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6.11.1898 Viertes Blatt
 
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Rr. 261 Viertes Blatt.

Sonntag den 6. November

1898

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Gießener Anzeiger

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General-Anzeiger

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Gießen, den 6. Norember 1898.

Grobherzogliches Polizeiamt Gießen. ___________________I. V.: Roth.__________________

Wo die deutsche Industrie in China nichts zu suchen hat.

Der Telegraph meldet den Tod de« Generalgouverneurs von Mintschv (Chekiang und Folien) Pim Paochüan und die Ernennung Hoüyungi» zu seinem Nachfolger. Letzterer ist da« frühere Mitglied de« Thungliyawen, dem von den Eng­ländern die Schuld an dem Abschluß des franzöfisch-chinesischen Abkommens vom 20. Juni 1895 -ugeschrieben wurde, durch da« China den auf dem linken Ufer des Mekong gelegenen Theil von Kianghung an Frankreich ablrat, obwohl es sich durch den am 1. März 1894 mit England abgeschlossenen Vertrag verpflichtet hatte, die ihm darin zuerkannten früheren birmanischen GebietStheile nie einem anderen Staate zu über­lassen. Hoü mußte auf das Drängen Englands seinen Platz im Tsungliyamen räumen und hat jetzt, da England, wie es ichernt, seiner Wiederverwendung in Peking Widerstand ent­gegensetzte, einen der fettesten und wichtigsten Generalgouver- veurpoften erhalten. Man wird sich englilcherseit« dort mit Hoüs französischen Sympathien abfinden müsien. Aber auch für Deutschland hat die Ernennung Hoü«, dem u. a. der hauptsächlichste Antheil an der schließlichen Ratification des Abkommen» über die von Rußland gewährleistete 400 Millionen Franken-Anleihe im Jahre 1895 zugeschrieben wurde, eine vicht zu unterschätzende Bedeutung. Bekanntlich befindet sich das chinesische Arsenal in Futschau seit October 1896 that- fachlich in französischen Händen, denn seit dieser Zeit ist die Wiedereinrichtung des Arsenals der französischen Industrie Lberlragen, und zu diesem Zweck ist eine größere Anzahl französischer Ingenieure, Werkmeister und Beamter angestellt worden. Vor einigen Monaten nun hat der an der Spitze de» Arsenals stehende französische Ingenieur an den soeben verstorbenen Generalgouoerneur Pim eine Eingabe gerichtet, worin er dem Vicekönig erklärt, daß für China durchaus keine Nothwendigkeit vorliege, seine Kriegsschiffe im Auslande bauen zu laffcn, sondern daß dies, wenn man ihm nur die aöthigen Geldmittel zur Verfügung stellen wolle, sehr gut in Futschau geschehen könne, d. h. daß, wenn China bereit sei, za bezahlen, französische Ingenieure sehr gern bereit sein würden, mit französischem Material, Panzerplatten, Maschinen, Geschützen und dergl. Scknffe für die chinesische Kriegsmarine tn Futschau zu bauen. Daß darin eine ernste Schädigung der Jntereffen der deutschen Schiffbau-Industrie liegen würde, bedarf keiner weiteren Begründung. Die Sache bekommt aber einen noch viel ernsteren Anstrich, wenn man sich an der Hand der jüngsten Ereignisse in China darüber klar wird, daß die deutsche Industrie langsam, aber sicher aus China heraus gedrängt wird. Früher lag die Beschaffung von Fest- ungsgeschützen für China fast ganz in deutschen Händen; seit- dem Port Arthur russisch und Weihaiwei englisch geworden, ist selbstverständlich nicht daran zu denken, daß sich die glück- lichen Nießbraucher mit ihren Bestellungen von Geschützen und Munition an Krupp oder andere deutsche Fabrikanten wenden werden; dasselbe dürfte nach der Entlaffung der diutschcn Jnstructeure durch die Generalgouverneure von Ran- fing und Witschang auch für da« Becken de» Yangtse zutreffen. Für Eisenbahnen und die Ausbeutung von Bergwerken haben die Franzosen sich die drei Provinzen Kwangsi, Kwangtung und Dünnan gesichert, in Folien und Tschekiang werden nach dem Vorhergehenden französische Einflüffe voraus sichtlich wenigstens für einige Zeit maßgebend bleiben, Rußland beansprucht al» seine Jntereffen- und Ausbeutungssphäre die Mandschurei und Nordchina bis zum Hoangho; eine englische Gesellschaft, dos Peking Syndicat, hat sehr bedeutende, jeden ftemden Mitbewerb auSschließende Concessionen für die Bearbeitung von Bergwerken und den Bau von Eisenbahnen in den Pro­vinzen Schenfi und Honan erhalten; die Bahn von Peking nach Hankau befindet sich in belgischen, die von Tschingting nach Taiykenfu in rusfischen, die Bahn von Hankau nach konton in amerikanischen, d'e von Hongkong nach Canton,

