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3.12.1898 Erstes Blatt
 
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Erstes Blatt.

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ichener Anzeiger

Heneral-Anzeiger

Zlints» und Anzrigeblatt für den ICrei# Gietzen

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| Gratisbeilage: Giehelter Famllirnblätter.

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6a 61 Unter den Linden waren mit Tüchern, feaulanbtu und ftajnen prächtig drcorirt. Trotz de» nufetalten, unfreunb» ttchen Wetters war der Andrang des Publikums immer stä-ker. ltz.ae dicht- Rette bildete sich den ganzen Weg entlang. Ve dst lie Bäume im Thiergarten waren von Neugierigen erklettert worden, um von da den Emzug des Raiierpaares zu de» sichtigen. Gegen l/t\ Uhr begann es zu regnen, Hochrufe wurden laut und kündeten da» Nahen des Raiserpaares an.

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des Eisenbahnbaues in Oftofrika wurde kürzlich in Leipzig verhandelt. In der Deutschen Colonialgesellschaft hatte Prtmierlteutenavt Rollmann eken Bortrag gehalten. Der anwesende Gouverneur ßtebert bestätigte, wie diefRatS* meldet, die Mittheilungeu des Liemeuants Rollmann, die durch neuere Berichte sogar tu uoch güostigerem Lichte dar- gestellt mürben und betonte, daß von bet Eisenbahnverbindung nach dem Bietoria Nyauza die ganze Zukunft der Kolonie abhänge. Bon allen Seiten aus, iusdesouderr aber durch die Engländer, würde Afrika durch Eisenbahn und Schrff- fahrt erschlofieu. Unser Besitz am Victoriasee werde Handels- politisch mehr und mehr uachlasien und durch Abzug seiner Produkte ausgesogen, wenn wir nicht mit eigenen Ver­bindungen eutgegeuarbeiteten. Die ReichSregierung würde dem Reichstag eine Vorlage zur Ueberuahrne der Usambara« bahn unterbreiten. Dieselbe wäre ja auch wichtig, aber doch immer nur eine Lokalbahn und kein gleichartiges Covcurrenz- unternehmen gegenüber der englischen, für uns gefährlichen Ugandabahn, die in etwa zwei Jahren vollendet sein würde. Wir müßten eine große Centraldahn haben, die von Dar es Salaam ousgehenb der großen Rarawanenstraße folgte und znvächst Tabora erreichte. Hierzu müffe das Gelb in Deutsch« laub auiaebracht werden.

Wirklichkeit absolut nicht entspricht, »i mvsit daher als muthwillige Schaffung eine» unnützen und schäl lichen Streite» erscheinen, wollte man die Discuifion über die Antwort Thun»

in Bewegung. Als der Ratser bei den Truppen vorbeirm, begann oa» Präseutiren der Gewehre bei Ltngenbem Spiel. Die Fahnen-Compagnie und Standarten Escadron salutirteu. Ein Theil der Truppen folgte dem Rotter bis zum Schloß, woselbst im Lustgarten ein Defi.ö vor dem Raiter stattfand. Nunmehr zerstreme sich die Menscheomroge nach allen Richt- u'geu, was jedoch nicht leicht von Statten ging. Au mehreren Stellen mußte die Polizei eintchreiten, nm den Menscheukoänel za entwirren, der betoubers am Brandenburger Thor bedenk- liche Dimensionen annahm.

Berlin, 1. December. Auf die Ansprache bei Ober­bürgermeisters Rirschner erwiderte der Raiter ungefähr Folgendes: Ql fei eine schöne und unvergeßliche Reise, von der die Raiseriu und er jetzt zurückgekehrt feien. Ganz besondere Freude habe es ihm bereitet, baß der deutsche Name Überall in so hohem Ansehen stehe. Er hoffe, baß dieses Ansehen noch zunehmen und sich noch mehr vergrößern werbe. Ferner gab der Ratser seiner Freude darüber Aus- druck, baß die Ratserin nnb er glücklich hetmgekehrt seien unb baß sie nunmehr wieder in Berlin wären.

