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9.9.1898 Erstes Blatt
 
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feinen Platz nnb feine Bewegung berücksichtigt und können ihn mit großer Wahrscheinlichkeit anfahren, wenn er nnvor- hergesehener Weise Richtung oder Geschwindigkeit ändert.

Wetterbericht. Hoher Druck beherrscht fortgesetzt den größten Theil Europa«, doch schwindet sein Maximum all» mählich zusammen. Eine Depression über Rußland hat sich heute In südlicher Richtung etwa« auSgebreiiet und erstreckt stch deren Einfluß bi« zur Ostseeküste nnb bi« nach Galizien. Ebenso ist Im Nordwesten der britischen Inseln eine flache Depression erschienen. voraussichtliche Witterung: Heiter und war«.

Alsfeld, 6. September. Ihre Königliche Hoheit die Fran Großherzogin hat die Gnade gehabt, der kleinen Hau«- haltung«schule für Bauernmädchen zu Nteder-Ofleiden einen Kreiplatz zu schenken, welcher an ein brave«, tüchtige« un­bemittelte« hesfische« Mädchen vergeben werden soll und welchen der Vorstand der Schule zu Nieder-Osleidea nach genauer Prüfung der Persönlichkeit zu vergeben hat.

Bad-Nauheim, 6. September. Die Gesammtfrequenz de« hiesigen Bade« wird in dieser Saison rund 1V000 Personen betragen.

Friedberg, 6. September. Ein römische« Bad, noch gut erhalten, wurde aus der KaperSdurg bei den dort vor­genommenen AufräumungSarbeiten entdeckt.

A Mainz, 7. September. Die Gesammtkosten de« erst­maligen Kaiser-Besuche« in Mainz am 3. vor. Monat« belaufen sich nur aus etwa 30000 Mk., wofür dem Bürger­meister in der heutigen Stadtverorduetenfitzung nachträglich der Eredit bewilligt wurde. Der Oberbürgermeister benutzte die Gelegenheit, nochmal« auf den Kaiser-Besuch zurückzu« kommen und der Bevölkerung von Mainz den Dank für den warmen Empfang, welchen sie dem Kaiser bereitet, ou«zu- brücken. Gleichzeitig machte der Oberbürgermeister die Mit- «Heilung, daß ihm bei seiner jüngsten Anwesenheit in Berlin die Zusage geworden, daß in Folge der Anregung de« Reich«- tag«abgeordneten Br. Schmidt die Reich«regierung in da« nächstjährige Budget 300 000 Mk. al« Beitrag zu den Kosten der Restauration de« kurfürstlichen Schlöffe« hier einstellen werde. Weiter theilte der Oberbürgermeister noch mit, daß der neue Schlacht- und Viehhof hier, mit besten Bau man tm Jahre 1890 begonnen, bestimmt den kommenden 1. October eröffnet und dem Betrieb übergeben werde.

A Mainz, 7. September. In der letzten Zeit ist in der hiesigen Gegend wieder viel falsche« Geld verausgabt worden, hauptsächlich 1 Markstücke und 50 Pfennigstücke. Die Falsifikate find ziemlich gut nachgemacht und unterscheiden sich von de« ächten Gelbe nur durch geringere Gewicht«, schwere.

Aus der Leit für die Lett.

Vor 161 Jahren, am 9. September 1737, wurde zu Bologna der berühmte italienische Physiolog Luigi Galvani geboren. Er ist der Entdecker de« nach ihm benannten Galvanismus, besten Wirkungen er 1789 zuerst beobachtete. Galoani verlegte den Sitz der Kraft in dm thierischen Körper imb nannte sie thierische Electricität. Er starb al« Professor in Bologna am 4. December 1798.

X>ermifd?te».

Marburg, 5. September. In Lohra machte ein Bauer beim Abbruch eine« Keller« einen merkwürdigen Fund, vr sand nämlich unter einem Balken ein Päckchen mit Oblt- gationea und einer großen Anzahl ZinS-Coupon«. Die Derthpaplere, die jetzt natürlich werthlo« find, stammen au« ten Jahren der sranzöfischen Fremdherrschaft 1808 bl« 1812 enb find in Marburg auSgegeben.

