eine abendländische Erziehung gevießen könnten. Man will mit den elementarsten Gegenständen beginnen und erst nach und nach zu höheren Fächern, bis hinauf zur Technik und Medizin übergehen. Sämmtliche Lehrkräfte sollen Engländer sein und der Unterricht im Englischen die Hauptrolle spielen. Damit soll verhütet werden, daß da- Französische in Ober- Aegypten fich so feftsetze wie in Nieder Aegypten, wo er trotz der britischen Occupatio» noch immer vorwtegt. Die Königin hat das Protectorat der Anstalt übernommen, und Lord Salisbury hat in Form eines Schreibens an Lord Kttchener dem Plane das Siegel der amtlichen Billigung aufgedrückt. Man kann also füglich von einer TtaatSacÜou sprechen, obwohl die Umstände verlangen, daß da- geplante Institut aus freiwilligen Beiträgen, nicht aus Staatsfonds entstehe. ES werden 100000 Pfund gefordert, und nach der Begeisterung zu schließen, mit der Kttchener seit seiner Ankunft tu Eoglaud — fast möchte man sagen: zu kämpfen hat, sollte die Unterschrift KitchenerS den Aufruf rasch erfolgreich machen. Selbstverständlich ließ man auch diesen Anlaß nicht vorübrrgeheu, um für die auglo-amerikaotsche Freundschaft etwas abfalleu zu lasten. Der Aufruf KitchenerS wendet fich nämlich auch oo »die amerikanische Schwesternattou".
CeeMee *tt* pyooinsitöes«
Sießeu, 6. Deeemder 1898.
** Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordutteu- Lersaunnlnug Donnerstag den 8. December 1898, Nachmittags 31/, Uhr pünktlich: 1. Den Besuch des 7. Städletages für da» Großherzogthum Hrsteu am 12. December 1898 zu Offenbach; hier: dir Wahl von fünf Bertreterv. 2. Baugesuch der Gebrüder Bär für die Marktstraße- hier: Dtspensatiousgesuch. 3. Gesuch de» Heinrich Keßler dahier um käufliche Ueberlastuvg von städtischem Gelände au der Grüudergerstraße. 4. Gesuch der Carl Spruck Wittwe um Abtretung einer kleinen Fläche neben ihre« Erb- begräbuiß auf dem hiesigen Friedhof. 5. Gesuch des Philipp Jacobi um Verpachtung eines Platzes auf der Bach. 6. Erweiterungsbau für da» Realgymnasium und die Realschule - hier: Einfriedigung betreffend. 7. Anbringung von Inschriften an den städtischen Schulgebäuden- her: Arbett»- Vergebung. 8. Umänderung der Südanlage zwischen Plock- und Goethestraße- hier: Gruudauffülluug durch M. Abermanu. 9. Das Befahren der KaplanSgaffe und Erweiterung derselben. 10. Lieferung von Pflastersteinen. 11. Die Erbauung rtueS ThurmeS auf der Hochwarle- hier: ArbeitSoergebuug. 12. Den Wtefeugaug im Frühjahr 1898- hier: Ausfüllung eines Kolkes im Mühlgraben bei der Nrumühlr. 13. Den Betrieb der Schlachthauses- hier: Abgabe von Schweinsborsten. 14. Die Prüfung der Rechnung der Plocktschen Stiftung pro 1897/98. 15. Voranschlag derselben für
1899/1900. 16. Gesuch der Ehefrau des W. Poppelsdorf um Erlaubuiß zum WirthschaftSbetrieb im Haufe Grünberger- straße 32. 17. Desgleichen deS H. Srrth zum Ausschank von Branntwein im Hause Fravkfurterstraße 165.
*• Zur Verbesserung der Gießener Effenbahuverhältuiffe. Wie wir hören, kommt da- am 23. November entwickelte Project im Laufe dieser Woche in einer Reihe von größeren Bereinigungen GtrßevS, welche Interesse daran haben, zur Berathung. Hoffen wir, daß dieselben fich ebenso einstimmig für daffelbe aussprechen werden, wie die von einzelnen Personen aller Stände etnlaufeudeu Zu- sttmmuugSrrkläruugeu, deren Zahl fich nachträglich noch um ea. 100 vermehrt hat. ES empfiehlt fich, daß fich aus deu Vertretern derjenigen Bereinigungen, welche fich für den vorliegenden Plan in seinen wesentlichen Zügen auSsprechen, ein Somits bildet, von welchem die nächsten wetteren Schritte, besonder» die Einberufung einer öffentlichen Versammlung zur Beratung der an die betreffenden Behörden (Etsenbahuverwaltung, StaatSrrgieruug und Stadt) zu wachenden Eingabe auSzugehen hätten.
