behörden in Prag als zweisprachig, und daS OberlaudeS- gericht hätte jene Zuschrift an das Handelsgericht also in beiden Sprachen abfassen wüffen. Jedenfalls dürfte dieser Vorfall den deutschen Abgeordneten Gelegenheit bieten, den Justtzmiotster im Parlamente zu befragen. — Wenn solche Dinge aber schon vor der weiteren Slavifirung und Kleri- kalifirung des Ministeriums Thun geschehen konnten, waS wird den Deutschen dann in Zukunft erst bevorstehen?!
M.P.C. Italien. Die Vermehrung der Flotte wird von allen Zettuvgen lebhaft besprochen. Die meisten halten eine Verbesserung und Vergrößerung derselben für unumgänglich, bekämpfen aber die ungeheuren Mittel, welche dafür von Seiten der Regierung für erforderlich erachtet werden. Um den finanziellen Schwierigkeiten vorzubeugen, wird man jetzt wahrscheinlich von einer außerordentlichen Forderung absehen und hofft, bet einer jährlichen Bewilligung von co. 15 Millionen Franc« im Lauf von acht Jahren den Flottenplon durchführen zu können.
— Die Erdarbeiter in Paris sind feit nahezu einem Monat im Ausstand, die Maurer, Schlosser, Stuckateure, Lastträger und Hafenarbeiter haben sich ihnen soeben angeschlossen. Die Bautischler wollen nachfolgen. Es droht ein allgemeiner Ausstand der Bauarbeiter, der mindestens 150000 Köpfe umfassen, leicht aber noch viel weiter greifen kann. Was wird dann aus der Weltausstellung? Bis zur Eröffnung des Jubelmarktes — Ostern 1900 — bleiben nur noch 18 Monate. Die Frist ist aufs Knappste bemessen; jeder Monat, der jetzt wegfällt, bedeutet eine Verzögerung des fertigen Werkes, keiner läßt sich mehr einbringen. Mag nun die Weltausstellung selber zwar, wie dies gewohnte Unsitte ist, halb- oder Viertels rtig eröffnet werden, so geht das doch nicht mit den Verkehrsmitteln, welche die Besucher zur Stelle schaffen sollen. Ohne Stadtbahn lassen sich Volksmengen, wie sie zum Gelingen des Unternehmens nöthig sind, schlechterdings nicht befördern. An ein rechtzeitiges Fertigwerden dieses Verkehrsweges ist aber durchaus nicht mehr zu denken, wenn jetzt der allgemeine Ausstand eintritt. — Der Ministerpräsident Brisson und der Pariser Stadtrath zerbrechen sich die Köpfe, um Rath zu schaffen. Da sie beide „radical" sind, gerathen sie leider nur auf wunderliche Einfälle. Der Stadtrath von Paris und der Generalrath des Seine-Departements stifteten gleich 30000 Franken für die Erdarbeiter. Das war das schlechteste Mittel, den Ausstand beizulegen. Brisson als gereifterer Staatsmann wollte den Unsinn verbessern und bestimmte, daß das Geld den Leuten erst nach Beendigung des Strikes ausgezahlt werden solle. Nun sagen sich die Arbeiter aber: Das Geld ist uns ja sicher, sinken wir einstweilen weiter. Und Brisson hatte es doch so gut gemeint! Er glaubte mit seiner Verfügung den Ausstand auf einmal abzuschließen. — Jetzt ist der Stadtrath wieder auf ein wohlgemeintes Mittel verfallen: Er will die Erdarbeiter in eigene Regie übernehmen und den Arbeitern bezahlen, was sie verlangen (mindestens 60 Centimes für die Stunde). Da nun aber auch die anderen Arbeiter nicht mehr mitthun wollen, müßte der Stadtrath gleich die Schlosser, Maurer-, Tischler-, Packträger- und Hasenarbeiten, das ganze Werk der Weltausstellung und der Stadtbahn in Regie nehmen, und soweit geht fein Unternehmungsgeist doch schwerlich. — Beiläufig wächst die social- politische Gefahr, in welcher Paris ohnehin aus bekannten Gründen schwebt, recht bedenklich durch die paar hunderttausend unzufriedenen, von socialdemokralischen Hetzern geführten Arbeiter. Und immer wieder stellt sich die Frage: Was wird aus der Weltausstellung und dem davon erwarteten Geschäft, in dessen Hoffnung die Franzosen leben?
