N uub )en?n ober kann, was om 3 mit tz der > Der* m die - um io ge« erung m die t,toie- i Der- ie um irben!
6972
finden.
4t al« bpe_ 4£(jß maschinell Maschinen.
gntu
1 »ranco.
S Br* Lenaburg,
m.
^ager.
[443
alter mtg 13.
Sü!ö i M'
M M10 gt
September »w- ohne Wj -
tönigr-u- Lu ira - "
** 8*
300.9°
13^ iosÄ^
Staat* Südbah" ,ardbahn- ,SWlon ; HeM -
BTOCto«1- Ä.iOO- Ä100
-Biden-
Ä’* «».iss» S**
•f-i» bach^ v» g «S h°>'7-zlO «10 «;7 *fb
W 131.^
D »’ 'S
Zß 83.60 J,
Nr. 209 Erstes Blatt. Mittwoch den 7. September
1808
frhfidnt täflfi» mH Lu-nahm, bc»
Montags
Die Girtzmrr BemlfteelfltUr »erden dem Anzeiger Wöchentlich viermal deigeiegt.
Gießener Anzeiger
N,»u--»ret, vierteljödrHch
2 Marl 20 P«g monatlich 75 Wi- mit fringtrlobn.
Bei Postbezug 2 Mark 50 Pi». ^'.cNeljLhrltch.
Inoatzm« »•■ li|tigtn zu der Nachmittag» für den ßdiyiiidii Za» erlcheinenden Nummer bi» Borat. 10 Uhr.
Keneral-Mi^eiger
Alle Anzeigen-BermiNlung-stellen bei In. und ÄnllanM nehmen Anzeigen für >en Vießener Anzeiger mtgeg,»
Zlnrts- und Airzeigeblatt fiw den ICreis Gieren.
Brtarrt—, Expedition und Zcn*Tri:
>4«r0r«|< Mr. 1.
Gratisbeilage: Gießener Familienblätter. Fernsprecher Nr. 51,
Deutschland und England.
Der Hauptfehler, welchen die britischen Staatsmänner in den letzten Jahrzehnten begangen haben, ist der, daß sie ihr Vaterland völlig isolirten, und wenn heute jenseits des Kanals darüber Klage geführt wird, daß die Macht mit) der Einfluß des britischen Reichs im Schwinden begriffen lieb, so ist da» dem Umstande zuzuschretben, daß man in London den richtigen Moment verpaßt hat, geeigneten Anschluß an eine andere Großmacht zu suchen. Al» die drei mitteleuropäischen Mächte sich zum Dreibund vereinigten, da wäre e» vielleicht für England Zeit gewesen, zu sagen: „Ich sei, gewährt mir die Bitte, in Eurem Bunde der — Vierte." Denn e» läßt sich nicht ableugnen, daß damals der Dreibund gegründet wurde gegen Rußland und Frankreich bezw. gegen eine Vereinigung dieser beiden Staaten zu dem Zwecke, den europäischen Frieden zu stören. Vielleicht wäre zu jener Zeit den Dreibundmächten die Allianz mit der ersten Seemacht der Welt gar nicht ungelegen gewesen. Aber — wie schon oben gesagt — der richtige Augenblick war verpaßt, und den Schaden davon hat England gehabt. Wir brauchen gar nicht auf die vielen Mißerfolge seiner auswärtigen Politik hinzuweisen, die Dhatsachen sind bekannt und sprechen eine beredte Sprache.
Al» der spanisch-amerikanische Krieg begann, da gab e» ein Liebäugeln zwischen London und Washington, aber die versuchte Annäherung der beiden Reiche scheint ohne practische Folgen geblieben zu sein. Jetzt mit einem Male bringt die englische Preffe die Meldung, zwischen Deutschland urb England habe sich eine Annäherung vollzogen, deren palittsche Folgen gar nicht abzusehen seien. Die gewagtesten Schlüffe werden au» dem Umstande gezogen, daß der deutsche Botschafter in London Graf Hatzfeldt mit dem englischen Lu»wärtigen Amte lebhafte Conferenzen gehabt hat. In England steht die Nachricht von einem Uebereinkommen mit Deutschland im Vordergründe de» Jntereffes und wird von btr gelammten Preffe erörtert. Um so bedauerlicher ist e» bo natürlich, daß noch jede offizielle Mittheilung fehlt und daß somit den Combinationen weite Grenzen gelaffen find. Son Änzelsragen, über die ein Einverständniß erzielt worden ist. bi» zu einem vollständigen Schutz- und Trutzbündniß beibet Staaten versteigen sich die Vermuthungen, die in England an die Unterredungen der Staatsmänner geknüpft werben.