Unsere Leser machen wir auf die im Annoncenthell unsere« heurigen Blatte« enthaltene Bekanntmachung der Technischen Hochschule in Darmstadt aufmerksam. Dieselbe gewährt eine vollständige wissenschaftliche und künstlerische Su«bildung für den technischen Beruf. In besonderen Ab- Heilungen «erden Architecten, Bau-Ingenieure, Lultur-Ju- gmieure, Maschiuen-Jugeuieure, Sleetro-Jngenieure, Chemiker, Alectro-Chemiker und Apotheker ausgebildet- desgleichen in »er allgemeinen Adtheilung Lehrer sür Mathematik und Natur- wistenschaften, sowie Geometer. Auch Fabrikanten, Kunst- nnb Gewerbetreibenden ist die Hochschule zur Erlangung der »erforderlichen Kenntniffe behilflich. Da« neue elektrotechnisch- physikalische Institut, sowie da« neue Hauptgebäude find im Jahre 1895, da« neue chemische und electrochemische Institut br Jahre 1896 eröffnet worden. Alle diese Gebäude find alektrisch beleuchtet durch eine eigene elektrische Centrale der Hochschule. Besonder« ist noch hervorzuheben, daß durch die »mgerichteten Herbst- und Osterkurse e« ermvgl cht ist, im Herbst oder zu Ostern mit dem Studium zu beginnen und Fimit ohne Zeitversäumniß nach je vier Semestern die vor- Prüfung und nach je acht Semestern die Hauptprüsung ab» «liegen.

* Lin Besuch bei Treysas ans bet Teuselsinfel. Dem »Berl. lagbl." wird geschrieben: Ein Marineoffizier, welcher Dreyfu« kürzlich gesehen, schildert den Eindruck mit folgenden Worten: ,Al« ich Dreyfu« zum ersten Male gegenüberstand, krampfte sich «ein Herz zusammen, Dreyfu« ist entsetzlich ab­gemagert geradezu ein lebendes Scelett. Sein Erficht ist tief verbrannt von der schrecklichen Tropensonne. I« ist ganz fleischlo«. In diesem furchtbar verwitterten Antlitz hat nur Eine« noch Leben: die Augen, von unsag- brre» Leid erfüllte Augen, die Einem di« auf den Grund btr Seele blicken, die Einem verzweifelt, hoffnung«lo« be­flogen. Denn Dreyfu« weiß, daß mau ihm nicht antworten würde. E« ist verboten, mit ihm zu sprechen. Die Gesund­heit von Drtysu« ist schwer erschüttert, sowohl infolge de« Lima«, wie infolge der Nahrung. Auf dem von der Sonne verbrannten Eiland ist nicht« al« die nackte Erde und zer- bröckelte« FelSgesteln. Seit vier Jahren lebt Dreyfu« nur een Conserven. Seine Energie ist gleichwohl ungebeugt.

Er ist ruhig und macht seinen Wächtern keinerlei Schwierig- feiten. Er unterwirft sich der DiSciplin; er beklagt fich nicht und protestirt nicht. Er wartet! Stundenlang steht er mir gekreuzten Armen vor seiner Hütte und blickt durch die Palli- sadenritzeu hinaus auf da« unendliche Meer. Er wartet, er hofft noch immer !"

