gelegt haben möchte, da die Bezirke der Wetterau «och Jahrelang planmäßig züchten müßten, «m auf der großen Ausstellung der deutschen Laud- wirthschaftsgesellschaft erfolgreich mit Ober- Baden in den Wettkampf eiugeheu zu können. Dem widersprach Herr v. Oven Hungen, der da meinte, man solle auch trotzdem den Versuch wagen, welchem Beginnen Herr Bürgermeister Köhler-LaugSdorf damit er« widerte, daß er denn Vorschläge, die Localvereine zu Hungen, Langsdorf und Lich in eine einzige Zuchtgeuoffeufchaft mit Beibehaltung der bestehenden Loealvereiue al» Ortsgruppen umzuwaudeln, welchem Anträge stattgegebev und worauf alsdann Seiten» der Herrn Bürgermeister» Köhler sofort ein Aufruf au die Mitglieder der 3 ge nannten Loealvereiue verfaßt wurde, der gedruckt und versendet werden soll und mittels deffen die Mitglieder und Freunde dieser Loealvereiue eiugeladeu werden, am Sonntag den 13. November, Nachmittags 3 Uhr, zn Hungen im „Solmser Hof" die Zuchtgenoffeuschaft für die nördliche Wetterau begründen zu helfen.
Grünberg, 4. November. In seiner letzten Sitzung beschäftigte sich der hiesige Gemeiuderath mit einem Gegenstand, der uns wichtig genug «scheint, um noch einmal auf denselben zurückzukommen — e» ist die» der Wunsch, daß sich ein junger Manu al» Obstbaumwärter au»bildet und hier uieder- läßt. Der Obstbau erweist sich immer mehr al» eine ergiebige Einnahmequelle, die tudeffen vorzugsweise auf richtiger Pflege und Wartung der Obstbäuwe berühr. Wie überall, so gibt t6 auch hier viele Baumbrsitzer, denen entweder Zeit oder Sachverstäudniß abgeht, und die deßhalb e» ihren Bäumen überlassen, wa» sie etnbrivgen können. Hier gäbe e» für eigen tüchtigen Fachmann reichlich Arbeit und für beide Theile, d m e uru für seine Arbeit und dem anderen durch Mehr erträge, Beidtrust. Allein schon die städtischen Obftbaum- stücke böten immerwährend Beschäftigung. Hoffentlich entschließt sich der Glue oder Andere bald, durch den Besuch der Obst- baumschule in Friedberg sich die nörhigen Kenntnisse zu erwerben- an der Berwerthung derselben wt,d e» ihm hier nicht fehlen. „Grünb. Anz."
Grüuberg, 4. November. Heute Nachmittag 4 Uhr fand die Grundsteinlegung zum Sparkassengebäude statt. — Am Socnrag Nachmittag 3 Uhr findet auf der Hoistmburg bet Ober-Besfiugeu eine Versammlung statt, um über die zu Gunsten der Fortführung der von Butzbach nach Lich pro- jrctirtcn B a h u l i u t e von Lich nach Unter- und Ober Bessingen, Münster, Ettingshausen. Quickborn und Grüuberg zu ergreifenden Schritte zu brrathen, und stcht ein zahlreicher Besuch derselben in Aussicht.
Vrüuberg, 2. November. Durch die heute hier tagende Decauatssyuode wurde der DeeanatSauSschuß neu gewählt und fielen die Stimmen fast ausnahmslos auf die bi»« berigeu Mitglieder, Dccan Pullmavu, Pfarrer RSScheu- Wtnnerod, Pfarrer Koch sowie Bürgermeister Schmidt von Qurckboru und Faulstich von Weirershain. Als Ersatzmänner gingen wieder Pfarrer Weber-Londorf und Rentner Jung- Grüuberg au» der Wahl hervor.