*• Gefchichtlvereiu. Ueber die jüngst gemeldete weitere Oeffnung von Hünengräbern am Euleukopf find wir in der Lage, Folgendes zu berichten: In dem am Freitag Mittag bloßgelegteu Grab, da- in der Anlage wesentlich von dem zuerst geöffneten abwich, fand fich der Rest von einem Brouceschwrrt nebst Scheide, außerdem eine Anzahl kleiner Etsentheile und eine Urne. DaS am SarrrSta^ geöffnete große Grab hatte einen Umfang von 18 bis 20 Mtter bei einer Höhe von ungefähr 2 Metern. Bo« großem Jntereffe Wt bei diesem die kunstreiche Anlage. ES war mit verschiedenen UmfaffungSgrabeu, die ganz mit rotheu und Weißen Kieselsteinen gepflastert waren, versehen. In der Mitte zeigte fich eine trichterförmige Bertirfnng, 2 Meter in die Erde gehend. Zu derselben führten zwei breite Zugänge. Sie enthielt eine große Steivpackuug au» weither geholten Steinen, daneben Brandstellen mit Über handhohrr Kohlen- und Aicheu- schicht. Unter der Steinpackung fand man am Montag Mittag sämmtliche Thetle eine» Scrlette», sowie ein großes Eisen- schwert mit Scheide. Ein drittes Grab wurde gestern (Montag) in Angriff genommen und wird heute Dienstag Mittag blohgelegt fein. Damit werden voraussichtlich die diesjährigen Ausgrabungen ihr Ende erreichen, sofern nicht von interrsfirter Seite weitere Mittel zur Verfügung gestellt werden. — Dank gebührt der städtischen Bauverwaltung, namentlich Herrn Stadtbaumetster Schm and t für Ueberlaffung geübter Erdarbeiter, wie auch Herrn städtischem Wiesenwärter Bellof, der bei Anstellung der Arbeiter große Umsicht au den Tag legte.
• • Stadttheater. Felix Philippi'- neues sensationelle» Schauspiel «Da» Erbe", welche» im hiefigm Stadttheater am nächsten Freitag den 9. d». zum ersten Male zur Aufführung gelaugt, steht in dieser Woche nicht weniger al» dreimal auf dem Spielplan de» Frankfurter Schau- spielhause». Am 27. October d». Js. im Berliner Theater zu Berlin zum ersten Male aufgeführt, hat da» Stück schnell seinen SieoeSzug über die maßgebendsten deutschen Bühnen gemacht. Daffelbe gelangte u. A. mit sensationellem
Erfolge zur Darstellung an den Stadttheatern zu Leipzig, Magdeburg, Kölu a. Rh., Lrrfeld, ferner am Hoftheater in Oldenburg, amRefidenztheater in Hannover, am Thaliatheater in Hamborg, am Lobetheater in BreSlau u. s. w.
• • Sin Schadenfeuer entstand gestern Abend in einem Hause deS Neuenweges dadurch, daß das Dienstmädchen tu seiner Grube unvorsichtiger Weise die Lampe vom Tische herunterwarf und fich das Feuer dem Bett wittheilt«.
• • Zn vorläufige Haft mußte in verfloffeoer Nacht der Student Ferdruaud Pfannmüller au» Lauterbach genommen werden, weil er fortgesetzt Lärm verübte und die Schutzleute bei ihrer DienstauSübunz behinderte. Au» gleicher Ursache wurde auch der BerficherungS-Juspeetor Hild von hier festgenommen. Beide wurden heute Morgen wieder auf freies Fuß gesetzt.
• * Zu Amerika verstorbene Hessen. Ju Louis Ville, Kh., Frau Barbara Schnatz, geb. Buhl, 64 Jahre alt, aus Lampertheim. — In Bellevi lle, Jll., Adam Georg, 65 Jahre olt. aus dem Kreise Dieburg. — Ju Albany, N.-D, Valentin Ahlhteim, 78 Jahre alt, aus Heffeu- Darmstadt.
