Daß die Forderungen der Czechen mit der Zeit immer gröber werden und schließlich auf die volle Selbstständigkeit Böhmen» unter dem Kaiser Franz Josef al» König hinaus» laufen, haben wir bereit» mehrfach ausgeführt. Vorläufig aber kann al» Absicht der Tzechen die bezeichnet werden, den Freiherrn v. Gautsch, der sich doch nicht als ihr gefügige» Werkzeug in dem Maße gezeigt hat, wie e» Graf Badeui war, zu stürzen. Au» diesem Grunde werden der Regierung alle möglichen Verlegenheiten bereitet.
Ob da» Jubiläumsjahr der österreichischen Monarchie den inneren Frieden bringen wird? Wir glauben e» nicht.
(xx)
Deutsches Reich
Berlin. 2. Mürz. Die Kaiserin ist von ihrer leichten Erkältung noch uicht völlig wieder hergestellt und wird sich «och einige Zeit Schonung auferlegen müsien. Bon dem Aufenthalt im Süden, der in Aussicht genommen war, ist dem ^Local Anzeiger" zufolge Abstand genommen worden. Anderweite RetsediSpofitionen find noch nicht getroffen.
Berlin, 2. März. Minister Thielen hat hente bereit» wieder das Bett verlassen.
Berlin, 2. März. Im Abgeordnetenhause wurde heute die Novelle -um Eentral-GenaffenschastSkaffeu-Gesetz definitiv angenommen und sodann tu die zweite Lesung der Hochwasiervorlage eingetreten. § 1 derselben, in welchen die Eornmisfion einen Zusatz ausgenommen bat, daß die zur Verfügung gestellten fünf Millionen im Bedarfsfälle bi» auf zehn Millionen erhöht werden kann, gelangte fast einstimmig in der SommisfionSfassung zur Annahme. Desgleichen der Rest der Vorlage. Morgen AusiedelungSgesetz und An- si, delungsetat.
— Den Rückgang des DeutschthumS in Amerika characterisirt ein Newyorker Berichterstatter der ^Flkf. Ztg." wie folgt: „Da- btrstge deutsche Theater geht hüben Zeiten entgegen und sein Fortbestand scheint in Frage zu stehen. Für unfern Kunsttempel ist William Stetuway viel zu früh gestorben. Seit 1886 hatte er für die deutsche Kunst in hiesiger Stadt in jeder Saison pecuniäre Opfer gebracht, wie kein anderer Kunstfreund e» je gethan hat in Rew Uork. Bis Mitte der achtziger Jahre stand das Theater auf eigenen Füßen, im letzten Jahrzehnt hat sich die Lage desselben aber von Jahr zu Jahr verschlechtert und nur dem thatkräftigen Eingreifen deS Genannten war e» zu danken, daß es überhaupt noch besteht. Die Ursachen de» Rück» gange» sind nicht wett zu suchen. DaS hiesige Deutschthum hat nicht mehr den Eharacter von früher, sein Gepräge ist ein ganz andere» geworden. Dir ältere deutsche Generation, die zum großen Thetle 1848 und in den zehn bi» fünfzehn daraussolgenden Jahren nach Amerika kam, bleibt der deut- scheu Kunst treu zugethan, wie das ja bet dem Eharacter dieser Einwanderung sich von selbst versteht, der jüngere Nachschub ergiebt sich hingegen der bterfroheu, aber sonst öden Vereinsmeierei. Drei viertel oller deutschen Vereine tu hiesiger Stadt sind in den letzten fünfzehn Jahren ge» gründet worden. Der ^Niedergang deS DeutschthumS" macht sich auch auf andern Gebieten deS deutschamerikanischen Leben» bemerkbar. Die bessere deutsche Presse hat einen schweren Kampf mit Sensation»• und Scandalblättern zu bestehen, die deutschen Buchhandlungen klagen über den Rückgang der Kundschaft und von den deutschen Unterrichtsanstalten geht alljährlich ein großer Proccntsatz ein. Im letzten Jahre ist die Mttgliederzahl der .Deutschen Gesellschaft von 1181 auf 1186 gefallen. Die Achtundvierziger und ihre Geistesverwandten sterben eben au», und zwischen ihrem Streben und ihren Zielen und denen der neuen Einwanderer besteht eine unüberbrückbare Kluft. — Herr Heinrich Conried, der Dtrector des deutschen Theaters, will übrigen» noch einen letzten Versuch machen, die deutsche Kunst in der Stadt, die in Bezug auf Einwohnerzahl al» die dritte deutsche Stadt der Welt gelten kann, vor dem Untergang zu retten. Er will das Theater nämlich weiter „uptown*, d. h. in die besseren WohnungSviertel verlege» und verspricht sich von der Ausführung dieses Vorhabens ein neues Aufleben deS
Feuilleton.
