da- Pilsener Bier, daS man in eiurm kleinen Keller in einer i Gasse de- ersten Bezirks bekommt — der Name ist mir ent« ” fallen. Der Keller ist aber leicht gefunden- Sie fragen nach der griechischen Kirche, und wenn Sie fie gefunden haben, j gehen Sie — das nächste Hau- ist die kleine „Bicrmühle". Sie ist weit entfernt von allem Geräusch- dort ist e» immer Sonntag. Zwei kleine Zimmer mit niedrigen Decken, gestützt von masfiven Bögen, find da, die Bogen und Decken find geweißt, sonst würden die Zimmer wie Zellen im Kerker einer Bastille aussehen. Die Möbel find einfach und billig, gar kein Schmuck- doch ist e- ein Himmel für Selbstopferer, denn da- Bier ist unvergleichlich, auf der ganzen Erde ist keine- damit zu vergleichen. In dem ersten Zimmer werden Sie ungefähr zwölf oder fünfzehn Damen und Herren, Livilistru, finden- im zweiten Zimmer ein Dutzend Generäle und Gesandte- man kann monatelang in Wien leben, ohne diesen Platz zu finden- doch wie man einmal davon gehört und ihn versucht hat, wird Tinen ewig der Versucher plagen .....Doch da- ist Nebensache — fährt der Schalk fort — es ist im Vorübergeheu eine DankeSerklärung für empfangene Wohlthat. Mit meinem Thrma hat e- nicht- gemein. Mein Thema ist „Kurorte". Alle ungesunden Leute sollten fich in Wien ansässig machen und von dort au- Ausflüge nach den naheliegenden Kurorten unternehmen. Zum Beispiel einen Ausflug nach Marienbad, um überflüsfige- Fleisch lo- zu bringen- einen Ausflug nach Karlsbad um dir Gallensteine wegzutreiben- einen Ausflug nach Kaltenleutgrben für die Wafierkur, um der übrigen Krankheiten ledig zu werden. Alles ist so bequem. Sie können in Wien stehen und mit einem zwölfzölligen Gewehr ein Bisqsit nach Kaltenleutgebeu hineinwerfen. Zu jeder Zeit könnten Sie dort hinau-- Sie fahren mit phänomenal langweiligen Zügen, und doch haben Sie innerhalb einer Stunde den Glanz und die Hitze der Stadt für da- wellenförmige Gelände, die schattigen Wald« wege, die weiche kühle Luft, die Mufik der Vögel und die Ruhe und den Frieden des Paradieses eingetauscht. ES gibt auch andere Kurorte, die man bequem von Wien erreichen kann, reizende Plätzchen, denn Wien fitzt im Mittelpunkt einer schönen Welt von Bergen. Hier und da ein See und Wald. Wahrhaftig, eS liegt keine andere Stadt so schön!" Im Laufe deS Artikel- erinnert sich Marc Twain dann noch an den Wiener Kaffee. „Wiener Kaffee!" ruft er. „Fortwährend denke ich daran, an die unerreichbare „SÜffigkeit" diese- kostbaren Kaffeehau-kaffee-, mit dem verglichen alle Kaffees in Europa und alle amerikanischen HotelkaffreS einfach flüssige Armuth sind."
• Ueber „weibliche Eoldateulchindee" berichtet rin New- Yorker Blatt: Immer wieder Nest man jetzt von kranken Soldaten, welche von meist „späteren" Mädchen geküßt werden. So wurde ein Soldat des 71. Regiments am Bahnhofe in Paterson von 15 Damen abgeküßt. Der Mann war zur Zeit allein, hilf- und wehrlos, geschwächt durch Krankheit und die Entbehrungen des Lagerleben-. Trotz alledem zeigten die 15 Damen kein Erbarmen. Mitleidslos küßte ihn eine nach der andern. „Dem Soldaten traten Thräuen in die Augen" heißt e- in dem betreffenden Berichte. Ist es zu verwundern, wenn der Mann weinte? Der Mann ist furchtlos den spanischen Kugeln entgegen geschritten, trotzte dem gelben Fieber auf Kuba und ertrug die Gefahren deS Lagerledens, ohne zu murren. Aber al- die 15 späten Mädchen ihm die 15 Patriotenküffe auf die beichen L-ppen drückten, da ergriff ihn bange Furcht und bittere Schmerzen-- thränen entflossen seinen Augen, als er sah, daß Flucht unmöglich sei für ihn. ES wäre Zeit, daß von Seiten der Behörden etwa- geschähe, um diesem Grküßtwerden kcauker wehrloser Soldaten ein Ende zu machen. Abgesehen von dem Unedlen dieser Art der „Soldateuschinderei" find auch ernste Gefahren für da» allgemeine Publikum zu fürchten. Denn es ist anzuuehmeu, daß durch die Soldatenküfferei, eine Leidenschaft bei den Damen, welche den Kußpatrioti-mu- au-Üben, fich auSbildrt, welche fie später nicht mehr ablegen können. Wer wird dann noch sicher sein? Unsere Polizisten, Briefträger, Straßencouducteure, Telegraphenjungru und sonstige Leute, welche Uniform tragen, werden den Anforderungen kaum genügen, und harmlose Civtlisten, unbewaffnete, friedfertige Leute werden sich scheuen wüffrn, da» sichere Hau- zu beriet ff en, da fie an keinem öffentlichen Platze wehr vor den Kußweibern sich sicher fühlen werden.
