Ausgabe 
3.7.1898 Erstes Blatt
 
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in vorzüglicher Beschaffenheit: noch kernig und ursprünglich genug, um an Widerstandsfähigkeit und au Fruchtbarkeit zu genügen, und doch hinreichend verfeinert, um den Anforder­ungen bei großstädtischen FleischmarkteS gerecht zu werden.

Wal die Tchafe betrifft, so kommt man mehr und wehr zu der Ueberzeuguug, daß gegenwärtig für unsere deutschen Berhältuiffe eine Art Mittelding zwischen Woll- und Fleischschaf, ein mit etwal englischem Fletschschasblut verbeffertel Rambouillet oder Merino das Zweckmäßigste ist. Die Ausstellung zeigt derartige Thtere aus verschiedenen hervorragenden Heerden. Wolle allererster Güte ist bet dieser Zuchtrichtung natürlich nicht zu erzielen, aber der Gewinn am Fletsche entschädigt für diesen Ausfall reichlich.

Die Abthetlung der Pferde würde noch weit mehr be­schickt sein, wenn nicht einerseits der beschränkte Raum auch Beschränkungen in der zuzulaffeudeu Zahl bedingt, und wenn nicht andererseits die Verlegung der AusftellungSzett Viele veranlaßt hätte, ihre Anmeldungen wieder zurückzuzieheu, weil sie die Thtere bei der Heuerute nunmehr nicht entbehren konnten. Trotzdem befriedigt auch diese Abtheilung. Das Königreich Sachsen selbst all Land einer hochentwickelten In­dustrie wird sich naturgemäß mit der Zucht von Kaltblütern, schweren Arbeitspferden, beschäftigen. Sehr hoch stehen die Leistungen von Schirmer-Neuhaus (Prov. Sachsen), Wadsack- Horusömweru (ebenda) und v. Homeyer-Rauztn (Pommern). Die im Rheinlande gezogenen Belgier find durch die vor­treffliche Köntg'sche Zucht (Gestüt Voldagsen) vertreten, und auch die schlesischen TlhdeSdaler können fich sehen laffen. Aul Holstein sandten AhSbahS und der Verband der Pferde­züchter Elmshorn treffliche Thtere. Neben den Kaltblütern findet man 120 Blutpferde Ostpreußen, Mecklenburger, Holsteiner. Die im Königreich Sachsen gezogenen edlen Pferde lassen noch ein Weniges an Ausgeglichenheit bet» wissen. Für seine Remouten ist das Land im Wesentlichen auf Ostpreußen und verwandte Zuchtgebiete angewiesen. Die von dort ausgestellten Thtere finden denn hier auch entsprechende Beachtung, namentlich in der GebrauchSabtheilung. Die Gesellschaft hat von Neuem den Versuch gemacht, die Züchter zur Vorführung fertiger Gebrauchspferde anzuregen, und nicht ohne Erfolg. So hat der landwirthschaftliche Centralverein für Littauen und Masuren einen auS vier Rapphengsteu bestehenden Vtererzug gebracht, die sämmtltch Privatzuchten entstammen. Abgesehen von der überraschenden Einheitlichkeit und Schönheit dieses VtererzugeS dürfte es der erste Fall fein, daß Zuchthengste in dieser Art gleich­zeitig als Wagen- und auch als Reitpferde die vier Rappen gehen auch unter« Sattel auf einer Ausstellung vorgeführt werden.

Locale- rrnd ^provinzielles.

Gießen, 2. Juli 1898.

** Gewerbe-Zufpeetiou. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergvädigst geruht, am 29. Juni den Assistenten bei dem Fabrikiuspector für den AuffichtS« bezirk I Friedrich Lösser in Darmstadt zum Gewerbe- inspector bet der Gewerbeinspection Offenbach und den Assistenten bet dem Fabrikiuspector für den Auffichtsbezirk II HauS Engeln in Mainz zum Gewerbeinspector bei der Gewerbeinspection Gießen beide mit Wirkung vom 2. Juli ds. IS. an zu ernennen.

