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• J« bet Lage, keine» Saal für ihre Stadtverordneten- Sitzungen zu haben, ist augenblicklich bte Stabt Salzwebe l. Nach dem Brande be« Rathhaufe« war für bte Sitzungen der Stabtverorbvetea bet Saal bet Loge benutzt wotben. Da abet bet Logeuvorstanb ba« batübet abgeschlossene liebet* emkommea gekünbigt hat, miethete bet Magistrat für bte letzte Sitzung ben Saal beS Hotel« zu» schwarzen Adler. Argen ba« Tagen bet Srabtvetorbueteu darin hatte bet Vorstehet schtiftllch Protest eingelegt, weil nach bet Städte- orbuung Stabtvetorbueteusitznugen nicht in Wirth«hausetn obet Schänken stattfiabeu bürsten. Der Magistrat cteiberte, bah bet Saal be« „Schrarzen aller»* von ben eigentlichen WitthschastS unb Schänkraumen ganz gettennt liege und ernsteten Betanstaltnngen biene, sowie begrifflich nicht al» Wirth»haus obet Schänke im Sinne be« § 45 bet Städte« orbouvg anzusptechen sei. Dazu komme noch, bah anbete Privatsäle al« bet Logensaal nicht vorhanbeo wären, unb bah bte vielleicht sonst in Bettacht kommenden Räume wie die Lula btt Bürgerschule unb die Turnhalle, für ben Zweck nicht geeignet erschienen. In ber letzten Sitzung würbe vor (Eintritt in die Tage«orbnung übet diese Angelegenheit ver- hanbelt. Mit 12 gegen 5 Stimmen wutbe btt Hotelsaal filt einen Wlrth»hau»faal erklärt, in bem die Versammlung nicht tagen bürfe. Der Vorsteher theilte mit, bah et an ben Magistrat ba« Ersckchen richten würbe, einen paffenden Sitzung«- raum (vielleicht bte Turnhalle) zur Verfügung zu stellen, unb schloh bte Sitzung.
• Der Gesundheitszustand in bet rusfischen Ätnee kann nicht als sehr günstig bezeichnet werben. Wie ba« militärische Fachblatt Raswjedschtik avgiebt, erkranklen durchschnittlich mehr al« ein Drittel der Soldaten (nämlich von 912,318 Mann — 362,840), eine erschreckend hohe Z'ffer, selbst wenn man annimmt, doh ein unb derselbe Soldat mehrmals Im Laufe de« Jahre» in den Krankenlisten vorkommt. Die Sterblichkeit beträgt jährlich 6665 Mann, al» dienstunfähig entlaßen werden durchschnittlich 23,000 flRanr.
, Die vedolkerung italieaischer Stabte Nach dem soeben tr röffentlichten neuesten Jahrgänge de» Statistischen Jahr- duche» für Italien ist Neapel nach wie vor die größte Stadt d:» Laude» mit 556,073 Einwohnern (Ende 1897). An zweiter Stelle kommt Rom mit 487,066 Einwohner, hat also Mailand Überflügelt, da» 470,588 Einwohner zählt. Turin hat 351,855 Einwohner, Palermo 287,972, Genua 228.862, Florenz 204,540, Venedig 155899, Bologna 153,206, Messina 152,648, Eataoia 129,561, Livorno 104,536.
• Der Erfinder ber Eisenbahn-Fahrkarten. 65 Jahre ist t! NUN her, dah die heutigen Fahrkarten im Eisenbahnwesen eingesührt worden find. Robert Savill, ein eiusacher Beamter der BirminghaM'E senbahn, war e», der 1833 aus den Webanlcn kam, die geschriebenen Bescheinigungen sür bezahlte» Fahrgeld, die au» einem Buche gerissen wurden, durch ge- druckte Fahrkarten in der gleichen Form zu ersetzen, tote sie noch heute in der ganzen Welt Üblich ist. Diese Erfindung
machte Robert Savill, bei 1888 Im Alter von 81 Jahren . starb, zom reichen Mann.
' Eine brave That. Dem Frl. Wilhelmine Hilliger, bet achtzehnjährigen Tochter be« Pfarrer» in Praunheim, ist bte Rettung»mebaille am Banbe verliehen worben. Am 18. Februar fiel der vierjährige Raabe August R^ff, der Sohn eine« Taglöhner«, In die damals hochaugeschwollene Nidda. Frl. Hilliger, die erst kurz zuvor au» dem Hoch'scheu Eouservatorium heimgekehrt war, eilte, durch da» Dienstmädchen aus die Hilferuse aufmerksam gemacht, mit ihrer jüngeren Schwester und dem Dienstmädchen au die Unfall- stelle. Sie stürzte sich sofort ia die kalte Fluth und e» gelang ihr noch, da» Rind zu erfaffen. BIS zur Brust im Waffel aus der sehr steileu Böschung de» baut al» dort 2*/s Meter tiefen Flusse» stehend, hielt fie mit der einen Hand da» Rind Über Wafier und versuchte mit bet anderen fielen Hand fich am Gestrüpp an» Ufer zu ziehen. DoS Srst üpp aber brach. Glücklicherweise gelang e» der am Ufer stehenden Schwester noch im letzten Moment, die nun selber in schwere Lebeu»gesahr Geratheoe an der Hand zu ersoffen unb sie *o nah an» User heranzuzieheu, bis da» Dienstmädchen Helsen konnte. Der anscheinend schon leblose Raabe wurde nach ein- stündiger Bemühung wieder zum Leben gebracht. Die Retterin muhte ohnmächtig nach Hruse getragen werden.
