Ausgabe 
9.6.1898 Zweites Blatt
 
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1881 eine ebensolche nach link», 1884 auf Kosten der Mittel- Parteien (Nationalliberale und Liberale Vereinigung) nach recht» und link», 1887 stark recht», 1890 stark links, 1893 etwas rechts erfolgte.

Deutsches Reich.

Berlin, 7. Juni. Der Kaiser ist gestern Abend 6 Uhr 40 Minuten von «Stettin wieder hier eiugetroffen. Zu der Abend» beim Kaiserpaar im Schloß Bellevue stattfindeuden Tafel war auch StaatSsecretär v. Bülow mit Gemahlin geladen. Heute besichtigte der Kaiser auf dem Bornstedter Felde bei Potsdam die zweite Garde-Cavallerie-Brigade.

Berlin, 7. Juni. Fiuanzminister Dr. Miquel ist bereit» seit Sonntag wieder in seinen Bareauräuweu thätig. Bon seiner Krankheit ist nur noch eine leichte Affectiou der Bronchien zurückgeblieben. Seine Abreise nach Ems zum Kurgebrauch erfolgt nach der am 18. d. MtS. stattfiudeudeu Rückkehr de» Reichskanzlers Fürsten Hohenlohe.

Berlin, 7. Juni. Die Verhandlung gegen die weiblichen Angeklagten im Proeeß Grünenthal findet am 20. d. M. vor der Strafkammer statt. Der Termin der Verhandlung gegen Grünenthal ist noch nicht anberaumt.

AusUr«d.

Wien, 7. Juni. Die heutige Abgeordnetenhaus- Sitzung begann mit stürmischen Sceneo, hervorgerufeu durch die Deutsch. Nationalen, weil der Präsident dem Abgeordneten Schönerer die Verlesung einer Petition von 2183 deutschen Gemeinden nicht gestatten wollte. Graf Thun hat deshalb die Beantwortung der Interpellation wegen der Grazer Vor­fälle auf morgen verschoben. Graf Thun, welcher Vormittags der Sitzung des Executtv-Comitä» der Rechten beiwohnte, wurde später vom Kaiser in besonders langer Audienz em­pfangen.

Washington, 7. Juni. Der Staatßsecretär Day erklärte die Nachricht vouenglischenVermitteluugsversucheu für unbegründet.

Rew-Vork, 7. Juni. Depeschen aus Cap Haiti ver­zeichnen das Gerücht voa einem Kampf zwischen drei spanischen und vier amerikanischen Kriegs­schiffen an der Nordküste von Haiti.

Cocotes und ^provinzieller.

Grunberg, 3. Juni. Sin fatale Ueberraschuug bereitete der seitherige Pächter der in dem einen der Schmidt'schen Häuser am Bahnhofe eingerichteten Wtrthschast vielen seiner Lieferanten, indem er nebst seiner Familie unter Hinterlaffung einer respectablen Schuldenmenge ohne Abschied­nehmen sich empfahl. Die verlaffene Wirthfchaft war heute vorläufig zum letzten Mal geöffnet und zeigte besonders am Abend in Abwesenheit de» Herrn Menz noch einmal einen recht flotten Betrieb. Der Genannte hatte bekanntlich auch die Wirthfchaft in der Turnhalle übernommen, der Turnverein ist indeffeu, da Pränumerandozahlung vereinbart war, nicht in Mitleidenschaft gezogen worden. Wie wir hören, ist Aus­sicht, daß in Kürze anderweite Verpachtung derGastwirth- schäft zum Bahnhof" erfolgt. Grüub. Auz.

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* Wetzlar, 6. Juni. Ein alte», zu Unrecht ergangenes Urtheil findet heute seine Berichtigung. Im Jahre 1872 hatte das damalige König!. Kreisgericht Wetzlar den au» hiesiger Stadt gebürtigen Rentmeister F. zu Dernburg zu einer Geldstrafe von 150 Mk. verurtheilt, weil er fich an­geblich der HeereSpflicht entzogen hatte. Der Aufenthalt des damals Berurtheilten wurde erst in diesem Jahre gerichts­seitig bekannt uod die damals erkannte Strafsumme sollte nunmehr eingezogen werden. Damit war nun aber der Ver- urtheilte ganz und gar nicht einverstanden. Ec erbrachte durch seine Militärpapiere den Nachweis, daß er bereit» im Jahre 1866 beim Kürasfierregimeut Nr. 2 eingetreten und erst im Jahre 1879 abgegangeu ist, seine HeereSpflicht also «ehr wie reichlich erfüllt hat. Gemäß dieser Feststellung wird da» kreisgerichtliche Urtheil von 1872 aufgehoben und der damals Verurtheilte durch einen Freispruch von der wider ihn erhobenen Beschuldigung gereinigt.

