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Nr. 285 Viertes Blatt-Sonntag den 4. December 1S9S
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welche Wei Hat Wei Tennen, sei der Platz sowohl militärisch tote nautisch von gröberem Weiche, all man Anfangs an» znnehmen geneigt war. dr selber zögere nicht, sitae Ansicht dahin anßzniprechen, daß Wet-Hat-Wei noch einmal eine der besten Flotter,stalionen werden wird, welcke Eiland besitze.
Gießen, den 30. November 1898.
Bett.. Die Bildung der Wiesenvorstände.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
«» die «rosth. Vürgermetftereieu des «reise».
Diejenigen von Ihnen, welche unserer Auflage vom 8. November l. I» (Gießener Anzeiger No. 264) noch nicht entsprochen haben, werden an deren Erledigung erinnert.
v. Bechtold.
Hbrcflc für DtprschkN: Auzetgtk chletze«.
Fernsprecher Nr. 61.
CecaUt und provinjittU».
— Die Veneralverfammlang der lavdwirthschaftliche» ®t» nossenschaftlbavk in Darmstadt, leit dem aus bekannten Gründen erfolgten Rücktritt des Direktors und des Rendanten von einem provisorischen Vorstand geleitet, ist auf kommenden Montag, den 5. d. Mts., zu einer erußerordent- lichen Sitzung berufen, um durchgreifende Aeudernngeu tu der Bervoaltung der Bank, Erhöhung des Grundkapitals und Anderes zu beschließen, sowie um einen neuen Bankdirector zu wählen. Trotzdem für einen Bankdirector 6000 Mark Gehalt vorgesehen find, sollen fich zum Eintritt in den Bankoorstand und zur Uebernahme des Direetor- postens nur Oeconomierath Dett Weiler. Guttbefitzer in Laubenheim und Rechnungsrath Ihrig, Geschäftsführer des Verbandes der landwirthichaftlicheu Genofieaschaften 'm Groß» herzogthnm Hrffeu und Generalsecretär des deutschen Genossen- fchaftsverbae des, gemeldet hoben.
Darmstadt. 2. November. Noch eine kleine Episode aus dem Leben Grobherzog» Ludwig IV. wird un« au» Friedberg mitgeth ilt. Es war Anfang» der 80 er Jahre, al» die Groß herzogliche Familie während der Herbstmanöoer auf etwa 14 Tage im dortigen Schlöffe Auscnlhalt nahm. Eine» Tage» wurde beschloffen, ein Picknick im Walde zn veranstalt n. In der Näbe de» Hofe» Haffelheck fand fich ein geeigneter Platz- ein Feuer rouroc entzündet, bald war der Tbee zubereitet, und die hohen Herrschaften lagerten fich zum Essen in» weiche Moo», rund um da» Feuer. Da kam eine Schaar Schuljungen, jedenfalls au» Obermörlen, durch den Wald daher. Erstaunt hielten sie vor den sonderbaren Fremden und deren Treiben still. Einer, dem die Sache etwa» bedenklich erschien, brachte, verleitet durch die bunte Kleidung der Lakaien, mit dem Rufe: „Zigeuner, Zigeuners seine ganze Schaar zur schleunigen Flucht. Die Scene erweckte bet den Hohen Herrschaften stürmische Heiterkeit. Abend» bei der Tafel erzählte bann der Grobherzog seinen Gästen unter heiterster Miene die Geschichte, und noch tagelang gab der Vorfall Stoff zu beiterer Unterhaltung.
