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voller Entschluß, der den Rvteg mit den beiden deutschen Vunde»machten zur Folge hotte. Nach Beendigung de» Kriege» büßte König Christian bei den Dänen viel von seiner Popularität ein. Dafür aber stieg die Volkstbümlichkeit der Königin. Sie hatte in der Politik kein Glück gehabt, desto gröber war ihr Glück al» Mutter. Ihre Töchter waren bestimmt, die mächtigsten Throne zu besteigen. Diese Thalsache, die der Verstorbenen den Beinamen „die Schwiegermutter von Europa" eintrug, ist auch nicht ohne Bedeutung für manche politische Räthsel gewesen, an benen da» politische Leben Europa» während der letzten^drei Decennien so reich war. An dem Sarge der Königin Luise trauern sechs Kinder, 42 Enkel und 15 Urenkel. Der älteste Sohn, Kronprinz Christian Friedrich Wilhelm ist mit Prinzessin Luise von Schweden und Norwegen vermählt, Prinzessin Alexandra ist die Gemahlin des Prinzen von Wales, der zweite Sohn, König Georg von Griechenland, hat die Großfürstin Olga Eonstantinowna zur Lebensgefährtin, Prinzessin Dagmar thellte als Maria FeodorowNa den Kaiserthron Alexander III. von Rußland, Prinzessin Thyra hat sich mit dem Herzog Ernst von Cumberland vermählt, und Prinz Waldemar, der jüngste Sohn de» dänischen KönigSpaare», ist der Gatte der Prinzessin Marie von Orleans. Von diesen Beziehungen sind viele noch enger geknüpft durch die ehelichen Verbindungen, welche die Enkelkinder der Königin Luise eingegangen sind. Die Kronprinzessin von Dänemark ist eine Nichte König Oskars von Schweden und Norwegen und Prinz Karl, sein dritter Sohn, hat erst voriges Jahr die Prinzessin Jngeborg von Dänemark, eine Tochter der dänischen Kronprinzessin, geheirathet. Prinzessin Maud, eine Tochter de» Prinzen von Wale», ist die Gemahlin de» Prinzen Karl von Dänemark, de» zweiten Sohne» de» Kronpnnzenpaare». Durch seine Ehe mit Prinzessin Sophie von Preußen, einer Schwester de» Deutschen Kaiser«, hat Kronprinz Konstantin von Griechenland, ein Enkel de» Königs Christian, nähere verwandtschaftliche Beziehungen mit dem Hause Hohenzollern ongeknüpft. Durch Kinder des dänischen Kronprtnzenpaares entstanden weitere Verschwägerungen mit den Häusern Schaumburg-Lippe und Mecklenburg-Schwerin; ein Neffe König Christians ist mxt einer Schwester der Deutschen Kaiserin vermählt, der verstorbene Herzog Alexander von Anhalt Bernburg war mit einer Schwester Christian» -IX. verheirathet.
* In Sauderllebeu bei Bernburg stnd etwa 80 Personen an Trichinosjtß erkrankt. Nach anderer Meldung ist der Umfang der Krankheit noch größer- e» sollen gegen 150 Per. Ionen erkrankt fein. Wie die dorttge Polizei-Berwaltung der ^«llgem. Fleischerztg." wütheitt, ist da» trichinöse Fleisch, da» die zahlreichen Krankheitsfälle hervorgerufen hat, nicht amerikanischen Ursprung», sondern stammt au» der dortigen Gegend.
• Erweichen alter Oelfarben von hol,. Alter, besonder» schon mehrmals erneuerter Oelfarbenanstrich blättert bäofig stellenweise ab und e» wird bann seine vollständige Beseitigung vor Ausführung eine» neuen Anstriche» erforderlich. Zu diesem Zwecke streicht »an folgende Mischung in «effer. rückendtcker Schtchr ans. 1 Kilo rohe Potalche wird unter Umrühren in 1 Liter heißem Wasser aufgelöst, die noch warme Lösung mit l1/, Kilo grüner Seife gemischt und 4 Kilo teigförmiger gelöschter Kalk zugerührt. Die Erweichung alter Oelfarbe tritt nach einigen Stunden ein. Auch alter Glaserkitt wird durch diese Mischung erweicht. Sin andere», gleichfall» bewährte» Verfahren zur Beseitigung alten Oelfarbenanstriche» besteht darin, daß man denselben durch die Stichflamme einer sog. Löthflamwe erhitzt. Hierdurch wird der alte Anstrich blasig, löst sich vielfach vom Holz ab und kann hierauf leicht und schnell so vollständig abgeschabt werden, daß keine Spar davon znrückbleibt.
