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4.12.1898 Fünftes Blatt
 
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Nr 286 Erstes Rlatt. Dicnstag dcn 6. Dttrmbcr

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Gießener Anzeiger

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~;r- Gmti-beUage: Gießener FmnUienbMer."ILÄL'L"- -

Deutsche» Reich.

M.P.C. Betii», 3 Drcember. Wenn die Blätter sich de» Kops darüber zerbrechen, ob im neuen Reichsrntlttär- , zertcht»hof im Namen bc» Ratter» ober in dem de» Reiches erronnt werden dürfte, so find wir in der Loge, festzustellen, 1 daß dieser Ttteit bereit» erledigt ist. 8» wird Im neuen vrilttärgertchtshos einfach erkannt werden und zwar in ,' seinem Name». Da» Bestätigung»recht der einzelnen Cou- tingentsherre» ist dadurch am besten gewahrt.

Berlin, 4. Drcember. Der Buudesrath genehmigte in fetntr gestrigen Sitzung den Entwurf de» Etat» der ßkeichsschuld und ertheilte dem Gesetzentwurf betreffend die ffrststelluog des R-ichshaushaUS Etats für 1899 und die Aufnahme einer Anleihe für Zwecke der Berwaltuog des Sleichsheere» uod der Marine die Zustimmung.

Berlin, 4 Drcember. Das Diner, welches der Reichs­kanzler Fürst Hoseulohe morgen Abend veranstaltet, findet zu Ehren des persischen Prinzen Meltk Mansur Mirza statt. Einladungen hierzu find auch au das Gefolge des Prinzen ergangen.

Berlin, 4. Decrmber. Lestern Abend fand bet de« Fiaanzwutster Dr. Miquel ein Diner statt, zu welche« die Minister-Kollegen, die Staatssecretäre der Rrichsämter, verschiedene Buodesraths.Bevollmächtigte, die Lhefs des Riltlär- uod Elvil-Labioets Einladungen erhalten hatten. Luch Reichskanzler Fürst Hohenlohe und der russische Bot- Ichrfter waren erschienen.

Etnitgart, 4. Decrmber. Die Prinzessin Auguste ton Sachsen-Weimar ist gestern Abend i« Al»er von 73 Jahren gestorben.

Austuud.

Bien, 4. Decrmber. Wie in militärischen «reisen ver­lautet, wird Oesterreich-Ungarn mit Rückficht aus den weiteren Hreresausbau Deutschlands und Rußlands und mit Rück- ficht aus die gebotene natürliche Einteilung de» österreichisch- sagartscheu Heeres ebenfalls demnächst ein neues «rmeecorp» Hit Ausstellung bringen.

Budapest. 4. Drcember. Die oppositionellen Blätter verbreiten das Gerücht, Banffy werde nunmehr bis zu« 16. Januar im Amte bleiben. Als sein Nachfolger wird der ze^euwärtige Ackerdaumtuister D a r a n h t als der Brrtranens- «!un der Tiszas genannt.

Am», 4. Drcember. In Regterungskretsen wird ver- fiebert, daß der Abschluß eines russisch-ttalteutschen Handelsvertrages baldigst devorstehe.

Part», 4. Decrmber. Die Amerikaner verlangen nun- »ihr, daß ohne ihre Zustimmung keine der «aroltneu- Inseln verkauft werden dürfe. Die Angelegenheit, sowie tat Spanien aufzunöthigeudr Urberetnkommrn betreff» gewiffer Hechte der in Spanten wohnenden Ämeritaner werden ent- ptecheud den neuesten Washingtoner Instructionen übermorgen « der Friedens Konferenz verhaudeU werden.

