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Amts- und Anzeigeblatt für den Areis Gieren.
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Alle Anzeigen-BernnttlungSstellm M In- und ÄuHaw^ti nehmen Anzeigen für den Kießener Anzeiger mtDiG«.
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Kchukßrage Nr. 7.
Madrid, 2. Juni. Die Königin-Regentin unter» zeichnete ein Gesetz, welche» die Ausfuhr von Silber verbietet.
klauahme von Anzeigen zu der Nachmittag» für den sagenden Lag erscheinenden Nummer bi» Bonn. 10 Uhr.
Adresse für Depeschen: Anzeiger ftlt»** Fernsprecher Nr. 51.
retten. Zwei weitere Soldaten erhielten je einen Pfeilschuß in die Oberlippe, doch waren e« leichte Verwundungen. Der Gefallene wurde an demselben Tage im Lager beerdigt. Um auf meinem Weitermarsche nicht mehr gestört zu werden, marschirte ich zwei Tage nach Norden, bi» zum Häuptling Mekunda, halb Wutte, halb Macka, unter Herrschaft der Wutte stehend, worauf der Marsch bi» Jaunde, da» ich am 27. Jatmar ohne jegliche Störung erreichte, fortgesetzt wurde.
Frankfurt a. M., 2. Juni. Der „Franks. Ztg." wird au» Rew-York telegraphirt: Admiral Sampson langte vor Santiago an, von welcher Thatsache die in der Nahe der Stadt lagernden Insurgenten verständigt wurden.
München, 2. Juni. Ja der heutigen Generaldebatte zum Militäretat im bayerischen Abgeordneten- Hause erklärte der KrtegSminister auf eine Anfrage au» dem Hause, daß die neue Militärstrasproceßordnung durch gesetz- gebende Factoren festgrlegt sei und daher al» vollendete Tharsache gelte. Die Regelung eine» obersten bayerischen MtlitärgerichtShofe» dagegen sei noch eine offene Frage. Zur Ausgleichung der bestehenden Meinungsverschiedenheiten seien Verhandlungen nöthig, die gegenwärtig zwischen Berlin und München ftattfindeu.
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Wahlbewegung.
• Stuttgart, 3. Juni. Die VolkSpartet hat für den ersten würrtemberzischeu Wahlkreis dem RechStanwalt Schickler die Candtdatur für den Reichstag angeboten. Derselbe hat in einer gestern Abend abgehalteneu Versammlung die Candtdatur angenommen.
Ausland.
Wien, 2. Juni. Ja der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses kam es zu stürmischen ©eenen, weil der Präsident angeordnet hatte, daß Zwischenrufe nicht in das stenographische Protoco" Lufgenommeu werden sollen. Der Abgeordnete Wolff griff den KriegSmivister auf» heftigste an, weil die Verfügung angeblich auf dessen Einfluß erfolgt ist.
Lemberg, 2. Juni. Die Rede de« Jungczechea Dr. Forscht tu der gestrigen ParlameutSsitzuug, welcher den Deutschen mit dem „russischen Onkel" drohte, hat in maßgebenden polnischen Kreisen einen derart peinlichen Ein« druck gemacht, daß seitens des PolenclubS bet den Jung- czechenführern eine diesbezügliche Reclamattou erfolgen dürfte.
Budapest, 2. Juni. Der Minister des Innern hat an alle Behörden einen Erlaß gerichtet, wonach alle Arbeitervereine, bet denen etoe staatsfeindliche Haltung coustatirt ist, unverzüglich aufgelöst werden sollen.
Rom, 2. Juni. Die Meldung, der Batieau habe sich bei den europäischen Cabinetteu über die Schließung aller katholischen Vereine Italiens beschwert und da» österreichische Cabinet habe die Beschwerde gebilligt, wird von unterrichteter Seite für unbegründet bezeichnet.
Pari», 2. Juni. Einige Morgenblätter besprechen die Möglichkeit einer Auflösung der Kammer wegen der gestrigen Vorgänge bei der Präsidentenwahl.
Belgrad, 2. Juni. Dte von mehreren Blättern gemeldete Verhaftung de» Richters am Obersten Gerichtshöfe, Dr. Ugrtctc, erregt hier großes Aufsehen.