Loudon, 6. October. Die „Central News" will aus Peking folgende Einzelheiten über die Absetzung des Kaisers erfahren dabeu: Der Kaiser wollte die Kaiserin-Wittwe entfernen. Truppen sollten aus Tientsin geholt werden, um den Palast der Kaiserin zu umstellen. Ein Günstling det Kaisers, den Letzterer mit eine« Handschreiben nach Tieotfin 1 schickte, verrieth den Plan dem Vicekönig und durch ihn erfuhr eS die Kaiserin-Wittwe. Diese ließ den Kaiser zu sich kommen. Der Kaiser leugnete den Plan, allein die Kaiserin zeigte ihm sein eigener Handschreiben und sagte ihm, eS bliebe ihm nichts weiter übrig, als auS einer bereitstrhenden Taffe zu trinken. Der Kaiser trank daun die Tasse leer. Ob der Kaiser todt ist oder lebt, wisse Niemand.
Norwegen. DaS Hebungs-Geschwader hat in diesem Jahre eine Reihe von taktischen Operationen an den Küsten der SkagerockS auSgeführt. Obgleich der strategische Werth dieser Passage seit Eröffnung des Kaiser Wilhelm- Kanals, wenigstens war die deutsche Flotte aubelangt, sehr vermindert ist, so würde dieselbe sür den Fall eines euglisch- rusfischen Krieges noch von großer Wichtigkeit sein, vor Allem was den Thetl zwischen Skagrn und Kap LtudernäS betrifft. — ES find die Vortheile, welche die verschiedenen Buchten in der Nähe des Tönsberger Fjord- bieten, auf daS Genaueste geprüft, und man ist zu dem Resultat gekommen, daß im Falle einer Blokirnng ChriftiantaS die Gegend von TönSberg von äußerster Wichtigkeit sein wird. Die Hebungen haben bewiesen, daß eS für ein feindliches Geschwader sehr schwierig sein dürfte, die Küste genügend abzusperren. Eine Landung würde noch größere Schwierigketten bieten, wenn die Inseln besetzt und die Eingänge zwischen ihnen durch Torpedo- geschützt find, während die eigene Torpedoboot-flotte überall geschützten Ankergrund findet, von wo au- fie gegen die feindliche Flotte op'.riren kann.
MP.C. Bereinigte Staaten. Der amerikanische Artillerie» offizier George O. Sqater hat sich damit befaßt, die magnetischen Eigenschaften de- Stahl- von Geschützrohren zu bestimmen. Diese von ihm angestelltm Versuche tnteresfireu um so mehr, al- die elektrische Kraft bei der Handhabung der Geschütz; großen Kaliber- immer mehr Verwendung findet. ES hat sich gezeigt, daß der magnetische Werth de- Schmiedeeisen- bet Weitem demjenigen de- Guß. eiseuS überlegen ist, und daß die magnetischen Eigeuschafteu
dieser Metalle, wie auch de- Stahl- in hohem Grade von ihrer chemischen Zusammensetzung, ihrer phyfikalischen Eigenschaft und der Art ihrer Fabrikation abhängig find. ES ist erwiesen, daß der Stahl der neuen Geschützrohre 8 Procent größere magnetische Eigenschaften besitzt, al- alle anderen in den Vereinigten Staaten gefertigten Stahlarteu. Für Dynamo-Maschinen bet der Marine wie für Motore zur Be- dteuuug von Geschützen in engen Räumen, Panzerthürmen rc., dürfte demgemäß hauptsächlich diese Stahlart von jetzt ab Verwendung finden. Gleichzeitig haben diese Versuche ergeben, daß die magnetischen und phyfikalischen Eigenschaften des Stahls in engen Beziehungen zu einander stehen. Besonders ist eS der Ntckelstahl, welcher bet großer Slasticität und Dehn- barkett eine sehr große magnetische Durchlässigkeit besitzt.
Locales rrnd provinzielles.
Gießen, 8. October 1898.
•• Handhabung der Localpolizei in Gießen. In der „Darmst. Ztg." wird folgende Verordnung veröffentlicht:
Ernst Ludwig
von Gottes Gnaden Großherzog von Hessen und bet Rhein rc. re.
