Ausgabe 
3.5.1898 Erstes Blatt
 
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«it einer Reihe Jndianerftämme bekannt machte, die bisher noch nie mit Weißen in Berührung gekommen waren und selbst daß Eisen noch nicht kannten. Diese Forschungen fort* zusetzen, tiefer vorzndringen und weitere unbekannte Stämme zu untersuchen, war da» Ziel der neuen Expedition. Dr. Meyer nahm als Begleiter den Arzt Dr. Ranke und den Photographen Dahlen mit und brach i« October auf. Kurz nach der Ankunft in Rio starb Dahlen am gelben Fieber. Vier deutsche Colonistensöhne wurden auS dem Staat Rio grande do Tnl als Kern der Expedition angeworben und von Buenos Aires per Dampfer den Paraguay auf* wärtS nach dem Städtchen LuyabL im Staat Matto groffo. In CnhabL wurde unter großen Schwierigkeiten die Expedition zusammengestellt und Mitte Mai brach Dr. Meyer mit 13 Mann und 40 Maulthieren nach Norden auf. In einem sechswöchentlichen Marsch durch die Buschsteppen wurde daS Hochplateau der Lhapada überschritten, der Paranatinga passirt, von wo aus fünf Bakairiindtaner der Expedition -ugetheilt wurden und alsdann nach den Quellflüffen des Tchingu hinab* gestiegen. Nach Verlust von 13 Maulthieren langte die Ex« pedition am Zusammenfluß des Bugio und Jatoba an, wo ein festes Lager errichtet und die Maulthiere unter Schutz dreier Leute zurückbleiben. Sieben EanoaS wurden gebaut uad alsdann die Flußreise angetreteu. Nach 20tägiger Fahrt, auf welcher die Expedition durch das Ueberwinden von Über 100 Fällen und Stromschnellen viel zu erleiden und eine Menge Lasten verloren hatte, fuhr sie in einen großen Strom Ronuro ein. Drei Tagereisen flußabwärts wurde ein weiterer Strom entdeckt und Steinenfluß gekauft. Am 25. August stieß man in der Nähe des Zusammenflusses de- Ronuro und de» Kuluene zum Tchingu mit den ersten Indianern zusammen. Sowohl diese, die KamayurL, wie die Trumai am Kuluene und Auetö am Kulisehu wurden in ihren Dörfern besucht und genaue Ausnahmen von ihnen gemacht. Alsdann unternahm Dr. Meyer, nachdem er in der Nähe des AeutödorfeS die Bakairi mit drei Leuten und dem Hauptgepäck zurückgelaffen hatte, eine durch das Pasfieren von Sümpfen und wafler* losen Strecken beschwerliche Landexpedition tu das Gebiet zwischen Kulisehu und Kuluene und besuchte die Stämme Etage, Oti, Guikuru, Awinikuru, Calapalu und Arikuanako, die der Nahuqua* und Akukugruppe angehören und vollkommen un­berührt waren. Man fuhr alsdann den Kuluene hinab, den Kulisehu hinauf bis zum Lager. ES wurde dann die Weiter­fahrt den Kulisehu aufwärts fortgesetzt. Da trat noch ein schweres Unglück ein. Dr. Rauke verlor durch Platzen seines Gewehres das linke Auge. Die Weiterfahrt war durch den Transport des Kranken tufolgedeffen sehr schwierig, zumal der Fluß durch Regengüffe sehr angeschwollen war. Doch langte man ohne weiteren Unfall am AuSschtffung-platz an, nachdem noch die Dörfer der Bakairi besucht und die Mehinaku und Auwauwiti am Fluß angetroffen worden waren. Die Maulthiere wurden vom Jatobalager herbeigeholt und nach abermals fünf Wochen Landmarsch, der im Allgemeinen dem Weg deS Hinmarsches folgte, langte die Expedition am 2. December wieder in Cuyabä. an, von wo Dr. Meyer mit Dr. Ranke über Buenos Aires die Rückreise nach Genua an­trat. Nebst eingehenden Tagebüchern, linguistischen, ethno* logischen und anthropologischen Untersuchungen, meteorologischen und geographischen Meffungen, wurde eine sehr umfangreiche ethnographische Sammlung und mehrere Hundert Photo­graphien mitgebracht. Im August diese» Jahre» bricht Dr. Meyer mit drei wissenschaftlichen Begleitern wieoer nach Centralbrafilien auf, um eine neue Expedition in diese Ge­biete zu führen, deren Ziel die Erforschung des neuentdeckten SteinenfluffeS und eine» wetteren etwa» nördlicher in den Schingu mündenden NebenfluffeS, de» Paranahuba, fein wird, an welchem, wie Dr. Meyer bei den Arikuanaka erfuhr, etwa 16 ganz neue, unbekannte Stämme wohnen sollen. Aw Schluffe seines mit großem Beifall aufgenommenen Vortrags erläuterte der Redner seine intereffanten Ausführungen durch eine Reihe von Lichtbildern, für deren gelungene Vorführung wir dem Leiter de» phyfikalischen Institut» der Univerfität und seinem Asfistenten zu besonderem Danke verpflichtet find. Dr. Meyer aber wünschen wir für seine neue Forschungs­reise von Herzen vollen Erfolg und hoffen, nach glücklicher Durchführung aus feinem Munde einen ebenso anschaulichen und intereffanten Bericht zu hören, wie wir ihn in unserer letzten Sitzung zu hören Gelegenheit hatten.

