Ausgabe 
7.7.1898 Erstes Blatt
 
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-zwischen Frankreich und Amerika bestehenden freundschaftlichen Beziehungen Trtuksprüche au-gebracht. Der französische HaudelSmintster protesttrte in seinem Toaste dagegen, daß der Versuch gemacht wurde, zwischen beiden Nationen Zwie- spalt zu säeu.

Paris, 5. Juli. Die Gesandtschaft de- Königs Meuelik, bestehend aus seinem Neffen Ra- Makonnen, dem General Woldte und einem Flügel-Adjutanten MeuelikS ist mit 30 Personen Gefolge hier eiugetroffen und mit großen Ehren empfangen worden. Die Gesandtschaft, welche von dem französischen Gesandten tu Abeffyuien geführt wird, dürfte sich mehrere Wochen in Frankreich aufhalteu und am 14. ds. der Truppenrevue betwohueu, die Verhandlungen über den Handelsvertrag mtt Abessynten fortführen, die bedeutensten Städte Frankreichs besuchen und dem Präsidenten Faure Geschenke überreichen.

Madrid, 5. Juli.Jmparcial" behauptet, in letzter Stunde aus Washington Depeschen erhalten zu haben, welche der optimistischen Darstellung seitens der Offiziösen durchaus widersprechen. Jedoch unterdrücktJmparctal" die Veröffentlichung derselben in der schwachen Hoffnung, daß dieselben demeotirt werden möchten. Seine Andeutungen laffeu aber auf ein zweite- Cavite schließen.

Madrid, 5. Juli. Die Nachrichten über die Zerstör­ung der Flotte CerveraS werden offiziell bestätigt. ES heißt jedoch, Lervera habe alle Kanonen und Mannschaften au Land geschickt und alsdann die Schiffe in die Luft ge­sprengt.

Der Kampf um die Stadt Santiago. Ueber das Schicksal der Stadt Santiago liegen zur Zett nähere Meldungen noch nicht vor. In Washington geht bereits das Gerücht um, die Stadt habe sich ergeben- diese Nachricht dürfte verfrüht sein, doch wird sie wohl in kurzer Frist zur Wahrheit werden. Nach dem Untergang der Flotte hat, wie wir schon gestern mitgetheilt, General Shafter die Uebergabe der Stadt verlangt und im Weigerungsfälle mtt der Beschießung gedroht. Trotzdem beschloffen die Spanier, r» aufs Aeußerste ankommen zu laffen. Als die Weigerung bekannt wurde, bewilligte General Shafter der Stadt bis Dienstag Mittag eine Waffenruhe, um der Civilbevölkerung, etwa 20000 Einwohnern, ein Verlassen der Stadt zu er­möglichen, eia Zugeständniß, da- fie wohl der Verwendung der auswärtigen Consuln zu verdanken hat. Im Haupt­quartier der Amerikaner ist gestern früh eine Depesche des Oberst-Commaudtrenden, General Mtles, eiugetroffen, iu der dieser mittheilt, er werde noch im Laufe der Woche mit großen Verstärkungen vor Santiago eintreffen. Da General Shafter wiederholt in Berichten nach Washington auf die Unzulänglichkeit seiner Streitkräfte hingewiesen hat, ist er nicht auSgeschloffen, daß der Sturm auf Santiago bis zum Eintreffen der Verstärkungen verschoben wird, obwohl die Lage der Amerikaner sich durch die Vernichtung der spanischen Flotte sehr erheblich verbessert hat. General Pando steht 6 Meilen nördlich von Santiago, Garcia rückt ihm mit 3000 Mann entgegen. Die Amerikaner umschließen die Stadt vollkommen von der Bucht im Norden bis zum Sau Juan'Fluffe im Süden. Die Spanier haben eine Stellung inne westlich des Flusse- bis zur Eisenbahn, die nach der Stadt führt. Diese Stellungen dürften bis zur Entscheidung wenig geändert werden, da die Bewilligung des Waffen­stillstandes von der Bedingung abhängig gemacht wurde, daß keinerlei militärische Maßnahmen mehr getroffen werden sollten.

Washington, 5. Juli. Der Korrespondent de-Eveuuing Journal" meldet, daß Pläne der Befestigungen von Santiago in den Kleidern de- getödteten General- Vara» derey gefunden und dem Jnsurgentruführer Garcia übergeben worden seien.

