Ausgabe 
8.10.1898 Erstes Blatt
 
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Frachtbtträge für solche Packete, welche den Annahme» stelle« Don auleärtl -ngehen, können an letztere tn Brief, maiten der deutschen PostverwaUnngen etogefoudr werde». Die Briefwarten dürfen in solchen Fällen nicht auf die veglettadreffen aufgeklebt werden, sondern stud lose bei« zulegen.

Vt'lchterg, 7. Dctob. Zehn Monate unschuldig im Gefängnrß gesessen hat der frühere Gärtner und Förster Karl Kirchner aus Nieder Schönhausen bei Berlin. Dieser war durch Urihell der ersten Strafkammer del hiesigen Landgericht! am 1. Juni 1897 bei Betrüge! für schuldig erachtet und zu zehn Monaten Gefängniß verurtheilt worden. Kirchner beruhigte sich bei dem Urihell, dal so rechtskräftig geworden war, und hat die gesummte Strafe verbüßt. Später gelang es dem Angeklagten, gewichtige Entlastungsmomente vorzubrtngen, sodaß vom Oberlandesgericht zu Breslau seinem Anträge auf Wiederaufnahme bei Verfahrens stattgegeben und die Sache zur nochmaligen Verhandlung hierher verwiesen wurde. Der Sachverhalt ist kurz folgender: Kirchner war bis Anfang vorigen Jahres bei dem früheren Rittergutsbesitzer Riemann zu Wederau, Kreis Bolkenbain, al! Förster ongestellt und hatte auch die Forstkasie zu verwalten. Zum 1. Juli 1896 waren gegen 189 Mk. Zinsen für die auf dem Gute lastende Hypothekenschuld an die Sparkasse zu Bolkenhain fällig: da in der Forstkaffe nur etwa 30 Mark baare» Geld lagen, Riemann aber angeblich kein baare! Geld besaß, lieh sich der Förster 160 Mark bei dem Kaufmann Klenner zu Wederau mit dem ausdrücklichen Bemerken, e! sei für die Forstkaffe seines Herrn und zur Bezahlung der Zinsen bestimmt. Thal» sächlich ist die Begleichung der Zinsschuld durch den Angeklagten am 2. Juli 1896 erfolgt. Der Rittergutsbesitzer hatte seiner Zeit bestritten, dem Förster einen diesbezüglichen Auftrag er. theilt zu haben; er verweigerte deßhalb die Zurückzahlung der 160 Mark, weßhalb der Kaufmann gegen den Förster Kirchner vorging. Dieser verpfändete dem drängenden Gläubiger seine Möbel und verstärkte gerade dadurch den Verdacht bei verübten Betrüge!. Endlich vermochte er eine Quittung darüber nicht zu erbringen. Die heutige Verhand. lung ergiebt ein wesentlich andere! Bild. Der den Angeklagten am meisten belastende Zeuge Riemann vermag seine Aussagen nicht mehr so sicher abzugeben, da er, wie durch ein ärztliches Attest beglaubigt wird, an Gedächtnißschwäche leidet. Die Quittung über die durch Förster Kirchner erfolgte Bezahlung der Zinsschuld hat sich inzwischen auch unter dessen Rechnung«, belägen voraesunden. Al! Grund dafür, daß er sich in so ungewöhnlicher Weise für eine Schuld seines Herrn mit Ver. Pfändung seiner Möbel verbürgt habe, giebt Kirchner heute glaubhaft und durch Zeugenaussagen unterstützt an, er habe seinen Dienst nicht verlieren wollen. Schließlich wird durch frühere Forstbeamte des Rittergutsbesitzers heute festgestellt, daß die Hypothekenzinsen stet! aus der Forstkasse bezahlt worden sind. Auf Grund der umfangreichen Beweisausnahme hält es der Staatsanwalt selbst für zweifellos, daß eine Vorspiegelung falscher Thatsachen nicht vorliege, ein Manko in der von Kirchner verwalteten Kaffe habe sich auch nicht heraulgestellt. Deßhalb beantrage er, den Angeklagten heute freizusprechen. Der Vertheidiger, Rechtsanwalt Rosemann, beantragte außerdem noch, für den unschuldig Verurtheilten eine vom Gericht nach Billigkeit festzusitzende Entschädigung au! der Staatskaffe bezw. einen diesbezüglichen Beschluß hierüber festzulegen, wie dies laut Gesetz vom 20. Mai 1898 angeordnet worden ist. Das Gericht hob da» Urtheil der Strafkammer vom l.Iuni 1897 auf, erkannte auf kostenlose Freisprechung und sprach dem Kirchner eine im Verwaltungs­wege festzusctzende Entschädigungssumme zu. Die Entscheidung hierüber wird demselben später zugestellt werden.