von Schanghai nach Nanking, von ersterm Platz nach Ningpo In englischen Händen, und wenn die letzten Nachrichten über ein englisch-deutsches Abkommen irgend einen thaisächlichen Hintergrund haben, scheint die Regierung oder das hinter der Deutsch Asiatischen Bank stehende Syndicat da» Pangtse-Thal, d. h. die Provinzen Szechuen, Hupe, Hunan, Kiangsi, Anhui und Kiangsu, als ein Gebiet anerkannt zu haben, in dem England allein Anspruch auf da» Recht, Eisenbahnen zu bauen, erheben dürfe. Die Nachricht in der einen oder der andern Form erscheint, nach frühern Vorgängen zu urtheilen, leider viel sonderbarer als unglaublich, und eine baldige Auf­klärung würde um so erwünschter sein, als der Frage, wo die deutsche Industrie in China schließlich noch außerhalb SchantungS ein Feld für ihre Thätigkeit finden kann, nicht jede Berechtigung abzusprechen sein dürfte. Schantung allein wird ihr aber kaum eine hinreichende Entschädigung für den Verlust des ganzen übrigen Chinas bieten. Köln. Ztg.

Deutsches Reich.

Betlti, 4. November. Nach derNatioual-Zeituug" werden die beiden konservativen Fraktionen im neuen Abgeordneteuhause 206 Stimmen haben, wahrend zur absoluten Mehrheit 217 gehören. Sie haben 7 Mandate verloren. Gavz genau läßt fick diese Zahl auf die beiden Fraktionen uock nicht vertheileo, da die Angaben über die Parteistellung einzelner oeu gewählter Abgeordneter uuficher ist. Den Tonservativeu dürften 142, den Frei-Cooservativen 64 zuzuzähleo sein. Die liberale Seite de» Hause» erfährt die kleine Verstärkung von 104 auf 111, welche fich auf die einzelnen Parteien wie folgt vertheileo dürften: National- liberale 76, Freisinnige Vereinigung 10, Freisinnige Volk»- Partei, einschließlich deö in Frankfurt gewählten Demokraten, 25; da» Centrum gewinnt 5 Mandate, die Pol-.n verlieren ebensoviele. Bei den Nationalliberalen find n. A. au»- geschieden: vr. Hammacher, Seiffarth, Enueeceru» und Cckerl. Unterlegen find bei den Natiooalliberalev: Groth und Dr. Oswalt. Von den Frei Conservativen hat der Ober- präfideut v. Achenbach nicht wieder candidirt. Nicht wieder- gewählt ist Stöcker. Ja Minden und Aachen ist Dr. Spahn (Ceotrom) ungeachtet seiner Nicht-Frellaffung wiedergewählt worden.

Berlin, 4. November. E» liegt nunmehr da» Resultat an» sämmtlich en 433 Laodtag»-Wahlkreisen vor. Darnach find gewählt: 149 Conservative, 6 Bund der Land- wirthe, 51 Frei Conservative, 101 Centrum, 13 Polen, 74 Nationalliberale, 11 freisinnige Vereinigung, 24 frei­sinnige Volkspartei, 1 Demokrat, 1 Antisemit und 2 Dänen.

