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AZr. 102 Erstes Blatt._______Dienstag den 3. Mai
1898
Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS.
Die Gießener
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Wchener Anzeiger
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80. Sitzung vom Samstag deu 80. AprU 1898.
Debattelos erledigt das Haus in dritter Lesung den Weltpostvertrag, ferner die Vortage über da- HandelSprovt» jodnm mit Eaglaad, sowie diejenige über dte electrischeu Maßeinheiten.
ES folgt die zweite Berarhung der Novelle über dte Naturalleistungen für dte bewaffnete Macht tm Frieden.
Abg. Bröckmann (Ctr.) meint, seine Freunde hätten zwar noch weitergehende Wünsche, behielten sich aber, um die Borlage nicht zu gefährden, Anträge für eine spätere Zeit vor.
Abg. Brunek (nl.) gibt eine gleichartige Erklärung ab, worauf die Vorlage angenommen wird.
Auf der Tagesordnung steht sodann der Antrag Bachem (Ctr.) auf Herabsetzung deS 8OO.Mark«ZclleS auf Rohfetdengewebe für eine bestimmte Sorte afiatiicher Roh- feidengewebe, dte PongeeS, auf nur 300 Mk.
Abg. Münch-Ferber (ol.) heißt diesen Antrag leb. haft willkommen und beantragt außerdem eine Resolution, inhaltlich deren der Zoll auf in Deutschland zu veredelnde Seidengewebe nach dem Gewicht nach erfolgter Veredelung bemessen werden und auch den Setdengeweben aus Ländern ohne oas Meistbegünstigung-recht zu Thetl werden solle.
Nach kurzer Debatte, in welcher Direktor im Schatzamt o. Körner zu bedenken gibt, daß man doch jetzt, wo eine allgemeine Revision des Zolltarifs tm Werke fei, nicht dergestalt eine einzelne Position herauSgreifen soll, wird zunächst dte Resolution Münch-Ferber einstimmig angenommen, ebenso und zwar gleich in zweiter Lesung der vom Abg. Bachem be- antragte Gesetzentwurf.
ES folgen Petitionsberichte. — Eine Reihe Petitionen wird nach den CommisitonSanträgeu erledigt.
Eine Petition betr. Einführung eines Zolles auf Rohwolle beantragt die Commission dem Reichskanzler al- Material zu überweisen.
Abg. Rickert (freis. Vg.) beantragt Absetzung deS Gegen- ftandeS von der Tagesordnung. — Letzterer Antrag wird angenommen.
Eine Petition betr. Abänderung der Paragraphen des Strafgesetzbuches über die Gefährdung von Eisenbahn- transporten soll der Regierung als Material überwiesen werden.
Die Abgg. de Witt (Ctr.), Stadthagen (Soc.) und Frhr. v. Stumm (Rp.) treten sür deu CommisitouSantrag rin, der auch zur Annahme gelangt.
Eine Petition betr. dte Bäckereiverordnung wünscht die Commtflion an deu Reichskanzler als Material überwiesen zu sehen. Es handelt sich bet dieser Petition um dte Auf- Hebung der Bäckereiverordnung und deS ILstüudigen Maximal« arbeitstageS.
Nachdem eine Reihe von Abgeordneten für den Com« missionSantrag eiagetreten, wird derselbe angenommen.
Nächste Sitzung Montag 1 Uhr: Naturalleistungen, Seidenzollautrag Bachem, Wahlprüfungen, Civtlproceßorduuug.
Schluß 4*li Uhr._________________________
Deutscher ZUid?.
Berlin, 1. Mai. Der Kaiser wird kommenden Mittwoch dir Relse nach Metz bezw. Schloß Urville antreten. — Die Ueberfiedelung des Hoflagers vom Berliner Schloß nachdem Neuen Palais bei Potsdam ist für das letzte Drittel dieses Monats in Aussicht genommen.
Berlin, 30. April. Dem „RetchSanzetget" zufolge hat der hiesige Botschafter der Vereinigten Staaten tm Auftrage setuerRegierungmttgethetlt, daß zwischen deu Vereinigten Staaten und Spanien seit dem 21. d. M. der Kriegszustand besteht. Gletchzettig hat der hiesige spanische Bot« schäftet ein am 24. d. M. veröffentlichtes Königliches Decret hier zur amtlichen Keuntuiß gebracht, welches ebenfalls den Kriegszustand zwischen Spanten und den Bereinigten Staaten in eingehender Weise erläutert.
Berlin, 30. April. Die Schlußsitzung des Central- :omtteB zur Unterstützung der durch Unwetter Geschä- digten in Deutschland hat heute Nachmittag unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters Zelle im Staoiverordneten- faale stattgefunden. Bor Eintritt in die Tagesordnung theilte Zelle mit, daß bis zum Augenblick etugegangen seien: 3 205 982 Mark, auSgegebeu find 3171032 Mark, sodaß ein Bestand von 34951 Mark verbleibt. Auf Antrag deS Bürgermeister« Kirschner soll der Restbestand denjenigen Hilf«, bedürftigen zugewendet werden, welche durch dte Unwetter
Hab und Gut, auch den Ernährer verloren haben. Recherchen haben ergeben, daß sieden Wtttwen vorhanden find, deren Ehemänner zum groß»« Theil bet Rettnngsarbeiten daS Leben eingebüßt haben. Dte Arbeiten de« CentraleomitöS find nunmehr erschöpft und daffelbe ist aufgelöst.
