Mann Namens Rabe brachte in Rostock eine Platzpatrone, die er sich zum Andenken an die Militärzeit wider Verbot mitgenommen hatte, mit einem Nagel zur Explosion. Ein Theil der Mesfinghülse flog ihm an den Hals und durchschlug die Schlagader. Beim Eintreffen eines Arztes war der junge Mann bereits in Folge Verblutens gestorben.
♦ Lncchenis Kopf tm Lichte der Phrenologie. Ein englischer Phrenologist schildert den Kopf des Mörders der Kaiserin Elisabeth von Oesterreich wie folgt: Zieht man eine horizontale Linie von der Ohröffnung nach dem Munde zu und eine andere von demselben Punkte ausgehend nach dem Augenbrauenwinkel, so beträgt der entstehende Winkel beim normalen Kopf 25 Grad. Je tiefer das Ohr fitz', umso größer stellt sich naturgemäß der Winkel. Bei Luccheni beträgt er etwa 42 Grad, welche Größe selbst bei Mördern ungewöhnlich ist. Dieser Winkel bildet nämlich nach den Lehren der Phrenologie die Basis des Gehirntheils, in dem die thierischen Jnftincte localifirt sind. Zieht man eine andere wagerechte Linie von den knochigen Vorsprüngen der Stirn aus, so bildet der obere Theil des Kopfes den Sitz der moralischen Eigenschaften. Bei Luccheni ist dieser Theil sehr klein. Doch zeigt die bedeutende Kopfhöhe hinter den Ohren großes Selbstbewußtsein und Festigkeit an Luccheni ist deshalb als eingebildeter und zäh an den einmal gefaßten Entschlüssen hängender „moralischer Idiot" anzusehen. Der letztere Ausruck ist absichtlich gewählt, denn man muß eine Unterscheidungslinie zwischen Wahnsinn und moralischer Unzurechnungsfähigkeit ziehen. Der Wahnsinn ist das Ergebniß der Extreme, die letztere das Resultat mangelnder Geisteskräfte. Es fehlt Luccheni an moralischer Kraft, die bei ihm, verbunden mit den unleugbar vorhandenen intullectuellen Fähigkeiten, einen kräftvollen, energischen Character abgeben würde. Ein Kopf, wie der des italienischen Meuchelmörders ist unter der Verbrecherklaffe häufig.
• Isländische Ausstellung in Paris. Au-Kopenhagen ftreibt man der „Franks. Ztg.": Der Capitän Daniel Braun ist kürzlich von einer Reise nach J-laud zurückgekehrt, wo er Vorbereitungen getroffen hat zu einer isländischen Ausstellung, die eine Abtheilung für sich auf der Weltausstellung in Pari- bilden soll. Das Jahr 1900 ist für J-- land ein Jubeljahr, da dann 900 Jahre seit der Einführung drs ChristenthumS auf der Insel verfloffen fein werden. Man wünscht nun durch eine Ausstellung die Verbreitung der nordischen Eultur von Norwegen nach Island und Grönland darzustellen. Zu diesem Zwecke hat Lapitä« Bruun mit dem Maler Klein diesen Sommer eine Reise durch die Insel gemacht, um da- Material für die Ausstellung zu sammeln. Die Reise hat vier Monate gedauert und ein sehr günstige- Resultat ergeben. In wiffenschaftlichen Kreisen hegt man bekanntlich große- Jutereffe für die alle Gultur der nordischen Völker, die besonder- auf J-land intereffante Spuren hinterlassen hat. Maa beabsichtigt, die uralte „Saga- Zeit" durch Gegenstände, Bilder und Modelle zu veranschau- Uchen, ferner will man Waffen, Geräthe, Geschmeide, Kleidungsstücke, Modelle der alten berühmten Kirchen, die Geräthe der Eskimo- und die Erinnerungen der katholischen Periode aus- stellen. Die i-ländische Literatur wird durch Reproductionen der alten isländischen Handschriften und der ersten gedruckten Bücher vertreten werden. Selbst alte isländische mufikalische Instrumente hat man gesammelt. Im Ganzen wird die Ausstellung ein vollständige- Bild der Leben-weise und Sitten der uralten Bewohner Islands geben.
