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Nr. 258 Erstes Blatt. Donnerstag den 3. Novembev
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Tie Einweihung der Erlöserkirche.
Dir feierliche Einweihung der Erlöserkirche fand am Sonntag mit allem kirchlichen und weltlichen Pomp statt.
Die Einweihung verlief bet herrlichem Wetter. Der Kaiser und die Kaiserin wurden au dem Schnittpunkte der David» und Kronprinz Friedrich Wilhelmstraße von einer au» sechs Herren bestehenden Abordnung des Johauoiterordeo» vnier Führung des OrdenSkauzler», Wirklichen Geheimen Raths Dr. v. Levetzow empfangen und von Letzterem mit einer Ansprache begrüßt, welche etwa folgendermaßen lautete:
„Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin werden an diesem der gesammteu Christenheit geheiligten Orte, durch« drungea von der Bedeutung dieses Tages für den evan« geltschen Glauben und im Ausblick zu dem himmlischen Fern« falrm des PsalmworteS gedenken: „Unsere Füße stehen in deinen Thoren, Jerusalem!" und sich dessen gnädigst erinnern, daß hier die GeburtSstätte des Ordens sei, der zur Der- thetdigung des ChristeuthumS und der Pflege der Kranken hier errichtet worden, und dem Seine Majestät der Kaiser tzetgetreteu sei und ihn tu seinen Schutz genommen habe und der dir Wege wandele, auf denen Ihre Majestät die Kaiserin vorangehe. Er begrüße die Majestäten NameuS des O den» und spreche den Dank desselben dafür aus, daß er Zeuge fein dürfe von der Weihe riaeS evangelischen Gotteshauses auf dem Grund und Boden und den Trümmern feiner ersten Kirche.
Hierauf schritten die Majestäten unter dem Geläute der Glocken tu feierlichem Zuge mit de« Gefolge bis zu dem westportale der EUöserktrche. Hier hatten sich außer dem Caratorimn der Evangelischen Jerusalem-Stiftung und dem den Bau leitenden und auSsühreudrn Archttecteu die offiziellen Vertreter der deutschen evangelischen Kircheoregieruogeu und der außerdeutschen ktrchengemeiuschaften sowie die Geistlichen auS Jerusalem, Bethlehem, Jaffa und Haifa versammelt. Der Präsident des Evangelischen Oderkirchenraths Dr. Barkhausen richtete eine Ansprache an die Majestäten und führte, ausgehend von dem Worte des Psalmtsten, daß tu Jerusalem dte Stämme deS Herrn zusammeukowmen sollen, zu danken dem Namen deS Herrn, aus, wie auf deu Ruf S. M. des Kaisers mit deu Vertretern der evangelischen Kirchen Deutsch« lanbl die evangelischen Brüder auS Nord und Süd, aus Ost und West gekommen seien, um gemeinsam Gott zu danken. Zu danken vor Allem, daß eS durch Gottes Gnade ihnen verliehen sei, au dem Orte der heUigsteo Erinnerungen einen Tempel zu erbauen, der dastehen soll als ein Denkmal des Glaubens an den Mensch gewordenen Gottessohn, den gekreuzigten und auferstaudeneu Heiland, als ein Bekeuntwß zum Evangelium von der Gnade GotteS, wie eS durch dte Reformation wieder erfchloffen fei und als ein fichtbareS Zeugniß der Glaubens- und LiebeSgemetnschaft der evaoge- Ufchen Christen in der ganzen Welt. Redner sprach sodann S. M. dem Kaiser den Dank Aller für dte Gnade auS, tu welcher Allerhöchstderselbe dte Erbauung der Erlöserkirche an« befohlen habe und tu welcher er der SiuweihuugSseter dieser Kirche mit I. M. der Kaiserin beizuwohuen und so derselben den schönsten Glanz zu verleihen dte Guade haben wolle und bat, daß Se. Majestät geruhen wolle, dtejOrffauug der Erlöserkirche huldreichst zu befehlen.
