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4.1.1898 Erstes Blatt
 
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Dienstag den 4 Januar

Erstes Blatt

1808

Nr. 2

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gissten

Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich.

Acrugspreis vierteljährlich 2 Mark 20 Pfg. monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn.

Alle Nnzeigeu-Bermittlungsstellen deS In- und LuSlaadeL nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen.

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2ltntlid?er Theil.

doch durch unser Borgehen in'» Rollen gebracht worden, und es ist nicht ganz ausgeschlossen, daß sie bet dieser Gelegenheit

Bekanntmachung,

betreffend das Ersatz-Geschäft für 1898.

Nit Bezug auf die Bestimmungen der Deutschen Wehr- Ordnung werden alle im Jahre 1878 geborenen Militär« pflichtigen, sowie die in früheren Jahren geborenen, welche sich noch nicht zur Musterung gestellt haben, oder welche hin« sichtlich ihrer Verpflichtung zum Eintritt oder ihrer Befreiung vom Militärdienste noch keine definitive Entscheidung erhalten, und entweder im Kreise Gießen ihren dauernden Aufenthalt haben, oder in demselben als Sckdenten, Gymnasiasten und Zöglinge anderer Lehranstalten, oder als Haus« und Wirth- schaftsbeamte, Handlungsdiener, Lehrlinge, Handwerksgesellen, Lehrburschen, Dienstboten, Fabrikarbeiter oder in ähnlicher Eigenschaft sich aufhalten, hiermit aufgefordert, sich behufs Eintragung ihrer Namen in die Stammrolle in der Zeit vom 5. Januar bis zum 15. Januar l. I. bei der Bürgermeisterei ihres Wohnortes, beziehungsweise ihres Aufenthaltsortes, zu melden und dabei, wenn sie an diesem Orte nicht geboren sind, ihren Geburtsschein, welcher nunmehr von dem betreffenden Standesamt zu erwirken ift, und wenn sie sich bereits bei einer früheren Musterung gestellt haben, ihren Loosungs-Schein vorzulegen.

Zugleich wird darauf aufmerksam gemacht, daß Die­jenigen, welche die Anmeldung unterlassen, zu gewärtigen haben, daß sie mit einer Strafe bis zu 30 Mark oder mit Haft bis zu drei Tagen belegt, von der Theilnabme an der Loosung ausgeschloffen und ihrer etwaigen Ansprüche aus Zurückstellung rc. verlustig erklärt werden.

Bezüglich derjenigen Militärpflichtigen, welche zur Zeit abwesend find, sind deren Eltern, Vormünder, Lehr-, Brod« und Fabrikherren zu diesen Anmeldungen verpflichtet.

Die Großberzoglichen Bürgermeistereien des Kreises werden beauftragt, Vorstehendes in ihren Gemeinden noch besonders auf ortsübliche Weife bekannt machen zu lassen.

Gießen, am 3. Januar 1898.

Der Civilvorsitzende der Grobherzoglichen Ersatz-Commission Gießen.

Dr Wallau.

gelöst werden wird.

Zu Rußland und England, welche in Ostasien dominireu wollen, ist in letzter Zett noch Japan getreten, und das Be­streben der Engländer geht dahin, die Japaner gegen Ruß­land aufzuhetzen, damit England schließlich der tertiua gaudens sein kann. Ob sich Rußland hierzu bewegen taffen wird, ! erscheint denn aber doch sehr fraglich - die russische Diplomatie hat in den letzten Jahren so viele Beweise von Klugheit und ) Voraussicht gegeben, daß wir ihr einen faux pas, wie der j von England erwartete nicht gut zutrauen können. Unserer j Ansicht nach ist überhaupt für Rußland der geeignete Zeit« punkt noch nicht gekommen, da seine Vorbereitungen für einen entscheidenden Schlag noch nicht beendet find. Deshalb wird es allen Anstrengungen Englands nicht gelingen, den russi­schen Bären aus seiner Ruhe zu bringen, und wir glauben deshalb zuversichtlich, daß dat eben begonnene Jahr die Ent« scheidung noch nicht bringen, daß der allgemeine Friede noch nicht gestört werden wird. Und abgesehen von der ostaflati« schen Frage liegt kein Anlag vor, welcher Befürchtungen her« vorzurufen geeignet wäre. (xx)

Aus dem städtischen Verwaltungsbericht.

(Fortsetzung.)

Lehrplan und Unterrichtszeit der obligatorischen Fortbildungsschule find im Winter 1896/97 dieselben geblieben, wie im Vorjahre: der Unterricht erstreckte sich aus Lesen, Briefschceiben, Geschäftsaufsätze, bürgerliches und kauf« i mann',che« Rechner«, Geometrie, 'einjache Buchführung, Wcchsü- i lehre, Versicherungswesen und VersaffuagSkunde. Die Schüler« zahl betrug:

1. Gruppe: Kaufleute, Schreiber, Schriftsetzer, Geometer, Buchbinder, Photographen, Gärtner, Sattler und tt.-llner in drei Altersklassen zusammen 91

2. Gruppe: Bauhandwerker, desgleichen zusammen 87 3. Gruppe: Alle anderen Berufsarten, desgleichen

zusammen 84

Schwachbefähtgte in zwei Klaffen zusammen ___70

inSgesammt 332

Die vom Kaufmännischen verein gegründete und de-

Ausblick.

