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Nr. 287 Zweites Blatt Mittwoch den 7. December 1SDS
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2hntlidier Theil.
Bekanntmachung,
vetr.: Schietzübunge«.
ES7wird hiermit zur öffentliche« Keuntuih gebracht, daß das 2. Bataillon des Infanterie- . Regiments Kaiser Wilhelm am 14., 15., 16., 17., 19. und 20. December L I im Gelände nördlich Staufenberg - Mainzlar tu der allgemeinen Richtung KortbachHaffenhause« Schießübungen mit scharfer Munition abhalten wird und -war täglich von 9 Uhr Vormittags bis 3 Uhr Nachmittag-.
Gefährdet ist das Gelände -wischen de« Ortschaften St.rufenberg Mainzlar Ilschhausen— ffortbach Lasseuhauscn Sichertshausen Staufenberg.
Die von den genannten Orten in das Schieß- gelände führenden Wege sind für den Verkehr während des Schießens gefperrt, ebenso wird da» Bataillon das gefährdete Gelände durch Auf- slelle« von Mannschaften abfperren.
Die Uhaufsee Lollar-Stchertshaufen-Mar- bürg und diejenige von Lollar—Mainzlar—Ullendorf a. d. Lumda find nicht gefährdet.
Gießen, am 5. December 1898.
Grotzherzogliches Rreisamt Gießen v. Bechtold.
Wietzen, den 5. December 1898, vetr.: Wie oben.
Das Grotzherzogliche jneisamt Gießen an die Grotzh. Bürgermeistereien von Allendorf a. d. Lumda, Daubringen, Lollar, Mainzlar, Staufenberg und Dreis a. d. Lumda.
Die vorstehende Bekanntmachung wolle« Sie alsbald auf ortsübliche Weife verSstentlichen, vor dem Betreten des abgefperrtcn Geländes warnen und insbesondere darauf hinweifen, datz an den betreffenden Tagen sich keine Holzarbeiter, Holzfammlcr oder fonstigc Arbeiter in den gefährdeten Waldungen und Stetnbrüchen aufhalten dürfen.
v. Bechtold.
Der Gesetzentwurf betreffs der Privatver- fichcrnngSanstalten.
Das Versicherungswesen hat tm Laufe Der letzten Jahrzehnte einen ungeahnten Ur.fang angenommen. Schon mehrfach ist eine verstaarl chung desselben angeregt, adrr die An- lelegenhelt scheint noch nicht spruchreif zu sein, denn die Regierung wird dem Reichstage vorerst einen Gesetzentwurf vorlegen, welcher fich m t der staatlichen Beaufsichtigung der jtUfaien Beificherongsunurnehmungen beschäftig'.
Abgeieheu von einzelnen auf einen engeren Rrd» be- schränkten städtischen oder ständischev Anstalten, liegt unser ganze» verficherungtw fen in den Händen von Privatunter- n-hmuigen. ßUT Ehre der letzteren wollen wir hervorheben, )Qj — abgesehen von einzelnen Aasnahmesällen — da» Ber« trauen de» Publikum» gerechtfertigt worden ist, daß die Organisation oer Anstalten durchweg eine gute genannt werden iantr, in welcher die Interessen der versicherten nach jeder N'chrung hin, gewahrt werden. Aber immerhin hat doch — 3o:nr. auch nur in geringem Mähe — eine Schädigung der s Versicherten stattzefnnden, wenn einzelne Anstalten ihren ver- ' ast chtuvgen nicht nachkawen.
«» Legt In der Natur der Sache, daß, wenn eine ver- ; »aatttchung der Betfichernog eintreten soll, diese vom Reiche »ahrzunehmen ist, und an» demselben Grande muß auch die «ulstcht über he Pkivatverficherungsunternehmungen vom R-che auszeübt werden. Seine der letzteren beschränkt ihren G:fchält»betrlcb auf einen einzelnen Bundesstaat, viele lassen tzenselden vielmehr sogar in das Ausland übergreifen. Und f3 will denn der neue Gesetzentwurf eine RelchsbehSrde 1 stzaffea, die die Aufsicht über alle Anstalten führt, bereu Be- . trteb über einen einzelnen Bundesstaat hinanszeht.
Hierzu hat noch folgende Erwägung den Ausschlag ge- geben. Die R.lchsgesetzgebung hat die Pflicht, jede Rechts- : Zersplitterung zu beseitigen, und eine solche bestand bisher,
da betreffs der großen Versicherungsanstalten in jedem Bandesstaate besondere Rech sverhältn ffe herrschten, sie einer beson- dern Eoncefflon bedurften und and) einer vielfachen landeS- behördlichen Btaufficht'gnvg unterlagen. Dieser Zustand hinderte auf die Dauer he B'wegnngsfteihett der Versicherungsanstalten, zu deren Gedeihen Freizügigkeit und Rechts- einhert erforderlich ist.
