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allerdings ist derselbe noch schwieriger, da die Hühner, sobald sie auf der jaogen Rornfaat äsen, nicht mehr Stand vor dem Hühnerhunde halten. Die Preise für da» ffiilö find höher wie sonst.
§ Su» dem fiogellberg, 2. November. Wenn in anderen Jahrgängen die Bienen um diese Zeit meist schon im Winterschlafe fich befanden, so läßt ste heuer da» einzig schöne Herbstwetter nicht zur Ruhe kommen. Ja der That tragen ste noch BlÜthenstanb ein von dem im Felde spät blühenden Sens. Trotz diesem Späiflnge mutz doch der Imker darauf Bedacht nehmen, da« Winterquartier für feine Völker herzurichten. Zwar steht e« noch nicht au«, al« ob ber Winter bald kommen wolle; denn e« fehlen die Anzeichen eine» frühen und kalten Winter«. Zu letzterem gehört da« starke verharzen ober verkleben aller R tzen in der Bienen- wohnung. Der feine Instinct der Bienen läßt diese selbst Fürsorge zu« Schntz gegen die Strenge de« Winter« treffen. Von einer starken Verharzung der Birnenwohnnngen ist aber in diesem Herbste nicht« zu bemerken. Al« eia weitere« günstige« Zeichen für einen gelinden Winter betrachtet man den raschen Abfall der Blätter. Noch vor einigen Tagen grünte der Wald wie im Lenze, jetzt aber ist plötzlich der Blattfall eingetreten, unb schon stehen die meisten Bäume entlaubt da. Im Felde weilen noch die Lerchen, ja lasten — eine seltene Erscheinung — einzelne Strophen ihre« bekannten öefange« hören, auch ein Zeichen sommerl'chen Spätherbste«.
Bäbiagea, 1. November. Herr Rrei«rath Jrle hat gestern die Dtenstgeschäfte am hiesigen RreiSamt Übernommen. Der in den Ruhestand getretene Herr Geh. RegierungSrath Rlietsch nimmt seinen dernnüchstigen Wohnsitz in WeSbaben unb ist heute mit Familie nach dorten abgereist. Eine größere Anzahl Damen und Herren sanden fich zur Verabschiedung um 10 Uhr au der Bahn ein.
Düdelsheim, 2. November. Am 27. v. Mt«. wurde dem hiefigen O>t«ge'stlichen, Herrn Pfarrer Röm he Id, al« früheren Decan de« Decanat« Büdingen, fetten« einer Depn« tation der Dicanat«geistlichen, anläßlich feine« Rücktritt« vom Amt, ein Erinnerungszeichen in Gestalt eine« prachtvollen B lbc«, darstellend: die Jünger von Eman« von Plockhorst, feierlich überreicht.
Xms der Seit für die Aett.
Vor 51 Jahren, am 4. November 1847, starb zu Leipzig Felix Mendelssohn-Bartholdy. Seine berühmtesten Schöpfungen find die in jeder Beziehung vollendete Musik zu Shakespeare« „Sommernachtstraum" und die un- endlich erhebenden Oratorien „Paulus" und „Elias". Fragment blieb leider da« die höchste Erwartung weckende Oratorium „Christus-. Der Meister wurde am 3. Febr. 1809 zu Hamburg geboren.
Vermischtes.
• Herborn, 2. November. In der Nacht vom Samstag zum Sonntag würbe ber dem Fischereipächter W Wiffenbach von hier gehörende Heisterberger Weiher von frevelhafter Hand gezogen. Der Weiher sollte erst bei Eintritt kalter Witterung gezogen werben und war in Folge dessen soweit zum Abläufen gebracht, daß nur noch wenig Waffer fich in demselben befand. Sämmtliche Fische — mehrere Gentner Forellen, Schleien unb Rarpfen — enttarnen au« dem Weiher und wurden unterhalb desselben — die Forellen tobt — ausg'fi cht. Der Schaden, welcher dem Inhaber de« Weiher« erwächst, ist ein recht bedeutender, zumal demselben, da die Forellen in einigen Tagen in die Laichzeit eingetrettn
Wären, die sehr wtrthvolle Forellrnbrut entgeht und außerdem die Forellen, welche sonst stet« lebend in kleinere Weiher zum jeweiligen Gebrauch traniponirt würben, da sie tobt find, zu einem weit niedrigeren Preise verkauft werden müffen. Inzwischen ist e« gelungen, die Thäter — lauter dumme Jungen in Alter bi« zu 16 Jahren — ausfindig zu machen. Der Vater de« Hauptaitentäter« hat fich bereit erklärt, den entstandenen Schaden, ber auf 400 Mark nomiairt würbe, in Wirklichkeit aber bebeutenb höher ist, zu decken- in Folge besten ist fe ien« be« Inhaber« des Weihers ein Antrag auf gerichtliche Verfolgung der Sache nicht gestellt worben.