* Theodor Foutaue und das Rauchen. Al- vor jetzt säst zehn Jahren der Redakteur der „Deutschen Tabakzeitung" die Urtheile berühmter Schriftsteller und Künstler über da- Rauchen sammelte, antwortete ihm Fontane aus seine Anfrage: „Mrlin, den 4. November 1889. Hochgeehrter Herr Doktor I Ergebensten Dank für Ihre geehrte Zuschrift. Mit einer Antwort steht e- schlimm. Ich rauche nicht und ich fchuupse nicht und kann nicht mal ein Bedauern darüber aus- sprechen, waS ich vor Jahr und Tag noch gethan hätte. Seit ich aber die Manipulationen beobachtete, die von Rauchern innerhalb Omnibus oder Pferdebahnwagen gemacht werden, nm die glimmende Ligarre bei Leben zu erhalten, steh' ich einer Kunst gegenüber, der ich meine Bewunderung zwar nicht versagen kann, die nicht üben zu müssen mir doch angenehm ist. Ju vorzüglicher Ergebenheit Th. Fontane."
* Die Deutsche Fleischer-Zeitung, die älteste aller be* stehenden Fleischer Zeimngen, begeht am 1. Oktober da- Fest ihres fünfundzwanzigjährigen Bestehens. Seit dem Tage des Bestehens des Deutschen Fleischer-VerbandeS, also feit 23 Jahren, ist die Deutsche Fleischer-Zeitung da- alleinige amtliche Organ beffelben, wohl des größten und bestorganistrten aller Innung-Verbände Deutschlands. Der Deutsche Fleischer-Verband umfaßt 941 Städte mit 27 000 Mitgliedern. Ebenfalls ist das genannte Blatt officielleS Organ der Fleifcherei-BerufSgenoffeufchaft. Der zeitige Redakteur Burg leitet die Deutsche Fleischer-Zeitung nun feit 23 Jahren. Um die Hebung des deutschen Fleischer-GeweröeS hat die genannte Zeitung entschieden große unbestrittene Verdienste.
• vibeltelegramme. Man schreibt auS London, vom 25. September: Bei einer historischen Gelegenheit hat Mr. Stell RhodeS an vr. Jameson telegraphirt: „LieS Luca XIV, 31." Der Doctor schlug seine Bibel auf und laS: „Oder, welcher König will sich begeben in einen Streit wider einen andern König, und fitzt nicht zuvor und rathschlagt, ob er rönne mit zehntausend begegnen Dem, der über ihn kommt mit zwanzigtausend." Jameson wußte genau, waS RhodeS meinte. Dieser Tage nun hat der bibelfeste Präsident der südafrikanischen Republik daS Beispiel seine- großen Wider- facher- nachgeahmt und nach einem Empfang, der in Pretoria zu Ehren der Königin Wilhelmine stattsaud, den niederländischen Geueral-Conful gebeten, feiner jungen Monarchin in Krüger- Namen zu telegraphiren: „Lie- 1 Petri V, 7,8." E- steht da geschrieben: „Alle Eure Sorge werfet auf ihn, denn er sorget für Tuch. Seid nüchtern und wachet, denn Euer Widerfacher, der Teufel, gehet umher, wie ein brüllender
Löwe, und suchet, welchen er verschlinge." Ja, Ohm Paul war nie ein Höfling und wird auch nie einer werden- aber gutgemeint war feine Botschaft jedenfalls!
