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■ Februar L A, 8 Uhr,
Valle Mx xtbm gebeten, sis mjeien Metgliedm, iott. Rich. 8«ts ) Schmidt mbä
tat, ohne welch, u dringend, die!> chmen.
'er Vorstand.
Hessen
1M 8 Uhr: nb&tl it leib), amw. fführungen, en Coftümen.
taten 40 ft- Wt ,erg, Stabt WM Tunnet, StütrM T^uiabt, Friiem I'l Dta. en der W „'(Merit 20 ft- Ri>. a . tet Lorstand^ hnstein
Nr. 31 Zweites Blatt. Sonntag den 6. Februar
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Amtlich«»- Thett.
Bekanntmachung.
Großherzoglichei Ministerium deS Innern hat drm Bor« stand der „Ständigen Ausstellung für Kunst und Kunst' gewerbe" (juristische Person) in Weimar die Erlaubvtß er- theilt, die Loose einer im Juni und Drcembcr l. I«. zu Weimar zu veranstaltenden Derloosuvg von Gegenständen der Kunst und deS Kunstgewerbes innerhalb deS GroßherzogthumS zu vertreiben.
Indem wir die« zur öffentlichen Kenntniß bringen, bemerken wir, daß nach dem von der zuständigen Behörde genehmigten BerloosungSplan 439 560 Loose ä 1 Mk. auS- gegeben werden dürfen und 200 000 Mt. zum Ankauf von Arwinnsten verwendet werden müffen.
Gießen, den 4. Februar 1898.
GroßherzogltcheS Krrisamt Gießen.
v. Gagern.
Bekanntmachung.
Nach Beschluß des Ausschusses hört der „Pferdefreund" ruf, daS Organ bei LandeSpferdezucht-DereinS zu fein. An feine Stelle tritt eine vom Verein gegründete eigene Fachschrift, welche die Jntereffeu desselben in erster Reihe wahr- Ulhmen und am 1. März d. I. erstmals erscheinen wird.
Darmstadt, den 1. Februar 1898.
Für den Vorstand:
v. Westerweller. Naegelv.
Aus dem italienischen Parlamente.
Die Spiooenriecherei der Franzosen richtet sich bekanntlich - außer gegen Deutschland auch gegen Italien, und gar oft e schon ist eS zu Lonfiicteu -wischen den Regierungen in Rom und Paris gekommen, wenn die französischen Militär- und Polizeibehörden einen mehr oder minder harmlosen Italiener, welcher sich an der Grenze verdächtig gemacht hatte, als Spion behandeltru.
Auch die Dreifus-Affairc hat diesen Argwohn wieder zu Lage gefördert, da man in Paris ganz deutlich durchblickeu lt:ß, daß neben dem deutschen auch der italienische Militär- i'tachö feine Hände im Spiele gehabt habe. Ob sich die Franzosen jemals überzeugen lassen werden, daß dies n cht »er Fall gewesen ist, steht dahm- wir haben aber gesehen,
daß selbst die unzweideutigen feierlichen E.k äruugen de« Staatssekretärs v. Bülow nicht vermocht haben, den Männern an der Seine den Verdacht auSzuredcu. Dasselbe wird der Fall fein mit den im italienischen Parlamente von amtlicher Stelle gegebenen Verficherungtn, daß kein Repräsentant der Regierung jemals direkt oder indirekt mit Drehsul Beziehungen gehabt habe.
Die italienische Regierung hat mit dieser Erklärung in der Kammer einen lebhaften Beifall Lrzielt, den einzigen, den sie b>S jetzt verzeichnen konnte- denn von Erfolgen del LabinetS Rudint kann man «ich- sprechen, nachdem bei der einzigen Kraftprobe, die es bestanden, mit knapper Roth eine Regierungsmehrheit von nur wenigen Stimmen sich ergeben hatte.