New'Hork, 5. Juli. Ein Telegramm von einem Hafen 10 Meilen westlich von Santiago und gestern Nachmittag 3 Uhr aufgegeben, meldet, daß Lervera sich au Bord eines amerikautschen Kriegsschiffes befinde, als Gefangener. Cervera soll am rechten Arme verwundet fein.

Locale- unfc ^provinzielles.

Gießen, 6. Juli 1898.

Titel.Berleihuug. Seine Königliche Hoheit der Großherzog habin Allerguädtgst geruht, am 2. Juli dem zweiten Beamten bet der Invalidität-« und AlterSverficherungS« AnstaltGroßherzogthumHrssen", Dr. Hermann Stammler zu Darmstadt den TitelAmtmann" zu verleihen.

** Auszeichnung. Seine Königliche Hoheit der Groß­herzog haben Allergnädtgst geruht, am 15. Juni dem Ziegelei-Werkmeister Georg Diener iu Angeröbach, in Diensten der Herren Freiherru Rtedesel zu Eisenbach, daS Allgemeine Ehrenzeichen mit der InschriftFür treue Arbeit" zu verleihen.

Postperfoualuachnchteu. Ernannt find: zum Post- kafsirer der Ober-Poftdirretion-secretär Zott in Mainz, zum Ober-Postsecretär derPostseeretär Erdmann in Gießen, zum Ober-Telegrapheusecretär der Telegropheosecretär Walker in Mainz. Versetzt find: der Postverwalter MeeS von Bodenheim nach WormS unter Ernennung zum Ober«Post« affistenter, der Poftverwalter Fischer von Klein Krotzenburg nach Bodenheim, der Ober-Postasfisteut Th. Schmidt von AlSfeld nach Klein-Krotzeuburg unter Ernennung zum Post« Verwalter. Angenommen ist als Poftagent der Landwirth »uni*in Erfelden. In den Ruhestand tritt der Post- Lirector Möller in Alzey zum 1. October. Freiwillig auSgeschteden ist der Postanwärter Zimmer in Mainz. Gestorben find: der Postagent Schäfer iu Erfelden, der Postagent Winter in Heusenstamm.

Sitzung de8 Hessischen LaudwirthschaftSrath». Montag den 11. Juli 1898, Vormittags 10 Uhr, und eventuell den folgenden Tag, findet in Darmstadt, Gebäude der Central- stelle für die Gewerbe, eine Plenarfitzung des Hessischen LaudwirthschastSrathS statt. Auf der Tagesordnung

stehen folgende Positionen: a. Allgemeine Angelegen­heiten und Finanzwesen: 1. Rechnung des Landwirth- schaftSrathS pro 1896/97, 2. Voranschlag des Landwirth- schaftSrathS pro 1898/99, 3. Einführung einer einheitlichen Formulars für die Aufstellung der Voranschläge der drei laudwirthschaftlicheu Provinztalvereiue, 4. Festsetzung von Bestimmungen über die Verwendung der Mittel zur För­derung der Rindvieh«, Schweine- und Ziegenzucht und deS Obst« und Gemüsebaues, mit a. Pflichtbestimmungrn für RiuderzuchtvereioSsatzungen, deSgl. für Schweine- und Ziegeu- zuchtvereine, b. mit allgemeiner Schweine- und Ziegeufchau- ordoung, 5. Hauptvoranschlag und Begutachtung der Vor­anschläge der drei Provtnzialvereiue und des Pferdezucht­vereins über die Verwendung der unter Lap. 59, Tit. 46, bewilligten Staatsmittel- b. Zeitschrift: 6. Einführung einer Rubrik für Angebot und Nachfrage in derZeitschrift s. d. laudw. Vereine des GroßherzogthumS Heffeu" - c. AuS- stellung-wesen: 7. Beschickung der Wanderausstellung der Deutschen Laudwirthschaft-gesellschaft zu Frankfurt a. M.- ä. Obsttarifwesen: 8. Einführung von Staffeltarifen für Obst, 9. Verbefferuug der Eisenbahubeförderuug für Obst, Gemüse und Wein- e. Handel und Verkehrswesen: 10. Aufhebung der gemischten Getreidetraufitlager, Mühlen- conten und Zollcredite, 11. Ausdehnung der PreiSuotirung auf Raps, Obst und Lebendgewicht de- Schlachtvrehe-, 12. Haftpflichtversicherung, 13. Aufnahme der mineralischen RohphoSphate unter die gedeckt zu befördernden Güter de- deutschen EisenbahngütertarifS Theil II.