London, 2. Juni. Zu dem Seegefecht bei Santiago wird noch berichtet, daß dte „Massachusetts" und dte anderen amertkavtschen Schiffe dar Feuer gegen das tm Hafen von Santiago liegende spanische Flaggschiff eröffneten. Vom Lande aus erwiderten vier Batterien da» Feuer. Da dte Geschütze nicht genau gerichtet waren, vermochten die amerikanischen Schiffe zweimal die Schußweite unter Volldampf zu pafftren. Als die Amerikaner zum zweiten Male in Schußweite kamen, waren dte Geschütze genauer gerichtet. Drei Geschoffe zer- sprangen über der „Iowa". DaS Feuer der amerikanischen Schiffe dauerte ca. 30 Minuten, nur dte „Chrtstoval Colon und die Batterien auf der Westseite unterhielten noch eine Viertelstunde länger ein schwaches Feuer. „Chrtstobal Colon' hatte Feuer gefangen, welches jedoch noch gelöscht werden konnte. Admiral Schley begab sich auf die „Brooklyn", wo ihm durch Signale mitgetheilt wurde, daß keines der Schiffe Schaden erlitten habe. v t v
London, 2. Juni. Der Special-Correspondent der „Daily Moll" meldet aus Haiti, er habe von einem Offizier des amerikanischen Torpedobootes „Porter" Folgendes erfahren: Der Commodore Schley habe daö Bombardement auf dte vordere Befesttgung der Bucht von Santiago begonnen. Der Hilfskreuzer „Harward", welcher sich an die Befestigungen zu nahe herangewagt hatte, wurde von einem spanischen Geschoß getroffen, welche» ihm Havarie beibrachte. Ein spanische» Schlachtschiff hatte ebensall» mehrere Schüsse auf dte amerikanische Flotte abgegeben. Schley machte jedoch nicht einen ausreichenden Versuch, in die Bucht von Santiago einzudringen, um dte spanische Flotte anzugreifen. Die Ameri- Lauer hatten keine Verwundeten und dte Havarten seien ebenfalls nicht bedeutend.
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger
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-dr. 128
-rschetut täglich »it Ausnahme be» Montags.
Die Gießener M«mitienvkätter jMtben dem Anzeiger »schenttich viermal beigelegt.
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Deutsches Reich.
Darmstadt, 2. Juni. Wie der „Darmst. Ztg." ein Privattelegramm meldet, haben Ihre Königlichen Hoheiten bet Großherzog und dte Großherzogin vor Wien -tzei der Station Hütteldorf den Extrazug verlaffen und einen bereitstehenden Extrazug benutzt, um über Mödling nach 'Laxenburg zu fahren, wo Allerhöchstditselben gestern Nach« mittag 5 Uhr ankamen und von Ihrer Kaiserlichen und Königlichen Hoheit der Kronprinzessin - Wittwe -Stephanie empfangen wurden.
Berlin, 2. Juni. Der Kaiser trifft morgen zu einem -kurzen Besuch in Danzig ein. Der Monarch wird des NittagS bet seinen Leibhusaren in Langsuhr verweilen, dann btt Werft besuchen, um dte im Bau befindlichen Kreuzer ,Freya" und „Vineta" und die im Dock liegende Colette .Alexandrine" zu besichtigen und sich später auf feine Yacht ,Hohenzollern" nach Swinemünde zu begeben.