Hierauf ergriff Graf Zieteo-Schwrriu das Wort und sagte, der Herzenswunsch Ihrer Majestäten d:S Kaisers und der Kaiserin sowie der einer großen Anzahl von Christen auS dem Abendland sei heute erfüllt. Sie stehen vor den Thoren Jerusalems, der Statte, an welcher Christus fein Erlösungswerk vollendet. Hierher seien unsere vorfahren ge- pilgert, auch Kaiser Friedrich, dem eS nicht vergönnt gewesen, au Stelle der Trümmer der alten Johauoiterkirche ein neues evangelische» Gotteshaus erstehen zu sehen. Diese Gnaden- erwetsung GotteS sei Seiner Majestät de« Kaiser Vorbehalten, die Erlöse,ktrche stehe jetzt fertig da und harre der Wethe. Er bitte i« Auftrag deS CuraroriumS der Eoaugelischrn Jerusalems-Stistung uw die Erlaubuiß, daß der Baumeister dte Schlüffe! der schönen Pforte übergebe, damit fich dieselbe öffne.
Rach Uebergabe de» Schlüssel» und Oeffnuug der Thür traten unter vorautritt des Curatorium» der Evangelischen Jerusalem-Sttstuug, sowie der Vertreter der evangelischen Landeskirchen Ihre Majestäten mit dem Gefolge in die Ktrche rin. Die Vertreter der evangelischen Kircheuregterullgeu geist- licheu Staude» sowie die flbngen Geistlichen, die der Schlüsselübergabe al» Zeugea beigewohut hatten, stellten fich auf beiden Setten des Altars auf. Die übrigen Siugeladenru hatten bereit» früher durch da» Nordportal dte ktrche betreten und ihre Plätze eingenommen. Beim Eintritt der Majestäten in
dir Kirche intonirte der Biäserchor, gebildet au» Matrosen der „Hoheuzollern^, dte Hymne „Tochter Zion, freue Dich". Nachdem dte Majestäten ihre Plätze eingenommen hatten, setzte der Sängerchor unter leiser Begleitung de» Bläserchor» mit dem Gesang de» ersten und zweiten Verse» obiger Hymne ein/ den dritten verS sangen Chor und Gemeinde zusammen.
Hierauf wurde dte Weihehavdlung von dem Ober- hosprediger und Geveralsvprriuteudeuien D. Diyander unter Assistenz de» Oberpräfideuten de» Evangelischen Obrrkttchrn« rath» Propst D. Frhrn. v. d. Goltz und de» General- superinteodenteu D. Erdmann unter Glockengeläut vollzogen. Au den Weiheact schloß fich der Festgottesdienst. Die Liturgie wurde vom Geueralsuperinteudenten D Faber abgehalteu, während Pastor Hoppe die Festpcrdigt hielt und General- superintendeut D. Nebe Schlußgebet, Vaterunser und Segen sprach. Nach dem Gottesdienst brfichtigten die Majestäten, während da» Orgelnochspiel ertönte, die Kirche und begaben fich sodann in die Mur.stavkapelle, woselbst die Vorstellung der Vertreter der deutschen Kircheuregieruvgen und der außerdeutschen Kirchevgeweinschafteo, auch der anwesenden Johanniter- ritter, sowie dte Unterzeichnung der über dte Einweihvng»- feter vollzogenen Festenkünde stattfavd. T. R.
Deutsche» Reich.
Darmstadt, 1. November. Seine Großherzogl. Hoheit Prinz Wilhelm nahmen an» Anlaß de» Höchsten Geburt»- feste» Ihrer Kaiserlichen Hoheit der Großfürstin Sergiu» von Rußland au dem heutigen Großherzoglicheu Luncheon Thetl.