* Verbands-Ausstellung von Vogelsberger Rindvieh. Bei dem großen Jutereffe, welche- der am 16. und 17. Juli hier ftattfindenden VerbandS-Ausstelluug von Vogelsberger Rindvieh entgegen gebracht wird, glauben wir unseren Lesern durch Ver­öffentlichung des nachstehenden Fest-ProgrammS einen Dienst zu erweisen. DaS Programm lautet: SamStag den 16. Juli, von Vormittags 8 Uhr an: Musterung des Viehes durch die Preisrichter. Vormittags 10 Uhr: Eröffnung der Ausstellung. Bon Vormittag- 11 Uhr an: Loucert der Capelle deS Inf.- Regt».Kaiser Wilhelm" Nr. 116. Mittag- 12 Uhr: AuS» schußfitzuug. Nachmittag-1 Uhr: Gemeinschaftliche- Essen im Hotel Einhorn. (Gedeck ohne Wein 2 Mk., Anmeldungen beim Hotelwirthe bi- Mittwoch deu 13. Juli.) Nachmittags 4 Uhr: Generalversammlung deS Verbandes der Herdbuch­gesellschaften für daS Vogelsberger Rind auf Lony- Bier- keller (Tchanzeustraße). Nachmittags von 4 bis 6 Uhr und Abends von 7 Uhr ab: Concert der Capelle de- Jnf.-Regt-. Kaiser Wilhelm" auf dem Festplatze. Zwangloses Zusammen­sein in den Wirthschasten daselbst. Sonntag den 17. Juli, Vormittags von 11 bi- 1 Uhr: Concert der Capelle de- Ins.-Regt-. Nr. 169 auf dem Festplatze. Nachmittag- 2 Uhr: Vorführung der prämiirten Thiere und Pret-vertheilung. Von 3 Uhr ab: Concert der obigen Regimentscapelle. Nachmittags 4 Uhr: Umzug von Mädchen iu hessischer Volkstracht. Tanzbelusttgung. Volksfest. Montag deu 18. Juli: Verloosung auf dem Festplatze. DaS Eintrittsgeld ist sehr billig auf nur 50Pfg. bezw. 20 Pfg. gestellt und e- wird gewiß starke Anziehungskraft üben, daß Frauen und Mädchen in hessischer Volkstracht freien Eintritt haben. Dazu hat das Polizeiamt Gießen für den zweiten Ausstellungstag die Sonntagsruhe im Handels- gewerbe bi- Abend- 6 Uhr aufgehoben.

* vefihwechfel. Der Fabrtkleiter Jacob Jung kaufte von Maurermeister Steinbach dessen Ecke der Garten- und Stephanstraße gelegene Billa für 33,000 Mk.

Bahnhof Lollar bett. Man schreibt uu-: Zu dem im gestrigen Blatte erwähnten Vorkommniß am Lollarer Bahnhof bemerken wir, daß ähnliche Erfahrungen dort öfters gemacht werden konnten. So oft wir von Lollar am Sonntag mit dem 8 Uhr-Zug nach Gießen zurückfuhren, wurde, die Zahl der Reisenden mochte noch so groß sein, der Zugang zum Bahnsteig jedesmal äußerst spät geöffnet, so daß ein höchst uugemüthlicheS Gedränge entstand und man noch dazu die unwirschen Bemerkungen de- coutrolireudeu Beamten mit in Kauf nehmen mußte.

&. Turnerisches. Am nächsten Sonntag feiert der Turnverein Wieseck sein 36jährtgeS Stiftungsfest, verbunden mit Schauturnen. Freunde der Turneret können dort einige vergnügte Stunden verleben.

Wegen der Aushändigung der Ceutenar-SrinnrrungS. Medaille an die KrtegervereinSmitglieder giebt da- Präsidium derHafsia" Folgende- bekannt: DaS Großh.Ministerium des Innern hat auf Veranlaffung deS Präsidiums der Krieger- kameradschaftHasfia" den Großh. KreiSämtern den Auftrag ertheilt, die Ceutenar-ErinuerungSmedaille durch fie zur Ver- theilung an die Beteranen der Vereine zu bringen. ES find demgemäß zuvor den Großh. KreiSämtern vor Empfangnahme der Medaillen die Namen der in Betracht kommenden Mit­glieder einzureichen. Indem wir die Vorsitzenden der Krieger­vereine hiervon in Keuntniß setzen, bitten wir Sie kamerad- schaftlichst, mit der Ausgabe der Medaillen eine patriotische Feier zu verbinden. Bei der Ausgabe selbst versäumen Sie nicht, sich die Empfangnahme vorschriftsmäßig bescheinigen zu lassen. U. A. hat der Vorstand des KriegervereinS Darmstadt beschlossen, daß den Verein-Mitgliedern die Medaille feterlichft an dem ewig denkwürdigen Tage de- 18. August überreicht werden soll. Die meisten Kriegervereine de- Groß­herzogthumS werden wohl ähnlich verfahren.