Die Zett, zu welcher die Beziehungen zwischen Deutsche lanb und dem britischen Reiche nicht die besten waren, ist nach nicht lange her, und zumal auf wirthschaftlichem Gebiete mir eine Verstimmung eingetreten, welche unauSgleichbar schien. Die Kündigung des englisch-deutschen Handelsvertrags tarn so unerwartet, daß darin ebenfalls eine gegen Deutsch- la.itb gerichtete Spitze gefunden werden konnte, und auch sonst m-aren auf politischem Gebiete Mißhelligkeiten vorhanden, milche ihren Ausgang nahmen von dem Telegramm des A üfers an den Präsidenten von Transvaal anläßlich des räuberischen Einfalls Dr. Jamesons und seiner Genoffen in bü! südafrikanische Republik. Wenn England jetzt das Be- SLrfniß hat, uns näher zu treten, so muß vor Allem erwartet »»erden, daß e» mit aufrichtigem Herzen kommt, ohne Hinter- sanken und Sondergelüste. Ist dies der Fall, so kann es ms nur ein angenehmer Bundesgenoffe sein, der ein gut Z)dl beizutragen vermag zur Erhaltung des Weltfrieden».
Vorläufig ist, wie schon oben gesagt, über dm Inhalt « angeblichen Abmachungen zwischen England und Deutsch- liib nichts bekannt, es ist deshalb auch überflüsfig, schon -erte lange Commentare an da» Ereigniß zu knüpfen. Aber bh au» London gekommene Meldung ist doch so intereffant, '«3 wir sie nicht unerwähnt lasten wollen. Wir werden sptter darauf zurückkommen. (xx)
Panama.
Corneliu» Herz hat sein Dalein beendet, der famose Ittou fitzt hinter den schwedischen Gardinen, und die übrigen Wellen Panamisten hat mehr oder weniger die irdische Hirechtigkeit ereilt, aber darum ist da» Panama in Frank- :eich noch nicht zu Ende, e» treibt vielmehr immer weitere blüthen, wie wir an der Entwickelung der Dreyfu»-Affaire lautlich wahrnehmen können. So unscheinbar begann der kcoceß gegen dm Ercapttän, daß Niemand die Folgen hätte ihren können. Daß die an dem militärischen Frankreich iefvnder» interessirten Mächte 'ihre Kundschafter unterhaltm, tut strategische Geheimniste kennen zu lernen, ist gar nicht tosregend und wird auch wohl von keinem Staate in Abrede lef.eCt werden. Die französische Regierung weiß das am Seien, wie ja die Kieler Spionage-Affaire und die mehrfachen
Spionen-Prozeffe, die in den Reichslanden ihren Ursprung hatten, zur Evidenz zeigten. Und daß schließlich die Bestechung Erfolg hat, daß der Capitän Dreyfu» derselben zum Opfer gefallen wäre, brauchte auch nicht alle Welt in Bewegung zu setzen. Es waren die Nebenumstände, welche so große» Aufsehen verursachten. Die Familie Dreyfu« war sehr begütert, und e» lag für den objectiv Nrtheilenden überhaupt kein Grund vor, au» welchem der Capitän den Verrath hätte begehen können. Außerdem wurde der ganze Proceß so ge- heimnißvoll betrieben, daß die Neugierde dec Unbetheiligten berechtigt erschien, den Schleier gelüftet zu sehen; und schließlich fehlte e» nicht an mehr ober minber deutlichen Hinweisen, daß die deutsche bezw. die italienische Regierung die Auftrag- geber Dreyfu»' gewesen seien. Dadurch wurde der französische Chauvinismus angefacht, und bitterer Groll wandte sich dem Verräther zu, dessen tragisches Geschick sonst wohl das Mitgefühl wachgerufen haben würde.
