7) eines AmtSanwalts in Fürth der SerichtSossessor Dr. Gebhardt in Mainz, 8) eines AmtSanwalts in Groß« Umstadt der GertchtSasseffor Schumacher in Darmstadt.
* • Parlamentarisches. Bei der Zweiten Sammer der Stände find folgende Eingaben u. f. ». eingegangen. 1. Tine Eingabe des Borstande- des Militär Kriegs, und FriedenS-Jnvaltden- und Militär-Anwärter-BezirkSoerbaudeS des GrohherzogthumS Heffen des wesentlichen Inhalt-, die Kammer wolle beschließen, daß der Artikel 4 de- Gesetze-, betreffend die Revifion der Bestimmungen über Versetzung der Eivilbeamten in den Rnhestand, wohlwollend auf die be» rufsmäßig gedienten, in den Grohh. Staatsdienst aufge- nommenen Beamten in Anwendung kommen und diesen Beamten die gesammte Militärdienstzeit ohne Abzug der Pflichtdienstzeit und denjenigen Beamten, welche nur ihrer Pflichtdienstzeit Genüge geleistet haben, diese Zeit als penfionS» fähige bei der Versetzung in den Ruhestand in Anrechnung gebracht wird. — 2. Eine Eingabe des Vorstandes desselben Verbandes, darin gipfelnd, die Zweite Sammer wolle dahin beschließen, die Großh. Regierung zu ersuchen, einer von (wie hn Schriftstück näher erörtert wird) Petenten „ohne Ausnahme" recht bald eine dauernde Aufbefferung ihrer Mtlitär- PenfionSbezüge, und zwar nach dem Reichsgesetz vom 27. Juni 1871 zu gewähren. — 3. Eine Eingabe des LandeS-AuS- fchuffeS Hesfischer Feuerwehren, Erhöhung der Geldmittel zur Förderung de- LöschwesenS betreffend. — 4. Eine Eingabe der Pfandmeister des GroßherzogthumS Heffen dahin- gehend, es möchte ihnen ein Höchstgehalt von 2700 Mk. wie den Hochbauaufsehern und Straßenmeistern bewilligt werden, mit der Maßgabe, daß dieser Gehalt in Krankheitsfällen, wo die Gebühren in Wegfall kommen, an fie ausbezahlt werde. Sobald der Beamte aber wieder bei voller Gesundheit ist und amtiren kann, hätte dieser Höchstgehalt dem gewöhnlichen Gehalte zu weichen. — 5. Eine Vorstellung der Schreibgehilfen bei den Großh. Amtsgerichten in der Hauptsache dahingehend, die Kammer wolle beschließen, daß die nicht geprüften Schretbgehilfeu bei den Gericht-schreibereien der Großh. Amtsgerichte, gleich den zweiten KreiSamtSgehilfen nach der vorgeschriebenen Dienstzeit von 1200 bis 2200 Mk. angestellt werden und den Höchstgehalt nach 15 Jahren erreichen. — 6. Ein Gesuch des Lehrer- Johanne- Müller zu Götzen, Kreis Schotten, die Anrechnung der als Eombattaut im Feldzug 1870—71 verbrachten KriegSjahre bei der Avcien- uetät, bezw. bet einer Penfionirung betreffend. — 7. Eine Vorstellung de- Steueraufseher- i. P. Peter Finger zu Darmstadt, die Aufbesserung seine- Ruhegehaltes betreffend.
* * Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten- Verfammlung Donner-tag den 5. Mai 1898, Nachmittags 31/, Uhr pünktlich. 1. Gesuch de- H. Winu nm Erlaubniß zur Verbreiterung eines bestehenden Backstein- macherhäu-chen- im Neustädterfeld. 2. Gesuch de- H. Demper um Erlaubniß zur Errichtung eine- provisorischen Abort- auf dem Zimmerplatz in der StephanSmark. 3. Gesuch de- H. Winu um Erlaubniß zur Anlage einer Privat- straße durch die Loeber'sche Besitzung in der Neustadt. 4. Den Durchbruch an der Löwengaffe nach der Kaplaus- gaffe- hier: Plan und Voranschlag sür die Katharinengaffe. 5. Den am Fuße deS HardtbergeS in nordöstlicher Richtung ziehenden Feldweg. 6. Arbeiten sür die Unterhaltung der städtischen Gebäude und sonstigen Anlagen- hier: Grundsätze für die Vergebung von Weißbinderarbeiten. 7. Die Goethe- straße - hier: Rechnung der Firma Birkenstock und Schneider für Canalarbetten. 8. Gesuch des Hermann Thiele um Verpachtung der Wiese von der Katzenstein'schen Besitzung an der Ltebtgstraße. 9. DaS Halten der Faselochsen. 10. Gesuch deS Wilhelm Fischer um Erlaubniß zum WirthschaftS- betrieb im Hause Frankfurterstraße 7. 11. DeSgl. des Karl Buß für daS HauS Wolfstraße 21. 12. Gesuch des Karl Retter um Erlaubniß zum Ausschank von feineren Liqueuren im Hause Wallthorstraße 2. 13. Gesuch deS Friedrich Faatz um Ertheilung der Erlaubniß zum Wirth- schaftSbetrieb im Hause Bergstraße 22.
