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Nr. 155 Erstes Blatt. Mittwoch den 6. Juli
1898
erscheint tägNch mit Ausnahme de« MontagS.
Die Gießener AarnilienökStter werden dem Anzeiger wöchentlich viermal beigelegt.
Gießener Anzeiger
AezngspreiH vierteljährlich 2 Mark 20 Pfg. monatlich 76 Pfg. mit Bringerlohn.
Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich.
Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den felgtnben Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr.
General-Anzeiger
Alle Anzeigen-BermittlungSstellen deS In. und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen.
Amts- und Airzeigeblatt für den Ttreis Gieren.
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Gratisbeilage: Gießener Familienblätter
Adresse für Depeschen: Anzeiger Hieße»».
Fernsprecher Rr. 51.
Kmtlid?«*’ Tyell
Gießen, beu 5. Juli 1898.
Betr.: Verband--Ausstellung von Vogelsberger Rindvieh am 16. und 17. Juli 1898.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen en die Grotzh. Bürgermeistereien der Land- gemeinden des Kreises.
Es gehen Ihnen unter Drucksache einige Plakate für die obige Ausstellung zu und beauftragen wir Sie, dieselben an dem Gemeindrhause und an anderen geeignet erscheinenden Orten anschlageu zu lasten.
v. Gagern.
Cerveras Flotte zerstört!
Mit großem Jubel war vor mehreren Wochen in Spanien die Nachricht eingetroffen, daß e- dem Admiral Cervera gelungen sei, mit dem Capverde-Geschwader in den Hafen von Santiago eiozulaufeu. Glückwünsche wurden zwischen Westtvdtrn und Madrid ausgetauscht und noch einmal konnte Hoffnung die Brust der Spanier füllen, daß den Amerikanern der Steg auf Cuba nicht leicht, vielleicht ganz unmöglich gemacht werde.
Welche Erwartungen setzte nicht Spanten auf diese Flotte und welche Befürchtungen knüpften nicht die Amerikaner an dieselbe! Wochenlang waren die gesammten Küsteustädte am Atlantischen Ocean in Unruhe, und mit Besorgniß sah mau überall einem Handstreich CrrveraS entgegen. Aber Niemand wurde behelligt, und Cervera fuhr direcr nach Santiago, um dort schließlich die Rolle der Mau- in der Falle zu spielen. DaS einzige, was die Ankunft deS Geschwaders bewirkt hat, ist, daß die Blockade Havannas nicht vollständig durchgeführt werden konnte, da die Amerikaner einen Theil ihrer Flotte nach Santiago dtrigiren mußten. Wrlche Beweggründe Cervera leiteten, den Hafen Santiagos aufzusuchen, entzieht fich natürlich der Beurtheilung. Jedenfalls war die Operation verfehlt, da die Flotte zu jeder weiteren Action auf offener See unfähig wurde- denn es ist nur zu begreiflich, daß die Amerikaner ihre Hauplkraft zu Wcster auf Santiago concen- trirten und ängstlich darüber wachten, daß die Spanier den Hafen nicht verlosten konnten. Freilich konnte Cervera mit feinen erprobten Mannschaften der Besatzung von Santiago in ihrer verzweifelten Lage betstehen und bei der Neu. befestiguug der von den Amerikanern immer wieder zerstörten Außenwerke in hervorragender Weise Mitwirken, damit war aber auch die Thätigkeit d:« Geschwaders abgeschloffeu.
Nach der Katastrophe von Cavite diejenige von Santiago, welche um so verhängnißvoller ist, al- die Spanier nunmehr über keine krtegSrüchrige Flotte mehr verfügen. Denn ob mau al« eine solche da« Ersatzgeschwader betrachten kann, welche- immer noch im Suezcaual sich befindet, erscheint sehr zweifelhaft, und neue Geschwader wird Spanten kaum noch zusammenstellen können. Alle verfügbaren Schiffe wüsten überdies jetzt ihre Hauptaufgabe darin sehen, die heimathltchen Häfen zu schützen, welche durch die Amerikaner ernstlich bedroht zu sein icheinen. Bet der Energie, mit welcher die AaukeeS Vorgehen, ist es nur zu wahrscheinlich, daß fie ihren Plan, ein Geschwader nach Europa zu senden, auch wirklich iuS Werk setzen. Und daß die Häfen Spaniens dem mörderischen Feuer der amerikanischen Geschütze Stand halten sollten, ist kaum anzunehmen- eS ist our zu wahrscheinlich, daß die Befestigungen im Mutterlande, wo die Gefahr eine« Angriffs gar nicht so nahe lag, noch unwirksamer sich er- weisen werden, als in den Colonien, in denen man fich fortgesetzt auf einen Anschlag gefaßt machen mußte.