Seit mehreren Jahren steht nun schon die Dreyfu»- Affaire im Vordergründe des Interesses, und sie hat uns einen Einblick in Verhältnisse gewährt, deren Existenz man für unmöglich gehalten hätte. Schon die Thatsache, daß das Drey- fus-KriegSgericht nicht streng legal vorgegangen ist, muß befremdlich erscheinen. Daß nun aber immer weitere Personen in den Kreis derer gezogen werden, die an der Vergewaltigung Theil genommen haben, und daß dieser Kreis sich in immer höhere Regionen erstreckt, wirft ein erschreckendes Bild auf die Zustände im heutigen Frankreich. Wie kann es die Regierung noch über sich gewinnen, den Schleier ungelüstet zu lasten, der über die Dreyfu» Affaire ausgebreitet ist. Ist der Grund, aus welchem der Generalstabschef Boisdeffre zurückgetreten ist, triftig? Oder aber ist auch dieser höchste französische Offizier tiefer in die Angelegenheit verwickelt? General Gonse, welcher in dem Dreyfus-Proceß ebenfalls eine wichtige Rolle spielte, ist an die Grenze versetzt worden in dem Augenblick, als Oberst Henry entlarvt wurde, und es verlautet, daß der ganze Generalstab reconstruirt werden soll. Man kann es dem Zaren wirklich nicht verdenken, wenn er fich mehr und mehr von feinem Alliirten abwendet, denn es muß nicht angenehm fein, einen Staat zum Bundes- genoffen zu haben, besten neuere Geschichte ein Panama ohne Ende bildet. (xx)
Deutsches Reich.
Darmstadt, 5. September. Aus Jagdschloß Wolf»- garten, 4. September, wird der „Darwst. Ztg." belichtet: Ihre Königlichen Hoheiten der Gr oh Herzog und die Großherzogin besuchten um 10 Uhr den Gottesdienst in Langen. Vorher, um 9 Uhr, brachte der Geiaugverein ^Frohsinn" von Langen ein Ständchen und Nachmittag» 2 Uhr die Mufik der Freiwilligen Feuerwehr von Egelsbach. Der Königlich Großbritonische Geschäftsträger Mr. Buchanan und Lady Georgine Buchanan, sowie Seine Hohett Prinz Albert von Holstein und Graf Lovyah kamen Nachmittags zum Besuche und blieben zum Abeudesten.
Berlin, 5. September. Vom Kaisermanöver. Am SamStag Abend sand tu Hannover aus dem Friederiken- Platze vor dem Schlöffe Zapfenstreich statt. 1500 Musiker, von Mannschaften, welche Magnefiuwfack:ln trugen, begleitet, zogen vom Waterloo-Platze her vor daS Schloß. Die Majestäten und die anwesenden höchsten Herrschaften erschienen auf dem großen Balkon de» Schloße». Die Musikstücke wurden unter der Lattung de» Armee Mufikiusplzienten Roßberg vorgetragen. Der Platz, welcher durch Scheinwerfer erleuchtet war, war von einer dichtgedrängten Menschenmenge besetzt. Der Kaiser und die Kaiserin find mit Gefolge am Montag Vormittag 91/, Uhr mit Sonderzug in Minden ein- getroffen. Am Bahnhof hatten fich zum Empfange eingefunden der Oberpräfident Studt, RegierungSpräfident v. Bischoffs- bansen sowie der Landrath Boste. Vom Bahnhöfe fuhren Ihre Majestäten, mit einer Eskorte des Magdeburgischen Husaren-RegimentS Nr. 10, durch die reichen Festschmuck tragende Stadt nach dem Paradefelde. In den Straßen bildeten Schulen und Vereine, die freiwillige Feuerwehr, sowie daS Bürgerbotaillon mit den Stadtosfizieren Spalier. Ihre Majestäten wurden von der Einwohnerschaft und der zahlreich auS der Umgegend heröeigeströmten, theilweise in ihre Nationaltracht gekleideten Bevölkerung mit Jabel be- grüßt. Am Weserthore, vor der am Eingang zur Altstadt errichteten Ehrenpforte, hatten bei dem Standbild deS Großen Kurfürsten de» Bildhauer» Sretzichmar die städtischen Behörden, die Geistlichkett sowie eine Reihe Ehrenjungfrauen fich zur Begrüßung aufgestellt. Oberbürgermeister Bleek
gab in einer Ansprache der Freude Ausdruck, daß die Stadt als erste in Westfalen das Saiserpaar begrüßen dürfe. Sr erinnerte daran, daß die Stadt seit 250 Jahren dem branden- bnrgssch-preuhischen Staate angehöre. Die Stadt habe dankbar im Gedächtuiß, waS fie den Hohenzollern verdanke. Redner wies auf da» Standbild des Großen Kurfürsten hin und gelobte unwandelbare Treue. Der Kaiser erwiderte hierauf etwa Folgendes: Er habe mit lebhafter Befriedigung und aufrichtigem Danke vernommen, daß die Bürgerschaft au» eigener Initiative da» große Werk fördern wolle, da» er im Sinn habe, und in patriotischer Weise die Hälfte der auf Westfalen kommenden Kosten übernommen habe. Die Stadt habe damit bewiesen, daß sie wohl wisse, wo ihre Zukunft liege. Ihm habe bei dem großen Werke selbstverständlich auch da» Wohl Minden» am Herzen gelegen. Sein hoher Ahn und vorfahre, dessen Standbild die Stadt aufgestellt habe, sei Derjenige, dessen Regierungr-Maximen er fich am meisten zum Vorbild genommen habe- er hoffe, daß die nächsten 250 Jahre die Stadt Minden weiter in ihrer Entwicklung fördern werden.
