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Nr. 157 Zweites Blatt. Freitag den 8. Zuli
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Gießener Anzeiger
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TheU.
Bekanntmachung.
@» wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß nach § 12 des Regulativs vom 26. Februar 1875 der Proviuzialausfchuß wahrend der Zett vom 21. Juli biS 1. September Ferien hält.
Während dieser Ferien könne« in öffentlicher Sitzung emr schleunige Sachen zur Verhandlung gelangen.
Auf den Lauf der gesetzlichen Fristen find dieselben ohne Einfluß.
Gießen, den 5. Juli 1898.
Der ProvinzialauSfchuß der Provinz Oberheffeu.
v. Gageru, Provinzial-Director.
Bekanntmachung.
ES wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß nach § 10 des Regulativ» vom 26. Februar 1875 der Kreisausschutz während der Zeit vom 21. Juli bis 1. September Ferien halt.
Während dieser Ferien können in öffentlicher Sitzung nur schleunige Sachen zur Verhandlung gelangen, dagegen wird der Lauf der gesetzlichen Fristen dadurch nicht unterbrochen.
Gießen, den 5. Juli 1898.
Der KretsauSschuß des Kreises Gießen.
v. Gagern.
Bekanntmachung.
Brtr.: Sprechstunden.
Großh. Gewerbe-Jnsprction Gießen ertheilt Jnterrffenteu im Bureau (Westanlage 39) mündliche Auskünfte an Wochen- tagen jederzeit von früh 8 bis Abend» 8 Uhr und Sonntag Bormittags.
Gießen, den 7. Juli 1898.
Engeln.
Die Großmächte und die Vereinigten Staaten.
Immer naher kommt der Zeitpunkt heran, in welchem c» die europäischen Mächte für angezeigt halten werden, vermittelnd in den spanisch-amerikan schrn Covfliet eiuzugreifen. Und wenn sich Spanien jetzt solchem Anfianen gegenüber auch
stolz ablehnend verhält, die Z»it dürfte doch nicht mehr allzu fern sein, wo es gerne die Vermittelung der Staaten au- nimmt, um zu retten, was noch zu retten ist. Dann muß sich auch zeigen, ob die Bereinigten Staaten sich der Vermittelung zugänglich erweisen und einer solchen gegenüber sich nicht ablehnend verhalten wird. Da» letztere ist bekanntlich bisher der Standpunkt der maßgebenden Kreise Washington», aber man darf wohl annehmen, daß diese Haltung im Laufe der Zeit sich Ludern und die Regierung der Vereinigten Staaten einen etwaigen Versuch der Großmächte, den Frieden herbeizusühreu, acceptiren wird.
Bekanntlich neigt man in Amerika der Ansicht zu, daß die Sympathien Europas mehr auf Setten der Spanier find, und es ist noch in frischer Erinnerung, wie besonder» Deutschland im Verdachte stand, gegen einen Erfolg der Amerikaner sich aufzulehnen und namentlich ihnen auf den Philippinen die SiegeSbeute zu schmälern. Dieser Meinung ist von deutscher Sette vua so oft entgegengetreten, daß schlteßltch auch die AankeeS von ihrem Vorurthetl hätten zurückkommeu müssen. Ob da» letztere der Fall ist, erscheint fraglir, kann un» im Uebrtgen auch ziemlich gleichgültig fein. Jedenfalls würde Deutschland, käme e» tu die Lage, zu vermitteln, seiner Rolle al» „ehrlicher Makler" treu bleiben und ohne jede eigennützige Nebenabsicht der guten Sache seine Dienste weihen.
Auch Frankreich stand in dem Gerüche, auf der Seite der Spanier zu stehen, wa» schließlich bei den nahen Beziehungen der beiden Länder nicht allzu verwunderlich wäre. Aber die französische Regierung hat sich doch veranlaßt gesehen, dieser Meinung offictell entgegeuzutreten, und zwar nahm der Haudelsmtatster am Montag die Gelegenheit wahr, auf dem Festessen der amerikanischen Colonie in Pari» zu erklären, daß die Sympathien Frankreichs den Amerikanern gehörten. Za welchem Zwecke diese feierliche Erklärung abgegeben wurde, erscheint vorläufig noch dunkel,- vielleicht handelt e» sich nur um eine nichtssagende Höflichkeitsphrase, die aber doch in Spanten stark verschnupfen wird, wo mau fest darauf gerechnet hatte, daß Frankreich schlteßltch doch einmal seinen Einfluß zu Gunsten der Spanier geltend machen würde.