* KreiSamts Personalien. Durch Entschließung Großh. Ministeriums des Innern wurden mit der Wahrnehmung der Dienstverrichtungen eine- Gehilfen beauftragt: 1) der Kreis amtSgehilfe Adam Bernauer in Darmstadt bet dem Kreis- amt Darmstadt, 2) Nikolaus Heinz in Bingen bei dem KreiSamt Bingen, 3) Georg Schmitt in Oppenheim bet dem Kreisamt Oppenheim, 4) Ludwig Klöß in Worms bet dem Kreisamt WormS, sämmtltch mit Wirkung vom 2. I. d. I., 5) Friedrich Gengenbach in Offenbach bei dem Kreisamt Erbach, letzterer mit Wirkung vom Tage seines Dienstantritts. Ernannt wurden am 29. Juni, mit Wirkung vom 2. Juli dS. Js.: 1) Heinrich Döring in Darmstadt zum Gehilfen bei dem KreiSamt Darmstadt, 2) Johanne- Löffler in BenSheim zum Gehilfen bei dem KreiSamt Bensheim, 3) Jacob Wick in Dieburg zum Gehilfen bet dem KreiSamt Dieburg, 4) Peter Guthier in Heppenheim zum Gehilfen bei dem KreiSamt Heppenheim, 5) Friedrich Weeg in Gießen zum Gehilfen bei dem KreiSamt Gießen, 6) Wilhelm Volk in Büdingen zum Gehilfen bet dem KreiSamt Büdingen, 7) Ernst Freund lieb in Alsfeld zum Gehilfen bei dem KreiSamt Alsfeld, 8) Georg Mahr in Friedberg zum Ge­hilfen bei dem KreiSamt Friedberg, 9) Philipp Gries­heimer in Mainz zum Gehilfen bet dem KreiSamt Mainz, 10) Adam Bernauer in Darmstadt zum KreiSamlS- Schilfen.

Leulenuar Medaille. Von den aus Anlaß der Centennar- Feier geprägten Katser-Wtlhelm-Gedächtntß-Me- datllen find ca. 800 Stück zur Verleihung an die im Kreise Gießen noch lebenden Krieger von 1870/71 beim Großh. Kreisamt etngegangen.

Sport. Bet dem Herbst-Rad-Wettfahren auf der hiefigen Rennbahn wird u. A. die 25 Kilometer-Metster- schäft für Süddeutschlaud von Herrenfahrern zur Ausführung kommen.

* Rach Landau. Heute Nachmittag reisten 34 hiesige Schützen, unter Führung des Oberschützenmeisters Brück, zum Verbaudschießeu der badisch-pfälzisch-mittelrheinischen Schützen-Verbandes nach Landau.

* * Rege Baulhätigkeit. Der so außerordentlich milde verlaufene Winter ließ während seiner ganzen Dauer eine so rege Bauthätigkeit zu, daß, im Gegensatz zu früheren Jahren, zu Anfang der eigentlichen Bausaison, im Frühlinge, für Geld und gute Worte Ziegelsteine nicht oder nur un- genügend zu erlangen waren. Die Preise stiegen außer­ordentlich und wurden, beispielsweise tu Frankfurt, pro Mille bis zu 32 Mk. bezahlt. Diese Thatsache beeinflußt zweifels- ohne auch noch das nächste Jahr, und so sehen wir in der

Ziegelbrauche allerorts eine rege Thättgkeit sich entfalten. Als wir vor einigen Tagen die Bieberthal-Bahnstrecke be­sichtigten, konnten wir auch Gelegenheit nehmen, eine neue Dampfztegelei in Augenschein zu nehmen. In Gr- kennung der so glücklichen Conjunctur hat der Besitzer des KalkwerkesAbendstern", Herr Aug. Gabriel, eine groß­artige Anlage geschaffen, deren ProductionSsähigkeit zunächst auf 3 Millionen Steine bemeffen ist. Das Material soll ein sehr gutes sein und da durch die neue Verbindung die Steine billig zur Stadt befördert werden, wird daS neue Unternehmen günstig auf die Bauthätigkeit hierorts ein- wirken.

