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9t- zur der der
Nniversitäts - Nachrichten.
— Wien. Der Vorsteher des Embryologtfchen Institutes der Wiener Universität, Professor Dr. Schenk, veröffentlicht die Mtl- tbeilung, daß eß ihm gelungen sei, willkürlich bei Menschen und Thieren einen wirksamen Einfluß darauf zu nehmen, daß das künftige Individuum dem männltchcn od-r weiblichen Gefchlechte angehöre. Der Vorgang wird als daS Rcsultat des Stoffwechsels ohne mrdicamentöse oder operative Eingriffe erklärt. — Dte „Franks. Ztg." berichtet hierüber Folgendes: Ueber seine embiyologische Entdeckung äußerte sich Professor Schenk: Ich arbeite seit mehr als 20 Jabren an dem Werke unb in dieser Zett habe ich nicht einen etnztaen Mißerfolg zu verzeichnen. Namentlich die Beobachtungen und Resultate aus den letzten Jahren waren so frappirend, daß ich mich hierdurch veranlaßt sehe, dte Sache endlich bekannt zu geben. Dte M.thode und die Prinzipien meiner Entdeckung werde ich e. st zu einem späteren Zeitpunkte, vielleicht nach den Sommerferten, publictren, sobald ich das ganze mir zu Gebote stehende umfangreiche Material geordnet habe. Die Sache liegt nicht so ferne. Es haben vor mir auch schon Andere auf dteiem Gebiete gca» beitet und ich schließe mich nur diesen Anderen an. Selbstverständlich ist mein Werk in mancher Beziehung modifictrt und dadurch schon von früheren Arbeiten anderer Autoren grundverschieden, da diese auf den Stoffwechsel beim Menschen keine Rücksicht nahmen, was nach meinen Untet suchungen der wesentlichste Theil an der Sache ist. Von diesbezüglichen Forschern sind die Resultate des Schweizer Gelehrten Thury am bekanntesten geworden. Seine Untersuchungen und deren Ergebnisse waren auf der Basis der Darwinschen Theorien ausgebaut. Hierbei zog er vor Allem das Alter der heiralhenden Paare in den Ktets seiner Erwägungen. Meine Lehre bastrt, wie schon erwähnt, auf dem Stoffwechsel, auf der Aenderung der Ernährungsweise, die nicht auf beide Theile sich ausdehnen muß. Mutterleibs ist jedes Individuum zuerst ein Zwitter. Dieser Zustand bleibt einigen Thierarten erhalten, bet anderen Arien, und zu diesen gehört auch der Mensch, hüt eine Aenderung ein in der Weise, daß gewisse Wetkzeuge zur bestimmten Entwicklung gelangen, während die entgegengesetzten Werkzeuge sich zurückbtlden. In diesem Zustande der Entwicklung greift mein System ein, um einen Einfluß zu Gunsten des einen oder des anderen Geschlechtes zu üben. Ich erhoffe von meinem System Vortbetle sür die Landwirthschast, wo nach freier Entscheidung Zucht-, Nähr- und Arbeilsthtrre ins Leben gesetzt weiden sollen, und ausnahmsweise Vortheile für dte Menschheit, damit, wenn ein bestimmte« Geschlecht vorherrscht, eine Aenderung herbeigefübrt werden könne, ein Geschlecht erstehen könne, welches erwünscht rst. Mehr kann ich heute noch nicht sagen. Die zahlreichen Thterversuche, dte ich in meinem Laboratorium an Hunden, Meerschweinchen und Vögeln angestellt habe, sind unwiderleglich. Ich habe hierbei, wie bei Versuchen an Menschen, selbstverständlich dasselbe Prinzip gewahrt und alle Experimente in den letzten Jahren haben wir dte volle Ueberzeugung von der Richtigkeit meiner Theorie verschaff'. So viele Versuche, so viele Erfolge! Professor Schenk äußerte sodann am Schluß seiner Unter-
| Während Deutschland, Frankreich, Italien u. s. w., nach ethnologischen und nationalen Gesichtspunkten betrachtet, ein» heitliche Staatswesen vorftellen, präientirt sich uns Oesterreich so recht als ein geographisches Land, indem seine Entwicklung an das Stromgebiet der Donau geknüpft ist, so daß man es