Lin Witzwort von Helmholtz, da« wohl kaum in weiteren Kreisen bekannt ist, theilt dasWiener Frdbl." mit. Er wurde einst in einer Gesellschaft einer Dame vorgestellt, die, hocherfreut, die Bekanntschaft de« berühmten Gelehrten zu machen, fich bemühte, ihm gegenüber ihre Vertrautheit mit seinen Werken und ihr verständniß für fie geltend zu machen. Sie sprach von seinem neuesten Werk, in da« fie, wohl in Erwartung de« Zusammentreffen«, hineingesehen hatte, und sagte:Oh, Herr Geheimrath, ich habe Alle« darin ver­standen, nur der Unterschied zwischen concret und concav ist mir nicht ganz klar geworden- vielleicht machen Sie e« mir in wenigen Worten klar."Das ist allerdings ziem­lich schwierig," antwortete Helmholtz, ^vielleicht gelingt e« mir, e« Ihnen durch ein Beispiel klar zu machen. Sehen Sie, die beiden Begriffe find ebenso verschieden, wie Gast­hof und Gustav." Ob die Dame nun eingesehen hat, wie sehr fie fich blawirt, ist unbekannt- aber da« ist ficher, daß fie später, wenn fie wieder mit dem Prosessor Helmholtz in Gesellschaft zusammentraf, e« ängstlich vermieden hot, ihm ihre geistreiche Unterhaltung aufzudrängen.

Poetischer Slänbigerhumor. In Breslau erhielt ein Schuldner von seinem Gläubiger die folgende Zahlungsauf­forderung :

Wesel, den 3. September. Geehrter Herr Kalle!

Mein Geld ist allr- Sie würden mich verpflichten, Wenn Sie Ihre Schuld entrichten! Hochachtungsvoll ergebenst: Boll.

Da« poetische Schreiben wurde im Original mit der lakonischen Notiz zurückgesandt:

Geehrter Herr Boll!

E« scheint, Sie find toll! Auch mein Geld ist alle. Ergebenst: Kalle.

Kasernenhosbluthe. Sergeant (al« ein ängstlicher Rekrut die Querbaumstange, an der er hängt, nicht loSlaffen will): Ich glaube gar, der Kerl betrachtet da« königliche Turn- geräth al« Luftkurort."

Universität- - Nachrichten.

Der Director des DeterinälinstttuteS der Leipziger Uni­versität, Profeffor Dr. Zürn, tritt am 1. April n. I. in den Ruhestand.

Prostffor Erhardt in Jena hat einen Ruf an die Uni­versität Rostock al« ordentlicher Professor der Phllofophie an­genommen.

Schisf-nachvichten.

Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agenten Carl LooS und I. M. Schulhof.

Bremen, 7. Septbr. sPer transatlantischen Telegraph^ Der Doppelschrauben-Postdampser Königin Luise, Eapttän W. o. Schuck­mann, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 8 Uhr Morgens wohlbehalten tn New-Uork angekommen.

Bremen, 7. Septbr. (Her transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Dresden, Capilän O. Groß, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern, 10 Uhr Vormittag«, wohlbehalten tn Baltimore angekommen.

Bremen, 7. Septbr. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Doppelschrauben - Schnellpostdampser Kaiser Wilhelm der Große, Eapttän H. Engelbart, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist heute 1 Uhr Morgens wohlbehalten in New Aork angekommen.

verkehr, «and. und volk-wirthschaft.

Gießen, s. September. Marktbericht. Auf dem heutigen Wockenmarkt kosteten: Butter per Pfd. A 1.201.30, Hühnereier per St. 67 H, 2 St. 1315 Enteneier 2 St. 1415 Gänse- cier per St. 1200 H, Käse 1 St. 57 Kasematte per St. 3 Erbsen per Liter 18 H, Linsen per Liter 30 H, Tauben per Paar JL 0.600.75, Hühner per St. A 0.851.20, Hahnen per Stück A 0.651.00, Enten per St. A 1.501.80, Gänse per Pfund A 0 000.00, Ochsenfleisch per Pfd. 6674 H, Kuh- und Rindfleisch per Pfd. 6266 Schweinefleisch per Pfd. 6876 H, Schweine­fleisch, gesalzen, per Pfd. 76 H, Kalbfleisch per Pfd. 6064 Hammeffleisch per Pfd. 8000 H, Kartoffeln per 100 Kilo 6.00 bis 8.00 A, Weißkraut per St. 000, Zwiebeln per Ctr. A 5.006.00, Milch per Liter 16

Dauer der Marktzeit von 7 Uhr Morgens biS 1 Uhr Nach­mittags. Während der ersten 3 Stunden der Marktzeit darf im Umherziehen nicht feilgeboten werden.

gtiMete, 7. September. Frachtmarkt. Roth er Weizee A 14,19, weißer Weizen A 00.00, Korn A 9 59, Gerste A 915, Hafer A 0.00.