Em Musiker-Sttike. Au« London, 3. October, schreibt man derFranks. Ztg.": Ein Strike von neuer Art ist unter den Musikern des Orchesters desTheatre Royal" in Cork ausgebrochen. Diese Musiker sind Mitglieder der Amalgamated Musicians Union" und verlangen all Tradc» Unionisten einen Minimallohn von 30 Schilling pro Woche für erste Instrumente und 27 Schilling 6 Pence für zweite Instrumente. Da die Erfüllung dieser Forderung die Kosten des Orchester! um 38 Schilling pro Woche erhöhen würde, wurde sie von der Theater-Direction rundweg obgelehnt, und die Vkusiker erhielten eine vierzehntägige Kündigung, deren Frist am letzten Samstag ablief. Inzwischen hat die Direction stch bemüht, andere Mufiker zu bekommen, aber die im Orte wohnenden Musiker haben fich geweigert, in das Theater- Orchester einzutreten und dadurchblacklegs" (Schwarzbeme) ZU werden. Die Bereinigten Trabe Union« von Cork haben die Sache der Musiker zu der ihrigen gemacht und Plakate angeschlagen, wodurch die Arbeiter aufgefordert werden, da« Theatre Royal" nicht zu besuchen, solange dasselbe keine Trade-Union-Löhne bezahlt. Heute beginnt der populäre Londoner Schauspieler Edward Terry in' dem genannten Theater ein Gastspiel, und man ist gespannt, wie die heutige Aufführung verlausen wird.

Luftschifffahrt. Au« Sitten wird gemeldet: Der Ausstieg derVega", de« Ballon« de« Luftschiffen Spelterini, verlief zuerst in verticaler Richtung bi« auf 100 Meter, dann wurde der Ballon von einer Luftströmung ergriffen^ die ihn in der Richtung auf Martigny thalabwarts trieb'. Von hier an erhob er sich wieder bi« auf etwa 2500 Meter und flog in der Richtung auf die Diableret« weiter, fich stet« in gleicher Höhe haltend, bi« Montreux, wo er um 500 Meter fant Von Montreux au« schlug er die Richtung nach Ive^don ein und pasfirte zwischen St. Croix und Pontarlier bie fr an- Jönfäe Grenze. Die glückliche Landung erfolgte bei Prauthoy zwischen Langre« und Dijon. Die höchste Höhe, die der Ballon erreichte, beträgt 6300 Meter. Der ebenfalls von SUten aus abgelassene Sondtrballon der internationalen äronautischen Gesellschaft stieg während eine« orkanartigen Föhns auf, der ihn ebenfalls in der Richtung auf Martigny fortrw. Nachdem der Ballon eine Höhe von 4500 Metern ^Q£te' verschwand er in der Richtung auf Lausanne. Jüeim Aufstieg hatte der Ballon seinen automatischen Ballast

