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9.11.1898 Erstes Blatt
 
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Mittwoch den 9. November

Erstes Blatt

1808

Gießener Anzeiger

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General-Anzeiger

Amts« und Anzeigeblatt für den 11 reis Giefzen

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scheinlich, daß nochmals ein Gesetzentwurf über die Ent«

den Getränk"- fchädignng unschuldig Verurtheilter eingrbracht werden wird. Ä.ndack Darmtta^ gufl dem Reffort des Auswärtigen Amtes darf eine Wieder-

tolung de» Entwurfs wegen der Uebernahme Neu-GuineaS

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Gießen--

Gießen'- auf die Reichs-Verwaltung erwartet werden. Endlich ist eine

Militärvorlage über Regelung der Frage der Dienstzeit sowie ----- einzelne Organisationsünderungen zu erwarten.

-T retitn, 7. November. Wie aus Friedrichsruh gemeldet

! Ler.liöinss'U' ,<z so feier zu entsenden. Bismarcks Leiche steht seit dem Todestage

Laura " r noefc immer im Sterbezimmer des Schlöffe», wo eine ständige

Todtenwache gehalten wird. Das Mausoleum ist schon jetzt

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gesetzentwurf, der bekanntlich schon vom Bundesrathe in Berathung genommen ist, der Entwurf zum Schutze der »ibeitswilligen, eine Gewerbeordnungsnovelle und da» Fleisch- schaugesetz kommen. Ob die Vorarbeiten an dem Retch»- Verficherung»gesetzentwurf sich so werden beschleunigen laffen, daß er noch in der nächsten Tagung dem Reichstage wird vorgelegt werden können, ist zweifelhaft. Dagegen darf al» stchcr angesehen werden, daß das Reichsjustizamt, wenn auch nicht gleich zu Beginn der Tagung, doch im Anfänge des nächsten Jahres den Hypothekenbank Gesetzentwurf sowie die Reviston de» Urheberrecht» vorlegen wird. Es ist auch wahr-

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Ibrrffc für Depeschen:

Fernsprecher Ur. fcl.

Kaiser Wilhelm stimme mit England überein, dem Pro- tectorate England» über Aegypten zuzustimmen.

Paris, 7. November. Die Eriminalkammer bei Cassattonshofes Hot beschloffen, morgen um 1 Uhr den General Mercier, um 2 Uhr den General Billot und tue 3 Uhr den General Eavaigoac zu verhören. Sodann sollen am Mittwoch Nachmittag 1 Uhr General Zurlinden and u« 2 Uhr General Ehanoine vernommen werden. Es beweist die», daß der Caffattoushof die Untersuchung in der Drehfns- Angelegenheit vollständig und ausführlich betreiben will.

Paris, 7. November. Die Regierung läßt demeotiren, daß Vliese in dem geheimen Dossier sich befinden, welche, wie derJntranfigeant" behauptet, von der Tochter des deutscheu votschafters Grafen Münster an verwandte geschrieben seien und worin die Rede von der Schuld Drehfns gewesen sei.

Paris, 7. November. Die Petite Republique veröffent­licht Einzelheiten über den Ursprung der Blanche-Tele- Gramme. Das Blatt sagt: An jenem Tage, an welche» der Miuisterrath beschloffen hatte, Dupaty de Slam außer Dienst zu stellen, verlaß General Zurlinden seinen Eollegeu einen Bericht, worin die Maßregel gegen Dupath de Elam begründet wurde. Ja dem Bericht hieß es, Dupath sei der Urheber der unrichtigen Telegramme an Picquart, ferner, daß Oberst Henry seinen Vorgesetzten vorgeschlagen hatte,

S affen von Speyer reserirte bei Weiteren über die Grenzen derSelbstreinigung" der Flüffe. Man dürfe von der ^Selbstreinigung- nicht zu viel erwarten, zumal die Ber- uuretntgungsmafle, bei dem rapiden WachSthum der Städte eine immer größere werde. Jede Berunreiutgnvg der Flüffe sollte gesetzlich untersagt sein. Da auch die Berieselung»- Methode hygieinische Gefahren habe, bliebe nur die Ver­arbeitung der Sbfallstoffe zu Cowpost übrig.

gen aus Lager, k. 9.50 an.

früher all durch amtliche erfahren. Für Deutsch-Südwest­afrika kommt hierbei ooch in Betracht, daß die amtlichen Nachrichten erst den umständlichen Weg über Windhoek ein- I schlagen und von dort erst zur Küste gelangen, uw nach Eapstadt mit dem Dampfer gebracht zu werden- dal bedeutet einen Zeitverlust von etwa 1420 Tagen.