* Höhere Mädchenschulen bestanden im Schuljahr 1897/98 im Großherzogthum Hessen 5, an denen (einschließlich Directoren) 45 ordentliche Lehrer, 42 ordentliche Lehrerinnen und 30 außerordentliche Hilfslehrer und HilfSlehrerinneu unterrichteten. Die Zahl der Klassen war 69, der Schüle- riuuenbestand am Ende de- Schuljahre- 1898. An Schul­geld gingen zusammen 158 608 Mk. ein.

** Minister Gehalt. Die Ernennung des Provinzial­director- Rothe in Mainz zum Staat-Minister von Hessen hat verschiedentlich auch für die Gehalts frage Interesse erweckt d. h. eS wurde gefragt, wie sich der neue StaatS- minifter finanziell gegenüber dem Posten eine- Provinzial­

director- steht. Der Staat-miuister von Hessen bezieht rund 24000 Mk. (12000 Mk. Gehalt uud 12000 Mk. Repräsen­tation). Der Provinzialdirector der Provinz Rheinhessen be­zieht rd. 16000 Mk. (9000 Mk. Gehalt uud 7000 Mk. Re­präsentation). Bei beiden Summen kommt ferner noch freie Wohnung in Betracht.

Munzevberg, 5. Juli. Nachstehende Notiz dürste nicht nur für Jäger, sondern auch von allgemeinem Interesse sein, Al- nämlich am Sonntag früh 5 Uhr der hiesige Schäfer aus dem Pferch nach seiner Wohnung zurückkehrte, gewahrte er in der Burgstraße einen Reh bock, der sich tu lang­samem Tempo nach dem Innern unserer Stadt begab. Al­der Bock gewahrte, daß er von hiesigen Bewohnern beobachtet wurde, beschleunigte er seine Schritte- man versuchte hierauf das Thier iu einen offenen Hof zu jagen, die- gelang iudeß nicht, sondern der Bock eilte nach einem theil- offenen, theile mit Latten umschloffeneu Garten. Dort versuchte er deu Lattenzaun zu durchbrechen, blieb aber dabet stecken, wodurch man de- Bockes habhaft werden konnte. Im Triumph wurde derselbe nach der Wohnung de- Herrn Bürgermeister- Gorr, der selbst ein tüchtiger Jäger ist, gebracht, woselbst er in einem Stalle vorläufige Unterkunft fand. Vermuthlich ist dieser Rehbock au- dem nicht weit gelegenen Beller-Heimer oder Obbornhofeuer-Wohubacher Wald gekommen und mifr seiner Frühpromenade ungestört bi- hierher gelangt.

Darmstadt, 6. Juli. DieDarmft. Ztg." veröffent­licht folgenden Tage-befehl:

An Meine Garde-UnteroffizierS-Cowpaguie!

Meiner Garde«Unterosfiziers.Eompagnie, welche heute den Tag ihre- 275jährigen Bestehen- feiert, fage Ich Metnea Dank für die Treue und Anhänglichkeit, mit welcher fie allezeit uud unentwegt Meinen Vorfahren, Meinem Hause und Mir gedient hat.

Um Meinem Wohlwollen für die Compagnie einen besonderen Ausdruck zu geben, finde Ich Mich zu folgenden Guadeubeweiseu veranlaßt:

Ich verleihe:

dem Secoudlieutenaut Bauer v. Bauern von Meine« Leibgarde-Regiment Nr. 115, commandirt zur Dienstleistung bet der Compagnie, da- Ritterkreuz 2. Klaffe Meine- Ber- dieustordeu- Philipp- de- Großwüthigeu -

dem Garde-Feldwebel Kesttng Mein Bild-

dem Garde-Bicefeldwebel Nauheimer die Goldene Medaille Meine- Ludewig->Ordeu--

deu Garde-Sergeanten Knodt uud Meyer, den Garde-Unteroffizieren Dillemuth, Schäfer^ Schneider und Wtßuer da- Silberne Kreuz-

den Garde-Unteroffizieren i.P. Kaiser uud Oßwald die Krone zum Silbernen Kreuz -

deu Garde-Unteroffiztereu t. P. Buck, Kaufmann uud Spieß da- Silberne Kreuz Meine- Verdienstorden-- Philipp- de- Großwüthigeu.