• * General Versammlung bei Kausmäunischeu Vereins. Die am SamStag Abend stattgehabte General-Bersamm- lung deS Sausmännischen Vereins war gut besucht. Der Bericht über daS abgelaufene Geschäftsjahr war ein überaus günstiger. Die Zahl der Mitglieder ist von 304 auf 392 gestiegen, darunter befinden sich 186 ordentliche und 196 unterstützende Mitglieder. DaS Vermögen des Vereins besteht außer dem Grundstück an der Nordaulage, dem Mobiliar darin und der Bibliothek aus einem Baarvorrath von Mk. 3652.77. Nach der Bilanz beträgt das Gejammt- vermögen Mk. 38033.70. Die Bibliothek umfaßt im Ganzen 1024 Bände. Entliehen wurden 1267 Bände. Im Bibltothek- zimrner lagen bisher sieben politische Tageszeitungen au»; da diese Einrichtung aber außerordentlich schwach benutzt wurde, hat man die Zahl der Zeitungen auf zwei vermindert. Der Bericht spricht sich über den Besuch der VereinSabende, Dienstag und SamStag, überaus günstig, aus, eS sei auch an manchen anderen Abenden, besonder- Sonntags, der Besuch der Winhschaft im Verein-Hause ein guter gewesen. Der Bau de- Verein-Hause- schließt mit einem Kostenbetrag von Mk. 43829.78 ab, dem em Eingang von Mk. 41 744.63 gegenübersteht, so daß noch Mk. 2085.15 zu decken sind. Hebet den Besuch der kaufmännischen Fachschule konnte nur Günstige- berichtet werden.
* * Ausschreisen zu den am 22. Mai b. 3., Nachmittags S’/j Uhr auf der Rennbahn an der Hardt stattfindenden großen internationalen Radtvettsahrteu. Die Rennen sind iämmtltch nur offen für Herreniahrer. 1. Eröffnungsfahren, 2000 Meter. 3 Ehrenpreise im Werthe von 50, 30, 20 Mark. 2. Erst- fahren, 2000 Meter. Offen für Herrenfahrer, welche auf der Rennbahn noch keinen Preis gewonnen. 3 Ehrenpreise im Werthe von 30, 20, 10 Mark. 3. Fahren um den Damen-WanderpreiS. vertheidiger Ludwig Opel-Gießen. Dem Zweiten und Dritten je eine Medaille. 4. Mehrsitzer- fahren mit Vorgabe, 3200 Meter. 3 Paar Ehrenpreise im Werthe von 60, 40, 20 Mark. 5. GauverbandS-Wander
preisfahren, 2800 Meter. Offen für Mitglieder de- Gau- verband 9 (Frankfurt a. M.) D. R. B. Der erste Preis incl. kleiner Goldmedaille muß dreimal hintereinander oder viermal im Ganzen von ein und demselben Fahrer gewonnen werden. Für den Zweiten und Dritten Ehrenpreise im Werthe von 40 und 20 Mark und je eine Medaille. 6. Vereins- Mannschaftsfahren von 2000 Meter. Offen für alle Bundes- vereine. Die Ehrenpreise, welche die betreffenden Vereine erhalten, haben einen Werth von 70, 40 und 20 Mark. 7. Mehrfitzer-Hauptfahren, nach Punkten bei jeder Runde gewerthet. Für letzte Runde werden 6, 4 resp. 2 Punkte gutgeschriebeu. Strecke 4000 Meter, drei Paar Ehrenpreise im Werthe von 80, 40 und 20 Mark. Meldeschluß am 16. Mai, Abends 9 Uhr, bei Wilhelm Homberger, Gießen, von welchem auch Programme zu haben find, vor den Rennen findet ein großer PreiS-Corso statt, in welchem drei Abtheilungen gebildet werden und zwar Vereine mit weniger als 12 Fahrern, solche mit 12 bis 25 Fahrern und Vereine mit mehr als 25 Fahrern. Gefahren wird nach den Bestimmungen deS Radfahrerbundes.
