Ausgabe 
9.7.1898 Erstes Blatt
 
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Concert. Da« gestrige vierte Abonnement-- Loncert der htefigen Regimentöcapelle unter Leitung de» Großh. MuflkdirectorS Herrn C. Krauße war gut besucht und fand die exacte Ausführung de- Sptelplaue- allgemeinen zum Thetl stürmischen Beifall.

* Der Beret« zur Züchtung retuer Hunderassen in Gießen hält am Montag, den 11. d. Mts. Abend- 8 Uhr im Lenz'schen Felsenkeller seine Monat-Versammlung ab. Wir verfehlen nicht, Interessenten darauf aufmerksam zu machen, tn-besondere auf die Tagesordnung, welche den Rechnungsabschluß der Hundeau-stelluvg, Berloosung von Welpen und verschiedenes aufwetst.

Eine nachahmen-werthe Einrichtung hat da» Cafö Heitler gtroffen. Der Besitzer hat eine verschließbare Aufbewahrungsstelle für Räder eturtchten lassen. Den Schlüffe! hierzu führt der Kellner.

Größe der Postkarten. Bon allgemeinem Jntereffe ist ein von der Oberpostdirection in Danzig einem Groß- industriellen WestpreußeuS zugegongener Bescheid. Der Herr hatte am 5. Mai d. I. eine Anzahl auf privatem Wege hergestellter Postkarten, von denen schon seit vielen Jahren Hunderttausende in die Welt gesandt waren, ohne jemals beanstandet worden zu sein, francirt an Geschäftsfreunde nach Danzig geschickt und erhielt von einem Geschäftsfreunde eine solche Karte zurück, welche mit einem Strasporto von 15 Pfg., weil sie nicht die vorschriftsmäßige Größe gehabt hätte, belegt worden war. Die Empfänger der anderen Postkarten sollen da» gleiche Strafporto zu tragen gehabt haben, haben sich aber nicht gemeldet. Auf die eingereichte Beschwerde bei dem Herrn StaatSsecretär de- ReichSpostamt», welcher die Beschwerde zur Erledigung an die Oberpost- direction Danzig übersandte, ist ihm von dieser folgender Bescheid zugegangen:Nach § 14 der Postordnung vom 11. Juni 1892 müssen Formulare zu Postkarten, welche nicht von der Poft bezogen werden, in Größe und Stärke de- Papier» mit den von der Poll gelieferten übereinftimmen; Postkarten, welche den äußeren Anforderungen nicht ent­sprechen, unterliegen dem Porto für unfrancirte Briefe. Immerhin find die Postanstalten angewiesen, bet den auf privatem Wege hergestellten Postkarten über kleinere Ab­weichungen von der vorgeschrtebenen Größe hinwegzusehen. Da- Postamt ist angewiesen worden, den erhobenen Porto- betrag dem Empfänger der Postkarte zu erstatten. Um der­artigen unliebsamen Weiterungen für die Folge vorzubeugen, wird Ihnen anhetmgestellt, Ihren Postkarten die vor­geschriebene Größe geben zu lasten.

Darmstadt, 7. Juli. Unerwartet früh, an deusFolgeu eine» inneren Leiden- ist Herr Geh. RegierungSrath Hechler hier, ein geborenerOberheste, verschieden. Ein in'wetten Kreisen beliebter und hochgeschätzter Mann, ein vorzüglicher Staat-beamter und Bürger geht mit ihm in die Gruft. Seit langen Jahren, und mehrmalig gewählt, vertrat er den Groß- Gerauer Wahlkreis in der Zweiten Kammer, zu deren ersten Schriftführer er vor mehreren Jahren ernannt wurde. Treu und unentwegt vertrat er die nattonalltberale Sache gegen­über dem antisemitischen usw. Ansturm. Im Mat v. I. wurde er Borfitzender der Großh. BcaudverficherungSkammer, welches Amt er leider nicht lange bekleiden sollte.,

