* Wiesbaden, 1. Juli- Der hier verstorbene Schrift« stelle» Demmin vermachte fein beträchtliches Vermögen dem deutschen Schriftstellerverband, und der Stadt Wiesbaden feine AlterthumSfammlung mit der Billa, die 250000 Mark werth ist.
• Minden, 30. Juni. Einen Dauerritt außergewöhn- ltcher Art machte in den letzten Tagen der Lieutenant SÜS aus Minden vom Ulaneu-Regiment Nr. 7. Er legte den 550 Kilometer langen Weg von der Garnison Saarbrücken dir Minden in meist stark gebirgigen Gelände in 6 Tagen und 69/4 Stunden zurück. Retter und Pferd laugten in vorzüglicher Verfassung hier an. Da» zu dem Ritt benutzte Pferd war eine zehnjährige Stute hannoverscher Rasse.
* Sin Deutscher als Opfer de» spanisch, amerikanischen Krieges. In einem Gefecht vor Cuba fiel der tu nord- amertkantschem Militärdienst stehende, 38jährige Wachtmeister Wilhelm CoerS eines Reiterregiments. Der Gefallene, der au» Lüerdissen gebürtig ist, hatte in Deutschland seiner dreijährigen Militärpflicht beim 10. Feldartillerie Regiment tu Hannover genügt. Bor etwa einem Jahre wanderte er nach Amerika au» und trat bet AuSbruch des Krieges in die Dienste der Union.
* Sine Briefmarke für 5000 Mark. In London ist soeben eine argentinische Briefmarke für 250 Lstrl. (5000 Mk.) verkauft worden. Es ist eine Werthmarke für Zollzwecke und hat neu einen Werth von 1400 Peso» gehabt (5600 Mk.) Die Marke ist 3 Ctm. hoch, 2 Ctm. breit, blau und zeigt in der Mitte einen Geniu», der au» dunkler Wolke Blitze heruiederschleudert auf mehrere Schiffe, die dem Hafen nahen. Unterschrift 1400 Pesos. Die Marke gehört zu den größten Seltenheiten.
• Völkergrruch und «Geschmack. Ein Augenzeuge schreibt den „M. N. N." au» Kiautschou: „Wenn ich mir vorstelle, wa» hier in der „werdenden Stadt" deutsche Schloffer- vder Maschinenreparaturwerkftätten, Büchsenmacher, dann alle feineren Bauhandwerker verdienen könnten, dann ist e» mir unverständlich, daß keiner der von Shanghei kommenden Dampfer bis jetzt auch nur einen unserer doch wahrlich nicht schwachherzigen Landsleute von zuhause gebracht hat. Und nun erst ein deutscher Bäcker, ein Schweinemetzger, und — da» Beste zum Schluß: ein Brauer! Flotte und Garnison muß fich für ihre Nahrung den pfisfigen Chinesen in Verpflegung geben, ihr schlechte» Brot effen und das entsetzlich rheure, hierher exportirte Flaschenbier trinken. Dabei hat alle», was von den Chinesen zubereitet wird, einen specifischen Chtneseugeschmack, der auf die Dauer geradezu widerlich wirkt!" — Dagegen räth er anderen Handwerkern, namentlich Schuh« machern und Schneidern ab, da deren Arbeit von den Chinesen ebenso billig wie geschickt geleistet werde.
♦ Zur Paiästiuafahrt de« Kaisers. Wie verlautet, werden den Kaiser auf seiner Reise nach Jerusalem die Chef» der CultuSdepartementS aller deutschen Bundesstaaten begleiten.
* ChloroformirteS Eiweiß. Eine bemerkenSwerthe Mit- theilung haben die beiden englischen Forscher Farmer und Waller an die Königl. Gesellschaft in London gelangen laffen. Ihre Untersuchungen sollten ermitteln, ob die auf den Menschen wirkenden und auch in der Heilkunde verwandten Beiäubuugsmitrel Aether und Chloroform, daneben auch die Kohlensäure, eine ähnliche Wirkung auf den Grundstoff des Leben», auf da» thterische und pflanzliche Eiweiß, besäßen. E» wurden zwei Behälter mit den betäubenden Dämpfen gefüllt und in den einen ein Blatt der bekannten Wasserpest (Elodea canadenaia) und in den andern ein Nerv auS dem Schenkel eines gemeinen GraSfrosche» gelegt- in erster« Falle wurde die Bewegung des Blattgrün» in den Blattzellen durch ein Microskop beobachtet, im andern die Bewegungen de» Froschuerven an einem Galvanometer gemessen. Kohlensäure veranlaßte zunächst eine leichte Beschleunigung der Bewegungen, woraus dieselben plötzlich aufhörten- e» trat eine Betäubung de» Leben» ein, die sich unter dem Zutritt frischer Lust erst nach zwei bi» drei Minuten legte, indem in dem Blatte die Chlorophyll Körnchen fich erst langsam und unregelmäßig dann wieder schneller bewegten, bi» fie ihre normale Thätigkeit wieder erlangt hatten. Unter der Einwirkung von Aether- und Chloroformdämpfen spielten fich dieselben Erscheinungen in dem lebenden Eiweiß ab. Man kann daraus entnehmen, daß diese Betäubungsmittel auch beim Menschen eine gleichmäßige Einstellung der Thätigkeit in der Mehrzahl der Organe Hervorrufen.