Wiener Dameu-Orchester. Wir wachen die verehrl. Leser unseres Blattes auch au dieser Stelle auf daS heute Abend im Restaurant Busch (Zum Kaisergatten") statt- findende 2. Eoncert der Wiener Damencapeile auf­merksam. ___________

Mainz, 1. Juli. Undank ist der Welt Lohn. AlS Schiffsagent lebte hier bis vor wenigen Jahren eine Persön- lichkeit Namens Eduard Toussaint, der im dringenden Verdachte stand, der franzöfischen Regierung Spionage­dienste zu leisten. Der Verdacht verdichtete fich mit der Zeit derart, daß die Behörden im Jahre 1894 im Begriffe waren eiuzuschreiteu, doch Touffaint bekam von der Sache Wind und flüchtete fich in doS Ausland. Kurze Zeit nachher erfuhr man, daß Toussaint fich in Paris herumtreibe, dann blieben jegliche Nachrichten von ihm auß, bis er vor einigen Tagen ein Lebenszeichen von fich gab und zwar in einem von Paris dattrten Brief an dieStraßburger Post", welcher unterzeichnet ist:E. de Touffaint, ehemaliger Agent des französischen Kundschaftsdienstes im Ausland". In diesem Brief gibt Touffaint unumwunden zu, daß er französischer Spion gewesen und beklagt fich bitter über die Undankbarkeit der französischen Republik. Er erzählt, während seines Spionagedienstes in Deutschland sei er fiebenmal verwundet und schließlich verhaftet worden. Im Falle einer Verhaftung habe ihm Oberst Sandhus in Pari- das bestimmte Ver­sprechen gegeben, daß für ihn gesorgt würde, jetzt aber laufe er in Paris von Pontius zu Pilatus und trotz eineß auf Grund feiner Verwundungen ausgestellten CoupS de reforme verweigere ihm der KriegSminifter jede Unterstützung. So handle die dritte Republik. O Schmach, o Schande! ruft Touffaint, dieser dunkle Ehrenmann aus und droht mit Enthüllungen.

Au- der Zeit für die Seit

Bor 222 Jahren, am 3. Juli 1676, wurde zu Dessau Leopold I. (der alte Drssauer) geboren, ein Fürst und Feldherr von scharf ausgeprägtem, oft schroffem, aber über­wiegend edlem Character. Frühzeitig in daS preußische Militär eingetteten, erwarb er sich im spanischen Erbsolge- kriege den Ruhm eines kühnen Soldaten und ausgezeichneten Generali. Aeußerft glücklich gestaltete fich fein Familienleben an der Seite seiner bürgerlichen Gemahlin, berühmt als Anna Liese", einer Apothekerstochter. Er starb am 7. April 1747 zu Berlin.

Bor 10 Jahren, am 4. Juli 1888, schied der Dichter Theodor Storm in Hanerau beiHademarschen von hinnen. Er war nicht allein ein ausgezeichneter Lyriker, sondern auch vor allen Dingen ein seinfinnigrr Novellist. Den Stoff zu seinen Novellen entlehnte er meist dem ländlichen und bürger­lichen Kleinleben seiner Umgebung. Zart und duftig, schlicht und einfach ist Alles, was Storm erzählt. Der Dichter wurde am 14. September 1817 in Husum geboren.

Vermischtes.

Landau, Pfalz, 1. Juli. 14. Verbands- und 25jähriges Jubiläumsschießen des pfälzischen und mittelrheinischen Schützenbundes und des badischen Landesschützenvereins. Die Vorbereitungen für das Festschießen sind nunmehr auf der letzten Station angekommen; vorgestern fand die Generalprobe in Bezug auf die Schießeinrichtungen, die Verpflegung in der Festhalle und die Beleuchtung des Festplatzes statt und mit Beruhigung konnten die verschiedenen Festausschüsse die Wahrnehmung machen, daß Alles aufs Beste klappte. Küche und Mer- rechtfertigten den ihnen vorausgegangenen guten Ruf, die Einrichtung der Schießstände erwies sich als vollkommen zweckentsprechend, und die Beleuchtung der Festhalle, des Festplatzes und der verschiedenen Wirthschaftshallen stellte dem Acetylengas ein glänzendes Zeugniß aus. Es erübrigt nur noch, den verschiedenen Gebäulichkeiten rc. den letzten Schmuck von Blumen und Kränzen anzulegen. In dieser Hinsicht macht sich auch in der Stadt eine lebhafte Thätigkeit bemerklich; in der Ostbahnstraße erhebt sich eine stattliche Ehrenpforte mit einer Reihe hoher Flaggenmaste und die Bewohner der Stadt schicken sich an, die Häuser mit dem freundlichen Schmucke frischen Grüns und duftiger Blumen zu bekleiden. Macht dann noch der Himmel ein freundliches Gesicht zu all den festlichen Veranstaltungen, so wird die alte Landavia einen Anblick bieten, von welchem jedes Schützenherz auf das Angenehmste berührt werden muß. Die Gesammtsumme der Ehrengaben übertrifft heute schon jene der bei den übrigen Verbandsschießen erreichten, so daß Landau auch in dieser Beziehung mit allen Ehren wird bestehen können.

