Ausgabe 
4.9.1898 Drittes Blatt
 
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Sonntag den 4. September

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Nachstehende Bekanntmachung de» H. Vorsitzmden der Local-Commission für dieBe-irkelhierschau Innungen wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht.

Gießen, den 12. August 1898.

Der Dtrector de» landwirthschaftlichen Be-irk»verein« Gießen.

C. Jost.

Oeffentliche Bekanntmachung.

Die Abhaltung von KörbezirkSthierschaueu in

Oberhessen betreffend.

Nach den Beschlüssen de» hessischen Landwirthschaft-rathe» vnd de» Oberhessischen Provinzialoerein» über die Verwendung von Staatsmitteln zur Hebung der Landwirthschaft hat noch im Herbste diese» Jahre» sür den 2. Körbezirk, umfassend die Simmenthaler Rindvieh züchtenden Ortschaften de» Kreise» Gießen, eine Bezirksthierschau in Hungen stattzufinden. Ku derselben und der mit ihr verbundenen Prämiirung wer­den nur Thiere der Simmenthaler Rasse zugelaffen, ohne Rücksicht darauf, ob dieselben in da» Herdbuch einge­tragen sind oder nicht. Die prämiirten Thiere jedoch müffen angekört und in da» Herdbuch eingetragen werden. An Preisen werden au»gesetzt:

Prämitruugs'Ordouug für Rindvieh.

1. Bullen ohne Schaufeln (bleibende Schneidezähne)

ein 1. Prei».....120 Mt.

ein 2. Preis.....90 ,

ein 3. Preis.....60 ,

2. Kühe mit 3 und 4 Kälbern, in Milch, oder

erkennbar tragend

ein 1. Preis.....100 ,

ein 2. Preis.....75

ein 3. Preis.....50 ,

Kühe mit ein und zwei Kälbern, in Milch, oder

erkennbar tragend

ein 1. Preis.....100 ,

ein 2. Preis.....75

ein 3. Preis.....50 r

3. Kalbinnen erkennbar tragend

ein 1. Preis.....100

ein 2. Preis.....75 ,

zwei 8. Preise L 50 Mk. . . . 100 ,

4. Sammlungen.

a. Große Sammlungen (von Zuchtvereinigungen oder Landwirthen im Besitz von 30 oder mehr Stück Rindvieh) bestehend au» mindesten»

10 Stück über 1 Jahr alten weiblichen Thieren (darunter höchsten« 5 Kühe) und einem reinrassigen Bullen

ein 1. Preis..... 600 Mk.

b. kleinere Sammlungen von Landwirthen, die weniger wie 30 Stück Vieh im Stalle haben, bestehend in 6 Stück über ein Jahr alten weiblichen Thieren (darunter höchstens 3 Kühe)

Gesammtprei»..... 350 ,

c. Familien, bestehend au» einem Mutterthier und mindestens 2 von diesem stammenden über ein Jahr alten weiblichen Thieren

ein 1. Preis.....150 ,

5. 10 Anerkennungen, Weggeld ä 10 Mk. . . 100 ,

Summe der Preise . . . 2245 Mk.

PrämiiruugSOrduuug für Schweine.

E» werden folgende Preise ausgesetzt für:

A. Reinrassige Schweine des weißen englischen Schlags (Porkshires rc) 1. Eber:

ein 1. Preis . . . .60 Mk.

zwei 2. Preise ä 40 Mk. . 80 ,

zwei 3. Preise ä 20 Mk. . 40 ,

180 Mk.

2. Sauen, trächtig oder mit Ferkeln:

ein 1. Preis. . . . 45 M.

ein 2. Preis . . . . 80

ein 3. Preis. . . . 15 ,

90 ,

5 Anerkennungen mit ä 5 Mk.

Weggeld 25

B. Kreuzungen mit obigen Schlägen:

Sauen, trächtig oder mit Ferkeln:

ein 1. Preis. . . .45 Mk.

ein 2. Preis. . . . 30 ,

ein 3. Preis. , . . 15

90 ,

4 Anerkennungen mit ä 5 Mk. Weggeld 20 * C. Landschweine:

Eber.

ein 1. Preis . . . . 45 Mk.