Gottesdienst in brr Synagoge.
SamStag den 5. November 1898. '
Vorabend 4^ Uhr, Morgens 9 Uhr, Nachmittag- 8 Uhr, SabbathauSgang 5« Uhr.
Gottesdienst brr israelitischen Krligionsgesrllschast.
Eabbathseier am 5. November 1898.
Freitag Abend 4« Uhr, SamStag Vormittag 8* Uhr, Nachmittag 3 Uhr, Sabbathausgang 5“ Uhr.
Nachmittag 2* Uhr Schrifterklärnng >n der Synagoge.
WochengotteSdienst Morgens 7 Uhr, AbendS 4" Uhr.
verkehr, «and. unb Poltewirtbfcbaft.
Gieße«, 3. November. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. X 0.80—0.90, Hühnereier per St. 0—0 H, 2 St. 13—17 Enteneier 2 St. 00—00 Gänseeier per St. 11—13,$, Käse 1 St. 5—8 H, Käsematte per St. 3^, Erbsen per Liter 20 Linsen per Liter 30 Tauben per Paar
X 0.60—0.80, Hühner per St. X 1.00—1.30, Hahnen per Stück X 0.70—1.20, Enten per St. X 1.50—2.00, Gänse per Pfund X 0.46—0.60, OcksenfleUch per Pfd. 68—74 H, Kuh- und Rindfleisch per Pfd. 62—66 H, Schweinefleisch per Pfd. 68—76 H, Schweinefleisch, gesalzen, per Pfd. 80 Kalbfleisch per Pfd. 64—66 Hammelfleisch per Pfd. 50—70 H, Kartoffeln per 100 Kilo 5.00 bis 7.00 X, Weißkraut per St. 10—20, Zwiebeln per Ctr. X 5.00—5.50, Milch per Liter 16 H, Zwetschen per Ctr. X 4.00—5.00.
Dauer der Marktzeit von 8 Uhr Morgen- bi- 2 Uhr Nachmittags. Während der ersten 3 Stunden der Marktzeit darf im Umherziehen nicht feilgeboten werden.
Neueste Nachrichten.
Depesche» be« Bureau „Herold*.
Berlin, 3. November. Der frühere ReichStagS-Präfident, Freiherr v. Buol, würbe zum OberlanbeSgertchtSrath in RarlSrnhe ernannt.
Berlin, 3. November. Eine von etwa 2600 Personen besuchte VolkSv ersammlung proteftirte gestern Abenb durch Annahme einer Resolution gegen eine internationale Verfolgung der Anarchisten. Bebel sprach vorher Über Attentat und Socialdemoktatie. Er widerlegte die Anschauung, baß die Socialdemokraten Irgend etwa- mit den Anarchisten gemein hätten und verurtheilte da- Attentat gegen die Ratserin von Oesterreich auf« Schärfste. Trotzdem könnte man nicht wegen be« verbrechen« eine« Einzelnen Alle verfolgen.
Berlin, 8. November. Wie au« Jerusalem gemeldet wirb, hat da« Ralf er paar nunmehr auch die beadfichtigte Reise nach Nazareth aufgegeben, bleibt aber bi« morgen in Jerusalem. Bei de« Besuche der Murlstan-Capelle hielten die Vertreter mehrerer Länder Ansprachen. Der Vertreter Bayerns thellte mit, daß die G.ünbung eine« bay-rischen archäologischen Institut« In Jerusalem geplant sei. Gestern empfing der Kaiser eine jüdische Colonie und den französischen Consul. Ersterer überreichte ein Album mit Anfichten der israelitischen Colonie.
CeHtn, 3. November. Im Prozeß Harden nah« ber Gerichtshof im verlaufe der gestrigen Verhandlung ben Zeugen Dr Bertholb in eine Strafe von 30 Mk., eventuell 5 Tag- Hast, weil er sich weigerte, ben Namrn be« ihm bekannten Verfasser« von bem Artikel „Der Wahrheit Rache* zu nenrea.