Der Garten im Mär).
Bon I. 6. Schmidt, Kunst« und Handelsgärtner, Erfurt.
(Nachdruck verboten.)
Die Knospen schwellen ringsumher in scheuer Frühlings- ahnung. Die Sonne umschmeichelt mit ihren Strahlen länger inib länger Baum und Strauch. Dem linden Winter scheint ein zeitiger Frühling zu folgen. — Und doch giebt es nichts Bangeres als die Zukunft. Kann doch ein einziger unvorhergesehener 'Nachtfrost die ganze ausquellende Herrlichkeit zerstören. Darum liegt ein so unendlich rührender Reiz in der Knospe — wie in dem Auge eines Kindes
Bald nachdem von den Frühlingsbeeten die Decken entfernt wurden, beginnen sich die schon allenthalben unter ihnen au» dem Boden heroorgebrochenen Triebspitzen der Blumen« zwiebeln^ saftig grün zu färben und wenige Tage später blühen Schneeglöckchen, Schneestolz, Meerzwiebeln und Safran. Auch auf den mit zweijährigen Gewächsen und Stauden bepflanzten Beeten beginnen sich die ersten Blumen, Stief. Mütterchen und Gänseblümchen, zu unserer Freude zu entfalten. All diesen kleinen ersten Blüthen, die uns von Neuem den Beginn der Gartenfreuden künden, wenden wir unsere besondere Sorgfalt zu und wir bieten Alles auf, um sie durch Instandsetzung de» Gartens zur rechten Geltung gelangen zu lassen. Gehölzgruppen werden gegraben, Rasen- flächen abgeharkt, überflüssige Bedeckungen entfernt, die Schlingpflanzen an Lauben und Spalieren angehestet und die Wege in guten Zustand versetzt. Wo noch Lücken vor- Händen sind, füllen wir sie durch Neupflanzungen aus.
Institut». Herr Conrted, der am 23. d. M. sein 25 jährige» Schauspieler-Jubiläum feiert, hätte wohl verdient, daß^dtefe Hoffnung in Erfüllung gehe.
Arr-laud.
Prag, 2. März. Die. Regierung-Verfügung betreffend Aufhebung de» Färb en trage »verböte» ist bereits hierher gelangt und wird morgen amtlich publicirt.^ .r)
Prag, 2. März. Im Landtage theilte der Oberlandmarschall mit, daß infolge kaiserlicher Entschließung der Landtag heute geschlossen wird.