+ Lich, 4. November. Der von der hiesigen Kirchen- gemeinde neben dem Wohnhause de» zweiten StifrSpfarrer» neu erbaute Betsaal wird nächstrn DienStag, Nachmittag» 3 Uhr feierlich eingewr»ht werden. — Am 1. Mai 1300 wurde Lich die Stadtgerechtigkeit verliehen. Mithin dürfte sich die hiesige Stadt veranlaßt finden, iw Jahre 1900 die betreffende 600jährtge Jubelfeier zu begehen.
4- Nidda, ö. November. Ein seit fünf Wochen dahier in UnrersuchungShaft befindliche» Ehepaar hatte fich gestern vor dem Schöffengerichte wegen einer Reihe Zechbetruge in unserer Provinz zu verantworten. Die Beiden hatten fich au verschiedenen Plätzen gut bewirtheu und Nachtquartier geben laffen, alsdann aber — in Ermangelung der nöthigen Mittel ohne Begleichung der Zechen rc. — unter verschiedenen Ausflüchten fich entfernt, um nicht mehr wieder zu kommen. Wegen d eser Betrügereien wurde jedes der Angeklagten, trotz ihrer Betheurruug, in Noth gehandelt zu haben, mit 11 Wochen Gefäugniß bestraft, worauf die erlittene Borhaft in Anrechnung kommt.
Lanbach, 1. November. Seiten» de» Borstaude» de» hiefigeu Zweigverein» des „Vogelsberger Höheu- C u b»" ist an Großh. Kreisamt Schotten ein Gesuch gerichtet worden, au zwei Theilpunkt-u der Kreisstraße, iw Osten von Laubach in der Richtung nach Schotten und Freiemeen und im Westen in der Richtung nach Wetterfeld und Lauter, neue Wegweiser anbrtugen zu laffen. Die von Touristen ein* gebrachten Beschwerden werden hoffentlich durch Genehmigung de» Gesuch» ihre Erledigung fiadeu. Gründ. Anz.
Darmstadt, 4. November. Dem Vernehmen nach wird im Großherzogihum eine Erhebung über die Größe der vorhandenen Hypothekschuld en demnächst angestellt zweck» Ermittelung de» Werthe» de» Grundbesitze» in unserem Lande. — Gelten» der Kreis Schul-Eommtsfionen werden zur Zeit bezüglich der Zahl der schulpflichtigen epileptischen Kinder im Großherzogthum auch Ermittelungen vor- genommen.____________________________________________
Vermischtes.
* Liu für Radfahrer lehrreiches llrtheü hat jüngst da» oberste Landrögrricht zu Münch en gefällt. Em erst 12 Jahre uns 6 Monate alter Knabe war durch eine Gruppe Schüler gefahren und hatte dabet einem derselben mit dem Glocken- Hebel seine» Rade» da» rechte Auge auSgestoßen. Der jugend* ltche Thätrr sowohl wie deff-n Vater wurden beide solidarisch zum Schadensersatz rechtskräftig verurtheilt. Da» Gericht nahm, wir die „D. Jurtsten-Zig." mittheilt, an, daß der junge Radsahrer körperlich und geistig so entwickelt sei, daß ihm die Fahrläsfigkeit zugerechnet werden könne: er habe leichtsinnig und nachlässig gehandelt, da er hätte auSweicheu oder absteigen können. Der Vater hingegen habe seinem Sohu gestattet, auf der Straße zu radeln, obgleich dieser die er
forderliche polizeiliche Erlanbuiß nicht hatte, und obgleich der Vater hätte in Betracht ziehen müffen, daß Leute im Alter seine» Sohne» an Wiffen»energie und richtiger Entschloffeu- heit den älteren Personen nachstehen.