Temperatur der Lahn und Lust

nach Reaumur gemeffen am 8. September, zwffchen 11 u. 12 Uhr Mittags:

Waffer 16°, Lust 21°.

Rübfamen'fche Badeanstalt.

Neueste Nachrichten.

Depesche» bei Bureau .Herold*.

Berlin, 8. September. Auf der Radrennbahn in Halenfee nahm gestern Abend um 8 Uhr da« 24 Stunden- Rennen feinen Anfang. Um 1 Uhr früh hatte der Belgier Huret die Führung.

Berlin, 8. September. Nach hier elngelanfenen Meld- ungen hat der W ah ehe -Auf stand mit dem Tode des Sultan« Quawa fein Ende gefunden. Derselbe war von den Soldaten der Schutztrnppe verfolgt und derart tn die Enge getrieben worden, daß er feine letzten Anhänger und dann fich selber erschoß.

Berlin, 8. September. Dem ^Berliner Tageblatt" wird an« Pari« telegraphirt: In politischen Kreisen verlautet, die ftanzöfische Regierung beabsichtige, osficlell in Berlin au< i zufragen, ob Deutschland eine Unzukömmlichkeit darin erblicke, wenn die Dokumente de« sogenannten allergeheimsten Dossier I

Im Falle der Revision de« Dreyfu«-Proceffe« an ble Oeffentlichkelt gelange. Die französische Regierung wolle gleichzeitig versichern, daß e« ihr fern liege, an die Echtheit dieser Papiere zu glauben.

Hamburg, 8. September. Gestern brach im Kaufmann«- spetcher Neue Burg 9/10, in der Nähe der N'kola'kirche, durch Selbstentzündung von Baumwolle Großfeuer au«. 9?«$ fünfstündiger Arbeit der Feuerwehr war der Brand auf feinen Herd beschränkt. E« find zwei Speicher vollständig niedergebrannt. Der Schaden soll eine Million Mark be­tragen.

Wien, 8. September. Der Führer der Rechten de« Herrenhause«, Graf Franz Falkenhayn, der bekannte Parteigänger der Clertcalen, ist auf Schlag Ottenschlag im Alter von 70 Jahren gestorben.

Pari«, 8. September. Esterhazy sollte gestern in der von feinem Vetter gegen ihn erhobenen Klage vernommen werden. Da der Ankläger indeß nicht erschienen war, wurde der Termin verschoben. Da« Gerücht, daß Esterhazy au« Pari« geflüchtet fei, bestätigt sich also nicht. Er bat gestern im Gericht«gebäude einen Freund, ihn über den Inhalt der bei ihm beschlagnahmten Dokumente zu unterrichten.

Paris, 8. September. Der Procrß Picquart, welcher am 21. September beginnt, wird sensationelle Ent­hüllungen bringen. Picquart ist eutschloffen, alle seit Jahren vorgekommenen Fälschungen, welche da« Kundschaster- bureau im KriegSministerium begangen hat, schonung«lo« auf­zudecken. Die antisemlttsch-chauvinistische Hetzpartei, deren Führung Cavalgnac jetzt übernommen hat, macht verzweifelte Anstrengungen, eine neue Volksbewegung gegen die Dreyfu«- Revision hervorzurufen.

Pari», 8. September. Ungeheure Sensation erregt hier ein Artikel der Petersburger Nowostl, in welchem behauptet wird, daß der Czar die Absicht habe, dem Friedenskongreß den Vorschlag zu machen, Elsaß-Lothringen für neutrale« Gebiet zu erklären. (??!)