X. Darmstadt, 7. Juli. Bei der günstigen BerkehrS- lage Darmstadt« waren in den letzten Jahren in der Ein- quartierungsache mancherlei Mtßltchkeiten zu verzeichnen. Nunmehr wurde seitens de» Magistrat» ein OrtSstatut, da» die Frage der Einquartierung de» Genaueren in 20 Para« graphen regelt, den Stadtverordneten vorgelegt und von ihnen heute mit einigen Abänderungen genehmigt. Als Maßstab für die Bertheilung der Quartier-Pflicht ist da» Gemeindesteuereapltal genommen und zwar ist je 1 Mann zu übernehmen bet Gemeindesteuercapitalten, die lediglich Eiokommenstruercapttal in fich begreifen, auf je 400 Mk., bet solchen, tn welchen noch Grund-, Gewerbe- und Capital- rentensteuercapttalien mitenthalten find, auf je 450 Mk. Steuercapital. Auf Grund de» OrtSstatut» wird ein Ein- quartierungskataster geführt und stets auf dem Laufenden erhalten. Auch in der Stadt nicht Gemeindefteuerpfltchtigr werden zur Quartterpflicht herangezogrn. Da» letzte Statut vom 4. August 1870 war durchaus veraltet. Dieser Tage hrt fich hier eineFreie Bereinigung Darmstädter Künstler" gebildet zu dem Zwecke der Au»stellung und Vertreibung der Werke ihrer Mitglieder. Die Bereinigung wurde durch die nachgesuchte Uebernahme de» Protectorat» für die geplante Ausstellung seitens de» Großherzogs erfreut. Im nächsten September gedenkt fie nämlich ihre erste Aus­stellung tn der KunstveretnShalle vorzuführen, wobei auch namhafte, außerhalb des engeren Baterlande» wohnende, au» Heften gebürtige Künstler vertreten sein sollen.

Mainz, 6. Juli. Die Wiederherstellung des ehemaligen Kurfürstlichen Schlosses tn Mainz ist um einen be­deutenden Schritt gefördert worden, indem durch Beschluß der Stadtverordnetenversammlung vom 23. Juni die Bau­leitung dem tu Mainz ansässigen Archttecten Rudolf Opfer­mann übertragen ward. Der Vorsitzende deS s. Z. zur Be­gutachtung berufenen AuSschuffeS von Sachverständigen, Geh. RegierungSrath Prof. Raschdorff, hatte auf die Ein­ladung der Großh. Bürgermeisterei, fich über die Einleitung deS Wiederherstellung-Werkes zu äußern, die Wahl des Ge­nannten für durchaus befürworteuswerth erklärt. Opfermanns große baufachliche Befähigung hat ihm einen hervorragenden Antheil an der Bebauung der Mainzer Neustadt, wie die Theilnahme au dem engeren Wettbewerb beim Museumsbau in Darmstadt und namentlich die Berufung zur baulichen Herstellung der mächtigen Stiftskirche in Friedberg seitens der Großh. Hessischen Regierung verschafft. Seine Bezeich- nung für da» tn Rede stehende Werk erschien um so mehr begründet, al» er am Platz anläsfig und mit dem Denkmal durch eingehende Studien vertraut ist. Bet der Wahl de» Bauleiter» mußte, wie tn einer gutachtlichen Arußerung vom Prälaten Dr. Schneider gewiß mit Recht betont worden war,

in erster Linie darauf geachtet werden, daß da» Unternehmen in die Hand einer baukünstlerischen Kraft gelegt werde, die in der Durchführung eine Lebensaufgabe erblickt und fich der­selben mit voller Hingebung zu unterziehen bereit ist. Denn es handle fich weit weniger darum, den Fall tn kürzester Frist abzuwickeln, als tn gemeffenem Gang mit wetser, bau- technischer Oekonomte und in dtScretem Vorgehen jene Mittel- straße tn der baulichen Erneuerung de» alten Schlöffe» ein­zuhalten, die von den Sachverständigen schon im Borjahre hervorgehoben worden war. Bei der ganz vereinzelten Stellung de» Baudenkmal» in der Reihe unserer deutschen Palastbauten erfordere deffen Behandlung liebevolle Ver­tiefung in seine Eigenart und ein eingehende» Studium seiner Zierformen. Die Herstellung der fast gänzlich veränderten inneren Anordnung endlich gehöre so wie die Frage der richtigen Unterbringung der vielgestaltigen und umfangreichen städtischen Sammlungen ficher zu dem schwierigsten Thetl der ganzen Aufgabe. Im Hinblick auf diese Erfordernifte ver­einigten fich die beiden, getrennt abgegebenen Gutachten tn dem Vorschlag Opfermanns. In der Au»sührung soll bei dem ältesten Bautheil, der gegen da» Großherzoyliche Palais gerichteten Südsront, begonnen werden. Da gerade hier etnestheils schwere Bauschäden vorltegen und anderutheilS die vorhandenen Räume de» Erdgeschoffe» zu Museumszwecken nicht verwandt find, ergiebt sich gerade diese Stelle al» An- grtffspunkt von selbst- fie gewährt zugleich die Möglichkeit, die äußere Herstellung mit dem inneren Ausbau und seiner künstlerischen Schmückung in organischer Weise zu verknüpfen. Auch hier wird schließlich Alle» von dem Manne abhängen, tn deffen Hände daS Unternehmen gelegt wird- einer glück­lichen Lösung der bedeutungsvollen Aufgabe durch Opfermaun darf mit berechtigten Erwartungen entgegengesehen werden. Meutralbl. d. Bauverw.