Berlin,2.Juni. Zur Frage der Aufhebung der Getreidezölle. Dte „Nationalzettung", dte vor dem Verdacht agrarischer Gesinnung jedenfalls sicher ist, schrieb unlängst über dte Wirkung der Aushebung der Getreidezölle in Frankreich und Italien in ihrem HaudelStheile Folgende»: „Don der Wiederkehr geordneter Verkehr-Verhältnisse scheint dr, Getreidehaudel im Allgemeinen noch weit entfernt zu sein. Wenn man erwägt, wie nach dem plötzlichen Eintritt der Aufhebung sehr hoher Zölle die Käufer in wilder Jagd alles Angebot von Vrodfrucht aufzunehmen sich beeilten, und wie bann die Uebersätttgung einen großen Theil des coloffalen Aufschwung- der Preise wieder verdrängte, so wird man ein- gestehen müssen, daß die Zustände, welche durch jene Zoll- Maßnahmen geschaffen worden sind, nicht zu hart bezeichnet werden, indem mau sie „anarchisch" nennt. Der Weg, der zu geregeltem Geschäftsbetriebe zurücksühren kann, ist heute |0 wenig wie vor acht Tagen erkennbar, und eS läßt sich kaum erhoffen, daß dieser Weg bald zu entdecken sein wird. Hat die Zollaufheduvg ihre umstürzltche W.rkuug dadurch noch besonders verstärkt, daß sie überraschend etutrat, so kann wohl angenommen werden, daß wegen des im Voraus be- Knuten Zeitpunkte» der Wiedererhebung der Getreidezölle 'eine neue Eruption erfolgen wird, aber zu befürchten steht es doch, daß Unklarheit und Unsicherheit überall fortbestehen werden, bi» dte Stabilität der Zollverhältniffe von Neuem hergestellt und die unentbehrliche feste Grundlage geschaffen sein wird, um sich ein Urtheil über die weitere Verkehr»- Gestaltung bilden zu können. .
— Au» Kamerun. Im „D. Col.-Blatt werd ein Jericht veröffentlicht, den Unteroffizier Staadt über eine oon ihm geleitete Expedition von dem auf französischem Nebiet gelegenen Ort Carnotville nach der Station Jaunde im Hiuterlande de» südlichen Kamerun-Gebiete» »stattet hat. Der Bericht enthält Angaben von allgemeinem Jatereffe- c» heißt darin: Am 10. December 1897 marschirte ich von der französischen Station Carnotville ab. Da der Mckweg ein möglichst directer fein sollte, so schlug ich «nm bittet nach Westen führenden Weg ein, um ungefähr bei Dandunku den Sanaga zu erreichen. Bon Carnotville bis Bertua ist da» Land (französische« Gebiet) fast nur Gra»- land, mit sehr viel kleinen Gewässern durchzogen und wenig bevölkert. Bet Bertua, einem Orte von etwa 1500 sehr schön gebauten runden Hütten, betritt man da« Gebiet des bi» zum Sanaga sich auSdehuenden Mackastamme». Da dieser große Stamm kein allgemein anerkanntes Oberhaupt hat, so wird er von allen Seiten stet» bekämpft und dürfte wohl seinem Untergänge entgegengehen. Als ich bei Mekunda, zwei Tage südlich Wutschaba, eintraf, sagten mir Boten des Haupt- ltngs Loa, Wemke sei fünf Tage südlich mit dem Mackastamm wieder in Krieg verwickelt. Die Sache hat folgenden Grund. Tibati hat Wemke den Befehl zugehen lassen, ihm umgehend 100 Sklaven zu schicken, die Wemke auch sofort bei dem Mackastamm geholt hat. Da Wemke schon wieder da» rechte Ufer de» Sanaga end t hatte, konnte ich diesen Menscheu- roub leider nicht mehr verhindern. D-r Mackastamm soll Menschenfletsch allen anderen Speisen vorziehen, welcher Umstand auch einem meiner schwarzen Soldaten ba» n>ben kostete. Am 11. Januar 1898, aus dem Marsche von Ngollo nach einem Lagerplatz, blieb der Betreffende trotz wiederholter Ermahnung am Ende der Marschcolonne fast hundert Schritte zurück. Al» gegen Mittag ein kleiner Wa.d mfftrt wurde, wurde der Soldat von Eingeborenen von rück- wärt» mit einem Speer erstochen. Als Zampa hierauf schoß, eilte ich zurück, verfolgte die Eingeborenen, wodurch e» mir gklang, diese zu vertreiben und wenigsten» die Leiche zu
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Locales rind Provinzielles.
Gietzen, 3. Juni 1898.
•• Ernannt wurden die Finanzaceesfistm Gustav Berre» au» Michelstadt, Jacob Hofmann au» Groß Rohrheim, Dr. Philipp Jost au» Allert»hofen, Carl Störger an» Darmstadt zu Steueraffefforen; die RegieruugSbausührer Carl Barth au» Neustadt i. O., Fritz Horn aus Friedberg zu Regierung»baumeistern.