Berlin, 30. April Der „Post" wird aus Danzig telegraphlrt: In dortigen Bernstetnindustriellen-Kreifen verlautet, daß die Verhandlungen der Regierung mit Cowmerzien- rath Becker in Königsberg wegen Ankaufs der Bernsteinwerke zu dem Ergebntß geführt haben, daß der Ankauf tu nächster Zeit erfolgen werde.
Berlin, 30. April. Zu dem gestern Abend beim Kaiser stattgehabten Diner waren u. A. Ftaanzmtnister v. Miquel, LandwirthschaftSminister v. Hammerstetn und Staatssekretär Graf PosadowSky geladen. — Heute früh von 8 Uhr an wohnte der Kaiser den Bataillons Befichtigungen auf dem Tempelhofer Felde bei. Nachmittags von halb 3 Uhr ab hörte der Kaiser die Borträge des Chefs des GeneralftabS der Armee, Grafen v. Schlteffen, und des Chef« des Militär« cabtnetß, v. Hahnke.
Berlin, 30. April. Die focialdemokratische Reichs« tagSfraction hat beschloffen, eine Interpellation im Reichstage etnzubringen und den Reichskanzler um Auskunft zu ersuchen, was die verbündeten Regierungen gegenüber den hohen Getretdevretsen zu thun gedenken.
Dresden, 30. April. Wie die „Reuest. Nachr." melden, wurde gestern Nachmittag tu einem hiefigen Restauration»- local ein Mann Namen- Burkhard verhaftet, der in dem Verdacht steht, den Mord an der Louise Günther tu der Hasenhatde bei Benin verübt zu haben. DaS Signalement, welches dte Berliner Crimtnalpoltzei von dem muthmaßlichen Thäter gegeben hat, stimmt mit dem verhafteten genau überein.
Frankfurt a. M., 1. Mat. „Hagar» Ltebe" von Franz Ltndhetmer, daS fich an den bekannten btbltscheu Vorgang allerdings recht frei anlehnt, hatte bet seiner gestrigen Erstaufführung Hierselbst mehr lärmenden Beifall, al« wirklichen Erfolg. Dte Form ahmt dte verschiedensten Klassiker nach,- der Inhalt bleibt, gelinde gesagt, unreif.
Wien, 1. Mai. Einer Privatuachricht au8 Petersburg zufolge ist dort eine große nihilistische Verschwörung entdeckt worden.
Wien, 1. Mai. Im Auftrage deS Polenclubs wird dessen Obmann, Jaworski, beim Minister deS Aeußern, Grafen GoluchowSki, eine Beschwerde einreichen wegen der MassenauSwetsung ^polnischer Arbeiter aus Preußen.
Budapest, 1. Riat. DaS Gericht verurtheilte dte Zünd- Holzfabrik von Markus Klein u. Co. zu 100 Gulden Strafe, weil sie ihre Fabrikate in Schachteln in den Handel gebracht hatte, welche die Bildnisse LasalleS und Marx', sowie dte Aufschrift „Proletarier aller Länder, vereinigt Euch!" trugen.
«gram, 30.',April. Die anläßlich der Sjenicaer Bauern- aufstände zum Tode verurtheilten drei Bauern wurden heute durch den Strang hin gerichtet.
Rom, 1. Mai. Dte „Tribuna" hat Telegramme au» den Provinzen erhalten, wo zahlreiche, theilweise tn schwere Excefle au-geartete Kundgebungen gegen die Brod- v er th en er un g stattfanden. Da, wo e« zu Au-fchreitungen kam, ging die Anregung dazu stet« von den Frauen au-, die in dichten Haufen die Bäckerläden und Rathhäuser zu stürmen versuchten. In Aversa wurde dte Menge bon der Gen-darmerte verhindert, das Rathhau- anzuzünden. In Ferrara wurden ebenfalls Ruhestörungen versucht. Auf Befehl der Behörden find alle Geschäfte, Banken und Kassen geschlossen worden. An-Ruttgltano in Apulien werden gleich- falls Kundgebungen gemeldet. In Ravenna setzte die Menge zweimal Demonstrationen in- Werk, die jedoch vom Militär an ihrer weiteren Ausdehnung verhindert wurden. „Exercito" schreibt, dte Regierung habe Befehl ertheilt, daß von nun an das Militär stets sofort und unnachsichtlich feuern solle.
Mailand, 1. Mai. Alle in Italien lebenden Spanier werden durch einen Ausruf deS hiefigen spanischen ConsnlS aufgefordert, Geldbeiträge für Vermehrung der spanischen Flotte zu senden.
BcLffkl, 1.Mai. Alle verfügbaren Kohlenvorräthe in den belgischen Kohlendistricten werden von spanischen Agenten aufgekauft.
