schwer zu gefährden, welche der Bund der Landwirthe fördern soll.
Berlin, 30. November. Von unterrichteter Seite wird geschrieben: Das ,,Berl. Tagebl." läßt sich aus Rom melden, die vaticanische Diplomatie suche zur Zeit „zwischen Deutschland nnb Frankreich behufs Abgrenzung des orienta- lischen Protectorates zu vermitteln; der Erfolg der Verhandlungen erscheine gesichert". — Diese Nachricht entbehrt der Begründung. Ebenso wenig wie Frankreich daran dachte, veraltete Ansprüche geltend zu machen, als Kaiser Wilhelm betonte, daß die deutschen Katholiken im Orient unter dem Schutze de» Reiches ständen, und als die heilige Stätte der Dormition unter deutschen Schutz gestellt wurde, ebensowenig hat die vaticanische Diplomatie dir Protectoratsfrage aufs Neue „angeschnitten". Auf Verhandlungen mit Frankreich wegen einer „Abgrenzung des orientalischen Protectorats" einzugehen, läge für Deutschland um so weniger ein Grund vor, als eine solche Abgrenzung das natürliche Schutzrecht der übrigen Großmächte über ihre Angehörigkeit berühren müßte.
— Sonntagsruhe. Die einzelnen Bundesregierungen find schon vor längerer Zett zu eingehenden Erhebungen und Berichten über die Wirkungen de» Gesetze» über btt Sonntagsruhe veranlaßt worden. Die» gesammelte Material soll dem Reich»amt de» Innern zur Grundlage für etwaige Abänderungen de» Gesetze» oder seiner AuSsührungs- besttwmungeu dienen. Besonder» dringliche Anträge der be- theiligteu Interessenten find, soweit die» zulässig ist, schon jetzt im Verwaltungswege berückfichtigt worden.
Hannover, 30. November. Bei sämmtltchen al» Anarchisten bekannten htefigen Personen har die Polizei heute vormittag Haussuchungen abgehalten. Uebee bas Resultat der Haussuchungen ist bisher nichts bekannt.
Lübeck, 30. November. Der fünfzigste Jahrestag der Einführung der Verfassung de» Lübeckischen Freistaates wurde gestern von Senat und Bürgerschaft unter Theilnahme der bürgerlichen Abgeordneten und der Mitglieder der Gewerbe- und der Handelkskammer festlich begangen.
Ars-Unsd.
Wien, 30. November. Das Jubiläumsjahr hat einen neuen unliebsamen Zwischenfall gebracht. Die Opposition des ungarischen Abgeordnetenhauses unterbrach am Dienstag die Verhandlung über das Budget-Provisorium zunächst damit, daß sie die Feier des Kaiser-Jubiläum» auf» Tapet brachte. Franz Kossuth verwahrte sich im Namen der äußersten Linken gegen den Vorschlag des Präfideuten, da» Hau» möge den 2. December als Feiertag begehen. Am 2. Dccemder sei Franz Josef weder rechtlich, noch thatsächlich Ungarns Herrscher gewesen. Oesterreich habe auch im Jahre 1892 nicht au der Feier des 25jährigen ungarischen Krönuugs- jubtläums thetlgenommeu. Jener Tag und jene Epoche bedeuteten für Ungarn und da» magyarische Volk Trauer und nicht Freude. E« sei vou der Regierung taktlos, daß fie durch ähnliche Vorschläge immer wieder die Liebe de» magyarischen Volke» zu seiner Nation und seinem Baterlaude mit der schuldigen Loyalität für seinen geklönten Herrscher tn Gegensatz bringe. Die übrigen Redner sprachen tu demselben Sinne. Der Ministerpräsident Baron Banssy gab demgegenüber nochmal» der Freude Ausdruck, daß die Vorsehung den geliebten König seinem Volke erhalten habe. Darauf wurde beschlossen, über den Antrag de» Präfideuten folgenden Tags namentlich abzustimmeu.
Innsbruck, 30. November. Hier und tu den Alpen Ist ein großer Wettersturz eiugetreten. ES schneit heftig.