Sauen, trächtig oder mit Ferkeln:

ein 1. Preis. . 30

4 Anerkennung, mit ä5 Mk. Weggeld 20

95 , D. Sammlungen au» A.:

1. kleine (von Landwirthen mit weniger als 5 Zuchtsauen) be­

stehend au» einem Eber und vier

Sauen über 6 Monate alt:

ein 1. Prei» .... 100 Mk.

ein 2. Preis. . . . 50

160 Mk.

2. große (von Landwirthen und Zuchtvereinigungen von mehr al»

5 Zuchtsauen) bestehend au» zwei Ebern und sechs Sauen über sechs Monate alt:

ein 1. Preis. . . .160

Summa 800 Mk.

Für die Durchführung gilt die vom Landwirthschaftrrath erlassene Allgemeine Schweineschau. Ordnung.

Prämiiruugs Ordnung für Ziegen.

E» werden folgende Preise ausgesetzt:

1. Für Böcke:

ein 1. Preis . . . . 30 Mk.

ein 2. Preis . . . . 20 ,

ein 3. Preis . . . . 10

60 Mk.

2. Für Ziegen:

ein 1. Preis . . . . 20 Mk.

zwei 2. Preise L 15 Mk. . 30

zwei 2. Preise ä 10 Mk. . 20

70

4 Anerkennungen mit ä 5 Mk. Weggeld 20 Summa 150 Mk.

Für die Durchführung der Schau gilt die vom Land- wirthschastsrath erlassene allgemeine PrämitrungS-Ordnung, deren hierher gehörige Bestimmungen in der Ausstellungs- Ordnung den Viehzüchtern noch bekannt gegeben werden.

Die Schau wird am 19. September d. IS. abge­halten und bezweckt vorstehende Veröffentlichung, die Vieh­züchter des Kreises Gießen schon jetzt auf diese» wichtige Unternehmen aufmerksam zu machen und zu rechtzeitiger Vor­bereitung reger Theilnahme zu veranlassen. Mit der localen Durchführung ist vom landw. Provinzialoerein eine Com­mission beauftragt, in welcher der Unterzeichnete den Vorsitz führt Anmeldungen find bis spätestens 9. September an den Unterzeichneten zu richten, von welchem auch die Ausstellungsordnung und die Anmeldeformularieu zu be­ziehen sind.

Hungen, dm 4. August 1898.

Der Vorsitzende der Commission der Bezirksthierschau, v. Oven.

Feuilleton.

Anter der Sonne Palästinas.

Eindrücke und Erinnerungen.

Von Karl Böttcher.

(Nachdruck verboten.)

TI. Nazareth, Tiberias nnb der See Genezareth.

von Haifa, dem trauten Seestädtchen, bin ich in Morgen« Isnnrugluth heraufgestiegen nach dem gastlichen Kloster des Berge» Karmel, der weit vorspriagt ins blauglttzernde Mittelmeer.

Nun vorwärts auf verwahrloster Straße in stunden- lrnger Fahrt, hinein in das feierlich stille Galiläa, entgegen Lear glorienscheiuumfloffenen Nazareth und den erinnrrungs- reichen Gestaden des Sees Genezareth . ... Ach, in sehn- ß-chtsvollen Träumen war ich schon ost hier- nun find diese goldenen Träume greifbare Wirklichkeit geworden. . . .

Frischsproffeodes Hellgrün hat über Hügel und Gelände weiche Plüschteppiche gehaucht, die nur da bedenklich durch* llchert find, wo graue Felsen aufragen. Bald zeigen sich nelancholtsche Wüstenstretfen, bald herrliche, hn warmen Morgenwind wogende Getreidefelder, reiche Erntepracht ver­heißend, bald lange Sandstrecken, dicht bestanden mit Ane­monen, welche erschöpft die brevneodrothen Köpfchen neigen.

Manchmal da» milde Aufleuchten anheimelnder biblischer Erinnerungen ans Galiläa: der freistehende Kegel des Berges Tabor, wo die.Verklärung" stattfaod, die Ruinen von Rain, wo Jesus den einzigen Sohn der Wittwe erweckte, die Trümmer von Kanas, wo er Wasser in Wein verwandelte.