| verloren, al« er an den Bäumen der Promenade entlang

Die Reise btt Prinzessin Heinrich nach Kiaatschou hat ! em« kleine Vorgeschichte, die bisher nicht bekannt geworden ist. Der Kaiser machte in Kiel gelegentlich der 'Kieler Woche" eines Tage«, anscheinend scherzend, der i Prinzessin Heinrich den Vorschlag, sie möge doch zum kommen, i den Weihnachten ihren Gemahl in Kiautschou durch ihren ' Besuch Überraschen. Die Prinzesfin wehrte lachend ab, indem str daraus verwies, daß viele Marinefrauen von ihren Männern während mehrerer Jahre getrennt seien. Darauf äußerte der Kaiser, es sei ihm ernst mit seinem Vorschläge, und als auch hierauf die Prinzessin fich ablehnend verhielt, erklärte er, efi fei sein Wunsch, daß die Prinzessin Heinrich ihren Gemahl im fernen Osten einmal besuche, denn der Prinz werde noch ; mindesten « bi« zum Herbst 1 899 das Commando als i Divisionschef behalten. Und um der Prinzessin Heinrich den Beweis zu geben, daß ein solcher Besuch seinen eigenen Wünschen entspreche, stellte er ihr eine Fahrkarte für die Hin. und Rückreise mit einem deutschen Reichspostdampser Zur Verfügung. So willigte die Prinzessin, nachdem die Kaiserin ihr in fteundlichen Worten zugesprochen hatte, denn ein. Zur Uederfahrt wird sie den PostdampferPrinz Heinrich" benutzen, denselben Dampfer, welcher die Weihnacht«, spenden de« deutschen Volkes für die deutschen Marinemann, schäften des Kreuzergeschwaders und für die Vesatzungstruppen in Kiautschou überbringen wird. .^3

Die Mondschein AnfichtSpostkarlen verspottet in seinem jüngsten Hefte derKanstwart" wie folgt: Ganz Deutschland reist neaerblngl zumeist bet Mondschein. Glaubst Du'! nicht, Leser? Dann antworte mir, bitte: wozu verschickt man Anfichtlpostkarten? Um zu zeigen, wie die Welt anlsah, all man fie gesehen hat, nicht wahr? Gut. so steh Dir die Anfichtßpostkartcn an; die meisten find blau, und auf allen, die blau find, scheint der Mond, also muß man doch wohl zumeist bei Vollmond reisen. Bet Vollmond, denn der Anfichtlpostkartenwond ist immer und überall ein Vollmond. Gin merkwürdiger allerdings, nämlich einer, der bald im Süden steht, bald im Westen, Osten oder Norden, nämlich ein mit irgend welchen geheimen Naturkräfteu von der Erde aul transportabler Vollmond, der fich nach del Herrn Photo­graphen Wunsch immer recht freundlich in die Mitte vom Bild stellt. Daß die Schatten auch mitliefeu, wäre freilich zu viel verlangt, diese Moudscheinschatten stellen fich vielmehr eigevfioutg immer gerade so wie die Sonnenlichtschatten, und nun fallen fie allerdtogl dem Anfichtlpostkarten-Vollmond gelegentlich beinahe auf die Nase. Aber dal thnt utchtl, wenn vnr die Poefie gewahrt wird. Denn AnfichtSpostkarteu mit Vollmond, mußt Du bedenken, find so poetisch.

* Die Glücksspiele, wie z. B.Zwicken",lustige Sieben" und wie fie alle heißen mögen, gehören laut einer Entschei» düng, die dal Oberlandelgertcht all oberste Instanz vor einigen Tagen fällte, nicht zu den verb0 tenen Sptelen. Der diese Spiele verbietende Arttkel del Poltzeistrafgesetz. buche! ist-du«^ dal Reichlstrafgesetzbuch aufgehoben.

* Dürfen Herzkranke heiratheu? Nachdem diese wichtige Frage schon vor einiger Zeit zur Erörterung in Aerztekreiseu gekommen war, hat Dr. Pisek aul Lemberg in einem in Wien gehaltenen vortrage alle« vorhandene, zur Beurtheilung der Frage dienende Material nach eigenen Beobachtungen und aul der Literatur zusammengestellt. Er kommt zu dem Schluffe, daß den mit Herzfehlern behafteten Mädchen die Ehe grundsätzlich zu verbieten sei. Wal die Männer betrifft, so sei die gesellschaftliche Lage, da! Alter nnd die Art hei Herzfehler! zu berücksichtigen und unter günstigeren Bedingungen die Ehe zu gestatten. In der Erörterung über diesen Vortrag wie! dagegen v. Widmann darauf hin, daß die Erblichkeit von Herzfehlern noch all ziemlich zweifelhaft ZU gelten hätte. Im Uebr'gen stimmt er darin mit Pisek überein, daß er Männern unter sonst günstigen körperlichen verhältniffen die Heirath gestatten würde, Mädchen aber nicht. El ist feststehend, daß bei Herzfehlern ebenso wie bei Tuberkulose nach der verhetrathung besonder! beim weiblichen Geschlecht eine Verschlimmerung einzutreten pflegt.

Att» bet Seii für die -eit.