Kunstausstellung. Durch eine größere Anzahl neuer Gemälde, welche die Ausstellung im Thurmhau» am Braud noch vor den Pfingstfeiertagen bereicherten, wurden die Mitglieder und Freunde de» KunstvereiuS aufs Neue zum Besuche derselben veranlaßt. War auch der Wechsel kein vollständiger, so befinden sich doch unter den neu ausgestellten auch solche Gemälde, welche einen Besuch reichlich lohnen und dem prüfntden Auge einen befriedigenden Anblick bieten. Ein großes Gemälde von W i l k e - Berlin, welche» die rechte Seite der Rückwand eiuvimmt, zeigt uns die Scene: „Sokrates Abschied von seinen Schülern". Dasselbe dürste zu vielseitiger Kritik herausfordern, die tndeß in den weiften Fällen zu Gunsten des Künstlers ausfallen wird. Dte Figuren find srisch und lebendig gezeichnet und kommen plastisch zu voller Geltung. Diesem gegenüber fand ein Gemälde gleichen UmfangeS von Brunkal-Berlin Platz: „Belladonna". Gegenstand desselben ist ein dem alltäglichen Leben entnommenes Drama: Ein verfehltes Menschenleben, den befferen Gesellschaftskreisen angehörevd, beendet sein Dasein durch Gift. Man braucht nur leise in die Ideen deS Künstler» einzudringen, um die Bedeutung de» Bildes zu fassen. Ein giftiger Hauch, der über dem Ganzen
zu lagern scheint, vergegenwärtigt un» den Ernst der Lage. — Mit einem werthvollen Jagdstück ist Paula v. Pau- fing er-Salzburg vertreten: „Coup double auf Hafen". Der Anblick dieses Gemälde» wird sicher jedem Waidmann Augenweide bieten. — Al» gelungen sind u. A. zn bezeichnen die Bilder: „Zerstörte Mühle bei Tromern", „Parthie bet Tromeru" von Kornbeck-Oberensingen, „An der Trave in Lübeck" von Clara Lenz-Lübeck, „DaS erste Bild" von I. v. d. Lage-Berlin, „Ottershausen" von Buchka- Müncheu. — In frischem, saftigen Grün präsentireu sich drei von Jochheim-Darmstadt ausgestellte Gemälde: „Walter»« reich", „Parthie aus dem Park", „Waldtetch tm Herbst", welche gleich anderen Bildern desselben Meister»: „Bauernhaus in Schlierbach", „Marina grande auf Capri", „Jagdschloß Krantchstein im Herbst", „Faun aus dem Rubenscheu Jagdzug" al» treffliche Kunstwerke gelten. Nicht minder beachtenswerth ist ein Gemälde von Käppi»- Stuttgart: „Altes SchwarzwaldhauS" und zwei von Dteffenbacher- München: „Sonnenaufgang int Hölleuthal" und „Herbstmorgen an der Zugspitze". — Ohne die Reihe der Stillleben und Blumenstücke zu übergehen, welche in ihrer Gesammtheit durchweg sprechende und wohlgelungene Bilder aufweisen, wollen wir al» hervorragendste» das Stillleben von Fischer- Schuch-München nennen, sowie dte Blumenstücke von Apfel-Hetdelberg: „PensäeS" und „Glockenblumen". Auch ein reizende» kleine» Bildchen von Emma v. Müller- München: „Lesende» Mädchen" möge nicht unerwähnt bleiben. Zum Schluß gedenken wir noch anerkennend eine» Grau in Grau gehaltenen Gemälde» de» bekannten Künstlers JSmael Gentz- Berlin: „Sprechstunde bei Prälat Kneipp".
•• Dilettanten-Vorstellung zum Vesten eines Theater faalbaues. So lebhaft auch die Nachfrage nach villets schon gewesen ist, wohl noch viel lebhafter wird gegenwärtig die Frage erörtert: Wer mag denn wohl in der Vorstellung mtiwirktn? Wir find zu unserer Freude tu der Lage, diese leicht begreifliche Neugierde besriedigen zu können, und theilen im Folgenden dte Namen der Damen und Herren mit, welche sich der überau» großen und danktn» Werth en Mühe einer Theatervorstellung zu Gunsten eine» Saalbaue» unterziehen werden. ES find dies dte Damen Frau von Blankenburg, Krause, Netto und Schröder
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