Die Gemälde Ausstellung des Herrn Schaf ran ek imHotel Einhorn" ist durch die Fülle und Güte des Aus­gestellten sehenSwerth, und erfreute fich gestern der Befich* tigung zahlreicher Kunstfreunde und Jntereffenten. Wir ver­weisen auf die Inserate in heutiger Nummer.

** Burg Windhof. Nur wenige Wochen trennen un» von dem Tage, an welchem die neue Burg Windhof vollendet und in ihrer ganzen stilgewäßen Ausstattung dem Publikum zur Verfügung stehen wird. Für heute wollen wir nur die künstlerische Decoration des großen Rittersaal» besprechen, welche nahezu vollendet und zu den besonderen Anziehung» punkten in der Umgegend Gießen» zählen wird. Während man im vorigen und noch in der ersten Hälfte diese» Jahr* hundert» nicht leicht einen Festsaal ohne die malerische Aus­stattung mit italienischen oder schweizerischen Landschaften fich denken konnte, ist e» der Neuzeit Vorbehalten gewesen, Bilder auS dem deutschen Baterlande dem Beschauer vorzuführen. So sehen wir hier sechs Bilder auS dem Schwabenlande, welche, abgesehen von ihrer historischen Bedeutung, dadurch noch besonderen Werth haben, daß dieselben nicht nach der Phantafie deS Künstler», sondern mit Naturtreue gemalt find. Obgleich nur blau in blau gemalt, treten alle Umrisse der Berge und Burgen klar und deutlich hervor. Gleich beim Eintritt in den Saal lenkt zur Rechten da» LandschaftSbild der alten württemdergifchen Bergfeste Hohentwiel nufere Blicke auf fich. Die auf einem Bergkegel stehende Burg liegt in Trümmern. Obgleich die Besatzung derselben im Jahre 1800 keinen Widerstand wagte, wurde dieselbe nach ihrer Einnahme an den französischen General Vendome vandalisch zerstört. Dem Bilde der Festung Hohentwiel gegen­