* Scheinwerfer al» Wetterfignale. Auf der Thurmspitze des meteorologischen Institut- zu Chicago, ungefähr 100 Meter de- Michigan-SeeS, ist kürzlich ein Scheinwerfer errichtet worden, welcher unter langsamer Drehung mit Einbruch der Nacht nach allen Himmelsrichtungen intensive Lichtstrahlen entsendet. Der Zweck dieser in zwei Farben, weiß und roth, angewandten Zeichensprache ist eine Wetterprognose, welche Land- und Seeleuten bi» auf zwanzig Meilen im Umkreise plötzliche Wetterveräaderungeu ankündet. Ein einfarbig weißcS Licht sagt zur Winter-zeit strenge Kälte voraus und bedeutet im Frühling und Herbst das Eintreten leichten Froste»- Sturm und Ostwinde werden durch rothe Lichtstrahlen angekündigt, während abwechselnd weiß und roth auflrvchtende L-chter die Vorboten eine- Orkan- find.
• Der Schlachtenmaler Wereschtschagin arbeitet gegenwärtig an einem großen Gemälde: Napoleon auf den Höhen von Borodino, welche» mit noch einem zweiten zu schaffenden Bilde: Rast der großen Armee Wereschtschagin» Btlder-CycluS von 1812 ergänzen soll. Dieser Bilder-CycluS, der jetzt eine Tournöe durch Europa macht, soll im Januar nächsten JahreS in London aufgestellt werden, wo Wereschtschagin bereit» eine große Gallerte gewiethet hat. Zur Eröffnung der Ausstellung gedenkt fich der Künstler selbst nach London zu begeben. Von dort wandern die Bilder nach Amerika, welche» die rusfische Berühmtheit schon lange mit verlockenden Anträgen bestürmt hat. Wereschtschagin bedauert e» sehr, daß ihm in Dre-deu wider sein Wiffen ein Bckd de» Lykin», Napoleon in der Hütte, verkauft worden ist. Da er aber aus der Epoche von 1812, wie er selbst sagt, noch sehr viele Studien in seinem Vorrath hat, so ist da» Unglück nicht so
groß. Da- Bild Rast der großen Armee soll eine Episode au- der traurigen Flucht der napoleonischen Armee nach drm Brand von Moskau darstellen. Auf dem zweiten Bild fitzt der kranke Kaiser, von einer glänzenden Marschall-Suite umgeben, auf den Höhen von Borodino- ringsum hüllt dichter Pulverdampf die Scruerie ein. Die Uniform der Marschälle hat Wereschtschagin nach den Originalen gemalt, die 1812 von den Raffen genommen wurden und derzeit in St. Peters« bürg aufbewahrt werden. Diese historischen Reliquien wurden dem Künstler für kurze Zeit anvertraut, so daß er den ganzen Sommer über eifrig an dem Bild gearbeitet hat. Wereschtschagin, welcher dicht vor Moskau auf einer Billa lebt, arbeitet, laut „N. Züricher Ztg.", nach wie vor unter offenem Himmel auf einem einsamen Feld. Der Künstler schätzt die Einsam« kett für sein Schaffen so sehr, daß er sofort den Wanderstab weiter setzen würde, wenn in seinem geliebten Idyll eine Ansiedelung entstände.