• • Kaufmännische Stellenvermittelung. Ju deu abgelaufeneu neun Monaten diese» Jahre» wurdea durch Vermittelung deS Über ganz Deutschland verbreiteten, jetzt 50,000 Mitglieder zählenden Verbände» Deutscher HaudluugSgehülfru 3185 Stellen besetzt, gegen 2743 im gleichen Zeitraum der Vorjahre». Am 14. September d». JrS. kam die 26,000. Stellenbesetzung (seit Gründung de» Verbände» im Jahre 1881) zu Stande. Diese Erfolge zeigen dcuilich, daß die BerbaudSleituug die Hände nicht in den Schooß legt, sondern fortgesetzt emsig weiter arbeitet am Ausbau der wohlthätigeu, gemeinnützigen BerbandSeiu- richtuuges, insbesondere der Stellenvermittelung, die bekanntlich süe Prinzipale wie Gehülfeu völlig kostenfrei ist, und der die Firmen Deutschlands ein von Jahr zu Jahre wachsendes Jutereffe entgegeubriugen. So wurden im Jahre 1897 10566 offene Stellen zur Besetzung gemeldet, im laufenden Jahre ist diese Ziffer schon bi» Ende September erreicht worden. Zur Erleichterung de» Verkehres wurdeu an fast allen größeren Plätzen de» Reiche» Geschäftsstellen errichtet, während der gejammte Stellender- mittelungSbetrieb in Leipzig centralifirt ist. Da jederzeit ein durchschnittlicher Bestaub von 2000 Bewerbern au» sämmt- licheu Geschäft»zweigeu und aus allen Gegenden Deutschlands vorhanden, können dem B. D. H. aus Priucipals- kreifen zugehende Aufträge sofort in fach- und fachgemäßer Welse Erledigung finden. Wie sehr der Verband seine Stellenvermittelung fördert, geht au» der Thatsache hervor, daß er seit 1891 ungesähr 150000 Mk. dafür aufgewendet hat. E» ist somit jeder Firma, die einen offenen Posten zu besetzen hat, und einem jeden Kaufmann, der Stellung sucht, zu empfehlen, fich au den verband Deutscher Haudlung»- gehülfeu zu wenden. Die übrigen Einrichtungen im B. D. H., wie Gewährung von Rechtsschutz in streitigen Fällen, Unterstützung bei Stellenlosigkeit (bis Ende 1897 gelangten rund 38000 Mk, zur Auszahlung). Kranken- und Begräbnißkaffe, der über 17000 Mitglieder angehören, und die Leistungen aufweist, durch die sie vl» die größte und leistungsfähigste kaufmännische HülfSkaffe im Deutschen Reiche bezeichnet; werden kann, ferner PenfiouSkaffeu für Wittwrn und Waisen, wie für Altersschwache und Invaliden, endlich Genesungsheime, wovon ein- im sächsischen Erzgebirge schon nächstes Frühjahr seine Pforten öffnen wird, alle diese Einrichtungen finden in den weitesten Kreisen größte Beachtung und schaffen dem V. D. H. fortgesetzt neue Freunde im KaufmannuSstaude. Auch in Gießen besteht ein KreiSvereiv, welcher jeden ersten Donnerstag im Monat feine Znsammeukünfte im Kaufmännischen Be^inShause abhält. Außerdem findet jeden Freitag im Golwser Hof ein Kegelabend statt und find auch Gäste stets willkommen.
Laugen, 4. December. Die außerordentliche Generalversammlung der Creditkasse setzte eine fünfgliedrige Commission ein, welche die vorgelegteu Bilanzen nachprüfeu soll. Gleichzeitig wurde ein Defizit von 180000 Mk. fest- gestellt.
A«s LsSt fite Me Kitt.
Vor 63 Jahren, am 7. December 1835, wurde die erste deutsche Eisenbahn auf der Linie Fürth-Nürnberg eröffnet, und dann entwickelte fich in wenigen Jahren dieses Beförderungsmittel zu einer Ausdehnung und Wichtigkeit, von der man bei den ersten Versuchen noch keine Ahnung hatte. Heute giebt es sozusagen keine Entfernung mehr, vor welcher die moderne Technik zurückschreckt.
Schwurgericht.