Budapest, 30. November. Die hier eiogetroffeneu öfter- retchtscheu Mtuister Graf Thun und Dr. Kaizl conferirren heute Vormittag mit Banffh uud dem Ftnauzmtutster Luka cs über die Verlängerung des Status quo im Ausgleich auf ein wettere» Jahr. ES wurde vollständige Einigung erzielt. Graf Thun hat bereits die Rückreise nach Wien angetreteu.
Thetl geworden ist. Mir iällt ein, daß die Einführung de» Bürgerlichen auch eine Revision des Handelsgesetzbuches norhweudtg gemacht hat. Ich frage, was mir BrockhauS Über diesen Gegenstand zu sagen weih, und biu auch hier durch seine Antwort, die ihn über den neuesten Stand der Gesetzgebung völlig orteutirl zeigt, erstaunt. Um die Margarine war bekanntlich zwischen Agrariern und ihren Gegnern etu erbitterter Kampf ausgebrochen- die Margarine, die vielfach mit Butter vermischt als Butter verkauft wurde, drückte die vutterpreise- zu wessen Gunsten der Kampf durch da» Gesetz vo» 19. Mat 1897 entschieden wurde, darüber belehrt mich der BrockhauS. Al» eine besonder» wrrthvolle Zugabe zur schnellen Orienttrung über die gelammte Reich»- gesetzgebuug ist auch eine bis zum Jahre 1898 fortgesührte chronologische und alphabetische Ueberficht über alle Reichsgesetze auzuseheu, mit deren Hilfe man in kürzester Frist das Datum de» Erlasses jede» beliebigen Gesetzes feststelleu kann, während man über dessen Inhalt Näheres unter dem betrrffendeu Stichwort findet.
Es würde zu wett führen, wollte ich auf allen Gebieten «eine Prüfung fortsetzeu. Es ist bei dem Rufe der Verlags- Handlung selbstverständlich, daß flch die Revtfiou uud Er- ueueruog auf alle ohne Ausnahme erstreckt hat. In den ^»graphischen Artikeln find die Ergebnisse der neuesten Forschungsreisen uachgetrageu — ich erwähne nur Nansen und die Nordpolerpedttiouev, — in den kunst- und litterar- geschichtlichen wird mau überall auf die neuesten Erscheinungen hiugewtesev, tnZoologte, Botanik, Physik, Chemie, Technik, uud wie die Wissensgebiete alle heißen mögen, d^e eine moderne Encyklopädte umfaßt, überall zeigt fich der »rockhaus auf der Höhe der Zeit, so daß der hundertjährige Jubelgreis die beste Ceusur erhalten kann, er ist für alle Gebildeten uud nach Bildung Strebenden heute mehr al» ie bas vothweudtge Buch. Dr. G.
Budapest, 30. November. Da» Abgeordnetenhaus beschloß heute die Thelloahme au der Jubiläumsfeier mit 179 gegen 29 Stimmen. Dagegen stimmte nur die UnabhängigkrttSpartei.
Pari», 30. November. General Mercier hat gestern in ManS eine Ansprache an etwa 500 Offiziere des 4. Armee- Corps gehalten, dessen Commando er tu veu nächsten Togen utederlegen wird, weil er die Altersgrenze erreicht hat. Mercier kam bei dieser Gelegenheit auch auf die Angriffe zu sprechen, drueu die Armee seit längerer Zeit ausgesetzt ist uud gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Armee auS dem gegen fie geführten Feldzuge ruhmreich hervorgehru werde.
Paris, 80 November. Die repnblikautschru Blätter find sehr erbittert, weil die Erklärung, welche der KriegSmtuister in der Kammer abgegeben hat, bezüglich der O sseutlichkeit der Verhandlungen gegen Picquart tn dem officielleu stenographischen Bericht ganz anders lautet, wie fie tu Wirklichkeit abgegeben wurde. Während nämlich der Kriegsrnmister in der Kammer vrrficherte, die verhaudluug gegen Picquart würde öffentlich geführt werden, heißt es in dem officiellen Stenogramm, es hänge nicht von dem KriegSmiuistrr ab, ob die Verhandlungen öffentlich oder nicht öffentlich sein würden.