Wir haben UnS bewogen gefunden, wegen Handhabung der Localpolizei in Unserer Provinzialhauptstadt Gießen zu verordnen und verordnen hiermit, wie folgt:
§ 1. Dem Bürgermeister Unserer Provinzialhauptstadt Gießen wird alS Localpoltzetbeamteu die nach Maßgabe der deSfallfigen gesetzlichen und instructionellen Vorschriften zu bewirkende Handhabung der Baupolizei, der Feuer- und Feuerlösch- Poltzei, der Schlachthaus- und Wasen Polizei, der Friedhof- und Beerdigungs Polizei, der Armeu-Poltzei und der Schul- Polizei übertragen.
§ 2. Unser Polizeiamt Gteßen wird gleichzeitig von der ihm übertragenen Handhabung der gedachten Zweige der Localpolizei enthoben.
§ 3. Diese Verordnung tritt am 10. October 1898 tu Kraft.
§ 4. Unser Ministerium des Innern ist mit der Ausführung dieser Verordnung beauftragt.
Urkundlich Unserer etgeuhSudtgeu Unterschrift und bet- gedruckteu Großh. Siegels.
Darmstadt, den 5. October 1898.
(L. 8 ) Ernst Ludwig. Rothe.
• * Höhere Schulen Seine Königliche Hoheit der G r o ß - Herzog haben Allergnädigst geruht, den Lehrer an der Oberrralschule zu Darmstadt Eduard Pfaff zum ersten Lehrer an der höheren Mädchenschule zu Alzey mit dem AmtS- titel „Rector" und den LehramtSaffeffor Jakob Sieben zu Wimpfen zum Lehrer an der Realschule daselbst zu ernennen.
* * Gertchtsdtenst. Durch Entschließung deS Großherzoglichen Ministeriums der Justiz wurde der GerichtSaffeffor vr. Fuhr in Hungen mit Wahrnehmung der Dieustver- richtungen eines Amtsrichters bei dem Amtsgericht Orteuberg beauftragt.
•• Ernannt wurden: am 5. October der Gerichtsvollzieher mit dem Amtssitze zu Mainz Johann Schaubach zum Gerichtsvollzieher mit dem Amttfitze zu Hungen und der Gerichtsvollzieher mit dem Amtssitze zu Hungen Konrad Seipel zum Gerichtsvollzieher mit dem Amtssitze zu Gießen, Beide mtt Wirkung vom Tage des Dienstantritt- ihrer Nach- folger an.
**P. Sladttheater. Der gestrige Abend machte die hie- figen Theaterbesucher mit dem „Tali-mau" von Ludwig Fulda bekannt. Die Stärke dieser Dichtung liegt nicht tu der Erfindung, denn der Verfasser hat zwei alte Märchenstoffe, die Betrügerei mittel- der unfichtbareu Kleider und die plötzliche Verpflanzung de- Armen auS der Hütte in den Palast zu einem Ganzen verbunden. Aber der sichere dramatische Aufbau, die treffende Lharacterzeichuung, die feine Komik und Ironie, die Weichheit und Glätte der gereimten Verse und der zarte Märcheuduft, der über allem auSgebreitet liegt, weisen dem „Tali-mau" einen der ersten Plätze unter den neunen Bühnenschöpfungen an. Auch in unseren kleineren Verhältnissen kamen diese Vorzüge zur Geltung, denn die Aufführung war wohl abgerundet und bot hervorragende Einzelletstungen. An erster Stelle verdient wohl der Omar de- Herrn Merker genannt zu werden. Bet ihm gesellten sich zu dem sympathischen Aussehen, der wohltönenden Stimme, dem lebenswahren Spiele eine in allen Zügen richtige Auf» faffung. Herr Dietz sch al- Astolf befriedigte Anfang-nicht fo ganz, stand aber von dem schönen Monolog des zweiten Actes an, durchaus auf der Höhe. Ein erquickliches Gegen- bild zu diesen beiden ernsten Rollen lieferte Herr Wi lh elm i durch die humoristische Wiedergabe deS alten Korbflechter-. In wirksamem Eontraft zu einander standen der heuchlerische Berräther Berengar (Herr Liebscher) und der gradsinnige, in Ungnade fallende Diomed (Herr Walter). Eine köst» liche Figur war der Hau-hofmeister deS Herrn Werner. Bei Frl. Bartholdy als Maddalena erschien wohl die Liebe zu dem eigenmächtigen König, nicht aber die Heldenhaftigkeit ihres Wesens glaubwürdig. Die immer heitere, wahre und reine Natur der Rita wurde von Frl. Meta Schumann in allerliebster Weise gezeichnet, trotzdem fie kurz vor Beginn der Vorstellung durch einen unglücklichen Fall leider einen Knöchelbruch erlitten hatte. Den BolkS- feeueu kam die nmfichttge Regieführung de» Herrn Director Helm vorzüglich zu statten. Namentlich beim KrörrungSzug war die Lebhaftigkeit groß, doch darf an einzelnen Stellen der Lärm mehr gedämpft werden, um Herrn Dietzfch daS Uebertönen der Menge nicht zu sehr zu erschweren.