fltzes haben, der andere des Strebens nach «rwerb ist nicht weniger berechtigt, aber für die Sicherung und Fortbildung । deS Staates ist das Uebergewlcht Derer, die den Besitz ver» > treten, das Nütz'ichere. Ein Staatstoesen, dessen Reoiwent i in den Händen der Begehrlichen, der novarum rernm oupidi, und der Redner liegt, welche die Fähigkeit, urtheilslose Massen zu belügen, in höherem Masse wie andere besitzen, wird stets zn einer Unruhe der Entwicklung verurtheilt sein, der fo gewichtige Massen, tote staatliche Gemeindewesen find, nicht folgen können, ohne in ihrem Organismus geschädigt zu »erden. Schwere Massen, zu denen große Nationen in ihrem Leden und ihrer Entw ck.uug gehören, können fich nur mit Boi ficht bewegen, da die Bahnen, in denen fie einer unbekannten Zukunft rotgegenlaufen, nicht geglättete Eisenschienen haben. Jedes große staatliche Gemeinwesen, in welchem der voifichtige und hemmende Einfluß der Besitzenden, materiellen oder intelligenten Ursprungs, verloren gehr, wird immer In eine der Entwicklung der ersten franzöfischen Revolution ähnliche, den Staatswagen zerbrechende Geschwindigkeit gerathen. Da» begehrliche Regiment hat daß auf die Dauer durchschlagende Urbergewicht der größern Masse. Es ist im Interesse dieser Masse selbst zu wünschen, daß dieser Durchschlag ohne gefährliche Beschleunigung und ohne Zertrümmerung des Staatswagens erfolge. Geschieht die letztere dennoch, so wird der geschichtliche Kreislauf immer in verhältnißmäß g kurzer Zeit zur Diktatur, zur Gewaltherrschaft, -um Absolutismus zurücksühren, well auch die Massen schließlich dem Ordnungs- bedürfuiß unterliegen, und wenn fie e- a priori nicht er- fennrn, so sehen sie eS infolge mannigfaltiger Aigumente ad hominem schließlich immer wieder ein und erkaufen die Dehnung von Diktatur und LäsarismuS durch bereitwillige» Ausopfern auch des berechtigten und festzu- haltenden Maßes von Freiheit, daS europäische staatliche Gesellschaften vertragen, ohne zu erkranken. Ich würde eS für ein erhebliches Unglück und für eine wesentliche Verminderung der Sicherheit der Zukunft ansehen, wenn wir auch in Deutschland in den Wirbel diese! französischen Kreislaufs geriethen.
Dcrmifdptt*.
♦ Cassel, 1. December. Prinz Friedrich Leopold von Preußen, der neu ernannte Eommandeurder22. Infanterie. Diviflou, nebst Gemablin, Gefolge und Dienerschaft, traf von seiner bisherigen R fisenz Schloß Glienicke bet Potsdam gestern Nachmittag 8,45 Uhr hier ein, nm sein Lommavdo nunmehr definitiv zu Übernehmen.
* Mannheim. 1. Dec mber. Herr Hofinstrumentenmacher Heinrich Keßler theilt mit, daß es ihm gelungen lei, die Zusammensetzung eines LackeS für den Geigenbau zu ermitteln, die derjenigen des LackeS der berühmten italienischen SeigenbaumetsterS des 17. und 18. Jahrhunderts, wie Giuseppe Guarneri, Antonio Stradivari u. s. w. gleichkomme. Die Professoren HanS Becker in Leipzig und Tchwendemann am Würzburger Conseroatorium haben je eine mit dem neuen Lack präparirte Geige bekommen und sollen über deren weichen, herrlichen Ton entzückt sein- auch der Glanz soll demjenigen der alten Geigen sehr ähnlich sein.
• Mannheim, 30. November. Die Frage, ob das Dctroi auf Mehl und Brod einenverthenernden Einfluß auf die Brodpretse ansübt, hat in der gestrigen Bürger« auSschnhfitzung eine interessante Beleuchtung erfahren. Einer der Redner, Kaufmann Jakob Kuhn, machte nämlich die Mit- theilung, daß die Abschaffung des Oktrois auf Mehl und Brod, welche im vorigen Jahre erfolgte, die von den Gegnern des Oktrois verkündete Reduction der Brodpretse nicht zur Folge gehabt habe. Kahn wies darauf hin, daß im Juli ds. Jrs., als daS Octrot auf Mehl und Brod noch existlrte, bei ^anz d-n gleichen Getreidepreisen, wie fie heute bestehen, für den 4sfündigen Laib Brod 46 Pfg. bezahlt wurden, während beute, nachdem das Ociroi nicht mehr besteht, derselbe 50 Pfg. kostet. Es werden also heute ohne Oktroi 4 Pfg. mehr für den Ipfflnbigen Laib Brod bezahlt al» im Juli v. JrS. mit Oktroi. Dazu »st noch zu bemerken, daß die i tzigen Brodmehlpreise schon seit dem 15. September bestehen, also auch der Einwand nicht in Betracht kommen kann, daß die Bäcker infolge thtuerer Abschlüsse noch auf höhere Brodpretse halten müssen, vielmehr werden die Bäcker jetzt größtentheils schon das zu billigen Preisen bezogene Brodmehl verbacken.