Madrid,30 November. Die carltsttsche Bewegung nimmt eine immer gefährlichere Wendung au. Don Carlos sammr seinem Sohne sollen die spanische Grenze bei Bilbao überschritten haben. In Bilbao wurde etu großes carltsttscheS Waffeulazer aufgehobeu. Bagasta rief die Hilfe des Papstes gegen die Carltsteu an.
Madrid, 25. November. Die hiesigen Blätter bezeichnen den Tag, an dem Spanien und die Bereinigten Staaten den FriedeuSvertrag abgeschloffen, als einen traurigen- die meisten erkennen indessen an, die spanische Regierung habe so handeln müssen, wie fie gethan. Die republikanischen Zeitungen greifen die Regierung und die Amerikaner heftig au. Die Blätter beben hervor, daß Spanien durch den Friedensvertrag 422330 Quadratkilometer uud 10262979 Augehörtge verloren habe. — Falls Spanien eS ablehneu sollte, die Karoltneniusel Kuesale als Kabelstatiou den Amertkaneru für einen angemessenen Preis zu verkaufen, so wird die Frage der Erwerbung dieser Insel fallen gelassen, wenigstens für jetzt. Die Bereinigten Staaten beabsichtigen nicht, alle Karolinen zu erwerben.
Türkei. Wie zu erwarten stand, hat der Kaiser von Rußland die Depesche de» Sultans in Betreff der Ueber- tragung der Verwaltung der Insel Creta an den Prinzen Georg von Griechenland auf indirektem Wege unter dem Ausdruck des Bedauerns abschlägig beantwortet. Der Ad- miralitätSrath will, daß die türkische Flagge zum Zeichen der Suzeränetat de» Sultans nur in Suda neben den Flaggen der vier Großmächte gehißt bleiben solle. Der russische Admiral Skrydlow weigerte fich, die letzten Urtheile de» AdmiralitätSraths zu unterfertigen, indem er erklärte, die» fei ein Vorrecht des Prinzen Georg, der ohne dies bald eintreffe.
Tunis, 30. November. Um Frankreich . entgegen zu kommen, hob die italienische Regierung das htefige General-Confulat, welches einen politischen Character hatte, auf und wandette dasselbe in ein einfaches Consulat um.
CeeeUe tut» provinzisll«».
Gieße», 1. December 1898,
** btadtverorduetrnwahl. Da» officielle Ergebniß der Stadtverordueteuwahl wird im Anzeigentheil der vorliegenden Nummer bekannt gegeben.
** Gewerbe-Aufsicht. Unter dem vorfitz des Herrn Ministertalrath» Braun fand am 28. d». Mt». im Großh. Ministerium des Innern eine Conferenz der sämwtlichen hesfischen Gewerbe-AuffichtSbeamteu, einschließlich der Assistentinnen, mit folgender Tagesordnung statt:
1) Erurichiuüg der Fragebogen für die diesjährigen Arbeiter-Zählnugen.
2) Ewhe.tltche Gestaltung der Jahresberichte.
3) Bearbeitung be» Ecrptte!» Über die Verwendung weiblicher Arbeitskräfte in den Jahresberichten durch die Asfisteuttnnen der Gewerbe-Jnspeetionen.
4) Benachrichtigung der Gewerbe Juspietionen über Bestrafungen in Gewerdesachen durch die Großh. Staats- uud Amtsanwaltschaften.
5) Mitkhrtlung der Erlasse Großh. Ministeriums, sowie der Erkeautntffe der BerwaltunxSgerichte in Gewerbe-Au- gelegenhettru au die Gewerbe-AuffichtSbeamten.
6) Mangelhaftigkeit der Mtttheilung von Unfallanzeigen au die Grwerbe-Jnfprctionrn fettens der Großh. Bürgermeistereien.
7) Abänderung der Anweisung für die Ortspolizei- behördrn über die Revision gewerblicher Betriebe (bezüglich der Arbeitsbücher, Beschäftigung von weiblichen und jugendlichen Arbeitern re ).
8) Elfahrungen über den Verkehr der Grwtrbe-AuffichtS- beamien mit den BetriebSunternehrmru uud Arbeitern bei den Revisionen.