Wie wir schon wiederholt auSgeführt haben, hat die von Rudint vorgenommene Reconstruction dem Eabinet keine Stärkung gebracht, eS ist vielmehr fortdauernd gefährdet, da eS keine feste Mehrheit im Parlamente hat, sondern höchstens von Fall zu Fall auf eine Majorität rechnen kann. Die Radicaleu verweigern ihrem bisherigen Führer Zanardelli, seitdem er in das Eabtnet eingetreten ist, die unbedingte Heerfolge, da sie nicht damit einverstanden waren, daß Zanardelli in diesem Ministerium ein Portefeuille übernahm und ungehindert ihre Sonderintereffen verfolgen möchten. Zanardelli« Gruppe ist relativ stark, da sie etwa 50 Mitglieder zählt, und wenn ihr Führer gewollt hätte, fo würde er da- Eabinet Rudint leicht stürzen und selbst die Zügel der Regierung ergreifen können.
Aber ihm fehlt die nöthige Energie und er ist Rudiui dankbar dafür, daß dieser ihn f. Z. zum Kammerpräsidenten erwählen ließ und ihm fortwährend Aufmerksamkeiten erwies, indem er seinen Freunden alle möglichen Zugeständnisse machte. Die Zanardellisten wissen ganz genau, daß ihr Führer jetzt, wo er dal Justizressort leitet und feinen Amts- geschäften den größten Theil seiner Kraft und Zett widmen muß, für Parteizwecke wenig zu haben ist.
Die jetzige Kammer ist bekanntlich oeugewählt, als Rudint die Nachfolgerschaft LrtSptS übernommen hatte. Zur Zeit der damaligen Wahlen war die einzige Parole: Für oder gegen CriSpt! Die Erregung über den unglücklichen Feldzug in Afrika war noch allgemein, und mau war mit RudtntS Programm, auf welchem die Beilegung des Kriege! mit König Menelik an der Spitze stand, einverstanden. Ader Rudivi hatte damals noch mehr versprochen- er hatte auch die Förderung aller productiven Stände des Landes und die
Befreiung der nationalen Wirthschaft von dem drückende« FiskaltsmuS zugesagt.
Der Krieg in Abrffy-üen ist längst beendet, die Wunden, welche derselbe geschlagen hat, beginnen zu veruarbeu, deß- halb ist eS leicht erklärlich, daß man sich jetzt wehr und mehr den Versprechungen CrtSpts auf wirthschaftlichem Gebiete widmet und erkennen muß, daß noch keine der Verheißungen erfüllt' ist. Der F'SkaltSmus ist nicht geringer geworden, was man aal den Maßregeln der Regierung bei der Steuereintreibung schließen kann, die zu den bekannte« blutigen Scroev tu Rom uud zu großen Demoustrattoneu ta den Provtuzen führte.
Jetzt erregen die Verhandlungen in der Kammer über die Herabwinderuug der Kornzölle das größte Jutereffe. Ueber den Anlaß hierzu haben wir tu ausführlichen Tele- grammeu berichtet uud dargelrgt, daß die Brotvertheoerung das italienische Volk aufs Höchste aufgebracht uud eS verleitet hatte, Gewaltthätigkeiten und Plünderungen zu verüben. Mau hat sich tu der Kammer dahin geeinigt, daß die Ermäßigung der Ksrnzölle bis zum 30. April statthaben soll, uud hofft, daß diese Maßregel keinen weseutlicheu Einfluß auf die StaatSfiuaozen haben wird. Auch wenn die Lage des Staatshaushalts beeinträchtigt worden wäre, hätte die Regierung doch die Maßregel gut heißen müffen, da die Erregung tm Volke andernfalls einen gefährlichen Eharacter angenommen und wahrscheinlich zum sofortigen Sturz deX Eabinet- geführt haben würde. (xx)
Deutsche» Meidh
Darmstadt, 4. Februar. Ihre Königlichen Hoheiten der Großherzog uud die Großherzogin werden erst a» Samstag Nachmittag 5 Uhr 8 Mtu. hier wieder riotreffra. — Seme Königliche Hoheit der Großherzog empfinge« gestern den Professor Schaper, der bekanntlich m t der Ausführung de- Denkmal- für weiland Se. Köutgl. Hoheit den Großherzog Ludwig IV. betraut ist.