Vor 229 Jahren, am 8. October 1669, starb zu Amsterdam der Maler Rembrandt. Er ist der vorzüglichste Künstler der holländischen Schule. Seine meistens im Dämmerlicht des Halbdunkels dargestellten Bilder vereinigen eine düstere, trotzige Gernüthsstimmung mit einer getreuen und innigen Auffassung der Natur. Rembrandt wurde am 15. Juni 1607 zu Leyden geboren.

Schiffsnachrichten«

Norddeutscher Lloyd, m Gießen Der treten durch die Agertten Carl Loos und I. M. Schulhof.

Bremen, 6. Octbr. fPer transatlantischen Telearaph.1 Der Doppelschrauden-Postdampfei Barbar, ssa, GapitSn A. Richter, vom Norddeutschen Lloyd tn Bremen, tft gestern 9 Uhr Morgen« wohlbehalten tn New-Port engrfemmen.

Der Postdamyfer .Somhwark" derRed 6ter Ltne" tn Ant­werpen tft laut Telegramm am 4. October wohlbehalten w New- Dori angekommen. r-

kirchliche Anzeigen der Stabt Giehen.

Unnngelische Gemeinde.

Sonntag den 9. October. 18. Sonntag nach Trinitatis. Gottesdienst.

In der Ltadtkirche.

Lormittags 9*/, Uhr: Pfarrer Schlosser.

Bormittags 11 Uhr: Militärgottesdienst. Pfarrer Dr. ©rein. '

Im Confirmandensaal, Neustadt 61:

Bormittags 11 Uhr. Äinöertirdje für die MaUhäuSgemeinde. Pfarrer Schlosser.

Ter Eonnrmandenunterricht für die Matthäus-, Marcus- und Militärgemeindc wird Montag den 17. October seinen Anfang nehmen. Anmeldungen dazu werden am Mittwoch den 12 Donnerstag den 13. und Freitag den 14. Lctober, jedesmal

genommen. Die Eltern werden gebeten, ihre Kinder dazu mit» zuvnngen.

vormittag« von 12 bi« 1 Uhr und Nachmittag« von 5 bi« 7 Uhr, 60n &en Pfarrern der Gemeinde in ihrer Wohnung entgegen»

In der IodanneOkirche.

vormittag« 9'/. Uhr: Pfarrer Dr. Naumann.

KindergoueSdlenft für die Johanne!» gerne,ndc. Pfarrer Dr. Naumann.

Sonntag ben 16. Cctober: Erntedankfest. An bef0T?beTf 6<»a"te für die «rmen der Gemeinde erhoben werden nach allen Gottesdiensten.

tErntedankfefO an werden Vbendgotte». dienste um 5 Ubr gehalten.

Der Confirmandenunterricht für die Luca!» und die Iobannel» gememde soll am Montag den 17. October beginnen. Die An» Meldungen zu demselben für bie LucaSgemeinde werden am Mitt» den 12., Donnerstag den 13. und Freitag den 14 Oct., lebÄm;,n?onn,tla.98 Kn 12 bt« 1 Ubr und Nachmittag! von 5 bl5 7 Uhr, von dem Pfarrer tn seiner Wohnung (Ludwigstraße 46) entgcgengenommen. Die Estern werden gebeten, die Rtnber dazu nntzubrmgen. Die Anmeldungen für die Iohannesgcmeinde wolle man von Montag den 10. bi! Freitag den 14. Cctober, am besten vormittags bi«All Uhr und Nachmittag! von 2 bi« 4 Uhr, an den Pfarrer in seiner Wohnung richten.

»«thslische Gemeiube.

SamStag den 8. Cctober.

Nachmittag« um 4 Uhr und Abend« um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte. 1

Sonntag den 9. Cctober. 19. Sonntag nach Pfingsten.

Bormtttag« von 6/, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beichte.

, um 7 Uhr: Die erste heil. Messe; vor und in derselben Austheilung der heil. Eommuntou.

, um 8 Uhr: Die zweite heil. Messe;

, um 9>/, Uhr: Hochamt mit Predigt.

Nachmittag« um 6*/t Uhr: Christenlehre; darauf Rosenkranzandacht mit Segen.

An den Wochentagen ist täglich de« Abend« um 6V, Uhr

Rosenkranzandacht mit Segen.