♦ Eine Bnrgermeikierswittwe al8 StreichholzerverkSnferin. In Rom starb die Conteffa Letizia Pianciani, die Wittwe des ehemaligen Sindaco von Rom, 63 Jahre alt, in den dürftigsten Verhältniffen, fodaß ihre Bestattung auf Gemeindekosten geschehen mußte. Sie starb in Alpregung darüber, daß ihr der Steuerbeamte die kleine monatliche Pension pfänden wollte. Vor Jahren befand sie sich in solcher Roth, daß sie, um eine Unterstützung zu erhalten, ein Flugblatt in den Straßen Roms verteilte, in dem sie ihre Lage childerte, die fie zwänge, Cerini (Wachsstreichhölzer) feil zu rieten. Auf ihrem Tragekasten war in großen Buchstaben u lesen: „Die Wittwe des Sindaco Pianciani, Ceriniver- äuferin." „ , .
* Die Ausgaben für staatlich unterstützte Theater in den verschiedenen Ländern stellt eine französische Zeitung zusammen. Danach steht Deut sch and mit fast 2 Millionen Mark obenan; dann folgt Frankreich mit 1200000 Mark. Den niedrigsten Etat hat Bulgarien, nämlich 8000 Mark. Für ras Kopenhagener Theater werden jährlich 200000 Mark verausgabt. Dabei ist aber zu berücksichtigen, daß die Abgeordneten, hohen Beamten und höheren Offiziere und deren Familien freien Eintritt haben.
* Siu Gesetz gegen das Rauchen. Wie sich diele Leser erinnern dürften, wurde vor einiger Zeit in England ein ziemlich heftiger Kampf gegen da- bei den Frauen überhand nehmende Rauchen geführt. Die tabakbegeisterten Schönen ließen fich aber nicht recht davon überzeugen, daß da- edle Kraut, von dem Cigaretten gefertigt werden, für fie kaum gewachsen sei, und man mußte fie eben gewähren lassen. Manche Spötter wollen auch behaupten, da» weibliche Ge- chlecht rauche durchaus nicht, weil es der Cigarette wirklichen Genuß abgewlnne, sondern nur aus Koketterie. Selten werde eine junge Dame daran denken, sich eine „Paphros"^ anzuzünden, wenn ein männliches Wesen in nächster Nähe zu finden sei. Unter diesen Umständen dürste daS Rauchen der Frauen auch immer nur al» eine harmlose Spielerei zu betrachten sein, die sich bald genug, wenn fie erst den Reiz der Neuheit eingebüßt hat, von selbst in Wohlgefallen auf lösen wird. Weit schlimmere Folgen hat dagegen die fich in England immer mehr bemerkbar machende Thatsache, daß halbwüchfige Knaben weit häufiger mit dem sogenannten Glimmstengel, aU mit der früher so beliebt gewesenen Zuckerstange im Munde anzutreffen find. Die Cigarette ist nach Au-sage der Aerzie verantwortlich für eine erschreckende Anzahl von Todesfällen und für die vielen nervösen Krankheit-- erschkinungen unter Schulknaben zwischen acht und fünfzehn Jahren. DaS bleiche kränkliche Aussehen, die Appetitlofig. feit der sonst so munteren Jungen ließ die besorgten Eltern, die lange keine Ahnung von der heimlichen „Leidenschaft" ihrer minderjährigen Sprößlinge hatten, nach der Ursache forschen, und in den meisten Fällen stellte es fich heran», daß die Knaben passionirte Raucher waren. Die englische Preffe macht nun in allem Ernst den Vorschlag, daß man fich Amerika zum Beispiel nehmen und zur Bekämpfung des Uebel» ein Gesetz erlassen möge, da- allen Knaben unter 16 Jahren daS Rauchen auf baß Strengste verbieten würde. Ein solches Gesetz besteht in der That in den Vereinigten Staaten bereit» seit längerer Zeit und hat auch schon viel dazu deigetragen, der verderblichen Unsitte deS Rauchen-, dem sich Uncle SamS schulpflichtige Söhne ebenfalls mit Enthusiasmus hingegeben hatten, Einhalt zu thun. Nach einer vom Stadtrichier Adam Schatz in Mount-Vernon her- auSgegebenen Verordnung muß jeder Knabe, der dort auf offener Straße rauchend angetroffen wird, sofort verhaftet werden. Hier hilft dann keine Verwendung von Seilen zärtlicher Eltern — der kleine Bursche hat seine bestimmte Zeit bei trockenem Brot und Waffer abzufitzen, gewöhnlich ist er nach einer solchen Maßregel von feiner verfrühten Leidenschaft geheilt.
