Berlin, 1. August, Die Kaiserin hat ihre Abficht, zur Theiluahme au der Hochzeitsfeier ihres Bruders nach Loburg zu reisen, aufgegebeu.
Berlin, 1. August. Das Staat-Ministerium trat heute Mittag unter dem Borfitz de- Fürsten Hohenlohe zu einer Sitzung zusammen, um über die Bethriltgung der Reichs- und Staatsbehörden an einer Trauerfeter für Bismarck zu beratheu. — Der Bicepräfident des StaakS- Ministerium-, von Miquel, ist von Wildbad hier ein- getroffen.
Berlin, 1. August. Der „ReichSanzeiger" veröffentlicht eine Bekanntmachung vom 31. Juli 1898, betreffend da- Außerkrafttreten de-Handelsvertrags zwischen dem deutschen Zollverein und Großbritannien.
Berlin, 1. August. Ueber die Ehrungen, welche die Stadt Berlin ihrem verstorbenen Ehrenbürger zugedacht hat, wird in einer heute oder morgen stattfiudenden außerordentlichen MagistratSfitzung beschloffen werden.
Arr-Un-d»
Petersburg, 1. August. Hier hat die Nachricht von dem Tode BtSmarckS großen Eindruck gemacht. Der Zar soll tief ergriffen gewesen fein. Die deutsche Colonte wird heute Beschluß darüber faffeu, wie daS Andenken Bismarcks geehrt werden soll.
Washington, 1. August. Beim Kriegsdepartement ein- gelaufene Nachrichten au» Lhicamanga besagen, daS fünfte Illinois Regiment habe gemeutert. DaS Regiment war dazu außer sehen, nach Portorico zu gehen. Der Befehl wurde aber zur allgemeinen Enttäuschung der Soldaten widerrufen. Als am nächsten Morgen da- Regiment Parade-Aufstellung nehmen sollte, verließen nur 80 Mann ihre Zelte und stellten sich in Reih und Glied auf. Die Uebrigeu, also fast daS ganze Regiment, verweigerte den Gehorsam und verließ ohne Erlaubntß da- Lager. Der cammandireade General ist angewiesen worden, da- Regiment nach Santiago zu schicken, wo eS die Truppen de- Generals Shafter verstärken soll.
Deutsche Nationalfeste.
Eß ist bet dem Plane der Deutschen Nationalfeste schon viel über den Werth der Volksfeste geschrieben worden. Folgende Sätze aus „Deutsche Volksfeste tm neunzehnten Jahrhundert" von Fr. A. Reimann, 1882, dürften auch heute noch Jntereffe haben.
„Volk-feste im wahren, eigentlichen Sinne, wie freie Völker de» AlterthumS, wie Adel und Freistädte Deutschlands tm Mittelalter fie feierten, in einer zeitgemäßen Form hergestellt und eingeführt, dürften eines der sichersten, wirksamsten Mittel sein, den Gemeingeist der Staatsbürger zu wecken, zu beleben und anzufeuern. Gemeinfinn, dieses Abzeichen der Volksfittlichkeit, der tm Oeffentlichen und Freien entwickelten Tugend, erhob die Staaten Griechenlands zu unverttlgbarem Ruhme, gründete Roms Größe und Welt- Herrlichkeit, Venedigs und der italienischen Städte lang- dauernde Macht und Reichthum, der schweizerischen Eid- genoffenfchaft Freiheit und Ruhm, der Niederländer Unabhängigkeit. Diesen Gemeinfinn zu erhalten, war daS Streben der weisesten Gesetzgeber, und in den Volksfesten sanden sie ein wichtiges Beförderungsmittel derselben.
Lhantcopfen großer Diamantohrringe betheiligen sich an diesem prosaischen Gang.
„Und Ihr Bräutigam, meine Gnädigste?" fragt man schließlich eine» TageS ziemlich energisch, wenn auch mit ausgesuchter Höflichkeit.
„Mein Bräutigam?" wiederholt fie stolz, während ihr Blick fanatisch aufloht, „mein Bräutigam? Ha, Morgenröcheu find nicht» gegen die überirdische Pracht, mit welcher er mich abholen wird- ich bin die Braut de» Himmel»!"