In dem Augenblick, wo wir die- schreiben, liegen Einzel- heiten über die Katastrophe bei Santiago noch nicht vor. Der General Shafter hat die Stadt zur Uebergabe aufgefordert und mit dem Bombardement gedroht, er meint, der Platz würde fich ergeben. In dieser Hinficht mag er fich wohl einem allzu großen Optimismus hingeben, da die spanischen Landtruppeu noch kräftigen Widerstand leisten. Sowohl in Manila wie in Santiago weht noch die spanische Flagge und die Amerikaner haben wesentliche Fortschritte nicht zu erringen vermocht, und da-, was fie überhaupt erreicht haben, zum großen Theil der Unterstützung der Insurgenten zu verdanken. Aber ist erst der Hafen Santiago- im Besitze der Amerikaner, dann dürfte das Schicksal der Stadt doch recht bald entschieden sein, und wir lange wird eS noch wahren, dann müffen die Spanier, der Uebermacht weichend, die Insel Cuba oerlaffeu und dir Zugehörigkeit
der „Perle der Antillen" zu Spanien gehört der Geschichte an.
Allem Anscheine nach rüst die Zerstörung der Flotte Cervera« in Spanien eine heftige Bewegung hervor, und e« ist nicht unwahrscheinlich, daß diese Katastrophe der Ausgangspunkt ernster Ereignisse und einer Umwälzung der politischen Verhältnisse de« Laude« wird. Schon regen fich immer uugentrter die Carlisten und suchen den Königsthron für ihren Prätendenten frei zu machen, aber auch die Republikaner erheben ihr Haupt und eifern gegen die Dynastie, für welche vielleicht ihre jetzigen Träger büßen müffen, wa« die früheren Mitglieder derselben an ihrem Lande gesündigt haben. (xx)
Deutsches Reich.
Darmstadt, 3. Juli. Seine König!. Hoheit der Großherzog haben an den aus dem Amt scheidenden Staat-- Minister Herrn Finger Exc. folgendes Handschreiben erlassen: Mein lieber Staat-Minister Finger!
Bei Ihrem Scheiden aus dem Amt ist t« Mir ein Herzen-bedürfniß, Ihnen für die Meinem Land wie wir geleisteten ausgezeichneten Dienste meinen wärmsten und aufrichtigsten Dank auszusprechen. Während langer Jahre haben Sie Meinem hochseligen Herrn Vater und Mir in der ersten und verantwortungsvollsten Beamtenstellung Meine« Lande« mit seltener Treue, Selbstlosigkeit, Etnficht und Gerechtigkeit zur Seite gestanden. Ja Ihnen ehre Ich den Lehrer, der mit kundiger Hand und in edlem Sinn Mich in die Grundsätze der Staatsregierung eingesührt hat. Aber nicht nur Meine« hochleligcn Herrn Vaters und Mein, sondern auch de« ganzen Lande- Vertrauen haben Sie durch die hervorragenden Etgeuschajten Ihres Geistes und Charakters erworben.
Seit geraumer Zeit und wiederholt haben Sie Mich um Enthebung von der Bürde Ihre« Amtes gebeten. Wenn Ich diesem Wunsch nun vachgebe, so geschieht e« mit aufrichtigem Bedauern und mit Mir wird Mein Hessenland empfinden, daß eS in Ihnen einen au-gezeichneten Brrather verliert.
Al« ein Erinnerungszeichen werde Ich das B ld Meine« hochseligen Herrn Vaters für Sie malen lassen.
Mit dem Wunsch, daß Ihnen noch während vieler Jahre vergönnt sein wöge, sich der wohlverdienten Ruhe in voller Gesundheit und Rüstigkeit zu erfreuen, verbleibe Ich stet- Ihr Ihnen von Herzen wohlgeneigter und dankbarer
(gez.) Ernst Ludwig.