• Sind Cigaretten gesundheitsschädlich? Daß da» nn- mäßige Rauchen von Cigaretten btt allen Denen, die nicht eint ganz taktfeste Lunge besitzen, schädlich wirkt, steht außer Zweifel, ein Jrrthnm aber iß e», die sich zeigenden schlimmsten Folgen auf da» Clgarettenpapier statt allein aus den Tabak zu schieben. Die Richtigkeit de» Gesagten erweist leicht folgende einfache Rechnung: Angenommen, ein Rancher raucht pro Tag 25 Stück Eigarretten, wa» immer schon eine respectable Durchfchnitt»letstnug genannt werden muß, so hat er damit 0,8 Gramm Pap'er verraucht, btffen Asche cirea 0,06927 Gramm wiegt. Zugegeben, daß diese Asche für ge» wöhnlich allerdings, wenn auch nur in ganz geringen Mengen, Eisen, Kalk, Kupfer, Blei, Ultramarin, Silicium, Thonerde n. bergt, enthält, so kämen auf die 0 8 Gramm Papier mit ihren 8 Procent Asche nur etwa 0,000128 Bleioxyd, sodaß, wenn auch die schädlichen Produkte sämmtlich zur Lunge gelangen würden — wa» doch thatsächtich nicht der Fall ist — der Rancher in 25 Jahren nicht mehr al» etwa 1 Gramm davon eingeaihMet Haden würde. Die angenehme Nerven» anregung durch die Sigarette ist demnach, soweit der Tabak nur gut vertragen wird, in Bezug auf da» den Tabak um- hüllende Papier ganz unb gar ungefährlich.
• Sine für «UUareittatter und weite Beamtenkaiegorien ehr wichtige Entscheidung hat daS Kammergericht zu Berlin in einer von dem Obertelegraphisten S. gegen den ReichspostfiSca» erhobenen Klage in vierter Instanz gefällt. S., welcher al» Inhaber eine» SivilversorgungSicheiueS die Prüfung für den Telegraphendienst abgelegt hatte, war nämlich durch die Berliner Oderpostdirec-ion ans ein Jahr in den Telegravhendienst probeweise ausgenommen worden, erhielt aber nur ’/4 de» etarsmaß-gen AsfistentengehalteS. Er be- schritt den Klageweg und erzielte auch beim Landgericht ein obsiegende» Erkenntniß. Auf die Berufung be» Postfixen»
aber da» Kasmtergericht die^ Vorentscheidung ans und wir» den Kläger ab. Da» Rctch»gericht dagegen, bei welchem S. Revision einlegte, verwit» die Sache zur anderweite» Entscheidung an das Kammergericht zurück, indem e» annahm, bafc die erlassenen Grundsätze daraus gerichtet gewesen seien, den principiell vorgesehenen Versorgnng»ansprnch der Militär- anwärter mit einer im Wege der Delegirnng de» Bunde»» rathe» herbeiznstlhrenden Ergänzung-Verordnung organisch au»» zuzestalten. Da» Kammergericht erkannte hierans aus Zurückweisung der Berufung de» PostfiScu».
Literatur und Aunft.
— «arte zur PalLstinafahrt des Deutschen Kaiser». Bearbeitet von Paul Langhan». (Sotba, JuNuS PertheS Piet» 1 Mk. Die bevorstehende Ottenlrttk 6r. Majestät dr« ftaikt« wird an Dauer und Bedeutung die früheren Reisen des Herrscher» im AuSlande weit übertuffm. Zwei volle Monat, wird sie d.n Äaikr der Heimalh fernbaltar; die kulturhistorische Bedeuiung specirll der Palästtnasahrt lenkt die Susmnksamkeil der ganzen gebildeten Welt der gelammt,n Christenheit auf die «aiserreik. Den nach Hunde, len zählenden Begleitern auf der Fahrt, wie den Zaulenbm daheim, die im Geiste ihrem Äeiftrpaare Tai für Tag, Ort für Ort folgen möchten, bietet die soeben von der PertheS'ichen G.ograpdilchcn An. statt herausgegedene Karte dazu vortrefflichen Anhalt. Rach amh lichcn A" gaben verzeichnet die Karte den Verlauf der Kaisei reise bi» in alle Emzelhesten (so sind z. B. die Transportmittel, ihren sich ®«. Majestät bedient, auch für die kleinsten Aufflüge angegeben). Während die Hauptkarte d>S gelammte Morgenland dar stellt, zeigen Nebenkarten und Pläne von Konstantinopel, Haifa, Palästina, Jeru- lalem, der Umgebung von Jerusalem, von Alixandrien, Kairo und den Pyramiden von (Stieb und vom Nllthal alle einzelnen Baulichkeiten, deren Besichtigung im kaiserlichm Reifeprogramm vor- gesehen ist.
Universität- - Nachrichten.
Würzburg. Der bayerische Cultußminister hat die medi- cinischtn Facnltäten der drei bayerischen Hochschulen zu einem Gu- achten darüber aufgefordert, obzw-ckmäßig lei, den Medicinern die Erwerbung de» Doctor-TitelS erst nach dem Staatsexamen zu gestatten. Die Antworten lauteten übereinstimmend, daß nur approbirte Aerzte zum Doctor Examen zugelaffen werden lollm. Um gewiffc Härten zu vermeiden, werden die Bestimmungm im nächsten Wintersemester noch nicht in Kraft treten.
— AuS Bern wird gemeldet: Der Professor an der Universität Laulanne, Erman, hat einen Ruf al» Nachfolger de» verstorbenen ProfefforS Rioler an der Brüffeler Universität erhalten. Erman hat abgelehnt.
— In Liverpool ist Dr. John Wallace, Professor der Ge- burtShUfe und Gynäkologie, in San Francisco Dr. Cb. Morri» Filcher, Professor der Histologie an Cooper» Medical College, gestorben.
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