* Frankfurt a. M., 7. Juni. Große RoseuauS- stellung 1898 au der Forsthausstraß e. Die officielle Eröffnung findet Donnerstag den 9. Juni, Vor­mittags 11 Uhr, statt und es find bereits au die staatlichen und städtischen Behörden rc. Einladungen ergangen. Die Eröffnung wird durch Concert der Militärcapelle der 13. Husaren eingeleitet. An die Eröffnungsfeier schließt fich ein Ruudgaog unter sachverständiger Führung. B«S 4 Uhr beträgt an diesem Tage der Eintrittspreis 1 Mark, von

4 Uhr ab bi» Abend» 50 Pfg. Abend» ist im Festsaale der

Ausstellung große» Banket. Täglich finden von jetzt ab

Militärcoucerte statt und die neu errichtete europäische Wasser-

bahn ist von Morgen» bi» Abend» ununterbrochen in Betrieb. Die erste größere Festlichkeit ist für Sonntag den 12. Juni augrsetzt und zwar in Form eine» großen Saisoufeste», für welche» bedeutende Ueberraschungeu geplant find. Wir werden auf diese noch zurückkommen.

e Ganz neue und eigenartige Postkarten mit Ansicht kommen in diesem Jahre au» Weimar. Die dortige Stän­dige Ausstellung, welche seit einer laugen Reihe von Jahren die sehr bekannte und auch beliebteWeimar-Lotterie" ver­anstaltet, hat einen großen Theil ihrer Loose al» Postkarten mit Ansicht Herstellen lasten. Aus diese Weise kann man mit dem Gruß und dem Zeichen freundlichen Gedenkens dem Freund oder der Freundin mit der hübschen Ansichtspostkarte gleich­zeitig die Aussicht und Anweisung auf schöne Gewinne über­mitteln. Kommen doch in der Weimar-Lotterie 10 000 Ge­winne zur Verloosuug, und dabei Hauptgewinne im Werthe von 50 000 Mk., 20 000 Mk., 10 000 Mk. rc. Die Zieh- ungen dieser Lotterte find noch nie verlegt worden, und so

wird auch die erste Ziehung der diesjährigen Lotterie bestimmt vom 11. bi» 13. d. Mt». ftattfiudeu. Wer fich selbst, oder seinen Mitmenschen die AnSficht auf einen solch ansehnlichen Gewinn für die geringen Losten von 1 Mk. sichern wlll, dem kann nur empfohlen werden, fich recht bald eine solche LooS- postkarte mit Ansicht zu erwerben, denn bei dem großen An­klang, den die neue Loo»postkarte die unter Nr. 87 239 vom deutschen Reich gesetzlich geschützt ist gefunden hat, dürfte der Borrath bald auSverkaust sein. Nicht verfehlen wollen wir, noch darauf aufmerksam zu machen, daß diejenigen LooSpostkarten oder Loose, welche bei der bevorstehenden ersten Ziehung nicht mit einem Gewinn gezogen werden, auch an der zweiten Ziehung im December Theil nehmen, ohne daß eine Nachzahlung zu erfolgen hat. Mau nimmt also für den geringen Preis von 1 Mk an zwei Ziehungen Theil.