Part», 1. Mai. Der Congreß der Eisenbahn-
arbeitet hat mit 53 gegen 13 Stimmen dte allgemeine ArbeirSetnstellung beschlossen.
Pari», 30. April. Auf Ordre aus Washington befahl der Brtgadegeneral Macleer, der Commandant der Natloualgarde von Brooklyn, dem 13. Regiment, fich ohne Widerspruch in daS Lager von Hampstead auf Lang Island zu begeben.
London, l.Mai. Au- New «York wird gekabelt, daß fich bet der Mobiltsirung der Truppen wett größere Schwierigkeiten Herausstellen, al- vorau-zusehen war. »eiC dte Au-rüstung erst vollständig beendet wird, so ist ein ernster Angriff durch starke Truppen in den nächsten Tagen nicht zu erwarten. Dte Splonenfurcht steigert fich, da bet Harri-burg abermal- etn Pulverschuppen in dte Luft flog, ins Ungeheuere. Jeder Spanier wird verdächtigt. Auch bei Philadelphia ist eine Pulverfabrik tn die Luft geflogen.
London, 30. April. Die Meldung hiesiger Blätter von einem Bombardement Cardena- durch dte amed- kanische Flotte wird dementirt. Das Bombardement auf Matanza« erfolgte ohne Wissen der Washingtoner Regierung.
London, 30. April. Dte Gesellschaft de- Rothen Kreuzte- tn New-Aork richtete an General Bianco da» Ersuchen, er möge gestatten, daß der Dampfer „Texas" mit Lebensmitteln für die Noihletdenden auf Cuba tu Havanna landen dürfe. Falls Blanco diese- Ersuchen ablehnt, soll für die amerikanische Land« und Seemacht eine Landung-bafi- geschaffen werden.
Madrid, 30. April. General Weh ler erklärte tm Senat, er habe, al- er noch Statthalter von Cuba war, der spanischen Regierung öfter gerathen, Spanten solle den Bet« etnigten Staaten den Krieg erklären und sofort 50000 Man» In den Bereinigten Staaten landen laffen. Er fei überzeugt, daß da- auch heute noch möglich sei, in Anbetracht der fchlechtea Mobiltsirung der amerikanischen Flotte.
Montreal, 30. April. Infolge de- spanisch'amerikantschen ConflicteS kommen täglich zahlreiche Spanier über dte amerikanifche Grenze.
New York, l.Mat. Nachrichten au- St. Jago de Cuba zufolge hat dort eine Schrecken-Herrfchaft begonnen. Alle waffenfähigen Männer sollen zu Srieg-dtensten ge« zwangen und alle Leben-mittel für da- Militär in Anspruch genommen sein. Der englische Consul daselbst wurde wegen feiner amerikafreundlichen Haltung vom Pöbel ernsthaft bedroht.
Kalkutta, 30. April. (Reuter.) In einer Bersammlung deS gesetzgebenden Rathe» für Bengalen wurde da- Bor« handensetn der Pest offictell mitgetheilt. Wahrscheinlich wurde dieselbe durch Ratten auf Schiffen und Eisenbahnzügen au- Bombay eingeschleppt. BIS jetzt find 26 Erkrankungen und 12 Todesfälle eingetreten.
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Gieße», den 2. Mat.
*♦ Empfang. Seine Königliche Hoheit der Groß- Herzog empfingen am 30. April u. A. den Geheimen Hof- rath Professor Behaghel von der LandeS-Untverfitat Gießen. ,
** Gesellschaft für Srd« und Bölkerknnde. SS ist stets von besonderem Interesse, auS dem Munde der Forschungsreisenden selber die Schilderung der Erlebnisse und Ergebnisse ihrer Expeditionen zu hören, und so lebhafteren Antheil zu nehmen an den Gefahren, dte sie Überwunden, an den Er- folgen, dte fie errungen haben. In rtchttger Würdigung dieser Thatsache betrachtet e« dte Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde als ihre Aufgabe, einerseits ihren Mitgliedern dte Bekanntschaft mit den bedeutenderen Reisenden der Gegenwart zu vermitteln, andererseits diesen Gelegenheit zu geben, daS Interesse für Geographie und Ethnologie tm Allgemeinen und für ihre Forschungen tm Besonderen zu wecken und zu fördern. Im vergangenen Winter hatten wir mehrfach Gelegenheit, hervorragende Forscher auf diesen Gebieten kennen zu lernen; wir erinnern nur an dte Namen v. Payer, Sven Hedin, Kükenthal. Ihnen schloß fich am letzten Vortragsabend am 25. April der Jüngsten Einer, Herr Dr. Hermann Meyer au» Leipzig würdig an, der un» über seine erste, mit Glück und Erfolg unternommene Forschungsreise berichtete. — Im Jahr 1895 rüstete Herr Dr. Mtyer eine wissenschaftliche Expedition nach Centralbrafilten auS, die die Aufgabe hatte, in dem Waldgebiet der Quellflüsse deS Schiugu ethnologische und geographische Forschungen zu machen. Vor zehn Jahren hatte in diese noch ganz unberührte Strecke Prof. Carl von den Steinen zwei Vorstöße unternommen, die ihn


