Bad Salzhaufen, 4. August. Die bei Genehmigung bei Baues der Wetterauer Bahnen oorau-gefagte Hebung unseres Bades geht schon in diesem Jahre in Erfüllung. Während sonst im Jahre gegen 2000 Bäder abgegeben wurden, sind bis Ende Juli trotz der so sehr ungünstigen WitteruogSverhältuisie bereits gegen 2500 Bäder genommen worden, und kann mit Sicherheit erwartet werden, daß die Zahl bis Ende der Saison auf 4000 steigen, also gegen die Borjahre sich verdoppeln wird. Die Badenden find meist Leute aus der Umgegend, die Nachmittags mit der Bahn kommen und wieder gehen. Wenn erst noch, wie geplant, ein Gasthaus für Minderbemittelte erbaut sein wird, dürfte sich die Zahl der das Bad Benutzenden noch weiter vermehren. Die Englersche Billa, ein Prachtbau, kommt noch dieses Jahr unter Dach. Auch viele höhere und niedere Schulen machen in diesem Jahre Salzhausen und da- benachbarte Nidda zum Ziele ihrer Ausflüge. Nächsten Sonntag findet die zweite „Reunion" statt.
Rieder-MooS, 2. August. Ein Hirte fand gestern unter einem Baum, Federn von einer vom Habicht getödreteu Taube. Dieselben tragen Stempel: Dietenhosen, Metz 48. Kaiser!. Milträrbrieftaubenstatiou Straßburg, „Courier" Hamm i. W. Zwei Federn tragen nur die Zahl 29, daneben hat die eine noch zwei Kronen.
Alrfeld, 2. August. Der Nationalliberale Verein Als- feld sandte zur Ntederleguug am Sarge Bi-marck- einen Lorbeerkrauz mit Schleife in den deutschen Farben und dem Aufdrucke folgender Widmung nach FriedrichSruh: „Dem dahtngeschtedenen größten deutschen StaatSmanue in unwandelbarer Treue und Dankbarkeit. — Der Natioualliberale Verein ÄlSfeld in Oberheffen.
Vermischter.
*PA. Biedenkopf, 5. Angust. Näher und naher rücken die Tage des 50jährigen Stiftungsfestes des hiesigen Schützenveretns, welches am 13., 14. und 15. August stattfinden soll, heran. ES handelt sich um die Frier eines Jubiläums, wie in unserer Stadt noch keines gefeiert worden ist. Das lange niedergehaltene Gefühl der Zusammengehörigkeit der deutschen Bolkestämme, das Bestreben, ein großes, ganzes, einige» Vaterland zu schassen, ein Vaterland wie eß heute, nach 50 Jahren, unter dem Hohenzollernaar sich mächtig entfaltet hat und geachtet und gefürchtet vor Europa, vor der ganzen Welt dasteht, begeisterte im Jahre 1848 die Herzen aller Vaterlandsfreunde und auch die Biedenkopfer deutsch gesinnten Männer fühlten mit, waber Dichter gesungen: „Wir wollen sein ein einig Volk von Brüdern, in keiner Noth un- trennen und Gefahr" und gründeten darum einen Schützenverein. Manches Fest hat unser Verein seit der Zeit seines Bestehens gefeiert, an manchem deutschen Bundesschießen haben sich Mitglieder des VereinS beteiligt; eine Anzahl silberner Ehrenbecher, welche als Preise auf deutschen Bunde-festen errungen wurden, zieren die Schranke verschiedener Mttglieder. Ueber der langen Reihe von Jahren ist zwar nicht der Verein, wohl aber seine Fahne, welche manchem Schützenkönig, seligen Angedenken-, über dem Haupte geweht hat, verblaßt und alter-« grau geworden, darum haben, wie als öffentliche- Gehetmniß erzählt wird, die Schützenfrauen resp. Schützenschwestern in geheimer Sitzung beschloffen, den Verein bei seinem Stiftungsfest mit einer neuen, kostbaren Fahne zu überraschen- diese soll daun unter den Klangen der ganzen Marburger Jäger« kopelle zum erstenmale entfaltet und geweiht werden. Herr | Landrath v. Heimburg, Ehrenpräsident de- Verein-, hat eß sich nicht nehmen laffeu, den ersten prachtvollen Ehrenpreis |
jungen Waldculturen gedeihen sah, da habe ich mich gefreut, da bin ich ost glücklich gewesen."