* Das amerikanische DracheucorpS. Da der Krieg auf Kuba durch da» gebirgige und waldige Terrain sehr erschwert wurde, haben die Amerikaner Versuche angestellt, im Auf- klärungSdienste die Photographie zu verwenden und zwar mit Hilfe selbstthätiger Apparate, die fie mit großen Drachen aufsteigev ließen. ES ist zu diesem Zwecke unter dem Befehl de» Lieutenant» Wise vom 9. Infanterie-Regiment der regulären Armee ein eigenes freiwillige» „Drachencorp»" gebildet worden, dem allerding» nur einige Mann zugetheilt sind. ES ist mit acht Drachen von 6 bi» 9 Fuß Höhe einem photographischen Apparat und einer vollständigen Garnitur Signalflaggen ausgerüstet. Die Drachen laffen fich bequem zusammenpacken und e» kann daher die ganze Ausrüstung von vier Mann auf dem Rücken getragen werden. Lieutenant Wise erfand nun eine Vorrichtung, durch die er den mit dem Drachen aufgestiegenen photographischen Apparat unter jedem Winkel nach jeder gewünschten Richtung stellen und dadurch alle Terratnaufnahmen machen kann. Eine automaüsche Vorrichtung bewirkt den Verschluß der Platte, nachdem fie die erforderliche Zeit expouirt war, und hierauf kann die Entwickelung de» Negativ» wie gewöhnlich erfolgen. Durch diese Vorrichtung kann nicht nur die topographische Beschaffenheit der Borterraiu» festgestellt werden, sondern e» werden auch alle auf dem Terrain befindlichen Truppenkörper sichtbar. Der deshalb für den AusklSrungSdienst sehr vortheilhafte Apparat soll auch zum Gignalifiren verwandt werden, indem man an den Schnüren die Signalflaggen hißt.
• Ueber voraussichtliche Steruschnnppenfalle hn November wird dem „Frkf. Geu.-Anz." u. a. geschrieben: Um den 14. November werden wahrscheinlich die Vorläufer de» im nächsten Jahre in seiner vollen Pracht wiederkehrenden Leonidenschwarm» (zuletzt 1866 beobachtet) der Erde auf ihrer Bahn um die Sonne begegnen- in der dritten Novemberdeeade wird un» auch der seit fast einem halben Jahrhundert verschwundene Dornet Biela durch tineu ver- mvthlich prachtvollen Steruschnvppenfall davon Kunde geben, daß er, wenn auch in anderer Form, noch exlsttrt. Nachdem er schon früher (1772, 1805) gesehen, aber nicht sicher al» periodisch erkannt worden war, wurde er im Februar 1826 von dem österreichischen Hauptmann Biela neu entdeckt, seine UmlaufSzeit auf ungefähr 6*/, Jahre bestimmt und seitdem mehrfach beobachtet. Im Jahre 1892 brachte die Begegnung der Erde mit dem ehemaligen Lometen Nordamerika einen reichen Sternschnuppenfall (für un» gingen die Meteore an der TageSsette vorbei). Ueber da» Ereigniß berichtete damal» die „Köln. Ztg.": „Am Abend de» genannten Tage» sah man überall in den Bereinigten Staaten, wo der Himmel heiter war, au» dem Sternbilde der Andromeda zahlreiche Meteore aufblitzen. Zu Northfield (Minnesota) zählte man 15—20 in der Minute, darunter glänzend helle von der scheinbaren Größe de» Jupiter. Zu Princeton beobachtete man auf der dortigen Sternwarte vou 7 Uhr 30 Minuten bi» 12 Uhr 30 Minuten durchschnittlich hundert in je 4 bi» 5 Minuten, im Ganzen schätzte man die Zahl der dort gesehenen Sternschnuppen ouf 80000. Zu Palo Alto in Kalifornien wurde ebenfalls ein förrrmcher Regen von Meteoren wahrgenommen, fie tauchten an allen Stellen de» Himmel» auf, fast in ununterbrochener Folge. Die Berechnung ergiebt, daß für diejenige Hälfte der Erde, die dem Au»strahlung»punkt der Sternschnuppen in der Andromeda zugewandt war, während de» ganzen Tage» am 23. November mindesten» 4—500 Millionen Sternschnuppen sichtbar geworden sein müssen." Für diese» Jahr ist der Meteorschwarm wieder fällig. E» empfiehlt fich, schon vom 20. November an in den Nachtstunden fleißig nach dem Himmel zu schauen, wenn auch der Hauptstern- schnuppensall wahrscheinlich erst für die Abendstunden de» 23. und besonder» die Morgenstunden de» 24. November gegen 6 Uhr Morgen» zu erwarten ist.
