Ausgabe 
7.9.1898 Zweites Blatt
 
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und Ritter von 12 ausländischen Orden. Diese Anerkennung verdookt er ebensowohl seinen künstlerischen Leistungen wie seiner liebenswürdigen Persönlichkeit, die in ihrer stark pro» noncirten Eigenart überall beliebt ist und ihm den beispiel­losen Erfolg brachte, der eher noch zunimmt, all daß er in den vielen Jahren nachgelastrn hätte. Freut sich doch Jeder­mann, wenn heißt:Eduard Strauß kommt wieder", und stundenlange Etsenbahofahrt ist Bielen nicht zu beschwerlich oder umständlich, wenn el sich darum handelt, ihn einmal wieder zu hören und zu sehen. Auch wir begrüßen mit Freuden, daß er wieder zu uni kommt.

* Kreuznach, 1. September. Die Gefahren, welche dir 1898er Weinernte bedrohen, wollen schier kein Ende nehmen. War schon die Witterung diese! Sommers, die durch Kühle uud Nässe die Blüthe aushielt und im August während der großen Hitzperiode den Sonnenbrand erzeugte, der Entwickelung der Reben nicht günstig, so hat noch eine ganze Reihe von Schädlingen (Rebsttchler, Heuwurm, Perono- epora Titicola, Oldiiun Tuckeri) den quantitativen und qualitativen Ertrag del Weinstock! beeinträchtigt. Was sie übrig gelassen haben, bedroht der Sauerwurm, dir zweite Generation de! Heuwurm!, mit Vernichtung.

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von inlgesammt 270 Schulen noch in 142 Schulgeld bezahlt, ober in Rhrtnheffrn wird mit seinen 168 Volksschulen nur »och tu 43 Schulgeld entrichtet. Der Krei! Mainz bildet in ganz Heffen eine lobeuSwerthe Ausnahme: in keiner Volks­schule des Kreises wird noch Schulgeld erhoben, überall ist der Unterricht frei.

Mit dem Abnahme der Tage uud dem frühen Eintritt der Dunkelheit werden sich alsbald wieder die Klagen über derfpätete oder mangelhafte Beleuchtung der Hau!- uud Lreppeoflure erheben. ES sei zur Vermeidung vou Poltzeistrafeu und empfindlichem Schadenersatz und Schmerzens­geldern namentlich im Jutereffe aller HauSwirthe oder deren Stellvertreter darauf htngewieseu, daß jeder Elgeuthümer eines Grundstücke! bezw. deffeu Verwalter verpflichtet ist, die Hau!- und Treppevflure augemeffen zu erleuchten, und zwar schon vor dem Eintreten völliger Dunkelheit. Die Beleuch« lang hat auf sämmtlichen Treppenabsätzen und Fluren, die Jedermann zugänglich find, also de« öffentlichen Verkehr bleuen, zu geschehen.

8 Lich, 6. September. Gestern fand hier, vou schönem Wetter begünstigt, dal Jugend fest, dal an Stelle de! früheren Sedanfeste! gefeiert wird, statt. In sahnen- geschmücktem Zuge wallten die Schuljugend uud sämmtliche Vereine unserer Stadt auf die Höhe de! Hardbergl, wo Herr Lehrer Alt eine An'prachr hielt, die mit einem Hoch auf Se. Majestät ben deutscheu Kaiser und Se. Königl. Hoheit den Großherzog von Heffen schloß. Nach langjähriger Unter­brechung wurden diese! Jahr wieder zum ersten Male Jugeodspiele mit der Feier verbunden und zwar für die Knaben Balkenlaufea und Bogelwerfen, für die Mädchen Ballfaugen im Netz uud Eierlaufen. Den Siegern im Spiele wurden kleine aber zweckmäßig gewählte Gaben al! Preise zugetheiU. Hoffentlich gelingt e! dem Festaulschuß, diese Spiele mit jedem Jahre zu erweitern. Die Mufik stellte der Mufikoeretn, welcher seine Aufgabe sehr gut erfüllte. Auch vereinlgesänge trugen zur Unterhaltung der Fefttheilnehmer bet. Da auch für gute Speisen und Getränke in bester Weise gesorgt war, so konnte Jeder befriedigt den Festplatz verlassen.

II. Aus dem horloffthale, 4. September. Die Ernte- res ul täte vou der mittleren Nidda (s. Gießener Anzeiger

Nr. 202 vom 30. August) find beueideuSwerth uud stimmen mit den uuserigen nicht ganz überein, obgleich wir auch mit denjenigen in hiesiger Gegeud zufrieden find. Die Durch­schnittszahlen von drei Fuder Wetzen zu 6jEeutuer Körner auf den Morgen, demnach 18 Eeatver, scheinen unS bedenklich hoch und nur tu besonders günstigen Lagen, also nicht auf fetten Grundstücken, erreichbar zu sein. Auch kann der erzielte Weizen nicht als hochfeine Waare bezeichnet werden, daS will sehr, sehr viel heißen. Die Erfahrung hat längst gelehrt, daß hochfeine Erzeugutffe nur bei reichlichem Sonnenschein erzielt zu werden pflegen, und der Sonnenschein hat unS gerade bi! zum 15. Juli l. I. sehr gemangelt. Da! Aulsehen der Körner bei allen Getreidearten ist recht hübsch, aber sie sind dickhäutig uud da! Mehl iu den Körnern ist weniger fein und weiß, al! daljeotge von Körnern au! sonnigeren Jahren. Unsere Grummetgralversteiger- uug eu (offen zu wünschen übrig. Die Gebote sind mitunter so dürftig: 2 bi! 3 Mark für den Morgen, daß der FiScu! da! Gral gar nicht abgeben, sondern al! Schutzdecke für den Winter und gleichsam all Dungmtttel für da! nächste Jahr, stehen laffen will. Rach Obst ist lebhafte Nachfrage, aber kein Angebot. Der Aepfelwetn ist iu den letzten Wochen vou 15 auf 18 Pfg. und jetzt gar aus 20 Pfg. da! halbe Liter hiuaufgegangeu.