Worm», 6. Juli. Der zum Finanzmintster unseres Großherzogthum» ernannte Herr Oberbürgermeister Küchler nahm in der gestrigen Stadtverordnetenversammlung Abschied von den Stadtverordneten, da er am kommenden Freitag sein neue» Amt antritt. Herr Küchler war so bewegt, daß er am Schluß feiner Rede abbrechen mußte. Auch tn den Reihen der Stadtverordneten machte fich eine große Bewegung geltend, die den Beweis lieferte, daß ihnen der Abschied von Herrn Küchler sehr schwer fällt. Herr Oberbürgermeister Küchler stand 16 Jahre dem Gemeinwesen der hiesigen Stadt vor und hat während dieser Zeit für da» Gedeihen und die Größe von Worm» ungeheuer viel gethan. Die Stadt­verordneten haben den einstimmigen Beschluß gefaßt, Herrn Oberbürgermeister Küchler zum Ehrenbürger der Stadt Worm» zu ernennen. Gestern Abend fand eine Besprechung der Stadtverordneten und der Vorstände sämmtlicher hiesiger Vereine statt. Man beabsichtigt, am Donner-tag Abend einen großartigen Fackelzug, an dem fich sämmtliche Vereine be- theiligen, zu Ehren de» scheidenden Oberbürgermeisters zu veranstalten. Bei dieser Gelegenheit soll Herrn Oberbürger­meister Küchler daS Ehrenbürger-Diplom Überreicht werden.

Ars- der Zeit für die Zelt.

Vor 512 Jahren, am 9. Juli 1386, fand bei Sempach der Sieg der Schweizer über die Oesterreicher statt, mit welchem die österreichische Herrschaft in der Schweiz endete. In der Schlacht, wo nach der Volksüberlieferung der hoch­herzige Arnold von Winkelried seinen Landsleuten in die geharnischten Reihen der Rittereine Gaffe bahnte", indem er eine Menge Lanzen erfaßte und sich in die Brust grub, erlag der stolze Herzog Leopold III. von Oesterreich mit 656 Edlen unter den Kolbenschlägen helvetischer Landleute.

Rude-Heim, 5. Juli. Gestern tagte hier eine Cou- ferenz von Bausachverständigen, darunter Professor v. Thiersch- München, die Bauräche Böckmaun und Schwechten-Berlin, um den Bauplan für die nationale Festftätte zu be- rathen. Heute traten die Mitglieder de» Arbeitsausschusses v. Schenckendorff und Dr. I. Rolf» hinzu, um in gemein­samer Berathung die Grundzüge einer PreiSbewerbung sür die Anlage der Feststätte aufzuftellen. Eine Commission för­dert die weiteren Vorarbeiten. Als erster Preis wurden 10 000 Mk., als zweiter Preis 5000 Mk. in Aussicht ge­nommen. Darauf folgte die Bildung der Bauabtheilung au» sämmrlichen Baufachleuten de» ReichSauSschuffe» unter Leitung von Profeftor Thiersch. Morgen findet hier eine Volksver­sammlung statt, zu welcher der ganze Rheingau und an­grenzende Lande-theile eingeladen find behufs Anregung zur Bildung von Ortsausschüssen.

* Auch ein Strikt. Dreitausend Beamte im Haupt­telegraphenamt zu London rrbelliren gegen den Zwang der osficiellenAbfütterung". Sie führen Beschwerde darüber, daß da» von AmtSwegen geführte Restaurant nicht allein schlecht koche, sondern daß die Bedienung auch sehr schlecht sei und fie bei Tischeeingepökelt wie die Häringe" fitzen müffen. Wa» fie jedoch nicht aussprechen, ist wohl der wesent­lichste Punkt ihrer Leiden: sie dürfen die AmtSgebäude nicht verlaffen, um zu lunchen. ES wird nun dafür Sorge ge- tragen werden, daß die Speiseräume vergrößert werden und die Angestellten auch zum Frühstück hinan» gehen dürfen. Dann werden fie e» wahrscheinlich vorziehen, im Hause zu bleiben. Einstweilen ging eS Freitag und SamStag dort sehr lustig zu, al» fich männiglich da» Frühstück in Ledertaschen und Papierdüten mitgebracht hatte und nur an den langen Taseln Mefter und Gabel in Gebrauch genommen und nach Pfeffer, Salz und Senf gerufen wurde.