* Ein Blick hinter die Eouliffeu de» Morphinismus. Die Münchener Medicinische Wochenschrift brachte in ihrer Nummer vom 20. September eine Notiz unter dem Titel: „Au» der Hinterlaffenschaft eines Morphinisten." Da» in dieser Mittheilung geschilderte Ereigniß hat sich, wie der Fränkische Kurier erfährt, in Nürnberg zugetragen und wird möglicherweise auch noch ein gerichtliche» Nachspiel haben. Der Artikel lautet: Vor Kurzem wurde zu einem seit längerer Zeit in einem Hotel in N. wohnenden jungen Manne, angeblich einem Candidaten der Medicin, ein Arzt gerufen, welcher jenen in tiefem Sopor (Schlafsucht) liegend sand, der theilweise durch convulsivische Zuckungen und Aeußerungen von Gesichts- und Gehörtäuschungen unterbrochen wurde, kurz, einen Symptomencomplex schwerer Nervenstörungen constatirte. Die Untersuchung ergab, daß der Unglückliche, nachdem ihm die concentrirtesten und größten Dosen Morphium und nebenbei Cocain, unter die Haut ein- gespritzt, nicht mehr Ruhe schafften, 12 Gramm Clorhydrat in einer Nacht noch dazu eingenommen hatte! In dem Zimmer de» Kranken stand eine Reihe von leeren 50 Gr.- Gläsern umher, au» verschiedenen Apotheken stammend und alle mit der Signatur versehen: „4proc. Morphiumlösung,
für ein Pferd!", ferner mehrere leere Schachteln mit der Signatur: 1 Gr. Morph, hydrochl. (NB. au» der homöo- pachischen Apolheke mit dem Bildniffe Hahnemann's auf der Signatur!), leere Gläser von Iproc. Cocainlösungen, eine Reihe leerer, brauner Tuben, in denen da» Chloral geliefert worden wär, ferner eine Schachtel mit reinem Coffein u. A. m. Am Bette des Kranken jedoch stand ein Glas mit 25 Gr. Morph, hydrochl. cryst. purum, etwa» deftillirte» Waffer, um die Lösungen stets ftifch zu bereiten, ferner eine Cocain- lösung. Nachdem der unglückliche Kranke sich einigermaßen erholt hatte, begann selbstverständlich da» traurige Spiel mit den Giften von Neuem, nur mit Hinweglaffung der groben Dosen von Chloral. Der Kranke wurde in eine Heilanstalt verbracht, und darnach kam seine Hinterlaffenschaft in die Hände der Polizeibehörde. Fragen wir nun: Wie ist c» möglich, daß bei unseren strengen Vorschriften über Abgabe von Giften ein Kranker, und wenn er auch cand med. ist, sich so große Dosen Morphium. Cocain, und Chloralhydrat zu verschaffen wußte. Die Herren Apotheker werden sich über die von ihnen abgegebenen hohen Dosen durch Recepte aus- weisen können, obwohl die Signatur auf den Gläsern: „für ein Pferd" doch auf eine Täuschung schließen läßt. Daß in einer homöopathischen Apotheke das Morphium purum grammweise abgegeben wird, ist allerdings etwas befremdend. Doch sind alle diese durch die Apotheke erhaltenen Mittel ein Kinderspiel gegen die Mengen, die der unglückliche Kranke — und ein solcher ist jeder Morphinist! — binnen ca. drei Monaten sich von einem auswärtigen Drogengeschäfte (dem Fränkischen Kurier wird eine Würzburger Firma genannt) zu verschaffen wußte. Die leer zurückgelaffenen Gläser (mehrere von 25, 20 und 10 Gr. Inhalt) machen mit dem tn die Anstalt mitgegebenen fast noch vollen 25 Gr-Glas ungefähr 150 Gr. reines Morph, hydrochl. aus, die aus den Apotheken bezogenen Mengen gar nicht gerechnet Dazu kommen noch eine Reihe von Kölbchen mit je 1—5 Gr. Cocain. Nachdem nun die Polizeibehörde in den Besitz dieser ücke^ffanten Hinterlaffenschaft gekommen ist, dürfte über die Möglichkeit de» Bezuges solcher Mengen Morphium u. s. w. Aufklärung kommen. Es ist wohl sicher die Absicht der Gesetzgebung, welche die Verabreichung von Morphium u. dgl. nur von stets frisch erneuerten ärztlichen Ordinationen abhängig macht, die Ueberhandnahme der Morphiumsucht einzudämmen. Der Bezug aus den Apotheken ist wohl erschwert dadurch, datz dieser für jede Repetition eine neue schriftliche Anweisung durch einen bekannten Arzt erfordert. Verfehlungen dagegen wurden wiederholt schon empfindlich geahndet. Der bezug durch Drogisten scheint, wie obiger Fall zeigt, leicht und ein häufig geübter zu sein. Es wurde mir. auch von glaubwürdiger Seite versichert, daß es Drogengeschäste greot, die durch ihre Reifenden Morphinisten auffuchen laffen, um diesen Offerten von Morphium in ihren Wohnungen zu machen, selbstverständlich hinter dem Rücken des Arztes. Hierin Wandel zu schaffen, ist allerhöchste Zeit! Denn wenn auch leider die Thatsache richtig ist, daß e n Drrtttheil aller Morphinisten dem ärztlichen Stande angehört, so dürste auch diesen gegenüber der directe Bezug von Morphmm au» Drogenhandlungen ein Verstoß gegen die gesetzltchen Bestimmungen fein.