Pari», 3. vreembrr. Die AbbestrNung der Rrteg»- aid Morine-Ausstellung. Die Drehsus-Frage wirst -chou ihre Scharten auf dir kommende Ausstellung von 1900. Cort sollten am linken Seine-Ufer zwischen der Jena- und Alma-Brücke z«ei große Paläste für die Ausstellungdes azmees de terre et de wer" errichtet werben, um ein ge­treue» Bild von der Entfaltung der französischen Militär- rub Marine-Judustrie zu liefern. Da» jetzige Ministerium hüt dies für überflüssig erklärt und die Ausstellung abbestellt. Sparsomkettsgründe können, wie heute der Figaro auseinander- lest dabei nicht «itgeiprochen haben- sie ließen sich sonst für dle 'oesammre Ausstellung ausühren. Es bleibt also nur die dnrch den Drrysus-Preceß gezüchtete wahnfiuuige Furcht vor brr auswärtigen Spionage übrig- man will die Geheirnmffe der französischen Bertheidigung unbefugten Augen entziehen. Diese Furcht ist natürlich durchaus gegeustandlos, umsomehr ,11 diese sogenannten Geheimnisse längst den Militärattaches zekanut und an ihre Geueralstäbe berichtet worden find. Allerdings trennen uns noch 18 Monate von der Ausstellung- * Nachfolger Freycmet» und Lockrohs können also die Ab- Bestellung wieder rllckgäugig machen. Sollte das ober nicht a<t Fall sein, so würde der freiwerdeube Raum anfcetn Nationen, die sich bi» jetzt eingeengt fühlten, zugute kommen.

Grunde, wenn man nur das liest, was uns die trän» Echen chanvinistischen Blätter selbst über die Armee mb die Marine erzählen, sollte man glauben, daß die Lasstellung nicht der Geheimniffe, sondern der Uovoll- korrmenheiten wegen abbestellt wird. Der ,3oni" setzt heute wieber seinen Lesern auseinander, »le httllos vernachlässigt

die französische Rüsteuvertheibigung sei. In einem andern Artikel recht er die Handelsmarine und zugleich die Privat- sch'ffswerfteu herunter - die Preise der letzteren seien um 50 bis 100 Proceut theurer als die der Engländer. Mit der Zeit werde es daher keinem vernüustigeu Franzosen mehr einfallen, sich in seine« eigenen Lande ein Segel- ober Dampfschiff zu bestellen. W.e mau sieht, plaudern die Franzosen ihre ®e- ; heimuiffe selbst au», wozu also die Furcht vor Berrathl

Pari», 3. December. BomHanse der öemetnen" ist ein Borstoß gegen dasOberhaus" vorgeuommen worben. Ja der Deputirtenkammer brachte Gauthier (Republi­kaner) einen Antrag ein, wonach bie Wahlen zum Senat . nach dem Grundsätze des allgemeinen Wahlrechts erfolgen sollen, und verlangte für sein-n Antrag die Dringlichkeit. Dupuy bekämpfte die Dringlichkeit, die aber mit 243 gegen 228 Stimmen beschlossen wurde. Die Regierung hat somit eine unliebsame Niederlage erlitten, deren praktische Folgen unmittelbar ober mittelbar, schwerlich ganz ausbleiben dürfen.

London, 8. December. Nachklänge zum F a s ch o d a f a l l [offen sich noch immer vernehmen. So fagte der Präsident des Handelsamts Ritchie in einer Ansprache an die Frei­willigen von Erohdon, die Rrlegsgefahr sei bem Lande näher gewesen, als Mancher wiffe. Aber die Thatsache, daß man sich nicht gefürchtet habe, sei dem Bextrauen des Landes in die Stärke der nationalen BertheibigungSmittel zu danken. Die elftere Behauptung stimmt mit der schon gemeldeten Thatsache de» Packens der Roffer der englischen Botschaft in Paris überein. Bei der britischen Wehrkraft denkt man aber doch wohl mehr an die gewaltige Rrlegsfioite als an da» Freiwilligeuheer.

Afrika. Sin Glied in der Ritte der britischen Bestreb- nagen aus Schaffung eines ununterbrochenen Gebietes vom Cap bis Ratro ist bekanntlich der Zag de» Majors Mac donald von Uganda nach dem Norden. Bor einem Jahr warb er begonnen. Dann mußte Macdonalb ihn wegen Meuterei seiner subanischen Truppen zeitweilig rinstellen. Jetzt wirb ber Marsch fortgesetzt. Ende Mai dieses Jahre» befand sich Macdouald in Mengo, der Hauptstadt von Uganda. Die Inzwischen eingetroffenen Nachrichten stammen aus Save am Nordabhaoge des Elgongedirges. Bau da wollte er weiter nördlich ziehen und das von den rinbotmäßigen Wakedi unterjochte Land erforschen. Dann sollte ein Theil seiner j Truppen nach dem Rudolfsee abschwenken, während der andere j oen Marsch nach Norden fortsetzen sollte. Wahrscheinlich * werden nun lange Zeit keine Nachrichten «ehr über den Zug des wagelnstigeu britischen Osfiz'ers eintreffen, da er von aller Berbinbang mit bei Außenwelt abgeschloffen ist.