♦ Ein Denkmal der Erhebung von Schleswig-Holstein am Miffisfippi. In der neuesten Nummer der „Gartenlaube" finden wir die Abbildung eines Denksteins, der in Davenport in Nordamerika zur Erinnerung an die heldenhaften Kämpfe der „meerumschlungenen" Herzogthümer für ihre nationale Selbständigkeit im Jahre 1848 kürzlich errichtet worden ist. Die erst in diesem Jahrhundert, 1836, am rechten Ufer des Mississippi angelegte Stadt war gerade im jugendlichen Aufblühen begriffen, als der Krieg in Schleswig-Holstein unter dem Druck der deutschfeindlichen Politik der Grobstaaten ein klägliches Ende nahm und die Freiwilligen, die ihr gefährdetes Deutfchthum mit den Waffen vertheidigt hatten, von der Reaction für Rebellen erklärt wurden. Verfolgt und verfehmt, mußten sie ihrer Heimath den Rücken kehren und ein Exil in ftemden Ländern suchen. Davenport wurde ein Hauptziel dieser Auswanderung, und von der Ansiedelung dieser politischen Flüchtlinge aus der deutschen Nordmark datirt der Aufschwung der Stadt zu der ansehnlichen Größe, deren sie sich heute erfreut. Von den ersten Einwanderern aus Schleswig-Holstein, den Veteranen der so kühn unternommenen Erhebung, ist noch eine stattliche Schaar am Leben. Das Erinnerungsfest in Davenport bestand aus einem Umzug des 170 Mann starken Vereins der Kampfgenoffen aus jenen Tagen, der deutschen Veteranen von 1870/71 und des Kriegervereins, welcher eine bedeutende Anzahl von jüngeren ehemaligen Soldaten umfaßt, die in der deutschen Arme gedient und ihren ehrenvollen Abschied erhalten haben. Den Schluß bildeten die Veteranen des Secessionskriegs, in welchem sich das deutsche Element so rühmlich hervorthat. Der Zug, in dem auch die Behörden der Stadt vertreten waren, bewegte sich nach der Stätte, auf welcher sich dann die Enthüllung des Denksteins vollzog. Zu beiden Seiten desselben konnten zwei junge Eichen als Symbole des Brudervolks gepflanzt werden, die aus dem Herzen des niederdeutschen Landes, dem Sachsenwalde, stammen und ein Geschenk des Altreichskanzlers find. Hinter dem Stein wächst eine dem Boden Amerikas entsprossene Doppeleiche empor. Der Präsident der Kampfgenoffen vollzog die Enthüllung, während der Schriftführer des Vereins in begeisternder Ansprache den Stein und die Eichen der Obhut der Bürgerschaft übergab. Darauf bewegte sich der Zug in die Turnhalle, in welcher der Verein seine Jahresversammlung in besonders feierlicher Weise abhielt, wobei dem verdienten Secretär desselben, Emil Geisler, der seit 25 Jahren seines Amtes waltet, ein Ehrengeschenk überreicht ward. Geisler war in der alten Heimath Schullehrer; in Davenport stand er immer im Vordergrund derer, denen die Pflege des Deutschthums eine heilige Sache war. Die Lage Davenports ist sehr anmuthig. Der Mississippi, dessen Ufer von malerischen Bergzügen beschirmt sind, theilt sich hier in zwei Arme, welche eine ebenfalls besiedelte Insel, Rock- Island, umfließen. Auf dieser Insel befinden sich die großartigen Werkstätten der Regierung, in denen nach Ausbruch des Kriegs mit Spanien an zweitausend Arbeiter mit der Herstellung von Munition und Armaturstücken beschäftigt waren. Die eigentliche Stadt liegt am rechten Ufer des Flusses und ist mit der Insel durch eine Brücke verbunden. Sie zählt jetzt etwas über 36000 Einwohner und trägt einen vorherrschend deutschen Character: ungefähr drei Viertel der Geschäftshäuser sind in deutschen Händen, was sowohl vom Kleingeschäft wie von der neuerdings mächtig aufblühenden Großindustrie gilt.
• Röntgenstrahle«. Von welch eminenter Bedeutung es ist, die Röntgenstrahlen für ärztliche Untersuchungen zu verwenden, geht aus folgendem Fall hervor, der kürzlich im Münchener Krankenhaus sich ereignete. Eine Patientin, welche sehr große Schmerzen im Kniegelenk hatte und in einem auswärtigen Krankenhause, das noch keine Röntgeneinrichtung besitzt, sehr lange Zeit erfolglos aus Kniegelenksentzündung behandelt wurde, kam nach etwa 9 Monaten in oben bezeichnete Klinik. Hierselbst wurde zunächst mittels der Voltohm-Röntgen-Apparate eine Aufnahme gemacht, um eine etwaige Knochenerkrankung zu diagnosticiren. Die große Voll- kommenheit, welche jetzt die oben genannten Apparate besitzen, lassen nämlich nicht nur die Umrisse der Knochen erkennen, sondern geben auch das Innere, die Structur derselben, wieder, was gerade für die Diagnose von Knochenerkrankungen äußerst wichtig ist. — Bei der Durchleuchtung der Patientin ergab sich nun sofort, daß dieselbe, ohne daß sie es wußte, eine Nadel im Kniegelenk hatte. Mittels des Voltohm- Punktographen, der die Lage eines Fremdkörpers in einfacher Weise genau festzustellen gestattet, wurde diese nun ohne Schwierigkeit entfernt und die Patientin nach kurzer Zeit als vollständig geheilt entlassen. Wie viel Schmerzen hätten der Patientin erspart werden können, wenn die Röntgen- Untersuchung rechtzeitig angewandt worden wäre.