• Schlechte «»«fichten. Junger Ehemann (am Hoch* zeitStag): „Jetzt wollen wir aber einmal von der Mttgist reden!- — Schwiegervater: „Hm, hm, gewlh . . . . Rönnen Sie herauSgrbrn?*
• Anzeige. „Empfehle mich dem geehrten Publikum zur Au»sertigung von Schriftstücken jeder Art. Bittgesuche werden auf Wunlch mit zitternder Hand getrieben. Wmkelmana, Consalent."
• Bedenklich. Vater. „Lebst Du an der Uaiverfltät auch recht moralisch? — Studiolu»: „Natürlich, Papa, habe sogar eiueu sortwährendeu Moralischen."
Wissenschaft, Literatur und Kttnft.
— ** Frankfurt a. M., I. September. Eduard Strauß, der fick gegenwärtig auf einer Concertreise durch die Rheinlande und Holland befindet, kommt demnächst auch wieder nach Frankfurt a. M. und gibt mit seiner berühmten Capelle am 12. und 13. September Concerte im Zoologischen Garten.
— Schriftsteller-Jubiläum. Mit dem Erscheinen deö historischen RomanS auS Salzburgs Bergen: „Der Jagdbischof' (Verlag von Richard Eckstein Rachf. H. Krüger, Berlin W. 57) begeht der bekannte Alpenschriststeller Professor Arthur Achleitner ein Jubiläum rastloser Arbeit und eminenten Fleißes, denn „Der Jagdbischof" ist Achleitners 25. im. Druck erschienenes Werk. In Senau zehn Jahren hat Achleitner diese weit über Deutschland- Grenzen hinaus gewürdigten Werke, darunter sein herrliches Prachtwerk über Tirol, sein mustergültiges „Bayerland" die vorzüglichen „Schwarzwaldnovellen' rc. geschaffen und daneben immer noch Zeit gefunden, viele prachtvolle alpine Feuilletons und köstliche Humoresken aus der von ihm so anziehend geschilderten und geliebten Bergwelt zu schreiben. Der vielfach mit Orden und Medaillen ausgezeichnete Autor wurde zu seinem Jubiläum in außergewöhnlicher Weise beglückwünscht, in erster Reihe natürlich von alpinen Corporationen, in welchen Achleitner als gottvoller Humorist und Redner geschätzt ist, von Vereinen zur Hebung des Fremdenverkehrs in den Alpen, die in Achleitners Alpenwerken wirksamste Unterstützung ihrer Bestrebungen gefunden haben und sich dem Autor zu großem Dank verpflichtet fühlen. Glückwünsche sandten auch
Se. Majestät der König von Württemberg, die Fürsten von Hoden- zollern und Reuß, der bayerische Ministerpräsident. Seine Königl. Hobeii Herzog Dr. Karl Theodor in Bayern verlieh dem Dichter rum Jubiläum die große goldene Medaille für Kunst und Wiffenschaft. Bei der Popularität AchletinrrS in der von ihm mit nimmer ruhendem Fleiße verherrlichten Llpenweli erscheint e» nur natürlich, daß sich auch d,e Gebirgsbewohner als dankbare Gratulanten rin» stellten, und so wanderte manches Bergbäuerlein, das in stiller Berg- einsamkelt AchlerinerS Werke gelesen, zum Jubeilag nach München und brachte im Dichierhelm treu bisher die Glückwünsche zum Ausdruck, wie auch drollige briefliche Gratulationen einliefen. Erne Dorfmusikcapelle auS den Bergen ließ eS sich nicht nehmen, in corpore nach München zu fahren und im Hause des Meisters ein Ständchen zu bringen, wofür der üderraschle Jubilar beinahe mit einem Strafmandat beglückt worden wäre, denn Achleitner- Jagdhunde nahmen daS ungewohnte Concert sehr übel und vollführten einen selbst für die Großstadt ungewöhnlichen Spektakel. Sandten Freunde und Verehrer Lorbeerkränze zum Jubiläum, so schickte die §rüne Gilde, Förster und Jäger mächtige grüne Brück.» und ficktenkränze nebst practischen Wildpretbeilagen, so daß de- Tickiers treubesorgte Lebensgefährtin zum Himmel um Beschränkung solchen SegenS flehte. Tirols und Oesterreickü Dickter-Restor, der greise CaSvar Sveckbacker in Obermtnning, sandte im Namen der Tiroler Collegen einen überaus herrlichen Glückwunsch zum Jubiläum und gratulirte, wohl in der Meinung, daß nur ein Greis auf eine so stattliche Reihe vollendeter Werke blicken könne, dem 40jährigen Jubilar gleichzeitig drolligerweise zum — 70. Geburtstag, worüber wohl Achleitner die Hände überm Kopf zusammengescklagen haben dürfte. Auch Sennerinnen sandten mühsam gekritzelte Glückwunschschreiben, die viel Geld kosteten, denn die'e Ralurkinder hatten vergeffen, die gut gemeinten Briefe zu franciren Hoffentlich erfreut der Dickter uns noch mit recht vielen erquickenden Alpenwerken, auf daß er jum 50. Geburtstag auch das Jubiläum deS 50. Werkes feiern kann. Sehr merkwürdig ist noch, daß Achleitners 25. Werk gerade das 200. Buch ist, das ber überaus rührige Verleger H. Krüger als Inhaber der Firma Rich. Eckstein Racks, aut ben Markt bringt. Wenn die allgemein bekannte Verlagsbuckhandlung fortfährt, derartig gute Werke zu veröffentlichen, dürfte es Nicht mehr lange dauern, daß beim Kauf von Romanen zuerst nach ihren Verlags- artikeln gefragt wird. Der Preis obigen BucheS ist bei elegantester Ausstattung mit Illustrationen von K Stock nur 1 Mk, m vorzüglichem Leinwandband t,5u Mk. Eine ausführliche Besprechung deS Werkes folgt in nächster Zeit.
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