BebelS Ruhe". Die kürzlich denCharlottenburger Nachrichten" entnommene Mittheiiung über die Villa Bebels am Züricher See gibt demVorwärts" Anlaß zu folgen­der AuSlaffung:Bebel theilt uns auf Anfrage mit: Das bescheidene HauS ist an mehrere fremde Familien vermiethet, Bebel selbst hat für fich, seine Frau und die Familie seiner in Zürich verheiratheten Tochter drei Stuben, Kammer und 1 Küche in der Dachetage für den Sommer im Befitz. Daß überhaupt Bebel in den Befitz eines kleinen Vermögens kam,

verschuldet nicht die sozialdemokratische Arbeiterschaft, die keinen Groschen dazu lieferte, sondern hauptsächlich die deutsche Bourgeoisie. Bebel hat als Schriftsteller das Glück gehabt, daß sein viel verlästertes BuchDie Frau" bisher in weit über hunderttausend Exemplaren verbreitet wurde, und davon kommen volle vier Fünftel auf die deutschen Bourgeois und ihre Frauen und Töchter- fie alle sind die Urheber des Bebel'schen HerrenfitzeS." Schön! Aber so ganz harmlos ist die Sache darum für die Genoffen natürlich doch nicht. Herr Bebel konnte den auß seinem Werke fließenden Gewinn doch nur darum in dembescheidenen Haus" am Züricher See anlegen, weil die Arbeitergroschen ihm auch ohne diesen Gewinn ein behagliches Dasein gestatten. Es wäre doch zweifellos richtiger und sozialdemokratischer gewesen, wenn Herr Bebel seinen Ueberfluß wiederum den Arbeitern und der Pavteikrisse »uoewender hätte.

Schiff-irachvichteir,

Norddeutscher Lloyd, ht Gießen vertreten durch die Agenten Earl LooS und I. M. Schulhof.

Bremen, 1. Juli. sPer transatlantischen Telegraph.) Der Doppelschrauben - Schnellpostdampfer Kaiser Wilhelm der Große, Capttän H. Engelbart, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 11 Uhr Vormittags wohlbehalten in New Aork angekommen.

Bremen, 1. Juli. sBer transatlantischen Telegraph.s Der Postdampfer Roland, Capttän I. Jantzen, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 12 Uhr Mittags wohlbehalten in Baltimore angekommen.

Der PostdampferWesternland" derRed Star Line" in Ant­werpen ist laut Telegramm am 28. Juni wohlbehalten in New- Aork angekommen.__________________________________________

Vottswirthschaft-

«ietzsrr- 2. Juli. Marktbericht. Auf dem heutige» Aochenmarkt kosteten: Butter pr. Pfd. X 0,901,10, Hühnereier pr. 6t. 66 4, 2 St. 1113 X Enteneier 1 St. 70 X Gänse- der pr. St. 1200 X Käfe 1 6t 6-8 X Käsematte pr. 6t. 3 4 Erbsen pr. Liter 20 4, Linsen pr. Liter 32 X Tauben pr. Paar X 0,76 bis 1,00, Hühner pr. Stück 1,00 bis 1,70, Hahnen pr. Stüc? X 0,901,60, Enten pr. Stück X l,6r2,00, Gänse pr. Psruü X 0,000,00, Ochsenfleisch pr. Pfd. 66-74 Kuh- und Rindfleisil pr. Pfd. 6266 X Schweinefleisch pr. Psd. 64 bis 72 X Schweine­fleisch, gesalzen, pr. Pfd. 76 X Kalbfleisch pr. Psd. 62-64 * Hammelfleisch pr. Pfd. 6070 X Kartoffeln pr. 100 Kilo 8,00 dir 10,00 X, Weißkraut pr. Stück 000 X Zwiebel» pr. Centn« 9,0010,00 X, Milch pr. Liter 16 X Kirschen pr. Pfd. 1826 X