* Das Robel'sche Testament Von der Mehrzahl der Verwandten des verstorbenen Erfinders des Dynamits vr. Nobel war bekanntlich vor Jahresfrist auf dem Proceß- wege die Rechtsgültigkeit seines Testaments bestritten worden. Von dem riesigen Vermögen Nobels war für die Verwandten nicht viel abgefallen, denn Nobel, der unverheirathet starb, hatte die Zinsen zur Austheilung von fünf jährlich zu vertheilenden Preisen von je 200000 Kronen für wissenschaftliche und humane Zwecke bestimmt. Der angestrengte Pioceß ließ nun Anfangs die Aussichten für die Verwirklichung der Absichten Nobels recht trübe erscheinen, indessen sind jetzt die Hauptschwierigkeiten glücklich beseitigt, indem ein Vergleich zustande gekommen ist, demzufolge sich die Verwandten Nobels, die Anspruch auf die Hinterlassenschaft erheben, mit einer gewissen Summe, insgesamwt gegen 2 Millionen Kronen, als Entschädigung begnügen und dem Testament keine wetteren Schwierigkeiten entgegenstellen wollen. Die Austheilung der Preise, die an kein bestimmtes Land gebunden ist, wird indessen noch nicht so schnell erfolgen, da noch manche Förmlichkeiten zu erledigen find. Einer der Preise ist, wie noch
erinnerlich sein wird, für Denjenigen bestimmt, der am meisten für den Frieden wirkt; möglicherweise winkt also dem russischen Kaiser diese Prämie.
* Die verschleierte Dame mit dem Rosenstrauß. Unter dieser Spitzmarke berichtet das russische Blatt „Kijewlanin" über die Reiseabenteuer zweier Berlinerinnen im Zaren- reich Folgendes: „Zwei Berliner Damen reisten in Gesellschaft eines Herrn Rumszycki, eines Polen, zu einer verheiratheten Verwandten auf ein Gut in der Nähe von Grodno. Gegen Abend wurde der Wagen zweiter Klasse, in dem sich die Gesellschaft befand, leer; die drei Passagiere waren allein, erst gegen zehn Uhr Nachts betrat auf einer kleinen Station eine elegant gekleidete, dicht verschleierte Dame da» Coupe.. Sie trug einen großen, auffallend schönen Rosenstrauß in der Hand. Die Neuhinzugekommene nahm in der Nähe des Herrn Rumszycki Platz und richtete bald darauf an diesen das höfliche Ersuchen, die Fenster zu schließen. Dann begann sie im Wagen auf- und abzugehen und ließ, als sie an ihrem Reisegefährten vorbeikam, wie unabsichtlich den Rosenstrauß fallen, sodaß sich die Blumen über den Boden verstreuten. Rumszycki beeilte sich, die Rosen wieder einzusammeln und der Dame zu überreichen, welche ihm zum Dank mehrere der schönen Rosen schenkte. Auch die beiden Berlinerinnen er» hielten einige Rosen zum Geschenk. Bald ward es still in dem Waggon, die drei Passagiere waren eingeschlafen. Nun ging die „verschleierte Dame" ans Werk, rasch durchsuchte sie die Taschen der Reisenden und ließ alle Werthsachen in ihre eigene Reisetasche hinübergleiten. Bei Herrn Rumszycki stieß sie in einer eingenähten Tasche auf ein wohlgefüllte» Portefeuille. Mit raschem, geübten Schnitt war die Tasche losgetrennt und in den Händen der „Verschleierten". Als die Schläfer erwachten, war von ihrer Reisegefährtin keine Spur mehr zu entdecken. Herr Rumszycki, dessen Brieftasche dreißigtausend Rubel in Baar und Werthpapieren enthalten hatte, meldete auf btr nächsten Station den ganzen Vorfall der Gensdarmerie. Sofort wurden nach allen Richtungen hin Telegramme ausgesandt, um die Diebin zu ermitteln. Längere Zeit blieben die Nachforschungen ohne Erfolg, und schon hatte man die Hoffnung aufgegeben, die Urheberin des so seltsam eingefädelten Diebstahls zu entdecken, als unver- hofft die Polizei die Nachricht erhielt, die „verschleierte Dame" sei ein Mann gewesen und der originelle Diebstahl, ebenso wie eine Anzahl anderer