9) Ausführung der Bestimmungen über die Verhältnisse tn Buchdruckereten und Schriftgießereien.
10) Erlaß von Polizelverorlnuugeu:
a. über Herstellung uud Sen Betrieb von Maaren- aufzügkn und Führstuhleinrichtungen,
b. über Aufstellung vou Petroleum-, Benzin- und Gasmotoren,
c. über Sicherung gegen die Gefahren electrifcher Starkstrom-Leitungen.
11) Anforderungen für die Gewerbe-Aufsicht im Staat»- Voranschlag für die Finanzperiode 1900—1903.
Nach Erledigung dieser Tagesordnung wurden noch eine Reihe sonstiger Fragen aus dem ThärigkeitSgebiet der Gewerbe Aulfichtsbeawten besprochen. Darwst. Ztg.
**E . D. Gerichtliche Entscheidung. Am 23. November ist vom hiesigen Amtsgericht ein Urtheil gefällt worden,
da» für weitere Kreise von Interesse sein dürfte. Der Land" Wirth S. dahier beschäftigt seit längerer Zeit einen Knecht, welcher mit dem Entrichten seiner Steuer im Rückstand geblieben war. Da» eingeleitete Pfändungsverfahren ergab völlige Zahlungsunfähigkeit, weshalb der Arbeitslohn dr» Knechte» bei feinem Arbeitgeber mit Beschlag belegt wurde. E» handelte fich hier also um Pfändung einer Forderung, und zwar de» Lohnes, welchen der Knecht noch zu verdienen, also später za fordern hatte. S. war gesetzlich verpflichtet, auf daS an ihn erlassene Zahluugsverbot hin die Schuld be> Knechtes an dessen Lohn abzuziehen und an den FiskuS zu bezahlen. Er weigerte fich jedoch, die» zu ihun, weshalb er zur Zahlung der fraglichen Steuerschuld und der entstandenen Kosten rechtskräftig verurtheitt wurde. Da über diese Verhältnisse im Publikum vielfach irrige Ao fichten verbreitet find, so dürfte ein Hinweis auf die gesetzlichen Bestimmungen, welche im Regierungsblatt Nr. 11 von 1894 enthalten find, Manchen vor Schaden bewahren.
•• Vortrag. Einer recht zahlreichen Zuhörerschaft erfreute sich der gestern Abend von Herrn Jens Lützen über „Bilder auS dem Goldlande Alaska" gehaltene Vortrag. Ja recht anschaulicher und allgemein verständlicher Weife wußte der Vortragende die Mühen und Beschwerden einer solchen Reise in da» Goldland, unterstützt von zahlreich vor- geführten Lichtbildern, zu schildern, sodaß allseitiger Beisoll seinen Worten folgte. — Für heute Abend hat Herr Jens Lützen einen ebenso interessanten Vortrag über „ttuba und die kubanischen Wirren" in Ausficht gestellt, zu dem wir dem Herrn Vortragenden eine gleich zahlreiche Zuhörerschaft wünschen.
*• Sangelkranz - Coueett. Wir leben im Zeichen de» „Eingesandt", und wenn auch über manche der darin gegebenen Anregungen ohne Weiteres zur Tagesordnung übergegaugen werden kann, so wäre eS zu b-daueru, wenn daS „Eingesandt" über do» Concert de» Sänger- krauzeS nicht auf fruchtbaren Boden gefallen wäre. @» wurde bereit» vor einigen Tagen berichtet, daß die Wiedergabe von Mendelssohn» „Athalia" unter Franz Bauers kundiger Leitung eine vorzügliche war. Frau Balser- Land manu, eine bewährte uud bekannte Sängerin, hak mit gewohnter Sicherheit, unterstützt durch schöne Stimmmittel, eine abgerundete Leistung geboten. Ihr schloffen fich sowohl Fräulein Krausse, eine junge begabte Kunstnovlze, die zu den schönsten Hoffnungen berechtigt, wie Fräulein Ko ch würdig an. Man braucht nicht Fachmann zu fein, um ermessen zu können, welche Summe von Hingebung, Zeit und Mühe allen Betheiligteu erwachsen muß, um eine solche Ausgabe würdig zu lösen. Uud Alles diese» soll nur geschehen sein, um einmal, fast vor verschlossenen Thür-n ein schöne» Werk zu Gehör gebracht zu haben? Möge doch der Saalbau-Verei n die Anregung, die an seine Adresse gerichtet war, aufnehm-n und durch eine öffentliche Wirder- holnug der „Athalia" -Auf führuug fich selbst uud der Allgemeinheit einen Dienst leisten. -r.