Die freundschaftlichen Beziehungen, welche gegenwärtig zwischen England und den Bereinigten Staaten herrschen, find zu bekannt, als daß wir darauf besonder» htnzuweisen brauchten. Sind doch dir Meldungen, daß eine Allianz der beiden Länder im Werke sei oder gar schon bestehe, unwtder- legt geblieben und haben doch englische Minister mehrfach offen erklärt, daß die Interessen des Königreich» mit denjenigen der Bere'ntgten Staaten correspoudiren!
Ja Betracht kommt noch bei einer Erörterung de» Ver
hältnisse» der letzteren zu den europäischen Großmächten Rußland. Dessen Stellung liegt keineswegs schon offen dar und wird jedenfalls ganz davon abhäagrv, wie die Bereinigten Staaten in der Philipptueufrage vorgehen werden. E» ist kaum anzunehmen, daß Rußland in eine einfache Aunec- ttrung dieser Inselgruppe Setten» der Union willigen wird, ohne Compensationen zu verlangen.
Hoffentlich gelingt e» den Großmächten recht bald, dem Blutvergießen zwischen Spanien und den Bereinigten Staaten ein Eide zu machen. (xx)
Deutsches Reich.
Berlin, 6. Juli. Nordlaudreise des Kaiser». Ein Telegramm au» Koppernig vom Dienstag Abend meldet: DaS Wetker klärte sich Montag Abend vollständig auf, so daß die Reise bei Bollmondschein verlief. Heute spiegelglatte See und herrlicher Sonnenschein. Der Kaiser ist Mittwoch früh 9 Uhr bet schönem Wetter in Odde ein- getroffen. Da» deutsche Cadettenschulschiff „Moltke" und da» norwegische Küstevpauzerschtff „Haralt Haarfager" waren anwesend. — Am Dienstag arbeitete Seine Majestät mit den Vertretern der Eabiuete.
Berlin, 6. Juli. Die Kaiserin ist auf ihrer Nacht „Iduna" von Grünholz, wohin fie zum Besuch de» Herzog» Friedrich Ferdinand gefahren war, heute wieder nach Kiel zurückgekehrt. Dort treffen auch die Prinzen au» Plön ein.
Berlin, 6. Juli. Dem General Monet soll e», wie in amtlichen Kreisen versichert wird, gelungen fein, nach Manila eiozudringev.
Berlin, 6. Juli. Umformiruug der Artillerie? Au» Metz wird der „Boff. Ztg." geschrieben: Während der Feier de» 25jährigen Bestehens de» Sächsischen Fußartillerie- Regiments ist theils in den offictellen Reden, thetl» in privaten Gesprächen in Osfizierkreisen vielfach die bevorstehende und, wie von zuverlässig erscheinender Seite behauptet wurde, auf dem Papiere bereits festgestellte Umformiruug der Artillerie besprochen worden. Wa» die Fußartillerie augeht, so sollen zunächst alle die Regimenter, die zur Zeit noch nicht voll drei Bataillone haben, auf diese Stärke gebracht werden. Dazu sollen die überschiebenden Compagnien al» Stamm für das 3. Bataillon dienen. Diese Neuformation oder richtiger Berstäikuug der Fußartillerie dürfte etwa 20 bi» 25 Compagnien umfassen und soll, wie e» heißt, zum 1. October 1899 in Kraft treten. Zur Bildung der 10. bi» 12. Compagnie soll ferner jede der bestehenden 9 Compagnien 20 Mann abgeben, fodaß die Etatsstarke der einzelnen
Die Ireierprove.
Humoreske von Aug. Schacht.
(Nachdruck verboten.)
„Weißt Du, liebe Bertha, e» ist ja ganz schön, mit jungen Leuten zu tanzen, aber nm einen von ihnen zu hei- rathen, mvß man doch etwa» näher in seine Verhältnisse ein- gedrungen sein. Au» diesem wohl auch Dir einleuchtenden Grunde fällt mir die Entscheidung sehr schwer."
Die Sprechende, Margarethe Herbert, war eine hübsche Brünette. Sie lag bcquem in dem Lehnstuhl und ging mit ihrer Freundin Bertha die Erlebnisse de» letzten Gesellschaft»- abend» durch. Beide gehörten den besseren Gesellschaftsklassen on, hatten deßhalb recht oft Gelegenheit, Soireen zu besuchen.