I in einzelnen geographischen Werken nicht ohne Fug als das „Donaureich" bezeichnet. Entlang der Donau sanden dte Gebietsanwerbungen der österreichischen Regenten statt, ohne I Rücksicht auf die Qualität der Länder und Völker, welche man auf dem Wege oorfand. Warum die letzteren gar so mannigfaltig sind, lehrt uns ein Rückblick auf die Entwicklung der Monarchie. Die Donau bildete in alten Zeiten die Grenze zwischen den Römern und den Quaden und Markomannen. Mit dem Beginn der großen Völkerwanderung und des Zerfalls des Römischen Reichs begannen nacheinander zahlreiche Völkerstamme sich in den Gebieten der Donau festzusetzen, doch vermochte sich keiner derselben, da immer neuer
I Nachschub erfolgte, lange zu halten. Den germanischen | Stämmen der Gothen und Langobarden folgten die tatarischen Avaren,. und slavische Völkerstämme drangen in Böhmen, । Mähren und Dalmatien ein. Erft Carl der Große besiegte j die Avaren und bildete aus ihren Besitzungen eins Markgraf- schaft, welche 907 von den Ungarn erobert, von Otto II. nach dem Sieg seines Vaters über diese räuberischen Horden aus dem Lechselde (955) als „Ostmark" wiederhergestellt wurde. Der Name „Oesterreich" kommt zuerst im Jahre 996 in einer Urkunde Ottos III. vor. Das neue Land wurde 983 dem Grafen Luitpold von Babenberg als Lehen verliehen, dessen Nachfolger sie nicht nur gegen die Magyaren -u behaupten, sondern auch noch beträchtlich zu erweitern wußte. Unter Heinrich I. Jasomirgott wurde die Markgrasschaft mit der Steiermark verschmolzen und zum Herzogthum erhoben; derselbe Herrscher erwählte Wien, unter den Römern Vindobona, zu seiner Residenz. Nach dem Erlöschen des babenbergischen MannesstckMmes bemächtigte sich König Ottokar von Böhmen des Landes (1251) und vermehrte dasselbe um Kärnten, Krain und ein Stück von Ungarn. Der so gebildete Staat des Böhrnenkonigs stellt sich als ein großes Slavenreich dar, das allerdings mit dem Sieg Rudolfs von Habsburg über Ottokar auf dem Marchfelde (1278) bereits wieder fein Ende fand. Ottokar verlor Leben und Krone in der Schlacht; die Länder Oesterreich, Steiermark, Kärnten und Krain zog der Kaiser als erledigte Reichslehen ein und verlieh dieselben seinen Söhnen Albrecht und Rudolf, während Tyrol Albrechts Schwiegervater erhielt. Später kam Albrecht in den alleinigen Besitz genannter Länder, 1369 fiel feinem Nachfolger Tyrol wieder zu. 1382 suchten die Einwohner von Trieft freiwillig den Schutz der Habsburger. 1500 erbten fie die Grafschaft Görz und Gradiska, 1505 einige Theile Bayerns. Ferdinand, Carls V. Bruder, erbte von feinem in der Schlacht bei Mohacs gefallenen Schwager, dem König Ludwig II. von Böhmen und Ungarn, diese großen Länder. Im dreißigjährigen Krieg und dem spanischen Erbsolgekriege erfuhr das österreichische Staatenbild mehrfache Veränderungen, die Lausitz und Elsaß gingen verloren, Neapel, Sardinien, Mailand und Belgien kamen hinzu. Im siebenjährigen Kriege ging Schlesien verloren, dagegen gewann Oesterreich durch die Theilung Polens enorme Gebiete. 1772 erwarb Maria Theresia Ostgalizien und Ladomerien, 1775 die Bukowina, 1795 kam Westgalizien hinzu. Im Wiener Congreß gab Oesterreich feine entlegenen Besitzungen, wie die Niederlande, auf, wogegen es Oberitalien und andere Gebiete als Entschädigung erhielt, von denen es allerdings in der zweiten Hälfte unseres Jahrhunderts die Lombardei und Venetien an Italien abtreten mußte.
(Schluß folgt.)
Zuggruppen getrennt, ein Gchlafrau« von entsprechender Größe als ausreichend zu erreichen ist.