Vefitzwechfel. DaS HauS des verstorbenen Kürschners Heinrich Rübsamen, MäuSburg 16, ging für 25000 Mk. in den Besitz des Herrn Graveur Schwau über.
• • Pvßfecretar Meyer, welcher 25 Jahre Vorsitzender des hiesigenKriegervereioS war, hat dieses Amt nieder gelegt und ist vom Verein in Anerkennung seines Wirkens zum Ehrenpräsidenten ernannt worden. Als (ein Nachfolger wurde Amtsrichter Wiener gewählt.
* • Für Radfahrer. Wir wollen nicht unterlaffen. die Radfahrer nochmals darauf aufmerksam zu machen, Radfahrkarten und Nummerplatten alsbald bei Großh. Polizei- amt voraus zu bestellen. Da die Karten erst von der Behörde ausgefertigt werden müssen, ist eS nicht möglich, dieselben sofort bei Bestellung auch in Empfang nehmen zu können. Die Karten und Nummerplatten kommen in den nächsten Tagen zur Ausgabe. BiS jetzt haben sich 635 Radfahrer angemeldet.
Der Lollarer Knabe. Der berichtete Vorfall, wonach am vergangenen Montag Abend irn Frankfurt—Aschaffenburger Bahnzug ein verlassener und von dem Streichhölzer- Händler Adam Winter in Seligenstadt in liebevolle Pflege genommener Knabe aufgefunden wurde, hat inzwischen seine Aufklärung gefunden. Der fünfjährige Junge wurde uämlich nach der „Darmst. Zig." am SamStag von seinem Vater, einem Ingenieur auf einem Eisenwerke bei Lollar, in Seligenstadt abgeholt. Er hatte am Montag mit seiner Mutter und einem etwa- alteren Bruder der Beerdigung seines Onkels in Mainflingen beigewohnt. Während der Leichenfeier verschwanden beide Knaben, um sich daS Städtchen näher anzusehen. Irre gelaufen, kam der Kleine an den Ostbahnhof und stieg in den Zug in der Meinung, nach Lollar zu fahren. Der Aeltere konnte noch an demselben Abend durch die Frankfurter Polizeiorgane seiner Mutter zugeführt werden.
• • Sechs Postkarten mit Anfichten von Gießen und Umgebung, zu einem Heftchen vereinigt, hat Herr Julius Hoo- hier, Bahnhofstraße in Verlag genommen. Die Postkarten werden an der perferirten Stelle abgetrennt, in dem sog. „Stamm" beiden aber verkleinerte Ansichten zurück, sodaß auch der Versender nach und nach zu einer hübschen Sammlung kommt. Diese „Postkarten mit Gegen anfichten" dürften viele Liebhaber finden.
• • Der Welt-Fußreifende ober Fuß-Weltreifeube Gustav Kögel ist heute in Begleitung seines Bruder- hier eingetroffen. Der für SamStag angekündigte Vortrag findet erst am Donnerstag Abend im EafL Leib statt. Die Touristen führen u. A. ein Autographenbuch mit, in welches Fürstlichkeiten, hohe Beamten v. s. w. in fast allen lebenden Sprachen Empfehlung und Wünsche eingetragen haben.
Born Lande, 3. Mai. Unsere Beobachtung, daß der Blut fink ober Dompfaff ein sehr gefährlicher Blüthen- schädling der Beerensträucher und der Pflavmenbäume ist, wird durch Berichte au- verschiedenen Gegenden vollauf bestätigt. ES fragt sich nun, wa- den Dompfaff veranlaßt, die jungen Blüthen so massenweise zu vernichten. Wir haben behuf- Feststelluvg der Ursache einen bei seinem VeruichtungSwerk getödieien Dompfaff genau untersucht und in dessen geöffnetem Magen auch nicht eine einzige BlÜthenknospe finden können. Also Freßluft ist e- keinesfalls, waS den Gimpel, der ledig, lich Samenfreffer ist, sein Zerstörungswerk vollbringen läßt. In diesem Falle wäre auch letztere- nicht so bedeutend, da er halb gesättigt sein müßte. Da die zarten Vlüthenknospeu mit kleinen Lederhüllen umkleidet find, welche ganz da- AuS* sehen von Samenkörnern haben, so wäre vielleicht anzunehmen, daß der Dompfaff in seiner Dummheit fie dafür hielte und abpickte. Dann aber müßte ihn doch da- Nichtgenießbare davon bald abhalten. Diese Annahme kann mithin nicht treffend sein und e» bleibt nur diejenige übrig, wonach der Gimpel au- reiner ZerstöcuugSlust die Vernichtung der Blüthen betreibt.