Berlin, 4. Februar. Gestern Nachmittag fuhr der Kaiser bet dem Reichskauzer Fürsten Hohenlohe vor. Heute Morgen hatte der Kaiser eine Coufereuz mit de« Staat-secretär de- Auswärtigen Amtes Freiherr« v. Bülow und wohnte darauf einer Sitzung de- LandeS-Oecouomie- Collegiums tm Provinzial-Ständehause bet. Heute Nachmittag fand tm Apollosaale del Königlichen Schlosse- tu Gegenwart de- Kaiser- ein Krteg-sptel statt. Heute Abend
Feuilleton.
Schiffsprovisnt einst und jetzt.
Don Hermann (Stelling. (Schluß.)
Wie hat sich seitdem dn« ganze Bild verändert! Der Skorbut ist jetzt eine seltene Krankheit geworden, die tzSchsteus bet Rrtsen in kalren Gegenden unter besonder- tmgüopigen Verhältnissen noch ihre Opfer fordert. Uud woran liegt da«? Durch bte Erfindung der Dampfschiffe fiiad die Seereisen ungeheuer verkürzt wordeu. Dabet ist teir innere Einrichtung der Schiffe eine viel bequemere geworden, die hygienischen Forderungen der Neuzeit haben Berücksichtigung gefunden. Die Zahl der Stationen, wo tele Schiffer frisches Wasser und Nahrungsmittel finden, hat sich bedeutend verwehrt. Außerdem trägt man Sorge für gute Unterhaltung und permanente Beschäftigung der Mann- l haft. Bor Allem aber ist die Verpflegung etue ganz andere geworden. Man kann jetzt monatelang auf einem Sch ffe misev, ohne die Laudkost tm Geringsten zu vermtffeu. I«, bre Schtfflküchen größerer Dampfer sind so vornehm uud reichhaltig auSgestattet wie die Küchen der besten Hotels. Wasser kann man nicht nur öfters erneuern, sondern auch bnsser aufbrwahreu und wenn uöthig desttlltren. Im äußersten Halle find Getränke genug als Ersatz vorhanden. Cacao, Ehocolade, Thee gibt es nach Belieben. Milch kann tu rsudenfirtem Zustande «angenommen und lange Zett auf- bewahrt werden. Bter oder Malzextrakt werden tu ent* sprechender Abschlteßung mitgesührt, Hontg, Shrup, Zucke- fahlen nicht. Kartoffeln und Obst, Gemüse aller Art stehen z«r Verfügung. Mehl wird fest tn Fässer eingestampft, so biß es feine Fruchtigkeit aufnehmen kann. ES steht also Brod und Kuchen jederzeit zu Gebote. Durch Waflereniztehoug :«nservirt man auch Obst uud Kraut, Pilze, Hülseufrüchte a. j. w. Selbst Eier und Milch lassen fich durch Wasser-
eutziehung haltbar machen und brauchen nur zum Zwecke der Benutzung tu Wasser wieder aufgelöst zu werden und find dann ebenso nahrhaft und beinahe ebenso schmackhaft wie tn frischem Zustande.
Die Kunst, da- Fleisch zu conservtreu, ist so weit gediehen, daß man den Braten fix und fettig mttnehmen und monatelang aufbewahren kann. Will man ihn speisen, so wird er nur aufgewärmt. Kälte, Entziehung der Luft, Trocknung u. s. w. gestatten im Ferneren die Mitnahme uud Erhaltung frischen Fleisches- außerdem find alle Arten geräucherte Wurst, Eornedbeef u. s. w. vertreten, auch Suppentafeln, um immer eine nahrhafte Suppe, Fleisch- extract, um jederzeit Fleischbrühe herzustellen. Obst wird getrocknet oder eingemacht mitgesührt. Bier conservtrt man durch chemische Mittel, besonder« durch Saltchlsäure.