Hottrsdirvst in der Synagoge.

Samstag den 8. und Sonntag den 9. Cctober 1898: Laudhüttenfest-^ude.

«. Tag. Borabend ß'8 Uhr, Morgen« 8« Uhr Predigt, Nachmittag« 4 Uhr, Abend« 6»o Uhr.

, Dag. Vorabend 6°" Uhr, Morgen« 8* Ubr. Nachmittag!

4 Uhr, FefteSauSgang 6» Uhr.

Bemerk. Während der Wintermonate beginnt der MorgengotteSdienst am Sabbath nm 9 Uhr.

Neueste Nachrichten.

Depeschen de« Bure« ,$erolb\

ßien, 7. October. Die Verhandlungen der Regierung mit den Parteien der Rechten nehmen einen befriedigenden Verlauf. Gestern kam e! zwischen dem Grafen Thun und dem christlich-slowenischen verband zu einem vollen «in- vernehmen.'

Budapest, 7. Oktober. Erzherzog Josef ist an Bronchitis erkrankt.

Budapest, 7. October. Im Staatlministerium ist man gelegentlich de! Austausche! von alten Stempel» und Briefmarken großen Untrrschleifrn auf die Spur ge» kommen.

Nom, 7. October. Einer offiziellen Meldung zufolge find die vier Mächte entschlossen, ihrem Ultimatum an den Sultan energische Maßregeln sofort folgen zu lassen, wenn der Sultan fich demselben nicht fügen sollte. Hier ist man jedoch überzeugt, daß der Sultan angeficht! der Ent» schloffenheit der Mächte nachgeben wird.

Bern, 7. October. Die au! der Schweiz ausgewieseueu Anarchisten Bosfino und Sonoieo wurden in Mülhausen verhaftet, aul Elsaß Lothringen anlgewiesen und wieder nach der Schweiz abgeschoben. Da fünfzig au! Frankteich au!» gewiesene Anarchisten in der Schwei- eingetroffen find, so berieth der Bundeirath gestern Über die Maßregeln, wie die Schweiz fich in Zukunft solcher Individuen «wehren könne.

Pari«, 7. October. Der Aulstand der Erd» und Bauarbeiter nimmt täglich an Auldthnung zu und giebt der Regierung Anlaß zu ernsten Besorgntflen. Seit gestern find auch die Fuhrleute, welche den Straßen-Uarath weg» schaffen, theilweise aylständig. Wie verlautet, wollen auch die Eisenbahn.Augestellten die Arbeit niederlegen.

Paris, 7. October. Gestern hat tu dem Stadtviertel La VMette eine Versammlung der Soeialdemo» kraten «nb Revolutionäre stattgefunden, von den Führern der beiden Parteien wurden mehrere heftige Reden gehalten und eine Tagesordnung für die Revtfion btl Dreyfu! Processei angenommen. Die Polizei hatte umfassende Sichrrheiti'Vorkehruugen getroffen. Die Rahe wurde indeß nirgend! gestört.

Brüssel, 7. Oktober. Einige au! Pari! hier angekommene Boulangisteu werden am nächsten Samstag eine Kund­gebung am Grabe Boulanger! veranstalten. Einige Brüffeler Zeitungen beabfichtigen, eine Gegenkuudgrbuug zu iuscenirm. Man glaubt, daß die Polizei die Demonftrattou der Boulangisteu wahrscheinlich untersagen wird.

London, 7. Oktober. Au! Kairo wird gemeldet, daß General Sitchener nach vierstündigem Marsch von Omdurman tn Kairo eingetrossen sei.

London, 7. Oktober.Daily Mail" berichtet an! Eon» stantinoprl, da! Ultimatum, welche! die Mächte der Pforte überreichten, enthielt auch die Mittheilung, daß die Mächte da! Leben und da! Ligenthum der Türken schützen wollen. In seiner Antwortnote wird der Sultan erklären, daß die Anwesenheit einiger türkischer Truppen bei der Räumung den Muselmanen gegenüber einen guten Eindruck wachen würde.

Ge£en Flieg'en,g-_t,» oen, Mssen und Wanzen lauft nurLahr's Dalma". El töbtet in 10 Minuten alle Fliegen im Zimmer. Nicht giftig.

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