)( Höckendorf (Breit Schotten), 2. Mai. Ein Radfahrer au- einem benachbarten Orte, der durch unser Dorf fuhr, bemerkte ein auf der Straße befindliche- Kind nicht rechtzeittg, da- Kind gerieth vor baß Rad und kam zu Fall und mit ihm der Radfahrer. Da- Kind erhielt Verletzungen am Kopfe, welche zugenäht werden mußten.
Rieder-Saulheim, 29. April. Unter schwierigen Um* ständen vollführte gestern der hiesige Postbote Zorn ein Rettung-werk. Auf seinem Ortsbestellgang bemerkte er in der Behausung deS Handarbeiter- Maa- dichten Ranch sowie zwei kleine Sinder schreiend am Fenster stehen. Er eilte in die Wohnung, fand jedoch die Stubenihür verschlossen, da sich die Eltern im Feld befanden und bte Kinder ein- geschlossen hatten. Ralch entschlossen, trat er die Thüre ein und zog an- dem dichten Qualm die beiden Kinder heraus, bald darauf ergab sich, daß sich baß kleinste Kind noch in der Stube befand. Der Beamte drang nochmal- in die
Wohnung und fand nach längerem Suchen da- arme Kind unter einer Bank. Der Brand ward rasch durch ein gerade vorüberfahrende- Faß Pfuhl abgelöscht, doch ist der entstandene Schaden nicht unbeträchtlich. Wie sich herau-stellte, hatten die beiden älteren Kinder Petroleum auf den Boden gegossen und diese- angesteckt- da-Feuer hatte sich rasch Über Fußboden und Bettwerk verbreitet.
Darmstadt, 2. Mai. Am 4. Decemder wurde in einer Mühle zu Ober-Ramstadt ein gefährlicher Einbrecher durch die Aufmerksamkeit eine- Dienstmädchen- entdeckt und al-bald festgeuommen. ES war der berüchtigte, vielmals vordestrafte Josef Müller an- Ober-Roden, welcher sich am Freitag vor bet hiesigen Strafkammer zu verantworten hatte. Der 30 Jahre alte Müller, welcher bereit- 11 Jahre im Zuchthau- verbracht, war am 4. September v. I. auß bem Zuchthaus in Ziegenhain entlassen worben und begab sich mit 20 Mark in der Tasche nach Frankfurt, von wo aul er bann feine Raubzüge unternahm. Zuerst wählte et feine Heimath zum Schauplatz feiner lichtscheuen Thätipkett unb suchte er am 8. September einen Wirth in Ober-Robe« heim, bei dem er schon früher wieberholt eingebrochen. Er schlich sich Abends in da-Haus ein, wartete im Schlafzimmer deS Wirthe- unb feiner Ehefrau, unter bem Bett verborgen, bas Einschlafen berfelben ab unb burchsuchte al-bann alle Räume, wobei er eine golbene Uhrkette unb eine Tasse mit über 100 Mk. fanb. Bei seinem weiteren Suchen wurde er durch baß Erwachen beß Wirthe- verscheucht und ergriff unter Zurücklassung beß Geldeß bie Flucht. Wenige Tage barauf gelangte M. in gleicher Weise burch Einschleicheu gegen Adenb in eine Hofraithe zu Eppertshausen und richtete sich dort, mit mitgebrachtem Munbvorrath versehen, zwecks Abpassung ber günstigen Gelegenheit häuslich ein. Er brachte bafelbft eine Nacht in der Scheuer, zwei aus dem Speicher unb eine sogar in einem Bette zu, welche- in einem gerade nicht benutzten Zimmer staub. Nachdem er sich Geld u«b Kleidungsstücke angeeignet, entkam er ganz unbehelligt. Darauf suchte er den Decan zu Münster bei Dieburg heim. Er verbarg sich hier in einem im Hofe des Pfarrhauses stehenden Holzschuppen, von wo er durch zwei Oeffnungen dieses und die Ortsstraße genau beobachten konnte. Nachdem er so, reichlich mit Proviant versehen, zwei Tage und Nachte lauernd zugebracht, drang er bei vgMbergehrnder Abwesenheit der Bewohner mittelst Einsteigens ein und erbeutete eine goldene Uhr im Werthe von 130 Mark, sowie 27 Geldrollen, empfand aber nachträglich eine arge