Paris, 2. December. Ein Antrag auf Einführung der zweijährigen Dienstzeit ist in der französischen Kammer eingebrachr, derart, daß die unterzeichnenden 60 Abgeordneten die Aushebung der einjährigen Dienstzeit v'rlcmgen und für alle Pflichtigen gleichmäßig zwet Jahre Dienstzeit beau- tragen. B S nahezu ein Drittel aller Soldaten hatte nämlich,theils infolge besserer Schulbildung, theils infolge der Berufsart oder als Stützen von Familien u. dgl., nur ein Jahr zu dienen, während etwas mehr alS ein Drittel wegen FamUien- verhältntsse zwei Jahre und der Rest drei Jahr diente. So blieb die Last des dre jährigen Dienstes meist auf dem gewöhnlichen Arbeiter und dem Bauern liegen. Da aber die zweijährige Dienstzeit eine bedeutend größere Zahl von Re- krutta verlangt als die dreijährige, und da vis jetzt alle überhaupt tauglichen Mannschaften auch wirklich eingestellt worden find, so hat der Abgeordnete Rolland im Senate beantragt, die Anforderungen an die körperliche Tüchtigkeit herabzusetzen und auch die bis jetzt als minder tauglich (demi-bons) erachteten Wehrpflichtigen e nzustellen. Trotzdem wird die Folge der Einführung der zweijährigen Dienstzeit die Schwächung der Trnppeneinheiten sein, auch ist eS sehr fraglich, ob alsdann noch die vöthige Anzahl von Unter- Offizieren aufgebracht werden kann.
Spanien nvd Nordamerika Nachdem die vereinigten Staaten so ziemlich alle Kolonien Speiens eingesteckt Haden, wollen fie diesem »hochherzig^ entgegenkommen. ES wird nämlich aus Philadelphia gemeldet, die Wiederherstellung freundschaftlicher Beziehungen zu Spanien sei im Gange. Da Spanien den amerikanischen Wünschen so schnelles Entgegenkommen gezeigt habe, bestehe die Abficht, ein vollkommenes Einvernehmen herznstellen, durch das die vor- handenro Streitpunkte so bald als möglich aus der Welt geschafft würden. — vielleicht denkt man daran, de« geleerten Staatsiäckrl Spaniens eine kleine Zuwendung zu machen.
Aste». DaS britische Urtheil über die Vorzüge von Wei«Hat«Wei, das die Engländer erwarben, um einen Gegenzug gegen die russische Besetzung von Pott Arthur zu führen, hat sehr geschwankt. Jetzt wird ein Gutachten bekannt, das sich sehr günstig über den neuen Flottenstützpunkt auSspricht. Oberst Lewis, welcher mit einer Anzadl Ingenieur Osfiziere nach Ehina gesandt wurde, um dem Krieg!- Ministerium über Wei Hai-Wei Bericht zu erstatten, äußerte fich, nach de« einstimmigen Urtheil aller britischen Offiziere,
t>€Utfd?es Reich.
Berlin, 2. December. Der geiommte Reichshaus- baltsetat für 1 899 ist nunmehr seitens des Bundes- Uaths beruhen und für den Re chstog zur Drucklegung sertiggestkllt. Der Etat wird somit gleich nach der Eiöffuung lern Reichstage zugehen.
Berlin, 2. December. Di? in verschiedenen Zeitungen enthaltene Mittheilung, daß die Reichsv-rtretung beabsichtige, für eine Collectio Ausstellung des deutschen Weinbauer auf der Pariser Welt-Ausstellnug iu Paris einen Zuschuß von 50,000 Mk. zu leisten, beruht der ^Nordd. Allg. ßtg/ zufolge auf einem Jrrthum. Die für diese Ausstellung retchS- setig ins Auge geiahte Förderung besteht vielmehr in der Ueberlaffung der für die Ausstellung erforderlichen Raume gar unentgeltlichen Benutzung.