Leipzig, 6. November. Gestern tagte hier derInter­nationale Verein gegen Verunreinigung der Flüffe, del Boden» und der 2nft*, der auf ein 20 jährige» Bestehen zurückblickt. vr. Kühuert von Coburg sprach über Städtereinig un g. ' Im Allgemeinen fei al» Grundsatz aufzuftellen, daß die Städte kein Recht haben, die Flüsse zu verunreinigen. Die Pest in den Flüffen, der Hunger auf den Aeckern würde sonst da» Lol der Landleute sein. Bei Lösung der schwierigen Aufgabe wüffe aber die Verwerthuvg, nicht die Vernichtung der Abfallstoffe angestrebt werden. Hebet erstere sprach - Ingenieur Classen von Speier, der fich für die Umwand­lung der Abfallstoffe in geruchlosen Dünger unter ausgiebiger Anwendung von Torfstreu all dal in sanitärer wie pekuniärer Hinficht vorthetlhafteste Verfahren aulsprach. vr. Degen er von Braunschweig redtte den Rieselfeldern da» Wort, auf die jedoch nur vorgeklärte AbwSffer zu leiten seien. Zu ' empfehlen sei die Klärung mit Braunkohle. Der Schlamm ; könne bann zu Brikett» verarbeitet werden, für die fich leicht < Abnehmer fänden. Aus diese Weise würden die deutschen '

An die Bürgermeistereien des Rentamtsbezirks Oiesten.

Wir ersuchen Sie, in Ihren Gemeinden auf ortsübliche Weise bekannt machen zu laffen, daß die zu Martini 1898 fällig werdenden Domanialgesälle, als: Steig- und LooSholz-, Laudstreu«, Gras- und Zeitpachtgelder, Beiträge zu den Forst- dienerbesoldnngen, Erblethen pro 1898/99 nur noch bi» zum 25. b. Mt». ohne Kosten bezahlt werden können. Nach dieser Zeit wird da» Beitreibungsverfahren eingeleitet.

Gießen, den 1. November 1898.

Großherzogliches {Rentamt Gießen.

Dexheimer.

London, 7. November. Der halbamtlicheTe«ps" schreibt über die Räumung Fa schodal: Man könne weder Frankreich, noch irgend einem Lande der Welt, zumuthen, die Lehrtn dieser Angelegenheit zu vergeffen. Frankreich habe eine sogenannte befreundete Regierung gesehen, welche von Anfang an die Gewißheit besaß, daß fie in der Sache selbst fiegen werde, welche e» sich aber zur Richtschnur machte, einen an sich peinlichen Schritt nicht zu erleichtern, sondern möglichst grausam zu gestalten. Frankreich habe gesehen, wie England e» mitten im Frieden mit furchtbaren Rüstungen bedrohte, wie es von allen englischen Staatsmännern in wenig diplomatischen Reden Übelwollend behandelt wurde - unter diesen Umständen sei es weder der Würde, noch dem Jntereffe Frankreich» entsprechend gewesen, die Verhand­lungen fortzusetzen. Frankreich habe gethan, was es fich, was e» der Welt schuldete, indem e» eine Kriegsursache be­seitigte. Durch die Falchoda-Sache, welche der Ausgangs­punkt sür ein allgemeine» Einvernehmen in den afrikanischen und sonstigen Angelegenheiten hätte sein können, werden die Beziehungen zwischen den zwei liberalen Westmächten noth- gedrungen erkalten. Die Sonntagsb Liter erk ären in Betreff England», baß Frankreich sich einer Macht gegenüber befinbe, deren Feindseligkeit deutlich zeige, daß Frankreich entweder auf seine Colonien verzichten oder deren verthetdi- gungSmitiel durch ein große» Colonialheer und eine gut be­fehligte Marine reorganifiren wüffe. Daneben wirb von verschiebenen Seiten ganz ausdrücklich betont, ob es nicht angezeigt sei, ein Bündniß mit Deutschland neben dem mit Rußland abzuschließen.