Pari«, 8. September. Die Wahl de« General« Znr- lind en zum Krieg-mlnlster wird von den Dreyfu«freunden al« ein der Revision günstige« Zeichen angesehen, da Zurllnden ein Freund Schenrer Kestner« war, deffen Ein­greifen In die DreyfuS'Angelegenheit einschneidend wirkte.

Pari«, 8. September. Monniot von derSibre Parole" hat den Senator Trarieux und der Depntirte Mi llev oy e den Schriftsteller Mir bau wegen der Dreyfu«- Angelegenheit zum Duell gefordert.

Pari«, 8. September. Eine größere Anzahl national- liberaler und antisemitischer Deputirten ist hier eingetroffen, um Agitation behuf« Einberufung der Kammer zu be­treiben.

London, 8. September. AnS Dmburman eingelaufene Telegramme de« Grneral« Kltchener besagen, daß 500 Araber auf Rameelen den Khalifen verfolgen. Derselbe flieht mit solcher Eile, daß er mehrere seiner Weiber auf dem Wege zurückließ. 100 Kameele, die er für die Flucht benutzen wollte, fielen in ble Hände der Engländer, von den Derwischen find nach einer Zählung auf dem Schlachtfeld 10800 gefallen, außerdem 400 in Dmburman. verwunbet sollen 16000 Derwische sein- außerdem habe Kltchener 8-4000 Ge­fangene gemacht.

London, 8. September, von unterrichteter Seite wirb nunmehr bestätigt, daß da« eng lisch -deutsche Ab­kommen, welches die südafrikanischen Jntereffen betrifft, fich auch auf die ostafiatischen Fragen erstrecken soll. Daß parallel mit den politischen Vereinbarungen und im Zu­sammenhang mit denselben auch finanzielle TranSactivnen, die ohne die Regierung birect zu engagtren, doch unter dem Protektorat derselben bei kräftigen Gelbmächten durchgeführt werden sollen, wobei nach Thunlichkeit auch den Jntereffen Rußlands und Frankreichs Rechnung getragen werden soll, gilt al« sicher.

Madrid, 8. September. Die Regierung hat von einigen Carlistenführern die Versicherung erhalten, daß die­selben keine Ausschreitungen gegen die jetzige Regierung unternehmen würden, so lange die FriedenS-Commisfiou in Pari« nicht über alle Fragen entschieden habe.

Athen, 8. September. Nach hier eingetroffenen Depeschen dauert die Krisi« in Candia fort. Die Türken find nicht eingeschüchtert und wiederholen fortgesetzt ihre Angriffe. Die Kriegsschiffe haben Candia von Neuem bombarbirt. Die Stabt ist zur Hälfte zerstört. Biele Türken finb getödtet. Die Christen finb auf ble Schiffe geflohen. Ein im Piräu« liegende« russische« Kriegsschiff ist nach Canbla abgebampft. Unter ben hiesigen cretenfischen Flüchtlingen herrscht ble größte Erregung.

Athen, 8. September. Bel ber vorgestrigen Revolte in ßanbia finb im Ganzen 200 Mann getödtet unb 45 verwundet worben.

Kandis, 8. September. Die fremden Untertanen find au« der Stadt auf die inzwischen elugetroffenen Kriegs­schiffe geflüchtet. Abgebrannt find da« deutsche, englische und amerikanische ConsulatSgedäude. Nach einem Telegramm des englische» Consul« au« Ranea wurden 20 englische Soldaten getödtet und 50 verwundet.

Ranea, 8. September. Der englische Commandant theilte gestern einem englischen Journalisten mit, daß er Im Falle eine« neuen Aufstande« der Muselmanen die Stadt ben christlichen Insurgenten zur Plüuberuug überladen werde. Heute fei in Candia alle« ruhig. Die Jasurgeuten gehen in Begleitung von Soldaten auch vor die Stadt, die von einem militärischen Cordon umgeben sei.

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