Man weiß, wa» die Glocke geschlagen hat.
Rasch geht es mit ihr auf der socialen Stuseuleiter abwärt». Schmaler und bleicher erscheint da» Gesicht. Die noch vorhandenen dürftigen Kleider verhandeln sich zu Lumpen. Au» den Lumpen werden Fetzen. Jetzt ist sie mit ihrem blauen Leiuenkittel ein welkendes, immer tiefer finkende» Weib, da» durch die unermüdlich herausgekreischte, Wahnsinn- starrende Phrase: „Ich bin die Braut de» Himmel»!- nur einen um so widerlicheren Eindruck hervorrust.
Wie sie unterhalb de» StephanSthorS au der staubigen Straße nach Gethsemane hockt, die magere Gestalt in schmutzige Lumpen gehüllt, so sieht man sie später wieder. Sie ist inzwischen noch tiefer heruntergekommen. Wohl infolge leidenschaftlichen GenuffeS von Alkohol, welcher unter der glühenden Sonne Jerusalem» doppelt brennt, ist ihre Stimme heiser geworden. Da» kreischt wie eine verwahrloste Männerkehle. Tigarrengewölk, von den dünnen Lippen weit herauSgepafft, beständige» Hüsteln, kräftige» Spucken helfen dies traurige Bild vervollständigen . . .
Dann fand man fie tobt anf der Landstraße von Jerusalem nach Jericho. Einige theilnehmende Herzen haben fie zur ewigen Ruhe geleitet.--
Und andere Kranke dieser Art drängen fich auf den Plan. . . .
E» ist Morgens gegen drei Uhr. Auf allen Kopsk.ffen süßgoldener Schlaf. Am Himmel der funkelnde Baldachin der Sterne, allmählich erblaffend vor dem Erwachen de» jungen Tages. Ich träume von mächtigen Schlägen unten au da» Haußthor. Bum — bum — bum! dröhnt e» herauf bi» in mein Schlafzimmer. Aber nein, ich träume nicht • das Gedonner da unten ist Wirklichkeit. Wie ich den Kopf hinaus- stecke in da» Gedämmer de» grauenden Morgens, höre ich folgenden Dialog:
„Alle Wetter, wa» soll das Gekeile? Wo brennt» denn?"
„Bernchrnt mit Andacht, wa» ich Euch jetzt verkünde!" schallt e» pathetisch von unten herauf.
Wer kennt nicht die olympischen Spiele der Griechen und die glänzenden Feste der Römer?
Wer da» ganze Jahr nie aus seiner Werkftätte, Schreibstube oder seinem Studienzimmer kommt, wer nie sein Dorf verläßt, als um die Erzeugniffe seiner Aecker, Felder und Herden auf den Markt zu bringen, wer nie mit größeren Massen Menschen zusammenlebt, kann ein guter Mensch dabei bleiben- aber da» Bewußtsein, daß er nicht bloS seinem Hause, seiner Familie, seinem Dorf oder seiner Stadt, sondern auch dem Staat angehört, stumpft fich ab, und er vergißt am Ende, was für Pflichten und Rechte er als Glied des Staate», als Staatsbürger, hat.