Darmstadt, den 2. Juli 1898.
Darmstadt, 4. Juli. Die Veränderungen in der Besetzung der höchsten Staatsämter, die seit etwa einer Woche erwartet wurden, find am Sam-tag amtlich bekannt gegeben worden. Die Rücktrittsgesuche der Herren Staatsminister Finger Exc. und Finanzminister Weber Exc. find von Sr. Königl. Hoheit dem Großherzog genehmigt und Herr Gehetmerath Rothe zum Nachfolger de« Staats- Minister« Finger ernannt worden. Die Veränderungen treten mit dem 6. d. M>s. tu Kraft. Ueber wettere Ernennungen, die bevorstehen, hat amtlich noch nichts verlautet. Mit dem Rücktritt der beiden ersten Staatsbeamten unsere- Groß- herzogthums scheiden, so schreibt das „Darmst. Tagebl.", zwei um unser Land hochverdiente und unermüdlich pflichttreue Berather Sr. Königl. Hoheit de« Großherzog« aus dem Staatsdienste. Beide genossen schon da« Vertrauen weiland Sr. König!. Hoheit de« Großherzogs Ludwig IV., von dem ihnen die Leitung der höchsten Staatsämter übertragen wurde, welche sie 14 Jahre, seit dem Jahre 1884 tnnegehabt haben. Wird der Rücktritt ter verdienstvollen beiden Staatsmänner begreiflicher Weise auch lebhaftes Bedauern im Lande Hervorrufen, so ist eS andererseits bet dem vorgerückten Alter und nach einer mehr als 40jährigen erfolgreichen und unermüdlichen Thätigkeit im Dienste des Staates begreiflich, daß fie da» Bedürsniß und den Wunsch nach Ruhe empfinden, welchem Se. Königl. Hoheit der Großherzog, dem fie seit höchstdessen Regierungsantritt als treue Rathgeber zur Seite gestanden, nunmehr entsprochen hat. Wir lassen hier die wichtigsten Daten aus dem Leben-gange der beiden durch da« Vertrauen zweier Großherzoge ausgezeichneten Staatsbeamten folgen: Herr Staat-Minister Jacob Finger ist am 13. Januar 1825 in Monsheim im Kreise Worm« geboren und bestand nach absolvirtem Studium in Gießen und Heidelberg im Februar 1845 mit Auszeichnung die juristische Fac >ltät»'Prüsung in Gießen, ebenso da- juristische Staat- xamev im Frühjahr 1848. Am 3. August 1850 zum Ergänzung«,tchter bei dem Großh. Friedensgericht Ober Ingelheim, am 10 Juli 1851 zum Referendar an dem Großh. KreiSgertcht zu Alzey, am
12. August 1854 zum zweiten Ergänzungsrichter am Großh. Friedensgericht Oppenheim ernannt, wurde Herr Finger durch Dekret vom 5. November 1855 als Advocat-Anwalt beim Bezirksgericht Alzey zugelaffen. Er verblieb in der Advocatur bi« zu feiner unter dem Ministerium Hofmann am 21. Srpttmber 1872 erfolgenden Ernennung zum Mtntsterial- rath im Großh. Ministerium de- Innern und der Justiz. Unterm 1. April 1879 zum Geheimen Staat-rath ernannt, wurde er am 28. Mat 1884 unter Ernennung zum Präsidenten de- Mioisierium« de- Innern und der Justiz an die Spitze der Geschäfte berufen und noch am 30. Juli desselben Jahre« zum Staatsminister ernannt. Eine größere politische Thätig- keit entfaltete Herr Staai-miutster Ftoger vom Jahre 1862 an, indem er in diesem Jahre in den Landtag gewählt wurde. Schon damals zeichnete er fich durch sein weise«, staatsmännisches Maßhalten au-, da-, verbunden mit Wohlwollen und Humanität, einen hervorstechenden Zug in feinem Cha« racter bildete und auch für die Leitung der Staatsgeschäfte bezeichnend war. Welcher allgemeinen Hochachtung und Verehrung fich Herr StaatSmioister Finger, der treue Freund und Berather Se. Kgl. Hoheit de- Großherzog- und be« Großherzogltchen Hause-, erfreute, bewies Die am 13. Januar 1895 begangene Feier seine- 