Berlin, 2. December. Jr der HrdwigSkirche wurde heute Vormittag H Udr anläßuch des RegierentS-JubilauwS bei Kaiser» Franz Joses ein feierliches Tedeum ab« Gehalten. Zu dem F'stocte fanden fich u. A ein: ReichS- tar gier Fürst Hohenlohe, sämmiliche Miuister, die hier anwesenden Bnndksraths Mitglieder, die Generalität, sowie zahlreiche Angehö ige der österreichischen (Kolonie.
Berlin, 2 December. Die ,Norod. Allgem. Zrg." schreibt: Die Einrichtung des Reichs-Militärgerichts auf Grund der mit Bayern erzielten Verständigung, wonach ein besonderer bayerischer Senat eingerichtet werden soll, wird Ver Gegenstand eintS GesetzenrwurfeS fein, durch welchen der Schlußstein in die neue einheitliche MililSr-Gerichtsordnung eiagefflgt werden wird. ES steht zu erwarten, daß dieser e.urourf olle etwa noch offenen sorm-llen Fragen in einfacher Werse uub zu allseitiger Zufriedenheit 13 en w rd.
— lieber daS allgemeine Wahlrecht schreibt Fürst Bismarck in den „Gesunken und Erinnerungen*: Ich habe nie gezweifelt, daß daS deutsche Volk, sobald eS einfteht, baß daS bestehende Wahlrecht eine schädliche Institution fei, sta'k uub klug genug sein werde, fich davon frei zu machen. Kann eS das nicht, so ist meine Redensart, daß es reiten könne, wenn es erst im Sattel säße, ein Jrrthum gewesen. Die Annahme des allgemeinen Wahlrechts war eine Waffe im Kamps gegen Oesterreich und weiteres Ausland, im Kampf für die deutsche Einheit, zugleich eine Drohung mit letzten Mitteln im Kampf gegen Eoalitwnen. In einem Kampf derart, wenn er auf Tod und Leben geht, steht man die Waffen, |Q denen man greift, und die Werthe, die man durch ihre Benutzung zerstört, ncht an: der einzige Rathgeber ist zu- nächst der Erfolg deS Kampfes, die Rettung der Unabhängigkeit nach außen- die Liquidation und Aufcrfferung der dadurch mrgerichteten Schäden hat nach dem Frieden stattzufinden. Außerdem halte ich noch heute das allgemeine Wahlrecht nicht dloS theoretisch, sondern auch praktisch für ein berechtigtes Prinzip, sobald nur die Heimlichkeit beseitigt wird, dle außer- b.m einen Sharakter hat, der mit den besten Eigenschaften bes germanischen BluteS im W der'pruch steht. Die Einflüsse und Abhängigkeiten, die das praktische Leben der Menschen mit fich bringt, find gegebene Realitäten, die man nicht tinoriren kann und soll. Wenn man es aölehnt, fie auf daS politische Leben zu überttagen, und im letztem den Glauben an die geheime Eirsitzt Aller zu Grunde legt, so gerSih mon h einen W derspruch deS StaatSrecht» m’t den Realttaten de» menschlichen Ledens, der prattisch zu stehenden Friktionen und schl-eßlich zu Explofionen führt und theoretisch nur auf dem Wege socialdemokrattscher vrttückiheiten lösbar ist, deren entlang auf der Thatsachc beruht, daß die Smficht großer Massen hinreichend stumpf und unentto ckelt ist, um fich von der Rhetorik gesch^ck.er und ehrgeiz-ger Füdrer unter Beihülfe eigener Begehrlichkeit stets etnfangen zn lassen. Das Gegengewicht dagegen liegt in de« Einfluß der Gebildeten, der^fich starker geltend machen würde, wenn die Wahl öffentlich wäre. Die größere Besonnenheit der intelligenteren Klaffen mag «merhin den «ateriellrn Untergrund der Erhaltung deS Be-