W. Gieße», 6. December 1898.
Der Vorsitzende, LandgrrichtSrath Dr. Ltukenh eld eröffnete um 9 Uhr die Sitzung. ES wird tu die Verhandlung gegen den Landbrtrfträger Philipp Jung aus Lang- Göu» wegen Verbrechen im Amte eiagetreteu. Die Anklage vertritt StaatSavwalt Koch- die Bertheidtgung führt Rechtsanwalt Grünewald. Es find 12 Zeugen zu vernehmen. Vor Eintritt in die Verhandlung erklärt der Berthridiger, fein Client wolle auch alle diejenigen Fälle als geschehen zugrbeu, deren er fich im Einzelnen nicht mehr erinnere. Der Angeklagte erklärt, verheirathet und Vater eines Kindes zu sein, er sei 1895 als Landbriefträger mit 650 Mark Jahre-gehalt angestellt worden und habe zuletzt 700 Mark und 60 Mark WohnuugSgeldznschuß bekommen. Außerdem will der Angeklagte an Trinkgeldern ea. 20 Pfg. pro Tag erhalten , haben. Jung hatte vou Lang-Gön» die PostbrstellgSnge nach Holzheim zu machen und ist geständig, in mehreren Fällen circa 500 Mk. ihm amtlich auvertrauter Gelder unterschlagen zu Haden. Der Angeklagte hat die Register gefälscht und die Postan
weisungen unterdrückt. Er hat in vielen Fällen mit den unterschlagenen Beträgen früher unterschlagene Gelder gedeckt. Durch Vorlegung der Annahmebücher wird festgestellt, daß e» lediglich Datumveränderungeu find, die Jung vorgeuommeu hat, um dem Amt gegenüber seine Machioatioueu zu verdecken. Dann find einzelne Eintragungen wieder gestrichen, damit eS so auSfieht, al» ob die Eintragung irrthümlich geschehen sei. Später hat Jung, nachdem er wieder Geld vou anderer Seite empfangen, die Einträge, die er vorher gestrichen, auf anderen Namen gemacht. Durch Vernehmung de» Post-Jnsp-ctor» Johann Hermann Gerbel-Darmstadt wird festgestellt, daß die unterschlagenen Beträge vom Angeklagten resp. deffeu Ehefrau, soweit ihm bekannt geworden, sämmtlich ersetzt find. — Der Gerichtshof derurtheilte deu Angeklagten in eine Gefäuguißstrafe von 6 Monaten uud 14 Tagen unter Anrechnung der erlittenen Untersuchungshaft..
Vermischte».
• Osnabrück, 1. December. Berhäuguißvoll ist für einen hiefigeu jungen Maler eine gegen seine Schwester verübte Neckerei geworden. Als daS junge Mädchen damit beschäftigt war, einen Brief zu schreiben, beugte fich der Bruder über ihre Schulter, ihr einige Scherzworte zuflüsterud. Ahnungslos stach da» junge Mädchen nach ihm mit der Feder und traf hierbei da» Auge, welches sofort ausltef. Der junge Monn wurde unverzüglich in ein Hospital geschafft, jedoch ist trotz aller sorgsamen Pflege uro ärztlicher Behandlung zu befürchten, daß auch da» unverletzt gebliebene Auge verloren gehen wird.
wlftenschaft, «Ito-atnr XxttfL
— Halbmonatsschrift ^Niedersachsen" (Verlag von Karl Schünemann, Bremen), 4. Jahrgang, Nr. 4. — Inhalt: „Freiheit!" Gedicht von G. Müller-Suderburg. — „Das Kaiharinenläuten und daS Schruppen zu Münden." Von Fr. Henze-Hannoo. Münden. — „De falsche Dahler." Von W. K. Saffeini-Celle. — „Eine Probe." Von Vernarb von Brandenburg Schleswig. — „Die Rolandssäulen" (mit drei Illustrationen). Von Heinrich Theen-Söby. — „Worümme de Dompope bat Flatchen verlehrt har." Von Karl Brandt-Osterode. — „Unsere Vogelwelt im Herbst." Von Hermann Lön«-Hannover. — „Kleinstadtleben vor 60 Jahren." Von ***. — Der Sammler. — Literatur. — Gedichte. — Einen besonders illustrativen Schmuck erhielt die vorliegende Nummer durch mehrere Kopfleisten uud Schlußstücke des WorpSweder Malers Heinrich Vogeler.
Eröffnung des Reichstages.
Berlin, 6. Dceewber 1898, 2 Uhr 40 Miw (Privat-Depesche.)