Berlin, 3. November. Der ,8orw8rt«* meldet au« Erfurt, ber Sohu be« bärtigen Gastwlnhe« Hoffmann, ber tm vorigen Jahre zur Marine au-gehoben wurde, sei einer amtlichen Depesche zufolge in Kiautschon an Malaria gestorben. Einem Gerücht zufolge sei auch ein zweiter Erfurter in Riautschou au Malaria gestorben. Letztere Nachricht ist indeß unbestätigt.
Wien, 3. November. W e da« „Frenideublatt" meldet, wird die in China eingetroffene österreichlsche-nngarifche Corvette Frund«berg ein Detachement an Land setzen, welches fich nach Peking zu« Schutze der dortigen Gesandtschaft begeben wirb.
Bien, 3. November. Ja eine« hiesigen Hotel vergiftete fich burch Blausäure ber polizeilich al« Heinrich Meinharb gemeldete Architekt au« München.
Paris, 3. November. Londoner Meldungen belegen übereinstimmend, England fei zum Kriege entschlossen, wenn Frankreich die Räumung Faschoda« verweigere. Man nimmt al« sicher an, baß Frankreich nachgeben wirb. E« verlaute, Marchanb sei angewiesen worden, durch Adeffynlen zu ziehen, um Djlbuti zu erreichen.
Paris, 3. November. In den der Regierung nahe- stehenden Kreisen wird behauptet, daß die französische Regierung augenblicklich mit dem Plan umgehe, den französischen Botschafter au« London zurückzuberufen unb überhaupt keinen französischen Botschafter in London «ehr zu halten, sondern nur noch einen Gesaudtschaft-secretär. Die Zurückberufung werde damit begründet werden, daß e« unmöglich sei, einen Gesandten bei einer Regierung zu belasten, die fit weigert, politische Fragen wie die Faschodafrage diplomatisch zu regeln.
London, 3. November. Der Höchst-Commandirende ber Flotte erließ eine Ordre an alle Offiziere und Beamte unter Hinwei« auf die Akte über die Wahrung der Geheimnisse, daß Mittheilungen an die Preffe über Rüstungen strafbar seien. Sämmtliche Küstenwachrn in ben südlichen Distrikten würben mobilifirt. Eine Meldung aus Wei-Hai» Wei besagt, alle britischen Kriegsschiffe hätten klar zum Gefecht gemacht unb wären bereit, binnen e uer Stunbe in See zu gehen. Die Schiffe In Tschifn nehmen Kohlen ein bi« zur äußersten Tragfähigkeit. Die Behörben bewahren die strengste DiScretion. In Port Arthur ist ein große« rufst- sche« Geschwader concentrirt. Die Blätter melden, Lord Beresford erhielt Befehl, in China zu bleiben, ba feine Dienste dort gebraucht werben könnten.
London, 3. November. „Daily Chronicle" sagt: Nun- da die ägypiische Frage aufgeworfen ist, können wir nur sagen, daß wir Aegypten und das Nilthal nach und nach occupiren werden. Welche» auch immer die internationalen Rechte sind, wir werden das Prinzig be» Nehmen» und Gebens immer anerkennen. Wenn wir Frankreich einen Ausweg au« dem Nil nach Bahr el Ghazar geben, so wird die Frage erledigt sein.
London, 3. November. „Daily Mail" sagt, durch die Rückberufung Marchand« sei die Faschodafrage erledigt. England habe volle Genugthuung erlangt. E« bleibe nur noch die Frage be« Bahr el Ghazar-Grdiete« zu lösen. Da« Blatt fragt, welche Lösung dieser Punkt noch finden werbe unb giebt den Rath, man solle nicht schreien, solange man fich im Walde befinde.
Bekanntmachung.
Der Borauschlag der Gemeinde Ttockhauseu für das Jahr 1899 1900 l egt vom 5. d. Mt«. an acht Tuge lang auf dem hiesigen Bürgermeisterei-Bureau zur Einsicht der Juterestenten offen
Stockhausen, den 2. November 1898.
Großherzogliche Bürgermeisterei Stockhausen.
Faust. 10957
UtlrilNNNllMIltlkN
Bekanntmachung.
E« wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Konrad Pflug, Kaufmann zu Gießen, und seine Ghefrau, Wllhelmine, geborene Grudschu«, unterm 23. Sep tember L I« Gütertrennung vereinbart haben.
Gießen, am 31. Oct ober 1898.
Großh. Amtsgericht.
Neuenhagen. 10954
-VerstriymWeii
Obstbaum- Berfteigerung. Am Dienstag, den 8. dfs.
Mts., Vormittags 10 Uhr be> ginnend, werden in der Kreisbaum- schu'e zu Wetzlar
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Der Kreisobstbaulehrer.
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