Berltu, 1. November. Im Anschluß au die kirchliche Feier der Einweihung der Erlöserkirche tu Jerusalem verla» der Kaiser iu der Kirche eine Ansprache, in welcher er betonte, daß da», wa» seine in Gott ruhenden Vorfahren seit mehr al» einem halben Jahrhundert ersehnt und al» Förderer und Beschützer der hier in evangelische« Sinne gegründeten Lirbeswerke erstrebt haben, durch die Erbauung und Einweihung der Erlöserkirche Erfüllung gefundeu habe. Jerusalem, die hoch gebaute Stadt, ruft die Erinnerung wach an die gewaltige E,lösung»thar unsere» Herrn und Heilande», von Jerusalem sei der Welt da» Licht gekommen, in dessen Glanze tal deutsche Volk groß und herrlich geworden sei. WaS die germanischen Völker geworden seien, da» seien fie geworden unter dem Panier de» Kreuze» auf Golgatha, de» Wahrzeichen» der selbstoufopferrdeu Nächsten- liebe. Wie vor fast zwei Jahrtauseudeu, so solle auch heute voo hier der Ruf in alle Welt erschallen, der unser Aller sehnsuchtsvollste» Hoffen in fich birgt: Friede auf Erden. Nicht Lrbrn, nicht Macht, nicht Rohm, nicht Ehre, nicht irdische» Gur ist tl, was wir hier suchen, so heißt e» weiter in der Ansprache de» Kaiser», wir lechzen, flehen und ringen allein nach de« einen, dem höchsten Gute, dem Heile unserer Seeleu. Und wie ich daS Gelübde meiuer tu Sott ruheudeu Vorfahren: Ich uud mein Hau», wir wollen dem Herrn dienen, an diesem feierlichen Tage hier wiederhole, so fordere ich Sie Alle auf, zu gleichem Gelöbuiß. Gott verleihe, daß von hier au» reiche SegeoSstiöme zurückfließeu io die gejammte Christenheit. Der gnadenreiche Gott wird unser Flehen erhören, da» ist unsere Zuverficht, er, der allmächtige Hirt, auf den wir bauen. Mit unserer Macht ist nicht» gerhau, wir find gar bald verloren. ES streit für un» der rechte Mann, den Gott selbst hat erkoren. Fragt Ihr, wer er ist, er heißt JesuS Christ, der Herr Zebaoth, und ist kein anderer Sott, das Feld muß er behalten.
M.P.C. Berlin, 1. November. Seit Jahren haben dte Katholiken gewünscht, tu Jerusalem d e S-atte zu befitzeu, au dte fich da» Gedächtuiß an einen für fie sehr wichtigen Ausgangspunkt de» MarieocultuS kaüpst. Bei Gelegenheit seine» Besuche» am Goldeoeo Horn hat der Sultao dem Kaiser da» betteffeode Terraiu geschenkt. Ja Folge deffeo find die Kathollkeo in Jerusalem, resp. der heilige Stuhl in der Lage, auch ihrerseits ein neue» Gottelhau» dort zu errichten. Dasselbe wird vereint mit der Erlöierktrche auf de« Murtstan deu Gedaokeu der Parttät zum Ausdruck bringen uud dazu beitragen, dte Zufawwengehörigkett der deutschen Pioniere evaogeltscheu und katholischeu Glauben» i« heiligen Laude zu fördern.
M P C. Die commiffartsche verathuug für dte Herstellung de» Entwürfe» zum Schutze Arbeitswilliger ist jetzt abgeschlossen. Dieser kann nun dem- nächst deu BuodeSregieruugeu zur Begutachtung zugesandt werden.
MP.C. Au der Fertigstellung der Novelle zu« JovaliditätSgefetz ist, wie wir vernehmen, iu Hervor
rageoder Weise auch ein Mitglied der bayerischen Regierung betheiligt gewesen.
M P.O. ES erhält fich dte Aooahme, daß der Bunde»- rath fich in Bezog auf die Frage der Ltppe'scheu Erbfolge für zuständig erklären werde, wroo auch zwei süddeutsche Regierungen dagegen stimmen folltru.
Berlin, 1. November. Der Gouverneur von Ostafrtka, Generalmajor Li eb er t, stattete vor seiner Abreise au» Sanfibar deu dortigeo höheren eoglischen Beamten und dem Sultan etneu Besuch ab. Der Sultan beschenkte ihn mit eine« prächtigen, «erthvollen, mit Gold reich verzierten Säbel, welcher für den Sultan besonders augefertigt war, „al» ein Zeichen persönlicher Achtung und Zuneigung". Gouverneur Lieben ließ durch General Sir Lloyd seinen Dank au»- sprechen, währeud der deutsche Cousol, Graf v. Hardenberg, bemeikte, daß da» Geschenk de» Sultan» nicht nur den Gouverneur L eben, sondern alle Deutschen ehre und dem Sultan für die Art uud Weise dankte, in welcher er seinen Gefühlen gegen fie Ausdruck gegeben habe.