** Ein Jubiläum eigener Art bildete da- nun zu Ende gegangene Jahr 1897. In diesem Jahre find es nämlich 5v Jahre geworden feit dem großen TheuerungSjahr 1847, dem Vorläufer des RevolutionS- und TturmjahreS 1848. Rur wenige unserer Mitbürger werden sich der damaligen großen Roth erinnern. DaS „Wests. VotkSbl." erinnert an einige Einzelheiten. Die Ernte von 1846 war eine völlige Mißernte; der Scheffel Brodkorn von 80 Psd. stieg bis zu 6 Thlr., für ein 6- bis 8pfündigeS Brod mußte 2 bis 2,60 Mk. nach heutigem Gelbe bezahlt werden. Die Kartoffeln waren zum ersten Male faul geworden infolge der großen Nässe. Man denke sich diese theneren Verhältnisse bei den damaligen niedrigen Arbeitslöhnen und Gehältern! Der höchste Tagelohu betrug 1 Mk. Manche Familien mußten stch derart einschränken, wie unsere heutige Generation eS nicht kennt und hoffentlich auch nicht kennen zu lernen braucht. Eine nur Halbwegs zahlreiche Familie brauchte den ganzen Verdienst ihres Ernährers dazu, um Brod zu kaufen. Erft als die Ernteausfichten des Jahres 1847 sich günstiger zeigten, begannen die Preise nach und nach zu fallen. Aber noch Jahre lang hatten die meisten Leute an den Brodschulden des „HunqerjahreS 1847" zu zahlen.
** Ei» Freund des „Karzers". Bor einigen Tagen, berichtet der „Mainzer Anz." aus Mainz, wurde deS Nachts ein Student einer benachbattcn Hochschule in angetrunkenem Zustande und lärmend auf der Straße von der Polizei an» getroffen. Da der Studiosus absolut nicht zu beruhigen war, so wurde er von der Schutzmannschaft nach dem Polizei- wachtbüreau verbracht, um seine Personalien festzustellen, und dann durch einen Strafbefehl daran erinnert werden soll, daß selbst Studenten in Mainz nicht daS Recht haben, die ruhigen Bürger dcS Nachts im Schlafe zu stören. AIS diese amtliche Handlung vorüber war, wurde dem Studenten be- demet, daß er jetzt ruhig feiner Wege gehen möge, das Uebrige werde sich schon finden. Der „Bursche" zog darauf seine Geldbörse und zählte, daß er im Ganzen nur noch 1 Mk. 50 Pfg. im Vermögen habe. Nun bat er die Schutzleute, fie möchten ihn doch nicht an die Lust setzen und ihn doch lieber eiasprrren, denn das Geld, was er noch besitze, reiche nicht aus, um in ein Hotel zu gehen und dort zu ! schlafen und am anderen Tag zu frühstücken. Wenn er die i Nacht eingesteckt würde, könne er morgen sich noch ein gutes Frühstück leisten und nach Haufe fahren. Die Polizei war weichherzig genug, dem Bruder Studio die Arrestantenzelle als Aufenthaltsort für die Nacht einzuräumen. Am anderen Morgen verließ der Student wohlgemuth den freiwillig gewählten Karzer, um sich in einem Restaurant zur Heimreise nach der nahen Musestadt zu stärken. (Die Sache klingt etwas unwahrscheinlich, denn ein richtiger Student hätte die Schutzleute einfach — angepumpt.)
Wetterbericht. DaS im Norden Schotilands
legene Minimum ist zwar in nordöstlicher Richtung bis mittleren norwegischen Küste gezogen, indessen hat sich Einfluß des niederen Druckes über daS Küstengebiet Nord» unb Ostsee ausgedehnt und daselbst trübe», vielenorts regnerisches Wetter gebracht. Ueber der Südhäifte des ErdtheilS lagert zwar noch ein barometrisches Maximum, doch hat dasselbe sowohl an Raum wie an Intensität verloren. In der Pfalz und in Franken machte stch am Morgen bereits die Einwirkung niederen Druckes, im Norden die Zunahme der Bewölkung geltend, im Süden dagegen hat die Witterung zunächst noch ihren bisherigen Character beibehalten. — Voraussichtliche Witterung: Im Norden trübes Wetter mit stellenweifen Niederschlägen, im Süden wechselnde Bewölkung- im Allgemeinen mild.
Mainz. 3. Januar. Zwischen den Festungen Mainz emd Metz ist nach einer Meldung der „Köln. VolkSztg." eine strategische Eisenbahnverbindung geplant, doch stehe die Linie noch nicht fest._____________________________
Oesterreichs Bölkerstämme.
Geographisch-ethnographische Skizze.
Bon Alexander Bauer.
------- (Nachdruck verboten.)