„In der Politik, meine Herren," fuhr der Fürst fort, „meinen Sie, hätte ich Glück gehabt? — In der Politik gibt eß für den, der sie treibt, wie ich sie habe treiben wüffen, kein Glück. Der Staatsmann ist wie ein Börsenspieler. Wenn der heute eine Million gewonnen hat und er denkt sich darüber zu freuen, so kommt auch schon dir Sorge, wie er die gewonnene Million zu weiteren Speculationen anlegen könne. So auch mit meinen Unternehmungen! Wenn mir bte eine gelungen, so mußte ich sogleich wieder daraus sinnen, wie der Ersolg sestzuhalteu und auszunutzen sei. Der Staatsmann wirthschastet mit fremdem Vermögen, da- fällt um so schwerer in- Gewicht, je mehr man Ehrgefühl im Leibe hat. Meine politische Laufbahn war ein Hetzen und Jagen, bei dem man zum Genuß nie gekommen ist. — Ich habe in meinem Leben al- Staatsmann nicht einmal Zett gesunden, ein Covcerr oder ein Theater zu besuchen. Erfreut aber habe ich mich ost an der Hau-musik, die mir meine Johanna auf dem Flügel bereitete."
„Zur GlückSempfindung", Hub der Fürst, nach einer Pause daß Gesprächsthema weiter versolgend, wieder an, „gehört Naturanlage, da- rechte Temperament. Da- hatte mein alter kaiserlicher Herr. Er war eine phlegmatische, etwa- hau-backene Natur, schwer zu einem Entschluffe zu bringen- aber wenn man ihn dann so wett hatte, dann konnte man wie auf Felsen auf ihn bauen. Er hatte ein kindliches Gemüth, da- seiner Mutter, der Königin Luise, rein wie Gold, daß er sich biß ins höchste Alter bewahrt. Ich habe auch all Staatsmann stets das Bestreben gehabt, offen und wahr zu sein, aber manchmal forderte die Diplomatie auch von uns eine kleine Nothlüge. Und mein ich dann meinen alten Herrn veranlassen mußte, im öffentlichen Jntereffe ein klein wenig von der Wahrheit abzuweichen, da wurde er stets roth wie ein junges Mädchen und ansehen konnte er mich gar nicht. An ihm habe ich oft wahrgenommen, daß er sich eines Glückes kindlich freuen konnte. Uebrtgens auch er hat daS Unglück gekostet. Was hat der hohe Herr nicht allein in den Conflictsjahren schon gelitten I"
„Euer Durchlaucht aber nicht minder," wurde ein« geworfen.
zu stiften und die Stadt Biedenkopf hat zwei Ehrenpreise bewilligt. Außerdem wird der Verein für Anschaffung einer großen Anzahl schöner und werthvoller Ehrengaben Sorge tragen und mancher Festtheilnehmer, der „Äug' und Hand geübt für- Vaterland" wird am Schluß de- Preisschießens mit Befriedigung als preisgekrönter Schütze heimkehren.