Die vom Kaiser anläßlich der heutigen Eröffnung dr» Reichstage» verlesene Thronrede kündigt an: Gesrtz- entwürse, betrrffrud die Invalidität»- und Alter»-Berficherung, die Zulaffung vou Beauftragten zur Vertretung der Parteien im amtlichen Verfahren, eine Novelle zur Gewerbeordnung, zwei Gesetzentwürfe, betreffend den Schutz der gewerblichen Arbeitervereine uud zur Erleichterung und Vereinfachung der Aufgaben der Reichsbank, eine Verordnung über die allgemeine Einführung der Fleischbeschau für Schlachtvieh, eine Novelle, betreffend Aenderungeu auf dem Gebiete btft Patentwesen».
Weiter wird angekündigt eine Vorlage, worin der Telegraphen - Verwaltung die Benutzung der öffentlichen Wege mehr al» bisher gesichert wird. Dem Reichstage wird außerdem eine Vorlage zugehen, betr. eine Anleihe zur Aufbesserung der Lage der unteren und mittleren Beamten- ferner zwei Gesetzentwürfe, bstr. die Beseitigung der Lücken im Heer» wesen.
Die Beziehungen Deutschland» zu deu auswärtigen Mäch-- teu find unverändert freundlich. Die Thronrede nimmt Bezug auf den Abrüstungsvorschlag drS Zaren und die Reise Kaiser Wilhelm» nach dem Orient, fie gedenkt mit tiefem Abscheu der Ermordung der Kaiserin von Oesterreich, und theilt schließlich mit, daß mit der Neu-Guinea-Compagnie wegen der Uebernahme de» Schutzgebiete» auf da» Reich ein Vertrag abgeschlossen ist.
Nenefte Nachvichten.
Kspeiche» beS »HrrsldE.
Berlin, 6. December. DaS Schwurgericht in Nürnberg hat deu Redacieur eine» dort erscheinenden soeialisttscheu Blattes von der Anklage freigesprochen, durch den Abdruck de» im Simpliciistmus erschienenen Gedichtes über die Kaiser- reise nach dem Orient eine Majestäts-Beleidigung begangen zu haben.
Kiel, 6. December. Die gestern gemeldeten Ausschreitungen in Neumünster waren verursacht durch die Zurechtweisung eine» Soldaten, der bet einem Tanzvergnügen mit einem Liviltsten in Wortwechsel gerieth, welcher tu Thätlichkeiten auSartere. Durch da» Dazwischeutreteu anderer Soldaten entstand eine Schlägerei, die fich auf die Straße fortsetzte und, da die Soldaten in der Uebermacht waren, schnell rhr Ende fand. Lebensgefährliche verletzungrn find nicht vorgekommen.
Paris, 6. December. Der Senator Fabre und der Abgeordnete Fournier haben im Senat und in der Kammer ihre Interpellationen zurückgezogen.
Paris, 6. D cember. Wie der ^Siöcle" meldet, haben die früheren Krteg-mtnister ganz verschiedene fich einander widersprechende Aussagen gemacht. Alle fünf früheren Kriegs- mtuister haben zweifelhafte Meinungen angegeben, aber kein einziger hatte einen definitiven Schuldbrwei» gegen Dreyfus.
Paris, 6. December. Die Zahl der gegen den Picquart-Prozeß protestirendrn Personen beträgt nunmehr 175.000.
Paris, 6. December. Die hiesigen Blätter besprechen die Nothweudigkeit eiveS deutsch.französischen BÜud- utsseS und heben hervor, daß ein solche» leicht zu Stande
äfetei»,,
Sfi*
Belau
Anfang Novt größere Anzahl bei den Seebad gelangen. .
Die Dreizahn gemäß § 11, 31 von kräftigem 1,65 cm groß UN sein. Auch wir rrovmdimstsi acheül, da fte Rtout^ou entio
Geeignete Lei sendung des D Zeugnisie, sowie große möglich mando des 1. bezw. des Wtlhelmshal ungen ohne di berücksichtigt.
Den Meldes bei dem Civi commissron sein bitten und hier zulegen:
a) eine fchrf Sater» o, b) eine obri daß er du gebunden gesührt t) c) ein Gebr dem St Geburtsi Gießen, am i
Großh.
Im Cora des A. Zä weiland Jnha U' Storck dc Verkeilung er| der Gerichts^ Nichts Gieße ^eichnih betra lichtigendenFori Ehrend die n kich auf 580.7 Gläubiger m U/ioq °/ö.
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