** Stadltheater. KoberstetnS fÜnfactigeS historisches Lustspiel „Uw Nancy" oder „WaS Gott zusammensügt, soll der Mensch nicht scheiden" geht Sonntag den 9. d. MtS. in Scene. ES sei wiederholt darauf aufmerksam gemacht, daß an Sonntagen die vorgemerkten Plätze den Abonnenten bis Mittags 121/« Uhr reiervirt bleiben.
** Panorama. Mit einer neuen großartigen Serie eröffnet heute da- Kaiser-Panorama Neuen Bäue 1 seine
Wintersaison. Die Wiener JnbiläumS-AuSstellung und BuudeS- schießen, sowie Eröffnung durch den Kaiser Franz Josef, wird im Kaiser-Panorama von heute ab in naturgetreuer photo- plastischer Weise zur Darstellung gebracht. Da die neuesten Serieu zur Ansicht gelangen und Herrn Schmidts Herr- liche Länder-Serien sich einer großen Beliebtheit beim h e* figen und auswärtigen Publikum erfreuen, sei noch auf dabillige Abonnement für daS Panorama aufmerksam gemacht.
**Tr. Auf die Einladung bei OrlsgeverbevereiuS, betreffend Einrichtung von Leseabenden, machen wir noch an dieser Stelle ganz besonder- aufmerksam und empfehlen den Mitgliedern: die zeitgemäße und vor Allem vortheilhafte Einrichtung nicht nur zu unterstützen, sondern auch durch regen Besuch dieser Leseabeude daran- für sich Nutzen zu schöpfen. Immer auf dem Laufenden sich zu halten ist tu der heutigen Zeit gerade für den Handwerksmeister eine der wichtigsten Nolhwendigkeiten, wenn im Geschäft Vortheile erzielt werden sollen. Diese Leseabeude find ganz besonders geeignet, über sachliche Fragen einen wohlthätigen Meinungsaustausch herbeizuführen uud somit etwaige Lücken in der oder jener Richtung zu beseitigen. Deshalb wünschen wir im Jntereffe deS Handwerks ein gutes Gelingen dieser neuen Einrichtung.
** Zn hiesigen Echutzenkreifen regen sich zur Zeit merklich die Borvereuungen zum nächstjährigen großen verband-schütz en fest. So hat der Zimmerstutzeuverein in seiner kürzlich abgehaltenen Hauptversammlung deschloffen, einen größeren Betrag feines KaffebestandeS zum Ankauf ewe- oder auch zweier Preise zum Fist: zu reservtreu. Die Damen der SchützenvereinSwttglieder stehen im Begriff, dem Verein eine prachtvolle Standarte zu stiften, und die General- Versammlung am nächsten Montag Abend im Schütz nhavse bringe die erste Arbeit zum Feste auf die TageSorcrmng, indem fie des VorbereitungS-AuSschuß zu wählen hat.