" Bremen, 4. August. Ueber einen Deserteur der französischen Fremdenlegion wird der „Wes.-Ztg." geschrieben: Ein 26 Jahre alter Schlaffer aus Minden meldete sich hier und gab an, er sei im November 1896 mit Auslandspaß nach Frankreich gegangen, dort habe er sich überreden laffen, Dienst in der französischen Fremdenlegion in Afrika zu nehmen. Mit mehreren Deutschen ist er bann angeblich beim ersten Infanterieregiment in Sudh-Bell-Abest eingestellt wor- ben. Wegen schlechter Vehanblung unb Verpflegung, sowie schwerer Arbeiten ist er im vorigen Jahre desertirt, wieder eingefangen und zu fünfjähriger Festung verurtheilt worden. In demselben Jahre ist er au- der Festung Oran entwichen, aber auch dieses Mal wieder eingeholt und zu weiteren fünf Jahren Festung verurtheilt. Am 5. Juni d. I. ist er von der Arbeit — Bau einer Hochbahn, zu welcher die FestuugS- gefangeuen detachirt gewesen find — entlaufen und trotzdem ihm von dem wachhabenden Soldaten mehrere Schüsse nachgeschickt find, glücklich entkommen. Nachdem ihm ein deutscher Ingenieur einige Kleidungsstücke gegeben, so daß er seine Sträfltngskleider hat ablegen können, ist er Nacht und Tag unterwegs gewesen, bis ihn englische Matrosen auf ihrem Schiffe aufgenommen und verborgen haben. Mit dem Schiff ist er nach Glasgow gefahren, wo er auf dem deutschen Dampfer „Weimar" Aufnahme gefunden hat und mit diesem nach Hamburg gefahren ist. Nachdem ihm die Matrosen etwas Geld gegeben, hat er sich zu Fuß aus den Weg gemacht, um zu seinen in Barmen wohnenden Angehörigen zu kommen. Hier kam er mittellos und mtt wunden Füßen an. Für seine Weiterbeförderung wurde Sorge getragen.
• Ueber bett Einsturz einer Tribüne bei dem Schwimmfest in Hannover wird gemeldet: Am Sonntag Nachmittag fand auf dem Badrplotzr der Schröder'schen Schwimmanstalt an der Ihme ein Wettschwimmen des Hannoverischen Schwimm- clubS von 1892 statt. Die Wettkämpfe hatten zahlreiches Publikum herangezogeen, daß alle Zuschauerplätze dicht besetzt hielt. Auf der vom Ufer in den Fluß überbrückt vorgebauten Absprnngftclle für Schwimmer war ein reservirter Platz für geladene Gäste eingefrtebigt unb mit ca. 20 Sitzplätzen eingerichtet. Bet ber sechsten Nummer bes Programms drängten sich viele Zuschauer, besonders Frauen und Kinder, auf den reservieren Platz, um da» Abspringen der Schwimmer beobachten zu können. Plötzlich brach die Ueberbrückuug zusammen und ca. 60 Menschen stürzten in den schuellfließendeu tiefen Fluß, während es wohl ebensovielen gelang, sich noch durch einen Sprung oder Festklammern an den Emsriedtgungs« geräihen aus- Trockene zu bringen, da die Bretter und Balken langsam sanken. Kleine Kinder, junge Mädchen, Frauen und Mädchen verschwanden in die Tiefe, tarnen aber sofort wieder hoch und klammerten sich an Alle-, was ihnen in den Weg kam. Hilferufe unb Angstschreie vermischten sich mit bem Weinen ber am Ufer stehenben Angehörigen. Zu Zweien und Dreien hatten sich die Verunglückten oft anein- anber geklammert, während andere wieder schwimmend da- Ufer oder ein Boot zu erreichen suchten. Hilfreiche Hände waren genügend zur Stelle. Der gemeinsam angestrengten Arbeit aller am Rettung-werke Bethriligten gelang e- denn auch, sämmtliche Personen auf- Trockene zu bringen, so daß kein Verlust eines Menschenlebens zu beklagen ist.
♦ Wer war Buchholz? Der „Voff. Ztg." wird ge
„Jch," versetzte der Fürst fast erstaunt, „ich war dazu da!"
Hier erinnerte ich an daö Seidl'sche Gedicht vom Glöcklein des Glücks, führte den darin enthaltenen Gedanken aus und fügte am Schluffe, zum Fürsten gewendet, hinzu:
„Dieses große Glück, von einem ganzen Volke geliebt, verehrt unb theilnehmel d, huldigend begrüßt zu werden, genießen Eure Durchlaucht nun doch seit Jahren im hohen Maße!"
Der Fürst sah mich eine Weile sinnend an, der Ausdruck in seinen großen, herrlichen Augen wurde noch um einen Schein milder unb weicher.
„Ja," sagte er bann in sichtlicher Rührung, „Sie haben Recht, tu bem Sinne bin ich jetzt ein Glücklicher!"