Die Cigarre oll Diebeßfalle. Im Bureau einer Berliner großen Versicherungs-Gesellschaft waren schon längere Zeit fortgesetzt kleine Diebstähle verübt worden, ohne daß e» gelingen wollte, dem Thäter auf die Spur zu kommen. In der Garderobe wurden auS den Ueberziehern der An­gestellten Cigarren uod das Nickelgeld auS der sogenannten Billettasche entwendet. Da man nach der Lage de» Raume» einen Aufpafier nicht hinstellen konnte, ohne zugleich den Dieb zu warnen, so saun man hin und her, um ein andere» Mittel zu finden, den Langfinger zu fangen. Endlich wußte ein Arzt ein sehr einfaches und Practische» Mittel anzugebeu. Auf seinen Rath ließ man eine ganze Anzahl Cigarren au- fertigen, deren Wickel mau an der Spitze mit einem harm­losen Anilinpulver bestreute, bevor daS Deckblatt heromgelegt wurde. In die Taschen eine» jeden UeberzieherS wurden einige von diesen Cigarren hineingesteckt, und schon am selben Abend waren wieder einige Taschen leer. Am nächsten Morgen wurden die beiden Personen, auf die fich ein gewisser Verdacht gelenkt hatte, auf ihre Lippen genau angesehen. Wer von den besonders zubereiteten Cigarren geraucht hatte, mußte blaue Lippen haben. Da» war nun zwar bei Keinem von Beiden der Fall, jedoch waren die Lippen de» einen Verdächtigen stark aufgedunsen. Auf die Frage, wie er dazu komme, gab der Manu an, daß er an einer Muod- krankhett leide. Daraufhin schickte mau ihn zu dem Arzte, der da» Mittel angegeben hatte. Dieser untersuchte ihn genau und fand, daß er die Lappen und die Mundhöhle mit einer ätzenden Flüssigkeit stark gerieben hatte. Von der Anilinfarbe selbst war keine Spur mehr vorhanden. Der Pförtner konnte bekunden, daß dieselbe Persönlichkeit fich von ihm Alaun hatte geben laffen. Demnach war der Mann mit der geschwollenen Lippe der Thäterschaft voll­ständig Übersührt.

Ein deutscher Riesenbau« von seltener Schönheit er­hält in demArchiv de» Verein» der Freunde der Natur­geschichte in Mecklenburg" eine wohlverdiente Beschreibung. Da der herrliche Baum in seinem höchsten Greisenalter steht, so möge Niemand, der nach Neustrelitz kommt, versäumen, ihm einen Besuch abzustatten. Er steht am südöstlichen Saume de» Thiergarten» genannter Stadt an einer wenig besuchten Stelle, weßhalb er bet oberflächlicher Besichtigung des schönen Park» oft übersehen wird. Der majestätische Baum ist eine Hochesche (Fraxinua excelßior), die wegen ihrer Höhe, ihres Alter» und namentlich ihres eigenartigen Wuchses als einer der merkwürdigsten Bäume dieser Art in deutschen Gauen Bewunderung verdient. Der Stamm erhebt fich au» einem Torsmoorboden bi» zur Höhe von 30 Mtr., sein Umfang mißt in y4 Mtr. Höhe über den Wurzeln 7 Mtr. 30 Ctm., in 21 */> Mtr. über dem Boden verschmälert er sich bis aas 4 Mtr. 35 Ctm., um dann in 3*/> Mtr. Höhe unterhalb der Stelle, wo der erste, fast 2y2 Mtr. Umfang besitzende Ast fich adzweigt, wieder auf 4l/a Mtr. anzuwachseu. Die Wurzeln dr» Baumes treten überall au» dem Boden heraus und haben da» Erdreich in einem Umkreis von 36 Mtr. um einen halben Meter emporgehobeu. Da» Auffallendste an der Esche aber ist die gewaltige Ausbreitung ihrer Krone, die, nach allen Richtungen etwa 15 Mtr. ausgedehnt, eine Fläche von etwa 700 Qmtr. beschattet. Sachverständige schätzen daS Alter de» Baumes auf rd. 200 Jahre, was für die Esche als höchstes erreichbares Lebensalter gilt. In der That hat der Baum die Blüthe feiner Lebenskraft längst überschritten, er treibt keine Blüthen mehr, große Aeste verdorren und bald wird dieser wundervolle Baumriese von einem tückischen Sturme gefällt werden.