Auf die BahuhosS-Restauratiou zu Bebra, die am 1. September pachtfrer wird, find 42 Angebote erfolgt. Bon der unglaublichen Höhe von 85 000 Mk. jährlicher Pacht bi» herunter zu dem bescheidenen Angebot von 8500 Mk. bewegen fich die Offerten. Die meisten Angebote lauten zwischen 10- und 15 000 Mk., doch waren auch solche von 22 bi» 25000 Mk. darunter. Der Zuschlag ist noch nicht

erfolgt und braucht bestimmungsgemäß auch nicht an den Meistbietenden zu erfolgen.

Die Versendung von Aufichtspostkarte», theil» zur Ueber- wittelung von Nachrichten, theil» zu Sammelzwecken, hat in den letzten Jahren einen ganz bedeutenden Umfang an­genommen. Dieser läßt sich wohl am Besten an dem Verbrauch der 5 Pfg.-Fretmarkeu nachweisen. ES find ver­kauft worden: im deutschen ReichSpostgebiete (ausschließlich Bayern und Württemberg) Freimarken zu 5 Pfg., 1893: 282362 771, 1894: 295 116875, 1895: 314682733, 1896 (weiter reicht die veröffentlichte Statistik de» RetchSpostamre» nicht): 352700 312 Stück - gegen da» Vorjahr mehr 1894: 12 754104, 1895: 19 745858, 1896: 37 837 579 Stück- Steigerung in Prozenten rund 1894: 4,5; 1895: 6,7 - 1896: 12,0. Postkarten zu 5 Pfg. 1893: 231278592; 1894: 237 960845; 1895: 250515794; 1896:262 302578 Stück, gegen da» Vorjahr mehr 1894: 6 682253, 1895: 12554949; 1896: 11786784 Stück; Steigerung in Pro- zenten rund 1894: 2,9; 1895: 5,3; 1896 4,7. Einen Anhalt für die Zahl der beförderten AvfichtSpostkarten er- giebt diese Ueberficht allerdings nicht, man wird fich indeß nicht zu weit von der Wirklichkeit entfernen, wenn man fie allein bet un» auf gegenwärtig 100 Millionen jährlich schätzt. Der ReichSpostverwaltung bringt dieser Sport da» nette Sümmchen von 5 Millionen Mark ein, dabet braucht fie nicht einmal baß Papier zu den Karten herzugebrn.

Eingesandt.

Gieße«, 7. Juli 1898.

Einsender dieses freute sich, ohne ein persönliches Interesse daran zu haben, als die Inhaber der Detailaeschafte hier vor einigen Wochen die Vereinbarung trafen, ihre Geschäfte gemeinsam um 9 Uhr Abends zu schließen, um sowohl der Familie, als auch den Ange­stellten nach der ohnehin langen Arbeitszeit von Morgens 6 oder 7 Uhr bis Abends um 9 Uhr noch eine Erholungsstunde in frischer Luft zu gönnen. r

Dieser Ladenschluß hatte sich Dank der Bereitwilligkeit fast aller Geschäftsinhaber auch so allgemein und glatt einaeführt, ohne daß irgend ein Nachtheil dadurch den Geschäften entstanden wäre und ohne daß derselbe von dem kaufenden Pubikurn als Uebelstand empfunden wurde; hatte man sich doch an die Neuerung rasch ge­wöhnt und besorgte seine Einkäufe ein halbes Stündchen früher als bisher. Samstags und vor Festtagen sind ja so wie so die Ge­schäfte bis 10 Uhr geöffnet.