• Kapellmeister Iwan Schulz in Homburg, der fich s. Z. al» Leiter der Carl Mryder«Concerte in der Börse in Frankfurt Vortheilhaft eingeführt hatte, hat von dem Verwaltung»- rath de» Zoologischen Gartens in Frankfurt den Antrag erhalten, die Oberleitung der Gartenconcerte zu übernehmen. E» ist ihm die Befugniß ertheilt, die Capelle nach seinem Ermessen zusammen zu stellen, den Dirigenten für die Sommer- concerte und täglichen Winterconcerte zu ernennen und hat im Winter, so weit es seine freie Zeit in Homburg erlaubt, eine Anzahl von größeren und Shmphonie-Concerten zu dirigiren, bei welchen da» Orchester auf 50 Mann verstärkt werden soll. — Der verstorbene Caprllmeister Keiper wäre damit in glücklichster Weise ersetzt.
* Die Diatekik de» Bergsteigens. „Wie da» Dresdener Journal" mittheilt, finden fich im „The Badminton Library“ Mittheilungen über die beim Bergsteigen zu beobachtende Diät, die gerade jktzt, wo dir Zeit der Bergtouren herannaht, von Interesse find. Es ist zweifellos, daß für Jeder- mann ein gewisser Zeitraum nöthig ist, um sich an den Wechsel der Diät und einer Umgebung zn gewöhnen. Was die Diät beim Bergsteigen betrifft, so könnte man fie in den einen Rath zusawmenfasseu: Iß so gut du kannst und so viel du willst. ES ist namentlich viel darüber gestritten worden, ob der Alkohol beim Bergsteigen zuträglich sei oder nicht. Im Großen und Ganzen wird man zweifellos sagen können, daß, je weniger Alkohol man genießt, die» desto bester ist. Manche haben ein Borurtheil gegen da» Trinken von Gletscherwaffer,
1 und e» ist natürlich unvorsichtig, viel kaltes Wasser zu trinken, wenn man erhitzt ist und sich au»ruhen will- aber wenn mau weitergeht, schadet Wasser, mäßig genossen, nicht im Geringsten. Die beim Bergsteigen verbrauchte Kraft muß auf zweierlei Weise ersetzt werden. Erstens durch da» Athmeu und zweiten» durch daS Essen. Der Ermüdete möchte natürlich am liebsten Spirituosen oder wenigsten» Getränke haben, da Flüssigkeiten schnell verzehrt werden und so die gewünschte Erleichterung schneller eintritt. Doch ist diese Wohlthat nur vorübergehend von Erfolg, die Hauptsache für einen Ermüdeten ist Essen. Am besten ist e» natürlich, rechtzeitig zu essen, so lange man noch nicht übermüdet ist. Wenn Jemand gänzlich erschöpft ist, thut man am besten, ihm so lange Ruhe zu gönnen, bi» er eine Kleinigkeit essen kann. Sehr ungünstig ist e», einem Erschöpften Branntwein zu geben, dagegen wird etwas Sect ihm sehr zuträglich sei« und Appetit machen. Sehr große Anstrengungen wirken natürlich auch schädigend auf die Verdauung, weßhalb ein Tourist, der Abend» müde Rast macht, sehr leichte Speisen und gar keinen Wein zu fich nehmen soll. Wenn vor Allem der ganze Körper auSruhen soll, so ist e» schädlich, ihm noch die Verdauung einer schweren Mahlzeit aufzubürdeu, andererseits wird aber, im^Falle daß gar Nicht» gegessen wird, da» beste Heilmittel, der Schlaf, ausbleiben. Schwacher Thee für Diejenigen, die ihn vertragen, und leichte Suppen werden den Schlaf mehr begünstigen al» Fletfch- geuuß - auch weiße» Brod und Milch ist ein ausgezeichnete» leichtes Abendessen. Zu warnen ist übrigens auch davor, früh Morgens ganz nüchtern aufzubrechen. Am besten ist warme Speise, sehr gut geeignet zum Frühstück Chocolade und Milch. Wer früh Morgens keine festen Speisen zu effen vermag, wird fich durch Milch sehr lang die Widerstandsfähigkeit erhalten. Endlich wird den Touristen empfohlen, stet» Chocolade bei fich zu tragen, die ziemlich nahrhaft ist und, felbst nur in kleinen Quantitäten genossen, leicht vor dem Ueberhungern schützt.