über bemerken wir an der schrägen Decke deS Saale» die württembergische Burg Hohenneufsen auf einem hoch­ragenden, weit inS Thal vorspringenden Berge mit einer großartigen Ruine. Al» Festung 1802 geschleift, ist die Burg noch immerhin eine anziehende Merkwürdigkeit Würt­temberg-. DaS folgende Bild auf derselben Seite veran­schaulicht uns daS Schloß Lichtenstein bei Reutlingen. Wem fällt bei dem Namen Lichtenstein nicht die romantische Sage von Wilhelm Hauff ein, worin der Verfasser das Leben der Ritter in ihren Burgen mit großer Anschaulichkeit schildert. Die hier dargestellte Burg wurde im alterthümlichen Stil von Gras Wilhelm von Württemberg durch Baumeister Heide- loff erbaut und im Jahre 1842 vollendet. Der Burg Lichstenftein gegenüber sehen wir die alte, aber in diesem Jahrhundert auch wieder neu hergeftellte Burg Hohen- zollern bei Hechingen. Diese Burg, die Stammburg unseres Kaiseehouse», wurde von König Friedrich Wilhelm IV. von 18501855 nach den Plänen de» BaurathS Ttüler restaurirt. DaS folgende Bild zur Linken führt uns zur Stammburg der Grafen von Rechberg in Württemberg. Ein Mitglied diese» Hause» Johann Bernhard, war in den kritischen Jahren 18591867 österreichischer Minister deS Aeußeren. Dieser Burg gegenüber sehen wir da» Bild der ehemaligen, noch in ihren Gebäuden wohlerhaltenen Eister- cienserabtei Bebenhausen, bescheiden in einem Thal ver­steckt. Wir können hier den Wunsch nicht unterdrücken, daß man, um da» halbe Dutzend Burgen voll zu machen, anstatt der Abtei Bebenhausen bei Tübingen, lieber die Burg Hohenstaufen gewählt hätte. Der Bergkegel, worauf fich früher die Stammburg de» berühmten Kaisergeschlechts be­fand, ist leider in der Gegenwart verödet. Keine Mauer blinkt im Sonnenstrahl von seinem Gipfel, kein Thurm ragt empor, keine Fahne flattert in der Luft. ES ist der oben abgeplattete Bergkegel, den wir auf dem Bilde deS Rechberg» im Hintergrund erblicken. Wir besitzen jedoch in einem alten Oelgemälde, das sich in einer Kirche zu Gemünd befindet und durch Kupferdruck und Holzschnitt vervielfältigt wurde, eine Abbildung der Burg Hohenstaufen in ihrem früheren Zustande. Es wäre für den Künstler, welcher die übrigen Bilder auSgeführt hat, eine leichte und dankenSwerthe Auf­gabe gewesen, auch die Burg Hohmstaufen im Bilde un» vorzuführen. ES würde zu weit führen, wenn wir noch alle der hohen Geschlechter erwähnen wollten, deren Wappen unter den Fittigen deS deutschen Reichsadler- an der Stirnwand de» Saales sich zusammenfinden. Daß das Wappen unseres hessischen Fürstenhauses an hervorragender Stelle nicht vergessen wurde, brauchen wir wohl kaum zu bemerken, und zwar ist diese- letztere nicht wie e- in der Gegenwart dargestellt wird, au-geführt, sondern in der Form, wie e» die früheren Landgrafen von Heffen führten. Der Schild, bedeckt mit einem gekrönten Ritterhelm, au» welchem zwei reich verzierte Elephantenrüffel hervorragen. Schließlich wollen wir noch bemerken, daß auch da- Wappen de» Altreich-kanzler» vorhanden ist. Wir wollen da-selbe jedoch nicht näher erklären, eingedenk der bekannten Warnung: Hüte Dich mein Sohn, find Nessel dran!"

* Sachbeschädigung. Zwei Burschen schlugen in ver­gangener Nacht an Wohnungen de» Neuenweg- und der Kaplan-gaffe mehrere Fensterscheiben eptzwei. Die Thäter begegneten einem der beschädigten Hausbesitzer unweit deS Thatorte», ohne daß dieser eine Ahnung von seinen Gönnern haben konnte, denn sonst dürfte den Schlingeln eine' Tracht Prügel nicht ausgeblieben sein.

Einbruch. Ein junger Mensch, Eisendrrher auS Gießen, wurde vergangene Nacht von zwei Schutzleuten im Keller eine» Geschäftshauses der Weserstraße betroffen und verhaftet. Der Thäter hatte es wohl auf Diebstahl ab­gesehen, denn er hatte daS Drahtgitter vom Kellerfenster weggehoben und letzteres zertrümmert. Zwei weitere junge Leute, welche der Beihilfe verdächtig, sind heute früh noch sistirt worden.

* Ueberfahren. Heute Mittag wurde auf der West- anlage ein sechsjährige» Schulmädchen von einer Chaise überfahren. Da» Kind, welche» außerdem einen Huf schlag de» Pferde» an den Kops erhielt, wurde schwer verletzt in die Klinik gebracht.

* Patent Anmeldungen. Kl. 30, B. 21,393. Einricht* ungen für Heißluft-, Dampf- und Wafferbäder- Dr. Theodor Büdingen, Mainz, Rheinstraße 71, 18. 9. 97.

Mainz, 30. April. Da» KreiLamt hatte beit von der sozialdemokratischen Partei au» Anlaß der Maifeier ge­planten Feftzug verboten.

Darmstadt, 30. April. Ja UntersenSbach im Odenwald wurde ein auf dem Felde arbeitende» Geschwisterpaar vom Blitz erschlagen.