**P . Stadttheater. Nachdem uns von Schiller schon drei seiner Meisterwerke geboten worden find, wurde gestern die Reihe der klasfischen Dramen in einer völlig ausverkauften BolkSvorstellung durch Lessings Nathan den Weisen fortgesetzt. Da die Zahl der Rollen nur gering ist und Maffeusceneu völlig fehlen, so ist dies „dramatische Gedicht", wie es sein Schöpfer nannte, auch auf kleineren Bühnen leichter zu geben. So konnte man denn auch mit der hiesigen Aufführung wohl zufrieden fein. Herrn Liebscher war zum ersten Male in diesem Winter Gelegenheit gegeben, tu einer umfangreichen Characterrollr der klassischen Richtung hervorzutreten. Er legte den schönen, vom Dichter so klar gezeichneten Character des Nathan durchaus richtig an und schuf eine einheitliche, lebenswahre Gestalt. Doch vermochte er nicht, wie dar andern Künstlern gelingt, aus der Erzählung von den Ringen einen alles überragenden Höhepunkt zu schaffen. Den Sultan, dessen Name in den letzten Wochen so viel genannt wurde, stellte Herr Dietzsch in der Erscheinung nicht glücklich dar. Wir denken uns den Kurden Baladin uichr mit blondem Bollbart und weißer Gesichtsfarbe, die mit dem hellgrünen Gewand eine wenig erfreuliche Farbenmischung ergaben. Die Leistung war im Uebrigen zufriedenstellend. Herr Werner erschien al» Tempelherr weit vor- thciihaster wie kürzlich in der Rolle des Römerjünglings Marku». Seine Spract» klang edler, seine Bkwegnngtk waren harmonischer, Fo-tschritte wären namentlich noch im Mienenspiel zu wüksct en. D>e stark znsawmengestricheue Rolle der Sitrah wurde von Frl. Cron egg ansprechend gegeben. Frl. Rux war als Recha auf einem Gebiet be- schäf igt, da» ihr sonst ferner liegt, fand sich aber gut mit ihrer Aufgabe ab. Auch Frau Kruse war als Doja au deu richtigen Platz g-stellt. Den Herrren Walter und W i l h e l m i ist dafür zu danken, daß sie die Komik nicht auf Kosten der Wahrheit üöertrrebeu, wie es bei dem fanatische» Patriarchen uud dem geistig beschränkten Klosterbruder sonst leicht geschieht. Herr Cast er ra sprach als al Hast reckt verständig, durfte im Sp-el aber lebhafter sein. Die Ausstattung machte es dem Zuschauer öfters schwer, fich in deu Orient und die KreuzzugSzeit zu versetzen. Namentlich konnte mau bedauern, daß da» Hau» de» reichen Juden nicht vou Grund aus abbrannte. Er hätte fich daun wohl ein schöneres geleistet, und seine Tochter hätte nicht nöthig gehabt, den Tempelherrn in dem völlig unmöblirten Hinterhauswohnranm der „Ehre" zu empfangen.
•• Eoneert-Lereiu. Am Sonntag dem 11. December, mit einer öffentlichen Hauptprobe am 10. December, findet die Aufführung des Oratorium „Elia»" vou Mendelssohn unter Leitung de» Großh. UoiverfitätS Mufikdirectors Trautmann statt. (Siehr Jaseratemheil). Ein so bedeutende» und umfangreich:» Wer? unvorbereitet zu hören, schmälert unbedingt den Genuß, daher möchten wir zu Nutz' uud Frommen aller Concer»befuche< deu Mufikführer empfehlen, der sowohl historisch wie mustkalisch, kurz, aber erschöpfend die Tonschöpfmig behandelt. Das Büchelchen ist.