Berlin, 1. November. Die Polizei hat am Sonntag eine große Anzahl Haussuchungen bet deu Anarchtsteo Magdeburgs vorgeoommen. ES heißt, daß durch dte HauSiuchungeu erwieseu werden sollte, ob dte Anarchisten Magdeburg» eine geheime Verbindung beschlossen hätten.
— Al» Führer der von der Colonial Abtheiluog de» Auswärtigen Amtes geplanten größeren Expedition nach de« Tschadsee ist, wie eS heißt, zunächst der zur Zeit in Südwest- afrtka weilende Major Dr v. Wtßmann in Aussicht genommen. Od Major v. Wißmauu diesen Auftrag übernehmen wird, ist oatürlrch noch nicht bekannt. Er wird erst m einigen Monaten zurückerwareet.
Wien, 2. November. Dal griechische KSutgSpaar tritt heute iu Triest dte Rückreise nach Athen au.
Nom, 1. November. Wie verlautet, wird der Papst eine Encycltca gegen die Anarchisten erlassen, welche an demselben Tage veröffentlicht werden soll, au welchem die Auarchtsteu-Consereuz zujammeutritt.
MP C. Italien. In Venedig soll eia Trockendock gebaut werden, baß dte coloffale Länge von 287 Meter erhalten soll. Dte Länge deS größten Schiffe» der ttalieutschen Flotte, der (r®atbeano*, beträgt 125 Meter.
MP.C Frankreich. In der franzöfischeu Armee soll eine gänzliche Umänderung der Uniform geplant fein. Da» Käppi soll durch einen Lederhelm ersetzt werden und der laugscrößige Rock durch einen wetten Wc.ffeo.ock mit kurzen Schößen. Dte Epauletren sollen onr noch für die O fiztere bleiben. Alle Grade sollen die Hosen in laugen Stiefeln tragen. Dte Infanterie bekommt einen dunkelblauen Waffeurock mit rorher Hose, die Caoallertr eine azu, blaue B.ouse m't ebensolcher Mütze.
Paris, 1. November. „Radikal" versichert, von eine« der Mitglieder de» CabtnetS folgende Einzelheiten empfangen zn haben über das politische Programm, welche» da» Cabinet durchführen wolle. Dupuy sei fest eutschloffen, ketueo Unterschied zu machen zwischen den Republikanern der verschtedeneu Schattirongen. Die gemäßigten Radikalen und Socialisteu wolle er al» eine einzige Partei der Republikaner a^sehen und mit ihnen geschlossen gegeu die Monarchisten, Nationalisten und Snttsemiten regieren. Wa» die DreyfuS- Angelegenheit betreffe, so würde da» Cabinet Dupuy alle Forderuugeu de» Caffationshofr» bezüglich der Untersuchung unterstützen. Jede» Schriftstück, welche» der CossattooShof verlangen sollte, wird diesem ohue Vorbehalt und ohne AuS- nähme übermittelt werden. Sollte es fich bei der Untersuchung Herausstellen, daß hohe poltttsche Persönlichkeiten schuldig befunden werden, so ist dal Cabinet ebenfalls ent- jchlvffen, gegeu Jeden, wer t» auch sein möge, gerichtlich vorzugehen.
Patts, 1. November. ES verlautete am Montag, zwei Räthe deS CoffanouShofe» hätten fich iu dal KriegSmiuistertu» begeben, am Keuutuiß vom geheimen Dossier zu oehmeu. Lockroy dürste aber Schwierigkeiten machen uud nur die Durchsicht gewiffrr Thetle gestatten. — Cavaignae ttchtete au deu Präsidenten der Tttwtoalkawmer de» Cassation»- Hofes, Loew, da» Ersucheu, vernommen zu werden, da er unter den wenigen Personen, die dte vor dem CaffattonShof vorgebrachten unrichtigen Behauptungen richtig stellen köuueu, allein vollständige Actionlsteihett besitze.
Paris, 1. November. „Liberts" versichert, die Untersuchung gegeu Piequart sei beendet. Der Vetter Picquart» erhalte jeden Tag zahlreiche Glückwunsch.Tele-