Eingesandt.

Gieße«, 30. April 1898.

Dem Detaillisten-Verein, der eine recht rührige Thäligkeit ent­faltet, um Publikum und Geschäftsleute vor Schaden zu bewahren, gebührt hierfür der größte Dank.

Einsender möchte sich hier noch eine Frage erlauben: Ist eS gesetzlich, roenn das kaufende Publikum 120 Gramm für V« Pfund erhält, anstatt 125 Gramm? Es bedeutet dies an V« Piund ein Manko von 20 Gramm. ES kann doch hierüber gar fein Zweifel bestehenDoch habe ich in verschiedenen Geschäften die Erfahrung machen müssen, daß dem so ist. Wer ist hier der Geprellte? Der Arbeiter, welcher nicht immer in der Lage ist, feine Waare pfund­weise zu kaufen! ES fcheint die» allgemeiner UsuS zu fein. Ich möchte nun einmal sehen, was ein schneidiger Staatsanwalt mit dieser Usance anfangen würde, wenn er mit feiner juristischen Fackel hinein leuchtete. Ich glaube, es würde ein greulicher Geruch werden. Wad) der Polizei will ich auch nicht rufen, denn die hat Wichtigere» zu thun, als sich um solche t'appaLen zu kümmern.

ES bleibt also nichts Andere» als SelbfihUfe übrig. D-ßhalh richte ich an alle Arbeiter und ihre Frauen die Bitte, anstatt '/«Pfund 1261®ramm zu fordern.

Man wirft dem Arbeiter schr oft Begehrlichkeit vor. Ich glaube, In diesem Falle ist eS sein gute» Recht, um sich vor Schaden s zu bewahren. Der Detaillisten-Verein würde sich gewiß den Dank aller Arbeiter erwerben, wenn er auch hier Wandel zu schaffen suchte.

Ich glaube nicht, daß man in der kaufmännischen Fachschule V« Pfund mit 120 Gramm berechnet In der Volksschule ist e» wenigsten» nicht der Fall.

Hoffentlich genügen diese 3dien, um dem Unfug ein Ende zu machen. Kein Couponabschneider.

Gieße«, 2. Mai 1898.

3» dem gestrigen Oartenconcert bei Stein wurde alt Nr. 2 Till» Ouvertüre über slaoifche Melodien gespielt, ffienn wir auch dem Grundsatz huldigen, daß die Musik ein internationale» Gut sei, so glauben wir andererseits doch, daß es nicht gerade nöthig fei, wenn in deutschen Landen eine deutsche Capelle da» berüchtigte tschechische Hetzlied gegen die Deutschen eHrom a peklo" vor einem deutschen Publikum zum Vortrage bringt Da die» jedenfalls nur aus begreiflicher Unkenntniß dieserPerle tschechischer Tonkunst" geschah, so dürfte wohl dieser Hinweis genügen, daß für die Zukunft diese» Hetzlied von dem Concertprogramm verschwindet.

Auetriacus.

Neueste Nachrichten.

Depeschen de» Bureau .Herold".

Berlin, 2. Mai. Die gestrige Maifeier der Social­demokraten »st ohne Zwischenfall verlaufen. Mittag- htelteu die Gewerkschaften fünfzehn Versammlungen ab, die durchweg gut besucht waren. Nachmittag» fanden die von den Wahl- vereinen veranstalteten Versammlungen statt. Dieselben waren zumeist überfüllt. E» wurde eine Resolution für den Achtstundentag, die internationale Solidarität und den Völker­frieden angenommen.

verli», 2. Mai. Der Delegirtentag der national­liberalen Partei fand gestern hier statt. Gegen vier­hundert Delegirte waren au» ganz Deutschland erschienen. Die Begrüßungsrede hielt Dr. Hammacher. Hierauf ergriff Dr. Bennigsen da- Wort zu einer längeren Ansprache, in welcher er die Bestrebungen und Ziele der Partei darlegte. Dem bisherigen Führer der Partei, der bekanntlich nicht wieder al- Abgeordneter candidiren wird, wurden große Ovationen dargebracht.