China, De» jungen Kaiser» von China gedenkt der Telegraph nach längerer Pause einmal wieder. Der japanische Gesandte in Peking hatte am Sonnabend eine Audienz im kaiserlichen Palaste, um dem Kaiser und der Kaiserin Wittwe mitzutheilen, daß ihnen ein hoher japanischer Orden verlieben worden sei. Die L. tztere empfing den Ge­sandten, indiffen der Kaiser auf einer der Stufen de» Thrones stand. Zunächst sprach die Kaiserin Wittwe die Üblichen ver­bindlichen Worte. Hieraus verla» der Kaiser, der gesund, wenn auch bleich auSsah, eine ähnlich lautende Rede. Gegenüber den Wünschen des diplomatischen Corps ans Ent­fernung der Truppen Kang-Sn» aus der unmittelbaren Nähe von Peking hat fich die Regierung bisher ablehnend verhalten. Eine am Samttag Abend abgehaltene Ber- sammiung der europäischen Bertrrter hat nun beschloffen, vom Tiuugli 9-imen entschieden die Entfernung der Truppen Sang-Sus au# der Provinz Petschili bis zum 15. November zu verlangen und darauf zu bestehen, daß dal Tsuugli-Dameu die Städte nenne, in welche dieselben gebracht werben sollen- falll dieser Forberuug nicht entsprochen werde, drohen die Gesandten Schritte zur Sicherung der Eisenbahn'VrrbtndunG zwischen Peking und der Küste zu thun. Sie scheinen also die Lage der kleinen europäischen Truppentheile in Peking für nicht ganz gefahrlol zu halten.

Sind die Spanier gegenüber den Forderungen der vereinigten Staaten wegen der P hilippinen nicht allbalb willig, so gedenken ihre unerbittlichen Gegner ihnen sofort

des Kehlkopfes etc. lindern und heben, wirken sie &ach auf den Verdiuangiprooee wohlthuend ein und stei­gern so das allgemeine Wohlbefinden.

Fritz Sch..

Schauspieler in W.

UM äußerlich vollendet; es steht unter Dach und der Abputz der Mauern ist fertig. Dagegen wird an der Errichtung der hochgewölbten Kuppel, die das ganze Gebäude krönen soll, noch gearbeitet. Im Innern des Mausoleums fehlt es noch au Mem. Jedoch hat der Unternehmer fich verpflichtet, die Ernst für die Aufnahme des Sarges des Fürsten bi» zum 27. November fettigzuftellen. Die künstlerische innere Aus­schmückung de» weiten Mausoleumsraume». die Auslegung des jußdoden» mit Mosaiken wie die Einsetzung der kunstvoll g malten Glasfenster wird erst im nächsten Frühjahr erfolgen

können.

Coloniale». Die in btn Etat für Deutsch Süd- wtstafrika eingestellte Summe zur Fortführung ber Bahn von Swakopmnnb nach Wtnbhoek soll 7 Millionen betragen.

Hendrik Witboi. Die Meldung vom Tode Hendrik Witdoil hat fich btl jetzt nicht bestätigt. Doch \».%t daraus noch nicht ihre Unrichtigkeit. Stne Correfpondeuz bemerkt dazu: Sl ist bekannt, baß den Souvervenreo bet deutschen Colonien äußerste Sparsamkeit in ber Benutzung der Kabel zur Pflicht gemacht worben ist, und baß wir infolge dessen auch wichtige Meldungen Über Gefechte und Verluste der Schntztruppe durch englische Quellen meist 814 Tage .