70. Geburtstage-, bei welchem Anlaß auch Se. Majestät Kaiser Wilhelm II. und der Altreichskanzler Fürst Bismarck Herrn Finger ihre Anerkennung in der schmeichelhaftesten Weise ausdrückteu, während Se. Kgl. Hoheit der Großherzog ihn durch Verleihung be« höchsten hessischen Orden«, deS GroßkreuzeS des LudewigS- ordenS, aulzeichnete. Außerdem besitzt Herr Staatsminister Finger daö Großkreuz bi« Philipp-orben-, drS sächsischem Albrecht«ordeuS, be# Bayerischen Verdienstordens, deS Württem- bergischen Kroneuorden-, hohe preußische und andere Orden und den russischen Alexander-New-kyorden. Die erfolgreiche amtliche Thätigkeit Finger- als Leiter de« Staat-meser« unseres Großherzogthum-, welche durch da- kürzlich in der Kammer durchgebrachte BeamtenbesoldungSgesitz einen harmonischen Abschluß gefunden hat, bleibt mit der Geschichte de« Großherzogthum« verknüpft. Sie bildet in derselben ein ehrenvolle« Blatt. — Herr Finanzminister August Weber, ein Sohn unserer Stadt, der jetzt im 70. Jahre steht, hat den ersten Theil seiner über 40jährigeu Beamtenlaufbahn im GerichtSdieuft zugebracht. Im Jahre 1857 wurde er zum Laudgerichtkosseflor, im Jahre 1858 zum Assessor beim Stadtgericht Darmstadt, im Jahre 1868 zum Assessor beim Hofgericht der Provinz Starkenburg und im Jahre 1869 zum Rath bei letztgenanntem Gericht ernannt. In der zuletzt erwähnten Stellung verblieb Herr Weber sodann bis zum Jahr 1875. In letzterem Jahr vollzog sich sein Uebertritt in die Verwaltung, »ndem er durch Allerh. Decret vo« 12. Februar 1875 al« Mivisterialrath in da- M'Ntfterium be« Innern berufen wurde. Dort wirkte er bi« zum Jahre 1884- zu seinem Geschäft-krei- gehörte dort besonder« auch da« Medlcinalwesen und die öffentliche Gesundheitspflege, auf welchen Gebieten e« ihm vergönnt war, vielfach fruchtbringende Anregungen zu geben. Am 1. August 1884 wurde ihm von Seiner Königl. Hoheit dem Höchstseligen Großherzog Ludwig IV. die Leitung be« Finanzministerium« übertragen. Seine vieljährige Thätigkeit im Interesse der Vereine vom Rothen Kreuz ist durch eine Reihe von Okden-decorationen deutscher Fürsten anerkannt worden. Möge den in den Ruhestand tretenden, auf eine so ehren- und verdienstvolle und erfolgreiche Laufbahn im Staatsdienst zurückblickeoden Herren ein heiterer und glücklicher Lebensabend deschieden sein! — Der neu ernannte Staatsminister, der seitherige Provinzialdirector in Mainz, Herr Karl Rothe, ist ebrvfall« ein Sohn unserer Stadt, in der er am 2. Juli 1840 geboren wurde- er steht sonach noch in rüstigem Manne-alrer. Bi- zum Jahre 1884 bekleidete er die Kreisrathsstelle tn Offenbach, am 6. August letzteren Jahre« wurde er al« Ministerialrath in da- Ministerium des Innern berufen, am 17. October 1891 zum Provinzialdirector in Mainz ernannt. Nach dem Tode des Herrn Geheimraths Becker bekleidete Herr Rothe auch längere Zeit im Nebenamt die Stelle eine« CabinetSvorstand«. In allen Stellungen hat er sich durch sein liebenswürdige-, schlicht vornehme- Wesen allgemeine Sympathien erworben und in Mainz dürfte man ihn nur höchst ungern scheiden sehen. Herr Rothe ist mit einer Tochter de- verstorbenen Herrn Karl Merck vermählt.
Darmstadt, 4 Juli. Au« Schloß Schönberg, 4. Juli, w'rd der „Darmst. Ztg." « meldet: Ihre Köuigl. Hoheit die Prinzessin Beatrix von Battenberg mit Prinzessin Ena und Gefolge reiste beute Vormittag nach zehn» tägigem Aufenthalt nach Windsor zurück.