ES wurde an die Triuwphfahrt des Fürsten im Sommer 1892 erinnert, an die begeisterten, dankoollen Huldigungen, die ihm in Oesterreich, in allen Theilen Deutschlands während seiner Reise bereitet worden waren. Der Fürst erinnerte sich mit lebhafter Freude daran, sein Antlitz leuchtete, sein köstlicher Humor begann zu sprudeln unb er erzählte ergötzliche Einzeleretgniffe von jener benkwürdigen Reise:
„So in Herzberg, auf ber Tour von Berlin nach Drelben! — Da tarnen die Behörden des OitS und brachten mir einen Ehrentrunt. Als mir der ziemlich große, zwei- hentelige Humpen durch baß Wagenfenster gereicht wurde und ich auf die Ansprache des Bürgermeisters einige Dantes- Worte erwidert hatte und den Humpen an die Lippen setzte, fuhr plötzlich der Zug weiter unb ich mit bem Trinkgefäß in ben Händen davon, während mir die verblüfften Herzberger nachschauten. Ich mußte den Humpen von der nächsten Station zurück chicken."
Die Wogen der Unterhaltung begonnen sehr lebhaft zu gehen. Die Leipziger schilderten die Verehrung und Liebe, welche der Fürst in ihrem engeren Baterlande Sachsen besonders genieße. Dem tonnte ich als Berliner nur beipflichten - unb ich erzählte ein humoristisches Erlebniß, das ich mit einem Bürger Schanbaus in der sächsischen Schweiz gehabt. Derselbe schilberte wir 1892 halb nach der Durch« reise de» Fürsten nach Wien, wie er mit einer Abordnung der Schanbauer Bürgerschaft die Ehre gehabt, den Alt«
schrieben: „Allgemein belannt find die Berliner Redensarten- „Da lennen Sie Buchholzen schlecht! und „Dazu hat Buchholz kein Geld!" Aber nur Wenige wissen, wer der Mann war, der Pen Anlaß zu diesen geflügelten Worten gegeben hat, und daß er seit genau 100 Jahren mitten in Berlin begraben liegt. Auf dem kleinen Friedhof, der die Sophien. Arche nmgiebt, erhebt sich über einem Doppelgrab, das die irdischen Reste von Vater und Tochter deckt, ein schlichter Denkstein, der die Inschrift trägt: „Dieser Hügel deckt ben königlichen Kriegs« und Domänenrath Trezorier unb Hof« staatS-Rentmeister Johann August Buchholz, der geboren war den 5. April 1706 und den 4 August 1798 entschlummere. Er diente dem königlichen Hause 71 Jahre, war von seinem Könige geschätzt und seinen Kindern, Verwandten und Freunden wird der edle, liebevolle Greis unvergeßlich bleiben." Dieser Buchholz war der sparsame Rentmeister Friedrichs deS Großen, der Gesuche um Beihilfe, die ihm nicht nothwendig erschienen, mtt der Randbemerkung zu versehen Pflegte: „Da kennt Ihr Buchholz'n schlecht!" oder „Dazu hat Buchholz kein Geld!"
• Ein reizendes Wort des Märchendichter- Andersen erzählt Pierre Seron in seinen Memoiren. Andersen war auß Dänemark nach Paris gekommen, wo eß ihm so gut gefiel, daß der Philosoph Victor Cousin ihn eine- Tages fragte: „Hätten Sie nicht Lust, ganz bei unß zu bleiben. Eß muß doch ein recht ttanrtgeß Leben sein in Ihrer Heimath." Andersen seufzte, schüttelte aber den Kopf unb sagte endlich: „Liebt man seine Mutter weniger, wenn sie häßlich ist?"
• Die Reise des Kaisers nach Palästina hat für die Berliner Industrie bereitß recht angenehme Wirkungen. Wie ber „Konf" erfährt, hat ber Sultan bei Berliner Juwelieren ansehnliche Bestellungen wachen lassen für Gr- schenke, welche al- Andenken an die Theilnehmer der Palästina- fahrt vertheilt werden sollen. Von der ägyptischen Regierung sind 50000 Fahnen in den ägyptischen Nationalfarben mit dem deutschen Reichsadler ausgeschrieben worden, die zur Ausschmückung der Häuser wahrend der Anwesenheit de- Kaiserpaares in Aegypten dienen sollen. Ferner find von Seiten der türkischen Regierung große Bestellungen auf Fahnen in den deutschen Reichssarben gemacht worden, die für den Empfang des Kaisers in Palästina bestimmt sind.