♦ Ueber die Eelöferkirche in Zernsalem findet fich in „Karl Stangen» Verkehrsztg." (Berlin W) ein interessanter Artikel, dem wir Folgende» entnehmen: „Die Erlöser- kirche gewährt von außen einen stattlichen Anblick, namentlich aber kommt fie zur Geltung, wenn man von der Höhe de» Oelberge» aus da» Gesawmtbild der Stadt auf fich wirken läßt. Ueber den schweren Kuppeln der benachbarten Heiligen GrabeSkirche ragt ihr 50 Meter hoher, schlanker, weißer Thurm stolz in die Luft empor, und auch von anderen AuSfichtSpunkten, wie vom Plateau de» Haräm each Scherif, de» alten Tempelplatzes, aus macht da» Gotteshaus einen bedeutsamen und würdigen Eindruck. Die Kirche ist im Plan, wie im Aufbau nach den Angaben de» Geheimen Bauraths F. Adler getreu den Resten der alten 1048 von Kaufleuten au» Amalfi errichteten Maria Latina major nachgebildet, deren noch erhaltene» Nordportal in da» neue Hau» eingebaut worden ist. Nur der Thurm ist freier Compofition und man erzählt, Kaiser Wilhelm II. selbst habe die Scizze zu seinem ersten Entwurf gezeichnet. Der Ban ist im südfranzöfischen Uebergangsstil au» dem Anfang de» zwölften Jahrhundert» gehalten, der jedoch stark mit arabischen Elementen vermischt ist, die besonder» in den flachen Dächern, in einzelnen Profilen und in dem die Kugel umgebenden Zackenkranz zu Tage treten. Wie alle Kreuzfahrerktrchen ist auch die Nachfolgerin der Maria Latina major vierjochig, dreischiffig und im Osten mit drei Chornischen versehen. Mittel- und Kreuzschiff find erhöht. Ueber der Vierung wölbt fich die ansehnliche Kuppel, der Thurm erhebt fich über dem südwestlichen Joche des südlichen Seitenschiffe». Da» Gotteshaus ist ein reiner Stein- bau, zu dem Kalkstein von Bethlehem und anderen Orten der Umgegend Jerusalems verwendet worden ist. Die Dächer find mit Kalksteinplatten gedeckt, die auf Bogen ruhen. Da» Hauptportal befindet fich an der Kronprinz Friedrich-Wilhelm- straße, link» neben dem Thurm. Die Steinarbeiten, die von einheimischen Bauleuten auSgesührt worden find, find bi» auf den Altarbau vollendet, so daß mit dem Abtragen des Gerüstes, das jetzt noch den Thurm theilweise umgibt, in nächster Zeit begonnen werden kann. Der ziemlich weiche aber sehr wetterfeste Kalkstein ist mit der landesüblichen Steinsäge bearbeitet worden, und wir sahen noch einige bräunliche Gestalten ihr primitive» Werkzeug handhaben. Die Leute stammen nur zum Theil au» Jerusalem selbst. Meist find es Fellachen au» den umliegenden Ortschaften. Alle Arbeiter, die wir sahen, machten einen guten Eindruck, und der deutsche Einfluß, unter dem fie während der fünf Baujahre gelebt haben, wird gewiß auch seine dauernde gute Wirkung bei ihnen nicht verfehlen.
* Der letzte Kreuzer. Am 30. Juni ist in Oesterreich die allgemeine Verpflichtung zur Annahme der Kupfer- Scheidemünzen von einem und von einem halben Kreuzer österreichischer Währung im Privatverkehr erloschen. Der Kreuzer hat seine Rolle im Geldwesen Oesterreich» au»gespielt. Seit dem 15. Jahrhundert hatte der Kreuzer als deutsche und österreichische Scheidemünze gegolten, sei e» rheinischer, in ConventtouSmüuze, oder in österreichischer Währung. ES wird daher wohl noch einige Zeit dauern, bi» der Stellvertreter de» Kreuzers, da» Zwei«HellerftÜck, nicht mehr mit „Kreuzer" verwechselt wird.