Pari», 28. Februar, lieber eine royalistische Kundgebung wird uns gemeldet: Vor der Versammlung bei Vereins der könig-treuen Jugend hielt Herzog de Luyne», der Vertreter Philipps d'Orläan», gestern in Blois eine politische Programmrede, in der er im Namen deS Thron- sordererS folgende Erklärungen abgab: §ES gibt zu viel Leute guten Glauben», sie besorgen, daß die Versöhnung zwischen Volk und König sich nicht vollziehen könnte, »hue 0*6 da- Köuigthum mit alle» erworbenen Freiheiten aufräumte und an die Ueberlieferungen von der Zett vor der Umwälzung anknüpfte. Aber baß Königthum wäre, wenn auch langsamer, doch sicher von selbst zur Freiheit, Demokratie und Gleichheit gelangt. Da» Kaiserreich war kein Abenteuer, die Rupublck ist kein Zufall. Glauben Sie denn, daß der König von Frankreich, und wäre sein Ansehen noch so groß, auf die erworbenen Erfahrungen verzichten, sich der Geisteskräfte berauben könnte, die unter der Republik entstanden und sich entwickelten? Hat nicht selbst in Deutschland, wo da- Prestige der Kaisergewalt den Willen der Völker noch beherrschen könnt?, die Volksvertretung häufig baß letzte Wort in allen Angelegenheiten? ES wäre unmöglich, mit einem Schlage eine Regierung, eine Verwaltung, ein Am'.Spersonal, eine Diplomatie zu schaffen. Seien wir ehrlich genug, e» zuzugeben: wir sind so lange von den Staatsgeschäften entfernt, daß es uns schwer fallen würde, sie allein zu lenken. Keiner von un» würde sich also wundern, wenn der Fürst sich nicht auf unß beschrankte, sondern schon heute entschloffen wäre, alle Männer guten Willen» um sich zu schaaren, die glücklicher al» wir in der Lage waren, in der Verwaltung, Politik, Diplomatie und selbst im Parlament ihre Gaben in den Dienst btß Vaterlandes zu stellen. Der Herzog von Orleans will nicht König einer Partei sein, sondern al» Schiedsrichter und Beschützer der Freiheit über allen Parteien stehen." — El scheint zunächst sehr fraglich, ob selbst die König-treuen in Frankreich noch geneigt sind, in dem Prinzen von Orleans, dem anscheinend alle Thatkraft abgeht, den Retter keß Vaterlandes zu sehen I
Krakau, 2. März. Bei der gestrigen Theateraufsührung „Daß neue Ghetto" von Herzl fanden antisemitische Demonstrationen statt. Mehrere Demonstranten wurden polizeilich bestraft, einige Hoch-und Mittelschulen werden von den Schulbehörden zur Verantwortung gezogen werden.
Athe», 2. März. El ist nunmehr confiatirt worden, daß do» Attentat auf den König von einer Verschwörer- bände, bestehend aus unzufriedenen bürgerlichen und militärischen Elementen, seit langer Zeit geplant und vorbereitet war und daß Karditzi und seine Genossen nur deren Werkzeuge waren. Die Polizei soll bereits sämmtliche Mitglieder der Bande verhaftet hobssn. Man erwartet demnächst noch eine große Anzahl von Verhaftungen.
Ctcetoe ttnb prwhiieflci.
Gieße», den 3. März
•• Damen im Postdienst. Die Zulassung weiblicher Personen für den Post- und Telegraphendienst ist nun« mehr von dem Staatafecretär de» Reichs Postamts verfügt worden. Bei Postämtern dritter Klasse können Frauen und Mädchen jeden Alter» al» Postgehilfinnen eingestellt werden. Sie werden für den Post- und Telegraphendienst vollständig ausgebildet und können somit bei den Postämtern geringeren GeschäftSumfange- al- Ersatz für Postgehilfen angesehen werden. Auch die Frauen und Töchter der Postverwalter
Auch im Obstgarten können etwa im Herbst versäumte Pflanzungen jetzt nachgeholt werden. Apncosen, Pfirsich- bäume und Weinstöcke befreit man von der Schutzdecke, schützt aber Apricosen und Pfirsiche durch leichte Hüllen noch vor der Einwirkung der Sonne, um vorzeitiges Blühen zu ver- hindern. Veredlungen werden im Freien ausgeführt; der Obstbaumschnitt wird beendet, Überwinterte Topsobftbäumchen bringt man in's Freie.
Wenn die Märzstürme durch den Garten blasen und den noch kahlen Bäumen die Kronen gewaltig schütteln, so muß man Nachsehen, ob bei den jungen Säumen auch überall die Pfähle noch in guter Beschaffenheit sind Werden auch die Pfühle vor dem Setzen, soweit sie in die Erde kommen, angekohlt, so faulen sie dennoch im Verlaufe weniger Jahre und erfüllen bann ihren Zweck nicht mehr. Gewöhnlich brechen diese angefaulten Pfähle auch dicht Über der Erde ab, in welchem Falle man sie durch neue ersetzen ober frisch anspitzen muß, dann sind sie aber für den Baum, welchem sie vorher zur Stütze dienten, zu kurz geworden. Ist der Pfahl in der Erde noch nicht völlig durchgefault, so kann man ihm einen Hilfipsahl geben, indem man ein neues Stück, welche» unten angespitzt und oben abgeschrügt ist, dicht neben thn einschlägt und durch Einklopfen einiger dicker, langer Nägel die Verbindung herstellt, und dem alten Pfahl so einen tüchtigen Halt schafft. An diesem Pfahl hat nun der Baum nach wie vor eine feste Stütze, die nun wieder auf mehrere Jahre hinaus ihren Zweck erfüllt.