Volksfeste wecken aus diesem politischen Schlafe. Unter Volksfesten aber verstehen wir nicht Auftritte und Belustigungen, wo die eine Hälfte der Bevölkerung bloS ihren Sinnen fröhnt und im wilden Taumel der niedrigsten Lust ihre Nichtigkeit zu vergessen sucht, und wo die andere Hälfte blos zufieht, was die, welche in ihrem Wörterbuche Pöbel heißen, für Sprünge machen, — Belustigungen, die der Sittlichkeit unendlich schaden, indem fie Gelegenheit zur Un- Mäßigkeit, Ausschweifung und zum Spielen geben und wo die Beispiele der Alten schon früh die Jungen verderben. — Ein Volksfest in unserem Sinne soll alle Alter und Klassen der Staatsbürger an einem, wo möglich durch geschichtliche Wichtigkeit ausgezeichneten Tage, zu einer einfachen, sinn- vollen und erwecklichen Feier vereinen- der Reiche vergißt auf einen Tag wenigsten» seinen Geldkasten, der Arme seine Sorgen, der Handwerker seine Werkstätte, der Staatsmann das Regieren, der Gelehrte seine Bücher- der Ungebildete lernt von dem Gebildeten Anstand- der Gebildete erwärmt fich an der natürlich kräftigen Fröhlichkeit der arbeitenden Klasse- der Greis verjüngt fich am Feuer des Jünglings und der Jüngling wird durch die Gegenwart der Alten in den Schranken der Mäßigung gehalten. Herzliche Freude belebt und vereint Alle. In Allen erwacht da« erhebende Gefühl: wir sind glückliche Bürger eines glücklichen Lande-- wir lieben unfern Fürsten und werden von ihm geliebt- wir leben unter Gesetzen, die Sicherheit und Ordnung erhalten, aber den freien Schwung des Geistes, eine naturgemäße Entwickelung der Kräfte und deren Anwendung nicht hemmen. Fröhliche Menschen sind nicht böse, nicht unversöhnlich- mancher Zwist, manche Abneigung, manches Vorurtheil wird getilgt im Jubel eines frohen Volksfeste». Und die fich in den Tagen de» Glückes und der Freuden kennen gelernt haben, werden fie nicht in der Stunde der Gefahr und Noth bereitwilliger, schneller, einiger sein? Ein solches Volksfest bildet und erhebt dos Volk- es erwacht in ihm das Bewußtsein seines WertheS. Geburt, Vermögen, Anlage, Bildung und da» BedÜrfniß des Ganzen bilden mannigfaltige Verschiedenheiten deS Standes, des Berufes und der Lebensart- solche Abstufungen des Glückes und der Bildung find naturgemäß, in der Entw ckelung des Staatslebens begründet? aber durch feste und unübersteigliche Schranken geschiedene Stände, Kasten kennt kein constitutioneller Staat- in ihm hat jeder das Recht, das zu werden, wozu ihn feine Talente, Neigungen und Kräfte bestimmen- das Wohl des Ganzen soll daS Ziel des Einzelnen fein. Minister, Räthe, Gelehrte, Pfarrer, Offiziere, Kaufleute, Handwerker und Bauern sind an dem festlichen Tage in bunten Kreisen gemischt- weder Anmaßung noch Prunk findet Platz, keine hohe, vornehme
„Wie? Wer? WaS für ein Ding?"
Ich sage also: „Wachet und betet, daß Ihr nicht in Anfechtung fallet! . . . Da» Weltgericht kommt wie ein Dieb in der Nacht. Darum wachet, meine Brüder!"
Ich denke, über den Kopf meine» HauSwirthS ist plötzlich eine eiskalte Doufche niedergebraust, so baff ist er für den Moment. Dann aber wettert er mit Hochdruck loS:
„Infamer Kerl! Machst Du, daß Du augenblicklich fortkommst! Hol Dich —"
Der draußen aber fieht und hört diese morgenfrische Strafpredigt nicht mehr. Schon steht er vor einem der nächsten Häuser, und dumpf dröhnen von dorther durch die Todtenstille der Nacht mächtige Schlage an» Thor: bum — bum — bum . . .
Wie fich am folgenden Tag heran»stellt, hat dieser un« heimliche Störenfried im Verlauf der Nacht in ganz Jerusa'em einige hundert Häuser in dieser Weise alarmirt.
Und noch Einer, der fich ähnlicher Nachtarbeit ergiebt.