Enttäuschung, als er entdeckte, daß die Geldrollen aus Einpfennigstücken bestanden In den Monaten October unb November will M. in Parts gewesen unb am 4. Decemder von dort zurückgekommen sein. Er hörte am gleichen Abend in Darmstadt von einer güuft geu Einbruchsgelegenheit bei einem jungverheiratheten Müller zu Ober Ramftabt, fuhr unverzüglich mit dem Abendzug dorthin unb gelangte durch Einschleicheu in bie Mühle. Hier batte er schon Kleiber, Uhren unb sonstige Sachen im Werthe von ca. 300 Mark zusammengepockt, als er, wie gesagt, entbeckt unb verhaftet wurde. Müller war in allen Fällen geständig unb bereitete eS ihm anscheinenb eine gewisse Genugthuung, seine Raubzüge schildern zu können. ES wurde gegen ihn auf eine Zuchthausstrafe von 15 Jahren unb zehnjährige» Ehrverlust erkannt, waS ben alten Zuchthäusler aber keines» Wegs aus feiner Seelenruhe brachte. Die Hauptsache tft, baß bie menschliche Gesellschaft jetzt wieber auf lange Iahte von ihm befreit ist.___________________________________
DermifcfrtM»
• Heidelberg, 2. Mai. Bei dem AntrittS-Lommers des hiesigen 8. C. in ber Hirschgafie wurde SamStag Nacht halb 2 Uhr der bem CorpS „Soxo Borussia" angehöiende Student Vorwerk aus Wiesbaden plötzlich vom Schlage getroffen und war fofort eine Leiche.
* Bayreuth, 2. Mai. Die Restacratenr-wittwe Endr t l wurde heute Nacht burch 10 bis 12 Betlhiede auf bin Kopf ermorbet, vermuthltch aus Rachsucht.
* Das größte Berliner Krankenhaus. Ueber baß vierte ftäbtifdie Krankenhaus an ber Torfstraße konnte Geh. Rath Spinola in der Deutschen Gesellschaft sür öffentliche Gesunbheitßpfl'.ge nähere Mitthe'lungen machen. Daß neue Krankenhaus, dessen Bau 13,100,000 Mark kosten wird unb btS 1903 beenbet sein soll, wirb mit 1650 Betten baS größte in Berlin sein. Die Eharitö, bte noch vor 25 Jahren 2000 Kranke aufnehmen konnte, hat inzwischen in Folge ber erhöhten Anforderungen ber Hygiene biese Zahl auf 1600 herabgesetzt. Dir drei j'tzigrn, großen städtischen Krankenhäuser mit thren Abzweigungen in der Gitschiner- straße unb im städtischen Asyl können 2690 Kranke unter» bringen. Die Kosten auf jebeS B'tt berechnet, stellen sich bei ber neugeplanteu Anlage auf 7939 Mk., b. f. 150 Mk. mehr, als beim Neubau ber Eharirv angesetzt find, obgleich hier 1‘A Millionen für die pathologische Anstalt und für die Lehranstalt in Anspruch genommen werden. DaS g<» fammte Gelände, daS für daS Krankenhaus bestimmt ist, umfaßt 105 Morgen, eS finb 62 Gebäude vorgesehen. Man will 26 einstöckige Baracken zu je 40 Betten errichten- nur bie Jsolirstation, bte Syphilisfiation und die EntbindungS- anstatt find mehrstöckig vorgesehen. Man muß dabei allein innerhalb der Baracken Entsernungen biß zu 400 Meter zurücklegen. Die Verwaltungsgebäude liegen an der Torf- straße. Jenseits beß Canalß soll die Koch'sche Anstalt sür JnfectionSkrankheiteu errichtet werden. Einrichtungen sollen auch getroffen werden für Bäder aller Art unb für die meblcomechaniiche Therapie- auch eine Turnhalle wird erbaut. Für kirchliche Handlungen soll unter Umständen der 150 Ge- Viertmeter große Speisesaal ber Pflegerinnen benutzt werben. Mit bem Hause wird eine Pflegertnnenschule für 50 Schüler» nnen verbunden sein. Großer Sorgfalt werden sich besonders die Wöchnerinnen erfreuen. Während die Eharitö btefe spätestens am 9. Tage entlassen muß, sollen sie in der neue« städtischen Anstalt 20 Tage bleiben können. An Aerzten sollen angestellt werden 2 Lhefärzte, AbtheilungSleiter und