Berlin. 1. December. Das Befinden des Ratser- paare s nach der JerusaleuAeise. Das vtfinden der Ra terin »st bas denkbar beste, fie hat dte Strapazen der Reise außer- ordentlich leicht überwunden. Die Ritserin neigt etwas zu catarrhalischen Affectionen- hn Orient bei der gewaltigen Hitze und der großen Staubentwicklung hat die Raiseriu nicht ttren Augenblick im Halse zu leiden gehabt. Die An« streugnngen der Seereise übersteht die Raiseriu insofern ganz leicht, als fie von der Seekrankheit nicht ergriffen wird; auf >cr kaiserlichen DachtHvhenzolleru" soll die Raiseriu die

einzige Dame gewesen sein, die von jener eigenartigen Rrank- beit- nicht gepackt würbe, nnb stellenweise gingen die Wellen doch sehr hoch und die See war stark bewegt Der Ratser tst von seiner Ortentreise außerordentlich erfrischt unb ge- strikt wieder heimgrkrhrt, in Potsdam hat er fich keinen Tag nach der anstrengenden Fahrt der Ruhe hivgrgeben- sein B.staden ist nach jenen aufregenden unb anstrengenden ®tun«

SpeelalitSt:

\ Capes, Muffe, Barett Mi und Collier», Jy Kragen und Nützen, Schlittendeckte, MlMN, fuaaaätkt.

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cher Borschrift.

nstock,

b HptiLer.

Historiograph v. Poschtnger Randzeichnungen zu den Bis- marckschen Memoiren hcrouSgebeo.

Coloniale Eisendahueu. Die wichtige Frage

tu solch erregter W tse sortsetzen.

MP.C. Ztalien Auf den italienischen Schiffs- werfe en herrscht zur Zeit eine emfige Thätigkeit. Die L'Ammiragliobe Sr. Bon" unbL'Emanuel Filiberto", welche demnächst vom Stapel gehen, weisen ganz besondere Fort- schri:te in der Baukunst auf. Bon den drei geplanten Rieuzern von 12765 t Deplacement, die von »ein entworfen stnd, wird für bteRegina Margherita" zu Specia in nächster Zele mit der Kiellegung besonnen. DerVenedettv Briu wird tu Castellamare und der dritte Rreuzer, der voraus- | sichtlich den Kernen »Privcipiffa Eieno" erhalten wird, wird in Venedig gebaut. Außerdem wird der Bau eines Panzer- 1 keeuzer» von 7400 t unb eines anderen Rreuzers vom Typ ; derGaribaldi" vudVarese", welche letztere verkauft wurden, ! vorbereitet.

Par», 1. December. Während ein englisches Blatt « meldete, Zola halte sich in der Umgebung der Stadt Lew ou i auf, weiß ein hiesiges Blatt zu berichten, Zola befinde sich i augenblicklich in Paris unb zwar tu einem Hotel, welches nicht weit von seiner früheren Wohnung gelegen ist.

Loudon, 1. December.Eoeuiug Newö" wird onl i Peking berichtet, dort verlaute aus angeblich guter Quells ! der Rotter von China werbe bemnächst eine Euiop^eise unternehmen. Er beabsichtige, London, Paris unb Berlin zu

XmiIomK

Wien, 1. December. Zu der Zeitungs-Dtscusfion »egen der Erklärung des Grasen Thun über die Aus- Weisungen in U reufeen schreibt dasNeue Wiener Tageblatt* : Graf Thun hat uns gewife nicht zu seine« 8er» theidigtr bestellt, ober wir halten uns doch verpflichtet, zu sagen, dafe wenn in Berlin dte Auffassung herrscht, als hätte Graf Thun bei der Beantwortung der Interpellation über bte «uswe,saugen österreichischer llvterthanen tu irgend einer Weise Absichten gegen das deutsche Bündniß gehabt, dies der

CmäUs **> provinzieS*-.

Gieße», 2. December 1898,

Bei bet Sladtverordnelenwah! baden anfeer den Ge­wählten vachiolgende Herren eine größere Stimmrnzahl erhalten:

Schatzleute zu Pserde sprengten voran nud hinter diesen folgte der vierspännige off:ne Wagen ber Raiferta. Dte hohe Frau, deren Aussehen ein ungemein gute» unb deren Teint leicht gebräunt war, erwiderte fortwährend die Hochrufe mit freund- sichern Verneigen. Dicht hinter dem Wagen der Raiseriu folgte der Ratter zu Pferde. Auch sein Antlitz trug noch die Spuren der Orientreise. Stürmische Hochrufe tönten oem Monarchen entgegen, für die er sich unausgesetzt bebavkte. Am Braubeuburger Thore machte der Zug Halt. Innerhalb des Thores auf bem Pariser Platz hatte bte Generalität Ausstellung genommen, deSgletchetr ble Vertreter ber Stadt, an bereu Spitze ber Oderbürgermeister Rirschner. Einer ber Generale trat vor unb hielt Namens ber Armee an brn Ratser eine kurze BegrüßungSan'pcache, die in ein Hoch auf ! den obersten Rriegsherrn oalllang. Sämwtliche Truppen unb das Publikum stimmte in daffelde begeistert ein. Nun- t mehr begrüßte auch Oberbürgermeister Rirschner Namen« ber Stadt das Raiferpaar. Hierauf setzte sich der Zug wieder

den vorzüglich. tw ,

Berlin, 1. December. Näh eres über dieReich »- tagSer ö fsnuug. Der Stellvertreter des Reichskanzlers, Gras Posadowtky, hat folgende Bekanntmachung erlaffen: Mit B^zuznabme auf die in Nr. 52 de« Reich» Gesetzblatts verkündete kaiserliche Verordnung vom 25. ds». MtS, durch welche der Reichstag berufen ist, am 6. Deckender d. I. in Berlin zufammenzutreten, wird hierdurch bekannt gemacht, daß die Öffnung de» Reichstag» an diesem Tage um 12 Uhr Miuag» im W n Saale des hiesigen königlichen SchloffrS staifiuden wird. Zuvor wird ein Gottesdienst, unb z-var für bte Mitglieder der evangelischen Rirche in ber Sch oßkop'lle um 11 Uhr, für die Mitglieder der kaehv- li'cheu Rirche in ber St. Hedwigskircho um 11 Vs Uhr abgc- holten werden. Die weiteren MitthelluNtzen Üver die Er- ösfaungssitzurg erfolgen in dem Bureau des Reichstags am Rönigsplatz, am 5. December ds. Js. in den Stunden von 9 Uhr Morgens bis 8 Uhr Abend» und am 6. December von 8 Uhr vormittags ob. In diel'« Bureau werden auch die Legttiwaiieuskarten für die Eröffnungssitzung ausgeseden, so wie alle sonst erforderlichen Mittheilvngen gemacht werden. Zuschauer können zu dem Eröffnuogsacte nicht zugelaffeu werden. ä

M.P.C. Berlin, 1. December. In dtpllmtttfchen Rreisen wird bte gegenwärtige zleickz itige Anwesenheit der deutschen Botschafter in London und in Washington in Berlin viel bemerkt. Nlchisdchowenig-.r kann allen Gerüchten, als cb von deutscher Seite irgendwelche Machterweiterungs- ansprüche auf den Phil ppinen ober Karolinen erhoben würden, mit E»ilchiedeuheit entgegengetreten werden.

M.P.C. In ber lippeschen Sache wirb weiter zwischen den BnvdeSfürsten verhandelt. Der Gedanke, eine schiedsrichterliche Instanz zu bilden, ti> eine Präjudiz schaffen würde, tritt immer mehr in den Hintergrund. Bis jetzt ist der Schauwburg'scke Antrag noch nicht einmal in der Aus­schuß Inllarz des Bvudesraths verhandelt.

M.P.C. Wie wir hören, werden zu den Gedanken unb Erinnerungen Bismarcks von verschiedenen Seiten Ergänzungen vorbereitet. Unter Anderen will der bekannte Bismarck-

Versuche» Reich.

Berit», 1. December. Der Raffer gedachte heute Nachmittag um 3 Uhr den österreichi'ch-vugarischeer Botschafter n. Szögyeuy-Martch zu empfangen, um aas dessen t Händen bte bem Ratser als iRitglub ber kaiserlichen unb köatglichen Armee zuzedachte golbene R:gicrmtg» Jubiläums- Medaille entgegenzunehmen.

Berlin, 1. December. DerRe chsauzeiger" schreibt in ; seinem nichtamtlichen Theil: Stme Majestät ber Ratser gedenken mit den öerbüaceten Regiemugeu unb mit bem deutschen Volke in innigster Antheilnahme diS Tages, an welchem unser erlauchter Banbesgenoffe Ratser Kranz) Josef vor 50 Jahren den Th on ber Habsburgischtn Mon- atchie bestiegen hat. ÜDiddc b;t Vorsehung da» theure Leben des edlen Herrschers noch lange Jahre erholten zum Segen Oesterreich-Ungarp.» unb zum Heile des europälschen Frieden«.