Da streift er mit einem großen Farbetopf in den schlafenden Straßen auf und nieder, an allen von Traditionen geweihten Stätten herum: am mächtigen Quadergestein de» PilatnS-Palastes, am altersgrauen Portal der GrabeSkirche, am Gemäuer Gethsemane»; dann begnadet er in edler Nachsicht modernere Orte mit seinem Besuch: griechische und katholische Klöster, die Residenzen verschiedener Consuln — überall seine gepinselten Spuren zurücklassend. Denn al» am Morgen Jerusalem erwacht, sieht es mit Staunen aller Orten in dicker, weißer Farbe die Zahl „666" angeschmiert. Weshalb gerade diese? „666" läßt sich in ziemlich kühnen vchluhfolgerungtn aus verschiedenen Wendungen der Offenbarung Johannes herauSrechnen, und diese Thatsache ist nach dem Gedankengang unsere« armen Kranken von hochwichtiger Bedeutung. Gründlich hat er darüber sein Hirn zermartert und meint nun, diese Zahl weise auf die Zeit des Unter» gangS der Welt hin, auf den Anbruch de» Weltgericht», wenn die letzten Posaunen erdröhnen. Er will mit jener Anpinselei gleichsam sagen: „O Menschenkind, bei all deinem Denken und Thun vergiß nicht die tiefernsten Mahnungen von „666"!" . . . Doch wer will den Gedankengaag eine» Hirn» ergründen, da» an religiösem Wahnsinn krankt! Jerusalem aber wird die an den alleroerschiedensten Häusern kräftig herumgeklrxte „666" so leicht nicht vergessen. —
Zuweilen packen solche Jerusalemer Wahngebilde nicht bloß den Einzelnen, sondern gleich ganze Familien.
Da waren im sächsischen Erzgebirge ein paar arme Weberfamilien, ergraute Väter, abgehärmte Mütter, zahlreiche
Miene schreckt den einfachen, ehrbaren Handwerker zurück,' kein wegwerfender Blick, kein spöttelndes Lächeln des Vornehmen beleidigt den Gemeinem- der Fürst selbst mit seiner Familie erscheint in der Mitte seine» fröhlichen Volke» und erhöhet die Freude de» Feste» durch seine Theiluahme".
Cocate» unb provinzielles.
Gießen, den 2. August 1898.
*» Der Hessische LaadwirthschastSralh hat bei dem König!. Geueralcornmanoo de- 11. Armeecorp- in Kassel, bezw. bet Großh. Ministerium deS Innern nachstehenden Antrag eingebracht: „Die Militärverwaltung wolle in Anbetracht der durch abnorme Witterung sehr verspäteten Ernte und der hierdurch bewirkten allgemeinen Arbeiternoth Mannschaften in ausgedehntem Maße zu landwirthschaftlicheu Arbeiten während der Ernte beurlauben. Ec erklärt, daß au- demselben Grunde eine Verschiebung der Manöver umsomehr geboten ist, als infolge de- Lagern- der Frucht, wodurch die Aberntung erschwert und mit Maschinen fast unmöglich ist, die Felder für Manövrirzwecke erst verspätet frei gemacht werden können."
•• Gedenkfeier. Am 15. August, einem gesetzlichen Feiertage in Elsaß Lothringen, findet, wie herkömmlich, in der Schlucht von Gravelotte eine Gedenkfeier für die 1870/71 Gefallenen statt. Der Gedenkfeier vorher geht eine Schmückung sämmtlicher Kriegergräber und Denkmäler. Die Zahl derselben übersteigt 2000. Die Bereinigung zur Schmückung und fortdauernden Erhaltung der Kriegergräber und Denkmäler bei Metz übernimmt kostenlos Aufträge An» gehöriger und Freunde zur Schmückung bestimmter Kriegergräber und bittet Patrioten, welche Geldbeiträge für die allgemeine Schmückung der Kriegergräber leisten wollen, diese an den Schatzmeister, Herrn Rendant JonaS in Metz, gelangen zu lassen. Quittung erfolgt mit Anficht-pofikarte.