Was nun den Gesetzentwurf betrifft, so umfaßt derselbe 117 Paragraphen. Die Aufsicht der Rcichtbehörde soll durch Prüfung und Entscheidungen materieller Art das Entstehen solcher Anstalten hindern, welche von vornherein des ver- trauen» unwürdig erscheinen, überhaupt soll in erster 2 nie das Interesse der Versicherten nach jeder Richtung hin gewahrt werden, damit nicht etwa au» einem zu gemeinnütziger 88hl* samkeit bestimmten Institute ein gemein gefährliches werde. Der Zw.ck des GeietzeS ist also ein guter, und aus diesem Gtunde kann man dem Entwurse von vornherein znstimmen. Auch die Bedürstnßfrage war schon lange entschieden, aber die Schwierigkeiten, welche fich der reichsgesetzlichen Ordnung der Angelegenheit entgegenstellten, waren groß, und es hat vieler Verhandlungen bedurft, ehe die Ansichten aller Bundesstaaten unter einen Hut gebracht werden konnten. Hoffentlich stellen fich hm Inkrafttreten deS neuen Gesetzes nicht allzu «roße Hindernisse entgegen. xx
Aus dem Leben Kaiser Franz Josefs werden anläßlich des Reghmngs-Jubiläurns des Kaisers jetzt allerlei A> ekdoten mitgethellt:
Es war nach einer großen Festlichkeit. Kolomau v. Tisza, der gerade in Wreu weilte, hatte verschiedenen Empfängen beigewohnt und schien wirklich bungertg zu sein, als er dann an der Hoftasel saß, welcher der Kaiser präfi- bitte. Dec Monarch war sehr guter Laune und blickte wiederholt wohlgefällig auf den ungarischen Ministerpläfidenten, der mit vielem Behagen eine warme Speise verzehrte- als fie abgetragen toar, nahm Herr v. Tisza eine Birne ans feinen Teller und begann fir zu schälen. ^Lieber Tisza/ bemerkte jetzt lächelnd der Kaiser, ,tffen Sic nicht das kalte Obst, nachdem Sie erst warmes gegeffen. Sie werden fich den Magen verderben." Herr v. Tisza sah zu dem Monarcheu hinauf, verbeugte fich unb sagte: .Majestät, ein ungarischer Ministerpräsident m ß einen sehr guten Magen haben !' Der Kaiser lächelte, Herr v. T'sza aß seine Birne zu Ende und — wie die Folg: bewies — hat er richtig nicht den geringsten Schaden erlitten.
Im Jahre 1859 war der Kaiser beim Treffen von Eavriana Zeuge, wie zwei Brigaden des 7. Armeekorps das Dorf unb die umliegenden Höhen verlheidigteu- er war aber nicht allein Augenzeuge, sondern auch selbst mit thätig, der furchtbaren Schlacht noch tm letzten Augenblick eine günstige Wendung zu geben. Unbekümmert um seine eigene Sicherheit, setzte er fich dem heftigsten Kugelregen aus und begab fich tm entscheidenden Augenblicke vor die Front eines zum Angriffe vorrückenden Grazer Bataillons, indem er es mit den Worten anfrnnvterte: ,vorwärts, Ihr Braven- auch ich habe Weib und Kind zu verlieren!'
W^s der Kaiser durchaus verschmäht und was ihm die fröhlich? Laune verderben kann, ist die polizeiliche Bewachung der Gegenden, die er, auf der Jagd begriff?n, zu durchstreifen gedenkt. Als ihm In Eisenerz ein Bzirkshaup'Wana den Schutz der SicherheliSorzane antrug, soll er geantwortet Haden: .Ist gar n.cht nöthig! Die Steirer find brave Leute. Die thun mir nichts!'
Gelegentlich deS Pra er-volkssestes tm Mat 1881 wollte man die Havprallee behufs Aufrechterhaltung der Ordnung abfperrer. Der Kaiser hörte alsbald von dem Vorhaben der Polizei und erklärte deßhalb sofort: „Der Prater darf nicht abgesperrt werden — ich will unter meinen Wienern fein!' — Gelegentlich bereiste der Monarch j'.nen Theil Boralbergl, welcher von der Bahn durchschnitten wird. Der Empfang auf den einzelnen Stationen blieb ziemlich gleich, überall that die Bevö.keruug Ihr Möglichstes bet der Deco- rtrnng. Allgemeinen Eindruck brachte die Mittheilnug hervor, der Kaiser habe verboreu, die Bahnhöfe abzn'perren. „Ich bin hierhergekommen,' soll der Kaiser gesagt haben, ,um mein Volk zu sehen, und will daher auch, daß mein Volk mich sehen soll.'
Es ist eine verbürgte Thatsache, daß dem Kaiser einst ein Unheil zur Unterschrift vorgelegt wurde, über welchem er lang: in schweigendem Sinne niedergebeugt saß, bevor er znr Feder griff, nm seinen Hamen darunter zu setzen. Doch kaum hatte er den ersten Federstrich gethan, da entrcllte seinem Auge eine Thräue und sank auf die Schrift, den
begonnenen Zug verwischend. Der Kaiser Jaime Da# Papier zusammen und legte es in die Hände des Sec-eiärs zurück mit den Worten: „tbtäaen löschen jede Schuld aus- ich kann da» Unheil nicht unterschreiben. Da sehen St', mein Name ist verwischt, die Schrtst hat keine Kraft, ich schenke dem Bernrthellten da» Leben.'