D. Frankfurt a. M., 5. September. Eduard Strauß, von dem wir bereit! berichteten, daß er am 12. und 13. Sep­tember wieder hier im Zoologischen Garten Loucerte geben wird, hat mit seiner Capelle unter allen existtrendeu Orchestern die größten Reisen gemacht uud die Concert Reisen sozusagen iuaugurtrt, denn früher schon al! Bilse hat er solche unter­nommen. Die Capelle besteht nun seit ihrer Gründung durch Johann Strauß Vater (der 1849 starb) bereit! 75 Jahre und steht unter der Leitung von Eduard Strauß schon 36 Jahre. In dieser Zeit bereiste er mit ihr 687 Städte in Europa und Amerika, er war dreimal in London, zwei­mal iu St. Peterlbnrg und hat bei 13 Ausstellungen in europäischen Hauptstädten concertirt. Seit 26 Jahren ist Eduard Strauß Hofballmufik-Director, seit 12 Jahren öster­reichischer Ordensritter und außerdem Commandeur, Offizier

Universität- - Nachrichten.

Halle. Am 27. August starb hier der Professor Superintendent Dr. Förster, der neben seinem geistlichen Amte und neben seiner Thättgkctt als Religionslehrer an unterer Untoerfität al! Docent für Ktrchengeschichte wirkte und aus diesem Gebiete eine reiche literarische Thättgkeit entfaltete.

Speciell für die Damen.

Durch Zusatz von wirkungsvollen Ingredienzien, wie sie un! von ersten medicintschen Autoritäten ncusrdinas an die Hand gegeben worden find, ist die Doerings Seife mit der Eule, bekannt unter der Devise:JNe beute der Welt, abermals verbessert und durch diese Verbesserung in ihrem Einflüsse auf die Erhaltung der Schönheit der Haut wesentlich erhöht worden, so daß sich keine Sttfe zur Toilette mehr eignen dürfte als die in ihrer Art unübertreffliche Doerings Seife mit der Eule. Wir ersuchen alle Damen, Mütter, wie Jedermann, dem die Pflege der Haut ernst ist, um erneute Ver­suche. Der Preis ist nicht erhöht worden, für 40 Pfg. überall erhältlich. 2532

Bekanntmachung,

betreffend: Das Beschneiden der Hecken.

Da! Polizeireglement vom 24. Februar 1882, wonach die Garten- rind Feldbesitzer an den ihren Grundbesitz au öffentlichen Fahr- oder Austwegeu einfriedigenden Hecken im Laufe bei Monats September die neuen Schößlinge wiederholt zu beschneiden oder zurückzubinden haben, wird mit dem Anfügen wiederholt zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Zuwiderhandlungen auf Grund des Art. 31 des Feldstrafgesetzes mit Geld- ßrafe von 1 bis 10 Mark bestraft werden.

Gießen, den 5. September 1898. 8829

Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

Gnauth.

lifliinintiniidjiiniifu

Submission.

Für die psychiatrische Klinik soll Äie Lieferung von:

1. Bett-, Leib- und Tischwäsche,

2. Kleidern und Schuhen für Kranke und Personal

iiuf dem Wege öffentlicher Submission »ergeben werden.

Die sür diese Lieferungen gültigen gemeinen Bedingungen (Erlaß der ßGroßh. Ministerien vom 16. Juni 3893) mb die speciellen Beding, »ngen liegen an den Wochentagen Nachmittags von 3 bis 5 Uhr auf lern Verwaltungsbureau offen.

Offerten sind versiegelt und mit »mtsprechender Aufschrift versehen bis gum 16. September 1898, Vor­mittags 11 Uhr, auf dem erwähnten löureau abzugeben.

Der Zuschlag erfolgt bis zum 29. September d. I.

Gießen, 11. August 1898.

Großh. Verwaltungs-Direction der psychiatrischen Klinik.

Sommer. 8025

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Mittwoch ben 7. September, Nachmittag» 2 Uhr, nerben Ederftrasie 3 I. nachver- Hnchnete Mobiliargegenstände gegen Baarzahluug versteigert:

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Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß wir, nachdem der bisherige Agent, Herr Postmeister i. P. Luckhardt, verstorben ist, die Agentur unserer Anstalt für Gießen und Umgegend dem Herrn

©btrpoöfttrdQr i. p. F. Stammler Giessen,

Wilhelmftratze 1, übertragen haben. 8143

Darmstadt, 12. August 1898.

Tie Direktion.

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Vorbereitung zur Einjährigen-, ^rima- und Hleifeprülung. beginn des neuen Semellers 21. September.

8667 H. Elia*.