□ Darmstadt, 1. August. 21. Hauptversammlung des Vererns Deutscher Geometer. Dem gestrigen Be- grüßungSabend folgte heute die erste Versammlung in der Aula der Technischen Hochschule in Anwesenheit der Vertreter der Regierung, deS KreiSamtS und der Stadt. Der Präsident de- Finanzministerium-, Herr Küchler, begrüßte die Versammlung Namens der StaatSregieruog, auf die Wichtigkeit des Geometerbemf» für das Staatswesen hinweisend und die Fachgenossen in ihren Bestrebungen der Sympathie der Regierung versichernd, zugleich den Verhandlungen besten Erfolg wünschend. Namen- der Technischen Hochschule sprach deren Prorector, Herr Geh. Hofrath Prof. Dr. LepsiuS, indem er auf die nahen Beziehungen der Hochschule zum Fach hin» wieS (an derselben besteht ein Cursus für EonsolidatiovS- Geometer) und der Tagung auch nach der geselligen Seite hin einen für die Theilnehmer genußreichen Verlauf wünschte. NamenS der städtischen Verwaltung ergriff Herr Beigeordneter Jäger daS Wort, um die Wichtigkeit des Geometerberuf» für die Stadtverwaltungen hervorzuheben, er sagte u. A., daß der Stand eine» städtischen BermessangSwesen» geradezu ein Prüfstein für eine geordnete Verwaltung geworden sei. Seiner Begrüßung NamenS der Stadt folgte die Dankeserwiderung der VereinSvorfitzenden, Herrn Stadt- vermeffungsdirector Winckel-Altenburg, der auch Näheres
Kinder jeder Altersstufe. WaS diesen braven Leuten nur auf einmal in den Kopf fährt! Plötzlich verzehren fie fich in brennender Sehnsucht nach Jerusalem. Vertrödelt und verramscht wird die dürftige Habe, da» bi-cheu Geld zusammengeschossen unb fich zu Fuß — jawohl, zu Fuß — mit einem nachgeschleppten Kinderwagen nach Jerusalem gebettelt. Unterwegs, auf den endlosen Märschen, finden fie auch einen Namen sür ihre Bereinigung- sie nennen fich „ZionSwachter", wollen mit Posaunen von den Mauern Jerusalem» blasen und bö e Geister bannen. . . .
Nach tausend Mühseligkeiten erreichen fie wirklich ihr Reiseziel. Doch nur kurze Zeit vermögen sie fich in Jerusalem zu halten. Alle Thüren sind ihnen geschloffen, alle Herzen abgewendet. Nach langem, angstvollem Herumsuchen finden sie endlich, unweit be» Damaskus-ThorS Unterschlupf in einer FelShöhle. Dies die Residenz der „ZionSwächter". Welch bange, schlaflose Nächte mögen fie in diesem schaurigen Felsenloch verbringen, wenn in da» geheimnißvolle Weben der Jerusalemer Nacht große, Helle Sterne hereinblitzen, alle biblischen Erinnerungen erwachen und Flüsterstimmen annehmen und fich in heiligen Schauern zum Herzen drängen! . . .
Mehr und mehr brechen über diese armen Leute die grausamen Zeiten der Aufreibung an, wo der Tob unter ihnen aufräumt und ein Familienglied nach dem andern zu den Berschollenen zählt. —
Noch manch ähnliche Erscheinungen au» der Jerusalemer Luft könnten aufmarschiren — kranke geistige Intelligenzen, alle geknickt wie das Geäst eine» Olivenbaum- auf dem Gebirge Juda, wenn unter bleifarbenem Gewittergewölk der Sturm darüber hinrast .... Einer stellt fich mitten in melancholisches Steivgeröll und verlangt von den Vorübergehenden nichts weiter, als in aller Form gesteinigt zu werden wie Stephanus - ein Anderer hat mit dicken, zitterigen Strichen auf braune« Packpapier den Situation-plan gezeichnet, nach welchem im Thal Kidron das Weltgericht stattfinden soll, und ist jetzt mit der Composttion der Musik für die himmlischen Heerschaaren beschäftigt- ein Dritter will tu der ganzen Welt ein Riesencapital zusammentrommeln, um da» alte Jerusalem wieder aufzubauen, jedoch unter der Bedingung, wenn man da- dazu uötbige Holz au- dem Dunkel der Urwälder Amerikas herbeischafft. . . .
Und die Jerusalemer Polizei? Sie läßt die armen Kranken ruhig gewähren und vergrößert nicht durch Drein» schnauzen den Volk-auflauf. Sapperlot, und die Welt geht trotzdem wahrhafttg weiter!