Auf einer Fahrt be» Kaisers nach Szeni-Jakob wollte ber dortige Bauern Postmeister, der just des Wege» k>m, nicht ausweichen, so daß der «utlcher de» Hofwagen» nölen» volene den R Aperen machen muhte. Der Kaiser hielt den selbstbewußten Bauer an unb fragte: .Warum fiub Sie denn nicht ansgewichen?' — .Warum? Weil he königlich ungarische Poft Niemandem au»mdd)t!' lautete die stolze Antwort. — „Sehr brav!" gab der Herrscher lächelnd zurück unb belohnte ben wackeren Postillon mit einer ächten königlichen »Birginterf._______________________________________________
Deutsche» Reich.
Berlin, 5. December. Der Kaiser hat, wie bte „Notional.Zeitung hört, dem Gouverneur von Deutsch Ostafrika, Generalmajor Lledert, persönlich den Rothen Adler- orbtn 2. Klaffe mit Krone und Schwertern verliehen.
Berlin, 5. December. Daß «taut »Ministerium trat heute vormittag unter dem Vorfltz de» Reichskanzler» Fürsten Hohenlohe in seinem Dieuftgebäube zu einer Sitzung zusammen.
Berlin, 5. December. Heute Morgen von 9 Uhr hörte ber Kaiser ben Vortrag de» ö)ef» be» Eivll Eablnet» v. Lucanu» unb nahm später Marine Vorträge entgegen.
Berlin, 5 December. Wie verlautet, werden im Reichstage die Eouservativen al» ersten v cepräfidenteu den Abgeordneten v. Fr ege, die Nationalliberalen al» zweiten vickpräfidenten den Abgeordneten Baff ermann aufstellen.
Berlin, 5. December. Die Meldung süddeutscher Blätter, daß der bekannte Eentrnms-Adgeorduete Freiherr v. Hert- Itng in München einen Ruf al» ordentlicher Professor an bte Universität Bonn erhalten habe, wird der ,National* Zeitung' bestätigt. Ob er den Rus annehmen wird, ist noch zwcifelhait.
Berlin. 5. December. Die agrarische Interpellation bezüglich der Fleis chnoth, Ausführungen re., hat dis jetzt 72 Unterschriften erhalten. Die ofsteielle Eindringung derselben im Reichstage wird am 9. ds. erfolgen.
Bremen, 5. December. Der Norddeutsche Lloyd hat seine Dampfer „München" und „Darmstadt" aa he Transatlantische Lompagnic verpachtet, um aus diesen Sch ffcn spanische Truppen von Euba nach Spanien zu bringen.
Riel, 5. December. In Neu-Münster sanden gestern Abend Zusammenrottungen statt. Die durch die Pöl zet n.cht zu bewältigenden Tumultuanten demolirteu die Tonhalle unb die Reichshallen. Dann zogen sie nach dem Tivoli. Es wurde schließlich Militär requlrirt, welche» mit blanker Waffe einschritt, sodaß zahlretche Verwundungen erfolgten.
Flensburg, 6. December. Au» dem Rretfe Hadersleben wurden wiederum 15 Personen ausgewiefen, darunter ein schwedischer Unterthan. Im Ganzen wurden ungesähr 80 Personen im Laufe der letzten Woche aus dem genannten Rretfe de» Landes verwiesen.
CecciU# ttnfr provinzielles.
t. Lich, 5. December. Heute hatte unsere Stadt ihr Festgewand angelegt, die Häuser prangten in reichem Flaggeu- fchmuck, und am Eingang zum Schloßgarten, gegenüber dem Schloß, war eine prachtvolle Ehrenpforte erbaut: der jüngere Sohn unseres Fürsten, Prinz Reinhard, mit seiner jungen Gemahlin hielten ihren Emzug lu den Hetmathsort unb bas väterliche Schloß. Dem jungen Paar Glückwünsche unb Hulbignngen baqubringen, galt e» auch, als am Abenb ein Fackelzug unter Boran tritt dec hiesigen Rapelle und der Feue.wehr, ant?r Beteiligung der städtischen und kirchlichen Belördev, sZmatlicher Vereine und der Zöglinge der Großh. Präparandenanstalt, fich nach dem Schloß bewegte. Dort an- gekommen, fangen die Gesangvereine „üäcilta" unb »Männer- gefaugoerein" je ein Lieb, worauf Herr Dechant RUngeltö-fer im Namen der Gemeinde die Eingezogenen auf helmarhlichein Boden begrüßte und fie treuer Anhänglichkeit von Setten der Licher Bürgerschaft versicherte. In herzl'chen Worten bankte hieraus Prinz Reinhard, zugleich tm Namen seiner hohen Ge- mahllu, den Einwohnern der Stadt sür den fteunblichen Empfang, für die Ehrungen, die ihnen zu Theil geworben find, unb schloß mit einem Hoch auf die Stadt Lich. Nachdem