Berlin, 4. November. Im Prozeß Harden blieb auch während der gestrigen Bethandlung die Oeffrvtlichkeit außgeschloffen. Da» Unheil ist auch heute noch nicht zu erwarten.

Berlin, 4. November. Wegen Majestäts-Belei­digung ist gestern die Nr. 460 tel PariserPetit Jour­nal" bei den diesigen Zettuogsverkaufsstellen auf Anorduuog de» PolizeipräfidinwS beschlagnahmt worden. Da» Blatt enthielt ein Carricatur-Blldniß über den deutschen Kaiser auf Reisen, in welchem da» Polizeipräsidium eine Verspottung de» deutschen Kaiser» erblickte.

4. November. Infolge einer Explosion ans b r Zeche .Holland", die heute Mittag stattfaud, wurden zwei der Bergleute gttödtet, neun schwer und vier leicht verletzt.

Sozialdemokratisch e». Die Genossin Rosa Luxemburg hat die Chesredactioo der »Sächs. Arb.-Ztg." uiebergelegt. Es war also nur eine kurze Freude. Da» genannte Blatt brachte in einer seiner letzten Nummern folgende Erklärung:SRlt dem heutigen Tage lege ich die Redaktion der ,®. A.-Z." nieder. Die Gründe, die mich dazu bewogen haben, sehe ich mich gezwungen, nicht in der

A.-Z.", sondern in einem anderen Parteiblatte darzu- legen, und zwar werde ich t» in der .Leipz. BolkSztg." thuu. Rosa Luxemburg." Nach der ,2eU)j. volk»ztg." handelt e» fich um einlehrreiche» und bemerkenswerthe» Nachspiel zum Stuttgarter Parteitag". In eiuer Polemik über die sozialdemokratische Taktik hatte Fräulein Luxemburg die Veröffentlichung einer zweiten Zuschrift de» ®inoffen Gradnauer abgelehut, die dann mit Angriffen ans die ,e. A.-Z." imvorwärts" erschien. Darauf erklärten drei Redakteure derS. A.-Z.", ffe hatten von der Srabnauer'schen Einsendung nichts gewußt und würden deren Ablehnung nicht gebilligt haben. Daran» hat nun dieChefredakteurin" die Consequenz gezogen und ift gegangen. Der bekannte Dr. Lütgenau hatte die Absicht gehabt, sich aeaen die zum

Theil auf falschen Nachrichten über fein Verhalten bei der Wahl beruhenden Angriffe seiner Parteigenossen durch eine Erklärung zu vertheidigeu. Die sozialdemokratischen Partei­blätter haben aber diese Erklärnng nicht ausgenommen. Da» ist sehr bezeichnend. Im Erfnrter Parteiprogramm heißt e» bekanntlich, daß die Sozialdemokratie jede Art der Unter­drückung bekämpfe und die Abschaffung aller Gesetze verlange, welche die freie Meinungsäußerung einschränken.

Wien, 4. November. Im heutigen Reich »rat h beant­wortete Graf Thun den Antrag, Bade ui wegen de» ver­trage» mit der EReichswehr" in Anklagezustand zu versetzen, dahin, daß Baden! die der .Reichswehr" gezahlten Bettäge nicht den Staatseinnahmen entnommen und somit eine ver- schlenderuug der StaatSgelder nicht stattgefuudeu habe. Demgemäß falle die Grundlage für eine Anklage bt» Ministers fort.

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CecaUs und provinzielles.

Gieße», 5. November 1898.