Berlin, 2. Mai. DemBert. Tagbl." zufolge meldet ein Washingtoner Börsen-Telegramm, da» die spanische Flotte vom Admiral Dewey theilweise zerstört worden sei. Die Spanier sollen 2000 Mann, die Amerikaner zwei Schiffe und 500 Mann verloren haben. Die Nachricht be­darf noch der Bestätigung. Eine Washingtoner Meldung desselben Blattes lautet, das Marine-Departement sei mit Nachrichten über die Seeschlacht sehr zurückhaltend, eS giebr eine solche zu und läßt durchblicken, daß dieselbe mit einem Siege für die Amerikaner geendet habe. Alles andere ist nur Gerücht.

Paris 2. Mai. Sehr eingehende neue Erklärungen in der DreyfuS-Affaire werden in der gestrigen Nummer deSJour" zur Geschichte der für die DreyfuS Partei an­geblich so compromitttreuden Moment-Photographien gegeben. Oberst Picquart hat danach am 6. April bei dem Mandatar de» Bankier» Schreider in Karlsruhe eine längere Eouferenz gehabt. Zwei Tage später will man Schwartzkoppen mit Picquart Arm in Arm gesehen haben. Picquart, Schwartzkoppen und der genannte Mandatar sollen am 20. April in Karls­ruhe beisammen gewesen sein. Dank einer Momentaufnahme werde der Generalstab die bedenkliche Rolle und da» Ein- verständniß der Familie Dreyfu» mit den Feinden Frankreich» vor Gericht beweisen können. Der Generalstab werde ferner beweisen, daß 162 Documente, welche Esterhazy an Schwartz- kappen auSqeliefert haben soll, von dem au» der Lebaudh- Affaire bekannten Casti gefälscht worden sein.

Madrid, 2. Mai. Eine officielle» Telegramm au» Manilla meldet, daß da« amerikanische Geschwader da» Feuer gegen da» spanische eröffnet hat. DaS spanische Geschwader wurde von den Batterien von Eavite und Manilla unterstützt. Die Amerikaner haben schwere Havarien davongetragen und waren mehrfach genölhtgt, ihre Positionen zu ändern. Die Amerikaner zogen fich in westlicher Richtung zurück und flüchteten hinter die Handeltschiffe im Hafen. DaS spanische Geschwader, obgleich an Zahl geringer als da» amerikanische, hat den Kampf wacker geführt. Auf dem KreuzerReine Christine" brach eine Feuersbrunst au«. Ein andere» Schiff soll durch eine Explofion in die Luft geflogen sein. Der Commaudant derReine Christine" wurde getödtet.

Madrid, 2, Mai.HeraIdo", welcher den Marine­chef b-schuldigte, nicht rechtzeitig den Kohlenbedarf gedeckt zu haben, wurde beschlagnahmt.

Havanna, 2. Mai. Auf die Stadt Eienf uego S wurde gestern von drei amerikanischen Schiffen geschoffen. Die Gefchoffe richteten indeß keinen Schaden an, weil fie die Hafenquai» nicht erreichten. Deßhaib wurde da» Feuer auch von den Fort» nicht erwidert. In der Stadt EienfuegoS herrscht vollkommene Ruhe.

WB. Madrid, 2 Mai. Amtlichen Depeschen au» Manila vom 1. Mai zufolge fand Morgen» ein See­gefecht bei Cavite statt. Nach heftigem Kampfe zog fich da» amerikanische Geschwader gegen 9 Uhr Morgen» nach dem westlichen Ufer der Bat zurück. Da» spanische Ge­schwader erlitt beträchtlichen Schaden. An Bord der .Christina" brach Feuer au«, ein andere« Schiff flog in die Luft. Die spanischen Verluste find beträchtlich. Unter den Gefallenen befindet fich der Commaudant derChristina".

WB. Madrid, 2. Mat. Da» Mariueburean auf Manila the lt einen Bericht de» Contreadmiral- Montoje mit, wo­nach e» um Mitternacht dem amerikanischen Geschwader g'lang, die Einfahrt in den Hasen zu erzwingen. Um 7Vi Uhr fing da» vordertheil derReine Christina" Feuer, dato darauf brannte auch do» Htntertheil. DieEhristina- und der KreuzerCastilla" find vollständig verbrannt. Andere Scdtffe, welche Beschädigungen erlitten, wurden in die Bariolo- bucht zurückgezogen- mehrere mußten in den Grund gebohrt werden, bamit fie nicht in de» Feinde» Hände fielen. Unsere Verluste find erheblich, darunter befinden fich ein Capiräa und ein Schiff-geistlicher.