„Wer zählt die Völker, nennt die Namen, die gastlich hier zusammenkamen," — nein, gastlich wahrlich nicht, im Gegenthcil! Das heutige Oesterreich zeigt uns wieder einmal drastisch, wohin die Zusammeneroberung von Staaten führt, deren Bewohner nach Nationalität, Sprache, Cultur u. f. w. total verschieden sind. Die Geschichte gewährt uns dasselbe Bild an allen auf diese Weife entstandenen Großmächten vorn AUerthum bis auf die neueste Zeit. Wo ist ein solches Reich von Persien und Macedonien an, das nicht schließlich auseinanderfiel? So lange die Eroberungsthätigkeit fort« schreitet, hält das Ganze in der Regel notdürftig zusammen, sobald aber das Reich stabil bleibt und die widersprechenden Interessen der zusammengeschachtelten Völker vereinigt werden sollen, beginnt der Verfall. In Rußland wird sich bald zmug derselbe Vorgang wiederholen. Einzelne Völker lassen Nch, sofern der sie einverleibende Staat das culturelle Ueber» gewicht besitzt, wohl assimiliren; manchmal sogar nehmen, wie Chinas Beispiel zeigt, die Eroberer die erhöhte Cultur ^er Eroberten an, dagegen ist die Unification mehrerer einander m ungefähr gleichen Machtverhältnissen gegenüberstehenden, gesetzlich gleichberechtigten Völker unmöglich. Was der bloße Bersuch für Wirkungen zeitigt, haben wir in den letzten Wochen an den Ereign' ,en in Oesterreich zu beobachten Gelegenheit gehabt. Diese Ereignisse haben die allgemeine Aufmerksamkeit auf das Völkerragout der großen südöstlichen Monarchie gelenkt, doch herrscht in weiten Kreisen über die Zusammensetzung dieses Reiches nach Völkerstämmen, sowie deren Zahl und Bedeutung noch so viel Unklarheit, daß es siir unsere Leser gewiß von Interesse sein dürfte, wenn wir m folgenden Zeilen einen kurzen Ueberblick über die bezüa» lichen Verhältnisse geben.
redung, er werde, „um dem Rummel, den die Sache machen werde, zu entgehen", auf einige Zeit von Wien abreifen. - Am 5. Januar versammelten sich eine Anzahl von Schülern des Professor Schenk in seinem Institut, um ihm ihre Glückwünsche darzubringen. Pro- feffor Schenk erklärte, die Entdeckung fei noch keineswegs abgeschlossen, stellte aber ihre Beendigung für das Ende des laufenden Studienjahres in Ausficht. Die Entdeckung wird von wissenschaftlichen Autoritäten und in der Presse fehr skeptisch beurtheilt. Professor Leopold Samuel Schenk ist ein geborener Ungar und steht tm 57. Lebensjahre.
Gottesdienst in der Synagoge.
Samstag den 8. Januar 1898.
Vorabend 480 Uhr, Morgens 9 Uhr, Nachmittags 8 Uhr Echristerklärrrng, Sabbathausgang 580 Uhr.
SotttSdieu- der tSraelttischen Religiousgelelllchasi
Sabbathfeier am 8. Januar.
Freitag Abend 4« Uhr, SamStag Vormittag 8" Uhr, Rach, mittag d Ubr, Sabbathausgang 500 Uhr.
Nachmittag 2« Uhr Schrtfterklürrri»- Bahnhofstr. 50. Wochengottesdienst Morgens 7" Uhr, Abends Uhr.
Cant* «nd Dolfswirt^fd^afk
" 5. Januar. Frachtmarkt. Rother Weizen
16,89, weißer Weizen Jt 00.00, Korn JL 11.05, Gerste X 10.94, Hafer X 6.88. '
Neueste Nachrichten.
Depeschen deS Bureau „Herold".
Serlin, 6. Januar. Der „Local-Anzeiger" veröffentlicht eine Unterredung mit Erzbischof v. StablewSky, welche stch ausschließlich mit dem Empfang beim Kaiser im neuen PalaiS beschäftigt. Die Unterhaltung galt ausschließlich den Ereignissen in China, wobei der Kaiser eine sehr genaue Keuntniß der Verhältnisse an den Tag legte. Der Erzbischof erklärte, daß er fein Telegramm an den Kaiser bei der Abfahrt deS Prinzen Heinrich ganz spontan abgesendet habe, ohne jede vorherige Vereinbarung oder Aufforderung.
Berlin, 6. Januar. Der Dampfer „Oldenburg" ist gestern in der Sudabai auf Kreta angekommen.