Wetterregeln für den October. „Heller October, viel Wind im Winter," sagt eine alte Bauernregel. Andere Anzeichen, von denen auS man Schlüffe auf den kommenden Winter ziehen will, find folgende: „Ist recht rauh der Hase, dann frierst Du bald an der Nase". „Wenn tm Moor viel Irrlicht stehn, bleibt daS Wetter lange schön". Melster Lampe besitzt Überhaupt nach dem BolkSmunde große- Feingefühl für die Witterung, denn man sagt ferner: „Trägt'S HäSchen lang fein Sommerkleid, fo ist der Winter auch noch weit". Die Krähe gilt dem Landmann auch nicht minder als Prophet, denn er behauptet: „Halten die Krähen Konvivium, so sieh nach dem Feuerholz dich um". Die eigentliche Grenz- scheide zwischen Herbst und Winter bezeichnet der 28. October, der Tag Simon-Judo, von dem das Sprüchlein lautet: „Ist Simon-Juda erst vorbei, dann rückt der Winter auch herbei".
** Zehn Gebote für den Theaterbesucher. 1) Komme niemals zu spät in'S Theater. 2) Belästige Deine Nachbarn nie durch unruhiges Wesen oder auffälliges Benehmen. Hast Du Keuchhusten, so bleib' zu Hause. 3) Gehe zu Deinem Platz so, daß Du den Dasitzenden nie den Rücken kehrst. 4) Tritt ihnen nicht auf die Füße. 5) Störe da- Spiel nicht durch Privatunterhaltungel'. 6) Lache und weine ohne Auffälligkeit. 7) Wenn Du ohne Zuckerzeug nicht leben kannst, so iß, ohne den Neid Deiner Nachbarn zu erregen und ohne mit der Düte zu kuisteru. 8) Wenn Dein Geist Dir nicht erlaubt, ohne Zettel und Textbuch auSzukommen, so blättere leise um. Nicht- ist unangenehmer, al» in pathetischen Momenten durch Papiergeknister gestört zu werden. 9) Bei Opern gicb nicht mit dem Kopf oder den FÜßrn den Takt an. Dazu ist der Kapellmeister da. 10) Am AnSgang versperre den Weg nicht! Geh' fort ohne Aufsehen und ohne Störung. Bearbeite Deine Ncbenmenschen nicht mit den Ellenbogen.
•* Wetterbericht. Während daS barometrische Moximum fortgesetzt an Intensität verliert und sich weiter nach beat Norden zurückzieht, gewinnt der niedere Druck in Central- Europa nunmehr an Raum. Zugleich gestaltet sich die Lust- druckvertheilung unregelmäßiger und treten verschiedene Theil- mtnimas auf. Em solches zieht sich von Mittel-Frankreich nach dem Elsaß. Eine flache Depression liegt über der Po- Ebene und verursachte dieselbe in der Schweiz bereits Niederschläge. Auf unserem Gebiete ist der Himmel heute bedeck , doch war daS Wetter noch meist trocken. — Voraussichtliche Witterung: vorerst weist trübes Wetter- einzelne Niederschläge nicht ausgeschloffen.________________________________
Asrs der Leit für die Jett.
Vor 57 Jahren, am 9. October 1841, starb zu Berlin der berühmte Architect Karl Friedrich Schinkel, der es meisterhaft verstanden hat, die durch Romantik erlangte Anregung mit den Kunstgesetzen der Alten zu neuen harmonischen Formen zu verbinden. Hervorzuheben find seine genialen Bauten, mit denen er die Stadt Berlin schmückte, u. A. Museum, Schauspielhaus, Bauakademie, Schloß Babelsberg u. s. w. Der Künstler wurde am 13. März 1781 zu Neuruppin geboren.
^Vor 31 Jahren, am 10. October 1867, starb zu Oldenburg der Dichter Julius Mosen. Einzelne seiner Lieder, wie „Andreas Hofer", „Der Trompeter an der Katzbach" sind zu Volksliedern geworden. Bedeutenderes leistete er als epischer und dramatischer Dichter. Der „Ritter Wahn" und „Ahasver" zählen zu den besten deutschen Epen. Seine Dramen „Otto UL", „Cola Rienzi" sind vortreffliche historische Gemälde. Er wurde am 8. Juli 1803 zu Maneney im Vogtland geboren. __________________________________
vermischtes.
* Homburg v. b. H., 5. October. In unserem Mineral- brunnengebtet ist man bei dem Bau eines CeutralschachtrS zur Aufnahme der adfließenden Mineralwässer auf Mauerwerk, wahrscheinlich einen römischen Brunnen, gestoßen, so daß eS den Anschein hat, als wären unsere Mineralquellen schon von den Römern benutzt wordeu. ES wurden auch