* Kinderarbeit in Loudon. Ein kürzlich erschienenes Büchlein von Frank Hind:The Cry of the Children (Der Schrei der Kinder") gibt über Kinderarbeit in London Aufschlüffe.Im Ostende der Hauptstadt", sagt der Verfaffer,sind Kinder noch immer die ausgebeutetsten Lohn- sclaven. Der Schulunterricht hört durchschnittlich im Alter von elf Jahren aus. Da» Kind i*t selbst während der wenigen Jahre, wo es die Schule besucht, genöthigt, nach den Schulstunden zum Unterhalt der Famüie beizutragen. Am schlimmsten sieht es in der Streichholzschachtel-Industrie aus. Das Kind erhält 21/# d. für das Groß, muß aber selbst den Kleister bezahlen. Wenn eine Mutter nebst ihren sieben und neun Jahre alten Kindern von 7 Uhr Morgens bis halb 12 Uhr Nachts arbeitet, so kann sie 1 Sh. 38/4 d. täglich verdienen. Das trockene Brod denn daraus be­steht die Nahrung muß während der Arbeit eingenommen werden. Gürtel- und Regenschirmmachen wird noch schlechter bezahlt. Für Damengürtel erhält die Arbeiterin P/4 d. für da» Dutzend. Mehr al» 3 4 * * */4 d. die Stunde kann sie nicht verdienen. Der Lohn für das Beziehen von Regenschirmen, die in den Läden für 10 Sh. pro Stück verkauft werden, ist 1 Sh. 7 d. für das Dutzend. Troddeln muffen zu 3/4 d. das Dutzend angefertigt werden. Dütenmachen bringt auch nicht mehr ein. Für das Gros großer, steifer Düten erhält der, der sie macht, 3/4 d und 1 Sh. 3 d. für das Tausend kleiner Düten. Sackmachen bringt >/4 d. per Sack ein. Der Arbeiter hat sein eigene» Garn zu liefern. Künstliche Blumenmacherei wird auch erbärmlich gelohnt. Der übliche Preis für ein Gros Veilchen beträgt P/s d. und der für

bas Gros Rosen 21/, Sh. Bei den Möbelmachern stehen die Verhältniffe nicht viel bester. Ehe die russischen Ein- ) Wanderer in Concurrenz traten, konnte ein Möbelpolirer 128 Sh. die Woche verdienen. Jetzt verdient er höchsten»

14 Sh. Jedenfalls ist die englische Fabrikgesetzgebung noch großer Verbesterung fähig.

Pasteurs erster Patient war ein Schäferjunge Namens Jupille; an ihm hat der berühmte Forscher zuerst seine Impfbehandlungen der Hundswuth erprobt. Im Alter von 14 Jahren war Jupille zweien Kindern zur Hülfe geeilt, die von einem tollen Hunde angefaüen wurden, und trug selbst eine schlimme Bißwunde davon. Er wurde dann später Hauswart im Pasteur-Jnstttut zu Paris, wo er jetzt noch immer eine berühmte Persönlichkeit ist, die von jedem Besucher des weltbekannten Hauses in der Rue Dutot angesprochen wird. Er ist jetzt 29 Jahre alt und seit einigen Jahren verheirathet, ist ein Muster von Gesundheit und zeigt mit Stolz die silberne Medaille auf seiner Brust, die ihm für den bei jener That bewiesenen Muth verliehen wurde. In Pasteur hat Jupille stet» feinen Lebensretter verehrt, und er pflegt, indem er die von Truffaut gearbeitete Gruppe an der Vorderseite des Gebäudes erklärt, wo er im Kampfe mit dem tollen Hunde dargestellt ist, zu sagen:Ohne ihn wäre ich nicht mehr am Leben." Pasteur schickte seinen ersten Patienten zunächst zur Ausblldung nach GarcheS und besorgte ihm dann später seine Anstellung am Institut.

* Zur Pariser Weltausstellung, lieber die Zusammen- setzung her CollecttvanSstellungeu der verschiedenen deutschen Industriezweige auf der Pariser Weltausstellung von 1900 hat der RetchScommiffar für die Ausstellung, Ge­heimrath Dr. Richter, ein Schreiben erlaffen, in dem er den maßgebenden Körperschaften und Fachveremeu die nöthigen Anweisungen giebt. ES heißt darin u. A.:Bei der Organi- fation der Collectivgruppen wird besonderer Werth darauf zu legen fein, daS wiederholte Vorführen gleichartiger Gegen­stände möglichst zu vermeiden und bet der Auswahl der Schau­stücke mit großer Vorsicht und Sorgfalt zu verfahren. Wenn auch die Zurschaubringung der für den Export besonder» n Betracht kommenden marktgängigen Erzeugnisse im Jnterefie der Darb etung eine» möglichst abgerundeten Bilde» der deut­schen Production auf dem betreiben Gebiete nicht zu um- gehen sein wird, so wird anbererfelt» doch ein zu starke» Hervortreten dieser minder werthvollen Erzeugniffe vermied, n, dagegen darauf Bedacht genommen werden müfien, die höchsten Leistungen der Branche in wustergiltigen Objecten und mög­lichst anziehender Form dem Beschauer vor die Augen zu führen."