* Die B völkernug Jerusalems. Nach einer Aufstellung de» FranziSkauerbruder» Löoirr beträgt die Zahl der Protestanten in Jerusalem 400 bei 73000 Einwohnern. Während im vorigen Jahrhundert zu Jerusalem höchsten» 500 Inden geduldet wurden, zählt die Stadt heute deren 35000 gegen 9000 vor dreißig Jahren. Heute ist der Ein- Wanderung der Juden aber wieder eine strenge Schranke gesetzt. Die Zahl der Katholiken beträgt 2470, davon gehören 2300 zum lateinischen Ritu». Die Schismatiker zählen 5020: e» find Griechen, Armenier, Kopten, Syrer nsw. Die Muselmanen haben eine Stärke von 7660.
♦ Die Burg TheodorichS des Großen. Man schreibt der „Franks. Ztg.": E» ist s.Z. au dieser Stelle schon erwähnt worden, daß der württewbergische LandeSconservator Eduard Paulu» in der Festung-ruine Hohenneussen nicht» Geringere» als einen Bau TheodorichS des Großen, des wackeren Dietrich von Brrn, entdeckt haben will. Diese Nachricht erregte damals viel bedenkliche» Schütteln de» Kopfe». Mau glaubte, Paulus, der nicht nur Archäologe, sondern auch Dichter ist, wäre auf seiner Hohenneuffen-Ntbelungen-Fahrt stark vom dichterischen Geist geleitet worden. Nun ist ihm in Hofrath Dr. Piper, der mit seinem Werke „Burgenkunde" bewiesen hat, daß er mitsprechen darf, ein grimmer Hagen erstanden, der in den vielgelesenen Blättern deS Schwäbischen Aibverein» X, 8, gegen Paulu» bezw. deffen Beröffentlichung über den Hohennerffen in den Kunst- und AlterthumSdeuk- malen im Königreich Württemberg scharf zu Felde zieht und der Meinung ist, die Anfänge der Burg gingen über da» 12 Jahrhundert nicht hinan», der kritische Burgtheil aber sei gar erst nach 1527 entstanden und zwar nach dem System Albrecht Dürer» („Etlichen vuderrtcht zu befestigung der stett, schloß und flecken", Nürnberg 1527). Paulu» wehrt fich gegen den schlimmen Piper-Hagen tu Nr. 9 der obengenannten Blätter in einem etwa» polemisch gemüthlichen Ton, der an den heißen Kampf der Helden in Etzel» Burg gerade nicht erinnert, wiewohl die Nibelungen nicht nur scharfe Schwerter,
sondern auch scharfe Zungen führten. In Nr. 10 hat mm Piper eine ganz kurze Entgegnung geschrieben. Schade, daß er Dritte hereinzieht. Die Sache ist so intereffant, daß fie gar nicht objieliv genug geführt werden kann. Man kann auf die von Paulus in Aus ficht gestellte Monographie über den „Hohenueuffen und den Heidengraben" mit Reckt grsparmt sein. Die Frage ist von sehr hohem geschichtlichen Werth. Ueberflüsfig, wiewohl charakteristisch scheint un» zu sein, wenn der Württemberger Paulu» poetisch.parttkularistisch schließt: „Schwabenland, wehre Dich, Um Deinen Theoderich!" De« Schwabenlande (hier ist aber doch Württemberg gemeint) neidet Niemand seinen überreichen Schatz an werthvollen Resten und Erinnerungen, und ist der Hohenueuffen wirkt ch eine Burg TheodorichS, bann freuen sich dieser Entdeckung Franken, Bajuwaren, Sachsen, Ehattev rc. so gut wie Schwaden.