Sein Wölkchen, das dahinsegelt über den schwülen Glanz tos Himmels. Fernher vom Libanon blickt die schnee-

funkelnde Dornkuppel des Großen Hermon . . . Und immer weiter auf einsamer Fahrt.

Augeschmiegt an Berghöhev, umgeben von fruchtreichen Fluren, erscheinen endlich die weißen Häuser von Nazareth. Hier also die Heimath Jesu, die gefrierte Erde, wo er seine goldene Jugendzeit verlebte! Diese grünbehauchteu Hügel fie haben ihn gekannt, als er munter aus ihnen herum- spraug; diese Steingeläude fie hörten seine Helle, die klare Luft durchdringende Kioderstiunne erschallen- diesen Schatten, geworfen von den Berggipfeln seine Augen haben ihn geschaut. Und diese blumigen Tristen mit den rothglüheodeu Anemonen fie lachten mit ihrer sammetnen Pracht hinein in seine Jugeudlust.

Durch Nazareth zu schleudern, ein Helle» Vergnügen. Die meisten der schmalen, bergauf«, bergabsteigendeu Gäßchen in sonnigem Schweigen. Ein wahres Bacchanal von süße« Nichtsthu«. Orientalisches Leben hat sich so ziemlich ver- krochen - Nazareth ist vorwiegend eine christliche Stadt, vorbei an Rainen, altehrwürdigen Mauerbogen, an Bethäusern nnb Klöstern, nach der verküudigungßktrche, deren Glockenstimmeu soeben über die Stadt hinsummen.

Manchmal zeigen fich sogar ein paar Touristen. Eine blonde Engländerin, das runde, zarte Kinn auf die duftige Halskrause gedrückt, spielt mit ihrem schottischen Sonnen- schirm, während ihr spindeldürrer Begleiter die etwas ins Weite strebende Nase in den Bädecker steckt. Manchmal trippelt durch dickes Staubgewölk eine Heerde schwarzer Ziegen oder eine müde Schafheerde, die Hunde mit heraushängender Zunge hintennach, und ganz -»letzt der Hirte, gleich jenen Hirten auf den Fluren Bethlehems in der Christnacht, wie fie auf Holzschnitten alter Weihnachtsbilder dargestellt find.

Weithin ist Nazareth bekannt wegen seiner Fronen, die hier in wunderbarer Schönheit gedeihen. Manch dunkles Auge, manch rosige Wange erglänzt von stolzen, aumnthtgen Gestalten ....

Beim Neigen des Tages schleuderte ich nach dem Marien- brunoen, der kräftig fließenden Quelle, welche seit über zwei Jahrtausenden das Städtchen mit Wasser versorgt nach jenem geweihten Brunnen, den sicher auch die Mutter Jesu mit ihrem Knabeu aussuchte, verstaubte griechische Pilger, welchen vom langen Wandern die Müdigkeit in allen Gliedern hockt, werfen fich am Brunnen nieder, schlürfen das Wasser io langen Zügen ja, das schmeckt I und benetzen damit Brust und Augen.

Doch bald müffen fie schönen Nazareuischeu Frauen Platz wachen. Weitbauchige irdene Krüge frei auf dem Kopse tragend und fie nur selten mit dem vollen braunen Arme stützend, so schweben diese schlanken, io buntfarbige Costüwe gehüllten Gestatten in stolzer Haltung daher, wie fie die dicken Gefäße vor dem altehrwürdigen Brunnevgemäuer herab­heben, fich elastisch viederbeugen, wie die großen, dunklen Augen strahlen und weiche Sttnnoen zum Plätschern des Wasser- ertönen, während fich der zerrissene Hügelhorizout purpurn gegeu den oraogesarbeueu Abeudhimmel abhebt o, eine wundersame Sceuerie!

Und wehr solcher Schönen schweben langsamen Schrittes heran ....

Tiefer und hingehender versenke ich mich in meine en- muthige Frauenstudie. Einige tragen auf der dunklen Haar- fluth einen Halbmond er find Türkinnen- andere haben mn die dicken Zöpfe ein grellfarbiges Tach geschlungen