♦ Die Verwandtschaft des Fürsten Bismarck mit dem „alten Derfflinger" dürfte nicht allbekannt sein. Fürst Bismarck hat sich hierüber selbst einmal geäußert. ES war die- im Jahre 1884, al- er seine parlamentarischen Freunde zu einem Abendtisch geladen hatte. Der Lieblivgskrug de« Fürsten, ein mächtiger Stlberhumpen, ist geschmückt mtt vielen Bildnissen, unb auch bafi Portrait be« alten Derffl'nger be« finbet fich barunter. Als nun an bem erwähnten Abende einer der Gäste unausgesetzt den mit Bier gefüllten Humpen fixirte, lächelte Bismarck und meinte: „Ja, ja, Derfflinger gehört auch zu meinen vorfahren, weßhalb auch sein Bild» niß auf dem Humpen Platz gefunden hat. Mein Urgroßvater, August Friedrich von Bismarck, war mit einer Stephanie von Dewitz verheirathet. Der dieser Ehe entsprossene Sohu Alexander heirathete die Christiane Charlotte Dewitz, welche vordem mit Ernst von Schönfeld auf Werben vermählt und eine Verwandte der Stephanie war. Stephanie aber war die richtige Enkelin de- Derfflinger, der, ein protestantischer Bauernsohn, seine Heimath Oesterreich verließ und im Jahre 1654 in den Dienst des Kursürsten von Brandenburg, Friedrich Wilhelm, trat und wegen seiner Tapferkeit der „berühmte Feldmarschall von Derfflinger" wurde.
reichskanzler zu begrüßen und welchen Eindruck derselbe auf ihn gemacht, um schließlich dann in die enthusiastischen, iw sächsischen Dialect gesprochenen Worte auSzubrechen:
„Nä, härn Se, der Fälscht öilmaitf iS Sie doch ä zu lieber, einziger Herre, glei frässen funnt mern!"
Alles lachte, und der Fürst aus Herzensgründe mit: „Der Mann hat ja kannibalische Gelüste!" rief er.
„Auch ein Bi-marcksreffer!" fügte ich hinzu.
Zwei Stunden waren wie Augenblicke verrauscht. — Dr. Sh'y ander, der treue Hüter de-Fürsten, war unbemerkt aufgestanden und brachte einen Stoß Zeitungen, die et neben ihn auf den Tisch legte, daS Zeichen zur Aufhebung der Tafel.
„Ach," sagte der Fürst, „lassen Sie doch heute die Zeitungen, die habe ich den ganzen Tag, aber nicht lebendige Menschen!"
AIS bald darauf doch die Tafel aufgehoben wurde, zeigte da- Antlitz de- Fürsten, daß seinen vierundzwauzig Glück-« stunden eine hinzugefügt worden war. —
Der große Erbauer de- Deutschen Reich- hat unter den großartigen Huldigungen seine- Volke- am Feierabend seine- Leben- noch manche solcher Glücksstunden erlebt- das Glöcklein des Glücks hätte er noch oftmals läuten lassen können.
Ein schönes Gefühl liegt für Alle in dem Bewußtsein, die fich sagen können, daß sie ein Tröpflein zu dem spärlichen GlückSbecher de« größten Wohlthäter« unseres Volk- bei- getragen haben. Der Greis Bismarck ist sehr empfänglich dafür gewesen und hat diese köstlichen Tropfen mit hohem Behagen eingesogen, wohl oft mit innigem Danke gegen die, welche ihm die letzten Tage seine- mühe- und arbeitsreichen Leben- durch ihre Liebe und Verehrung haben verschönen helfen.
Ein Dank find die letzten Worte des großen Helden gewesen- sie waren an seine Tochter gerichtet. Dars fie nicht auch seine ihm huldigende, geliebte Tochter Germania, die aus seinem Geiste geboren, auf fich beziehen:
„Danke, mein Kind!"