e Die Erfolge mit dem Pestferum. Die Stction für Tropenkrankheiten der British medical Association bat einen Bericht über ihre Versuche mit dem Heilserum von Aerfin und Haffkine gegen die Pest erstattet. Wie Profeffor Simpson meldet, hat sich da» Serum in Indien gar nicht bewährt, dagegen hat e» in China Erfolge gezeigt. Von 24 Erkrankten find 12 gerettet worden. Allerdings seien dies nur Falle mit Bubonen und DrÜsenschwellungen gewesen, bei Pestpneumouie sei niemals eine Wirkung zu verzeichnen gewesen. Al» Vorbeugemaßregel zum Schutze gegen die Lr- krankung habe da» Serum fich erfolgreich erwiesen, jedoch habe diese Wirkung nur acht bi» zehn Tage angedauert und e» wäre bann jedesmal eine neue Jmmunifirung erforderlich.
Wissenschaft, Literatur und Annst.
— Deutsche Rundschau für Geographie und Statistik. Unter Mitwirkung hervorragender Fachmänner herauSgegeben von Prof. Dr. Fr. Umlauft. 21. Jahrgano. 1898/99. (A HartlebenS Verlag in Wien, jährlich 12 Hefte zu 85 Pfg., Pränumeration inel. Franco-Zusendung 10 Mk.) Jedem, welcher sich für Geographie im weitesten Sinne interessirt, ist die „Deutsche Rundschau für Geographie und Statistik", die bereits im 21. Jahrgange ri fchemt, auf daS Wärmste zu empfehlen, da man durch diese Zeitschrift snts auf dem neuesten Stande erdkundlichen Wffsins erhalten wird. Jedes Heft bringt in seinem allgemeinen Theile gediegene Aufsätze zur Länder- und Völkerkunde, über geographische Reisen und Entdtck- ungen. Daran schließen sich kleinere Beiträge astronomischen, physikalisch geographischen und statistischen Inhaltes, Biographien hervorragender Geographen und Reisenden, sowie Mittheilungen auS allen Erdthrilen. Ein frischer, lebendiger Ton geht durch die ganze Zeitschrift, welche über zahlreiche treffliche Mitarbeiter verfügt. Dieselbe ist auch vorzüglich illustrirt und jedem Heste eine werthoolle Karte beigegeben.
— In wenigen Woche^ stehen wir mitten in der Wintersaison mit ihren unzählichen Vergnügungen, Gesellschaften und Bällen. Da ist es eine schwierige Aufgabe für dm Hausherrn, seine Gäste zu unterhalten, und mancher VereinSvorftand stürmt planlos von einem Buchhändler zum andern. Zur rechten Zeit für diese geplagten Leute und die Sortimentsbuchhändler giedt der Tb-aterverlag Eduard Boch in Berlin W. 8 jedes Jahr einen Theater-Catalog (diesmal Nr. 125) heraus, der eine solche Fülle von Theateraufführungen aller Arten bringt, daß ein Jeder etwas für seine Zwecke Geeignetes finden muß. Wer noch genauer unterrichtet sein will, findet in dm hierzu bestehenden Führern durch die verschiedenen Sammlungen genaue JnhaltSbeschreibungen der Theaterstücke.
— Die wirthschaftliche Lage der Mitglieder von Saison- Theatern und Vorschläge zur Hebung der künstlerischen und geschäftlichen Position der mittleren und kleinen Bühne» (Verlag von Otto Dreyer, Berlin W., Mauerstraße Nr. 53, PreiS 50 Pfg), betitelt sich ein kleines Heftchen von Otto Norbert- Berdttsch. Es werden in diesem Buche dem Leser so recht die großen Mißstände vor Augen geführt, wie sie sich an dm mittleren und kleinen Bühnen ootfinben; der Autor hat es alS seine Aufgabe angesehen, durch kurze, jedoch wohl zu beschiel de Vorschläge zu geigen, wie diesem Uebelstande abgeholfen werden kann.