Darmstadt, den 5. Juli 1898.

(gez.) Ernst Ludwig.

Darmstadt, 5. Juli. Zur Feier de- 275jährige« Bestehen- der Großh. Garde-Uuterosfizier-.Compagnie fand heute Vormittag 11 Uhr im Glockeuhof de- RefidenzschlosseS Parade der Compagnie statt. Zu diesem Zweck war die GardeUnteroffizter-«Compaguie in Compagntefrout mit de» Rücken nach dem Glockenbau, die Mufik deS 1. Großh. Inst (Leibgarde«) Regt-. Nr. 115 mit dem Rücken nach dem süd­lichen Bau ausgestellt. Die Zuschauer standen: die Osfiziere auf dem rechten Flügel Front nach Süden, die Unteroffiziere auf dem linken Flügel, Front nach Norden. Bei Annähe­rung Sr. Köntgl. Hoheit de- Großherzog- präsentirte die Compagnie, worauf nach Abnahme der Parade (Offiziere, Compagnie, frühere Unteroffiziere) ein einmaliger Parade­marsch vor Sr. Köntgl. Hoheit stattfaud. Demnächst mar- schirte die Garde«UnterosfizierS-Compagnie wieder zurück auf ihren ursprünglichen Platz und nahm Gewehr ab. General­adjutant GeueraMeutenaut Wernher Exc. verlas hierauf derr Tagesbefehl Sr. Köntgl. Hoheit des Großherzogs. Nachdem dann die Compagnie Gewehr über genommen und präseutirt hatte, richtete der Cowmandeur der Compagnie, Flügel­adjutant Oberst Frhr. von Grancy folgende Worte an die Anwesenden: Se. König!. Hoheit der Großherzog hat die Allerhöchste Gnade gehabt, tu dem soeben verlesenen Tages­befehl Allerguädigfte Worte an die Garde-UnteroffizierS- Compagnie zu richten uud zahlreichen jetzigen und frühere» Angehörigen der Compagnie Auszeichnungen zu verleihen. Die Compagnie dankt Sr. König!. Hoheit alleruvterthänigst für diese erneuten Gnadeubewetfe. Eine Truppe, welche die Ehre hat, 275 Jahre lang in der unmittelbaren Nähe der erhabenen Person ihres Landes- und Kriegsherrn zu dienen, blickt mit Stolz auf ihre altehrwürdige Vergangenheit zurück. Zugleich hat fie die heilige Pflicht, jetzt uud immerdar, t» guten, wie in schlechten Tagen treu und fest zu stehen zu ihrem Fürsten, zu ihrem Fürstenhaus. Diese von den Vätern ererbte althesfische unwandelbare Treue wollen wir heute auf- Neue geloben mit dem Ruf: Se. König!. Hoheit der Groß- Herzog, Ihre König!. Hoheit die Großherzogin und das Groß­herzogliche HauS hurrah! hurrah! hurrah!" In daS Hurrah wurde kräftig eingeftimwt. Der Parade wohnten Se. Groß- herzogl. Hoheit Prinz Wilhelm nebst Adjutanten, der Divt- fionScommaudeur Generallieutenant Schilling v. Caustatt nebst Adjutanten, Oberst L la suite v. Küchler, Oberstlieutenat v. Normanu als Stellvertreter des CommandeurS des 115. Jnf.-RgtS., der Commandant und der Platzmajor der Resi­denz, Bürgermeister Köhler als Vertreter der Stadt Darm­stadt, sowie eine Anzahl von Offizieren bei, die früher der Garde-UnteroffizierS-Compagnie angrhört hatten. Se. König!. Hoheit der Großherzog, Allerhöchstwelcher von dem General- adjutauten Generallieutenaut Wernher Exc., Generalmajor z. D. v. Herff und Flügeladjutant Major Frhr. v. Röder begleitet war, begaben sich nach Beendigung der Feier nach Jagdschloß Wolfsgarten zurück.