Berlin, 6. Januar. Wie aus Port Said gemeldet wird, besuchte gestern der englische Eonsul, sowie die Eom- Mandanten der englischen und stanzöfischen Kriegsschiffe den Prinzen Heinrich, welcher die Besuche bald erwiderte. Der Dampfer „Gefion" hat gestern Abrnd noch die Weiter- reife nach Suez angetreten.
Berlin, 6. Januar. Zur Tchutztruppe nach Kamerun gehen demnächst Lieutenant von GliSzinSki und von Bvielen vom Infanterie-Regiment Markgraf bezw. Garde- fchützen'Bataillon mit zwei Unteroffizieren ab. Die Abreise erfolgt am 10. Februar mit dem Dampfer „Lothar Bohlen" von der Wörmann-Linie.
Berlin, 5. Januar. Die Blätter begrüßen bei der Besprechung der Abtretung von Ktao-Tschau an Deutschland mit Genugthuung den in Lerückfichtigung der chtnefischeu Verhältnisse schnellen Abschluß und erklären, daß durch den Verlauf der Verhandlung unfue Regierung einen Erfolg erlangt habe, der ihr zur Ehre gereiche.
Berlin, 6. Januar. Bei der Verkündigung deS Ur» theilS, welches der DiSciplinzrge'ichtShof nach dreistündiger Berathung fällte, hob Polizeipräsident v. Windheim hervor, daß Tausch in vielen Fällen fein Ansehen als Beamter schlecht gewahrt habe, andererseits habe ihm, obwohl it tactloS gehandelt habe, nichts Unehrenhaftes nachgewlese» werden können. Gegen die Entscheidung deS Disciplinar- gerichtshofeS steht Berufung an doS Staat-Ministerium sowohl dem Angeschuldigtrn, all auch der SiaalSanwaltschaft offen. Wie der „Local-Anz." erfährt, hat Tausch fich einstweilen krank gemeldet. Derselbe beabfichtigt, so bald daS Urtheil rechtskräftig gewordea ist, aus dem Staatsdienste auSznscheiden.
Brüssel, 6. Januar. Emile Zola richtete ein Schreiben au die Brüsseler Studentenschaft worin er sie wegen ihrer Parteinahme zu Gunsten der Rehabilitirung Drey- fu S' beglückwünscht und erklärt, die gerechte Sache, welche er verfolge, fei die Sache der ganzen civilifirten Welt.
Rom, 6. Januar. Ein italienisches Panzerschiff ift nach China abgegangen.
London, 6 Januar. Ans Shanghai wird gemeldet, daß das englische Geschwader in Port Arthur den Auftrag hat, das russische Geschwader zu beobachten.
London, 6. Januar. Nach den „Times" sind zwei Kanonenboote in FarcadeS ausgerüstet worden und sahrm den Niger hinaus.
London, 6. Januar. Aus Peking wird gemeldet, daß in der letzten Sitzung des ReichSraihS die Schwierigkeiten bezüglich der Besetzung von Kiaou- Tschau gelöst worden find.
Charleroi, 6. Januar. Der ©teile der Bergleute, welcher in Chatelineau auSgebrochen ist, hat fich weiter ausgedehnt. Dte Zahl der Strikenden ist auf 3400 gestiegen. Am nächsten Donnerstag wird die allgemeine Grubenarbeiter-Genosseuschaft zusamrnentreten, um über die Sache zu verhandeln. Der Strike wurde durch die beabsichtigte Einführung eines neuen Reglements veranlaßt.
Pari-, 6. Januar. „Echo de Paris" meldete: der Re- gierungScommiffar wird beim Kriegsgericht den Ausschluß der Oefsentlichkeit beantragen, sobald dte Identität des Angeklagten Esterhazy sestgeftellt ist- daS Gericht kann jedoch eine andere Entscheidung treffen. Dasselbe Blatt meldet weiter, daß der Richter, welcher mit der Untersuchung gegen Gebrüder DrehsuS beauftragt ist, feine Untersuchung noch vor Zusammentritt deS Kriegsgerichts gegen Esterhazy beendet hat, sodaß daS Ergebniß dem Militärgericht unterbreitet werden kann.
WB. Berlin, 6. Januar. Der Kaiser verlieh unb Überreichte gestern Abend tm Neuen PalaiS dem Staats- ftcretär von Bülow die Insignien dcS Rothen AdlerordenS erster Klaffe.