Nun scheint es mir, als wenn so ganz vereinzelte Händler sich diesen Ladenschluß zu Nutzen machten, auf Kosten ihrer Collegen die Geschäfte länger offen zu halten, wahrscheinlich in der Erwartung, daß, wenn die anderen Geschäfte geschlossen sind, sie noch Maaren absetzen könnten. Ich möchte hier doch die Frage an den Detailisten- Verein richten, ob er gegen solche Manipulationen nichts zu thun in der Lage ist. In anderen Städten hat die soctaldemo- kratische Partei, welche stets" für das Wohl der arbeitenden Klaffe etntritt, für die Angestellten in der Ladenschlußfrage die Lanze gebrochen; auch dürfte ein Appell des Detailltsten-Vereins an da« Publikum am Platze fein, die humanen Bestrebungen der Geschäftsleute dadurch zu unterstützen, daß es nicht nach 9 Uhr in den Geschäften kauft, deren Inhaber einen Vortheil aus dieser Wohlfahrtseinrtchtung der sämmtlichen Kaufleute heraus­zuschlagen suchen, indem sie ihre Geschäfte länger offen halten. Auch selbst wenn der betreffende Geschäftsmann kein Personal beschäftigt, so gibt er durch ein solches Verhalten anderen Veranlassung, welche Angestellte beschäftigen, länger aufzuhallen und dürfte dadurch die ganze Vereinbarung des 9 Uhr-Ladenschlusses und mit dieser daß Erholungsstündchen für Familie und Angestellte in Frage ge­stellt sein.

Hoffentlich genügen diese Zeilen, um die Geschäftsinhaber an das gegebene Versprechen zu erinnern, daß sie es als Ehrensache betrachten, strikte an dem 9 Uhr-Ladenschluß festzuhalten.

Einer, der kein Detailgeschäst besitzt!

Wissenschaft, Literatur und Aunst.

Der Entwickelung deS Fernsprechwesens ist ein längerer illustrirter Artikel gewidmet, den wir in dem soeben auS- pegebenen Heft 26 der allbekannten Familtenzeitschrist »Für Alle Welt" (Deutsches VerlagshauS Bong & Co., Berlin w Preis deS Vterzehntagsheftes 40 Pfg ) veröffentlicht finden. Vieles, waS dem Laten an den Vorgängen beim Telephontren noch unklar ist, wird ihm hier von sachverständiger Feder und durch wohlgelungene Bilder vor Augen geführt. Außerdem enthält dieses Heft, neben den Fortsetzungen der beiden, an dieser Stelle wiederholt erwähnten geradezu sensationellen RomaneSchloß Hohenthurm" von B. Corony undAuf der Landstraße" von Jenny Hirsch und einer abgeschlossenen, recht innigen und humorvollen ErzählungEine Hochzeitsreise" von Olga Wohlbrück, eine mit farbenprächtigen Abbildungen erläuterte SkizzeHaussegen Industrie" von M. Friedeberg und eine mit noch nie ve öffentlichten Bildern geschmückte Darstellung des Lebens Kaiser Wilhelms II. während seiner Nordlandfahrten auf derHohen- zollern", die dem kürzlich erschienenen, der Kaiserin gewidmeten und vom Kaiser selbst mit einer Devise gezierten PrachtwerkUnser Kaiser" (Deutsches Verlagshaus Bong & Co., Berlin W.) entnommen ist. Der bekanntlich tnFür Alle Welt" mit großer Sorgfalt ge­pflegte technische Theil behandelt in diesem Hefte, außer verschiedenen hauswtrthschaftlichen Gegenständen, eine neue Erfindung, denKor­brost Kessel-Ofen",Brünners Kippkessel", dieBalanctr Hängelampe" und bringt kleinere Artikel über Zithern, automatische Laternen, Schneekameele tn Klondyke, über ein physiologisches Experiment mit Hilfe des Radfahrens rc. Der Jlluftrationsschmuck des Hefte« ist ein überaus künstlerischer.

Schiftsnachrichte«.

Norddeutscher Lloyd, tn Gießen vertreten durch di« Agenten (fcerl LooS und I. M. Schulhof.

Bremen, 7. Juli. (Per tranSallantischen Telegraph.) Der Schnellpostdampfer Lahn, Cavt. C. Pohle, vom Norddeutschen Lloyd tn Bremen, ist gestern 7 Uhr Abends wohlbehalten to Newyork angekommen.

Bremen, 7. Jult. (Per transallantischen Telegraph.) Der Doppelschrauben-Postdampfer Bremen, Capt. W. Retmkasten, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 7 Uhr Abends wohl­behalten tn Newyork angekommen.

Mrchlrche Anzeigen -er Stabt Gietzen.

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Sonntag den 10. Juli. 5. Sonntag nach Trinitatis. Gottesdienst.

In der Stadtkirche.

Vormittags 7i/< Uhr: Pfarrer Schlosser.

Zugleich Christenlehre für die Neuconfirmirten aus der Matthausgemeinde.

Vormittags SV, Uhr: Geh. Kirchenrath Profeftor D. Köstlin.

Vormittags 11 Uhr: Kinderkircke für die MarcuSgemeinde. Geh. Kirchenrath D. Köstlin.

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