In unserem Neujahrsartikel haben wir znrückgebl<ckt auf daß verflossene Jahr und wir haben noch einmal in großen Züge« die Ereignisse, welche nunmehr der Geschichte ange« hören, an uuS vorüberziehen losten. Jeder, welcher zu Be­ginn einer Zeitperiode einen solchen Rückblick wirst, ,veutilirt auch den Gedanken:Waö wird werden? Wie wird sich das eben begonnene Jahr gestalten?' ES find so viele Fragen, die sich ein Jeder zu stellen hat, und nur annähernd läßt sich natürlich eine Antwort darauf geben. Wir haben mehrfach auSgeführt, daß die Aussichten auf Erhaltung des Friedens j günstige find, daß wir hoffen dürfen, ein ernster europäischer Conflict darf für absehbare Zeit als ausgeschlossen gelten. Die Staaten haben ein großes Jutereste daran, daß der Friede erhalten bleibt und doch vermögen sie die Störung desselben nicht unbedingt zu verhindern. Im vergangenen Jahre war eS die orientalische Frage, welche Europa in Athem hielt. Wir erinnern uns noch, daß es in allen Sta« dien der Ereignisse im Orient hieß, der europäische Friede sei nicht gefährdet, wenn auch einzelne Meinungsverschieden­heiten unter den Mächten herrschten. Und heute, nachdem der Friede zwischen Griechenland und der Türkei geschlossen ist, wirk» offen zugegeben, daß wir mehrere Male nahe vor einem europäischen Kriege gestanden haben. Jetzt ist S dte ost- asiatische Frage, welche alle Gemüther bewegt und geeignet ift, zu einem Eonflicte zu führen. Im Orient waren die Interessen der Mächte nicht so brennend, dagegen handelt eS fich in Ostafien um einen wirihschaftlichen und politischen Kampf, auf welchen sich zwei Reiche Rußland und Eng­land schon seit langer Zeit vorbereiten und welcher schließlich einmal zum AuSlra- gebracht werden muß. Deutschland hat durch sein Vorgehen gegen China nur sein gutes Recht gewahrt, wenn eS Sühne fordert für dir Ermordung dec Missionare and wenn es endlich wirthlchaftliche Vortheile verlangt für die Unterstützung, welche wir China im Kriege gegen Japan gewährt haben. LS ist auch kaum denkbar, daß irgend eine Macht un» entgegeutretrn wird, abgesehen davon, daß wir der festen Ueberzeugung find, daß unsere Regierung sich mit den dlrect am meisten interesfirten anderen Staaten vorher in'S Einvernehmen gesetzt hat. Aber die ostnsiaiische Frage ist :

triebene Kaufmännische Fachschule mit Lehrlingöheim hat im Berichtsjahre weiteren Anklang gefunden, sodaß der SommerkurS von 56 Schülern besucht war, milche in Schön«

und Rechtschreiben, sowie Stenographie unterrichtet wurden, während am WintercurS 125 Schüler (wovon 63 Fort« bildungsschulpflichtige) The.l nahmen. Das Lehrlings- heim wurde durchschnittlich von 18 jungen Leuten besucht.

Die >Erw eiterte Handwerkerschule (Tugschule) haben besucht

im Sommer 1896 31 Schüler gegen 20 j im

, Winter 1896/97 86 88 s Vorjahre-

weitere 29 Anmeldungen für den DintercurS mußten wegen

Mangel an Raum unberücksichtigt bleiben.

In der SonntagSzeichenichule besuchten:

tm

Sommer

im Winter

1896

1896/97

a. Linearzeichnen

35

30

b. ProjectionSlehre

20

21

c. Fachzeichnen für Bauhandwetker

24

26

d. desgl. für Schreiner, Schloffrs rc.

25

19

e. Maschinenzeichnen

22

23

f. Ornamentzeichnen

35

30

inSgesammt

174

157

In der Aliceschule fürFrauen-Bilduog

und

«Erwerb haben an den einzelven Lehrgegenständen

bezw.

UnterrichtScursen Theil genommi 1896 Welhzeugnäheu 65

Sticken 3<

Kleidernähen 21

Bügeln

Lehrerinnencur» 14

KochcurS 3(

An dem unter Leitung des

/l)7 gegen 1895/96

!l 42

> 24

27

17 9

29

Herrn Pfarrer Di*. Grein

stehenden Feierabend für L hrltnge haben un Muter 1896/97 in den Abendstunden ton 6 bis 10 Uhr im Ganzen 184 Lehrlinge Theil genommen! der stärkste Besuch an einem Abend betrug 120, der schwächste 39 Lehrlinge, im Durch« schnitt kamen auf einen Abend 7 Besucher. Die Bibliothek wurde fleißig benutzt.

Die Zahl der in der Kleinkinderfchule auf«

genommenen Kinder im Alter von 2*/z bis 6 Jahren hat betragen: im Sommer 1896 215 Kinder, im Winter 1896/97 242 Kinder.