Im Gemüsegarten werden die früher gegrabenen und gedüngten Beete geharkt, eingekeilt, mit überwinterten Setz- lingen bepflanzt ober mit Samen bestellt. Man gräbt jetzt bie verschiedenen Gehölzgruppen, theilt und pflanzt staudenartige Gemüse frisch, reinigt und gräbt Erdbeer und Arti»
könne« al» Gehilfinnen angenommen werben. Die Beamtinnen sollen Tagegelber erhalten, bereu Höhe sich nach ihrem Dienst- alter richtet, unb bie bi» zu einem Jahre»betrage von 500 Mk. steigen können. Bei Postämtern erster Klaffe unb bei den Ober-Poftbirectionen sollen Damen vorzugsweise im Kanzlei- bienst beschäftigt werben, eS tst habet zur Bedingung gestellt, baß fie bie Bedienung der Schreibmaschine erlernen. E» ist aber nicht au-geschloffeu, daß sie auch in den Postanweisungs- Rechnungsstellen, und an den Postschaltern Verwendung finden. Diese Beamtinnen werden, ebenso wie jetzt die Fernsprech- Gehilfinnen, zunächst Tagegelder beziehen und später etatsmäßig angestellt werden. Da» Gehalt beträgt bekanntlich jetzt anfänglich 1100 Mark und steigt in zwölf Jahren bis 1500 Mark, wozu noch der bestimmungsmäßige WohnungSgeldzuschuß kommt. Diese Kategorie von Beamtinnen sollen al» Telegrapheu-Gehilfinneu auch bei Telegroptzeuämter» im Apparatdienst Verwendung finden. DaS Höchstmaß der wöchentlich zu leistenden Dienst- stunden ist 49; Nachtdienst ist ausgeschlossen. Für die Damen, denen eine AnstcllungSberechtigung zuerkannt werden soll, ist eine Altersgrenze festgesetzt; sie dürfen nicht unter 18 unb nicht über 30 Jahre alt sein. Die Vorbedingungen für die Annahme als Poftgehilfinneu sind im Wesentlichen dieselben, wie für die Annahme als Fernsprech-Gehilfiuneu: Die Damen wüsien richtig Deutsch lesen und schreiben können, sittlich tadelfrei dastehen und aus achtbarer Familie stammen; fie müsien an ihrem BeschäftiguogSorte Familienanschluß haben unb vor allen Dingen eine gute Gesundheit besitzen.
r. ©runberg, 2. März. Die Theiluehmer deö von Setten der Stenographengesellschaft ,®abeUberget* von Gießen dahier abgehalteneu UuterrichtScursu» in der Gabelsberger'jchen Stenographie schloffen sich am SamStag den 26. Februar zu einem Stenographeuverein .Babelsberger" zusammen. Dem Vorstand de» 17 Mitglieder zählenden Verein» gehören an: Herr Felkbacher al» Vorsitzender und Schriftsührer, Herr Schmierer als Casstrer und Herr Emmel al» Bibliothekar.
□ Darmstadt, 2. März. Nach mehrtägigem Leiden starb heute an Bauchfellentzündung der ehemalige Sabinet»- rath deS Prinzen Alexander von Battenberg (de» ehemaligen Fürsten von Bulgarien), Geh. Finanzrath Ludwig Menge». Er hat dem prtnzlichen Haufe lange Jahre pflichtgetreu und gewiffenhaft gedient und war wegen seine» bescheidenen, stillen Wesen» und besten Charakrereigen- schäften In weiten Kreisen hochgeschätzt unb beliebt. Der verstorbene, dessen Sohn CabinetSrath deS Prinzen Ludwig von Battenberg ist, hat ein Alter von 87 Jahren erreicht.