* Mit einer halben Million Francs durchgebrauat ist, wie aus Paris vom 1. Juni gemeldet wird, der (Soffter Bousquet, der bet der Filiale derSocfälä gäaärale" in Nizza angestellt war. Der Abgang wurde am PfingstdienStag zu Beginn der Gefchäft»stunben conftattrt. Man schöpfte nämlich auS dem Nichterscheinen BouSquetS in den Bureau» Verdacht und öffnete die ihm anvertraute Kaffe. Der erst 24 jährige Dieb war früher beimCrädit LyonaiS" angestellt und ist fett 3 Jahren Beamter de» Haufe». Sein Vater Ist Arzt, einer feiner Brüder Marineoffizier. Da» Signalement wurde sofort nach allen Richtungen gedrahtet, doch hat der Dieb, da während der Pfingstfeiertage die Bank geschloffen war, bereit» einen bedeutenden Vorsprung gewonnen.

Wie die Trauerweide nach Europa kam, erzählt ein Botaniker au» der belgischen Stadt Gent. Die Trauer­weide, diese beliebte Zierde der Friedhöse und ein Baum, der besonder» den Ufern stiller Weiher und Seen einen reiz­vollen und eigenartigen Schmuck verleiht, ist nicht ein Kind Europa», sondern stammt au» Persien. Ueberhaupt waren von dem Baum, deffen männliche und weibliche Blüthen aus den getrennten Individuen wohnen, bi» vor Kurzem nur weibliche Exemplare bet uns vorhanden, die sämmtllch von einem einzigen Reis stammen sollen. Eine» Tage» erhielt nämlich der englische Dichter Alexander Pope ein Körbchen mit Feigen auß Persien gesandt. Er bemerkte an einem der Weideuzweige, au» denen baß Körbchen geflochten war, einen jungen Trieb und löste baß Reiß heran» und pflanzte e» ein. Au» ihm erwuchß die erste Trauerweide in Europa, und zwar eine weibliche. Neuerding» find bann auch männliche Trauer- weiden au» ibrem Heimathlande zu un» eingesührt word-n.

jEiteratur und Kunft.

In Ravenstein» Radfahrerkarten-Berlaq, Frank­furt a. M, 2Btrl«nbftr«6e 31, erschien vor Kurzem: Radfahrer- karte vom Regierungs-Bezirk Wiesbaden (Taunu», Wester­wald, Lahn- und Stegthal). Matzstab 1:170000. PretS: Aufgezogen auf Leinwand in Taschenformat 4 Mk., welcher demnächst Rad­fahrerkarte von Oberheffen (Vogelsberg, Wetterau, Kinzigthal und Rordfpefiart), Radfahrerkarte von Starkenburg (Rhein- ebene, Odenwald, ©peffert), Radfahrerkarte der bayerischen Pfalz und von Rheinhessen (Rordvogefen, Haardt, Donner»- berg und Soonwald) in gleichem Matzstabe folgen. Die Karten entsprechen allen Anforderungen, die man an derartige Olteottrung»- mittel zu stellen gewohnt ist und bürflen sich demzufolge binnen Kurzem viele Freunde erwerben.

Universität- - Nachrichten.

Würzburg. Im Hörsaal de» kunstgeschichtlichen Institut» der Universität begann gestern der dritte bayerisch-hessische archaeo- logische Cur», an dem etwa 30 Docente» höherer Lehranstalten tbetlnehmm. Für Bayern hat die Leitung Profefior Sittl, für Hessen Geh. Oderschulrath Sold an übernommen.

Jena, 6. Juni. Der Kösener 8.-6. (Smtoren-Verband deutscher Eorpsstudenten) beschlotz in seiner Psingstlagung, ia corpora dem .Deutschen Flottenverein" betzutreten mtt einem Jahres­beitrag von mindester» 2 Mk., wodurch bet Verein eine Verstärkung von reichlich 2000 Mitgliedern und eine jährliche Zuwendung von mindesten» 4000 Mk. erhält. Die Tagung war von etwa 450 activen und Inactioen CorpSstudenten und alten Herren besucht. Ein Der- tretet de» ostmärkischen CorpsGothta" in Innsbruck erklärte, daß auch die auherhalb der Reichsgrenzen stehenden CorpSstudenten dem Beschluß der Reichsdeutschen folgen würden.

Vorsichtig sollten die Hausfrauen beim Einkauf von Wichse sein, da nicht alle Fabrikate so rasch schönen Glanz erzeugen, wie KrebS-Wichse. Die grünen Dosen werden vielfach nachgemacht und achte man daher genau auf den Namen KrebS-Wichse. 5354