Armenpflege. Die mit dem städtischen HoSpital verbundene Plock'sche Stiftung hatte im Ganze« elf Pfründner mit zusammen 3720 BerpflegungStagen gegen einen täglichen Pfleggeldsatz von 1.20 Mk. im HoSpital und von 1.90 Mk. im eigentlichen SiechenhauS untergebracht.

Eine werthvolle Unterstützung in der Armen- und Krankenpflege hat d e städtische Verwaltung wiederum Seiten» unserer Wohlthätigkeirrvereine erfahren und es ist dabei ins­besondere da» Zusammenwirken der öffentlichen und der privaten Armenpflege dadurch gefördert worden, daß der Vorsitzende der Armeudeputarion auch im allgemeinen Verein für Armen- und Krankenpflege zum Bor- staudSmitgliede gewählt wurde Dieser Verein hat 167 arme Personen in 783 Fällen mit zusammen 46Q6.65 Mk. unter­stützt ; in der Krankenpflege deS Verein» waren sieben (evangelische) Schwestern thatig, die in 709 Familien zulammen 567 Nachtwachen, 134 ganze TageSpflegen und 20253 Pfleg­besuche (d. h. Besuche bi» zur Dauer eine» halben TageS) leisteten. Sodann wurde mit elnun Zuschuß von 300 Mk. au» der Armenkasse 15 Kindern eine Sommer« und 8 Kinder« eine Winterkur im Elisabethenhause zu Bad-Naubeim gewährt.

Die Krippe hat im Laufe des Jahre» 45 Kmder mit zusammen 3614 Pflegetagen ausgenommen.

Da» Mieth»patrovat de» Vereins ist in vier eigene« und drei von der Stadt gemieteten Häusern weiter aus­gedehnt und gefördert worden.

Die Nähabende wurden eingerichtet in drei Abtheil- nngen, wovon einer für Frauen tm Schwesternhause de» Vereins und je einer für erwachsene Mädchen und für Schul­kinder im alten Rathhaufe abgehalten wurden- tu keiner Abtheilung wurden mehr al» 70 Theilnehmerinntn auf# genommen.

Der Verein für Krankenpflege hat irn Jahre 1896 neun (katholische) Schwestern beschäftigt und aus seine« Mitteln für deren Unterhalt, Miethe rc. gesorgt- der Jahre»- aufwavd deS Verein» betrug 4379.21 Mk.

(Fortsetzung folgt.)

Locales rrnd j-rovinzielles.

Gießen, den 3. Januar 1898.

** Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuer« wehren wurde verliehen durch Allerhöchste Entschließung Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs vorn 4. Decemder den Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr zu Bingen: Franz Rau, J.cob Grett, Loui» Arnold, Franz Hart­mann, Sari Fuchs, Philipp Joseph Fink, Heinrich Brück und Jacob Weil IV.

H. Stadttheater. Die heitere Muse eröffnete ganz paffender Weise den Rktgen der Vorstellungen im neuen Jahre, denn am NeujahrStag-Abend gingDie schöne Ungarin" in Scene, eine Operettenpoffe von MannstSdt und Weller, mit dazu gehöriger Musik von SttffenS. Die Herren Verfasser bieten ein tolle» Durcheinander luftiger Einfälle und ©eenen, die zwar äußerlich in einen gewissen Zusammenhang gebracht find, an sich jedoch keine Handlung bilden, aber doch der Absicht, dem Publikum einen heiteren, vergnügten Abend zu verschaffen, vollauf gerecht wird Des­halb lohnt cS nicht der Mühe den Inhalt diese» Machwerk» zu schildern, man muß eben diese Poffensccnen sehen und mit darüber lachen. Ein Protestiren gegen bte darin Vorkommen- den vielfachen Unmöglichkeiten, gegen die blutigen Witze und abgelagerten Kalauer hat keinen Zweck, so lange eS genüg« fame Menschen gibt, die darüber entzückt find. WaS die Wiedergabe dieser Operettenpoffe betrifft, so wurde im Ganze« flott gespielt- das ganze Personal war actio thätig und so­wohl Damen wie Herren thaten ihre Schuldigkeit, allerdings mehr im Spiel, als im Gesang. So hübsch und gefällig auch die Gesaugsparthien waren, sowohl soltstisck, als tm Chor, sie kamen nicht zur Geltung, die graziös-frische« Melodien sie behaupteten sich nur musikalisch. Uederhaupt ist die Musik Steffens' zu dieser Posse eine der gehaltvollste« und besten aller von ihm componirten. Sie kam durch die gute Extcutirung selten» unserer RegimentSmnfik unter Herr« KruseS trefflicher Direktion zu vollster Geltung. Aber wie gesagt, gelungen wurde herzlich schlecht, meist war der Text nicht zu verstehen, besonder» die Damenkehlen schienen er­müdet vielleicht von Shlvester-B^grüßungStönen und waren deshalb kraftlos. Frl. NatufiuS ließ bei dem hübschen Backfisch-Couplet die Betonung der Pointe vermissen und