— lieber die Reden de» Kaiser» inHannover berichtet der Telegraph noch Folgende»: Bei der Tasel im Ständehau» erwiderte der Kaiser auf den Trinkspruch de» Grafen zu Inn und Knypphausen Folgendes: „Meine Herren! Ich danke Ihnen von Herzen für die Gesinnung, die Mir durch den Mund Ihre» Vorsitzenden in so herrlicher Rede soeben entgegengeklungen ist. Ich danke Ihnen zugleich im Namen der Kaiserin für den Empfang und die Einladung zum heutigen Tage. Mit Freuden erfüllt es Un», wenn Wir unter den Vertretern des friesischen und niedersächsischen Stamme» un» bewegen können, diesen Repräsentanten unserer kerndeutschesten Stämme. Wer in den Äugen von Menschen zu lesen versteht, — Ich glaube, Ich kann da», — der wirb finden, wie warm und herzlich, wie offen, ehrlich und un- gemacht die Sympathie de» Volke» Un» entgegenschlägt bet Alt und Jung- und da» ist der schönste Lohn, der einem Monarchen und einer Kaiserin werden kann. Sie haben freundlichst einen Zug gestreift, für dessen Erwähnung Ich Ihnen dankbar bin. Sie können fich verfichert halten, baß bet der Erinnerung an Meine große, unvergeßliche Urgroßmutter, die Königin Luise, Ich damals auch der hohen, schwergeprüften Frau gedacht habe und Mir ein wahres HerzenSbedürfniß und eine Beruhigung für Meine Seele war, als Ich wußte, daß Ich ihr eine Freude bereiten konnte, und Ihre Majestät hat die Gnade gehabt, Mir durch lieber» fenbung eines wundervollen Bildnisses Meiner hochseligen Frau Urgroßmutter zu danken. Hier aber an dieser Stelle fordere ich Sie auf, mit Mir daS Glas zu erheben und auf da» Wohl der von Mir heißgeliebten Provinz zu trinken, deren Blühen und Gedeihen Mir stets am Herzen liegen wird und für die Ich Meine ganze Kraft einsetzen werde. Die Provinz Hannover Hurrah, Hurrah, Hurrah!"
Berlin, 5. September. Zu einer überraschenden und eigenartigen Kundgebung von politischer Bedeutung hat fich der Kaiser gestern anläßlich deS FeldgotteSdienfteS in Hannover veranlaßt gesehen. Der Gottesdienst fand auf dem Platze an der Waterloosäule statt. Gleichzeitig war die Nachricht von dem Siege der Engländer bei Omdurman und der Einnahme von Chartum etngetroffen. Dem Eindruck dieser Nachricht uud den durch die Umgebung geweckten Erinnerungen gab der Kaiser durch eine Ansprache an die Truppen Ausdruck. ES wird darüber berichtet: Der Altar war auf einem Podest an der Waterloosäule errichtet und mit militärischen Emblemen und Lorbeerbäumen geschmückt. Um 11'/. Uhr erschien der Kaiser und nahm nach Begrüßung der anmeieuben Fürstlichkeiten vor dem Zelte Aufstellung, daS neben der Waterloosänle errichtet war. Da» Gefolge, die fremben Attaches, sowie die Geistlichen beider Eonfeffwnen hatten fich neben dem Zette aufgestellt. Divisionspfarrer Delbrück hielt die Liturgie, Militäroberpfarrer Rocholl die Predigt. Sodann hielt der Kaiser eine Ansprache, in welcher er darauf htnwieS, daß angesichts der Waterloosäule die Truppen auf historischem Boden ständen. Der Monarch erinnerte an die Waffenbrüderschaft der Engländer und der Deutschen bei Waterloo. Die englische Armee habe soeben vor wenigen Stunden in Afrika einen Sieg über einen viel stärkeren Feind erungen. Der Kaiser forderte die Truppen auf, in ein Hoch auf die Königin von England einzustimmen. — Ein wettere» Telegramm auS London besagt: Nach einer Meldung der „Times" au» Kairo ist bei der dortigen britischen diplomattschen Agentur gestern folgende» Telegramm Sr. Majestät de» deutschen Kaisers etagegangen: „Ich bin aufrichtig erfreut, meine Glückwünsche auSsprecheu zu können