Eisenbahndiebstähle auf berfelben- Strecke, das Werk einer organisieren Bande von „Eisenbahn-. Specialisten" an deren Spitze ein gewisser Millman stände. Es begann nun eine eifrige Suche nach Millmann, und es gelang, ihn auf dem Bahnhof zu Nikolajew zu verhaften, als er eben nach Krementschug abdampfen wollte. Der Dieb wehrte sich wie ein Verzweifelter. Unterwegs schlug er die Scheiben ein in der Hoffnung, während der Reise Gelegenheit zu einer Flucht durchs Fenster zu finden. All sein Bemühen war jedoch vergeblich, die Transporteure ließen den gefährlichen Burschen nicht aus den Augen. Die Verhaftung de» Hauptes der Diebesbande führte zu weiteren Arretirungen. Zunächst gelang es, eines Spießgesellen Millmanns, eine» mehrfach vorbestraften Gauners, habhaft zu werden, der unter falschem Namen als ein Kaufmann Schächter in Nikolajew lebte. Doch wurden bei beiden Verhafteten nur geringe Geldbeträge oorgefunden, was die Behörde veranlaßte, nach dem Verbleib des geraubten Geldes zu forschen. Schließlich wurde auch der „Kasfirer" der Bande in Wilna ermittelt, wo er als „ehrsamer" Cigarrenhändler wohnte. Er hatte sich bereits, Gefahr witternd, in den Besitz eine« Auslandspasses gesetzt. Bei der Durchsuchung seines Ladens wurden in einem Versteck über 50000 Rubel gefunden. Die drei Spießgesellen befinden sich in sicherem Gewahrsam, während die Bestohlenen größtentheil» wieder in den Besitz ihre» Geldes kamen."
• Eine Beglückwünschung von Seiten AndräeS. Au» Stockholm, 25. September, schreibt man der „Frks.Ztg.": Vor einigen Tagen wurde in der weltbekannten Fabrikstadt Jönköping die Hochzeit des Ingenieurs von Feilitzen mit Fräulein Spanberg, einer Schwestertochter August Androes, gefeiert. Hunderte von Telegrammen an die Adresse de» jungen Paares liefen während des Hochzeitsmahles ein. Einen ergreifenden Eindruck machte es, al» die Mutter der Braut sich erhob und im Namen ihres noch immer vermißten Bruder» das Brautpaar beglückwünschte. Einige Augenblicke saßen alle Hochzeitsgäste in Gedanken vertieft und viele Augen wurden feucht; dann ergriff Capitän E. Andrse sein Gla», um in einer längeren Rede, die Hoffnung athmete, darauf hinzuweisen, daß ja sein Bruder selbst ausdrücklich erklärt hat, es würden wahrscheinlich ein, vielleicht auch zwei Jahre vergehen, bevor man von ihm etwas hören könnte, und daß er seine zahlreichen Freunde ersucht hatte, ihn erst nach Verlauf dieser Zeit als verschollen zu betrachten. Die Anwesenden leerten stillschweigend ihre Gläser.
* Ausgrabungen in Griechenland. Aus Athen, 24. September, wird gemeldet: Seit einiger Zeit läßt die griechische archäologische Gesellschaft bei THermon, dem Versammlungsplatze der alten Aetolier, Nachgrabungen an* stellen. Professor Sotiarides leitet die Arbeiten. Er hat festgestellt, daß der Tempel der Apollo, den er jüngst aufgefunden hat, aus dem 7. Jahrhundert v. Chr. herstammt. Der Tempel ist auf einem Friedhöfe erbaut, in dem die in großen Aschenkrügen aufbewahrten Leichenknochen ausgegraben wurden. Auf dem groben Felde, wo sich der Tempel und der Friedhof befand, grub man auch fünf eiserne und kupferne Schwerter und zwei Schnallen aus. Der Tempel war in der Richtung von Norden nach Süden gebaut, wie die etruskischen Tempel in Italien. Er maß 38 Meter in der Länge und 12 Meter in der Breite. Von den 20 Marmorsäulen, die ihn umgaben, kann man noch die Fundamente sehen. Dis gefundenen Inschriften geben theilweise das Datum der in dem Tempel abgehaltenen aetolischen Versammlungen an.
• Beim Wort genommen. Arzt (bei einer Consultation): „Haben Sie guten Appetit?" — Bauer: „Haben Sie vielleicht etwa- da?"