So gibt es fast eigentlich keine Speise, fast kein Getränk mehr, da« seine Dienste bei Seereisen versagt. Fahrten wie z. B. nach Amerika mit den dazu nöthtgen neun oder zehn Tagen kommen dabei gar nicht mehr tu Betracht. Den größten Triumph sür die moderne Schiffsausrüstung bietet die große Nansen'sche Polarexpedition, bei welcher nicht ein einziger der Theilnehmer erlegen oder auch nur erkrankt ist. Nansen äußert fich in seinem Werke: „In Nacht und Eis" über die wichtige Frage geeigneter Verproviantirung wie folgt:
„Auf unsere Verproviantirung wurde selbstverständlich besondere Sorgfalt verwendet, da darin ohne Zweifel die gefährlichste Quelle des Skorbut« und sonstigen Elends liegt. Das Resultat unserer Erwägungen war-, daß bei lang- dauernden arktischen Expeditionen die Eonfervirung von Fleisch und Fisch durch Salzen, Räuchern oder unvollständiges Dörren als mangelhaft und verwerflich anzuseheu ist. Der leitende Gedanke bei der verproviantirung muß sein, die Leben-mittel entweder durch sorgfältiges und vollständiges Dörren oder durch Sterilisiten vermittelst Wärme vor dem verderben zu bewahren. Wonach ich ferner trachtete, war,
nicht allein nahrhaften und gefunden Proviant zu bekommen, sondern auch für so viel Abwechselung al« möglich zu sorgen." — Nansen berichtet dann, daß man Fleisch von allen Sorte« tn hermetisch verschlossenen Büchsen mitgenommen habe, ferner gedörrte Frsche und Fischconserven, die an Bord sehr begehrt waren (besonder« Fischpudding und cooservirte Makrelen)- Kartoffcln, sowohl gedörrte, al- solche tn Büchsen), allerlei conservirtes und gedörrte- Gemüse, gekochtes und gedörrtes Obst, Eingemachte« und Marmelade in Menge - gezuckerte und ungezuckerte condenfirte Milch, conservirte Butter, getrocknete Suppen verschiedener Art und viele andere Dinge. „Außerdem hatten wir viel Mehl zum Backen von frischem Brod.- Jede« einzelne Nahrungsmittel wurde chemisch auf feine. Qualität untersucht und sorgfältig verpackt, selbst Brod und getrocknete Gemüse löthete mau in Zinkkiste« ein, um sie gegen Feuchtigkeit zu schützen. All Getränke dienten Ehocolade, Kaffee, Thee, Milch, Bier, Eitronensast mit Zucker u. s. w.
Dabei war da- Schiff vorzüglich construirt uud mit allen Errungenschasteu der modernen Wissenschaft uud Technik ausgerüstet. Alle möglichen Apparate uud Jnstrumeute dienten wissenschaftlichen oder anderen Zwecken. Die Thätig- kett war streng geregelt, ebeoso für Abwechseluog uud Zerstreuung auf das Beste gesorgt. Man harte allerhand Spiele, eine Bibliothek und Musikinstrumente an Bord. Eine Zeitung wurde herau-gegeben - mau veranstaltete Concerte uud Auf- sühruugeu uud bei besonderen Gelegenheiten gab eS ordentliche Festessen. So verzeichnet Nansen am Geburtltage deS Sapitänl der „Fram" folgende« Menu: Hühoersuppe, gekochte Makrelen, Rennthrerrippen mit gebackenem Blumenkohl und Kartoffeln, Maccaroni Pudding, io Milch gedämpfte Birnen und Bier. Siu solche« Diner tm höchsten Norde«, nur umgeben von EiS und Schnee, kann man fich schort gefallen lassen!