Berlin, 1. Dectmder. Heute Mittag kurz vor 1 Uhr hat ber feierliche Einzug bt» Raiserpaare» in Berlin vom Schlosse Bellevue ou» fiaitgefunben. Bereu» um 11 Uhr mars ptneu bte Truppen mit kllugendem Spiel , znm Btandlndurger Thor, um ton dort bi» zum königlichen 1 Sch Spalier zu bilden. Eine äußerst zahlrelche Menichen- menge hatte lang» ber Charlottenburger Chaussee sowie Unter den Linden bi» zum Schloß Ausstellung genommen. Zahl- reiche Gevaube in ben Hauptstraße» hatten fitflaggt. Die j

besuchen.

Londs», 1. December. Wie »Dai'.tz Mall" aus Madrid melbet, erklärt« Seoeral Collas, es seien angenbl-cklich in Spanien 40 000 Mann unter den Waffen. Diese Zahl würde jedoch in kurzer Zeit auf 200000 erhöht werben können, falls die Carlistev-Bewegung eine Verstärkung uöthig machen sollte.

M.P.C. Rußland, von allen Seiten hört mau j tzt, welche wunderbare Thätigkeit di: Russen in Port Arthur entfalten. Die Postverbindung über Tien Tsin ist eine täg­liche, bte Telegrapheoverdiodnug mit Vladwvstock ist fertig. Ein regelmäßiger Schiffsverkehr mit Tche Fon unb Nagasaki ist eiugertchtet. Fremde Raufleute werden mit größter Zu­vorkommenheit behandelt uud finden von ber Regierung nach jtber R.chtung hin größtmögliche Unterstützung. Hieraus er­klärt fich wohl bte große Uederraschnng, bte Lord Beresford empfand, al» er nach England depeschi'.te, eS sei geradrzu unglaublich, daß die englischen Ranfleute ihrer Regierung nicht schon längst von den ungeheuren Fortschritten der Muffen in ber Manbschurei Mittheiluog gemacht hätten.

Neber da» Sch'cksal ber Raroliuen -Insel»

herricht noch einige Unklarheit. Nach einer au» Berlin ein* gegangenen Nottz kommt bte Nachricht, dafe Deutschland i* Mabrtb den Wunsch au«geiprochen habe, ble Raroltcen- | Inseln, soweit Amerika keinen Anspruch darauf macht, i anzukaufen, offenbar au» Paris und hat, wie alle

früheren Ausstreuungen dieser Art lediglich den Zweck, Deutsch­land und die vereinigten Staaten zu verhetzen. Bisher sei authentisch überhavpt noch nicht bekannt, ob die vereinigten Staaten die Abficht, bte Raroltnen- unb bte Martamteu-Inseln zu erwerben, ausgesprochen hoben. Dagegen will ber Berliner Berichterstatter berDaily News" erfahren haben, die Meldnvg, Deutschland beobfichtige, die Raroltnen-Gruppe mit Aus- nähme der einen an Amerika als Rohlevstatton abzuiretenden Insel zu erwerben, sei richtig. Sollte Spanien gewillt sein, die Inseln an Deutschland zu einem vernünftigen Preis zu verkaufen, und sollte Deutschland ble Ueberjeugung ge­winnen, bofe keine Verwicklungen aus einem solchen Geschäft entstehen, werbe es abgeschlossen werden. Die deutsche Re­gierung würde labefe in keinem Fall Etwas thun, was ble deutsch amerikanischen Beziehungen trüben ober auf den Wider­stand Englands stofeen könnte. Eine endgültige Erledigung der Frage, was aus den Raroltnen-Inseln nunmehr wird, nachdem fie für Spanien kaum noch irgend welchen Werth besitzen, bleibt jedenfalls roch zu erwarten. Bel bleftm Anlaß sei übrigens eine Washingtoner Meldung erwähnt, dafe die vereinigten Staaten keine Rechte über Chir'qui erworben haben. Verhandlungen darüber schwebten weder, noch seien fie beobfichtigt. Als ber verstorbene Bloine Stootssecretär war, versuchte er, in Chir^qai Rechte zu erwerben, ble e » geleiteten Verhandlungen ober scheiterten.____________________

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