* „Da» kann nur ein Sdelmaun verstehen!" Bei einem Festmahl, mir dem dieser Tage das Jubiläum de» Friedrichs- Collegium» in Königsberg t. Pr. begangen wurde, hielt Herr AmtSgerichtSrath Stürmer die Festrede. Der Redner, der in seiner Jugend vielfach Gelegenheit gehabt, in dem gastlichen Hause eines berühmten Schüler» des Fridericianum», de» ReichSgerichtSpräfidenten a. D. Stmson, zu verkehren, dem er die Kenvtniß einiger sehr werthvoller Episoden au» dem persönlichen Verkehr Simson» mit dem Fürsten Bismarck verdankt, gab nach der Hartung'schen Zeitung u. A. folgende Reminiscenz zum Besten: „Herr v. Bismarck- Schönhausen, durch eine frappirende Offenheit und die I verblüffende Originalität der von ihm vorgebrachten neuen Gesichtspunkte sozusagen daS enfant terrible der eigenen Partei, war durch da» Vertrauen seiner Stande»genossen
. auch in den preußischen Landtag entsandt, wo er alsbald mit I der Ordnung des Hause» und dem darüber wachenden Schriftführer in Conflict gerieth. Bor da» Tribunal de» Präsidenten Simsou citirt, war dieser ernstlich bemüht, ihn zu einem gütlichen Ausgleich zu bewegen, bi» Herr v. Bismarck die Verhandlung mit dem ungeduldigen Ausruf unterbrach: „DaS verstehen Sie nicht! Da» kann nur ein Edelmann verstehen \" Ei» erstaunter Aufblick de» Präsidenten traf ihn, und es erfolgte die prompte Antwort: „Und das sagen Sie mir, mir, deffen Stammbaum wehr als 2000 Jahre zurückreicht Diese schlagfertige Antwort, die zugleich eine Abwehr einer verborgenen weiteren Insinuation enthielt, hatte ihm die Achtung seines Widerparts erworben, die ihm von nun an in seiner ganzen politischen Laufbahn verblieb und bei mehrfachen Gelegenheiten betätigt wurde.
• Einen sonderbaren Aufbewahrungsort für Geld hatte sich die Frau eine» Krebshändler» ausgesucht. In einer Berliner Gemeindeschule des Westens fand der Lehrer bei einem Schüler der Mittelklassen in deffen A t l a S z w ö l f Hundertmarkscheine. Der Lehrer übergab die Banknoten dem Rector, welcher die Eltern des Knaben benachrichtigte. In überraschender Weise erklärte fich nun der bedeutende Besitzstand des Jungen. Die Eltern hatten am Sonntage zuvor eine Spazierfahrt unternommen, und von der Mutter war, um daS Betriebscapital ihres Mannes vor Diebesfingern zu sichern, die Summe von 1200 Mk. in dem Ranzen ihres Jungen versteckt worden, in der Annahme, daß Einbrecher wohl kaum in der Schulmappe eines Kindes etwas Be- gehrenSwerthes suchen würden. Allerdings vergaß fie bann ganz und gar, am anderen Morgen das Geld aus dem Versteck zu entfernen, und fo nahm der Knabe den Schatz zur Schule mit.
* Cteuerkuriosum. Daß fich Leute beschweren, wenn fie zu Steuern herangezogen werden, erlebt die Steuerverwaltnnr alle Tage. Ein Bürger aber, der daraus aufmerksam macht, daß er bei der Besteuerung vergessen sei, ist eine ausftellungSwürdtge Seltenheit. Die Berliner städtische Steuer-Deputation erhielt dieser Tage von einem Herrn S° folgende Zuschrift:
„Oft trat der flinke Steuermann Recht pünktlich mit dem Zettel an, Doch jetzt muß ich Euch zugestehen, Er läßt fich ganz und gar nicht sehen, Und die Saison ist, unbestritten, Schon bis zum Ufer vorgeschritten.
Strack» schnellt empor der Bürger sinn, Dieweil ich zahlungsfähig bin.
Durchdrücker, Herr, daß Gott verhüte, Hier ein vergessener Zenfite!
Hnivcrfitäte - Nachrichten.
— Professor Dr. Busse in Rostock, der vorher sechs Jahre in Tokio thättg war, ist als Professor der Philosophie an die Universität Königsberg berufen worden und hat diesen Rus angenommen.