Warm», 1. März. Die Eheleute Guyot von hier haben zum Andenken an ihren verstorbenen Sohu der Stadt Worm» ein Geschenk von 5000 Mk. gemacht unter der Bedingung, daß von den Zinsen diese» E*pitalS ein talentvoller unbemittelter Studirenoer der Rechtswissenschaft ober dec Malkauft unterstützt werden soll.
Griesheim, 26. Februar. Grobe Ausschreitungen liehen sich am Dienstag Abend Angehörige des Wacktcom- manbo» vom Übungsplatz zu Schulden kommen. Dieselben, größtentheil» den Feldarrillerie-Regimentern Nr. 11, 14,25, 27 und 30 angehörig, befanden sich im Gasthaus „Zum Grünen Laub", al» der Polizeidiener Funk kam und Feierabend gebot. Hierüber erbost, wollten sie auf der Straße den Beamten mißhandeln, doch gelang e» diesem, sich tu Sicherheit zu bringen. Im Gasthaus „Zur Harmonie" schlugen sie hierauf mit ihren Säbeln Fenster ein und mißhandelten alle Personen, die ihnen in len Weg kamen und nicht schnell genug flüchtig gingen. Schließlich gerieten sie selbst untereinander tu Streit unb schlugen einen der Ihrigen so, daß er an der SchasSgasie liegen blieb. Als der Schneidermeister Rühl in der Hahlgaffe sich gerade auf dem Wege nach Hause befand und fie aufforderte, sich doch ihre» Ramt- radeu anzuuehmeu, versetzte einer der rohen Patrone demselben mit dem Säbel einen Hieb quer über da- Gesicht, sodaß da» eine Auge vollständig verloren ist. Sodann sielen sie über einen jungen Mann her, der ihnen in den Weg kam,
■L'" ■
schokenbeete unb bringt bie Spargelpflanzungen in guten Zustanb. Auch Erbsen werben jetzt gelegt. Die Gemüse- treiberei, namentlich bas Treiben von Gurken, Kohlrabi, Salat, Radi s, Rettigen unb Kartoffeln ist jetzt schon in vollem Gange In allen Ecken unb Enben finden wir jetzt Arbeit in Hülle und Fülle unb wir müssen fie immer rechtzeitig ausführen, wenn früher Ertrag bie Mühe lohnen soll.
Verschiedene Gemüsea.ten köunm jetzt gleich bahin gefäet werden, wo fie. ohne vorher verpflanzt zu werden, ihre vollständige Entwickelung erlangen sollen; es find die» solche Arten, die meist keinen frisch gedüngten Boden erfordern. So säet man Zwiebeln, die schmackhaften, bei uns aber leider noch nicht genügend gewürdigten Schwarzwurzeln, ferner bi» langsam keimenden Möhren, Mairüben, Radies, dann Petersilie, Porree. Salatrüben und Andere mehr. Die Aussaat dieser Gemüse erfolgt meist breitwürfig, indem man mit der rechten Hand die Samen gleichmäßig ausstreut.
Früherbsen zum Marktverkauf heranzuzrehm, ist ein sehr lohnender Artikel für kleinere und mittlere Landwirthe, di» in der Nähe größerer Städte wohnen. Wer über ein ge» schützt gelegenes Grundstück mit nicht zu kaltem Boden verfügt, der drille möglichst jetzt schon, wenn ee die Witterung erlaubt, auf 8 Zoll Rethenentfernung 90 Pfd. Erbsen auf den Morgen derartig, daß die beiden Seidevtrichter einer zwei Meter-Maschine zugcschoben werden, wodurch Beete von sieben Reihen unb Wege von zwei Fuß entstehen. Bald nach Aufgang wirb gehackt unb vierzebn Tage danach nochmals. Die beste unb früheste Sorte ist „Caractacns“, bieselbe trägt sehr reich, wird nur ca. 2 Fuß hoch unb braucht folglich nicht gestengelt zu werben. Die frühesten Erbsen werben auf den Märkten stets gut byahlt unb frnb Erträge mit 100 Mark Ueberschuß auf ben Morgen keine Seltenheit.