Amerika. Au» bem Imperialismus folgt für bie Ber­einigten Staaten mit Nothwenbigke't eine große Berrnehrnng j ' de» stehenden Heeres, denn bie Uaion hat von Spanien j 3400000 Rtlometer Land und 810 Millionen neue Unterthanen, zu« Theil etwas ungesitteter und widerspenstiger Art, erhalten. Wre es jüngst hieß, sollen an Besetzungen er­kalten Cuba 30000, Portoriko 7000 nnb die Philippinen 20000 Manu. Ein soedeu veröffentlichter Bericht des Rricgs- secretär» Alger empfiehlt nun bringend die Berstäikung des stehenden Heere» auf 100 000 Manu. Ein Thell dieser 1 Streitmacht müsse an» ber Bevölkern»! ber nenerworbenen ; Inseln ausgehoben werben- dadurch würden die Amerikaner i größtenteils davor bewahrt, in tropischen Gebieten MUitär- ' bienst thun zu müffen. Ferner empfiehlt Alger ben Bau einer Eisenbahn, bie Cuba in seiner ganzen Länge durchzieht. Durch den Bahnbau würde den nothleidenben Kubanern Arbeitsgelegenheit gegeben werden- auch würde die Bahn zur wirthschaftlichen Entw ckiuvg und zur Ruhestiftung ber Insel wesentlich betragen. Daneben sei aber noch ein: große Gelb- aufwenbung erforderlich, am die in Nothlage befindlichen Kubaner zu unterstützen. Was sonstige Pläne der Ber- einigten Staaten betrifft, so wird Präsident Mac Rmley in seiner Botschaft an ben Kongreß bie Nothwenbigkeit betonen, baß Anstalt für ben Bau de» Nicaragua-Rauals burch bie Bereinigten Staaten getroff:n werde.

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Gieße», 5. Drcember 1898.

«Bl dem Serichtsdienst. Seine RönigUche Hoheit ber Grohherzog haben Allergnädigft geruht, den Dberlanbel- gerichtsrath Dr. Karl Riedel aus fein Rachsuchen, unter Anerkennung seiner treu geleisteten Dienste, bis zur Wieber- Herstellung seiner Gesuodheit in ben Ruhestand zu versetzen ' und den Laobgerichtsrath bei bem Landgericht der Provinz Oberheffrn Dr. Franz Linkenhelb znm Oberlandesgericht».

rath bei dem Oberlaudcsgrricht, mit Wirkung vom 1. Januar 1899, sowie den Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht Hungen Ruoolf Prätor in» znm Landgerichtsrath bei dem Land­gericht der Provinz Oberheff'», den Amtsrichter bei de« Amtsgericht Büdingen Edmund Behke zum Amtsrichter bei de« Amtegericht Offenbach, mit Wirkung vom 1. Januar 1899, zu ernennen.

Ernennungen. Seine Rönigliche Hoheit der Groß- Herzog haben Allergnädigst geruht, am 2. Decetnber die Finarzaspiranten Karl Scharmann au» Homberg a. b. O, Jacob Wtlhelm Schröckert an» Ober Ingelheim unb Kart Sch mibt aus Groß Zimmern letzteren mit Wirkung vom 1 Januar 1899 an, sowie ben Steueraffeffor Gustav Pflug aus Würzburg zu Hauptsteueramtsasfistenten bei bem Hauptsteueramt Mainz, bezw. Offenbach, bezw. Mainz und dezw. Gießen, bie Finanzaspiranten Ludwig Rohascheck auS Mainz unb Georg Ruhl aus Offenbach a. M. letzteren mit Wirkung vom Tage seine» Dienstantritts an, zu Steuereinnehmern des Steneramts Lampertheim, bezw. Biernheim, zu ernennen.

* Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Statt- wehren wurde verliehen durch Allerhöchste Entschließung Seiner Röniglichcn Hoheit des Groß Herzogs vom 14. Septembnr dem Mitgltede der Freiwilligen Feuerwehr zu Darmstadt, Feilevhc-uer Karl Au »acker.

P. Stadttheater. Seit ber Zeit ihres Bestehens hat diePension Schüller" von Laufs schon so manchem Theater­besucher einen fidelen Abend bereitet - es war deshalb von unserer Directiou sehr wohlgethav, die als zündend bekannte Poffe wieder einmal dem hiefigen Pudlckum in einer vortreff­lichen Besetzung zu bieten. Der Gedanke, ber bem Stücke zu Grunde liegt, ist zwar bizarr, aber äußerst ergötzlich nnb wirb so energisch auSgebrutet, baß bie Handlung nicht zer- fahren erscheint wie bei ben meisten «obernen Schwänken uab Poffe», sondern ein wohl Überlegtes, richtig abgestnftes Ganzes bildet. Wenn man bei dieser Dichtungsgattung von einemHelden" reden kann, so ist dies der alte Provinzler Rlapproth, aus dem Herr Director Hel« eine ganz köstliche Figur zu machen wußte. Namentlich gelang es dem Dar­steller ausgezeichnet, dir häufigen Seitenbemerkunge» von dem Uebrtgen scharf unb doch natürlich abzugrenzen. Auch die nöthige körperliche Gewaudthett war vorhanden- int ersten Acte schlug der im Ganzen doch gemüthliche Datei vielleicht einen zu barschen Ton an. Bon den Ins affen der Pension Schöllet, die Rlapproth für Geistesgestörte hält, brachte jeder seine besondere, leicht mißverständliche Eigenthümlichkeit zur vollsten Geltung. Fil. Schuhmann ging ganz darin auf, Stoff für ihre Romane aufzuzeichnen, ihr künstlerischer Wider­part, Herr Wilhelms, declamirte beständig mit der nöthige» Emphase durch die Nase, Herr Dietzsch hatte als »eit- umsegler und Löwenbändiger keinen Augenblick Ruhe, Frau Rruse rückte jedem vermeintlichen Schwiegersohn sehr ernst hast und sehr drollig zugleich zu Leibe, Herr Major Gröber hätte auch auf den Superlativ seines Namens gerechten An­spruch machen dürfe». Der Penfionsvater, Herr Liebscher, schien durch seine Erscheinung einen neuen Beleg für die Darwin sche Theorie beibringen zu wolle». Weniger humo­ristisch find vom Dichter die anderen Rollen auSgestattet, wurden aber durch die Damen Helm, Kro ne g g , Pauli und Isenburg, die Herren Merker und Röhler «eist gut wiebergegeben. Das in ziemlicher Zahl erschienene Publikum kam in so ftöhlich-laute Stimmung, bah öfters bii Worte auf ber Bühne uuoerstäubltch warben (namentlich bei Fran Rrnse), unb «au nur noch bie Rornik ber Situationen belachen konnte.

etabtthenter. Die gestrige britte Rinder-Vor­stellung, darinHänsel unb ©rethel" zur Aufführung gelangte, wir sehr gut besucht nnb sanden die Leistungen bei Darsteller reichen Beifall.

Stadttheater. Morgen Dientag den 6. ds. Mts. gibt die Directiou Rrufe u. Hel« Blumenthal - Rabelbuxg» Lustsp eiI «weißen Rößl", um vielfach laut geworbenen Wünschen zu rnisprechen, noch einmal als Äbenb-Bor fteliung. Dieses ist bie achte Aufführung vonIm weißen Rößl" während dieser Saison. Für kommenden Freitag ist die erstmalige Aufführung von F e l i x P h i l i p p i's bedeutungsvollem Werke,Das Erbe", vorgesehen. Der ungewöhnliche Erfolg ber früheren Bühueuarbeiten Philippi » wir erinnern anWohlthäter der Menfcheit" undDornen­weg" lassen auch von feinem neuen WerkeDas Erbe" nur da» Beste erhoffen. Der durchschlagende Erfolg, den die Novität an einer Anzahl hervorragender Bühnm bi» jetzt errang, laffeu darauf schUeßen, daß dieselben die früheren