„Weßhalb denn nicht?" erwiderte Bertha, die in un» gesähr demselben Alter stand wie ihre Freundin, aber an Schönheit mit ihr keinen Vergleich bestehen konnte. „Er ist doch wirklich nicht so schwer, den wahren Character eine» Menschen zu erkennen. Ich würde e» können, wenn ich in die Verlegenheit käme," setzte sie halb humoristisch, halb weh- müthig hinzu.
Margarethe lachte.
„Für Dich wird sich auch schon Jemand finden- bann wird Dir die Entscheidung leicht, denn Dir nahen sich nur ernste Männer, während ich die Schmetterlinge anzuziehen scheine."
„Vielleicht kann ich Dir helfen, den Character de» Manne», der Dich liebt, zu erkennen, ich werde mir die größte Mühe geben."
„De» Manne»? Es bewerben sich drei junge Herren um meine Hand."
„Drei? Dann hast Du ja erst recht die Wahl!"
„Gerade deßhalb weiß ich nicht, welchen ich nehmen soll."
„Aber sehr wahrscheinlich ziehst Du doch einen von den Dreien vor?"
„Nicht im geringsten. Doch um Dir mein Vertrauen zu Dir zu beweisen, will ich fie Dir alle Drei schildern. Wir wollen einmal ihre guten und schlechten Eigenschaften betrachten. Da ist zunächst Walter. Er ist Junior-Partner eine» bedeutenden Geschäft», von ganz angenehmem Aeußeren, nur etwa» zu selbstbewußt. Er bestürmt mich mit seinen LtebeSbetheuerungen und möchte mich am liebsten ohne Verzug heirathen. Dann kommt Fritz. Er hat eine ausgezeichnete Stellung in einem großen Geschäft und schwärmt wich an, daß e» einen Stein erweichen könnte. Er ist ungemein bescheiden, wie ich fast noch keinen jungen Menschen kennen gelernt habe, hält aber beim Abschied meine Hand fest, al» ob er in den Krieg ziehen wollte oder al» ob ich ein höhere» Wesen sei. Drittens Richard. Er ist auch sehr bescheiden, wenn auch nicht in dem gleichen Maße tote Fritz. Er ist Architect und hat fich erst kürzlich etablirt. Alle drei find von angenehmem Umgang und ungefähr in dem gleichen Alter, genug, fie haben gleiche Aussichten. Für welchen von den Dreien soll ich mich nun entscheiden?"
Bertha schwieg einige Minuten und schien nachzudenken.
»Kannst Du nicht eine Wette oder etwa» dergleichen in Scene setzen?" sagte sie endlich. „Vielleicht läffrst Du fie etwa« vollbringen, woran» Du ersehen kanrst, wer von ihnen den besten Character hat."
„Nein, Bertha, daS ist zu altmodisch. Die Z tt de» RitterthumS ist vorüber, e» muß etwa» Praktisches fein." I
„Etwa» Praktische»?" rief Berrha au» und sprang so erregt auf, daß Margarethe sie erstaunt ansah. „Ich habe etwa». Der Gedanke wird Dir auch gefallen. Mathilde muß helfen."
„Wer ist Mathilde?"
„Eine Bekannte von mir, die den größten Blumenladen besitzt, in welchem man alle seltenen Blumen bekommen kann. Hierher kommen alle jungen Leute, um fich ihre Blumen für» Knopfloch zu kaufen. Ich werde Mathilde bitten, Dich für einen Tag unter die Verkäuferinnen aufzunehmen. Du mußt Deine Freier nur veranlassen, an dem bestimmten Tage den Blumenladen zu besuchen."
„DaS ist in der That ein herrlicher Gedanke!" rief Margarethe au», die fich schon al» Blumenverkäuferin die Entscheidung treffen sah.
„Wann fiehst Du Deine Anbeter wieder?"
„Ich hoffe heute Abend, denn fie verkehren ja bet un»."
„Dann äußere den Wunsch, eine seltene Orchidee zu haben. Sage gleichzeitig, daß Du sie in dem Laden meiner Freundin gesehen hast. Ich weiß bestimmt, daß Jeder morgen hingeht, um Dir die Blume zu kaufen."
„Ausgezeichnet! Du bist ein Genie. Kann ich morgen schon die Probe machen?"
„Gewiß.! Ich" gehe nun zu Mathilde, um Alle» zu ordnen. Vergiß nur nicht, Dein Aussehen zu verändern, damit Du nicht erkannt wirst. Ordne Dein Haar ander», setze einen Klemmer auf, genug, suche Dich auf alle mögliche Weise zu verstellen."
Mit einem herzlichen Händedruck schieden die beiden Mädchen, und Bertha ging, um da» Nöthige zu besprechen.