Untoerfitäts - Nachrichten.
— Berlin. Der älteste Professor der hiesigen Universität, D. Franz Ludwig Steinmeyer, der Senior der theologischm Facultät, blickte am 1. ds. auf eine 50jährige Zugehörigkeit zu unserer Alma mater zurück. Am 1. November 1848 trat er alS Privatdocent in den Lehrkörper ein. Steinmeyer vollendet in diesem Monat da» 87. Lebensjahr. Seit 40 Jahren ist er Ordinarius in der theolog- ischen Facultät, die ihn au» wiederholt zu ihrem Decan gewählt hat. Der Gelehrte übte sein Amt noch bis ins hohe Alter, erst sett einigen Jahren hat er si» zur wohlverdienten Ruhe zurückgezogw. — Der bisherige außerordentliche Professor Dr. Karl Erome ist zum ordentlichen Professor in der juristischen Facultät der Universität in Bonn ernanrt worden.
— Würzburg. ES wurde die Errichtung einer außerordentlichen Professur für englische Philologie an hiesiger Universität genehmigt und hierfür Dr. Max Forster, bisher außerordentlicher Professor an der Universität Bonn, ernannt.
— Heidelberg. In der juristischen Facultät unserer Hochschule habilitirte sich Dr. Julius Hätschel auo Czernowitz. — G-h. Hofrath Professor Dr. Schröder hat sich auf Ansuchen diesiger Be- amten und Rechtsanwälte bereit erklärt, iin Lause de» Winterhalbjahrs Vorträge über daS neue bürgerliche Gesetzbuch zu halten.
— Karlsruhe. Privatdocent Dr. Kindermann aus Heidelberg ist au» in diesem Halbjahr mit der Abhaltung von volktzwirth« schastlichen Vorlesungen an der Technischen Hochschule betraut wordm.
— Leipzig. Profeffor Scheibner an der hiesigen Univeisiiät hat dieser Tage sein 50jährigeS Doctorjubiläum gefeiert. Ohne Unterbrechung hat er 91 Semester mathematische und astronomische Vorlesungen an hiesiger Hochschule gehalten.
— Wien. Der außerordentliche Professor der Physiologie und Pathologie an der hiesigen Universität Dr. Heinrich Obersteiner ist zum ordentlichen Professor ernannt worden.
— Zürich. Professor Dr. Heinrich Herkner, bisher am Polytechnikum in Karlsruhe, hat mit Beginn dieses Wintersemester» das Ordinariat für Nattonalöconomte an der hiesigen Hochschule al» Nachfolger detz nunmehr in Breslau doctrenden Professors JuliuS Wolf übernommen. In seiner Antritlsoorlesuna, die von Dame» überfüllt war, sprach er über und für das „Frauenstudium der Nationalöconomie".
„Elephanten-Kassee" 8506
von der Holl. Kaffee-Brennerei H. Disqu6 & Co. ist anerkannt die beliebteste Marke und kann bestens empfohlen werden; — wegen ihrer Billigkeit, Ergiebigkeit und besonderen Brennart na» I. von Liebigs Vorschrift (leichte Zuckerumhüllung), wodurch da» Aroma gebunden und daS schädliche, fettige Ausschwitzen der Bohnm unmöglich ist. Diese Kaffee sind nur in verschlossenen Packeten za haben, — mit Schutzmarke und Firma versehen — und ist bemtt jede Garantie geboten für einen reinen, unverfälschte«, gesunde» Kaffee. — Verkaufsstellen sind durch Annoncen dieses Blatte« btkarmt.