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wird, ist al« Zeitpunkt für die Beisetzung de» Fürsten n. BiSmarck Sonntag, ber 27. November festgesetzt worden. zzM^I Fürst Herbett wird am 10. in Friedrichsruh erwartet. Die "^'\i deutsche Studentenschaft beabsichtigt Vertreter zur Beisetzung»-

Flüffe endlich wieder gutes und klare! Waffer bekommen. Meldungen anzufertigen, um Drehfns nieder zuschmettern, daß aber die Vorgesetzten hierauf nicht eiogegavgen seien.

Deutsches Reich.

Berlin, 7. November. Noch der ^Märkischen Volks- Zeitung" theilte der Reichstagsabgeorduete Prinz Aren- berg am Sonntag Abend im katholischen Gesellenvereine zu Berlin in einer Rede mit, baß ber Sultan bas Grunbstück in Jerusalem bem deutschen Kaiser nicht geschenkt habe, wie die» von verschiebenen Zeitungen gemeldet wurde, sondern daß Kaiser Wilhelm daffelbe für eine hohe Summe von de« Sultan getauft habe.

Berlin, 7. November Die Aufgaben der nächsten Tagung de» Reichstags laffen fich jetzt, wie die9. P. N." melden, einigermaßen übersehen. Die Arbeiten für den Reichs- honshalt für 1899 find im Bundesrath soweit gefördert, daß die Einbringung dieser Vorlage an den Reichstag gleich ! nach seinem Zusammentritt wird erfolgen können. Au» dem Reichsamt de»Jnnern werden derJ nvaltdenversicherung»-

Husloub

Bien, 7. November. Das an der heutigen Börse ehren» lirende Gerücht, im gestrigen Miuisterrath habe die Regierung die Auflösung bei Reichsrathe» beschloffen, ist voll­ständig unbegründet.

Gmunden, 7. November. Die Großherzogin Maria Antoinette von Toseana hat gestern die Sterbe- saeramente empfangen. Sie ist seither bewußtlos.

Budapest, 7. November. In der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses erklärte der Ministerpräfident Baron Banffy auf das Nachdrücklichste, daß die ungarische Regierung die Erneuerung des Zoll« und Handelsöündniffes wir Oesterreich wünsche, weil dieselbe im Jntereffe Ungarns liege- nur wenn die Verhandlungen der Quoteu-Deputation resnltatlos verlaufen und jede Aussicht auf eine Verständigung geschwunden sei, werde die ungarische Regierung dem Hause andere Anträge unterbreiten und zur Quotenfrage Stellung nehmen.

Rom, 7. November. Der Bericht des italienischen Consnls in Alexandrien Über den Bombens und ist erst gestern eiogetroffeo und von Canevaro dem General Pelloux mitgetheilt worben. Es heißt, bie Urtersuchnng schließe die Möglichkeit eines Poltzeckniffes ans. Die Existenz einer Ver­schwörung sei in dem Schriftstück klar dargethan.

Turin, 7. November. Gegenüber dem durch die Meldung von ber Möglichkeit einer Oeenpation von Tripolis Seitens England» und des Ueberschreiten» ber rnnefischen Grenze Seitens ber Franzosen im EinverstSnbniß mit England hervorgerufenen Eindruck bringt das Blatt ,Stampa* eine Erklärung einer hochgestellten Persönlichkeit, wahischeiulich Canevaro, worin eine solche Möglichkeit entschieden in Abrede gestellt wird. Es wird hiuzugesügt, die italienische Regierung hege nicht nur keine Besorguiß, daß England seinen ver» pflichtnogen untren werben könnte, sonbern habe Beweise für bas Grgentheil.

Ostende, 7. November. Gestern Nachmittag stürzte ein Wagen mit vier Personen, welche einen Ausflug wachen wollten, in» Meer. Drei Personen ertranken, nur ein junge» Mädchen konnte gerettet werden.

Putt», 7. November. Der berüchtigte Panama-Schwindler Ärton befindet fich augenblicklich krank i« Spital zu St. Loui».

Patts, 7. November. Mehrere Blätter versichern, daß Suglaub nab Deutschland einverstanden seien, gleich bei ber Rückkehr Kaiser Wilhelms nach Berlin die ägyptische Frage aufznwerfen unb im Sinne Englands zu lösen.

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