Rnndreifehefte für Italien. Seit dem 1. Januar d. I» werden auch Seiten» der italienischen Mittelmeer- und adriatischen Bahnen Fahrscheinhefte außgegeben, die fich der Reisende nach eigener Wahl zusammenstellen lassen kann. Die zusammenstellbaren Fahrscheinhefte bieten im All­gemeinen eine Ermäßigung von 20 pCt. bei Entfernungen von 2000 Kilometer 30 pCt. de» gewöhnlichen Fahr­preise» und können unter nachstrheuden Bedingungen bezogen werden: Die Reise muß fich mindesten» über 400 Kilometer erstreck n und auf der Station enden, von welcher an» sie abgetreten ist. Bei Entfernungen von 400 bi» 799 Kilo­meter ist im Großen und Ganzen eine Rundfahrt erforderllch, während bei Entfernungen von 800 und mehr Kilometer Fahrscheinhefte sowohl für Rundreisen al» auch sür Hin- und Rückfahrten über die gleichen Strecken ausgestellt werden. Die Giltigkeitsdauer ist festgesetzt für Reisen voa weniger al» 800 Kilometer auf 15 Tage, von 800 bi» 1999 Kilo­meter aus 30 Tage und von 2000 und mehr Kilometer aus 45 Tage; jedoch ist e» mözlich, dieselbe aus da» Doppelte verlängern zu lassen, wenn für jeden Tag der Verlängeruvo 1 pCf. de» Preise« de» Fahrscheinhefte» vachgezahlt wird. Die Bestellungen der Fahrscheinhefte können durch die Post (am Besten mittelst eingeschriebenem Brief) erfolgen und find an den Ceutralbahnhof in Mailand (Milano Centrale) ober an eine italienische Grenzstation zu richten. Mit der Be­stellung muß gleichzeitig eine Bestellgebühr von 1 Lire für die Person eingesandt werden. In den Bestellungen find die zu durchfahrenden Strecken, die Wagenklaffe und ote Station, auf welcher da» Fahrscheinheft ausgefolgt werden soll, thun- lichst genau anzugeben. D'e Fahrscheinhefte werden späte- sten« am Tage nach Eintreffen der Bestellung von der Sn»- gabestelle auSgefertigt. Ferner Haden die italienischen Bahn­verwaltungen sowohl in Verona und Mallaud, al» auch auf den Grenzstationen Chiasso, Luino, Ala, Pontebba und Undine für die beliebteren Rundreisen eine Reihe bereit» zusarnmw- gestellter Fahrscheinhefte aufgelegt, welche ohne vorherige Be­stellung sofort in Empfang genommen werden können. Nähere Au»kunft ertheileu die Fahrkarten-AuSgabestellen der größeren Stationen, die AuSkunftstelle und da» Verkehr» - Bureau Frankfurt der königlichen Eisenbahndirectton.

K. Gießen, 4. November 1898. Gestern Mittag fand dahier unter dem vorfitz «r. Erlaucht de» Herrn Grafen zu Laubach in Lovy'» Bierkeller eine Versamm­lung von Direktoren und vorstand»mitgliedern der oberhesfischrn Viebzuchrvereine für die Bogel»berger und die S'mmenthaler Raffe statt, an der al» Vertreter de» Laudwirthschaftsrath», Herr Generalsekretär Dr. Müller von Offenbach theilnahm. Die Sitzung war von 22 Herren besucht und berieth über die Beschickung der Frankfurter großen Ausstellung im Jahre 1899. Au» dieser Berathuog ging hervor, daß die Zucht- genoffen schäften der Vogelsberger Raffe gehörig in den Wett­bewerb treten sollten, ebenso wie die Vereine im Kreise Alsfeld für die Ssivmenthaler. Im Kreis Friedberg dagegen glaubte Herr Dr. v. Peter für die große Ausstellung noch nicht gehörig gerüstet zu fein, was auch Herr Bürgermeister Söhler-LangSdorf unter dem Beifalle des Heerdbuch- Vorsitzenden Herrn Oderamtmaun Hoffmann und de» Herrn Bürgermeister» Heller-Lich für die Localvereine Hungen, Lang»dorf und Umgegend und Sich für diese Be­zirke zu constatireu glaubte und vorlövfig mehr Gewicht auf die Pfleoe und BdAftfimp der BezirkS-Thierscharte«