Auözabeu, wovon für 1899 6 991000 Mark gefordert werden, während der Rest der Erhöhuageu fich auf | He Jahre 1900 bis 1903 öeitteilt. Die e nmaligen Aus- gaben find geschätzt auf 132 778000 Mark, wovon für 1889 43805000 Mark erforderlich find. Nach der Vorlage wird He zweijährige Dienstzeit für die Zeit bis zum 31. März 1904 gewährleistet. Es heißt in der Begründung, daß diese vieustzeit dis auf Weitere- zwei Jahre betragen soll. Es lei gelungen, trotz der verkürzten Dienstzeit die Ausorde- rungeu des FriedeuSdienstes vorläufig zu erfüllen. Das sei auch für die Zukanft zu hoffen, wenn bte be- adfichtigteu verd-fferun-eu des Heeresweieus Verwirklichuu- ftadeu. lieber bie W'rkangeu der verkürzten Dienstzeit auf die militärische Leistungsfähigkeit des BeurlaubtenstavdeS lägen zur Zeit an», eichende Erfahrungen nicht vor. Drei Btne Grueralcommandos »erben beabfichttgt infolge Bildung des 18 (preußischen) unb 19. (2. königl. sächfischen) unb 3. (tgl. bayerlschrn) «rmeeeorps. De« 1. ostpreußischeu unb 14. badischen Armeeco'ps wird eine dritte Division zugetheilt. Die F-ldartillerie Regimenter werden künftig zu je 2 einer D.vifiou zugetheilt. Das neue Jnfantrrie.vata'llou wird für da» hfische Eontmgent aufgestellt. Die 10 neuen ERvallerie. Escadron» vertheilen fich derart, daß neben 3 preußischen Eavallerte-Regimenteru je 1 Escadron Jäger zu Pferde in vayeru und Sachsen gebildet werden. Dte preußischen Regi­menter werden versuchsweise nur zu 4 Escadrons aufgestellt und zu ihrer Bildung foll der größte Theil der in Pieußeo bestehenden Detachements Jäger za Pferde verwandt »erben.

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' »ftäiten. Di- flufbnniung ht« M-b'did-rs» Ift lebhafter N°4fta,e be,i,-et. u. «. wurde e,a Platz !Lr ® tmäai itzbrliltz 11,000 Wann. »I Ichftßen I ein Haiei heltz nwstrilten, da» am Meere erratet und tu

Änanb« hi der »e-rllndnn- jLtzrll» fttz' «Iw» neuzelillcher «eil. an,geftaltet «erden !°ll. Die e.Mten 80*000 über, welche dlenstiangll» find, aber | Preist waren 1 bt, 2 Dollar,, (un^esShr je 2 /, Mark) für

ntche an«,.hoben «erd«, well .hn. fie der Rekrut.nb-da. gedeckt wird. Um Mannschaften nach zwetiähriger Dienstzeit Äum fteiwilligen Weiterdienen auch i« dritten Jahr zur Unterstützung bei der Rtkiutenausdildnu, zu gewinnen, soll den Betreffenden durch eine Bestimmung in dem neuen Gesetz dieselbe Abkürzung der Dienstpflicht nn Beurlaubtenstmtde, wie den Mannschaften der Savallerie m>d leitmben Feld» artiCerie bewilligt werden. Dieselben sollen also in der Landwehr ersten Aufgebots nur drei Jahre zu dienen brauche. morden

J^ der Begründung der Vorlage wird ausgeführt, bas bie | eine« leistungsfähigen Unternehmer übertragen worden.

Friedenskundgebung des Kaisers voa Rußland zwar die Ge- ! währ biete, daß zur Zeit ein Angriffskrieg vou dieser Seite Beilin, 7. Decrmder. Kaiser Wilhelm soll, wie n(d)t beabfichttgt wird, ober eine Abrüstung sei nirgend er­folgt unb unter ben jetzigen Berhältrnffeu auch kau« zu

Sache.

Paris, 7. Deeember.Pettte Wepnbllqae* melbet, bas Uutersuchnugsgericht beschloß, den Proeetz Gohier dem

Univcrfitäts - Nachplchten.

Straßburg. Am 3. Drcember ist von ter Studenten- schast der htestgen Untoersttät etn glanzvoller Trauereommer» zu Ehren de» Fürsten Bismarck abgehaUen wor^n. bet dem die-Ein- laDunatn wert über dtt gewöhnltcheo Ätttk der Spitzen ^ifiellen Well htnau» mit solchem Erfolg ausgedehnt wurden, batz ersich IhaiiLchltch zu einer Art Lrauercommers der ganzen Stratzdurger «eiell'chatt gestallele- Auch der Statthalter wohaie lem Lommerse bet; die altttiLsstchen «reite war.n außer tt, den NudeottsLen Eor. poraltonen, nur spärlich vertreten. Tie Festrede hielt der Historiker ProsessordE^b^au^^ z^chtslehrer Pros. v. Hippel ist für eine Prosefiur an der Un'versitLl Göitmgen ause^sehen.

München. G-hetmcra:h Dr. v. Del len k os er hat sich von hier rach Tirol beyeben, um seinen 80. «etuitStag In aller Strlle begehen zu töanen. Äc Stadl München sandte ihrem Ehren­bürger etn Glückwunschschreioen. _

wipe«ichaft, Literatur und Aunft.

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