Wissenschaft, Literatur und Annst.
- König Ludwig II. von Bauern und »te Kunst. Von Louise v. Kovell. Mit zahlreichen, bisher noch unveröffentlichten Illustrationen und Kunstbcilagen, sowie mit einem Titelbild in Heliogravüre. — Vollständig in ca. 20 Lieferungen ä 50 Pfg. — Lieferung 1. (Seite 1 bis 32 und 2 Kunstbeilagen.) 2°. In dm Tagen, in denen wir gerade dem Höhepunkte der künstlerischen Entwickelung des modernen deutschen KunsthandwerkeS entgegen zu rücken scheinen, wo die Spuren neuer Stilformen das Juterrsie der weitesten Kreise wachhalten, erscheint das vorliegende Prachtwerk just zur rechten Zeit, um die Blicke rückwärts zu lenken zu einem der Hauptföcderer der Erstarkung des deutschen Kunsthandwerkes, zu König Ludwig II. von Bayern. König Ludwig, selbst ein Künftig auf dem Throne, hat es wie kaum ein anderer Fürst, vor oder nach ibm verstanden, die für seine künstlerischen Plaue geeigneten Kräfte Berammteben und an bte richtigen Stellen zu setzen. Die Verfasserin benützte vielfach bisher unbekanntes Material, schöpfte bald aus Aeußerungen deS Königs, bald aus eigener Anschauung, bald auS Erzählungen der mit den königlichen Aufträgen Betrauten, schildert tn ihrer bekannten, lebendigen Weife die Entstehung der Königsbauten. den Aufschwung, den Kunst und Kunstgewerbe auS diesem Anlasse tn Bayern und Deutschland genommen, und Die Hohe, die beide dadurch erreicht haben. Die Ausstattung deS Werke-, insbesondere der illustrative Theil. kann direct glänzmd genannt werden. Ein überaus reicher Schatz von bisher noch nie veröffentlichten pholograptichen Aufnahmen, sowohl von der Person und der Umgebung des Königs von seinen ersten Jugendiahren an biS zu seinem Ende, als auch nach zahlreichen, w feinem Auftrage entstandenen Werken der Kunst und deS Kunsthandwerkes, wird hier in technisch vollendeter Weise zum ersten Male wiedergegeben. Text und Bilder bieten größtenteils nur Neues und bisher Unbekmint^, insbesondere daS Jllustrationsmatertal aus den Schätzm deS Verlags ist von ganz bedeutendem historischem und kunsthistorischem Werthe. ___________
— Im Verlage von Greiner & Pfeiffer Ui Stuttgart erscheint vom 1. October 1898 ab: Der Thümner. Monatsschrift für Gemü'h und Geist Preis oierteljährUch 4 Mk. Herausgebn. Ieannot Emil Freiherr von Grotthutz. Trügm nicht alle Anzeichen, so wird diese neue, Vertiefung auf allen Gebieten anstrebende Zeitschrift ihrem Namen entsprechend, eine hervorragende Stelluna in dcr einschlägigen Literatur einnehmen. Das uns vor- ttegV ersteHeft ist ungemein vielseitig und reichhaltig so daß dem verdienstvollen, zeitgemäßen Unternehmen ein günstige- Prognostikon gestellt werden darf.
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