Dauer der Marktzeit von 7 Uhr Morgens bis 1 Uhr Nach­mittags. Während der ersten 3 Stunden der Marktzeit darf im Umherziehen nicht feilgeboten werden.____________________________

Temperatur der Lahn und Luft

nach Reaumur gemeffen am 2. Juli, zwischen 11 und 12 Uhr Mittags:

Wasser 15°, Luft 14°. __________________________Rübsamen'scke Badeanstalt.

Aerrsste Nachrichten.

Depeschen bei BureauHerold".

Berlin, 2. Juli. DerBoff. Zrg." wird an« Brüssel telegraphirt: Infolge neuer Scandal Vorfälle wurden gestern 18 Barl polizeilich geschloffen.

Budapest, 2. Juli. Bi« jetzt wurden insgesarnrnt 18,000 Hagelschäden im Betrage von etwa 25 Millionen angemeldet.

London, 2. Juli. Ein Telegramm aus Washington meldet, daß General Shafter 2000 Mann nach Aguadoreß gesandt hat, um die VerstärkungStruppen, welche den Spaniern zu Hilfe kommen sollen, aufzuhalten und andererseits den Spaniern den Abzug von Santiago zu versperren.

London, 2. Juli. Nrch hier eingetroffenen Meldungen ist der allgemeine Angriff auf Santiago zu Wasser und zu Lande seit gestern Vormittag in vollem Gang. Aus der ganzen Linie tobt ein erbitterter Kampf. Während die Union­truppen von verschiedenen Seiten Vordringen, läßt Admiral Sampson die HafenfortS beschießm. Admiral Eervara unter­stützt mit Schiffskanonen die Spanier und bombardirt die feindliche Linie. General Corbin dringt gegen das Fort Morro vor. DerBefuviuS" soll mit gutem Erfolg auS Dynamitkanonen geschossen haben. Weiter wird berichtet, die Division des Generals Lavton halte Eabano, einen Borort von Santigo, besetzt, während die amerikanische Flotte die Forts am Eingang des HasenS von Santiago bombardirt. Die amerikanischen Truppen befinden fich angeblich in der Nähe der Stadt Santiago. Neun Cubaner und acht Amerikaner sollen bisher gefallen sein. Dem General Shafter sollen sich 200 spanische Deserteure ergeben haben.

Madrid, 2. Jul». Nach einer amtlichen Depesche aus Havanna legten die Insurgenten eine Dynamitbombe auf die Schienen, auf denen ein Militärzug heranbrauste. Bier Soldaten wurden getödtet und vier verwundet. Der Gouverneur von Santiago theilt mit, daß die aus Holguin und Manzanillo erwarteten Verstärkungen nicht angekommen find.

Madrid, 2. Juli. Die spanischen Pofitionlu Aguadores und Morro erhielten namhafte Verstärkungen, da man seit einigen Tagen bereits einen Angriff seitens der In­surgenten und Amerikaner erwartet.

Washington, 2. Juli. SS verlautet, daS gestern Abend Santiago in die Hand e der Amerikaner gefallen sei. Die Regierung hat jedoch hierüber noch keine Meldung erhalten.____________________________________________________________

Die bereits bei höchsten Staatsbehörden des In- und Aus­landes eingeführte Blickensderfer Nr. 7 ist eine nach ganz neuen Grundsätzen conftrukte Maschine, welche, mit einfachstem Mechanis­mus die größte Leistungsfähigkeit erzielend, den denkbar höchsten Grad der Vollkommenheit erreicht hat, sodaß Jeder, den die Mängel der älteren Systeme noch von der Anschaffung einer Schreibmaschine abhielten, in der Blickensderfer Nr. 7 alle seine Erwartungen voll und ganz erfüllt findet.

Meyers Konversations -Lexikon

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