— In Stuttgart starb am 28. Juni der aus Kurland stammende frühere Pastor Professor Dr. Schmidt-Warneck, der sich eifrig mit den Fragen der Sociologie beschäftigte und eine Reihe diesbezüglicher Schriften verfaßt hat. Er erreichte ein Alter von 67 Jahren.
Halle a. S., 30. Juni. Die 200jährige Jubelfeier der „Franke'schen Stiftungen" wurde gestern Abend und heute durch Festgottesdienst in den Kirchen „Sanct Georgen" und „Ulrich", ferner durch eine Gedenkfeier am Grabe Frankes, sowie durch festliche Veranstaltungen etngeleitet. Heute fand ein Festact im großen Saale der Stiftungen statt, welchem CultuSmtnister Dr. Bosse, Ober- prästdent Staatsmtntster Dr. v. Boetttcher, Rector und Senat der Universität, sowie Vertreter der städtischen Behörden und Andere beiwohnten. Nach der Festrede des Directors Fries hielt Minister Dr. Bosse eine Ansprache, in welcher er darauf hinwies, daß die ganze evangelische Welt dies bedeutsame Fest mitfeterte und verkündete im Namen Sr. Majestät des Kaisers, daß den Stiftungen die Marmorbüsten Kaiser Wilhelms I. und Kaiser Wilhelms II. verliehen worden seien. Im Namen der Universität überreichte der Rector, Professor Volhard, eine tabula gratulatoria; die theologische Facultät der Universität Halle ernannte Director FrieS zum Ehren- doctor, hierauf folgten Ansprachen im Namen der Behörden der Stadt Halle, deS Großherzogs von Sachsen Weimar, der evangelischen Geistlichkeit von Halle, der Brüdergemeinde Herrnhut und Anderer. Ihre Majestät die Kaiserin sandte ein Glückwunschtelegramm. Ehemalige Schüler und die Stadt Halle stifteten Kapitalien zur Gründung neuer Waisen-Freistellen. Ein große Zahl ftüherer Schüler ist zur Feier etngetrossen.
Unterhaltungen in Bad-Nauheim
vom 5. Juli bis 10. Juli.
Dienstag den 5. Juli, Nachmittags von 4 bis 7 und von 8 bis 88/< Uhr auf der Terrasse: Eoncert der Capelle des Thüring. Ulanen-Regtments Nr. 6 aus Hanau. Bei gutem Wetter spielt die Kurcapelle von 6 bis 8 Uhr am Tetchhause. Mittwoch den 6. Juli, Nachmittags von 5 bi» 7 und von 8 bis 10 Uhr: Eoncert der Kurcapelle auf der Terrasse. Abends 8 Uhr: Theatervorstellung. Goldfische. Donnerstag den 7. Juli, Nachmittags von 5 bis 7 und von 811 bis 10 Uhr: Eoncert der Kurcapelle auf der Terrasse. Von 81/« bis 10 Uhr spielt die Capelle Tänze und kann auf dem nordwestlichen Theile der Terrasie getanzt werden. Freitag den 8. Juli, Nachmittags von 4 bis 8 Uhr auf der Terrasse: Eoncert der Capelle des Pionierbataillons Nr. 16 aus Metz. Abends 8 Uhr: Theatervorstellung unter Mitwirkung der Kurcapelle. Gasvarone. SamStag den 9. Juli, Nachmittags von 4 bi« 7 und von 8 bi« 8»/4 Uhr auf der Terrasse: Eoncert der Capelle des Brandenburgischen Fuß- arttllerie-Regiments Nr. 3 (Generalfeldzeugmetster) auS Mainz. Abends von 8 btS 10 Uhr im Saale: Tanz. Vorläufige Anzeige: Sonntag den 10. Juli, Nachmittags von 41/« bis 7 und von 8 bis 10 Uhr Uhr auf der Terrasse: Doppel«Concert des 120 Mann starken Kölner Liederkranz und der Kurcapelle.
Jede sorgsame Mutter sollte auf den Rath des ArzteS hören und beim Waschen der Kinder die ärztlich empfohlene Patent-Myrrholtn-Seife anwenden. So schreibt z. B. ein bekannter Arzt: „Bet meinem Kindchen (z. Zt. V» Jahr alt) wegen oberflächlicher Hautschrunden re. zu Waschungen in Gebrauch genommen, hat sich großartig bewährt." Die Patent- Myrrholin-Seife, welche überall, auch in den Apotheken erhältlich, ist bereits in vielen Familien unentbehrlich geworden. 360


